So, ich weiß es hat ewig gedauert, aber da es eh nich viele lesen macht es kaum einen Unterschied. Werde nun auch keine ewigen Reden schwingen, seit euch aber sicher dass es nun schneller geht. Es sind Ferien und ich schreibe jede Nacht, es gibt also bald Nachschub. Morgen voraussichtlich schon. Diesmal deswegen auch extra noch ein längeres Chapter. Und im nächsten wird Legolas auch endlich auftauchen... So genug der Worte, on with the story! Genießt, aber schweigt nich, ich brauche Reviews!
Oh und nocheinmal danke an den letzten Kommentar. Hab den Namen grad nicht im Kopf, aber wird sich schon jemand angesprochen fühlen. Das war etwas mit verschiedenen Sichtweisen oder? Na jedenfalls hab ich das teilweise auch eingearbeitet. Nur halt nicht so extrem, weil es eigentlich mehr ne Story aus Alasses Sichtweise ist, aber ich in 3. Person geschrieben hat weil ich finde dass es besser klingt und wenigstens ein klein wenig objektiver erscheint.
Nun aber wirklich:
In den nächsten Tagen erzählte Valandil viel von seiner Welt, während Alassë schweigend da saß und im andächtig zuhörte. Ihr war, als erzähle er von einem Buch, welches ihr früher immer vorgelesen wurde, als berichte er von einem Traum, den sie vor vielen Jahren geträumt hatte. Ihre Freunde kamen noch einmal vorbei und riefen zwischendurch einige Male an, aber Alassë blieb stur und dumm in ihren Augen. Ihnen war es nicht verständlich wie jemand auf sein Gefühl vertrauen konnte oder überhaupt ein positives Gefühl gegenüber einem Fremden haben konnte. Alassë hätte ihnen gerne erklärt warum sie Valandil zuhörte und ihn bleiben ließ. Aber sie wusste es selbst nicht.
Von sich selbst erzählte sie wenig. Natürlich beschrieb sie ihre Welt in allen schimmernden und dreckigen Einzelheiten, hielt sich selbst jedoch verschlossen. Auch wenn sie Valandil noch so sehr vertraute wollte sie ihm nicht ihr Innerstes preisgeben. Die Angst, dass er es nicht verstehen würde war immer noch zu groß.
Während sie wieder mit Valandil im Wohnzimmer saß und sich durch seine Geschichten treiben ließ, klingelte es an der Tür. Missmutig quälte sich Alassë übertrieben theatralisch von ihrem Sitz auf der Fensterbank hoch und ging in Richtung Flur. Die einzigen die unangemeldet vorbeikamen waren Mira und Kaya. Nach weiteren Diskussionen war ihr nun aber wahrlich nicht zumute. Sie stand im Türrahmen der offenen Tür und wartete darauf, dass die beiden die Treppe hochkamen. Sie hatte einen genervten Gesichtsausdruck aufgesetzt, um beiden direkt klar zumachen, dass auch heute nicht gut Kirschenessen mit ihr war. Alassë war niemand der seine Meinung änderte nur um anderen alles Recht zu machen. Erneut steigerte sie sich in ihre Wut hinein und bemerkte erst als er vor ihr Stand, dass ihr Besuch ihren beiden Freundinnen so gar nicht ähnelte.
„Hi."
Etwas verlegen lächelte er sie an. Alassë konnte ihn nur anstarren, Worte waren das letzte was ihr nun in den Sinn kam. Ihr Schweigen als Einladung auffassend schlängelte er sich an ihr vorbei in den Flur und blickte sie dann an. Endlich fand sie ihre Worte wieder.
„Was machst du hier? Hab ich dich etwa rein gebeten?"
„Ähm nein... hättest du auch nie getan, deshalb hab ich mir gedacht lad ich mich selber ein. Sei nicht böse hör mir einfach zu!"
„Dein Gesäusel kannst du dir sonst wo hin stecken. Ich werde dich gar nichts mehr erklären lassen. Es gibt nichts zu erklären! Und nun hau endlich wieder ab."
„Ally, sei nicht so zu mir. Du weißt doch dass ich dich liebe. Willst du mir nicht endlich auch wieder deine Liebe zu mir zeigen? Habe ich nicht lang genug gelitten... bitte du hast genug mit mir gespielt."
