Dieses Pitel widme ich R-chan, die mir so fleißig Beta liest! Danke! R-
chan ganz doll knuddel!
Noch ne kleine Erklärung. Die Monster, die ich in der FF benutze, entstammen dem Kartenspiel.
Und nun on with the Fic!
Stay By My Side XII
Nervös schluckend sah Jono Seth an. Er wusste nicht, was auf ihn zukommen würde. Und noch weniger, ob er den angehenden Priester überhaupt schlagen konnte, doch eine Herausforderung würde er niemals ablehnen. Auch er hatte seine Ehre! "Du beginnst!" Mit einem Nicken deutete der Blondhaarige an, dass er verstanden hatte. Jono legte seine beiden Handflächen zusammen und atmete tief durch. Er konnte förmlich fühlen, wie die Kraft sich seiner bemächtigte. Der Ring an seinem Finger begann, zu glühen und ein gleißendes Licht umgab seinen Körper. So wie bei Seth der Priesterstab hatte der Ring die Funktion, die Schattenmächte zu bannen und sie seinem Besitzer gefügig zu machen. Er war eines der Geschenke Atemus an Jono und ohne Zweifel, das kostbarste. Er öffnete die Augen wieder, die er vorhin geschlossen hatte, um sich besser konzentrieren zu können. Honigbraune Augen leuchteten einen Augenblick auf, bevor sich zu Jonos Füssen einen Gestalt zu materialisieren begann.
Fasziniert starrten Yami und Seto den wabernden Rauch zu Jonos Füssen an. Dieses Specktakel hatte bei weitem nichts mehr mit dem modernen Duell Monsters Spiel zu tun. Verschiedene, unbekannte Schriftzeichen schlängelten sich auf dem Boden, bis sie einen großen Kreis bildeteten. Erschrocken zuckten die Beiden zusammen, als sie einen gewalteigen Aufschrei hörten. Aus der Mitte dieses Kreises entstieg ein Monster, das sie als den Unbekannten Krieger der Unterwelt erkannten.
Das grünliche Monster erhob sich schnaubend und begab sich in Kampfposition. Es hatte eine fast menschliche Gestalt, mit menschlichen Zügen und doch glich es eher einem Teufel. Die rot glühenden Augen fixierten Seth und die mächtige Kralle, die aus seinem Handgelenk heraus wuchs, schlug verlangend nach dem Braunhaarigen. Der Priesterlehrling verzog nur spöttisch die Lippen. "Pah, so ein schwächliches Monster willst du mir entgegenstellen? Also wirklich, Jono, ich hätte gedacht, dass du zu mehr fähig wärest! Seine 1000 Angriffspunkte werden mich sicher nicht schlagen können und mit seinen 500 Verteidigungspunkten bietet es dir keinen wirklichen Schutz!" Etwas eingeschüchtert stand Jono da und sah sich hilflos um. Seth grinste. Das war genau, was er erreichen wollte! Wenn er Jono noch mehr verunsichern könnte, wäre das Spiel in Kürze zu seinen Gunsten entschieden! Aber das wusste auch Atemu. "Lass dich nicht verunsichern, Jono. Ich vertraue dir und deinem Urteil!" Lächelnd blickte Jono in die Augen seines zukünftigen Pharaos. Sie nahmen ihm alle Angst und gaben ihm Mut. Er wusste, dass Atemu ihm nie etwas Schlechtes wollte und er ihn immer beschützte, wenn es nötig war. Dem Wort seines Freundes trauend straffe er sich und funkelte Seth angriffslustig an. "Wir werden ja noch sehen, wer als Sieger aus diesem Duell hervorgehen wird!" Verärgert knirschte Seth mit den Zähen. So war das nicht geplant gewesen! Der Blauäugige holte tief Luft, bevor er seinerseits damit begann, seine Kräfte zu sammeln. Er war durchaus noch etwas erschöpft von seinen früheren Duellen, die er heute schon ausgetragen hatte. Er konnte es sich nicht leisten, dieses Duell in die Länge zu ziehen! Und die wachen Augen Atemus, die auf ihn gerichtet waren, halfen keinesfalls! Den Stab erhebend und ein paar Beschwörungsformeln murmelnd, so stand er da. Nach ein paar Sekunden war auch auf seiner Seite, ein undurchdringlicher Rauch zu sehen. Wenige Augeblicke später erschien Doma, Engel der Stille, die dunkle Fee. Ihr blutroter Körper sowie die furchteinflößenden Augen auf ihren Schultern ließen nichts Gutes erahnen. Durch ihre Rüstung schien sie unverwundbar und die zwei Vogelschwingen, die unter den Fledermaus ähnlichen Flügeln auf ihrem Rücken thronten, zitterten vor Kampfeslust. Da ihre Angriffskraft 1600 betrug, war klar welches das stärkere Monster auf dem Feld war! Die Panik begann, Jono zu ergreifen und er dachte einen Moment lang wirklich ans Aufgeben, doch Artemus Stimme holte ihn in die Gegenwart zurück. "Gib nicht auf Jono! Dieses Monster magst du verloren haben, aber du kannst diese Duell noch gewinnen!" Zittrig nickte der Blonde ihm zu. Er vertraute Atemu mit seinem Leben!
