Chapter13
Außer Atem ließ sich Alassë auf ihr Bett fallen. Nicht fähig einen klaren Gedanken zu fassen, blickte sie hinunter auf ihre Hand welche noch immer gerötet war. Der Schlag war sehr hart gewesen, doch niemals würde sie sich dafür entschuldigen. Sie hatte nicht gewollt, dass er ihr hinterher lief, sie hatte ihn nicht gebeten sie aufzuhalten und um jeden Preis zu trösten. Es ging ihn nichts an und das hatte sie ihm gesagt. Wer nicht hören will, muss fühlen, auch wenn es ihr trotz allem in der hintersten Ecke ihres Kopfes ein klein wenig Leid tat. Entschuldigen würde sie sich nicht.
Ihr Ärger über Legolas ließ sie für einen Moment vergessen, warum er sie überhaupt hatte trösten wollen und warum er ihr so nah gekommen war. Viel zu nah. Ihre Hand in ihr Kopfkissen gekrallt, schlief sie schwer atmend ein.
Genervt lehnte Alassë an der grün schimmernden Wand des Raumes. Auf der anderen Seite des Zimmers lief ihr Vater auf und ab, und schüttelte immer wieder mit grimmiger Miene gedankenverloren den Kopf.
‚Ada, bitte! Jetzt mach da keine so große Sache draus. Wir werden nicht in ganz Mittelerde herumreisen. Einmal Imladris und zurück. Keine Umwege und Extratouren.'
‚Ich stimme diesem Vorhaben in keinem Falle zu. Es ist viel zu gefährlich dort draußen.'
‚Ich bin doch kein schwaches, hilfloses Menschenkind! Und Valandil darf auch gehen.'
‚Valandil ist älter und keine Frau.'
‚Seit wann siehst du mich als schwächer an? Und die 200 Jahre die Valandil älter ist. Ich bitte dich, wen kümmern die?'
‚Mich, meine liebe Alassë. Wie gesagt ich werde meine Zustimmung nicht erteilen.'
‚Und ich brauche deine Zustimmung nicht. Ich bin alt genug, es wäre nur schön gewesen, hättest du dich für mich gefreut. Ich gehe!', wütend stieß sich Alassë von der Wand ab und stürmte Richtung Tür. Auf halbem Weg hielt sie die Stimme ihres Vaters erneut zurück.
‚Alassë! Wenn du jetzt diesen Raum verlässt um Valandil nach Imladris zu begleiten, brauchst du dich hier nicht mehr sehen zu lassen. Dann kannst du Herrn Elrond den letzten Nerv rauben.'
Abrupt blieb Alassë stehen, verweilte einen Augenblick um sich darüber klar zu werden was ihr Vater gerade gesagt hatte. Ohne sich noch einmal umzudrehen, setzte sie nun gemäßigteren Schrittes den Weg zu Tür fort. Als sie gerade im Begriff war den Talan durch die Leiterluke zu verlassen, hörte sie ihn noch einmal rufen. Tränen brannten in ihren Augen, doch sie blinzelte diese fort, wie sie es seit jeher getan hatte. Ihr Gesichtsausdruck war emotionslos als sie am Fuße ankam, wo Valandil bereits auf sie wartete. Er hatte die Diskussion von unten her gehört und blickte nun besorgt auf seine kleine Schwester hinunter.
‚Lass uns gehen.', sie missachtete seinen fragenden Blick und machte sich auf den Weg zu ihrem Pferd welches wenige Meter weiter neben einem kleinen Apfelbaum wartete.
‚Bist du dir sicher? Willst du es dir nicht noch einmal überlegen? Es ist doch diese ganze Aufruhr nicht wert, wir werden ein anderes Mal gemeinsam reiten.'
‚Nein, wir gehen. Alles ist bereit, und ich lasse mich nicht in letzter Sekunde davon abbringen, nur weil er denkt er könne mir immer alles verderben. Ich kann und ich werde nach Imladris reiten.'