Langsam versuchte er sie einzuwickeln. Doch diesmal schaffte er es nicht. Sie dachte sie hätte ihn geliebt und das würde nie mehr ihr Fehler sein. Außer sich vor Wut stieß sie ihn von sich, versuchte die Tür wieder zu schließen, doch er griff nach ihren Handgelenken. Er hielt sie fest und sie war machtlos als er wie so oft hypnotisierend in ihre Augen schaute. In dem Moment kam Valandil aus dem Wohnzimmer. Er hatte sich raus halten wollen, doch dieser Lärm konnte nichts Gutes verheißen. Als CJ ihn sah ließ er Alassë sofort los und stürmte zur Tür des Wohnzimmers.
„Ist er der Grund warum du so kalt zu mir bist?... ER?... Dein neuer Lover??"
„Er ist nicht mein Lover, und du allein bist der Grund. Du hast mich gelehrt dich zu hassen."
Ohne auf ihre nun doch recht schrillen Worte zu achten brüllte CJ Valandil weiter an und ging, als dieser nicht reagierte, auf ihn los.
„Was machst du mit meiner Freundin?? Was hast du mit ihr? Ist sie gut im Bett? Los sag schon!! Du musst es ja wissen! Und mich lässt die Schlampe nicht ran. Das werdet ihr mir büßen. Alle beide!"
Alassë versuchte immer wieder Worte dazwischen zu brüllen, doch nicht einmal Valandil gelang es, dass CJ ihm zuhörte. Immer weiter versuchte CJ Valandil zu Fall zu bringen und in seiner Wut bemerkte er nicht einmal, dass Valandil sich kaum bewegte, während er kräftezehrend hin und her rannte. Man merkte bald aber auch Valandil an, dass CJ ihn forderte. Nicht im Sinne seiner Kraft oder eines Kampfes, nein er provozierte und Valandil musste sich extrem beherrschen nicht zum vernichtenden Schlag anzusetzen. Schließlich hielt auch er es nicht mehr aus.
„Sei endlich still stinkender Mensch! Noch ein beleidigendes Wort gegen meine Schwester und du wirst den morgigen Tag nicht mehr erleben!", donnerte er
Sofort kehrte Ruhe ein, geschockt blickte Alassë ihn, und auch CJ erstarrte, jedoch wohl eher da er merkte, dass sein Gegenüber es ernst meinte. Die gesprochenen Worte schien er nicht verstanden, doch die bedrohliche Haltung die Valandil annahm schien ihn einzuschüchtern. Verwirrt drehte CJ sich um und verließ die Wohnung.
Kaum hatte er die Wohnungstür geschlossen, wurde das gesamte Zimmer in gleißendes Licht getaucht. Wie aus dem Nichts erschien ein wunderschöne Frau. Langes blondes Haar wehte wie das Spielzeug eines unsichtbaren Windes um ihren Körper. Lächelnd blickte sie Alassë an und wandte sich dann an Valandil. Ohne die Lippen zu bewegen sprach sie zu ihm und ihre Stimme schien wie eine Melodie die langsam durch den Raum schwebte.
„Selbst Unvorhergesehenes geschieht nicht ohne Sinn. Du hast dich beeinflussen lassen, und nun ist dein Auftrag beendet. Die Zukunft liegt nicht mehr in deinen Händen und die Gegenwart verläuft anders als du es plantest. Komme nun mit mir."
Valandil trat zu ihr und blickte leicht verschämt auf den Boden. Ob dies nun aber an der Erscheinung der Frau selbst lag oder an ihren Worten war nicht zu erkennen. Das Licht, das nun beide umgab wurde schwächer und auch die beiden Personen schienen zu verblassen. Bevor sie jedoch ganz verschwanden wandte sich die Frau Alassë zu und sprach:
„Auch du wirst verstehen. Der Tag wird kommen, fürchte ihn nicht."
Dann war das Licht verschwunden und Alassë war allein.
Minutenlang blickte sie an die Stelle wo eben noch Valandil gestanden hatte. Als sie wieder halbwegs zu sich gefunden hatte, ließ sie sich auf ihre Couch fallen, den Blick noch immer nicht von dem einen Punkt lösend. Konnte sie sich selbst noch trauen? War dies gerade wirklich geschehen oder war es ein Streich ihrer Fantasie gewesen? Fragen über Fragen war alles was ihr momentan blieb. Plötzlich schienen die letzten Tage unwirklich, doch so unglaubwirklich es Alassë auch schien, vergessen konnte sie es nicht. Langsam griff sie neben sich zum Telefon und wählte eine der ihr so vertrauten Nummern.
