Pemaroth : Faramir wird im nächsten Kapitel zusammen mit Aragorn und den Hobbits unterwegs sein. Und er wird auch auf seinen Bruder treffen.
Ali : Meine Story wird noch sehr viel Kapitel haben. /grins/ Und ich versuche auch weiterhin, regelmäßig Updates zu bringen, damit deine Ferien versüßt werden.
Leonel : Faramir wird bald Boromir treffen. Laß dich überraschen!
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Kapitel 17: Unterwegs mit Hobbits
Aragorn winkte nur verächtlich ab, als Farning das Gasthaus verlassen hatte. Faramir jedoch runzelte die Stirn.
„Ich glaube, dieser Mann ist nicht zu unterschätzen", gab der rothaarige Gondorianer zu Bedenken. „Wir sollten uns besser vorsehen."
„Ich kenne diesen Lutz Farning seit über 20 Jahren!"sagte Aragorn erzürnt. „Er ist es nicht wert, dass man sich Gedanken über ihn macht. Er hat nur eine verdammt große Klappe, weiter nichts! Komm, mein Freund, wir haben jetzt andere Sorgen!"
Der ältere Waldläufer lotste Faramir zum Hinterzimmer, wo die Hobbits sich versteckt hielten. Als die beiden Männer das Zimmer betraten, unterbrachen die vier Halblinge ihr aufgeregtes Gespräch und starrten die Waldläufer mißtrauisch an.
„Ihr müsst Euch verstecken", sagte Aragorn zu Frodo. „Die Ringgeister wissen jetzt, wo sich der Ring befindet. Sie werden bald hier sein."
Die Hobbits schienen diese Ringgeister zu kennen. Sie steckten die Köpfe zusammen und tuschelten, während Faramir fragend Aragorn anblickte. Woher wusste der ältere Waldläufer von diesen Ringgeistern?
„Was sollen wir tun, Herr Streicher?" fragte Frodo, der am vernünftigsten von den vieren erschien.
„Ich traue diesem langen Elend und seinem Kumpan nicht", murmelte der beleibte Hobbit, der hinter Frodo stand.
„Ihr habt keine Wahl", erklärte Aragorn und warf einen finsteren Blick auf den dicken Halbling. „Wir müssen diese Stadt schnellstens verlassen."
Faramir hielt das für keine gute Idee, aber er wusste auch keinen anderen Rat. Zusammen mit den Hobbits verließen sie das Gasthaus. Sie eilten, so schnell sie konnten, durch die regennassen Straßen. Plötzlich ging eine Haustür auf und Eduard Hornbläser, der bereits seinen Schlafrock trug, kam heraus. Er winkte der kleinen Gruppe zu.
„Wollt ihr nicht ein wenig hereinkommen auf ein Pläuschchen?" fragte er gutmütig.
„Wir haben keine Zeit für Unterhaltungen", brummelte Aragorn vor sich hin.
Doch Faramir packte ihn am Ärmel.
„Warum nicht? In diesem Haus sind wir vielleicht sicherer vor den Ringgeistern als unterwegs auf freiem Feld."
„Du hast recht", meinte Aragorn und klopfte ihm lächelnd auf die Schulter. „Also, dann mal hinein in die gute Stube!"
Nachdem Eduard seine Gäste noch mit einem kurzen Schlummertrunk bewirtet hatte, legten sich die Hobbits am Kamin zum Schlafen nieder. Aragorn und Faramir standen am Fenster und beobachteten durch die Butzenscheiben die Ringgeister, welche auf ihren schwarzen Rössern in die Stadt hineinpreschten und auf das „Tänzelnde Pony" zuhielten. Sie stürmten in das Gasthaus hinein und kamen erst nach einiger Zeit wieder hinaus. Dann ritten sie unverrichteter Dinge davon. Faramir atmete auf, als er das sah.
„Es sind schreckliche Wesen", murmelte er leise.
Aragorn lächelte grimmig.
„In der Tat, das sind sie!"
