A/N: So, hier schon das zweitletzte Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch


Kapitel 17

Sie waren jetzt schon eine Weile dran. Harry wich fast jedem Fluch, den Voldemort auf ihn geschossen hatte aus. Der Dunkle Lord wurde langsam sauer. Er brauchte dunklere und dunklere Flüche, aber Harry wich allen aus. Der grün-äugige junge Mann hatte bis jetzt kaum einen Fluch abgegeben, er wartete darauf, dass Voldemort müde wurde, dann würde er angreifen. Und der Dunkle Lord wurde müde. Schweisstropfen liefen ihm das Gesicht hinunter, und auch wenn seine Bewegungen so schnell und tödlich wie am Anfang waren, wusste Harry, dass es den Mann einiges kostete das aufrechtzuerhalten. Er war kein junger Mann mehr, sondern irgendwo in seinen Achtzigern.

Endlich entschied sich Harry richtig loszulegen und begann Zauberspruch nach Zauberspruch auf den Dunklen Lord zu feuern. Voldemort war geschockt, sich plötzlich verteidigen zu müssen, anstatt anzugreifen. Dann realisierte er, was Potter vorgehabt hatte und wurde noch saurer als vorher. Wie konnte er nur auf so einen blöden Trick reinfallen?!

„Gib auf, Potter!"knurrte er und versuchte, nicht hören zu lassen, dass er ausser Atem war.

Aber Harry bemerkte es, so wie ein Hai Blut auf eine Meile Entfernung bemerken konnte, und grinste. „Noch nicht, Voldemort. Nicht bevor du tot bist."

Voldemort knurrte. „Denkst du wirklich, du kannst mich schlagen Junge?! Ich bin der mächtigste Zauberer der je über die Welt gegangen ist!"

„Und warum hast du dann Angst vor Dumbledore?"fragte Harry und wich einem weiteren Zauberspruch aus. „Du wirst langsam alt, Riddle. Gib's zu, du hast die Unsterblichkeit nicht erlangt und du wirst es auch niemals tun."

„Und alles wegen einem Balg!"schrie Voldemort und begann ihn wieder anzugreifen.

Dieses Mal hatte Harry Schwierigkeiten, sich zu verteidigen. Die Zaubersprüche kamen so schnell, dass er alles was er an Reflexen und Instinkt hatte brauchte, um den gefährlichsten auszuweichen. Er wusste, dass er ihnen nicht ewig ausweichen könnte, aber Voldemort konnte das auch nicht. Der Kampf um sie herum war langsam beendet, der Orden des Phönix' hatte gewonnen. Auroren kamen an und halfen, alle zu sammeln. Jack stand nur da – sich leicht an Dumbledore anlehnend – und sah Harry und Voldemort beim Duellieren zu, wie die anderen der drei Mannschaften.

Harry wusste, dass er diesen Kampf beenden musste, bevor Voldemort verzweifelt wurde und jeden in einem Zweimeilenradius umbrachte. Er war fähig es zu tun, jeder wusste das. Er hatte es schon einmal gemacht, während dem ersten Krieg, als Dumbledore ihn einmal in eine aussichtslose Lage gebracht hatte. Dumbledore war der einzige Zauberer gewesen, der ein Schutzschild heraufbeschwören konnte und überlebt hatte. Die anderen Zauberer und Hexen – etwa ein Dutzend – waren gestorben oder wurden schwer verletzt.

„Es gibt einen Raum in der Mysteriumsabteilung."Ihm kamen die Worte Dumbledore's am Ende des fünften Jahres in den Sinn. „Der allzeit verschlossen ist. Er enthält eine Kraft, die wunderbarer und schrecklicher ist als der Tod, als die menschliche Intelligenz, als die Kräfte der Natur. Es handelt sich wohl auch um das geheimnisvollste unter den vielen Themen, die dort zu studieren sind. Es ist diese Macht, die in diesem Raum aufbewahrt wird, die du in beträchtlichen Mengen besitzt und Voldemort überhaupt nicht. Diese Macht hat dich heute Nacht zu Sirius' Rettung gebracht. Diese Macht hat dich auch davor bewahrt, dass Voldemort von dir Besitz ergriff, weil er es nicht ertragen konnte, in einem Körper zu wohnen, der so erfüllt ist mit der Kraft, die er verachtet. Am Ende spielte es keine Rolle, dass du deinen Geist nicht verschliessen konntest. Es war dein Herz, das dich gerettet hat."