Unbändiger Zorn kroch in Seth hoch. Wieso musste der Prinz sich auch in alles einmischen! Sie mochten zwar Freunde sein, doch zu offensichtlich wollte Atemu verhindern, dass Seth diese Duell gewann. /Du weißt, was meine Forderung wäre, nicht? Aber selbst du kannst das nicht aufhalten!/ Mit einer Handbewegung befahl er Doma, Jonos Krieger anzugreifen und ohne Mühe vernichtete sie ihn.
Jono zuckte zusammen. Er musste sich etwas einfallen lassen! So würde er noch verlieren und das durfte er Atemu nicht antun! Seth hatte den Prinzen beleidigt, was eigentlich Grund genug war, ihn köpfen zu lassen! Nur allein die Tatsache, dass die Beiden Freunde waren, trennte Seth von diesem Schicksal! Jono wollte nicht, dass die Beiden sich stritten. Er wollte nicht, dass die beiden Menschen, die ihm so viel bedeuteten, sich aus Gründen, die er nicht begriff, bekämpften. Nein, es war ihm nicht entgangen, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Jungen verändert hatte. Er war nicht der Schlauste und mit seinen 15 Jahren hatte er noch nicht genügend Lebenserfahrung, um zu verstehen, was vor sich ging. Das war einer der Nachteile, dass ihn so viele Jahre von seinen Freunden trennten. Nur Teana mit ihren 16 Jahren war ihm in dieser Hinsicht ähnlich und doch schien das Mädchen Dinge zu sehen, die ihm verschlossen blieben. Aber das Alter brachte noch mehr Kummer als diesen. Seth würde sie bald verlassen, das wusste er. Zwar hatte der stolze Junge ihnen gegenüber nie etwas erwähnt, doch spätestens als die Sklaven der unteren Schichten anfingen, darüber zu reden wurde es ihm bewusst. Ja, der Braunhaarige war auf dem besten Weg der Hohepriester Atemus zu werden und da er ein Jahr jünger war als dieser und nun bald sein 17. Lebensjahr erreicht hatte, musste er sich in die Lehre am Tempel des Seth fügen. Schüchtern sah Jono zu Atemu hinüber, der ihm aufmunternd zulächelte. Wie es sein würde, wenn er einmal von dem geheimnisvollen Rotäugigen getrennt würde... Er wollte es sich nicht vorstellen. Was würde er nur ohne den Halt, den ihm seine Freunde gaben, tun? Diese trüben Gedanken beiseite schiebend konzentrierte er sich wieder auf das Duell. Seth hatte eines der mächtigsten Monster auf dem Feld. Er hatte kein einziges, das über die Grenze von 1600 kam. Wie konnte er nur so dumm sein und dieses Duell annehmen? Und doch warum hatte Atemu ihn spielen lassen, wenn es doch so aussichtslos war? "Gib nicht auf, Jono! Dieses Monster magst du verloren haben, aber du kannst diese Duell noch gewinnen!" Was hatte der Prinz nur damit gemeint? "Denk nach, Jono, es muss doch noch ein Monster