A/N: Ohjeeee, das mit dem Lieblingskapitel hätte ich lieber nicht sagen sollen. Jetzt denkt ihr sicher es ist wunder-wie-toll und am Ende findet ihr es voll scheiße °^^ Also, lasst euch gesagt sein, ich finde es nur gut, weil ich eine krankhaft ausgeprägte sadistische Ader habe und es mag, wenn meine Lieblingsfiguren leiden *lol* Man merkt immer sehr schnell, wen ich am liebsten mag; das sind dann diejenigen, denen es am schlechtesten geht *eg* Ich weiß, ich bin komisch...

Auf der Suche nach Glück

Chapter 6: Verstoßen

Erzählt von Harry Potter

Natürlich waren die Dursleys alles andere als erfreut gewesen zu hören, dass mich nun auch noch über Weihnachten durchfüttern mussten. Besonders entsetzt jedoch waren sie über die Eule, welche sie über meine Ankunft benachrichtigte. Tante Petunia sollte wohl beinahe in Ohnmacht gefallen sein und Onkel Vernon hatte Feuer gespukt. Verständlich wenn man ihre penible Angst bedachte, die Nachbarn könnten zufällig mitbekommen, dass in ihrem Haus ein missratener, abartiger Zauberer wohnte. Jegliches Getratsche über ihre feine Familie trieb meine Tante ins Koma. Ihr sauberer Ruf durfte auf keinen Fall zerstört werden. Ich hoffte nur, dass die Eule wieder heil aus diesem Irrenhaus herausgekommen war, denn so wie ich Dudley kenne hat er seinen Eltern gleich den Vorschlag unterbreitet das arme Tier zum Abendbrot zu verspeisen. Aber ich glaube diese hätten zu viel Angst davor, dass in dem Federknäuel noch ein wenig Magie stecken könnte, welche dann, oh Unglück, auch noch auf sie überging. Und sie konnten sich wohl nichts schlimmeres vorstellen, als mit mir auf eine Ebene gestellt zu werden. Ganz davon abgesehen, dass man sich Magie nicht einverleiben konnte.

Meine Ankunft war kalt abgelaufen, in Schweigen. Ebenso wie die Fahrt. Das Radio hatte die ganze Zeit nervtötend auf mich eingeredet, doch mein Onkel hatte kein einziges Wort verloren, fast schon, als wäre während meiner Zeit in Hogwarts die ganze Muggelwelt verstummt.

Ratternd bogen wir in die Garageneinfahrt ein. Das Auto stoppte ruckartig und drückte mich hart in die Gurte. Onkel Vernon stieg aus. Krachend knallte die Autotür ins Schloss. Ich zuckte erschrocken zusammen und beeilte mich ihm schnell zu folgen, ehe er mich noch im Garten aussperren konnte. Als er die edle Haustür aufstieß stieg mir ein angenehmer Duft von Weihnachtsplätzchen in die Nase.

„Bin wieder da", knurrte mein Onkel und erklomm die Treppenstufen, hinauf in sein Arbeitszimmer. Ich hörte, wie meine Tante in der Küche herumwerkelte. Dudley saß mal wieder vor dem Fernseher und stopfte jede Menge frischer Plätzchen in sich rein, dass Tante Petunia sicherlich alle Hände voll zu tun hatte ebenso schnell zu backen, wie er aß.

Und da stand ich nun, allein, mitten im Flur. Wieder einmal gefangen im Ligusterweg Nummer 4.

Erzählt von Draco Malfoy

Es war so dunkel... und kalt. Eine eisige Hand hatte sich um mein Herz gelegt, presste es immer mehr zusammen. Ich sah ihre rotunterlaufenen Augen, die Panik, die in ihnen glitzerte. Das nicht enden wollende Zittern, welches längst auf mich übergegangen war. Ihre Hände waren durch einen Zauber hinter ihrem Rücken befestigt. Sie konnte sich nicht rühren, konnte sich nicht wehren. Wie sie da so hilflos vor mir saß ähnelte sie viel mehr einem Tier, denn einem Menschen. Die nackte Todesangst hatte sie befallen, schüttelte ihren Körper, trieb ihr den Schweiß auf die Stirn und den Schaum vor den Mund. Wie ein tollwütiger Hund kniete sich winselnd vor mir. Das hohe unnatürliche Wimmern und Flehen dröhnte meine Ohren, durchfloss meine Adern, zerrte an meinen Nerven. Ein derber Schlag brachte sie zum verstummen. Ausdruckslos starrte ich auf sie herab, nicht fähig mich zu rühren.

