Thx ihr drei für die schönen Reviews, da muss man ja einfach weiter schreiben wenn man immer so ermutigt wird.... Sorry dass es nun was länger gedauert hat, aber war in Barcelona auf Abschlußfahrt bevor der Abistress los geht. Naja 'Stress' wie ich mich kenne werd ich euch lieber neue Chaps liefern als irgendwas dafür zu tun... hust und Shania nach dem Kapitel hier kommt was Süßes.... aber wirst du ja dann sehn, musst dich nur noch ein ganz klein wenig gedulden hehe
Als Alassë auf der Spitze des Hügels angekommen war, wurde sie freundlich nickend von den drei Elben am Fuße der Leiter empfangen. Unsicher was sie erwarten würde begann sie den Aufstieg. Oben angekommen sah sie Galadriel am Rande der Plattform stehen und über die Stadt und Lórien blicken. Unschlüssig blieb Alassë einige Meter hinter ihr stehen. Als sie Galadriel gerade ansprechen wollte, drehte sich diese um und blickte sie lächelnd an. Mit einem Kopfnicken deutete sie an ihr zu folgen und ging in den Raum in welchem Alassë schon zu Beginn gesessen hatte.
„Schön, dass du meiner Einladung gefolgt bist Alassë, ich habe dich bereits erwartet."
„Ja, ich...", mitten im Satz verstummte sie. Galadriels Blick ruhte noch immer auf ihr, und Alassë war als würde er sich intensivieren, wie bei ihrem ersten Gespräch in diesem Raum. Ihr viel es schwer diesem Blick stand zu halten, denn ihr war als führe er in ihre innersten Gedanken. Sie fühlte sich nackt und verletzlich, war sie doch erst vor wenigen Stunden vor genau so etwas davon gelaufen. Nach schier endlosen Minuten schien die Last des Blickes von ihr genommen, und Galadriel lächelte sie nun gütig an.
„Was mich zu wissen durstete, habe ich nun erfahren. Es hat begonnen; eher als ich zu hoffen fürchtete. Habe keine Angst Alassë. Frieden sei deiner Seele bald vergönnt."
Ratlos erwiderte Alassë Galadriels Lächeln. Sie hätte das eben Gesprochene auch in der Sprache der Elben sprechen können, verstanden hätte Alassë genauso viel. Da sie nun spürte, dass Galadriel dem nichts mehr hinzuzufügen hatte, stand sie auf und verabschiedete sich mit einer kleinen Verbeugung, wie sie es bei Valandil und anderen Elben gesehen hatte. Amüsiert und noch immer überrascht über die eben gewonnene Erkenntnis sah Galadriel Alassë noch nach bis sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Lächelnd wandte sie sich an Celeborn der nun neben sie getreten war. Ohne ihre Gedanken in Worte zu fassen führten sie nun ein stummes Gespräch. Dessen Inhalt blieb verborgen, noch durfte es niemand erfahren.
Während Alassë noch über Galadriels Worte nachdachte und versuchte ihnen einen Sinn abzugewinnen, unterhielt sich Valandil mit Legolas. Als Alassë auf sie zutrat, schienen sie sie kaum zu bemerken, so waren sie in ihr Gespräch vertieft. Schon von weitem hatte sie Teile des Gesprächs hören können, und bald war es klar, dass sie im Mittelpunkt des Gesprächs stand.
„Ich kann es dir nicht sagen."
„Ich möchte doch gar nicht wissen warum sie hier ist, aber sage uns doch bitte wer sie ist. Wer ist sie Valandil?", forschend sah Legolas ihn an.
„Ihr werdet es erfahren, doch ich kann den Zeitpunkt nicht bestimmen.", stur erwiderte Valandil seinen Blick.
„Nie hast du in Rätseln gesprochen, deshalb werde ich nun abla..."zögernd blickte er zur Seite, und endlich bemerkte auch Valandil, dass Alassë auf sie zukam.
Schmunzelnd blickte Gimli zwischen den beiden Elben hin und her. Selten kam es vor, dass er das Erscheinen einer Person vor seinen Freunden bemerkte. Fragend wandte Alassë den Blick zu Boden und dann zu Valandil, ob sie dieses Gespräch so abrupt beenden könne.
„Ja natürlich, setz dich Alassë.", sagte er hastig und wartete bis sie seiner Einladung gefolgt war. „Wie verlief dein Gespräch mit Frau Galadriel?"