Valandil sah, dass es sie sehr verletzte wie ihr Vater sie behandelt hatte. Jedoch sah er auch ein, dass sie sich nun durch nichts mehr würde abbringen lassen. Dies war seit langem ihr Wunsch und nun blickte sie ihn wartend an, um diese Reise endlich zu beginnen und allen Ärger hinter sich zu lassen.
Schweißgebadet fuhr sie auf als sich eine Hand auf ihren Arm legte. Sie blickte in Valandils Gesicht und leicht verstört versuchte sie sich zu orientieren.
„Ich habe dich überall gesucht Alassë, ich wollte noch einmal mit dir über diesen Morgen reden.", schuldbewusst setzte er sich auf die Bettkante.
Alassë richtete sich nun vollends auf und versuchte sich auf Valandil zu konzentrieren und schob Gedanken an den Traum immer wieder vergeblich hinfort. Wie sollte sie sich nun auch ohne an den Traum zu denken auf Valandil konzentrieren? Schließlich war er erneut darin vorgekommen. Und wieder einmal hatte sich ein Traum fortgesetzt. Nicht lückenlos, aber dennoch deutlich erkennbar.
„Alassë, du hörst mir nicht zu. Alassë!"
Noch immer schwer atmend, lehnte sie sich mit dem Rücken gegen die Wand am Kopfende des Bettes und fixierte Valandil nun endlich, wenn auch mit einem gezwungenen Lächeln.
„Tut mir leid, ich war noch nicht ganz wach, glaub ich."
Einen kurzen Moment blickte Valandil sie nachdenklich an, erinnerte sich dann jedoch schnell wieder an den ursprünglichen Grund seines Kommens.
„Ich wollte mit dir über die Geschehnisse bei Orophin reden. Ich wollte dich um Verzeihung bitten, Alassë.", noch immer hatten seine Augen einen schuldbewussten Ausdruck, und doch hielt er Alassës Blick stand. Der Traum schien nun vollkommen vergessen, und umso deutlicher spielten sich die Ereignisse des Morgens noch einmal vor Alassës geistigem Auge ab.
„Ach ja, wolltest du das? Schön für dich.", demonstrativ sah Alassë zur Seite und betrachtete die Mallornblätter außerhalb ihres Fenster, welche vom Wind getrieben herumwirbelten.
„Alassë, es tut mir aufrichtig leid. Ich habe impulsiv gehandelt, wie es eigentlich nicht meine Art ist. Ich weiß nicht was geschehen ist. Ich habe noch einmal mit Orophin gesprochen. Es war ein Missverständnis. Und es war ein Fehler so zu handeln, wie ich es tat."
Einen Moment blieb Alassë ruhig und fast schien es ihm als wolle sie ihm nicht antworten. Als er es schon nicht mehr erwartet hatte, drehte sie sich langsam wieder zu ihm um und sah ihn einen Augenblick forschend an. Er schien es ehrlich zu meinen. Und er schien wirklich ein schlechtes Gewissen zu haben. Gerade als sie sich selbst davon überzeugt hatte, dass es wohl das Beste wäre, wieder Frieden mit ihm zu schließen, fiel ihr noch etwas ein. Ihr gerade noch besänftigter Blick wandelte sich erneut. Doch blieb sie ruhig.
„Warum hast du es ihm gesagt?", fast traurig klang es.
„Ich weiß, ich hätte ihn nicht anschreien sollen. Es war nur eine schwer deutbare Situation für mich. Ich sagte schon, ich habe überreagiert."
„Das meine ich nicht."
„Was meinst du dann?", leicht verwirrt blickte er sie an.
