Also nach langer Zeit der Abstinenz, habe ich es doch endlich geschafft ein neues Kapitel zu schreiben. Na ja, hatte heute ja etwas Zeit bei der Arbeit *gg* (massig Zeit sogar, um ehrlich zu sein).

Wie auch immer, hier ist das nächste Kapitel, sollte es noch irgendwen interessieren :) und das nächste dauert sicher nimmer so lange, weil es schon fast fertig ist ;) jedenfalls auf dem papier, muss es nur noch abtippen, und ein paar reviews würden sehr motivieren *winkt mit zaunpfahl*

Ich danke allen die bisher reviewt haben, aber vor allem meiner moria, die ich ordentlich angesteckt habe, und die die verkühlung hoffentlich noch wegbekommt, bevor sie ne lungenentzündung bekommt :)

Ich wünsche auf jeden fall allen lesern viel Spaß und hinterlasst mir doch eure Meinung

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Draco konnte die Siegessicherheit in den dunklen Augen des Anderen erkennen, wie er schon jetzt über ihn triumphieren wollte, und doch noch immer nichts verstand. Immer weiter breitete sich der helle Schimmer des Sieges über seine Züge aus, gab ihm ein seltsam jugendliches Aussehen. Seine Haltung entspannte sich etwas, demonstrierte seine Überlegenheit dadurch nur noch mehr.

Der blonde Slytherin wusste, dass dieses Kräftemessen sinnlos war. Selbst wenn Potter es nicht verstehen wollte, gewonnen hatte er noch lange nicht, und Draco bezweifelte, dass er jemals eine Chance gehabt hatte zu siegen.

Der ehemalige Gryffindor war so beschränkt in seiner eigenen kleinen Welt, in seinem Denken, dass für ihn die Graustufen des Lebens niemals sichtbar werden konnten. ‚Wisch dir die Überheblichkeit aus dem Gesicht, Potter!' erwiderte Draco kühl und ruhig. ‚Deine Worte treffen mich nicht, und auch wenn du dir noch so viel Mühe gibst. Ich habe niemals für eine Erwähnung in den Analen irgendeiner Geschichtsschreibung gebeten, und sollte es doch passieren, ist es mir egal, was über mich geschrieben wird! Also komm mir nicht mit deinen dümmlichen Prophezeiungen. Hätte ich es jemals anders gewollt, hätte ich wohl deine erbärmliche Position ausgewählt. Doch du warst das bessere Vorzeigeobjekt für die Gute Sache, für den strahlenden... den traurigen Helden.'

Erneut versuchte der Blonde sich etwas mehr aufzurichten um in eine weitaus angenehmere Position zu gelangen, wurde jedoch erneut von den Fesseln an seinen Gelenken daran gehindert. Ein leises Ächzen entrang sich seiner Kehle und er kniff genervt die Augen zusammen. Besonders die Fesseln an seinen Händen begannen sich schmerzvoll in sein Fleisch zu schneiden, und obwohl er weitaus schlimmere Schmerzen ertragen konnte, schien er mit jedem neuen Impuls an Kraft zu verlieren. ‚Du konntest noch nie höhere Zusammenhänge erkennen, wohl einer der Gründe warum du als Schachfigur in diesem Spiel eine besonders hohe Position eingenommen hast. Was ist Potter? Ist dir noch nie in den Sinn gekommen, dass du nur manipuliert wurdest? Von Anfang an! Es ist egal welcher Seite du angehörst, beide ziehen die Fäden und du tanzt fröhlich nach ihrem Willen.' Noch einmal musste er trocken lachen, ‚Für dich gab es immer nur Schwarz oder Weiß. Entweder man stand für das Gute oder man war automatisch der Feind. Schon ironisch wie du es durch diese Blindheit immer wieder geschafft hast, deine eigenen Reihen zu lichten. Die Menschen die erbittert und für jeden Preis an deiner Seite kämpften hast du denunziert, hast sie dem Galgen überlassen. Severus...'