geben, das du aufrufen kannst!", rief Teana ihm entgegen. Jono zog die Stirn in Kraus. Monster hatte er genug, doch waren diese alle nicht stark genug! Was sollte er tun? Wieder einmal fand sein Blick den Atemus und der Rotäugige nickte ihm nur aufmunternd zu. Entschlossen stellte sich der Blonde breitbeinig hin. Atemu hatte ihn niemals im Stich gelassen. Jetzt war es an der Zeit, die Ehre des Prinzen wiederherzustellen und er konnte das nun tun, ohne, dass es Blutvergießen geben würde! Wieder legte Jono seine beiden Handflächen zusammen und begann mit der Beschwörung. Doch zu seiner Überraschung kam kein lautes Grollen oder viel Rauch, nein, nur ein helles angenehmes Licht erfüllte den Duellplatz und als er genauer hinschaute, verschlug es ihm die Sprache. Jedoch war er nicht der Einzige, denn alle Anwesenden ausgenommen Atemu, dessen Gesicht ein schelmisches Lächeln zierte, starrten ungläubig auf das Monster. Dieses kam zu Jono her geflogen und strich ihm leicht über den Kopf, bevor es sich vor Doma, Engel der Stille aufbaute. Wütend wandte Seth sich an Atemu: "Das ist doch dein Werk, du mieser Betrüger!" Elegant zog der eine Augenbraue hoch. Übertrieben unschuldig, legte er sich eine Hand auf die Brust. "Ich? Wie kommst du denn darauf, werter Seth?" Das fiese Grinsen auf seinem Gesicht strafte seine Worte Lüge! "Das ist DEIN Monster, Atemu! Es gibt nur ein einziges in diesen Gefilden!" "Das mag sein oder auch nicht, wer weiß?" Das Monster kicherte hell. Offensichtlich amüsierte es der ganze Vorfall zu tiefst. "Es gibt nur ein Schwarzes Magiermädchen in Ägypten und das gehört die Atemu!" "Na und, und wenn schon! Es ist kein Verstoß seine Monster zu verleihen, nicht? Und nun, Jono, greif an und beende dieses Duell!" Jono, der bis zu diesem Moment ungläubig das Schwarze Magiermädchen angestarrt hatte, nickte schnell. "Nun gut! Greife an Schwarzes Magiermädchen und bringe mir den Sieg!" Seths Monster hatte nicht die geringste Chance. Da er selbst fast seine ganze Kraft mit der Beschwörung der Weißen Drachen mit eiskaltem Blick verschwendet hatte, fand er nicht mehr genügend Energie, um ein stärkeres Monster auf den Plan zu rufen. Ungehalten ließ er seinen Stab sinken und zeigte damit, dass er aufgab. "Das war verdammt unfair, mein Lieber!" Ungehalten funkelten blaue Augen den Kleineren an. Atemu zuckte nur mit den Schulten und sah Seth unverwandt an. "Es ist alles fair im Kampf und in der Liebe, nicht?"
Teana zuckte bei dieser Bemerkung zusammen. Diese indirekte Spitze war nicht im Geringsten, zu überhören gewesen. Naja, alle außer Jono, hatten es verstanden.
