Ob man es glaubt oder nicht, ich habe es doch endlich mal wieder geschafft an der FF weiterzuschreiben. Ich weiß viele haben ja nimmer daran geglaubt, und wenn ich ehrlich bin ich selbst auch nicht ;) auf jeden fall, danke fürs ausharren und Sorry, dass es so lange gedauert hat. Ach ja und danke an alle die so fleißig geriwut haben beim letzten mal knuddelt alle mal kräftig durch ihr seid echt die besten :)

Dieses Kapitel hat mir mehr Bauchschmerzen bereitet als ich jemals zu fürchten wagte. Keine Ahnung warum, aber jedes wort ist mir wie eine elend lange geburt vorgekommen. Na ja, ich hoffe es ist nicht ganz so katastrophal wie ich fürchte und wünsche allen viel spaß beim lesen!

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Am schrecklichsten war wohl die Stille, diese verdammte Grabesstille, die ihn von allen Seiten zu umgeben schien. Als hätten sich alle Elemente verschworen um ihn in den Wahnsinn zu treiben. Diese beängstigende Lautlosigkeit brachte ihn fast um den Verstand.

Dracos Körper zitterte und doch fühlte er sich wie betäubt, als wäre dies nur ein böser Traum aus dem er jeden Augenblick erwachen würde. Als wäre nichts von all dem geschehen, als würde er nicht in diesen Fesseln hängen und darauf warten, dass sein Peiniger wieder zurück kam.

Der Blonde hielt die Augen geschlossen, fast schon als fürchtete er, wenn er die Augen öffnete, würde er erkennen, dass es sich um keinen Traum handelte. Er würde sich eingestehen müssen, dass alles woran er sich erinnern konnte, wirklich geschehen war. Er würde sich selbst gestehen müssen, dass sein Körper als auch sein Geist geschändet worden waren. Nicht zum ersten Mal in seinem Leben musste er erkennen, wie schmerzhaft die Realität sein konnte, doch hier und jetzt zögerte er dennoch der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.

Noch immer hielt in diese gnädige Taubheit gefangen. Er spürte weder seine Beine noch seinen Rücken, er fühlte nicht einmal sich selbst. Als wäre er in diesem Körper gefangen, und doch meilenweit davon entfernt. Würde es von nun an immer so sein? Fast sehnte er sich danach.

Doch kaum hatte er seine Gedankengänge fertig gesponnen, strafte ein verzehrender Schmerz seine Worte Lügen. Sein Rückrad schien in Flammen zu stehen während seine anderen Körperteile immer noch genauso leblos erschienen wie noch Sekunden zuvor.

Gequält schlug er seine Augen auf und blickte direkt auf seine blutenden Handgelenke. Die Schnüre, nicht einmal sichtbar, hatten sich tief in sein Fleisch geschnitten, hatten nur aufgerissene Haut und gerötete Stellen hinterlassen. Er konnte die kleine Narbe an seinem rechten Handgelenk erkennen, die er sich mit ungefähr fünf Jahren zugezogen hatte. Noch nie zuvor war sie ihm so aufgedunsen und abscheulich vorgekommen wie in diesem Augenblick. Er starrte immer weiter auf seine geschundenen Hände, versuchte die in ihm aufwallenden Emotionen zurückzudrängen nur um zu erkennen, dass es sinnlos war.

Die Welle von Ekel und Abscheu die ihn überflutete, ließ ihn trocken würgen. Erneut begann sein gesamter Körper zu zittern. Als hätte sich sein Geist gegen ihn verschworen, konnte er fast den heißen Atem seines Entführers riechen, konnte schon fast wieder spüren, wie dessen Hände über seinen Rücken glitten, ihn berührten, ihm Schmerzen zufügten. Er fühlte beinahe wie die verschwitzten Haare des Anderen über seine Wange glitten, eine weitere Eruption von Übelkeit auslösend. Draco begann zuerst vorsichtig und dann immer heftiger an seinen Fesseln zu zerren, ignorierte dabei vollkommen die Schmerzen, die von den wunden Stellen ausgingen. Er wollte hier weg, wollte einfach nur noch fort. Weg von diesem Ort, weg von der Person, die ihm das alles angetan hatte. Immer tiefer schnitten sich die unsichtbaren Fesseln in sein Fleisch, ließen dünne Rinnsale frischen Blutes über seine Unterarme fließen.