„Jetzt töte sie schon!" Die Stimme meines Vaters klang bedrohlich ruhig, doch ich kannte den Zorn, der hinter seiner Fassade brodelte. Keiner kannte seinen Zorn so gut wie ich. Keiner wusste so gut wie ich, wie sich sein Zorn anfühlte.

Meine Hand zitterte, als wolle sie mein Leben lang nicht mehr damit aufhören.

„Töte sie!" Ich zuckte unter den harten Worten zusammen, als hätten nicht sie, sondern ein Peitschenschlag mich getroffen. Mein Herz hämmerte laut und unregelmäßig durch meinem Kopf, als wolle es ihn auseinander sprengen. Ein wahnsinniges Kribbeln hatte meine angespannten Nerven befallen. Ich fühlte mich, als müsse ich jeden Moment losschreien. So laut, wie noch nie zuvor in meinem Leben. Schreien, nur noch schreien. Doch ich blieb stumm, starrte aus leeren Augen auf das mitleiderregende Geschöpf zu meinen Füßen. Der Muggel würde sterben, ob nun durch meine oder irgendeine andere Hand. Aber meine Hand rührte sich nicht. Schon seit ewigwährenden Minuten war mein Zauberstab auf die Muggelfrau gerichtet. Zitternd wanderte er hin und her. Doch kein Spruch drang über meine Lippen. Kein einziges Wort.

Ich schluckte schwer, versuchte den Kloß in meinem Hals zu vertreiben. Ich fühlte mich, als würde man mir den Atem nehmen, als würde man mir die Kehle zudrücken.

„Verdammt, Draco. Tu es!" Ein harter Schlag traf mich, ließ mich haltlos nach vorne stolpern.

Ich keuchte, sank kraftlos in die Knie. Der Zauberstab glitt mir aus den Fingern.

„Du bist so erbärmlich", knurrte mein Peiniger verächtlich. „Du bist eine Schande für die ganze Familie." Er rammte die Spitze eines seiner peinlichst blank polierten Stiefel in meinen Magen. Stöhnend brach ich zusammen und kämpfte gegen das anschwellende Übelkeitsgefühl an, welches sich in meiner Kehle breit machte. Nach Atem ringend stützte ich mich schwer auf meine schwachen Arme.

„Ich werde dir schon noch eintreiben, was es heißt ein Malfoy zu sein und wie ein Malfoy zu handeln." Er packte mich grob und zog mich auf die Füße. Trotzig hielt ich seinem Blick stand. Meine Augen waren grau, eiskalt, emotionslos. Er konnte mich treten, er konnte mich schlagen, er konnte mir Flüche an den Hals jagen. Nie würde er mich dazu bringen ein Malfoy zu sein und kaltblütig wie ein Malfoy einen Menschen zu töten.

Ich hustete. Ein dünnes Rinnsal Blut bahnte sich seinen Weg über mein Kinn hinab zur Erde.

Mein Erzeuger schnaubte vor Wut. „Später wirst du mir dafür dankbar sein. Alles wirst du mir verdanken. Alles!" Er schüttelte mich wild, als hätte der Wahnsinn ihn befallen. „Bin ich es nicht gewesen, der dir ein Leben in Wohlstand und Ehre ermöglichte? Bin ich es nicht gewesen, der dir die Tore zu Macht und Ruhm aufstieß? Du könntest ein bedeutender Mann werden. Ein Todesser. Doch sieh dich jetzt an. Du bist ein Nichts. Nicht mal fähig dieses Stück Dreck von Muggel zu beseitigen. Dankst du es mir so?"

„Danken?" krächzte ich schwach. Meine Stimme kam mir seltsam fremd vor. Ich hustete erneut. „Wofür danken?"

Das irre Glitzern in den Augen meines Gegenübers schien nun einer Supernova zu gleichen.

„Du wagst es in diesem Ton mit mir zu sprechen?" Angewidert stieß er mich zu Boden. Emotionslos starrte ich ihn an, beobachtete, wie er seinen blanken Zauberstab zog und gleichgültig auf einen Punkt hinter mir richtete.

„Avada Kedavra!"