„Ganz okay, etwas rätselhaft. Aber so scheint die ja immer drauf zu sein."
Als sie aufblickte, schaute sie in drei fragende Gesichter. Für einen kurzen Moment schloss sie ihre Augen und zählte bis drei. Eigentlich hätte sie lieber bis hundert gezählt, so sehr strapazierten die ständigen Erklärungen ihre Nerven, aber auf noch längeres Anstarren seitens der beiden Elben und des Zwerges konnte sie verzichten. Mit einem aufgesetzten Lächeln erklärte sie ihre Worte.
„Sie scheint immer in Rätseln zu sprechen." Verständliche Blicke.
„Ja, die Bedeutung wirst du oft später, selten zu spät, erfahren.", stimmte ihr Valandil mit einem Nicken zu.
„Na das hilft mir jetzt aber viel.", sagte sie mehr zu sich selbst gewandt als an die Umsitzenden und dann zu Valandil, „Kommen Rúmil und Orophin auch noch?"
„Ja wir erwarten sie. Wieso möchtest du das wissen?"
„Gut, nur so. Waren gestern halt auch da und...", schulterzuckend brach sie ab.
Gelangweilt legte Alassë sich ins Gras und betrachtete die Mallornzweige und ihre Blätter, wie sie im Wind miteinander fangen zu spielen schienen. An einigen Stellen blitzte blauer, wolkenloser Himmel hervor. Erst jetzt fiel ihr auf, dass mehr Tiere als sie es gewohnt war hier ihre Heimat gefunden hatten. Kein Vogel glich dem anderen, und doch flogen sie alle miteinander durch die Lüfte oder staksten am Boden umher. Einige Vögel, und auch andere Tiere wie Eichhörnchen, hatten es sich auf den Plattformen gemütlich gemacht. Die Nähe der Elben schien sie nicht zu stören. Seufzend richtete sie sich wieder auf. Keiner der Anwesenden hatte ein weiteres Gespräch begonnen und nun blickten sie, aus ihren Gedanken aufgeschreckt, Alassë an.
„Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag? Hier nur rum sitzen oder in der Gegend herum spazieren wird doch nach spätestens zwei Tagen langweilig...", trotzig erwiderte sie die Blicke der anderen. Irgendetwas Gutes musste es doch an dieser Welt geben.
„Dir ist also langweilig junges Fräulein?", fragte hinter ihr eine Stimme. Überrascht drehte sie sich um und sah Rúmil und Orophin grinsend hinter sich stehen.
„Was können wir denn da machen?", wandte sich Orophin, gerade hatte Rúmil gesprochen, an die Runde und setzte sich ebenfalls. Seine Stimme hatte unschuldig geklungen, das Grinsen auf seinen Lippen strafte es jedoch Lügen.
„Was hast du vor?", fragte Alassë alarmiert.
„Ich? Nur dich von deiner Langeweile befreien.", freundlich lächelte er sie an, um seine Mundwinkel zuckte es zunehmend verdächtig.
Beschwörend schaute Orophin erst Valandil, dann Legolas, dann Rúmil an. Gimlis fragender Blick wurde zunächst ignoriert. Lachend standen die eben genannten Elben auf und sahen abwartend zu Alassë, auch Gimli hatte sich aufgerappelt, obwohl der irritierte Blick nicht von seinem Gesicht gewichen war.
„Was denn? Könnt ihr mal bitte sagen was nun wieder abgeht?"
Lachend zog Valandil sie aus ihrer sitzenden Position hoch. „Komm schon, der Tag wurde vor vielen Stunden begrüßt."
Seufzend fügte sich Alassë in ihr Schicksal und schlenderte mehr oder weniger widerwillig hinter der Gemeinschaft her. Ihr Weg führte sie geradezu aus der Stadt hinaus. Am Stadttor machten sie kurz Halt und warteten auf Orophin, der einige Worte zu den Wachen sprach. Was es genau war konnte Alassë nicht verstehen, da er in der Sprache der Elben sprach. Falls sie länger hier bleiben würde, sollte sie diese vielleicht wirklich einmal lernen. Das Grinsen welches noch immer auf den Lippen Orophins lag, schlich sich bald auch auf die Gesichter der Wachen. Abschätzend musterten sie Alassë, nickten dann und verschwanden auf einem nahe gelegenen Baum. Ohne auf ihre Rückkehr zu warten machten sie sich nun wieder auf den Weg. Nachdem sie die kleine Brücke überquert hatten schlugen sie den Weg zu der großen Wiese ein, die Alassë ja schon bekannt war.
