Sooo, hier also das 2. Kapitel! Möchte mich erst einmal für meinen ersten Review bedanken (von Sindarinwa)! Hab mich voll gefreut =).. Werde versuchen mir nicht zu sehr in die Karten schauen zu lassen, aber lass dich mal überraschen, was noch alles passiert ;-).
Dieses Update ging recht schnell, was in Zukunft wohl nicht so häufig vorkommen wird. Ich weiß wo die Story hingehen soll, will aber natürlich nicht alles Schlag auf Schlag passieren lassen. Ich befürchte es dauert ausserdem noch etwas bis Legolas auftaucht.. 1 oder 2 Chapter werdet ihr noch warten müssen, dann kommt er aber, versprochen!
Nun noch etwas Allgemeines: Es kann sein das sich manche Dinge vom Ende des 3. Buches unterscheiden werden, das wird aber (hoffentlich) immer gewollt sein. Und dieses 'Problem' wird wenn auch erst später auftauchen.
Please R&R
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Am nächsten Morgen wurde Alassë von einem lauten Klingeln geweckt. Zunächst dachte sie es wäre ihr Wecker, bis sie bemerkte dass sie diesen ja gar nicht gestellt hatte. Sie wollte gerade ihre Decke wieder über ihren Kopf ziehen, weil sie in ihrem momentanen Zustand eh niemandem die Tür aufmachen würde, als sie zudem auch noch ein zaghaftes Klopfen an ihrer Schlafzimmertür hörte.
„Äh... ja?"
Langsam ging die Tür auf und Valandil steckte den Kopf durch die Tür. Er sah verunsichert aus.
„Alassë, tut mir leid dich zu stören, aber dieses Geräusch scheint mir alarmierend!"
„Das ist nur die Tür, keine Ahnung wer das ist, aber ich hab eh keine Lust aufzumachen."
„Soll ich aufmachen? Es hört sich dringend an."
„Wie kann es denn dringend klingeln?"
„Nun ja, es hat schon öfters geklingelt, aber ich habe zunächst nichts getan, da ich mir dachte, dass du dich besser damit auskennst."
„Ja ist schon gut, ich mache ja auf. Aber ich werde es dir auf ewig übel nehmen wenn da jetzt ein heißer Typ vor der Tür steht, und ich in meinem Out-of-Bed-Look die Tür aufmache."
Ein wenig gequält stand sie auf und ging an Valandil vorbei zur Wohnungstür. Seinen fragenden Blick ignorierte sie, es war ihr zu früh sich ihm verständlich auszudrücken. Sie drückte auf den Türöffner und kurz darauf kamen Mira und Kaya die Treppe herauf und begrüßten sie mit einem strahlenden ‚Guten Morgen'.
„Boah, was geht mit euch, ich war noch am schlafen. Ich hab euch hundert Mal gesagt, ruft vorher an, wenn ihr mich morgens überfallt."
„Wir wollten nur mal kurz schauen wie's dir geht. Du warst ja gestern so schnell weg, und wir wollten dich dann mal in Ruhe lassen."
Während Kaya dies sagte, spazierte sie mit Mira dicht an den Fersen ins Wohnzimmer und blieb dort etwas perplex in der Tür stehen.
„Oh... Hi..."
Fragend drehten sich beide zu Alassë um.
„Oh ähm, also das sind Kaya und Mira und das ist Valandil. Ist eine längere Geschichte..."
„Oh ach so, und wieso erfahren wir so dass irgendein Typ bei dir schläft?"
„Erklär ich euch gleich oder später setzt euch doch erst mal."
Beide setzten sich auf die Couch, denn Valandil hatte diese schon vor einigen Stunden frei geräumt und sich auch schon angezogen. Dies war wahrscheinlich ein weiterer Faktor weshalb ihre beiden Freundinnen Alassë nun anschauten als ob sie völlig verrückt wäre.
„Es ist mir eine Ehre Euch zu treffen. Wie Alassë schon sagte, ist mein Name Valandil. Es gibt wahrscheinlich einiges was ich auch Euch schuldig zu erklären bin. Ich bin nicht von dieser Welt wie ihr sie kennt. Ich komme aus Mittelerde, und gehöre der Rasse der Elben an, den Grund meiner Anwesenheit kann ich dennoch auch Euch nicht sagen."
Nun völlig irritiert schauten Mira und Kaya von einem zum anderen und konnten nicht in Worte fassen, was sie gerade dachte. Alassë und Valandil konnten es jedoch von ihren Gesichtern ablesen. Alassë warf Valandil einen strafenden Blick zu. Musste er direkt im ersten Satz das erwähnen was selbst ihr schwer fiel zu glauben?
„Möchtet ihr etwas trinken?"
„Nein, ein paar Erklärungen wären mir lieber! Und fang ja nicht an das Thema zu wechseln."