‚Er war ein Verräter!' fiel ihm Potter scharf ins Wort. Die Augen des Gryffindor brannten vor Hass und Abscheu, ließen auf seine innere Aufgewühltheit schließen. ‚Er hatte den Tod verdient! Er war ein Verräter... ein Verräter... Verräter...' immer wieder hallte dieses eine Wort durch die Stille der Höhle. Immer mehr und mehr verfiel er in eine selbstversunkene Litanei, nahm kaum noch andere Eindrücke wahr.

‚Er war Dumbledore immer treu' antwortete Draco mit fester Stimme. Mit einigem Vergnügen bemerkte er, wie der andere Mann aus seinen Gedanken aufschreckte und ihm wieder volle Aufmerksamkeit schenkte. Der fragende Blick, das Unverständnis, das in diesen Augen dominierend war, hätte ihn beinahe ein weiteres zynisches Lachen entrungen, doch auch jetzt noch überkam ihm eine seltsame Übelkeit, wenn er an den Tod seines ehemaligen Mentors dachte. ‚Wie viel Wahrheit kannst du ertragen, Potter? Wie viele Fehler kann ich dir aufzeigen ohne das du zerbrichst? Wie viele Namen soll ich dir nennen um dich in die Verzweiflung zu treiben? Glaubst du, du kannst mit dem Wissen leben, das ich dir geben könnte?' ein seltsames Lächeln stahl sich über die blassen Lippen des Slytherin. Auch nach all den Jahren hatte ihr alter Hass nicht an Intensität verloren, und Draco genoss die Momente, in denen er seinen Gegner schaden konnte. ‚Du warst immer so erpicht darauf, zu beweisen, dass du nur ein normaler Mensch bist, und doch hast du mit allen Mitteln darum gekämpft, dass deine Vorstellungen einer perfekten Welt Realität werden würden. Doch diese Welt gibt es nicht! In dieser Welt hätte der Held niemals einen seiner Verbündeten hingerichtet, hätte er niemals für den Tod seiner Freunde verantwortlich sein müssen...' Draco schluckte bitter und wartet bis die Worte auf seinen Gegenüber eingewirkt hatten.

‚Severus hätte dich und eure Rebellion niemals verraten. Und er hat bis zum Schluss für euch gekämpft, und er ist für eure Ideale gestorben! Sag, Potter, wie fühlt es sich an zu wissen, dass man für den Tod eines unschuldigen Menschen verantwortlich ist?' In diesem Augenblick war es Draco kaum möglich dem anderen Mann ins Gesicht zu sehen, zuviel hatte sich in seinem Inneren angestaut, und auch wenn er selbst schon lange geglaubt hatte Gefühle dieser Art wären ihm fremd geworden, so wurde er eines Besseren belehrt. Schon lange brannten ihm diese Fragen auf der Seele, schon lange hatte er nach einer Gelegenheit gesucht sie laut aussprechen zu können, und doch hatte er sich immer davor gescheut. Erinnerungen konnten sogar für einen Malfoy bitter schmecken, dachte er entkräftet. ‚Er hat dir mehr als einmal das Leben gerettet, hat Strafen auf sich genommen nur damit du überlebst oder nicht in Gefangenschaft gerätst, und diese Maßregelungen waren härter als du dir jemals vorstellen kannst!' Seine Stimme zitterte leicht und er betete zu allen Göttern die es jemals gegeben hatte, dass der Gryffindor diese Schwäche überhörte.

