Ich habe mich aauch mal an einer FanFiction zu meinem Lieblingsbuch versucht und das Szenario nach Deutschland verlegt.
Der Plot auf dem diese Fanfic basiert gehört nicht mir sondern Stephen King. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen und Orten sind Zufall und nicht beabsichtigt.
Ich hoffe es gefällt euch und ihr schreibt fleißig Feedback g
The Stand – Captain Trips' Vermächtnis
1. Alleine in der großen Stadt
Catharina saß auf der riesigen Festwiese ihrer Heimatstadt. Hier fand vor einigen Tagen noch ein Konzert von Robbie Williams statt. Jetzt war die einzige Melodie welche zu hören war das Klappern der Teile des Bühnensets die nicht mehr abgebaut werden konnten. Die gesamte Crew schien sich eine Sommergrippe eingefangen zu haben. Ersatz gab es nicht. Neunundneunzig Prozent der 600.000 Einwohner waren krank, tot oder lagen im Sterben. Catharina fühlte sich bei bester Gesundheit, zumindest physisch.
Sie weinte und dicke Tränen bahnten sich ihren Weg über das zarte Gesicht dieser zarten Frau.
Vor einer Woche war sie mit ihrem Freund, Marcel, hier gewesen, sie machten sich über diese kreischenden Teenies lustig. Heute wäre ihr dritter Jahrestag gewesen. Sie hätten sich einen wunderschönen Tag gemacht, vielleicht eine Fahrt zur Kiesgrube unternommen und sich den ganzen Tag gesonnt und gebadet. Zwischendurch etwas Sex.
All das war jetzt vorbei, alle Träume, Marcel war genauso tot wie ihre Mutter, ihr Vater und Tom, ihr großer Bruder. Wegen ihm vergoss sie die meisten Tränen, er hatte sie über alles geliebt und immer in der Schule beschützt.
Catharina stützte sich mit den Armen nach hinten ab und sah in den Himmel, ließ ihr Gesicht von der Sonne berauschen. Vögel zwitscherten. Es war ein Sommertag wie aus einem Märchen. Keine einzige Wolke trübte den blauen Himmel. Um sie herum lagen einige Leichen, vielleicht zwanzig oder dreißig auf der gesamten Wiese. Nur ein Bruchteil der Opfer die die Grippe forderte. Cathy, wie sie von Freunden genannt wurde, registrierte die verwesenden Kadaver nicht mehr.
Sie fragte sich immer wieder wie das alles passieren konnte, ebenso wie sie sich fragte warum sie, Catharina Falkner, verschont wurde. Sie kam sogar manchmal auf den Gedanken eine Auserwählte zu sein, schüttelte diesen aber schnell wieder ab weil es ihr so blöd vorkam.
Cathy stand auf und stützte ihren Rücken indem sie die Arme gegen ihre Hüften stemmte. Sie entschloss sich etwas Essbares zu besorgen, denn die Schreie ihres Magens schienen bereits lauter zu sein als die Melodie der Reste des Bühnensets im Wind.
Sie ging zu dem Supermarkt in dem sie sich die letzten zwei Tage einquartiert hatte. Er lag im Bahnhof im untersten Geschoß, es war dort also relativ kühl. Erstaunlicherweise gab es dort keine einzige Leiche, dafür glich der Rest des Bahnhofs einer Leichenhalle. Nur im Untergeschoß war der Gestank noch zu ertragen, aber auch das würde sich wohl in wenigen Tagen ändern.
Nachdem sie ihren täglichen Slalomlauf um das Menschengemisch, welches aus weißen, schwarzen, gelben und anderen Hautfarben bestand, abgelaufen war, war sie im Supermarkt.
Die Hautfarben der menschlichen Hindernisse waren allerdings nicht mehr erkennbar da der Großteil der Haut mit einer getrockneten Schleimkruste überzogen war und sich schon einige Insekten daran zu schaffen machten.