„Wollt ihr mir nicht endlich sagen was ihr vorhabt?", fragte sie leicht genervt als sie schon einige Schritte hinter den anderen zurück geblieben war.
„Das wirst du dann sehen Alassë, nun komm." Ohne ein weiteres Wort zog Rúmil sie hinter sich her. Stolpernd folgte sie.
Auf einen weiteren Spaziergang hatte sie momentan wirklich keine Lust, auch wenn Lórien noch so schön war. Die Aussicht auf einen weiteren Spaziergang beunruhigte Alassë jedoch lange nicht so sehr, wie die Ungewissheit, was die Elben nun aushecken mochten. Stillschweigend hatten sie einen Plan geschmiedet, wie, das blieb Alassë verborgen. Misstrauisch erwartete sie was als nächstes geschehen würde, was hätte sie auch anderes tun können? Abwartend blickte sie in die Runde, als sie am Rande der Wiese und des Waldes stehen blieben.
„Sollten wir uns nicht noch ein Stück vom Wald entfernen?"
„Nein, sonst trifft sie doch nie.", antwortete Valandil Legolas lachend.
„Was treffen?", hakte Alassë verwirrt nach.
Grinsend deutete Orophin anstelle einer Antwort hinter sie. Fragend drehte sie sich um und sah nun zwei der Wachen auf sich zukommen. Beide trugen mehrere Dinge und unterhielten sich lachend, bis sie bei der Gruppe zum Stehen kamen. Nun erkannte Alassë mehrere Bögen und Köcher mit Pfeilen. Ungläubig wandte sie sich um.
„Das ist jetzt nicht euer Ernst?!"
„Wieso?", fragten Rúmil und Orophin unschuldig im Chor.
„Erst werd ich von den Dingern ständig bedroht, nun soll ich mich noch selbst damit umbringen?"Alassë war sich nicht sicher ob sie lachen oder weinen sollte, na das würde ja heiter werden.
Keiner schien ihrer Bemerkung Bedeutung zuzumessen und so wurde sie ignoriert. Die beiden Wachen hatten sich bereits mit einem letzten Gruß verabschiedet und waren schon auf dem Rückweg in die Stadt. Jeder der Elben nahm sich nun einen Bogen und schnallte sich einen Köcher mit Pfeilen um. Alassë und Gimli schauten nur abschätzend zu und warteten. Als die vier fertig bewaffnet vor ihnen standen, lagen noch immer zwei Bögen und Köcher auf dem Boden. Entsetzt starrte Gimli diese an.
„Wieso liegen dort noch zwei Bögen? Kommt Lólindir auch noch?", Hoffnung schwankte in seiner Stimme.
Lachen hoben Valandil und Rúmil die verbliebenen Sachen auf und reichten sie Gimli und Alassë. Widerwillig nahm Alassë den Bogen entgegen und ließ sich beim Umschnallen des Köchers helfen. Als dies vollbracht war, blickte sie zu Gimli. der sich immer noch weigerte eins der beiden Dinge auch nur ein weiteres Mal anzusehen.
„Ich bin ein Zwerg. Wir haben Äxte. Mehr brauche ich nicht."Beleidigt wendete er sich ab.
„Gimli, du weilst nun schon so lange in Lórien. Den anderen Gewohnheiten hast du dich angepasst, nur diese scheint dir nicht geheuer. Glaubst du zu versagen?", stichelte Rúmil.
„Ein Zwerg versagen? Oh, ihr hochnäsigen Elben, euch werde ich es zeigen.", murmelte er in seinen Bart hinein und riss Rúmil Bogen und Köcher aus der Hand.
Schon das Umschnallen bereitete ihm mehrere Probleme und während er Worte murmelte, die Alassë als zwergische Flüche abtat, fielen ihm sämtliche Pfeile aus seinem Köcher. Sein Missgeschick bemerkte er, trotz der Lacher der Elben, erst als es ihm letztendlich gelungen war die Schnalle am Lederband des Köchers zu schließen. Auch Alassë konnte sich ein Grinsen nicht mehr verkneifen als der Zwerg nun betreten zu Boden sah.
„Nun... dort erreiche ich sie sowieso besser." Endlich ließ er wieder sein altbekanntes Lachen vernehmen, in welches sofort alle Umstehenden einfielen.