Ich schloss entsetzt die Augen. Nur ein leises Keuchen verriet mir die Tat meines ,Vaters'. Der Muggel war tot. Und er hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt. Der wievielte Mord dies wohl gewesen war? Er hatte sicher aufgehört zu zählen, wenn er überhaupt damit angefangen hatte.

Mit leeren Augen folgte ich den Bewegungen seines Stabes, welcher nun langsam auf mich zuglitt. Ich wusste, was jetzt kommen würde. Ich wusste es nur zu genau...

Erzählt von Harry Potter

Fünf Tage waren inzwischen vergangen, seit Santa Dudleys Strümpfe gesprengt hatte. Onkel Vernon hatte extra für Weihnachten den Kamin wieder geöffnet, welchen er nach der Flohpulveraktion der Weasleys vor einigen Jahren doppelt zugemauert hatte.

Da glaubte dieses fette Wesen von Cousin doch tatsächlich noch an den Weihnachtsmann. Ich hätte laut lachen können, wäre ich nicht gerade zu beschäftigt gewesen meine Muskeln zugrunde zu richten, als ich mal wieder für die Dursleys Sklavendienste zu leisten hatte.

Weihnachten, das Fest der Liebe. Von wegen. Als wäre nicht alles schon schlimm genug nistete sich auch noch diese widerliche Tante Magda über die Feiertage bei uns ein. Ich wurde kurzerhand wieder in den Besenschrank unter der Treppe einquartiert, um ihr einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Und da saß ich nun, eingezwängt zwischen Gartengeräten, Putzlappen, einem Staubsauger und Mülltüten. Was die Dursleys doch so alles in einen Besenschrank stopften.

Doch mein altes Bett stand noch immer an der selben Stelle wie vor fünf Jahren. Etliche Spinnweben hatten sich während meiner Abwesenheit um die Bettpfosten gewickelt. Ron würde in diesem Zimmer mit Sicherheit einen Schreikrampf bekommen, so wie er auf Spinnen reagierte. Ein flüchtiges Grinsen huschte über meine trockenen Lippen. Ja, allein der Gedanke an meine Freunde ließ mich vorwärts schauen. Was sie wohl gerade taten? Ob Hermine genau in dem Moment in einem Buch las? Wahrscheinlich. Und Ron, er würde bestimmt gerade gegen seine Brüder ankämpfen, die ihn mal wieder als Versuchskaninchen ihrer Scherzartikel missbrauchten. Wie schön waren immer die gemeinsamen Stunden im Fuchsbau gewesen, in der sie noch friedlich beisammen saßen und scherzten. Er sehnte sich nach der alten Zeit. Damals war vieles so viel einfacher gewesen. Doch er wollte seine Freunde nicht enttäuschen, wollte sie nicht mit seinen Problemen belasten.

Ein harter Schlag gegen die Schranktür wirbelte meine Gedanken auseinander. „Harry, beweg deinen faulen Hintern hierher!"

Hastig kletterte ich aus meinem kleinen Reich und stolperte ins Wohnzimmer, wo mein Onkel schon ungeduldig wartete, die Hände demonstrativ in die Hüften gestemmt.

„Los, komm her, Bengel. Der Weihnachtsbaum muss entsorgt werden. Morgen ist Silvester. Es kommen viele Gäste. Wir brauchen den Platz."

Ich nickte gehorsam.

„Mach die Kugeln und die Lichterkette ab. Aber wehe du machst auch nur eine kaputt. Dann gibt es Ärger." Er hob drohend den Zeigefinger und seine Augen quollen bedrohlich aus den Höhlen.

„Ja Sir."

„Den Baum bringst du dann auf die Deponie. Du weißt schon welche ich meine."

Wieder nickte ich. Ein leises Seufzen entwich meiner Kehle. Die Deponie war ungefähr eine Viertelstunde entfernt. Mit einem Weihnachtsbaum auf der Schulter jedoch würde es mindestens eine Stunde dauern.

„Hast du irgendwas zu meckern?"

Ich schüttelte hastig den Kopf. „Nein Sir."

„Gut, dann fang endlich an." Er versetzte mir einen groben Klaps. „Ich will, dass du zum Mittagessen fertig bist. Du musst dann noch das Unkraut zupfen."

„Aber", wollte ich protestieren. „es liegt doch Schnee!"

