Na gut, das Update hat doch länger gedauert :) ich entschuldige mich vielfach *smile* aber ich hab ne gute entschuldigung *G* ich hatte einfach ein kreatives down... ein mächtiges down sogar. Mir ist so gut wie nix eingefallen, und wenn doch, war es einfach nur mies... aber egal, ich hab es ja doch noch geschafft zu updaten *freut sich drüber*
Ich danke allen die mir für das letzte kapitel geriwut haben *knuddelknutscht alle mal kräftig durch* als da wären Asta, M9, mean, maxine, lapis, arca und natascha...
Ich freu mich über eure riwus immer wie ein kleines kind *G*
Auf jeden fall würde ich mich über kommentare wieder riesig freuen, also scheut euch nicht mir welche zu hinterlassen ;)
Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!!!
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Er hatte sich diesen Augenblick anders vorgestellt. Wie viele Nächte hatte er mit der Illusion verbracht, dass sein größter Feind vor ihm im Staub liegen würde, und er ihm hoffnungslos ausgeliefert sein würde. Doch nun, da es endlich so weit war, konnte er ihn einfach nur anstarren und fühlte nichts. Und doch war nichts auch nicht das treffende Wort, vielmehr nur ein kurzer Umriss der Wogen, die sich durch seinen Körper zogen, ohne auch nur den geringsten Beweis ihrer Existenz zu hinterlassen. In jedem Moment, in dem er glaubte endlich seine Emotionen in Worte oder auch nur Verständnis fassen zu können, glitten sie ihm durch die Finger und eine Eiseskälte trat an diese Stelle. Ohne es wissen zu wollen, wurde ihm klar, dass es nur das schreckliche Ende eines lang vollzogenen Prozesses war. Er starb, und dennoch kümmerte es ihn nicht.
Tod und Verderben. Worte die niemals ein kleiner Junge kennen sollte. Ihre wahre Bedeutung zu verstehen, kam einem Todesurteil gleich. Wie schön wäre es doch gewesen, wenn er in der dunklen Kammer geblieben wäre, wenn er niemals den Brief bekommen hätte, der sein gesamtes Leben gewandelt hatte. Er hätte sein Leben gehasst, und mit ihm die Menschen, die es so unerträglich machten. Und dennoch hätte er alles dafür gegeben wieder in dieses Leben zurückkehren zu können, nur damit er sich nicht mehr erinnern musste. Ein Schicksal geschmiedet vor langer Zeit, war ihm auferlegt worden. Und nun endlich verstand er welchen Preis er dafür zahlen musste.
Er hatte Freundschaft erfahren, hatte am eigenen Leib verspürt wie es sich anfühlte geliebt zu werden, hatte gesehen wie stark die Bande einer Familie sein konnten. Und wie zerbrechlich dieses Gebilde doch war. Er hatte gesehen, wie seine Freunde starben, hatte mit ansehen müssen, wie sich sein Pate für die höhere Sache opferte. Viele seiner einstigen Weggefährten langen nun unter den breitgefächerten Hügeln der alten Welt. Er hatte sie sterben sehen, hatte untätig dabei stehen müssen, wenn sie mit toten Augen zu Boden sackten, ihre leblosen Körper dem Verfall preisgebend.
Seine Heldentage waren längst vorbei, wenn es sie überhaupt jemals gegeben hatte. Heute war er nur noch ein ausgebrannter, verbitterter Mann, der Rache geschworen hatte. Rache an dem Mann, der so viel Blut an den Händen hatte, dass diese Schuld niemals gesühnt werden konnte, auch nicht, nachdem die Ewigkeit ein Ende gefunden hatte.
Die sturmgrauen Augen seines Gegenübers fixierten immer noch die seinen, und Harry kam es fast so vor, als würde er dort nicht nur den gewohnten Hass erkennen können, sondern auch eine Spur von Angst. Und allein diese Vermutung trieb ihm ein breites, obszön anmutendes Lächeln auf die Lippen. Nur kurz meldete sich eine leise Stimme tief in seinem Unterbewusstsein, dass er sich dem Wahnsinn nicht hingeben sollte, oder vielmehr nicht konnte. Doch wie schon einige Male zuvor ignorierte er diese Stimme einfach, und bemerkte nur mehr sehr am Rande seines Denkens, dass es von Mal zu Mal leichter wurde die Rationalität auszuschalten.