Mit blanken Augen starrte Seth seinen Freund an. "Das war noch lange nicht das Ende, Atemu!" Seufzend ließ dieser seinen Blick über den blonden Schönling schweifen, der verwirrt versuchte, die Bedeutung des Gesprächs zu erfassen. "Und du weißt so gut wie ich, dass wir es nicht dürfen, Seth." Ernst sah er seinen Freund an. Der Meister des Drachen schnaubte nur. "Das sind alte Regeln und du weißt, wir haben uns niemals an sie gehalten. Nun gut. Jono, das du mich besiegt hast, muss ich leider anerkennen." Das gemeine Grinsen schlich sich wieder auf seine Zügen. "Obwohl ich der Meinung bin, dass du ohne Atemus Hilfe vollkommen verloren gewesen wärst!" Bevor der Hitzkopf darauf etwas erwidern, konnte fuhr er schnell fort. "Du hast einen Wunsch frei. Verlange was du willst! Du wirst alles bekommen." /Einschließlich mich!/, fügte er in Gedanken hinzu. Doch zum Wunder aller schüttelte der Gewinner nur den Kopf. "Ich will, dass du dich mit Atemu verstehst, das ist alles." Die Naivität und das gute Herz des Kleinen rührten alle Anwesenden. "Ich war niemals mit Atemu zerstritten, Dummerchen." Liebevoll wuschelte Seth dem Nesthäkchen durch die goldenen Locken. "Verlang was anders." Wieder schüttelte Jono nur darauf den Kopf. "Ich habe keinen Wunsch." Er überlegte. "Aber vielleicht werde ich zu einer anderen Zeit einmal einen haben. Wenn ich eines Tages zu dir komme, um dich um Hilfe zu bitten, schlag es mir nicht, ab in Ordnung?" "Ich würde dir nie eine Bitte um Hilfe abschlagen! Aber wenn du es so willst, dann sei es so!"
Ungehalten drehte Seto sich zu Yami: "Du hast ganz fies betrogen!" "Was soll das Kaiba! Das war vor 5000 Jahren!" "Na und?" "Mann, was soll ich jetzt tun, häh? Ich kann es nicht ungeschehen machen!" Immer noch vor sich hinmurmelnd wie ungerecht das doch alles war, stiefelte Seto in die Richtung der kleine Gruppe. Yami, der nur die Augen verdrehte bei soviel Albernheit, folgte ihm. Doch noch bevor sie die Gruppe erreicht hatten, begann die Umwelt zu verschwimmen. "Was soll das? Was passiert hier?", hektisch sah sich Seto um. Die Umrisse und Konturen wurden immer verwischter und alles begann sich zu drehen. Bevor Yami seinem Geliebten eine Antwort auf seine Frage geben konnte, wurde auch ihm Schwarz vor Augen.
Fortsetzung folgt...
Noch ne kleine Erklärung. Die Monster, die ich in der FF benutze, entstammen dem Kartenspiel.
Und nun on with the Fic!
Stay By My Side XII
Nervös schluckend sah Jono Seth an. Er wusste nicht, was auf ihn zukommen würde. Und noch weniger, ob er den angehenden Priester überhaupt schlagen konnte, doch eine Herausforderung würde er niemals ablehnen. Auch er hatte seine Ehre! "Du beginnst!" Mit einem Nicken deutete der Blondhaarige an, dass er verstanden hatte. Jono legte seine beiden Handflächen zusammen und atmete tief durch. Er konnte förmlich fühlen, wie die Kraft sich seiner bemächtigte. Der Ring an seinem Finger begann, zu glühen und ein gleißendes Licht umgab seinen Körper. So wie bei Seth der Priesterstab hatte der Ring die Funktion, die Schattenmächte zu bannen und sie seinem Besitzer gefügig zu machen. Er war eines der Geschenke Atemus an Jono und ohne Zweifel, das kostbarste. Er öffnete die Augen wieder, die er vorhin geschlossen hatte, um sich besser konzentrieren zu können. Honigbraune Augen leuchteten einen Augenblick auf, bevor sich zu Jonos Füssen einen Gestalt zu materialisieren begann.
Fasziniert starrten Yami und Seto den wabernden Rauch zu Jonos Füssen an. Dieses Specktakel hatte bei weitem nichts mehr mit dem modernen Duell Monsters Spiel zu tun. Verschiedene, unbekannte Schriftzeichen schlängelten sich auf dem Boden, bis sie einen großen Kreis bildeteten. Erschrocken zuckten die Beiden zusammen, als sie einen gewalteigen Aufschrei hörten. Aus der Mitte dieses Kreises entstieg ein Monster, das sie als den Unbekannten Krieger der Unterwelt erkannten.