Onkel Vernon funkelte zornig. „Na und? Stell dir mal vor er schmilzt und unsere Gäste sehen was wir für einen unordentlichen Garten haben. Willst du etwa, dass sie uns für nachlässig halten?"

Ich stöhnte. „Aber wieso soll er denn schmelzen? Es sind mindestens minus zehn Grad!" versuchte ich ihn davon abzubringen.

„Schluss jetzt! Hier wird nicht diskutiert. Mach was ich dir gesagt habe. Sonst setzt es was!"

Ich wich hastig einen Schritt zurück ehe er seine Drohung ausführen konnte. Er versetzte mir einen letzten vernichtenden Blick ehe er aus dem Zimmer rauschte.

Mein Blick wanderte zu dem prall behangenen Weihnachtsbaum. Das würde ein langer Vormittag werden...

Erzählt von Draco Malfoy

... „Haltet ihn fest!" befahl er mit kalter Stimme. Seine Augen musterten mich ausdruckslos. Da war kein Licht in ihnen. Keine Gnade, keine Wärme.

Zwei schwarze Gestalten lösten sich lautlos aus der Dunkelheit, zerrten mich brutal auf meine Füße, packten mich bei den Armen und zogen sie hart zur Seite. Wie ein Gekreuzigter stand ich nun vor ihm. Hilflos ausgeliefert.

Ich flehte weder noch bettelte ich. Unsere Blicke trafen kalt aufeinander, so wie er es wollte.

Langsam hob er seinen blanken Zauberstab. Seine Lippen kräuselten sich zu einem fiesen Lächeln. „Crucio!"

Ein greller Lichtstrahl schoss auf mich zu, hüllte mich in eine Welle aus Schmerz. Ich konnte nicht ausweichen, konnte mich nicht wehren, nicht einmal kraftlos zu Boden sinken. Mit geschlossenen Augen gab ich mich den Qualen hin, welche in einem gepeinigten Schrei explodierten.

Ich spürte, wie sich die Dunkelheit immer enger um mich schnürte, mich dahin zog.

Endlich ließ der Fluch von mir ab und die Fesseln um meine Arme lösten sich. Stöhnend sank ich zu Boden und gestattete der Ohnmacht mich zu empfangen...

In the forest is a monster

It has done terrible things

So anyone is hiding

And this is the song it sings

Who will love me now

who will ever love me

who will say to me

you're my desire

I set you free

Who will forgive

And make me live again

Who will bring me back

To the world again

In the forest is a monster

And it looks so very much like me

There's someone hear me singing

Please save me

Please rescue me

Who will love me now

who will ever love me

who will say to me

you're my desire

I set you free

Erzählt von Harry Potter

Entsetzt fuhr ich aus dem Schlaf. Ein grausamer Schrei gellte noch immer in meinen Ohren. Mein Herz schlug rasend schnell, als wolle es mir jeden Moment aus der Brust hüpfen. Keuchend hob ich meine Hand und presste sie gegen die Stirn. Alles drehte sich um mich. Der schnelle Ruck hatte meinem Kreislauf nicht gut getan.

Unruhig schweiften meine kurzsichtigen Augen durch die Dunkelheit. Verschwommene Konturen zeichneten sich heraus. Ich seufzte. Wie ich diese Alpträume satt hatte.

Suchend tastete ich nach meiner Brille. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es fast sieben Uhr war. Ich hatte heute ausnahmsweise einmal „lange" schlafen können. Doch das hatte ich auch nötig gehabt. Die Arbeit am vergangenen Tag hatte mich all meiner verbliebenen Kräfte verraubt. Meine Hände waren noch immer ganz taub von der gestrigen Unkrautaktion, die sinnloser nicht hätte sein können, denn es hatte über Nacht so stark geschneit, dass man sich schon durch die Schneemassen durchkämpfen musste, um bis zur Haustür zu gelangen. Weder Unkraut noch sonst irgendwelche Pflanzen würden sich diesen Tag blicken lassen, denn selbst die Bäume verschmolzen fast gänzlich mit der weißen Umgebung.

Ich hörte bereits die klirrenden Geräusche aus der Küche. Meine Tante schaffte es doch so gut wie jeden Morgen noch früher wach zu sein.

