Hallo Leute! Ich muß erst mal sagen, dass ich völlig von den Socken bin von den vielen Reviews. Ich möchte euch hiermit herzlich danken. Diese Aufforderung von mir war wirklich nicht böse gemeint, aber ihr müsst euch mal in meine Lage versetzen. Man fühlt sich als Autorin wirklich wie in einem Vakuum, wie es Ran so treffend ausgedrückt hat, wenn überhaupt keine Rückmeldung kommt. Man möchte doch wissen, ob die Geschichte ankommt. Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn ich auch in Zukunft von euch Feedbacks bekomme. Ein paar kurze Sätzchen würden mir schon genügen. Danke!
§§§§§
Ann: Nee, Tag und Nacht sitze ich nicht am Schreiben. Wenn ich eine Geschichte veröffentliche, dann habe ich sie eigentlich immer so gut wie fertiggeschrieben.
Khamul: Im nächsten Kapitel werde ich näher auf Boromirs Verhalten eingehen.
Tanja: Hilfe, bitte keinen Balrog mit Glorfindel/grins/ Ich poste ja schon weiter...
Ran: Das ist ein sehr schönes erstes Review. Ich würde mich freuen, wenn ich auch in Zukunft von dir Feedback erhalte. Du machst das schon richtig.
eo-chan: Es geht jetzt weiter!
Feael: Gleich 2 Reviews von dir! Also das mit der Ausführlichkeit lasse ich so nicht gelten. Wenn du frühere Geschichten von mir liest, dann wirst du den Unterschied merken. Ich halte diese Story hier für mein bisher bestes Werk. Ich habe die Geschichte extra noch mal wegen deiner Kritik überflogen. Wenn man zu ausführlich erzählt, kann sich so eine Story schnell zu einem zähen Kaugummi entwickeln. Und ich wüsste wirklich nicht, was man hier noch mehr hätte ausbreiten müssen.
§§§§§§§§§
Kapitel 18: Zehn Gefährten
Aragorn, der zusammen mit Elrond und Arwen in der Bibliothek des großen Anwesens stand, beobachtete vom Fenster aus das Zusammentreffen der beiden Brüder. Es war nicht zu übersehen, dass dieser neuangekommene Gast Faramirs Bruder war. Die Ähnlichkeit war verblüffend. Der ältere Waldläufer konnte bereits aus dieser Entfernung sehen, dass Boromir ein ganz anderes Wesen als sein Bruder hatte. Er war laut, ungestüm und lachte ein wenig zuviel. Aragorn kannte Faramirs Geschichte und er wusste auch, dass Boromir, der äußerlich sehr kräftig wirkte, einen wankelmütigen, schwachen Charakter hatte. Die Anwesenheit des Gondorianers war ihm nicht recht.
„Wir sollten mit der Beratung warten, bis Boromir von Gondor wieder weggeritten ist", meinte er warnend zu Elrond.
Doch dieser schüttelte traurig lächelnd den Kopf.
„Ich fürchte, Denethor hat seinen Sohn extra wegen der Ratsversammlung geschickt. Der Truchseß weiß von dem Ring!"
Aragorn presste die Lippen zusammen, als er das hörte.
„Es wäre unser aller Untergang, wenn der Ring nach Gondor käme."
„Ich weiß!" sagte Elrond ernst. „Aber wenn wir Boromir wegschicken, dann wird Gondor erst recht versuchen, an den Ring zu kommen."
§
Faramir wich seinem Bruder nicht von der Seite. Immer wieder bestürmte er ihn mit Fragen: er wollte wissen, was in Minas Tirith alles geschehen war seit seiner Abreise. Doch Boromir beantwortete die Fragen recht verhalten. Denethor vermisste seinen jüngsten Sohn nicht im geringsten. Daran musste er die ganze Zeit denken, als ihn Faramir mit Fragen überschüttete.