„Ja?"
„Ich bin's. Kannst du vielleicht vorbei kommen?"
„Ist was passiert? Hat dieser Typ dir irgendetwas getan?"
Es war also kein Traum gewesen. Für Kaya war Valandil genauso präsent wie für Alassë. Jedoch klang Besorgnis in Kayas Stimme mit.
„Nein, nein... mit mir ist alles okay. Ist auch nichts Schlimmes passiert, nur etwas sehr verwirrendes, und irgendwie... ja egal kommst du?"
„Ja, ich nehm' den nächsten Bus. Meine Mutter hat das Auto. Bin so in 20 Minuten da."
„Okay, bis gleich."
„Tschau."
Nachdem sie den Hörer wieder an seinen angestammten Platz gelegt hatte, ließ sie sich rücklings in die weichen Zierkissen fallen und starrte mit scheinbar großem Interesse die Decke an. Ihr Kopf schien leer. Was hatte Valandil gesagt? Wusste sie es noch? Schwester... hatte er das wirklich gesagt oder hatte sie es nur falsch verstanden?
Als es nach den angekündigten 20 Minuten an der Tür klingelte, hatte Alassë längst beschlossen, dass es sich nur um einen Hörfehler ihrerseits handeln konnte. 2 angeblich verschiedene Welten, 2 angeblich verschiedene Abstammungen, oder wie er gesagt hatte ‚Rassen', und 2 Geschwister. Unmöglich. Nun musste sie sogar über sich selbst lachen, doch jeder der sie gehört hätte, hätte bemerkt wie gezwungen es klang.
„Hey Süße, was ist los?"bestürmte Kaya sie direkt nachdem die Tür hinter ihr geschlossen war.
„CJ war hier und hat sich auf Valandil gestürzt. Valandil ist weg. Da war so ein Licht und eine Frau..."
„Komm wir setzen uns erst mal und dann erzählst du von vorne, weil ich sonst nämlich gar nichts verstehe."
Kaya zog Alassë zum Sofa und drückte sie sanft in die Kissen. Alassë begann zu erzählen von dem Moment an wo CJ plötzlich vor der Tür gestanden hatte. Die Worte kamen nur stockend über ihre Lippen, das Geschehene war schwer in Worte zu fassen. Ab und zu wurde sie durch Fragen unterbrochen, wenn es zu unverständlich wurde. Alassë schien so in der Welt ihrer Erzählung gefangen, dass sie den skeptischen Unterton der Fragen nicht bemerkte. Als sie geendet hatte, starrte sie noch eine Weile ins Leere, bevor sie sich zu Kaya wandte, die bis jetzt still geblieben war.
„Und?"
„Ich weiß nicht. Für mich hört sich das alles etwas komisch an. Geht's dir auch gut? Du siehst etwas krank aus?!"
„Was? Denkst du ich hab mir das zusammenfantasiert?"
„Nein, das hab ich nicht gesagt."
„Aber gedacht. Na danke."
„Hey du musst zugeben es hört sich ein klein wenig Science-Fiction mäßig an. Also ich glaub dieser Typ hat dir irgendetwas untergejubelt. Ich hab dir von Anfang an gesagt, dass der komisch ist. Und was ist jetzt? Jetzt hat er dir was in die Cola getan, hat dir irgendeinen Scheiß erzählt, deine Geld geklaut oder sonst etwas und ist abgehauen..."
„Das ist nicht dein ernst, dass du mir erzählen willst er hätte mir Drogen gegeben."
„Na was soll denn sonst so ein Quatsch mit Bruder und dieser angeblich erschienenen Frau? Du glaubst doch nicht wirklich, dass es genau so passiert ist und es auch noch stimmt... Oder?"
Alassë schloss die Augen. Sie hatte sich Beistand erhofft. Ja, sie war verwirrt aufgrund der Ereignisse, aber musste Kaya sie sofort wieder als dumm und naiv abstempeln? Konnte nicht etwas, was noch so bizarr klang auch genau so passiert sein? Kaya hingegen musterte Alassë, wie sie in sich zusammengesunken neben ihr saß. Sie wollte ihr nichts böses, aber etwas wie das eben gehörte konnte nur durch Drogen ausgelöst worden sein. Man konnte Alassë nicht schonend beibringen, dass es keinen Sinn ergab. Sie musste Alassë mit aller Kraft auf den Boden der Tatsachen zurück bringen. Irgendwann würde sie es verstehen.