„Warum hast du ihm gesagt weshalb ich hier bin?", zunächst behielt sie alle Vorwürfe für sich, erstickte sie im Keim. Sie wollte nicht wieder wütend werden, obwohl es sie eigentlich nur verletzte. Sehr verletzte. Nachdem sie das letzte Wort ausgesprochen hatte, konnte sie sehen wie sich Valandils Verwirrung in Überraschung und sogar Schock verwandelte. Nur wenige Sekunden vergingen bis er sich wieder gefasst hatte.
„Alassë…"
„Du brauchst es gar nicht erst abzustreiten. Das hat Orophin auch schon getan, und weder hab ich ihm geglaubt, noch werde ich dir glauben.", unterbrach sie ihn als er augenscheinlich eine Erklärung finden wollte.
Valandil schwieg. Betreten blickte er Alassë einen Moment an und ließ dann seinen Blick über den Raum schweifen.
„Ich weiß nicht, wie ich dir etwas erklären soll Alassë. Du wirst nicht zufrieden sein bis du die ganze Wahrheit hörst. Orophin hat bei weitem nicht alles erfahren. Eigentlich weiß er weniger als du selbst, auch wenn du es noch nicht realisierst. Auch ich möchte dir nicht weiterhin immer nur Zurückweisungen erteilen. Doch es geht nicht Alassë, ich kann dir weder sagen was, noch warum ich Orophin etwas gesagt habe. Ich würde es rückgängig machen, wenn ich könnte, doch alles hat seinen Grund. Ich möchte es nicht gefährden, und ich möchte dich nicht gefährden. Ich bitte dich, wie schrecklich es auch sein mag im Ungewissen zu sein, halte durch und vertrau auf das was wir dir geben."
„Wie soll ich auf etwas vertrauen, das ich nicht verstehe?"
„Ich weiß es nicht Alassë, du musst glauben.", beinahe klang Valandil noch verzweifelter als sie selbst. Sie erinnerte sich an das vorangegangene Gespräch mit Legolas. Er tat nur das was man ihm sagte. Was Galadriel ihm sagte. Und Alassë wollte es nicht verstehen. Wollte nicht nach eventuell plausiblen Gründen suchen, die dieses Verhalten erklärten. Ihr ging es, ihrer Meinung nach, so schlecht, dass sie sich nicht einmal mehr gut fühlen wollte, ob es nun möglich war oder nicht. Mit Valandil, beschloss sie, konnte sie jedoch vorerst Frieden schließen, denn beinahe tat er ihr Leid. Nein, nicht nur beinahe, denn sie hatte den Schmerz in seinen Augen gesehen.
„Valandil?", unterbrach sie nach einigen Minuten des Schweigens zögerlich die Stille, „Du kennst nicht zufällig irgendetwas das Imladris heißt?"
Valandil zog hörbar die Luft ein. Schlagartig hatte er sich ihr erneut zugewandt und musterte sie nun sichtlich erstaunt. Er schien sogar so erstaunt über die Frage, dass er den offensichtlichen Themenwechsel gar nicht bemerkte.
„Doch natürlich, Imladris ist die elbische Bezeichnung für Bruchtal. Ich habe dir davon erzählt, doch nie erwähnte ich diesen Namen. Woher kennst du ihn?"
„Ich weiß nicht genau, ich hab davon geträumt, aber vielleicht hab ich es irgendwo vorher mal gehört…"
Warum fragte sie ihn danach? Es war ein guter Themenwechsel gewesen, und weder wollte sie ihm von Legolas erzählen, noch wollte sie sich weiter mit ihm über Orophin unterhalten oder den Grund warum sie hier war. Sie hatte die Hoffnung auf eine Antwort nun endgültig aufgegeben. Aber warum der Traum? Gut, es interessierte sie wie viel von dem, was sie sich über Mittelerde zusammen fantasierte, letztendlich wirklich nur totaler Schwachsinn war, aber nun würde er sicherlich weitere Fragen st…
„Was genau hast du geträumt?", unterbrach und bestätigte er ihren Gedankengang. Was sollte sie antworten? Sie würde ihm sicherlich nicht die Wahrheit erzählen, denn es war zu lächerlich. Noch kümmerte es sie, was ihr Gegenüber über sie dachte.