Im Laden, der zu einer großen Supermarktkette gehörte, angekommen ging sie schnell an der Molkereiabteilung vorbei, denn so angenehm die Temperaturen hier unten waren, es reichte nicht aus um diese ausreichend zu kühlen. Es roch beißend nach saurer Milch und ranziger Butter.
Cathy ging zu dem Regal in dem Müsli und Cornflakes nur darauf warteten von ihr gegessen zu werden. Sie schnappte sich eine Schachtel Schokomüsli und ging weiter in die Getränkeabteilung. Heute sollte es Orangensaft sein, laut Werbung genauso gut wie frisch gepresster. Sie ließ es sich schmecken und schlief anschließend ein. Cathy schlief bis spät in die Nacht, und sie träumte.
Es war der dritte April dieses Jahres. Cathy feierte ihren zwanzigsten Geburtstag. Alle ihre Freunde, Familienmitglieder und natürlich Marcel waren da. Ihre Eltern schenken dem jungen Paar eine Reise nach New York.
Diese sollte vor zehn Tagen beginnen, allerdings wanderte kurz zuvor Captain Trips nach Deutschland ein. In den Nachrichten wurden vermehrt Berichte über eine Epidemie in den USA gebracht. Die Verantwortlichen leugneten es bis sie an ihrem eigenen Schleim erstickten. Alle Flüge aus und nach Amerika wurden gestrichen, die gesamten USA wurde förmlich unter Quarantäne gestellt, aber es war zu spät. Vielleicht war es nur ein Infizierter oder es waren hundert, das spielte keine Rolle. Wie ein Strohfeuer breitete sich die Grippe über die Bundesrepublik und über die Staatsgrenzen aus. Kein Land, keine Stadt und kein Haus in Europa wurde verschont.
Captain Trips raffte alle dahin, Obdachlose, Bauern, Filmstars und Politiker.
Cathy träumte davon wie ihre Familie in einem der zahlreichen Massengräber verscharrt wurde. Später gab es keine Massengräber mehr, weil es weder Leute gab die sie ausheben konnten noch jemanden der die Berge von Leichen abtransportieren konnte.
Bis vor ein paar Tagen hatte sie immer wieder gehört wie Plünderer über die Stadt herfielen, einer davon erstach Marcel mit einem Messer. Sie musste mit ansehen wie der Mann den sie liebte in ihren Armen verblutete. Die Plünderer wurden von Tag zu Tag weniger, bis nur noch eine beängstigende Stille herrschte.
Sie machte immer größere Zeitsprünge in ihren Träumen, einmal war sie das sechsjährige Mädchen das ihr Eis auf die Kleidung kleckerte und dafür von ihrer Mutter ausgeschimpft wurde, dann war sie die siebzehnjährige, pubertierende Cathy welche ein trauriges erstes Mal erlebte.
Immer wieder tauchte jedoch der verblutende Marcel und die Massengräber auf.
Catharina erwachte schweißgebadet aber sie hatte weder geschrieen noch Tränen in den Augen. Sie gewöhnte sich schnell an diese Träume, die jede Nacht kamen.
Es war jetzt dunkel und auch im Freien angenehm kühl. Sie beschloss in der Stadt nach weiteren Überlebenden zu suchen.
Das Untergeschoss des Bahnhofes war über einhundert Meter lang. Links und rechts waren Geschäft an Geschäft gereiht, alles was Cathy sah konnte sie sich einfach nehmen. Sie lief die Promenade entlang bis sie ein Sportgeschäft entdeckte. Die Tür stand offen aber der Laden wurde nicht geplündert, wahrscheinlich waren die Elektronikmärkte interessanter für Plünderungen.
Das Geschäft war ziemlich klein, hatte aber das wonach sie suchte. Sie nahm einen mit Tarnfarben gemusterten Army-Rucksack, ein Messer, zwei Feldflaschen, ein Fernglas und eine Taschenlampe mit. Das Messer, welches viele Funktionen hatte, die Cathy allerdings jetzt nicht testen wollte, steckte sie in die dazugehörige Scheide und zog einen Ledergürtel durch die entsprechende Schlaufe. Sie schnallte sich den Gürtel um. Den Rest der Sachen verstaute sie im Rucksack und ging weiter.