Alassë öffnete erneut ihre Augen und blickte Kaya zweifelnd an. Wahrscheinlich hatte sie Recht. Die Stelle mit dem Bruder hätte sie sofort aufwachen lassen sollen. Es war zu lächerlich. Sie erzwang ein kleines Lächeln und nickte.
„Wahrscheinlich hast du Recht. Danke, dass du so schnell gekommen bist. Das ganze hat mir dann doch so oder so Panik gemacht. Ich glaub wir sollten das alles vergessen. Soll ich uns was kochen?"
„Ja, ich bin nur froh, dass du es jetzt auch so siehst."
Die nächsten Tage war Valandil noch immer Gesprächsthema Nummer 1, doch auch das würde sich legen. Alassë war es nicht wirklich recht, dass er dauernd thematisiert wurde, aber was konnte sie schon tun? Mira reagierte auf die ‚Neuigkeiten' genauso wie Kaya reagiert hatte. Kaya hatte es ihr gleich am nächsten Morgen sehr amüsiert erzählt. Wahrscheinlich hatte sie dabei nicht einmal an Alassë gedacht, die direkt daneben stand und zuhörte. Keine der beiden Mädchen bemerkte, dass sich Verletzlichkeit in ihren Augen widerspiegelte. Mira lachte herzlich als Kaya ihr von der Frau erzählte, dem hellen Licht und dem plötzlichen Verschwinden. „Wahrscheinlich bist du in deinem Rausch gegen eine Lampe gerannt und er hat den Moment deiner Ohnmacht zum flüchten genutzt", hatte sie zwischen den Lachern hervorprusten können.
„Und wenn er mir keine Drogen verabreicht hat?", hatte Alassë einmal in eine solche Unterhaltung eingeworfen. Sie hatte sich selbst nicht ganz überzeugen können. Sie sagte sich selber den ganzen Tag lang, dass es Einbildung war, doch der Gedanke verließ sie nie. Kaya, Mira und einige andere, die von dem Thema inzwischen Wind bekommen hatten, guckten sie kritisch an, blickten sich dann gegenseitig an und eine sagte: „Dann glaubst du wahrscheinlich noch an den Weihnachtsmann."Das war das einzige Mal, dass Alassë sich eingemischt hatte. Die sich immer zu wiederholen scheinenden Sticheleien machten sie langsam wütend, doch sie bewahrte äußere Ruhe.
Es waren schon einige Wochen seit dem ‚Vorfall' mit Valandil vergangen, und wieder einmal trafen sich Kaya und Mira bei Alassë, erneut mit der Intention Alassë am heutigen Abend zu verkuppeln bzw. sie von der Einsamkeit zu befreien, wie sie es nannten.
„Alassë, ich finde du solltest das Top und irgendeinen Rock dazu anziehen."
„Das Shirt? Okay meinetwegen, aber dazu zieh ich nicht noch 'nen kurzen Rock an. Da kann ich mich ja gleich hinter Knauber stellen."
Kritisch betrachtete Alassë das ihr entgegengehaltene und sehr tief ausgeschnittene Top. Sie ließ ihren Blick über den von Kaya und Mira kreierten Kleiderhaufen auf ihrem Bett schweifen.
„Ach quatsch, du musst auch mal was wagen. Sonst stirbst du uns noch als alte Jungfer."
„Kaya..."
„Was? Tut mir leid aber ist doch so. Dein Mister Right scheint ja auf sich warten zu lassen."
„Ja und? Ich sag ja nicht, dass ich unbedingt Mister Right brauch, aber ich hab keinen Bock mich auf irgend einen Typen einzulassen, der mir mal wieder das Blaue vom Himmel verspricht, und am Ende werde ich nur ausgenutzt. So etwas brauch ich einfach nicht mehr."
„Du musst deine Ansprüche einfach mal was runter schrauben. Dann geht das ganz von allein."
Mira ergriff bei diesem Thema wie immer Partei für Kaya. Leicht angesäuert schüttelte Alassë den Kopf und griff nach einem Stück Jeans, das aus dem Haufen hervorlugte. Fragend hielt sie ihren Fang in die Höhe. Es war eine sehr eng geschnittene und tief sitzende, leicht ausgewaschene dunkle Jeans.
„Was haltet ihr davon? Als Kompromiss?"
„Hmm okay, aber nur wenn ich dir deine Augen schminken darf. Haben wir 'nen Deal?"
„Nur wenn es nicht zu krass wird... aber na gut, seh ich heut halt mal sexy aus."