„Ihr demonstriert erst mal wie das überhaupt geht, vorher mache ich gar nichts.", ließ Alassë vernehmen als auch der letzte glucksende Lacher verklungen war.
Abwartend und skeptisch traten Gimli und Alassë zur Seite, während sich die Elben kurz absprachen. Verstehen konnte sie wie schon so oft nichts, doch als Legolas auf einen nah gelegenen Apfelbaum zeigte konnte sie das Ziel erahnen. Synchron spannten die vier ihre Bögen. Verwirrt beobachtete Alassë wie Valandil und Rúmil auf die Krone des Baumes zielten. In dem Moment wo die beiden ihre gespannte Sehne zurückschnellen ließen, visierten auch Legolas und Orophin ihr Ziel an und wiederholten den Vorgang nur wenige Sekunden später. Suchend schauten Gimli und Alassë Richtung Apfelbaum. Während Gimli nur ein „War ja klar..."verlauten ließ, stieß Alassë einen überraschten Laut aus. Die ersten beiden Pfeile hatten die Stiele zweier Äpfel durchtrennt, und die nachfolgenden Pfeile hatten dann die herunterfallenden Äpfel genau in der Mitte getroffen und an den Stamm des Baumes gepinnt. Siegessicher blickten die vier Elben zu Alassë.
„So, jetzt du Alassë... beziehungsweise ihr, der Zwerg darf sein Glück gern auch versuchen.", triumphierend grinste Rúmil Gimli nun an, der grummelnd von einem Bein aufs andere trat.
„Haha, selten so gut gelacht", erwiderte Alassë sarkastisch, „Ich hab das erst einmal in meinem Leben gemacht, wie soll ich bitte so einen scheiß Apfel treffen?"
„Du hast das schon einmal gemacht?", erstaunt blickte Valandil sie an.
„Ja, ist aber schon über drei Jahre her, und ich hab null Ahnung mehr wie das geht. Außerdem war der Bogen den ich da hatte viel... technischer. Nicht so nen komisches Holzding hier eben."
„Es gibt keine besseren Bögen als die, die von Elbenhand gefertigt wurden.", sprach Orophin in einem belehrenden Ton.
„Ja ja, ihr seit so toll... worauf soll ich schießen?" Leicht genervt suchte Alassë nach einem Ziel, drum herum kommen würde sie nun sowieso nicht mehr.
„Wie wäre es mit dem Mallornstamm dort? Der ist breit genug."
‚Breit genug, dass ich ihn verfehlen kann', dachte sich Alassë und spannte den Bogen, so wie sie es zuvor gesehen hatte. Der Pfeil landete schlussendlich einige Meter vor dem Stamm im Gras.
„Seht ihr, genau den Grashalm wollte ich treffen. Und der war viel kleiner als eure komischen Äpfel."
Lachend stellte sich Orophin hinter sie.
„Du musst die Sehne kräftiger durchziehen und etwas höher zielen. Ja, so in etwa. Versuch es noch einmal."
Vorsichtshalber trat er ein Stück zu Seite. Diesmal landete der Pfeil nicht im Boden. Ein überraschter Schrei drang aus dem Mallorn. Der Pfeil war hoch oben zwischen den Blättern verschwunden. Erschrocken sah Alassë, dass sich etwa in der Höhe ein Talan befand.
„'Tschuldigung", rief sie zerknirscht in Richtung Mallorn und warf den Elben neben sich, die sich kaum ein Lachen verkneifen konnten, einen bösen Blick zu. „Ihr hättet mir sagen sollen, dass sich lebende Objekte in meiner Schusslinie befinden!"
„Dein Ziel war der Stamm, nicht die Krone.", brachte Valandil, der noch immer nach Luft rang, hervor. „Gimli, vielleicht solltest du es nun probieren."Erneut brach er in Lachen aus.