Schließlich erkundigte sich auch der junge Mann nach seinem Vater. Boromir biß sich auf die Lippen: sollte er tatsächlich seinen Bruder anlügen? War es nicht schon wieder Verrat, wenn er das tat? Aber er sah Faramirs Augen, die vor Begeisterung und Freude leuchteten. Er konnte ihm einfach nicht die Wahrheit sagen.
„Vater vermisst dich, kleiner Bruder", sagte Boromir schließlich mit belegter Stimme.
Er hoffte, dass Faramir ihm nicht anmerkte, dass er log. Doch dieser hatte die Fähigkeit, in den Herzen der Menschen zu lesen und Boromir merkte, dass sich das Antlitz seines Bruders plötzlich verdüsterte. Die Freude erlosch aus Faramirs blauen Augen und eine Traurigkeit kehrte in ihnen ein.
„Ist schon gut, Boromir", sagte der junge Mann leise. „Komm, ich zeige dir jetzt ein Gemach, in dem du nächtigen kannst."
Die beiden Brüder gingen die große Treppe in der Eingangshalle hinauf. Und Boromir wunderte sich über dieses wunderschöne Elbenhaus, das so hell und freundlich war trotz seiner immensen Größe. Als der Gondorianer endlich alleine in seinem Zimmer war, übermannten ihn die Gefühle. Er vergrub sein Gesicht in den Händen und ein lautloses Schluchzen durchschüttelte seinen Körper. Nie und nimmer hatte er damit gerechnet, Faramir hier in Bruchtal anzutreffen. Während er seinem Bruder gegenüber Gelassenheit vorgetäuscht hatte, hatte die Begegnung ihn innerlich sehr aufgewühlt. Und nun brachen die Emotionen aus ihm heraus. Nach wie vor hatte er ein schlechtes Gewissen gegenüber Faramir.
Vor allem weil er einen gewissen Auftrag seines Vaters auszuführen hatte. Er hoffte, Faramir würde es verstehen.
§
Aragorn saß immer noch zusammen mit Elrond und Arwen in der Bibliothek, als plötzlich Gandalf zusammen mit Legolas eintrat. Sofort sprang der Waldläufer auf.
„Mae govannen, mellon nin!" begrüßte er den Prinzen des Düsterwaldes.
Doch dieser grüßte nur sehr verhalten zurück. Er wirkte recht bekümmert. Auch Gandalf blickte sehr ernst drein.
„Gollum ist uns entkommen", berichtete Legolas knapp. „Wir konnten ihn aus den Händen der Orks befreien, aber dieser listige Bursche ist uns erneut entwischt. Er hat einem meiner Männer den Finger abgebissen und sprang dann in den Fluß. Wir konnten ihn nicht mehr erreichen. Diese unglückselige Kreatur schwimmt wie ein Fisch."
Aragorn fluchte auf. Wütend trommelte er mit den Fäusten an die Wand. Doch Gandalf legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Gollum wird nicht hierher nach Bruchtal kommen. Der Ring ist hier in Sicherheit", sagte er tröstend.
Elronds Gesicht verfinsterte sich.
„Imladris ist kein Ort für den Ring. Er muß hier weg. Aber wir werden darüber morgen bei der Beratung sprechen."
Aragorn brauchte jetzt seine Ruhe. Er verließ die Bibliothek und ging in die stille Eingangshalle. Stumm betrachtete er die Bildnisse von Isildur und Elendil, auf denen sie gegen Sauron kämpften. Eines dieser Bilder zeigte, wie Isildur Sauron den Ring vom Finger schlug. Seufzend ließ sich Aragorn auf einem Sofa nieder. Er griff nach dem Buch, was dort herumlag. Eigentlich hatte er jetzt überhaupt keine Lust zu lesen, aber irgendwie beruhigten ihn die elbischen Gedichte, die dort drinnen standen. Als er wieder hochsah, bemerkte er Boromir, der staunend die Bilder betrachtete.
„Sei gegrüßt, Mann aus Gondor", rief Aragorn ihm freundlich zu.
Er war schließlich der Bruder von Faramir und der Waldläufer hegte keinen persönlichen Groll gegen ihn.