Er begann Faramir und den Hobbits, die von der Unruhe draußen auf der Straße wieder erwacht waren, von den Nazgûls und ihrem Fürst, dem Hexenkönig von Angmar, zu erzählen. Die Hobbits waren entsetzt, als sie die Geschichte hörten. Auf ihrer Reise waren ihnen die Ringgeister schon öfters begegnet, aber jedes Mal waren sie ihnen durch großes Glück entkommen.
„Wir werden Euch sicher nach Bruchtal bringen, Herr Beutlin", bot Aragorn an.
Frodo lächelte und reichte dem Waldläufer die Hand, während Sam weiter mißtrauisch blieb. Die beiden jüngeren Hobbits wussten auch nicht, was sie von den beiden Männern halten sollten. Aber sie wussten, dass es Freunde von Eduard Hornbläser waren und so redeten sie auf Sam eindringlich ein, er solle den beiden Waldläufern doch eine Chance geben.
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Am nächsten Morgen, in aller Frühe brach die kleine Gruppe auf. Der Abschied von Eduard Hornbläser fiel recht kurz aus, denn Aragorn hatte es furchtbar eilig. Unbarmherzig trieb er die Hobbits voran. Faramir wurde als Kundschafter voraus geschickt: er sollte Ausschau nach den Ringgeistern halten. Doch glücklicherweise ließen diese sich nicht blicken.
„Wir werden die Oststraße verlassen und durch die Wildnis weiter nördlich marschieren", schlug Aragorn vor. „Das ist sicherer."
„Dort oben ist das Gebiet aber ziemlich sumpfig", meinte Faramir besorgt. „Das ist nicht ganz ungefährlich."
„Auf der Oststraße ist es entschieden gefährlicher", erwiderte der ältere Waldläufer ungehalten. „Die Ringgeister werden uns hier bald finden."
Faramir nickte schließlich und winkte die Hobbits heran. Die Halblinge begannen zu jammern und zu stöhnen, als sie das Sumpfgebiet erreichten, denn die sogenannten „Mückenwassermoore" machten ihrem Namen alle Ehre. Auch Faramir fluchte vor sich hin, denn die Stechmücken schienen sich ausgerechnet ihn als Hauptopfer erwählt zu haben. Aragorn wurde von den Mücken auch nicht in Ruhe gelassen, aber ertrug die Plage schweigend.
Es dauerte einige Tage, dann erreichten sie die Ausläufer des Wettergebirges. Vor ihnen erhob sich der höchste Gipfel, auf dem die Ruine von Amon Sûl stand.
„Wir werden dort oben unser Nachtlager aufschlagen", erklärte Aragorn ernst. „Falls Ringgeister in der Nähe sind, werden wir sie schnell sichten."
Während es sich die Hobbits oben bei der Ruine bequem machten und in ihren Vorratsbeuteln herumkramten, winkte Aragorn Faramir zu sich.
„Wir beiden werden jetzt wieder hinabsteigen und nach den Ringgeistern Ausschau halten. Und ich will zusehen, ob ich nicht irgendwo unterwegs ein festes Reh erlegen kann."
Der junge Gondorianer seufzte leise: er war hundemüde von der Wanderung und von den vielen Erkundungsgängen. Er stolperte durch das hohe Gras und konnte kaum noch die Augen offen halten. Schließlich setzte er sich nieder, um sich nur einen Augenblick auszuruhen. Und prompt schlief er ein. Ein lautes Geschrei und Gekreische ließ ihn schließlich hochfahren:
Oben auf dem Amon Sûl schien ein Kampf stattzufinden. Faramir sah verschiedene Feuer dort oben. Er riß sein Schwert aus dem Gürtel und eilte hinauf. Dort oben kämpfte Aragorn alleine gegen die Ringgeister. Er warf mit Fackeln nach ihnen. Faramir hob eine Fackel, die fehlgegangen war, vom Boden auf und es gelang ihm, damit einen Nazgûl in Brand zu setzen. Endlich verschwanden die unheimlichen Wesen.