Mit einem leichten zwinkern zog sich Alassë die besagte Jeans an und streifte das schwarze Top über. In der folgenden halben Stunde beschäftigte sich Kaya mit Alassës Augen, und Mira mit ihren Haaren. Geduldig ließ sie es über sich ergehen, und hoffte, dass es so schneller vorbeigehen würde. Würde sie den zweien also ihren Spaß lassen. Stolz traten ihre beiden besten Freundinnen einen Schritt zurück und betrachteten ihr Werk. Misstrauisch öffnete Alassë erst ein Auge und dann das zweite und blickte, auf alles gefasst, in den Spiegel. Sie war positiv überrascht. Rasch breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. Ihre braunen, langen Haare fielen in leichten Wellen über ihre Schultern bis etwa zur Mitte ihres Rückens hinab. Und sie musste zugeben, dass ihre Augen einfach wahnsinnig gut aussahen. Smokey Eyes, wie Kaya es genannt hatte.
„Oh... na so könnt ihr das ruhig öfter machen. Danke!"
„Na gut dann können wir ja auf Männerfang gehen."
Alle drei gingen ins Wohnzimmer und zogen Jacken und Schuhe an. Alassë gab sich einer weiteren Stylingdiskussion hin, als sie zuerst nach den Turnschuhen griff. Während Kaya und Mira noch diskutierten ob sie ‚sehr hohe' oder nur ‚halb hohe' Schuhe anziehen sollte, heftete sich Alassës Blick wie so oft an den Bogen und die Pfeile von Valandil, die noch immer in der Ecke neben der Couch lagen.
„Alassë, die halb hohen!"
Abwesen zog sie die ihr hingehaltenen Schuhe an.
„Erde an Alassë, woran denkst du schon wieder? Jetzt wird nicht geträumt."
„Hmm, ich hab nur..."
Bevor sie den Satz beenden konnte, waren beide ihrem Blick in die besagte Richtung gefolgt.
„Du denkst doch nicht schon wieder an diesen Schwachsinn?"
„Was für einen Schwachsinn?", gab Alassë im gleichen genervten Ton zurück.
„Diesen Vala-wie-auch-immer."
„Valandil."
„Also ja."
„Ja und? Ist mir das verboten? Wollt ihr mir jetzt auch noch vorschreiben woran ich denken darf und woran nicht?"
Wütend war Alassë aufgestanden und erhob ihre Stimme. Dies war ihr wunder Punkt, und irgendwann reichte es. Es ging nicht unbedingt um Valandil, nur dass ihre Freundinnen alles besser zu wissen schienen. Alassës Gedankengang wurde nicht einmal in Erwägung gezogen.
„Du sollst nur nicht immer an diesen Scheiß denken. Vergiss diesen Kerl endlich. Langsam glaub ich du glaubst das wirklich, was du uns erzählt hast."
Bevor sie sich stoppen konnte, fiel Alassë ihr ins Wort.
„Ja und? Dann glaub ich ihm eben. Ich weiß was ich gesehen habe."
Ihre Wut ließ diesen Satz mit solcher Überzeugung aus ihr heraus brechen, dass sie sich kaum selbst darüber klar werden konnte was dies nun bedeutete, als erneut ein gleißendes Licht den Raum erfüllte. Alle drei standen wie hypnotisiert und in völligem Schock in der Mitte des Zimmers. Doch statt wie Kaya und Mira einen Schritt zurück zu machen, blieb Alassë stehen. Sie fühlte sich wie in Trance und das Licht nahm sie komplett ein. Schützend hielten sie sich eine Hand vor die Augen, als das Licht noch intensiver zu werden schien. Das letzte Mal noch in frischer Erinnerung, erwartete Alassë nun wieder das Erscheinen der Frau. Doch anstatt sie zu sehen, blieb das Licht leer. Alassë war sich nicht sicher, ob leer das passende Wort für die tausend schimmernden Farben war, die ständig ihren Fluss zu verändern schienen.
Als sie die Hoffnung auf das Erscheinen der Frau schon fasst wieder aufgegeben hatte, hörte sie eine weit entfernte Stimme. Es war die gleiche melodiöse Stimme wie das letzte Mal. Und mit jedem Wort wurde sie deutlicher.
„Alassë, ich sehe, dass du nun bereit bist deine Zukunft mit deiner Vergangenheit wieder zu vereinen. Hab keine Angst, denn dein Herz ist dir schon lange voraus."