„Ähm… also, ich hab nur irgendwas Zusammenhangloses davon geträumt, kann mich auch nicht mehr wirklich daran erinnern. Das Wort war mir nur eben im Gedächtnis geblieben, so irgendwie halt. Kann nichts Besonderes gewesen sein.", leicht stockend redete sie sich heraus.
Und er stellte keine weiteren Fragen. Auch wenn sie wusste, dass er es gemerkt hatte. Natürlich hatte sie gelogen. Kaum etwas anderes hatte er erwartet, wenn auch gehofft. Seufzend stand er auf.
„Begleitest du mich? Ich werde noch kurz zu Frau Galadriel müssen, aber du könntest schon vorausgehen. Gimli und die anderen warten im Garten.", abwartend sah er sie an und reichte ihr seine Hand als sie anstallten machte aufzustehen.
Schweigend folgte sie ihm. Was würde Galadriel ihm nun wieder vorschreiben? Schnell verdrängte sie den Gedanken, sie hatte schon viel zu viele daran verschwendet. Eigentlich konnte es ihr egal sein. Zu Hause hatte sie sich auch nicht besser gefühlt, wenn sie ehrlich war, und doch sehnte sie sich nun danach zurück. Die Mauer, die sie dort um sich errichtet hatte, war stabil gewesen, niemand hatte vermocht sie zu erklimmen. Und nun stand sie hier und musste von neuem beginnen. Doch eigentlich war alles beim Alten.
Valandil verdrängte ihre Gedanken einen Moment, als er sich an einer Weggabelung von ihr verabschiedete und ihr versicherte bald auf sie und die anderen zu stoßen. Noch während sie Valandil hinterher blickte, beschloss sie die ihr momentan gegebene Zeit zu nutzen. Auf welche Weise auch immer.
Schon von weitem konnte sie Gimli, Rúmil, Orophin, Legolas und den vierten Elben sehen. Bei ihrer ersten Begegnung mit ihm hatte sie seinen Namen leider nicht mitbekommen. Auch wenn es nicht ihre Schuld gewesen war. Mittlerweile wusste sie jedoch, dass dies Lólindir war. Gefragt hatte sie nicht, das wäre nur als Unhöflichkeit und Mangel an Konzentration ausgelegt worden. Glücklicherweise wurden Namen gemäß ihrem Zweck auch benutzt und so hatte sie das Versäumte unbemerkt aufgeholt.
Sie hatte die Gruppe erreicht und setzte sich zu ihnen. Mittlerweile bedurfte es keiner Aufforderung mehr. Freundlich wurde sie von Gimli, Rúmil und Lólindir begrüßt. Orophin blickte ihr leicht reumütig entgegen, wohingegen Legolas sie völlig missachtete. Nun gut sollte ihr recht sein. Sie schenkte Orophin ein versöhnliches Lächeln, welches dieser dankbar erwiderte. Sie war in Valandils Gegenwart ruhig geblieben, warum dann nicht auch in Orophins? Wie würde das außerdem aussehen wenn sie mit zwei der fünf Anwesenden nicht sprach? Zickigkeit war das Letzte was sie sich nachsagen lassen wollte, obwohl sie bezweifelte, dass man dieses Wort hier überhaupt kannte.
Genüsslich zog Gimli an seiner Pfeife während er sich mit dem Rücken gegen den Apfelbaum lehnte.
„Nun Alassë, was hast du den Morgen über getrieben? Ich hab so einiges von deinem und Orophins Ausflug gestern gehört.", lachend warf er Orophin einen Blick zu, welchen dieser achselzuckend quittierte.
„Ja, war ganz spaßig, Ein bisschen feucht vielleicht. Aber das lag sicherlich am Regen."
