Unmöglich!?

Disclaimer: Außer meiner durchgeknallten Fantasie gehört alles J. K. Rowling

Pairing: Harry/?

Warning: Slash! OOC! Minispoiler zu OotP!

Kommentar: Tja, eigentlich hätte es ein One-Shot werden sollen, aber da mich so viele um eine Fortsetzung gebeten haben, musste ich doch nachgeben. Wer es allerdings als One-Shot ansieht, sollte das jetzt nicht lesen, denn das würde das ganze Bild zerstören(nur so als kleine Warnung).

Vielen Dank an meine Reviewer Calandra, anni, MalinBlack, Rena, brisana-brownie, LiaTonks, Cosma, DarkStrike, y.psilon, koryu, andrea/India, sgr011566, ShadeFleece, Mona, Dray, rah-chan, mrsgaladriel, TheSnitch, Sam, Ellie172, Severina, Altron, the-memory-remains, Maxine01, Kirilein, LillyAmalia und Rem.

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Vernon Dursley war überrascht!

Er war überrascht und er gab es auch zu!

Er dachte er müsse seinen Neffen nie wieder sehen, als ihm dieser vor einer Woche stolz erklärt hatte, dass er nun siebzehn und für die Zaubererwelt volljährig war und nie wieder etwas von den Dursleys wissen wollte.

Das Ganze bewies er mit einem Zauber, der dazu führte, dass das Wohnzimmer neueingerichtet werden musste und Dudley nun zweimal täglich zum Psychiater ging.

Er war also sichtlich überrascht als sein Neffe plötzlich wieder vor der Tür stand und ohne ein Wort der Erklärung in sein Zimmer verschwand.

Weder Petunia noch er konnten sich das merkwürdige Verhalten des Jungen erklären, doch da der Junge immer schon merkwürdig gewesen war, wunderte es ihn eigentlich nicht sehr.

Er hätte ihn wieder haushoch aus dem Haus geworfen, wenn sein Neffe nun nicht zaubern durfte.

Er würde sich hüten den Jungen zu beleidigen und dann ein Leben als Tier verbringen zu müssen.

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Harry stellte seinen Koffer neben sein altes Bett, bevor er Hedwig aus dem Käfig ließ, die einen besorgten Blick auf Harry werfend aus dem Fenster flog.

Seufzend ließ sich Harry auf sein Bett fallen.

Nun war er also wieder hier.

An dem Ort, den er erst vor einer Woche, wie er dachte, für immer verlassen hatte.

Er wollte nicht hierher zurück, aber er konnte nun auch nicht mehr in der Winkelgasse bleiben.

Dumbledore hatte recht behalten; bei seinen Verwandten war es am sichersten.

Wäre er bei ihnen geblieben, hätte er nicht mit...

Harry konnte es nicht einmal denken.

Wie konnte ihm das nur passieren?

Warum ausgerechnet Voldemort?

Warum hätte es nicht sein Sohn oder einer seiner Anhänger sein können?

Wie hatte er ihn nicht erkennen können?

Selbst wenn er älter als in der Kammer des Schreckens aussah, musste man doch seine Erzfeinde erkennen.

Draco Malfoy würde er noch in hundert Jahren erkennen, aber bei Voldemort scheiterte er über die paar Jahre.

Seit seiner Begegnung mit der verjüngten Version von Voldemort fragte er sich immer, wie es dieser geschafft hatte seinen Körper zu verjüngen.

Sicher gab es Verjüngungstränke, aber dazu benötigte man einen Tränkemeister und Snape hätte bestimmt Dumbledore davon berichtet.

Es sei denn, dass Voldemort nun einen anderen Tränkemeister besaß.

Er schauderte ein wenig.

Immer wenn er daran dachte was er getan hatte, fühlte er sich schmutzig.

Er konnte nicht einmal sagen, dass ihn Voldemort vergewaltigt hatte.

Im Gegenteil, er hatte es freiwillig getan.

Voldemort hatte ihn noch gefragt, wie weit er gehen wollte und er musste natürlich alles wollen.

Er hatte sich freiwillig Voldemort ausgeliefert.

Sein erstes Mal und dann mit ihm?

Lieber hätte er sein erstes Mal mit Snape oder Filch verbracht.

Wie sollte er sich nun benehmen?

Sollte er es Dumbledore berichten?

Aber was könnte er sagen?

„Hey Dumbi, ich habe mit Voldemort gevögelt!"

Das klang selbst in seinen Ohren surreal.