Als nächstes blieb sie vor einer Drogerie stehen.
Die Filiale war einigen Plünderungen zum Opfer gefallen, alles war durcheinander. Unter einem großen Haufen Plastikflaschen, in denen sich Shampoo, Duschbad und dergleichen befand sah sie einen ausgestreckten Arm liegen, er musste dem Verkäufer gehören und war von Captain Trips gezeichnet.
Cathy beschloss nicht hinein, sondern zurück zum Supermarkt zu gehen, sich einige Vorräte zusammenzupacken und im Morgengrauen aufzubrechen.
Sie ging zurück in ihr noch Zuhause, huschte wieder an der Molkereiabteilung vorbei und ging die Regale auf und ab.
Cathy verstaute mehrere Packungen Zwieback und Knäckebrot im Rucksack, die würden auch bei großer Hitze lange haltbar sein, als Ausgleich dazu wanderten Multivitaminsäfte hinein, schließlich wollte sie kein Zahnfleischbluten bekommen wie diese Seefahrer.
Bei diesem Gedanken viel ihr noch etwas ein, Zahnbürste und Zahncreme.
Am Ende packte sie noch einige Süßigkeiten, vor allem Waffeln und zwei Flaschen stilles Wasser ein.
Als sie fertig mit packen war musste sie feststellen dass der Rucksack nun ziemlich schwer war, sie würde sich am nächsten Morgen ein Moped oder einen Roller besorgen müssen, mit einem Auto wäre es unmöglich durch die von Blech- und Menschenleichen verstopften Straßen zu kommen.
Cathy legte sich auf ihre Decke und schlief bis zum nächsten Morgen, ohne zu träumen.
Sie erwachte gegen neun Uhr war munter und ausgeruht wie noch nie seit die Grippe ausgebrochen war. Cathy beschloss unterwegs zu essen und nahm noch einige Müsliriegel mit auf den Weg.
Sie schnallte sich den schweren Rucksack auf den Rücken, das Gewicht machte ihr doch nicht soviel aus wie sie heute Nacht annahm. Cathy beschloss das Stadtzentrum zu verlassen und in den äußeren Regionen nach weiteren Überlebenden zu suchen. Ihre Suche begann mit dem Aufstieg in das Erdgeschoß des Bahnhofs, über unzählige verwesende Menschen, hinaus ins Freie.
Draußen angekommen merkte sie, dass es bereits morgens sehr warm war und beschloss sich etwas leichtere Kleidung zu besorgen.
Sie ging eine Weile auf einem Gehweg in die Richtung welche zur Autobahn führte, es waren allerdings noch einige Kilometer.
Nach fünfhundert Metern kam sie an einem Kleidungsgeschäft vorbei, allerdings war dort alles leer geräumt und der Rest stand in Flammen. Sie musste weitersuchen. Nach über einer Stunde war es so heiß, dass ihr der Schweiß in die Augen lief.
Ich hätte eine Kopfbedeckung mitnehmen sollen. Tadelte sie sich selbst.
Die Sonne stand jetzt hoch am Himmel und sie suchte verzweifelt nach irgendeinem Laden der Hüte oder Sonnenbrillen verkaufte, aber jedes Geschäft in dieser verdammten Stadt schien zu brennen oder bereits abgebrannt zu sein.
Sie schaute auf ihre Uhr, welche 1:43 Uhr anzeigte, Zeit für eine Pause dachte sich Cathy, aber wo? Dann sah sie die Antwort auf diese Frage.
Keine zwanzig Meter vor ihr stand eine Nobelboutique, die nicht nieder gebrannt war oder aus der Flammen schlugen.
Zwar hatten es sich die Plünderer nicht nehmen lassen den Laden ordentlich durchzuwirbeln und etliche Sachen mitzunehmen aber für Cathy würde schon noch genügend zum Anziehen übrig sein.