‚Ich werde dich töten, Malfoy!' erwiderte er mit einer neu entdeckten Kälte in der Stimme. So viel Entschlossenheit schwang darin mit, dass selbst er schaudern musste. ‚... aber ich werde dich nicht einfach so töten... ich werde dich quälen, so wie du Remus gequält hast. Ich werde dich leiden lassen, wie du ihn leiden hast lassen. Ich werde dich zerstören, so wie du ihn zerstört hast, und ich werde nicht eher ruhen, bis du dir wünscht zu sterben, so wie Remus es sich gewünscht hat. Und dann...' eine kurze Pause folgte, in der Harry trocken schluckte. Auch wenn er immer wieder glaubte, er könnte es verkraften über seinen letzten Freund zu sprechen, wurde er einer Lüge gestraft. Die Erinnerungen an die letzten Monate die ihm mit dem Werwolf geblieben waren, waren noch immer schmerzhaft und peinvoll. ‚... und dann wird dein Martyrium erst richtig beginnen!' beendete der Gryffindor den Satz genauso kalt, wie er ihn angefangen hatte.
‚Remus!?' fragte der geknebelte Mann vor ihm seltsam unbekümmert. Und diese Gelassenheit brachte den braunhaarigen Mann fast dazu sich zu übergeben. Auch noch allem was er gesehen hatte, nach allem was er gehört hatte, war für ihn diese Gefühlskälte und völliges Fehlen von Bedauern das Schlimmste. ‚Er war für mich eine willkommene Abwechslung... Und er war richtig gut! Sogar nachdem ich ihm beide Arme gebrochen hatte, hat er mir einen geblasen. Das Salz seiner Tränen kann ich immer noch auf meiner Haut spüren... Sag Potter, hat er es dir auch so gut besorgt, oder hat er nur bei mir sein Können entfaltet?'
Ungläubig starrte der Gryffindor seinen Gegner an. Im ersten Moment konnte er die gehörten Wort nicht erfassen, verstand jedes einzelne und doch blieb ihr globaler Zusammenhang vor seinem Denken verschlossen. Langsam, fast schon tropfend schlich sich Verstehen ein.
Bevor er wusste was er tat, war er aufgestanden und hatte dem liegenden Mann mit voller Wucht in den Bauch getreten. Und zu dem ersten Treffer gesellte sich ein weiterer und dann noch einer. Immer wieder schnellte sein Fuß nach vorne, traf den am Boden liegenden Körper und zog sich erst zurück, nachdem er einen Widerstand verspürte. Erst als Malfoy Blut ausspuckte und es sich zähflüssig rot auf dem Boden mit der Erde vermischte, hielt er ein. Sein Herz pochte wild in der Brust und sein Atem ging stoßweise. Der Kloß, der sich in seinem Magen gebildet hatte, ließ ihn übel würgen. Für einen kurzen Moment verschwammen die Konturen der Umgebung und tauchten ihn in ein undurchdringliches Wirrwarr aus erdenen Tönen. Harry schloss für einen kurzen Augenblick die Augen und versuchte die Wut die sich mehr und mehr in seinem Inneren ausbreitete unter Kontrolle zu bringen. Das feuchte Lachen, dass an seine Ohren drang, entfachte seine Raserei von neuem, doch er konnte sich mit Hilfe seiner ganzen Willensstärke zurückhalten, sonst hätte er den Slytherin wohl zu Tode getreten. So einfach würde er es ihm nicht machen. Er wollte, dass er litt, dass er sich danach verzehrte endlich in die erlösenden Fänge des Todes zu kommen. Und Harry wollte, dass es so lange wie möglich dauerte!
‚Du hast etwas verpasst...' hörte er erneut die grässliche Stimme des blonden Mannes. Sie war heiser und seltsam verzerrt, dennoch unverkennbar. ‚Du hast wirklich etwas verpasst... Dabei habe ich ihn dir so pflegeleicht zurückgeschickt. Du hättest es dir einfach nur zu nehmen brauchen...' Malfoy endete erneut mit einem höhnischen Lachen.
Die Wut stieg von Neuem in ihm auf, doch er konnte sie erneut zurückdrängen. Doch wenn dieses Gespräch in diese Richtung weiterging, wusste er nicht, wie langer er sich noch unter Kontrolle halten konnte. Er beschloss zum Angriff überzugehen. ‚Es muss schrecklich für dich gewesen sein, als du erfahren hast, dass dein eigener Vater ein Verräter war...' erwiderte Harry tonlos. Das Sprechen fiel ihm schwer, und er musste sich sehr anstrengen um seine Stimme dennoch etwas fest klingen zu lassen. Das verräterische Zittern zu unterdrücken und sich damit keine Schwächlichkeit aufzuzeigen. Er öffnete seine Augen, suchte die seines Gegenübers. Er hatte gehofft wenigstens etwas Unsicherheit darin zu erkennen, doch sie starrten ihn immer noch überheblich und kalt an.