Warum hatte es Voldemort überhaupt getan?

Was hatte dieser davon, außer dass er Harry demütigte?

Da versuchte er ihn seit Jahren zu töten und als er die Chance dazu hatte, verführte er ihn lieber.

Harry konnte sich dieses Verhalten nicht erklären.

Das war nicht Voldemorts Art; nicht einmal annähernd.

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„Junge," Vernon Dursley klopfte an seine Tür, bevor er zögerlich das Zimmer betrat.

Harry saß gelangweilt auf seinem Bett und verwandelte gerade seinen Schreibtisch in eine Kobra.

Diese stellte sich bedrohlich auf und zischte Vernon an.

„Wir müssen los, wenn du deinen Zug erreichen willst," erklärte Vernon und verließ danach das Zimmer wieder.

Er machte sich wirklich Sorgen.

Ihm war sein Neffe immer egal gewesen, doch Harry benahm sich nun so merkwürdig, dass er sich wirklich sorgte.

Den Rest der Ferien hatte er in seinem Zimmer verbracht und war nur aus diesem gegangen, wenn er sich duschen wollte, was immerhin zehn Mal am Tag stattfand.

Zum Essen kam er überhaupt nicht und wenn Petunia ihm ein Essen brachte, aß er höchstenfalls einen Bissen.

Vernon Dursley beobachtete seinen Neffen, der nur noch aus Haut und Knochen zu bestehen schien, wie dieser seinen Koffer die Treppe hinunter schweben ließ.

Normalerweise hätte sich Vernon darüber aufgeregt, aber nun fragte er sich eher, ob es Harry ohne Zauberkraft überhaupt geschafft hätte.

Er zweifelte schon daran, ob der Junge noch etwas schwereres als einen Teller tragen konnte.

„Ich bin fertig, Onkel Vernon," sagte sein Neffe in einem traurig-gelangweilten Ton und seine Stimme klang rau, als ob er sie schon lange nicht mehr benutzt hatte.

Die Fahrt zu King's Cross verlief schweigend.

Harry blickte nur gerade aus und beachtete seinen Onkel überhaupt nicht.

Er schien nichts zu beachten.

Sie hielten vor dem Bahnhof und Vernon half ihm seinen Koffer auf einen Gespäckswagen zu heben.

„Junge," begann Vernon vorsichtig.

„Keine Sorge, Onkel Vernon. Die Schlange ist wieder ein Tisch," beruhigte Harry seinen Onkel.

„Nein, ich wollte sagen. Du kannst zu Weihnachten zu uns kommen," bot Vernon an.

Er wollte seinen Neffen zwar nicht mehr im Haus haben, aber er wollte auch nicht wirklich, dass er starb und er würde über Weihnachten sicher verhungern, wenn sich niemand darum kümmerte, ob er was aß.

„Ich brauche dein Mitleid nicht," sagte Harry kühl und schob seinen Wagen von Vernon weg.

Mit langsamen Schritten erreichte er Plattform 9¾, wo sich die Schüler gerade von ihren Eltern verabschiedeten.

Er sah sich nicht nach Hermione oder Ron um, sondern betrat den Zug und suchte sich ein freies Abteil.

Der Zug setzte sich in Bewegung und noch immer war Harry allein.

Einige Erstklässler wollten sich zu ihm setzen, doch er hatte sie angefaucht und aus dem Abteil geworfen.

Der Süßigkeiten- Lady verpasste er einen Schock, in dem er ihre Schokofrösche in echte Frösche verwandelte, die dann durch den ganzen Zug hüpften.

Sie hatten erst die Hälfte der Strecke hinter sich, als sich die Abteiltür öffnete und Ron und Hermione hineinwuselten.

„Merlin sei Dank," Hermione atmete erleichtert auf, „Wir haben dich endlich gefunden. Wir dachten schon, dass dich deine Verwandten festhalten würden...Ach du lieber Himmel! Wie siehst du denn aus?"

Hermione betastete Harrys dünne Arme und blickte ihm dann direkt in das eingefallene Gesicht.

„Du bestehst doch nur noch aus Haut und Knochen," sagte Hermione entsetzt, „Haben dir deine Verwandten etwa nichts zum Essen gegeben."

„Wohl eher das Gegenteil," murmelte Harry, „Sie waren sehr nett zu mir."

„Du solltest was essen," meinte Hermione und kramte in ihrer Tasche nach einem Sandwich.

„Hier," Sie hielt ihm das Sandwich unter die Nase, „Iss das!"