Umständlich schlüpfte ich in meine ausgebeulte Kleidung. Mein Gleichgewichtssinn war noch immer nicht zur Ruhe gekommen, sodass ich etwas benommen auf einem Fuß hin und her hüpfte, während ich versuchte in die Hose zu klettern. Schwarze Punkte tanzten vor meinen Augen auf und ab.

Ein lauter Knall gegen die morsche Schranktür ließ mich erschrocken herumfahren. „Wach auf, du Nichtsnutz. Die Eier machen sich nicht von selbst."

„Bin gleich da", antwortete ich nüchtern und zog mir einen viel zu großen, wollenen Pullover über den Kopf, den Dudley noch nie anhatte, da er angeblich kratzen würde. Mir war alles recht, solange es warm war.

Hastig stieg ich aus dem Schrank und folgte ihr in die Küche.

„Die Summers kommen heute Abend zu Besuch", erklärte sie, kaum das ich eingetreten war. „Dudley hat sich auch ein paar seiner Freunde eingeladen. Ich will, dass du dich nicht blicken lässt, während wir Gäste haben." Sie drehte ihren dürren Hals zu mir und wartete ein zustimmendes Nicken ab. „Hast du verstanden?"

„Jaaa", meinte ich genervt. Das war mir nur recht. Ich hatte keine Lust mich mit Dudley und seinen verblödeten Freunden herumzuschlagen.  

Behutsam nahm ich sieben Eier aus dem Kühlschrank und schlug sie in die Pfanne. Ein leises Brutzeln erfüllte die Küche.

Silvester, seit fünf Jahren hatte ich es nicht mehr gefeiert. In der Zaubererwelt kannte man kein Feuerwerk. Wozu auch, wenn man doch über Magie verfügte.

Meine bisherigen Silvester waren nicht sehr lustig gewesen. Dudley hatte jedes Jahr irgendwelche Knaller nach mir geworfen. Einmal ist nur wenige Zentimeter neben mir ein China Böller explodiert. Ich hab so einen gewaltigen Schreck gekriegt, dass ich laut losgeschrieen hab. Dudley hat sich noch mindestens eine Woche später darüber totgelacht.

Seitdem Tag hasse ich diesen Tag.

Erzählt von Draco Malfoy

Es war dunkel. Dunkelheit, ein Bestandteil meines Lebens. Dunkelheit, immer nur Dunkelheit und Kälte. Sie ist mein größter Feind, auch wenn mir das nie einer glauben würde. Denn niemand kennt mich wirklich. Und das ist wahrscheinlich auch besser so.

Zusammengekauert saß ich in der hintersten Ecke des kleines Raumes, in dem ich erwacht war. Eisige Kälte schüttelte meinen geschundenen Körper in unregelmäßigen Krämpfen. Ich war so allein... so allein. Schon seit einer Ewigkeit starrte ich unentwegt auf die gleich Stelle. Ich hatte festgestellt, dass der raue Fels in einem interessanten Muster verlief. Dürre Risse zogen sich in verworrenen Schlangenlinien über den toten Boden, wanden sich spielerisch hin und her, verliefen ineinander und stoben wieder entzwei. Es war wie ein Spiel, als jagten sich die Risse quer über den unebenen Stein. Meine rotunterlaufenen Augen folgten ihnen immer und immer wieder, als suchten sie auf diesem Wege einen Ausweg. Doch es gab keinen. Ich war gefangen.

Gefangen, wie ich dieses Wort hasste. Es klang so hoffnungslos. Seit wann war ich so pessimistisch? Es gab doch immer einen Plan. Ich hatte immer alles unter Kontrolle, ich zog alle Fäden. Warum nur, war ich jetzt die Marionette?

Ich kannte die Antwort. Mein Vater hatte mich längst gebrochen, meinen Willen, mein Selbstbewusstsein und meine Stärke. Allein sein Zorn und mein Ungehorsam hatten alles zerstört, was noch zwischen uns bestand. Der letzte Faden war gerissen.