Das grünliche Monster erhob sich schnaubend und begab sich in Kampfposition. Es hatte eine fast menschliche Gestalt, mit menschlichen Zügen und doch glich es eher einem Teufel. Die rot glühenden Augen fixierten Seth und die mächtige Kralle, die aus seinem Handgelenk heraus wuchs, schlug verlangend nach dem Braunhaarigen. Der Priesterlehrling verzog nur spöttisch die Lippen. "Pah, so ein schwächliches Monster willst du mir entgegenstellen? Also wirklich, Jono, ich hätte gedacht, dass du zu mehr fähig wärest! Seine 1000 Angriffspunkte werden mich sicher nicht schlagen können und mit seinen 500 Verteidigungspunkten bietet es dir keinen wirklichen Schutz!" Etwas eingeschüchtert stand Jono da und sah sich hilflos um. Seth grinste. Das war genau, was er erreichen wollte! Wenn er Jono noch mehr verunsichern könnte, wäre das Spiel in Kürze zu seinen Gunsten entschieden! Aber das wusste auch Atemu. "Lass dich nicht verunsichern, Jono. Ich vertraue dir und deinem Urteil!" Lächelnd blickte Jono in die Augen seines zukünftigen Pharaos. Sie nahmen ihm alle Angst und gaben ihm Mut. Er wusste, dass Atemu ihm nie etwas Schlechtes wollte und er ihn immer beschützte, wenn es nötig war. Dem Wort seines Freundes trauend straffe er sich und funkelte Seth angriffslustig an. "Wir werden ja noch sehen, wer als Sieger aus diesem Duell hervorgehen wird!" Verärgert knirschte Seth mit den Zähen. So war das nicht geplant gewesen! Der Blauäugige holte tief Luft, bevor er seinerseits damit begann, seine Kräfte zu sammeln. Er war durchaus noch etwas erschöpft von seinen früheren Duellen, die er heute schon ausgetragen hatte. Er konnte es sich nicht leisten, dieses Duell in die Länge zu ziehen! Und die wachen Augen Atemus, die auf ihn gerichtet waren, halfen keinesfalls! Den Stab erhebend und ein paar Beschwörungsformeln murmelnd, so stand er da. Nach ein paar Sekunden war auch auf seiner Seite, ein undurchdringlicher Rauch zu sehen. Wenige Augeblicke später erschien Doma, Engel der Stille, die dunkle Fee. Ihr blutroter Körper sowie die furchteinflößenden Augen auf ihren Schultern ließen nichts Gutes erahnen. Durch ihre Rüstung schien sie unverwundbar und die zwei Vogelschwingen, die unter den Fledermaus ähnlichen Flügeln auf ihrem Rücken thronten, zitterten vor Kampfeslust. Da ihre Angriffskraft 1600 betrug, war klar welches das stärkere Monster auf dem Feld war! Die Panik begann, Jono zu ergreifen und er dachte einen Moment lang wirklich ans Aufgeben, doch Artemus Stimme holte ihn in die Gegenwart zurück. "Gib nicht auf Jono! Dieses Monster magst du verloren haben, aber du kannst diese Duell noch gewinnen!" Zittrig nickte der Blonde ihm zu. Er vertraute Atemu mit seinem Leben!
Unbändiger Zorn kroch in Seth hoch. Wieso musste der Prinz sich auch in alles einmischen! Sie mochten zwar Freunde sein, doch zu offensichtlich wollte Atemu verhindern, dass Seth diese Duell gewann. /Du weißt, was meine Forderung wäre, nicht? Aber selbst du kannst das nicht aufhalten!/ Mit einer Handbewegung befahl er Doma, Jonos Krieger anzugreifen und ohne Mühe vernichtete sie ihn.