Boromir betrachtete Aragorn neugierig: das musste der Mann sein, bei dem Faramir nun schon seit Monaten weilte.
„Sei gegrüßt – Freund", erwiderte er lächelnd.
Jetzt tauchte auch Faramir in der Halle auf.
„Da bist du ja, Boromir. Bist du denn nicht müde?"
Doch dieser beschäftigte sich gerade mit den Bruchstücken von Narsil, die in in den Armen einer Steinfigur lagen.
„Ist das Narsil?" fragte Faramir ehrfurchtsvoll.
Das geborstene Schwert, von dem er geträumt hatte, ward nun gefunden!
Ehe Aragorn etwas dazu sagen konnte, ließ Boromir die Bruchstücke verächtlich fallen.
„Das ist kein Schwert mehr!"
„Boromir!" rief Faramir empört aus. „Wie kannst du nur! Dieses Schwert ist heilig."
Doch der Gondorianer lief rasch aus der Halle. Sein jüngerer Bruder folgte ihm schimpfend und gestikulierend. Aragorn hob seufzend die Bruchstücke auf und legte sie ehrfürchtig zurück in die Arme der Steinfigur. Er verneigte sich vor der Figur. Die Arroganz und Pietätlosigkeit des Gondorianers beunruhigte ihn. Er hoffte, Boromir nicht länger als nötig ertragen zu müssen.
§
Elronds Rat begann am nächsten Morgen. Faramir saß neben Aragorn und einem Menschen des Nordens, ziemlich weit weg von seinem Bruder, der recht finster an diesem Tag wirkte. Frodo saß klein und unscheinbar neben Gandalf. Er wirkte so zerbrechlich. Schließlich forderte der Zauberer den Hobbit auf, den Ring auf den Stein in der Mitte des Kreises zu legen. Ein Raunen ging durch die Versammlung. Faramir erblickte nun zum ersten Mal den Ring. Er spürte die ungeheuere Macht, die von ihm ausging. Sie lockte ihn. Doch Faramir spürte auch das abgrundtief Böse, das damit verbunden war und ihm wurde kalt. Dann fiel sein Blick auf Boromir und er erstarrte: der Gondorianer war aufgestanden. Sein Blick funkelte vor Gier und Leidenschaft. Er versuchte der Versammlung klarzumachen, wie wichtig der Ring für Gondor sei.
„Setz dich endlich, Boromir!" platzte Faramir plötzlich heraus. „Merkst du nicht das Böse, das von dem Ring ausgeht?"
Boromir starrte seinen Bruder ungläubig an und schüttelte dann lächelnd der Kopf.
„Du bist anscheinend schon zu lange aus Gondor weg, Kleiner. Hast du denn die ganzen Grenzgefechte mit Mordor vergessen?"
Aragorn erhob sich jetzt.
„Du kannst diesen Ring nicht einsetzen, niemand kann das, Boromir!"
Boromir verzog den Mund zu einem spöttischen Grinsen und wandte sich an seinen Bruder.
„Sag' deinem Freund, er soll sich nicht in Dinge einmischen, von denen er nichts versteht."
„Aber er ist Aragorn, Isildurs Erbe!" rief Faramir aufgebracht. „Er versteht sehr wohl etwas von dieser Sache."
„Du weißt nicht, von was du sprichst, kleiner Bruder", mahnte Boromir erzürnt. „Seit wann braucht Gondor einen König?"
Faramir schnappte nach Luft: er wollte seinem Bruder die Meinung sagen, aber Aragorn legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Das bringt jetzt nichts, Faramir", sagte er leise.
Elrond räusperte sich und stand jetzt auf:
„Der Ring muß vernichtet werden", sagte er bedächtig und sah sich in der Runde um.
Der Zwerg Gimli trat mit seiner Axt vor und versuchte brüllend den Ring zu zerstören. Aber er wurde zurückgeschleudert und die Axt zerbrach. Der Zwerg fluchte enttäuscht auf.