Noch immer vor sich hin grummelnd hob Gimli einen seiner Pfeile vom Boden auf und stellte sich in Position. Gespannt beobachtete Alassë ihn. So wie es sich angehört hatte, hatte auch er keinerlei Erfahrung im Umgang mit einem Bogen. Insgeheim hoffte sie, dass er sich nicht besser anstellen würde als sie es getan hatten. Ihr Stoßgebet war aller Wahrscheinlichkeit nach erhört worden, denn Gimlis erster Pfeil leistete Alassës erstem Pfeil Gesellschaft. Ohne auf die unterdrückten Lacher von Orophin und Legolas zu hören, schnappte er sich Pfeil Nummer 2 und spannte seinen Bogen erneut. Zwar wurde der Elb auf dem Talan, welcher nun wahrscheinlich sowieso auf der Hut war, nicht von einem zweiten Pfeil heimgesucht, im Stamm landete dieser aber dennoch nicht. Er landete etwa einen Meter hinter Gimlis erstem Pfeil im Boden. Der Abstand zum Baum war also verkürzt worden.
„Gimli, der Stamm, nicht die Blümchen.", rief Rúmil ihm zu.
Mit einer abwehrenden Handbewegung unterbrach Gimli ihn. „Ich bin doch dabei, schau nur genau hin."
Während er gesprochen hatte, war schon der dritte Pfeil gespannt worden. Auch dieser landete wieder im Gras, der Abstand zum Baum jedoch erneut verkürzt.
„Ich taste mich vorsichtig heran, ich bin nicht so stürmisch und spieße alles auf was mir in den Weg kommt." Beschwörende Blicke in Richtung Valandil und Legolas. Rúmil und Orophin wälzten sich derweil vor lachen im Gras, in welchem sie es sich kurz zuvor gemütlich gemacht hatten.
Und wirklich, der nächste Pfeil, der Gimlis Bogen verließ, traf den Stamm des Mallorn. Zwar nur knapp, aber weder Rúmil noch Orophin konnten es leugnen. Zufrieden und von seiner eigenen Leistung überzeugt, legte Gimli den Bogen neben die verstreut auf dem Boden liegenden Pfeile. Mit sichtlichem Unwohlsein begann er erneut an der Schnalle des Köcherriemens zu nesteln.
„Bei so eng geschnallten Riemen kann sich ja keiner konzentrieren. Den Erfolg hätte ich schon früher haben können, würdet ihr nicht an allem sparen."
„Willst du 'ne Zwergen-Version, oder wie?", wandte sich Alassë lachend an ihn.
„Der Gastfreundschaft, mein Fräulein, würde es gebühren."Mit erhobener Nase ließ er sich auf die Wiese fallen, rutschte noch etwas herum und zog mit schmerzverzerrtem Gesicht einen Pfeil unter sich hervor. Schlussendlich schaffte er es aber doch mit einem zufriedenen Lächeln dazusitzen.
„Willst du es noch einmal versuchen?", wandte sich Valandil an Alassë. Abwartende Blicke der Umsitzenden begegneten ihr.
Willenlos nickte sie. „Ja von mir aus, aber keine dummen Sprüche mehr wie es besser geht. Wer weiß wen ich sonst noch abschieße..."
Mit einem leicht gequälten Lächeln zog sie einen weiteren Pfeil hervor und spannte ihn. Ziel anvisieren, loslassen, treffen. Die ersten beiden Punkte leistete sie mittlerweile mit Bravour, von treffen war jedoch noch immer nicht die Rede. Wieder steckte der Pfeil kurz vor dem Baum im Boden. Ohne die grinsenden Elben oder den selbstzufriedenen Zwerg eines Blickes zu würdigen, schoss sie erneut. Wieder diente der Boden als Landebahn. Dieser Vorgang wiederholte sich einige weitere Male. Es steckten Pfeile rechts und links neben dem Baum, vor dem Baum, nur die Mitte schien sich ihrer ‚Treffsicherheit' zu entziehen.
„Sollte ich es dir nicht doch noch einmal zeigen?" Deutliche Zweifel schwangen in Orophins Stimme mit, Zweifel ob sie ohne seine Hilfe jemals irgendein Ziel treffen würde.
„Nö, ich find es klappt ganz gut. Der Pfeil fliegt und er landet. Ich bau euch grad nen Zaun um den Baum. Wolltet ihr doch sicher schon immer mal haben oder?"
„Ähm, nicht wirklich."
Nach einer weiteren Ausrede suchend stöhnte Alassë genervt auf. „Ich schone nur eure Bäume, so ein Pfeil tut sicherlich nicht nur mir, sondern auch diesen netten Lebewesen weh."
Schweigen, Treffer.
Als keine Antwort laut wurde, spannte Alassë ihren letzten Pfeil und... traf.
Grinsend drehte sie sich um und ließ sich ins Gras fallen. „Ich wusste es. Es ist immer der letzte."