Jono zuckte zusammen. Er musste sich etwas einfallen lassen! So würde er noch verlieren und das durfte er Atemu nicht antun! Seth hatte den Prinzen beleidigt, was eigentlich Grund genug war, ihn köpfen zu lassen! Nur allein die Tatsache, dass die Beiden Freunde waren, trennte Seth von diesem Schicksal! Jono wollte nicht, dass die Beiden sich stritten. Er wollte nicht, dass die beiden Menschen, die ihm so viel bedeuteten, sich aus Gründen, die er nicht begriff, bekämpften. Nein, es war ihm nicht entgangen, dass sich das Verhältnis zwischen den beiden Jungen verändert hatte. Er war nicht der Schlauste und mit seinen 15 Jahren hatte er noch nicht genügend Lebenserfahrung, um zu verstehen, was vor sich ging. Das war einer der Nachteile, dass ihn so viele Jahre von seinen Freunden trennten. Nur Teana mit ihren 16 Jahren war ihm in dieser Hinsicht ähnlich und doch schien das Mädchen Dinge zu sehen, die ihm verschlossen blieben. Aber das Alter brachte noch mehr Kummer als diesen. Seth würde sie bald verlassen, das wusste er. Zwar hatte der stolze Junge ihnen gegenüber nie etwas erwähnt, doch spätestens als die Sklaven der unteren Schichten anfingen, darüber zu reden wurde es ihm bewusst. Ja, der Braunhaarige war auf dem besten Weg der Hohepriester Atemus zu werden und da er ein Jahr jünger war als dieser und nun bald sein 17. Lebensjahr erreicht hatte, musste er sich in die Lehre am Tempel des Seth fügen. Schüchtern sah Jono zu Atemu hinüber, der ihm aufmunternd zulächelte. Wie es sein würde, wenn er einmal von dem geheimnisvollen Rotäugigen getrennt würde... Er wollte es sich nicht vorstellen. Was würde er nur ohne den Halt, den ihm seine Freunde gaben, tun? Diese trüben Gedanken beiseite schiebend konzentrierte er sich wieder auf das Duell. Seth hatte eines der mächtigsten Monster auf dem Feld. Er hatte kein einziges, das über die Grenze von 1600 kam. Wie konnte er nur so dumm sein und dieses Duell annehmen? Und doch warum hatte Atemu ihn spielen lassen, wenn es doch so aussichtslos war? "Gib nicht auf, Jono! Dieses Monster magst du verloren haben, aber du kannst diese Duell noch gewinnen!" Was hatte der Prinz nur damit gemeint? "Denk nach, Jono, es muss doch noch ein Monster geben, das du aufrufen kannst!", rief Teana ihm entgegen. Jono zog die Stirn in Kraus. Monster hatte er genug, doch waren diese alle nicht stark genug! Was sollte er tun? Wieder einmal fand sein Blick den Atemus und der Rotäugige nickte ihm nur aufmunternd zu. Entschlossen stellte sich der Blonde breitbeinig hin. Atemu hatte ihn niemals im Stich gelassen. Jetzt war es an der Zeit, die Ehre des Prinzen wiederherzustellen und er konnte das nun tun, ohne, dass es Blutvergießen geben würde! Wieder legte Jono seine beiden Handflächen zusammen und begann mit der Beschwörung. Doch zu seiner Überraschung kam kein lautes Grollen oder viel Rauch, nein, nur ein helles angenehmes Licht erfüllte den Duellplatz und als er genauer hinschaute, verschlug es ihm die Sprache. Jedoch war er nicht der Einzige, denn alle Anwesenden ausgenommen Atemu, dessen Gesicht ein schelmisches Lächeln zierte, starrten ungläubig auf das Monster. Dieses kam zu Jono her geflogen und strich ihm leicht über den Kopf, bevor es sich vor Doma, Engel der Stille aufbaute. Wütend wandte Seth sich an Atemu: "Das ist doch dein Werk, du mieser Betrüger!" Elegant zog der eine Augenbraue hoch. Übertrieben unschuldig, legte er sich eine Hand auf die Brust. "Ich? Wie kommst du denn darauf, werter Seth?" Das fiese Grinsen auf seinem Gesicht strafte seine Worte Lüge! "Das ist DEIN Monster, Atemu! Es gibt nur ein einziges in diesen Gefilden!" "Das mag sein oder auch nicht, wer weiß?" Das Monster kicherte hell. Offensichtlich amüsierte es der ganze Vorfall zu tiefst. "Es gibt nur ein Schwarzes Magiermädchen in Ägypten und das gehört die Atemu!" "Na und, und wenn schon! Es ist kein Verstoß seine Monster zu verleihen, nicht? Und nun, Jono, greif an und beende dieses Duell!" Jono, der bis zu diesem Moment ungläubig das Schwarze Magiermädchen angestarrt hatte, nickte schnell. "Nun gut! Greife an Schwarzes Magiermädchen und bringe mir den Sieg!" Seths Monster hatte nicht die geringste Chance. Da er selbst fast seine ganze Kraft mit der Beschwörung der Weißen Drachen mit eiskaltem Blick verschwendet hatte, fand er nicht mehr genügend Energie, um ein stärkeres Monster auf den Plan zu rufen. Ungehalten ließ er seinen Stab sinken und zeigte damit, dass er aufgab. "Das war verdammt unfair, mein Lieber!" Ungehalten funkelten blaue Augen den Kleineren an. Atemu zuckte nur mit den Schulten und sah Seth unverwandt an. "Es ist alles fair im Kampf und in der Liebe, nicht?"