Gleich am Eingang der Boutique lag ein Sonnenbrillenständer auf dem Boden, dort würde sie sich nachher ein schönes Model aussuchen können, sie betrat den Laden.
Überall lagen Kleidungsstücke verstreut und es war schwer auszumachen um welche es sich handelte. Cathy hielt nicht viel von diesen Läden, aber wenn sie hier etwas Passendes fand, würde sich das vielleicht ändern.
Sie fand eine kurze, weiße, Hose aus leichtem Stoff, sie war luftdurchlässig und Cathy nahm an, dass sie darin weniger schwitzen würde. Dazu entschied sie sich für das passende T-Shirt. Cathy zog sich schnell um und betrachtete sich kurz im Spiegel.
Sie war einen Meter dreiundsiebzig groß, hatte blau-grüne Augen und langes schwarzes Haar. Sie war athletisch und war überall gut proportioniert.
Sie nahm sich noch einen weißen Hut, der wie sie fand scheußlich an ihr aussah, aber in diesen Zeiten ist das wohl einem Sonnenstich vorzuziehen.
„So, weiter geht's"sagte sie zu sich selbst.
Beim Verlassen der Boutique kniete sie sich vor den Brillenständer und suchte sich eine Sonnenbrille aus.
Sie schnallte den Rucksack wieder um und ging weiter.
Ihr Weg führte sie Kilometer um Kilometer durch verstopfte Straßen und Fußwege. Überall waren Fliegen, Käfer und andere Insekten die die Leichen durch ihre Anwesenheit noch abstoßender machten.
Langsam kam sie in die Nähe der Stadtgrenze, die Häuser wurden kleiner und die Geschäfte rarer, auch der Fuß- und Radweg lichtete sich langsam.
Vielleicht kann ich jetzt ein Fahrrad oder Moped nehmen. Dachte sie und hielt danach Ausschau. Lange musste Cathy nicht suchen. Neben einem Fahrradständer lang ein Damenfahrrad, mit dem sie gut fahren könnte. Die Frau der es gehörte schien im liegen versucht zu haben weiterzufahren.
Cathy versuchte sie an den Schultern herunter zu ziehen. In dem Moment als sie das tat, fühlte sie wie weich die Arme der Frau waren, die Konsistenz war fast geleehaft. Cathy schreckte vor Ekel zurück und fast kam ihr Frühstück wieder die Speiseröhre hoch.
Sie beschloss die Dame ruhen zu lassen und nach einem anderen Fahrrad zu suchen.
Sie überquerte eine kleine Brücke, auf der anderen Seite sah sie mehrere Motorroller vor einem Motorradhändler stehen.
„JA!" schrie sie vor Freude auf. „Mit so einem Ding kann selbst ich fahren."
Sie rannte vor Freude die Brücke herunter wobei sie fast gestürzt wäre.
Unten angekommen betrachtete sie die Roller, neben ihnen lag der Besitzer des Motorradladens mit einem Zündschlüssel in der Hand.
Mit leicht verzerrtem Gesicht (sie hatte sich zwar an die Toten gewöhnt, aber es lief ihr immer noch ein Schauer über den Rücken wenn sie einen aus nächster Nähe betrachten musste) nahm sie ihm den Schlüssel ab und entfernte sich sofort wieder von ihm.
Sie probierte alle Roller der Reihe nach aus, und der vierte sprang tatsächlich an.
Cathy musste nur Gas geben und lenken, den Rest regelte die Elektronik ihres fahrbaren Untersatzes.
Sie überlegte ob sie jetzt noch mal zurückfahren sollte, entschied sich aber dagegen, denn sie glaubte nicht daran, dass noch jemand in der Stadt lebte in welcher sie aufwuchs, und wenn doch würden woanders auch noch Menschen leben.
Cathy gab vorsichtig Gas um sich an den Roller zu gewöhnen und verließ die Stadt.