Ich war kein Malfoy mehr, das wusste ich. Aber seltsamerweise spürte ich keine Reue, keinen Schmerz über diesen Verlust. Innerlich war ich nie ein Malfoy gewesen, ebenso wenig wie meine Mutter. Mein Vater musste mich jetzt verachten. Dieser Gedanke tat so unendlich weh! Ja, ich hasse ihn, so sehr, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Aber seine Achtung und seinen Stolz verloren zu haben schmerzte ebenso sehr, wie die Wunden, die er mir zugefügt hatte. Ich war ein Verstoßener, verlassen von der ganzen Welt. Ich habe nie viel besessen. Ein wenig Mutterliebe, ein wenig Vaterstolz. Das Gefühl von Freundschaft war mir ebenso fremd, wie Glück und Fröhlichkeit. Nur der Hass und die Wut schlummerten schon immer in mir, als wären sie mir angeboren.

Ein heißer Schmerz fuhr durch meine Brust, als ein erneuter Hustenanfall mich überfiel. Ich war so hilflos, wie nie zuvor. Nie zuvor war mein Vater so gnadenlos gewesen.

Ja, ich hatte ihn enttäuscht, ihn und den Namen Malfoy gedemütigt. Na und? Dachte er immer nur an Stolz und Ehre? War ihm denn ein Menschenleben gar nichts wert? War ihm denn seine Frau und sein Sohn ganz egal? Ob wir ihm überhaupt etwas bedeuteten? Wahrscheinlich nichts. Sonst würde es ihm nicht so leicht fallen uns zu quälen.

Ich könnte mein Kind nie schlagen! Nie... Eigentlich will ich gar keine Kinder, damit ich nicht irgendwann genau so ein Vater werde wie er. Könnte ich so werden? Wie wird man denn so wie er? Wie war er nur so grausam geworden? ...

Wahrscheinlich ist es alles die Schuld des Lords. Wie ich ihn hasse. Er vergiftet unsere Herzen mit Dunkelheit, entfacht die Aggressivität in uns, als wären wir mordlüsterne Tiere. Aber ich spiele da nicht mit. Ein jedes Leben ist zu kostbar, um es für ein Monster wie ihn zu opfern, nur um seine Loyalität zu beweisen. Was für ein Schwachsinn. Warum musste man töten, um sich zu beweisen? Wer denkt sich denn so einen Mist aus? Er musste ein wirklich kranker Mann sein, wenn sein Hass auf die Welt ihn und seine Anhänger zu solchen Dingen trieb. Und seinem kranken Hirn war es zu verdanken, dass ich nun hier saß. Allein gelassen mit meinen wirren Gedanken. Allein gelassen in Dunkelheit.

Dunkelheit, immer nur Dunkelheit und Kälte. Sie ist mein größter Feind, auch wenn mir das nie einer glauben würde. Denn niemand kennt mich wirklich...

Ich war bereits in einen unruhigen Dämmerschlaf gefallen, als das Geräusch hastiger Schritte in mein Bewusstsein drang. Angestrengt hob ich meine schweren Augenlider, was eigentlich sinnlos war, da es stockdunkel um mich herum war. Ein leises Klacken verriet mir, dass sich jemand am Schloss zu schaffen machte, welches auch wenige Minuten darauf knarrend aufschwang und den Raum in ein fahles Grau tauchte. Ein dunkler, schlanker Schemen huschte lautlos hinein, bewegte sich geradewegs auf mich zu. Ängstlich zog ich mich noch etwas tiefer in die Ecke zurück.

„Draco?" Ich zuckte erschrocken zusammen, unfähig den Klang der Stimme zu identifizieren, welcher durch das rumorende Rauschen des Blutes in meinen Ohren verschluckt wurde. Meine Finger krallten sich angespannt in meine Beine, die ich noch immer umschlungen hatte.

„Draco, mein Junge!" Der Schemen hatte mich fast erreicht und sank vor mir auf die Knie. Ich erkannte das wunderschöne Gesicht meiner Mutter, in deren Augen glitzernde Tränen schimmerten. „Oh, mein Junge." Schluchzend zog sie mich in ihre warmen Arme. Ich stöhnte leise, als der Schmerz erneut in einer Hitzewelle explodierte. Kraftlos schlang ich meine Arme um sie. In diesem Moment fühlte ich mich auf einmal so geborgen und jeder Schmerz schien zu weichen.

„Mum", drang ein fremdes Flüstern über meine aufgesprungenen Lippen. Sanft strich sie durch mein silberblondes Haar.

„Ja, ich bin es. Du brauchst keine Angst mehr zu haben. Ich hol dich hier raus!" Mit diesen Worten zog sie mich sanft auf die Füße und legte sich meinen rechten Arm über die linke Schulter. Schweigend stolperte ich neben ihr her. Ich spürte ihre langen, braunen Haare über meine blasse Haut kitzeln, roch ihren mütterlichen Duft.