Teana zuckte bei dieser Bemerkung zusammen. Diese indirekte Spitze war nicht im Geringsten, zu überhören gewesen. Naja, alle außer Jono, hatten es verstanden.
Mit blanken Augen starrte Seth seinen Freund an. "Das war noch lange nicht das Ende, Atemu!" Seufzend ließ dieser seinen Blick über den blonden Schönling schweifen, der verwirrt versuchte, die Bedeutung des Gesprächs zu erfassen. "Und du weißt so gut wie ich, dass wir es nicht dürfen, Seth." Ernst sah er seinen Freund an. Der Meister des Drachen schnaubte nur. "Das sind alte Regeln und du weißt, wir haben uns niemals an sie gehalten. Nun gut. Jono, das du mich besiegt hast, muss ich leider anerkennen." Das gemeine Grinsen schlich sich wieder auf seine Zügen. "Obwohl ich der Meinung bin, dass du ohne Atemus Hilfe vollkommen verloren gewesen wärst!" Bevor der Hitzkopf darauf etwas erwidern, konnte fuhr er schnell fort. "Du hast einen Wunsch frei. Verlange was du willst! Du wirst alles bekommen." /Einschließlich mich!/, fügte er in Gedanken hinzu. Doch zum Wunder aller schüttelte der Gewinner nur den Kopf. "Ich will, dass du dich mit Atemu verstehst, das ist alles." Die Naivität und das gute Herz des Kleinen rührten alle Anwesenden. "Ich war niemals mit Atemu zerstritten, Dummerchen." Liebevoll wuschelte Seth dem Nesthäkchen durch die goldenen Locken. "Verlang was anders." Wieder schüttelte Jono nur darauf den Kopf. "Ich habe keinen Wunsch." Er überlegte. "Aber vielleicht werde ich zu einer anderen Zeit einmal einen haben. Wenn ich eines Tages zu dir komme, um dich um Hilfe zu bitten, schlag es mir nicht, ab in Ordnung?" "Ich würde dir nie eine Bitte um Hilfe abschlagen! Aber wenn du es so willst, dann sei es so!"
Ungehalten drehte Seto sich zu Yami: "Du hast ganz fies betrogen!" "Was soll das Kaiba! Das war vor 5000 Jahren!" "Na und?" "Mann, was soll ich jetzt tun, häh? Ich kann es nicht ungeschehen machen!" Immer noch vor sich hinmurmelnd wie ungerecht das doch alles war, stiefelte Seto in die Richtung der kleine Gruppe. Yami, der nur die Augen verdrehte bei soviel Albernheit, folgte ihm. Doch noch bevor sie die Gruppe erreicht hatten, begann die Umwelt zu verschwimmen. "Was soll das? Was passiert hier?", hektisch sah sich Seto um. Die Umrisse und Konturen wurden immer verwischter und alles begann sich zu drehen. Bevor Yami seinem Geliebten eine Antwort auf seine Frage geben konnte, wurde auch ihm Schwarz vor Augen.
Fortsetzung folgt...