Die Kraft, die in seinem Inneren entfesselt worden war, war erschreckend brutal. Abwechselnd durchflutete ihn immer wiederkehrender Ekel vor seinem Körper und Hass auf dem Menschen, der ihm das angetan hatte. Er versuchte seinen Geist vor weiteren Erinnerungen abzuschirmen, doch je mehr er sich anstrengte, desto klarer und drängender wurden sie. Er konnte wieder die Stimme an seinem Ohr hören, wie sie ihn verhöhnte, ihn verspottete. Er spürte erneut den Schmerz als Potter ihn vergewaltigte, er spürte erneut wie erniedrigt und gedemütigt er sich gefühlt hatte, als der Andere einfach genommen hatte, was er wollte. Der tiefe Stich in seinem Inneren, der sich anfühlte, als wäre die Hölle aufgebrochen und hätte ihn in ihren tiefen Schlund gezogen.

Immer wieder und wieder riss er an seinen Fesseln, erkannte nicht die Ausweglosigkeit seiner Handlung. Ohne es zu merken glitt eine heiße Träne nach der anderen über seine geröteten Wangen, hinterließen eine seltsam helle Spur auf seinem verschmutzten Gesicht.

Nach Minuten - oder waren es doch eher Stunden? – versagten endlich seine Knie und sackten in sich zusammen. Hilflos und zitternd ließ er sich in seine Ketten fallen und ließ zum ersten Mal seit einer halben Ewigkeit seinen Tränen freien Lauf. Immer wieder und wieder peinigte sein Geist ihn mit Bildern und Eindrücken, die er lieber vergessen wollte. Es schien ihm fast so, als durchlebte er die Geschehnisse zig Male, als würde er immer wieder aufs neue vergewaltigt. Er spürte erneut wie es sich angefühlt hatte, als Potter in ihn eindrang, er fühlte noch einmal wie der heiße Samen über seine Beine glitt, ekelhaft und zäh. Ein erstickender Kloß verfestigte sich in seiner Kehle, ließ ihm kaum Luft zum Atmen. Wie sehr er den Gryffindor doch hasste. Hatte er gedacht, er hätte in seinem unbändigen Hass auf den Anderen bereits das Maximum erreicht, so tauchte erneut ein Bild vor seinem geistigen Auge auf und steigerte seine Abscheu weiter.

Mit geröteten Augen blickte der Blonde in der Höhle umher. Versuchte das Objekt seines Hasses ausfindig zu machen. Doch er schien immer noch verschwunden zu sein.

Mehr als einmal fragte er sich, was wohl schlimmer war, dieses Gefühl des Alleinseins oder zu wissen, dass sein Peiniger irgendwo in unmittelbarer Nähe war. Er wollte Rache, er wollte, dass der Mann dafür bezahlte, was er ihm angetan hatte, und doch trieb es ihn fast in die Verzweiflung zu wissen, dass er ihm immer noch hilflos ausgeliefert war.

Er fürchtete sich davor, die nächsten Schritte des ehemaligen Gryffindor zu erleben, sie am eigenen Leibe zu spüren, und er wagte nicht daran zu denken, wieder in das Gesicht sehen zu müssen, das er mehr als alles andere auf dieser Welt verachtete.

Gedanken an Vergeltung, so sinnlos und entfernt sie auch erscheinen mochten, gaben ihm die nötige Antriebskraft sich auf wieder aufzurichten und im stillen Schweigen darauf zu warten, dass sein Peiniger zurückkehrte.

Es war schon fast gespenstisch, als Potter wieder in die Höhle eintrat, als hätte er nur darauf gewartet, dass Draco wieder etwas zu sich fand. Als wäre dieser Augenblick genauestens von ihm geplant worden. Der blonde Slytherin spürte diese unheilvolle Präsenz schon lange bevor er die leisen Schritte im vermeintlichen Ausgang der Höhle hörte. Diese schweren Schritte, die davon kündeten, dass sein Martyrium noch lange nicht zu Ende war, dass dies erst der Anfang dessen war, das ihm noch bevor stand.