Und was war diese Kraft, die er in seinem Herzen trug? Harry konnte nur auf eine Antwort kommen, so clichéehaft es auch tönte.

Liebe.

Er wusste plötzlich, was er tun musste, er musste jetzt nur noch auf den richtigen Moment warten.

Und dieser Moment kam eine Sekunde später, als Voldemort den hinkenden Jack Sparrow entdeckte und den Todesfluch auf ihn abfeuerte. Harry sprang auf und stand dem Fluch in den Weg. Er traf ihn direkt ins Herz und verbreitete sich in seinem Körper wie wildes Feuer. Er konnte Schreckensschreie hören, Rufe und Brüllen, und über allem, Voldemort's hohes, böses Lachen.

Wie auch immer, Voldemort hörte auf zu lachen, als er sah, dass Harry noch stand.

„Jetzt bin ich sauer."Knurrte Harry und begann all die Liebe, die er in seinem Herzen trug, zu sammeln und sie zu formen. Meilen und Meilen weit weg, in der Mysteriumsabteilung, öffnete sich eine Tür, die seit Jahrhunderten verschlossen war, mit einem Knall, und die Kraft die sie in sich barg wurde freigesetzt.

Ein Ball purer Energie begann sich in Harry's Händen zu formen. Er wuchs und wuchs, und immer mehr Kraft kam hinzu. Harry fühlte, als die Kraft von der Mysteriumsabteilung in ihn selber kam und ihm bis oben auffüllte, dann ging alles in den Ball. Voldemort und alle anderen starrten ihn überrascht und ehrfürchtig, andere ängstlich an, als er in einem brillanten weiss zu leuchten begann, wie ein Stern sogar, durch die ganze Kraft, die durch ihn strömte.

Harry breitete seine Arme aus und der Ball schoss zum Dunklen Lord. Voldemort versuchte sich zu ducken, aber der Ball formte sich zu einem grossen Netz, das ihn einfing. Wo immer die Fäden den Dunklen Lord berührten, wurde er verbrannt. Harry beachtete die Schmerzenschreie des Monsters nicht, sondern konzentrierte sich darauf, eine Waffe zu bilden, aus der Kraft die ihn im Moment durchströmte. Er brauchte nicht lange, bevor er mit einer Machete aus purer Energie in den Händen dastand.

Er ging auf den Dunklen Lord zu und hielt vor dem sich windenden Mann an. „Das ist für Mom, Dad, Sirius und alle anderen die du umgebracht hast. Für alle ruinierten Leben, für alles Elend, für alles. Und vor allem, das ist für mich!"Damit stiess er das Schwert durch das Herz des Dunklen Lord.

Voldemort kreischte und begann zu verbrennen. Eine letzte Welle dunkler Magie kam von ihm und Harry wurde einige Meter nach hinten geschleudert. Das letzte, an das er sich erinnern konnte war, dass Voldemort explodierte, bevor alles dunkel wurde.


„Harry."

„Wach auf Harry."

„Komm schon Harry."

Harry stöhnte. Die Stimmen hörten sich irgendwie bekannt an, aber er konnte sie nicht einordnen. Das letzte an das er sich erinnern konnte war, dass Voldemort explodierte und... seine Augen flogen auf und er sass auf. Voldemort war tot. VOLDEMORT WAR TOT!!!!! Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht und er hielt den Jubelschrei nicht zurück, noch stoppte er sich selbst, gleichzeitig in die Luft zu boxen. Der verfluchte Bastard war endlich endgültig weg!

„Harry!"riefen die Stimmen wieder und er begann, seine Umgebung näher zu betrachten.

Er lag am Boden – wenn es denn ein Boden war – in einer völlig weissen, angenehm warmen Leere. Er sah sich um, aber er konnte nichts Spezielles entdecken. „Ähm, Hallo?"

„Hier Harry."