Endlos viele Stufen führte sie mich hinauf bis wir endlich ins Freie traten. Ich erkannte das Malfoy Anwesen, welches sich dunkel in den grauen Himmel abhob. Mein Vater hatte mich in eines der unzähligen Verließe eingesperrt, die sich unter Malfoy Manor erstreckten.

Es hatte noch mehr geschneit, sodass ich bei jedem Schritt immer tiefer im Boden versank. Meine Mutter musste nun all ihre Kraft aufbringen, um mich voranzutreiben.

Eine eisige Kälte bohrte sich in meine schmerzenden Glieder. Weiße Dampfwölkchen umspielten meine blauen Lippen.

„Halt noch etwas durch", hörte ich ihre sanfte Stimme bedrängend auf mich einreden. Ich nickte schwerfällig.

„Wo gehen wir hin?" Diese Frage kam mir erst jetzt in den Sinn, viel zu froh war ich überhaupt aus meinem Gefängnis entflohen zu sein.

„Ich bring dich an einen sicheren Ort." Wieder fühlte ich ihre zarten Hände durch meine Haare wandern. „Aber dann musst du allein gehen, mein Junge. Ich muss bleiben."

„Nein, Mum. Komm mit!" widersprach ich flehend.

„Du weißt, dass ich das nicht kann. Es ist besser so. Ich werde nicht zulassen, dass er dir noch einmal wehtut, Draco. Nie mehr, solange ich lebe."

Erzählt von Harry Potter

Es war bereits später Abend und ich lag schweigend in meinem Bett, als eine mir vertraute Stimme die Stille durchbrach.

„Wenn ich es euch doch sage. Er hat sich sogar schon mit Spinnen angefreundet."

Oh nein, Dudley. Meine Muskeln spannten sich und schon wurde die Tür aufgerissen. Ein kugelrundes, schwabbeliges Gesicht erschien in der Öffnung und grinste schief.

„Das ist er", erklärte er drei weiteren Jungen, die hinter ihm versuchten einen Blick auf mich zu erhaschen.

„Verschwinde, Dudley", zischte ich bedrohlich.

Sein hämisches Grinsen wurde breiter und ich ahnte böses. „Harry, willst du nicht mit uns ein paar Knaller verschießen?" fragte er betont höflich. Ich schüttelte augenblicklich den Kopf.

„Garantiert nicht!"

Mein fetter Cousin zuckte scheinbar gleichgültig mit den Schultern. „Wenn du nicht willst... packt ihn!" Die drei Jungen stürmten auf mich zu und zerrten mich grob aus der Besenkammer. Ich versuchte verzweifelt mich zu wehren, doch sie waren größer und auch stärker als ich. „Lasst mich los", knurrte ich zornig. „Lasst mich sofort los!"

Doch sie hörten mir überhaupt nicht zu. Achtlos schleiften sie mich hinter sich her, hinaus in den Garten. Im Gegensatz zu ihnen hatte ich jedoch keine Jacke an. Ein schneidender Wind wehte mir entgegen. Die drei Jungs stießen mich brutal in den Schnee. Ich wollte entsetzt wieder aufspringen, als die Kälte in meine Hände stach, doch Dudley drückte mich sofort wieder hinunter, tunkte mich mit dem Kopf in den Schnee. Verzweifelt versuchte ich mich aus seinem Griff zu befreien.

Schon explodierte der erste Knaller neben meinen Ohren. Verzweiflung wich Panik. Wild schlug ich um mich. Ich bekam kaum noch Luft.

Dann endlich ließen sie von mir ab. Blitzschnell kroch ich von ihnen davon und maß sie mit finsteren Blicken. Als ich ihr fieses Grinsen erblickte spürte ich, wie die Wut in mir hoch kroch. Dudley zog inzwischen einen weiteren Böller und entzündete ihn. Meine Augen weiteten sich entsetzt. Ruckartig sprang ich auf und noch während mein Cousin zum Wurf ausholte hechtete ich über die Hecke und lief, begleitet von ihrem schallenden Gelächter und dem lauten Knall des Böllers in die dunkle Nacht hinein.