Draco spürte den eisigen Blick des anderen Mannes in seinem Nacken. Ein kaltes Frösteln überzog seinen Rücken und ließ ihn ein ums andere Mal schwanken. Qualvoll verstrichen die Minuten, in der keiner der beiden etwas zu sagen wagte. Die Spannung zwischen ihnen schien zum Bersten, und auch wenn er das Gesicht des Anderen nicht sehen konnte, wusste er welche Eindrücke sich darin spiegeln würde. Hass, Wut, Verzweiflung und der Irrsinn, der nur von einer Zeit geboren werden konnte, die dem Untergang geweiht war.

‚Ich werde dich töten...' hörte er die kalte Stimme des Gryffindor. Doch statt ihm weiter Angst einzujagen, schien diese Enthüllung mehr eine Befreiung für ihn darzustellen. Er gab sich keinen Illusionen hin, wahrscheinlich waren seine Stunden gezählt, und allem Anschein nach würde er niemals die Gelegenheit dazu bekommen sich an dem Monster, das ihn festhielt, zu rächen. Doch auch wenn der kalte Tod bereits seine Fänge nach ihm ausstreckte, schien ihm in diesem Augenblick Nichts tröstlicher als dieser Gedanke.

Wann hatte er wirklich den Funken Hoffnung verloren, der sich Lebenswillen schimpfte? Zu welchem Zeitpunkt war es ihm gleichgültig geworden, ob sich sein tristes Leben weiterzog oder es doch beendet wurde? War es durch die heutigen Ereignisse zu dieser tragischen Wandlung gekommen? Fast hoffte er, dass er diese Frage mit Ja beantworten konnte, doch tief in seinem Inneren wusste er, dass es diese Antwort niemals geben konnte.

‚Was für eine Enthüllung, Potter' spie er der Wand vor sich entgegen. Als er den Namen seinen Peiniger zum ersten Mal seit der Vergewaltigung wirklich aussprach, überkam ihn eine Welle der Übelkeit. Ohne es zu wollen, kamen erneut die Bilder, die Emotionen in ihm hoch, die er kaum ertragen konnte.

Leise Schritte näherten sich ihm, und eine stumme Panik machte sich in ihm breit. Gehetzt wanderte sein Blick hin und her, angstvoll lauschte er wie die grässliche Präsenz immer näher kam. Auch wenn er wusste, dass ihm noch einiges an Schmerzen, Pein und Demütigungen bevorstand, so fürchtete er sich dennoch davor.

Heißer Atem schlug ihm ins Gesicht und das schale Aroma des anderen Mannes ließ ihn mehrmals ekeln. Bangvoll fragte er sich, was der Gryffindor wohl als nächstes vorhatte.

‚Ich habe gerade daran gedacht, wie du dich unter mir gewunden hast. Ich kann immer noch deine heiße Enge spüren, wie sie gierig danach lechzt von mir benutzt zu werden! Ich spüre immer noch deinen Schweiß auf meiner Haut, und noch immer kann ich spüren, wie sehr es dir gefallen hat auf diese Weise von mir benutzt zu werden... Auch wenn du es niemals zugeben würdest, ich weiß, dass es dir gefallen hat, und das du nach immer mehr verlangst, auch wenn deine Lippen verschlossen bleiben' keuchte Potter ihm ins Ohr. Er bemühte sich überhaupt nicht seine erneute Erregung unter Kontrolle zu bringen.

Mit jedem Wort, dass der Gryffindor von sich gab, überrollte eine neue Welle von Übelkeit den gepeinigten Körper von Draco. Dieses Spiel um Macht und Demütigung, um Kontrolle und Unterwerfung war ihm mehr als nur bekannt, hatte er selbst es schon mehrmals durchlebt. Das berauschende Gefühl der Überlegenheit, der Kraft, diese schwindelerregende Macht, die einen durchströmte, brachte die Sinne zum Glühen, und nichts in der Welt schien mehr von Bedeutung außer diesen Zustand mehr und mehr zu steigern.

Er hasste das Gefühl zu wissen, wie sich sein Peiniger in diesem Augenblick fühlte, wie sich alles in seinem Körper nur noch mehr aufpeitschte, wie diese Emotion fast ohnmächtig seinen Körper durchflutete, doch noch mehr hasste er Potter dafür, dass er durch ihn nun wusste, wie sich seine Opfer gefühlt hatten.

TBC...