Harry drehte sich um und seine Kinnlade fiel hinunter. Vor ihm standen seine Mutter, sein Vater, Sirius und einige andere Verwandte. „Oh mein Gott!"

James Potter lachte und ging auf seinen geschockten Sohn zu. Er trug einen weissen Umhang, dieselbe Farbe, die der Nebel, oder was auch immer es war auf dem sie standen, hatte. „Hallo Harry."

„Dad."Harry grinste und umarmte seinen Vater. James umarmte ihn auch, und eine Sekunde später umarmten ihn Lily und Sirius auch. „Mom. Sirius. W- Was ist los? Wo sind wir?"

„Wir sind in der Mitte zwischen Leben und Tod, dem Platz an den Leute gehen, wenn sie im Koma sind."Antwortete James und grinste seinen Sohn an. „Ich muss sagen, du siehst gut aus als Pirat."

„Es sind die Rumtreiber-Gene, Krone."Alberte Sirius. „Hallo Junge, tut mir leid wegen dem schnellen Abgang."

Harry nickte seinem Paten zu. „Ich hab' gehört, du hast deine Rache bekommen."

„Habe ich."Das war alles, was Sirius dazu sagen wollte.

Lily drehte Harry zu sich und inspizierte ihn wie es nur eine Mutter konnte. Sie nahm sein schulterlanges, verstrubbeltes Haar mit den vielen Perlen, sein Stirnband, das es aus den Augen hielt auf. Das weisse Hemd, oder besser gesagt, das einstmals weisse Hemd, das an vielen Stellen zerrissen war; die dunklen, dreckigen Hosen und die kniehohen Stiefel. Dann richteten sich ihre Augen auf die Machete, die Pistole und den Dolch, die in der Schärpe um seine Hüfte steckten.

„Gut."Sagte sie endlich. „Es steht dir tatsächlich."

Harry grinste. „Aber dank dir."

„Aber bitte lass deinen Akzent wenn du mit uns bist."Sie lächelte auch, dann umarmte sie ihn nochmals. „Gott, wie ich dich vermisst habe. Mein kleiner Harry."

„Ich denke nicht, dass er noch so klein ist, Lily."Darauf machte Sirius aufmerksam. Dann wandte er sich an Harry. „Wir haben dich und Jack über die Jahre beobachtet. Und ich muss sagen, dass ich stolz auf dich bin, vor allem jedes Mal wenn du diesen Norrington-Typ aufgemischt hast."

„Danke."Harry nickte dankbar. „Aber warum bin ich hier?"fragte er. „Nicht dass es nicht nett ist euch zu sehen, aber..."

Lily lachte und lud sie alle ein, sich an den Tisch zu setzen, der gerade, mitsamt Stühlen für alle vier, aus dem Nichts erschienen war, während die anderen Familienmitglieder an anderen Tischen sassen. „Die Liebe, die durch dich floss nachdem du die Tür in der Mysteriumsabteilung geöffnet hattest, war zuviel für dich, und in der wirklichen Welt bist du gerade in einem Koma und liegst in Hogwarts im Krankenflügel."

„Also habe ich wieder überlebt?"

„Yepp!"sagte Sirius glücklich. „Und Voldemort ist steinkalttot, und wird nicht zurückkommen. Du hast sogar sichergestellt, dass niemand Nekromantik benutzen könnte – oder eine andere Form dunkler Magie – um ihn zurückzuholen. Nicht nur das, Pettigrew wurde während dem Kampf gefangen, und mein Name wird gerade jetzt geklärt."

Harry lächelte. „Ich bin froh das zu hören. Wie lange habe ich hier?"

„Hmm, sollten in der wirklichen Welt nicht mehr als ein paar Tage sein."antwortete James. „Das ist genug Zeit, um uns kennenzulernen. Und du musst uns von deinen Abenteuern mit Jack und in Hogwarts erzählen."

„Ich dachte, ihr hättet gesagt dass ihr über mich gewacht habt?"

„Haben wir, aber wir konnten es nicht die ganze Zeit. Wir konnten nur einmal im Monat, am Vollmond, kommen."

Der grün-äugige junge Mann grinste wieder und lehnte sich zurück. „Gut, also wo fange ich an?"