„Verdammt, wo warst du?" fuhr Aragorn den jüngeren Mann unwirsch an.
„Ich bin eingeschlafen", gab Faramir zerknirscht zu.
Der ältere Waldläufer fluchte leise und kümmerte sich um Frodo, der verwundet am Boden lag.
„Wir müssen schnell weg hier", sagte er rasch und den Hobbit auf seine Arme.
In Windeseile lief die Gruppe vom Berggipfel hinab Richtung Osten. Aragorn kam bald außer Atem mit der schweren Last in seinen Armen und schließlich nahm Faramir ihm Frodo ab.
„Er wird immer schwächer!" presste der Gondorianer entsetzt hervor.
„Wir brauchen Athelas", sagte Aragorn schließlich und ließ die Gruppe anhalten.
Sie lagerten bei einer Gruppe versteinerter Trolle. Aragorn, Faramir und Sam schwärmten in den Wald aus, um Athelas zu pflücken. Als Faramir zu der Lagerstelle zurückkam, befand sich plötzlich die Elbin Arwen Undómiel bei Aragorn. Sie hatte ein großes, schönes Pferd bei sich. Sie diskutierte heftig mit dem Waldläufer. Faramir beschloß sich besser herauszuhalten und er stellte sich neben die Hobbits. Schließlich gab Aragorn nach, und Arwen ritt mit Frodo in den Armen davon. Sam jammerte und schimpfte, doch es half nichts.
„Das ist die beste Lösung", sagte Aragorn streng. „Arwen hat Recht: wenn sie es nicht mit Frodo nach Bruchtal schafft, dann niemand. So, und jetzt kommt, wir müssen auch nach Bruchtal."
Sie gingen weiter durch das Waldgebiet, das südöstlich des Wettergebirges lag. Faramir war unendlich zerknirscht und gab sich im Stillen die Schuld an Frodos Verwundung. Aragorn merkte bald, dass Faramir ungewöhnlich still war.
„Nimm es nicht so schwer, mein junger Freund: mir ist das Gleiche passiert", raunte er ihm zu. „Glücklicherweise bin ich etwas früher aufgewacht als du."
Faramir lächelte erleichtert, als er das hörte. Auch Aragorn war also nur ein Mensch.
§
Sie erreichten Bruchtal nach vielen Tagen Gewaltmarsch. Faramir kannte ja schon das bezaubernde Elbenreich von Fürst Elrond und der Anblick des lieblichen Tales faszinierte ihn jetzt nicht mehr so wie beim ersten Mal, als er es erblickt hatte, obwohl ihn natürlich der Zauber und die Schönheit des Tales berührte. Die Hobbits jedoch waren außer sich vor Entzücken und taten dies in lauten Rufen kund. Sie durchschritten das Tor, das schützend vor Elronds prächtigem Anwesen lag.
„Hoffentlich hat Frodo es geschafft", seufzte Faramir leise.
Aragorn presste die Lippen zusammen und nickte. Er dachte an Arwen. War sie schnell genug gewesen, um vor den Ringgeistern zu flüchten? Die Frage erübrigte sich, als die Elbenfrau dem Waldläufer glücklich lächelnd entgegengeeilt kam. Sie fiel ihm in die Arme und küsste ihn. Aragorn erwiderte den Kuss kurz.
„Wie geht es Frodo?"fragte er besorgt.
„Er befindet sich auf dem Weg der Besserung und Gandalf ist auch hier", erzählte Arwen gutgelaunt.
Sie schmiegte sich an Aragorn und zog ihn mit sich fort. Faramir und die Hobbits sahen sich grinsend an.
„Ja ja, die Liebe!" spottete Merry und die anderen lachten. Nur der junge Gondorianer lachte nicht mit. Er schmunzelte vor sich hin.
„Was für eine Überraschung!" rief plötzlich eine wohlbekannte Stimme. „Gleich drei Hobbits sehe ich hier in Bruchtal, und habe doch nur Samweis Gamdschie erwartet!"
„Gandalf, wie schön, dich wiederzusehen", meinte Faramir erfreut.