Unverständnis war deutlich in das Gesicht des braunhaarigen Mannes geschrieben. ‚Du lügst…' hauchte er nach einer halben Ewigkeit in die bedrohliche Stille zwischen ihnen. Potter war um einige Nuancen blasser geworden, und seine Augen blickten gehetzt zwischen den schmalen Schlitzen umher. ‚.. er hat uns verraten! Du lügst!' doch die Worte waren keineswegs so überzeugend wie er wohl gehofft hatte. ‚Er selbst hat seine Freveltaten gestanden. Er hat zugegeben, dass er immer nur als Spion und Saboteur für Voldemort gearbeitet hat. Er hatte alles GESTANDEN!' schrie der Gryffindor das letzte Wort hinaus, so als müsse er sich selbst damit überzeugen. ‚Du kannst mich mit deinen Märchen nicht verwirren. Es gab so viele Beweise und er hat es selbst gesagt. Also komm mir nicht damit, dass wir einen Fehler begannen hätten. Warum sollte...'

‚Warum er es getan hat?' fiel ihm dieses Mal Draco ins Wort. ‚Um jemand anderen zu schützen. Die Große Sache war ihm wichtiger als sein eigenes Leben. So einfach und doch schmerzvoll ist manchmal die Wahrheit. Ihr habt ihn in die Enge getrieben, und hätte er sich öffentlich als Spion für den Orden zu erkennen geben, hätte ein anderer sein Leben verloren.'

‚Das glaube ich nicht...' erwiderte Potter mit einem leichten Anflug von Hysterie in der Stimme. ‚Snape war schuldig! Er hat uns alle hinters Licht geführt, hat uns alle getäuscht. Er hat nichts anderes verdient als den Tod. Ein Death Eater weniger.' Antwortete Potter trotzig.

‚Und du etwa nicht? Hast du den Tod weniger verdient? Wie viele Menschen hast du wissentlich und unwissentlich in den sicheren Untergang geschickt? Wie viele Leben waren dir wert geopfert zu werden, nur damit du deine Ziele erreichst? Hast du eine bessere Rechtfertigung, nur weil es sich um deine Ideale handelt?' nun war Draco an der Reihe trocken zu lachen. Diese eingleisige Sichtweise brachte ihn fast zum Würgen. Und noch nie zuvor hasste er den Mann vor sich wie in diesem Moment. ‚Du bist so erbärmlich!' spie er ihm entgegen. ‚Du glaubst nur weil du gezwungen warst, diese Narbe zu tragen, hast du ein Anrecht auf das Leiden? Dabei weißt du ja noch nicht einmal annähernd was dieses Wort bedeuten kann. Wie egoistisch muss man sein, wenn man die Augen vor dem verschließt, das um einen passiert...'

Dracos Herz pochte bedrohlich in seiner Brust, sein Blut raste mit bahnbrechender Geschwindigkeit durch seinen Körper, schien die beengende Einschränkung sprengen zu wollen. Die Luft zum Atmen schien immer dünner zu werden, und auch wenn es unmöglich war, so versuchte er zum ersten Mal seit seiner Gefangennahme, seinen Fesseln zu entkommen. Erst als er in das verstörte Gesicht des anderen Mannes sah, beruhigte sich sein aufgepeitschter Geist wieder, und die steinerne Maske der Gleichgültigkeit senkte sich wieder über seine Züge. Er ermahnte sich selbst, nicht noch einmal die Kontrolle über sich zu verlieren, wenn er dieses Spiel zu seinen Gunsten entscheiden wollte.

Die Befangenheit, die Potter in ihrem Griff hielt löste sich um einiges langsamer, doch sie wurde von etwas sehr viel Bedrohlicherem abgelöst. Statt dem dümmlichen Ausdruck auf dem Gesicht des Gryffindor, begann wieder Hass und Wut zu dominieren. Eine Mischung, wie Draco aus eigener Erfahrung wusste, weitaus gefährlicher war als jede andere Emotion, besonders dadurch, dass diese Menschen unberechenbar wurden. ‚Du erzählst mir etwas von Schmerzen? Von Leid? Gerade du? Und das von demjenigen, der Gefallen daran findet, Menschen zu demütigen und zu quälen, der sich an ihren Schmerzen weidet und sich daran ergötzt? Du bist lediglich ein Monster in Menschengestalt. Widerwärtig und obszön. Du bist das Böse, und ich sollte dich auf der stelle auslöschen um wenigstens weiteren Schaden zu verhindern.' Sagte Potter mit zitternder Stimme und wässrigen Augen.

