Disclaimer: siehe Kapitel 1
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
@Laurelin: Eigentlich hatte ich nicht vor, ihn aktiv in die Story einzubauen.
Seit Stunden starrte er an die Decke, doch er schlief nicht. Er konnte einfach keinen Schlaf finden, dafür würde er bei Tage wieder des Öfteren einnicken. Es war nun schon knapp vier Wochen her, seit Andreas verschwunden war, zurückgekehrt in seine Welt.
Alles erschien seitdem leer, im Leben Elrohir's.
Schon seit Tagen hatte er keinen Hunger mehr, und nach draußen ging er nur, wenn seine Anwesenheit als Sohn Elronds von Wichtigkeit war.
Sonst vermied er es, zu den Mahlzeiten zu erscheinen.
Auch bei seinem Pferd hatte er sich seit einer Woche nicht mehr blicken lassen, obwohl er eigentlich Ausritte liebte.
Wieder einmal dachte er an die Tage, die er mit dem Jungen aus der Fremden Welt verbracht hatte. Es waren schöne Erinnerungen, doch er wusste, sie würden sich nie wiederholen. Diese Erkenntnis schmerzte ihn.
Irgendwann klopfte es an der Tür.
Zwar vernahm der Elb das Klopfen, reagierte aber, wie schon seit Tagen, nicht darauf. Nach einiger Zeit wurde die Tür geöffnet, und ein anderer Elb trat in das Zimmer.
Elrohir bemerkte es nicht.
Mit leerem Blick starrte er weiterhin zur Decke, als könne er hindurchsehen.
Elladan schmerzte es, seinen Bruder so leiden zu sehen. Wie sehr hatte er sich gewünscht, dass sein Bruder ihm die gleichen Gefühle entgegenbringen könnte, die er für ihn empfand, insbesondere nachdem der Mensch endlich weg war.
Dass die Gefühle, die Elrohir für den Menschen hegte tiefer gingen, hatte mittlerweile auch Elladan registriert.
Dennoch wollte er es nicht so hinnehmen, wie es nun war und trat entschlossen zu seinem Bruder ans Bett. Dort setzte er sich auf die Kante und schaute ihn an.
„Möchtest du nicht ein bisschen was essen? Ich habe dir etwas mitgebracht."
Die Schale mit dem Obst stellte er neben das Bett.
„Lass mich in Ruhe.", murrte der andere nur.
Langsam schüttelte Elladan den Kopf.
„Das geht nun schon fast eine Woche so. Du musst auch irgendwann etwas essen. Elrohir, Vater macht sich auch schon Sorgen."
Elladan erhielt keine Antwort darauf, doch er wusste, dass er nichts mit seinen Worten erreichen würde.
„Du vermisst ihn, stimmts?"
Erneut schwieg der Elb, doch eine einzelne Träne rollte sein Gesicht hinab.
Langsam hob Elladan seine Hand und wischte sie fort. Dann strich er die vorne liegenden Haare hinter das Ohr, wo er länger verweilte.
Er war so nah. Langsam fuhr er verträumt mit den Fingern die Konturen des Ohrs entlang.
Diese zarte Berührung konnte Elrohir einfach nicht ignorieren und er sah seinen Bruder an, sagte aber noch immer nichts.
Als er in seine Augen sah, die ihn ohne jede Lebensfreude ansahen, war Elladan entschlossen wieder das Feuer zu entfachen, das einst in ihnen gelodert hatte.
Langsam senkte er seinen Kopf und kam näher an Elrohir heran, bis seine Lippen die seines Bruders in einem sanften Kuss trafen.