Der alte Zauberer klopfte dem rothaarigen Mann freundschaftlich auf die Schultern.
„Aragorn hat gut daran getan, dich mitzunehmen, mein junger Freund!"
Dann wandte er sich an die Hobbits.
„Ich weiß allerdings nicht, welchen Narren Frodo an euch jungen Halblingen gefressen hat! Nun ja, wie auch immer: hier ist die Reise jedenfalls zuende für euch."
Er führte die drei Hobbits und Faramir in das Haus hinein. Sie durften Frodo, der immer noch im Bett lag, kurz besuchen.
„Er wirkt sehr blaß", sagte Faramir leise zu Gandalf. „So wie es aussieht, ist er noch nicht ganz gesund."
Dieser zog den Gondorianer kurz beiseite.
„Vielleicht wird er auch nie wieder ganz gesund", meinte der Zauberer besorgt. „Die Morgulklinge ist vergiftet gewesen. Frodo wird noch eine Zeitlang darunter leiden müssen."
§
Zwei Tage vergingen und Faramir bemerkte, wie immer mehr Leute in Bruchtal eintrafen: Menschen aus dem hohen Norden, Zwerge und andere Elben. Eines Tages sprengte dann ein rotblonder Mann aus Gondor durch das Tor. Faramir blieb das Herz fast stehen, als er ihn erblickte: es war niemand anders als sein Bruder Boromir!
Boromir hatte ihn noch nicht gesehen, denn Faramir trug ein elbisches Gewand und hatte sich hinter den Büschen im Hof verborgen. Der junge Gondorianer stieg selbstsicher von seinem prächtigen, braunen Wallach ab. Er trug einen wertvollen, pelzbesetzten Mantel, das Schild am Rücken und am Gürtel baumelte das berühmte Horn von Gondor. Faramir dachte an die bittere Zeit in Gondor, an der Boromir nicht ganz unschuldig gewesen war. Doch er hielt es nun nicht länger hinter den Büschen aus und trat hervor.
„Boromir!"
Der rotblonde Mann hielt inne und drehte sich um.
„Ist es möglich?" fragte er verblüfft.
Dann lief er rasch auf Faramir zu und umarmte ihn. Faramir erwiderte die Umarmung zögernd. Er freute sich trotz allem seinen Bruder wiederzusehen. Boromir fuhr ihm lachend durch die roten Locken.
„Du bist ziemlich dürr geworden, Brüderchen! Und die elbische Kleidung sieht höchst seltsam an dir aus."
Faramir sah grinsend an sich herunter. Diese feine elbische Kleidung wollte tatsächlich nicht zu einem bärtigen Waldläufer wie ihn passen.
„Warum bist du hierhergekommen?" fragte Faramir neugierig.
„Wegen Elronds Rat und einen Traum, den ich hatte", erzählte Boromir.
Erstaunt stellten die Brüder fest, dass sie beide denselben Traum geträumt hatten.
„Ich bin trotzdem erstaunt, dass Vater dich aus Gondor fortgelassen hat", meinte Faramir stirnerunzelnd.
Boromir lächelte seinen Bruder verzerrt an: Denethor hatte ihm den Auftrag erteilt, den Ring nach Gondor zu bringen. Vielleicht war es besser, Faramir davon nichts zu erzählen, jedenfalls vorerst nichts.
Tbc...
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Liebe Leser!
Eigentlich wollte ich heute ein neues Kapitel hochladen, aber leider habe ich für dieses Kapitel hier noch kein Review bekommen. Deswegen weiß ich nicht, ob überhaupt noch Interesse an einer Fortsetzung der Geschichte besteht. Bitte, bitte gebt mir doch per Review Bescheid, ob ich überhaupt noch weiterschreiben soll. Ich hatte eigentlich noch viel vor in dieser Geschichte. Faramir sollte der zehnte Gefährte der Ringgemeinschaft sein. Die bekannte Geschichte sollte auch deswegen ganz anders verlaufen... Neugierg geworden?
Euere etwas traurige Celebne