Kaya blickte sie unbeweglich an. Alassë war bewusst, dass sie sich nun nicht mehr heraus reden konnte. Wenn ihre beiden besten Freundinnen sonst einmal sauer auf sie waren, dann zogen sie sie wenigstens noch in eine Ecke wo niemand etwas von der Diskussion mitbekam, aber jetzt war ihnen sogar Valandil völlig egal. Mutlos, dass die beiden es verstehen würden setzte sie sich auf einen Stuhl. Valandil verließ derweil den Raum, denn selbst wenn er das Gespräch von jeder Ecke der Wohnung hören konnte, wollte er die drei alleine lassen.
„Wir warten..."
Mit verschränkten Armen lehnte sich Mira zurück. Dieses Gespräch würde nicht nur zehn Minuten dauern.
„Ich weiß ja nicht was ihr jetzt hören wollt. Ich kann eh wieder sagen was ich will, und ihr werdet euer eigenes Urteil da drüber fällen... Also ich erzähle es von vorne wenn ihr versprecht mich nicht für bescheuert zu erklären, dass ich das bin weiß ich selber. Als ich gestern nach Hause kam stand er halt unten im Eingang, und wir sind ins Gespräch gekommen. Er hatte sich halt verlaufen und ich hab ihm angeboten, dass er mit nach oben kommen könne. Hier haben wir uns dann weiter unterhalten, und haben dann als es dunkel war festgestellt, dass er immer noch nicht wusste wo er schlafen sollte. Da hab ich ihm halt das hier angeboten. Mehr war da nicht!"
„Du lässt einen wild fremden Mann bei dir schlafen? Hast du mal gesehen wie der aussieht? Das ist doch wohl voll der Psycho! Und wie der redet.. ‚Ich bin von einer anderen Welt'... Ja das haben wir gemerkt..."
Völlig entgeistert saßen Mira und Kaya auf der Couch, während Alassë kleine Papierschnipsel von einer auf dem Tisch liegenden Zeitschrift abriss. Wie jedes Mal wenn ihre beiden Freundinnen sie nicht verstanden und sich gegen sie verschworen zu haben schienen, fühlte sie sich extrem unwohl in ihrer Haut.
„Er ist kein Psycho. Ihr könnt sagen was ihr wollt, aber ich glaube ihm. Habt ihr euch ganze 9 Stunden am Stück mit ihm unterhalten? Ihr habt ihn bloß 2 Sekunden gesehen, und urteilt über ihn wie über einen Schwerverbrecher."
„Wir haben bloß gesunden Menschenverstand. Wenn jeder so naiv wäre wie du, dann wären ein paar Menschen weniger auf der Welt."
Kaum noch ließen die beiden Alassë zu Wort kommen, hatte die eine ihren Satz beendet, sprang sofort die zweite ein.
„Echt Alassë, wir wollen dich nicht für bescheuert verkaufen, aber schau dich mal an. Nach CJ müsstest du doch ein wenig dazu gelernt haben. Wir wollen doch nur dein Bestes und wenn irgendein fremder hier schläft, dann machen wir uns doch auch Sorgen. Denk mal an uns!"
Alassë merkte, dass es funktionierte. Die beiden versuchten ihr ein schlechtes Gewissen einzureden und schafften es auch... beinahe. Dass immer alle wussten was das Beste für sie war, trieb sie zur Weißglut. Schon immer hatten sie alle als das Dummchen hingestellt nur weil sie anders dachte, mehr dachte. Jeden Tag begleiteten sie Ratschläge, vielleicht gut gemeinte aber sie trieben sie dennoch immer wieder auf die Spitze. Vieles was man ihr sagte hatte sie schon lange durchdacht und dann weiter gedacht und auf Grund dessen wieder verworfen. Was war so schlimm daran nach seinen Gefühlen zu handeln, wenn der kopf nicht missachtet wurde? Hier ging es schließlich nicht um Liebe. Da musste sie nämlich zugeben, dass sie nicht einmal ihren Gefühlen traute. Seit CJ traute sie dem Liebesgefühl nicht mehr, aber das war eine andere Geschichte. Hier ging es um Valandil. Den Valandil, den sie ihren Freundinnen niemals würde schmackhaft machen können.
„Ihr geht jetzt besser. Wir können später weiter diskutieren aber ich hab einfach keinen Bock, dass ihr mir wieder mal alles vorschreiben müsst."
„Es geht nicht darum, dass wir dir etwas vorschreiben. Wir sagen dir nur das, was sowieso schon für jeden normalen Mensch offensichtlich ist."
Mit diesem Satz erhoben sich beide und gingen zur Tür.
„Pass nur auf dich auf... Wir rufen heute Abend noch einmal an."
Dann viel die Tür ins Schloss. Seufzend lehnte Alassë sich mit dem Rücken gegen die Tür und ließ sich zu Boden gleiten.
„Vielleicht bin ich eben kein ‚normaler Mensch'.", flüsterte sie trotzig.
Im Nebenzimmer huschte ein leichtes Lächeln über Valandils Lippen. Vielleicht würde dieser Auftrag doch nicht so schwer wie er zwischenzeitlich gedacht hatte.