Fast wie in Trance sah der Slytherin, wie der Braunhaarige vor ihm hinter sich griff und seinen Zauberstab hervorholte. Ohne irgendein Bedauern blickte er auf den Gegenstand, der nun sein Schicksal besiegeln sollte. Er verspürte keine Angst, er verspürte keinen Verlust, er fühle sich seltsam leer. Willkommen leer.

Draco hatte von Anfang an gewusst, dass nur einer von ihnen lebend hier wieder rausgehen konnte, rausgehen musste. Es war seit jeher so bestimmt, und keiner von ihnen würde jetzt noch etwas daran ändern können. Im Grunde seines Herzens war es ihm egal, dass er auf den ersten Blick der Verlierer war, dass er nun sterben musste. Schon lange hatte er sich mit dem Schicksal abgefunden, und er hatte nach besten Wissen seine Rolle in diesem Plan gespielt. Würde nun die Zeit für seinen Abschied gekommen sein, würde er es genauso teilnahmslos annehmen, wie alles andere in seinem Leben.

Kühl beobachtet er das leichte Zittern der Hand, die den hölzernen Stab hielt, wartete auf die Worte die seinem Leben ein Ende machen würden.

Bevor er die Worte überhaupt in seinem Geist entschlüsseln konnte, jagte bereits die erste Welle der Pein durch seinen Körper, ließ ihn unkontrolliert zucken. Die Schmerzen breiteten sich fächerförmig in seinem Körper aus, schnürten ihm die Kehle zu und vermittelten damit den Eindruck, dass er zusätzlich auch noch ersticken musste. Grelle Blitze zuckten vor seinen geschlossenen Lidern auf, schienen ihn verhöhnen zu wollen. Immer wieder jagten neue Wellen durch seinen Leib, steigerten mit jeder neuen Attacke ihre Intensität.

Doch durch den Schleier der Schmerzen, die niemals enden zu wollen schienen, erkannte er auch, dass ihn keiner der tödlichen Flüche getroffen hatte, qualvoll aber keinesfalls lebensgefährlich.. So plötzlich die Folter eingesetzt hatte, so abrupt endete sie auch.

Keuchend lag Draco mit dem Gesicht auf dem erdenen Boden, nahm seine Umgebung jedoch immer noch nur sehr wage und verzerrt auf. Für einen kurzen Moment fragte er sich, warum Potter überhaupt aufgehört hatte, nur um einen weiteren Moment zu entscheiden, dass es ihm egal war.

‚Du sollst erfahren was für ein Gefühl es für Remus und all die anderen gewesen sein muss, dir hilflos ausgeliefert zu sein. Ich werde dich fühlen lassen, so wie Remus sich gefühlt haben muss. Du sollst wissen, wie schmutzig man sich fühlt. Und keine Sorge, ich werde keine Rücksicht walten lassen!' hörte er dumpf die Worte des anderen, erkannte sie jedoch nicht sofort als die seines Erzfeindes. Als die Bedeutung dieser Wort in seinen Ohren verklang, lösten sich die Fesseln kurzzeitig nur um einen Augenblick später erneut über seinem Kopf festgezurrt zu werden. Langsam wurde sein schmerzender Körper an den Handgelenken in die Höhe gezogen. Die unsichtbaren Stricke schnitten sich tief in sein Fleisch, doch schien ihm dies sogar als Segen angesichts der folgenden Ereignisse. Ließen sie doch zu, dass er seine Aufmerksamkeit auf die schmerzenden Gelenke lenkte und nicht auf das, was anderen Teilen seines Körpers angetan wurde.

TBC.....