„Ich habe keinen Hunger," beharrte Harry.

Ron setzte sich derweil gegenüber von Harry an den Fensterplatz und sah nachdenklich in den bewölkten Himmel.

„Hör mal," flüsterte Hermione, „Dass Ron nicht mehr sprechen und essen will, kann ich verstehen. Er hat seine Eltern verloren, aber du...Meine Güte, Harry. Es wirkt als hättest du Liebeskummer."

Harry senkte betrübt seinen Kopf.

Hermione erzählte ihm nichts neues; er wusste es schon.

Er hatte sich Hals über Kopf in Thomas verliebt und daran konnte auch diese schreckliche Entdeckung nichts ändern.

Er konnte sich Thomas und Voldemort immer noch nicht als die selbe Person vorstellen.

Thomas war ganz anders als Voldemort.

Er war charmant, witzig und liebevoll.

„Ist es wegen Sirius?", erkundigte sich Hermione, „Sind die alten Wunder wieder aufgerissen? Hat dein Cousin etwas gesagt?"

„Mione, mir geht es gut," versicherte Harry seufzend, „Ich bin nur ein bisschen müde."

„Willst du schlafen?", fragte Hermione, bevor sie sofort das Sandwich in ein Kissen verwandelte.

„Ich bin nicht in dieser Art müde," verbesserte Harry.

Hermione seufzte lautstark, während sie sich neben Harry setzte.

„Du solltest aber wirklich etwas essen," sagte sie.

„Braucht Potter nun einen Babysitter?" schnarrte Draco Malfoy.

Dieser stand mit seiner Leibgarde Crabbe und Goyle in der Tür und betrachtete Harry amüsiert.

„Es ist doch immer wieder schön so fröhliche Gesicht zu sehen," sagte er grinsend, „Was ist los, Weasley? Traurig, dass deine Eltern tot sind? Aber wenigstens war es kein großer Verlust für diese Welt!"

Normalerweise hätte Ron Malfoy für so einen Spruch verprügelt, doch dieses Mal brach er stattdessen in Tränen aus.

„Pass auf, Malfoy," drohte Hermione, „Ich bin Schulsprecherin und..."

„Aber ich doch auch," lachte Malfoy kalt und zeigte auf sein Schulsprecher- Abzeichen, „Ist das nicht ein witziger Zufall?"

„Verschwinde Malfoy," zischte Harry.

„Und was hat Potter? Fühlt er sich mal wieder allein? Keine Eltern und keinen Paten? Dein Leben muss trostlos sein," meinte Malfoy und seine beiden Gorillas lachten lautstark.

„Malfoy, ich kenne ein paar nette Zaubersprüche von denen du noch nicht einmal etwas gehört hast," sagte Harry drohend.

„Der Held will mich bedrohen?", lachte Malfoy, „Das ist doch nicht dein ernst? Wie waren eigentlich deine Sommerferien, Potter? Hast du gegen Du-weißt-schon-wen gekämpft?"

Du hast dich ihm wahrscheinlich angeschlossen," erwiderte Harry.

„Aber vielleicht willst du ihn nicht mehr töten," fuhr Malfoy fort, „Vielleicht willst du ihn auf deine Seite ziehen? Ihn bekehren?...Möglicherweise kommt er auf deine Seite, Potter!"

Der letzte Satz und das Grinsen Malfoys brannten sich in Harrys Kopf und ihn traf es wie ein Schlag.

Malfoy wusste es.

Er wusste von seiner Begegnung mit Thomas.

„Verschwinde Malfoy," zischte Hermione.

„Aber vielleicht...," fügte Malfoy hinzu, „will er ja auch mit dir sprechen, Potter."

Hermione kümmerte sich nun um den weinenden Ron und dadurch bemerkte nur Harry wie Malfoy einen kleinen Zettel fallen ließ und aus dem Abteil trat.

Harry versicherte sich, dass weder Hermione oder Ron zu ihm blickten und hob dann den kleinen Zettel auf.

Die verschnörkelte Schrift war mit grüner Tinte geschrieben und war definitiv nicht Malfoys Handschrift.

Harry musste in Snapes Unterricht zu oft mit Malfoy zusammen arbeiten, daher kannte er dessen Handschrift unter Hunderten.

Erstes Hogsmeade- Wochenende

            11:00 Uhr Hog's Head

Harry zeriss den Zettel unauffällig und atmete tief durch.

Er würde ihn also wieder sehen und dieses Mal war er darauf vorbereitet.

TBC