Ich kehrte erst einige Stunden später zurück. Es war jetzt kurz vor Mitternacht und bald würden die ersten Raketen in den Himmel starten. Unentschieden verharrte ich im Schatten eines Hauses und betrachtete den Ligusterweg Nummer 4. Ich konnte durch ein Fenster erkennen, dass sich alle im Wohnzimmer eingefunden hatten und gebannt auf den Fernseher starrten. Ich seufzte langanhaltend. Nur noch wenige Tage und ich würde nach Hogwarts zurückkehren. Dann hätte ich bis zum Sommer wieder Ruhe vor den Dursleys. Sechs lange Monate.

Das Geräusch von Schritten holte mich zurück in die Realität. Hastig versteckte ich mich hinter einem Baum, in der Angst Dudley und seine Freunde könnten wieder Jagd auf mich machen.

Doch es war nicht Dudley, noch sonst einer seiner Gäste. Ich erblickte eine Frau im mittleren Alter. Sie kam mir irgendwie bekannt vor, doch ich konnte mich beim besten Willen nicht erinnern woher. Sie war hübsch. Ihr junges Gesicht erinnerte an eine Elfe. Doch nicht ihr Anblick, sondern etwas viel erstaunlicheres fesselte meinen Blick. Malfoy. Ich hatte nicht sofort erkannt, dass er es war, doch seine silberblonden Haare hatten ihn schließlich verraten. Er lag schlaff, scheinbar bewusstlos in den schmalen Armen jener Frau. Wahrlich, dieses Bild hätte bizarrer nicht sein können. Was um alles in der Welt ging hier vor sich?

Die Frau, welche ich nun als Narcissa Malfoy erkannte, steuerte auf einen Hauseingang im Ligusterweg zu. Neugierig schlich ich näher heran. Der helle Glockenton einer Klingel durchbrach die Stille. Kurz darauf wurde eine Tür aufgestoßen und eine alte Frau, die ich nur zu gut kannte, trat heraus. Scheinbar verwirrt betrachtete sie die Gestalt, welche sich vor ihrem Haus eingefunden hatte.

„Cissy? Was um Himmels Willen ist denn passiert?" vernahm ich die angenehme Stimme von meiner Nachbarin.

Die angesprochene Frau antwortete leise und gehetzt. „Arabella, ich muss dich um einen großen Gefallen bitten. Mein Sohn braucht deine Hilfe."

Mrs. Figg betrachtete den Jungen in ihren Armen besorgt. „Aber natürlich. Komm doch erst einmal herein. Es ist furchtbar kalt hier draußen."

Narcissa Malfoy nickte dankbar und folgte ihr ins Haus.

Verwirrt blieb ich zurück. Und die Neugier fesselte mich.

Was war da nur los?

~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~

A/N: okay, ich weiß, es ist gar nicht so toll °^^ Ich hab euch aber am Anfang gewarnt, alles nur wegen meiner verdorbenen, dunklen Seele *eg* Bin aber nicht umsonst Feary, der Engel der Angst  ( = ha, das wusstet ihr noch nicht, gell ^^ *mit Flügelchen um sich schlag*)

Das Lied, das ich in diesen Chap eingebaut hab stammt übrigens von PJ Harvey und nennt sich – oh wunder – „who will love me now"... Es ist wunderschön ruhig und lohnt auf jeden Fall mal hinein zuhören, solltet ihr über Musikindustrie-schädigende Mittel zum downloaden verfügen *eg*

Die nächsten Kapitel sind wieder sehr lang, ich hab schon überlegt, ob ich sie in kleinere Chapter teile, hab es dann aber lieber gelassen. Ich weiß ja aus eigener Erfahrung wie ernüchternd kurze Kapitel sind *seufz* wenn man immer auf Fortsetzungen warten muss und dann schon wieder die Hälfte des Geschehens vergessen hat ^^

Allerdings spielen das nächste und die Hälfte des übernächsten Kapitels noch in der Muggelwelt. Diese gefallen mir persönlich nicht so gut °^^ Mensch, ich kann's mir aber auch nie recht machen *lol* Zur Zeit häng ich im neunten fest *heul* bin gerade so einfallslos... mal wieder im kreaTief ^^°

Naja, ehe ich noch Fireloves Nachworten Konkurrenz mache werde ich hier mal lieber Schluss machen ^^

Dank an alle Reviewer *verbeug*

Man liest sich

Eure Feary