‚Glaubst du wirklich damit könntest du mich treffen? Ich habe den Schatten meines Vaters schon lange hinter mir gelassen... Ich bin nicht wie er, auch wenn er selbst es immer geglaubt hatte. Schlussendlich konnte ich ihm sogar beweisen, dass er sich getäuscht hatte... Das war wohl das Einzige, dass er jemals wirklich für mich tun konnte... Einfach nur zu sterben... durch meine Hand. Also versuche mich nicht mit so plumpen Tricks zu locken. Damit beleidigst du nur meine Intelligenz.'
So hart Harry diese Worte auch trafen, er wurde ruhiger. Irgendetwas stimmte an Malfoys Aussage nicht, obwohl er sicherlich die Wahrheit sprach. Es war einfach nur ein Gefühl, dass es mehr zwischen den Zeilen zu lesen gab, als der Slytherin sich selbst bewusst war. Vielleicht war es nur der Tonfall, oder ein kurzes Stocken, vielleicht war es auch die Selbstverständlichkeit dieser Aussage, vielleicht war es auch nur reine Einbildung. Wie auch immer, Harry fühlte eine neue Stärke in ihm aufsteigen, die er mehr als willkommen hieß.
Er hatte von Anfang an gewusst, dass es nicht leicht werden würde, sein Vorhaben durchzusetzen. Und doch hätte er sich niemals darauf vorbereiten können. So viele Unbekannt, soviel Stolz, soviel Hass der zwischen ihnen stand. Es war ein unsichtbares Kräftemessen. Jeder für sich hatte viel zu verlieren, auch wenn Harry wusste, dass dies seine letzte Tat werden würde.
Die Welt hatte ihn schon lange aufgegeben. Hielt ihn nur noch dann hoch, wenn die Zeiten am Schlimmsten waren, und sie jemanden brauchten, dem sie die Schuld geben konnten, wenn es noch weiter bergab ging. Wie oft hatte er bereits versucht diesem Ideal zu entfliehen, sich seiner Bestimmung zu entziehen, und immer wieder war er kläglich gescheitert. Er hatte niemals darum gebeten Harry Potter zu sein, doch dies wollte niemand hören. Sie sahen nur den Jungen der lebt, nicht den Mann zu dem er geworden war. Und vielleicht war es auch gut so. Wenigstens erlosch ihre Hoffnung nicht gänzlich, wenn sie wüssten, dass ihr erkorener Held schon lange im Sterben lag.
Langsam kniete er sich erneut vor den gefesselten Slytherin, ließ ihn jedoch keinen Bruchteil einer Sekunde aus den Augen. Harry nahm seine Ausgangsposition ein und verharrte in Gedanken versunken einige Sekunden vor dem blonden Mann, bevor er auf die Aussage seines Gefangenen antwortete. ‚Dein Herrscher wird fallen. Vielleicht nicht durch mich, vielleicht nicht durch meinen Nachfolger, doch eines Tages wird er gestürzt... Und dann ist alles, wofür du gekämpft hast, was du dir unrechtmäßig angeeignet hast, sinnlos... und die Menschen werden erkennen, was für eine traurige Gestalt du doch warst. Strebsam nach Macht und Einfluss und doch nicht mehr als ein dummer Junge, der glaubte er würde dadurch in die Analen der Geschichte eingehen... Du hast vorhin deine Intelligenz verteidigt. Doch ich sage dir, dass du dümmer bist, als jeder andere Mensch den ich kenne. Du wirst nie mehr sein, als der Mann der für Voldemort die Drecksarbeit erledigte, der nichts weiter als eine Marionette war und immer bleiben wird. Eine traurige Gestalt eben, die niemals etwas alleine Zustande bringen wird.' Und in dem Augenblick in dem die letzten Worte über seine Lippen kamen, wusste Harry, dass er gewonnen hatte, egal wie diese Geschichte auch ausgehen würde. So erbärmlich und schmerzhaft sein Leben auch war, er hatte wenigstens versucht etwas zu ändern.
TBC.....