„So kann der Ring nicht zerstört werden", fuhr Elrond kopfschüttelnd fort. „Er muß nach Mordor gebracht werden und in die feurige Kluft des Schicksalsberges hineingeworfen werden, woraus er stammt."
Ein wilder Streit begann nun, denn niemand wollte den Ring in den Händen eines Elben oder Zwergen wissen. Selbst die Menschen waren mit sich uneins. Faramir diskutierte lautstark mit seinem Bruder.
„Ich werde es tun!" rief plötzlich eine helle Stimme.
Alle hielte inne und drehten sich um. Frodo Beutlin hatte gesprochen. Gandalf schloß entsetzt die Augen.
„Ich werde dir helfen!" rief Aragorn leidenschaftlich.
„Und ich auch!" gesellte sich Faramir dazu.
Boromir verschränkte mit einem arroganten Kopfschütteln die Arme vor der Brust. Doch dann sah er, dass sich auch Legolas und Gimli meldeten und auch Gandalf. Zuletzt sprangen die anderen drei Hobbits aus den Büschen und schrieen begeistert, dass sie auch mitwollten.
„Gondor wird sich anschließen", sagte Boromir schließlich und warf Faramir einen prüfenden Blick zu. Doch dieser nickte nur mit einem ernsten Gesicht. Die Ringgemeinschaft war komplett.
§
So bald wie möglich sollten die zehn Gefährten aufbrechen. Arwen war ziemlich bedrückt, als sie hörte, dass ihr Verlobter nun schon wieder weg musste. Faramir bekam die Niedergeschlagenheit der schönen Elbin mit, als er sie in den Gärten Elronds am Abend traf.
„Seit vielen Jahren geht das nun schon so, dass Estel und ich uns nur ein paar Tage sehen dürfen und dann für lange Zeit nicht mehr", seufzte Arwen unglücklich auf, während sie geistesabwesend Blumen in der Wiese pflückte.
„Irgendwann kommen wieder bessere Zeiten, Frau Arwen", versuchte Faramir sie zu trösten. „Ich weiß, dass Aragorn oft an Euch denkt. Er vermisst Euch auch schrecklich."
Sie lächelte matt.
„Ihr seid ein guter Mensch, Faramir. Die Frau, der Ihr einmal Euere Liebe schenken werdet, ist beneidenswert. Ihr müsst Aragorn dazu bringen, dass er seinen Weg geht, zum Throne Gondors. Nur dann kann er mich auch ehelichen."
Faramir schluckte: sein Vater würde niemals freiwillig das Feld für Aragorn räumen. Es würde ein schwerer Weg für Aragorn werden.
„Ich werde Aragorn helfen", sagte er schließlich mit rauer Stimme.
„Ich danke Euch, Faramir", lächelte Arwen und drückte seine Hände.
Nun endlich kam Aragorn in die Gärten und Faramir zog sich diskret zurück. Von der Halle aus konnte er sehen, dass die Beiden sich zärtlich küssten. Lächelnd ging Faramir in seine Schlafkammer. Dort wartete Boromir auf hin. Er wirkte ziemlich ungehalten.
„Was soll das alles, Bruder?" fragte er wütend. „Warum verrätst du dein Land?"
„Du brauchst überhaupt nicht von Verrat sprechen", fuhr Faramir ihn aufgebracht an.
„Nun fang nicht wieder von dieser alten Geschichte an", murmelte Boromir betroffen. „Das ist alles vorbei."
„Für mich nicht", erwiderte Faramir rau. „Ich werde Alatariel nie vergessen."
Boromir fuhr sich unbehaglich durch das blonde Haar.
„Ist ja schon gut, kleiner Bruder", sagte er leise. „Laß uns die Streitigkeiten begraben. Wir gehören schließlich zu der Gemeinschaft des Ringes."
Er reichte Faramir die Hand zur Versöhnung. Nach einigem Zögern schlug dieser schließlich ein, obwohl er nur wenig Vertrauen zu Boromir hatte.