„Alassë? Es hat gestern nicht geregnet.", warf Rúmil lachend ein und sprach nur das aus, was natürlich offensichtlich war, aber sie eventuell weiter aus der Reserve locken würde.
„Ach nein? Ja, vielleicht nicht dort wo du warst. Lórien ist groß, falls es dir aufgefallen ist. Genau über Orophin und mir war so eine unheimlich penetrante, graue Wolke. Schrecklich unpraktisch so etwas."
Es folgten einige Lacher und vor allem eindeutige Blicke, welche besagten, dass selbst wenn sie eine plausible Erklärung gehabt hätte, ihr keiner geglaubt hätte. Diesen Moment des Schweigens nutzte Alassë um Gimli genauer in Augenschein zu nehmen, um genauer zu sein, seine Pfeife. Er hatte ihren interessierten Blick wohl bemerkt und schien der Ansicht, dass es so etwas in ihrer Welt sicherlich nicht gab.
„Gefällt dir die Pfeife? Hab sie von einem der Hobbits bekommen, und gerade vor zwei Tagen ist eine Lieferung allerfeinsten Langgrundblatts eingetroffen. Ein Hochgenuss ich versichere es dir, schade dass du eine Frau bist. In Gesellschaft ist es viel gemütlicher.", grinsend blickte er auf die umsitzenden Elben, welche von dieser Art des Genusses wenig angetan zu sein schienen.
„Langgrundblatt? Ist das eine Grassorte?", den Kommentar über die Frau ignorierte sie… vorerst.
„Gras?", leichtes Entsetzen schwang in seiner Stimme. Die Elben belächelten ihr augenscheinliches Unwissen. „Mein Kind, man kann Gras doch nicht in eine Pfeife tun. Gras ist dem Verzehr von Vieh vorbehalten. Und damit ich es mir auf solchem gemütlich machen kann."
Wie konnte man Gras umschreiben, damit es auch für Unwissende begreiflich war, und nicht mit den grünen Halmen einer Wiese verwechselt wurde? Erneut dachte Alassë an ihr Vorhaben ein Wörterbuch zu schreiben. Es rückte immer weiter nach oben auf ihrer Prioritäten-Liste.
„Nein, das meine ich nicht. Also, konsumierst du es weil es dir schmeckt, oder weil es deine Sinne angenehm umnebelt?", sie war stolz auf ihre Umschreibung, zumindest bis sie in die ratlosen Gesichter blickte, welche sie umgaben.
Seufzend rückte sie näher. Neugierig erwarteten alle einen weiteren Erklärungsversuch.
„Gib mal her, muss das selber beurteilen.", abwartend streckte Alassë ihre Hand aus.
Es vergingen lange Augenblicke, in welchen ihre Hand, unberührt von jeglichen sich in der Nähe befindlichen Pfeifen, in der Luft hing. Perplex starrten sie alle an. Sogar Legolas hatte seine Betrachtungen der Bäume unterbrochen. Gimli unterbrach als erster die Regungslosigkeit… und eigentlich auch vorerst als einziger. Er brach in schallendes Gelächter aus und reichte Alassë die Pfeife. Abwartend sah er sie an, glaubte wohl noch immer sich verhört zu haben. Betrachtend drehte sie die Pfeife in ihrer Hand und zog dann erst leicht und schließlich stärker. Rauch füllte ihre Lungen und sie ließ sich den Geschmack auf der Zunge zergehen, um kurz darauf kleine Rauchkringel in die Luft zu pusten.
„Eindeutig eine Grassorte, bzw. irgendein mittelerdliches Pendant.", fiel ihr abschließendes Urteil aus, während sie die Pfeife grinsend an Gimli zurückreichte.
Fast bewundernd musterte Gimli Alassë mit einem ähnlichen Grinsen und nahm die Pfeife zurück entgegen. Auffordernd blickte er in die Runde.
„Selbst eine Frau wagt mehr, als ihr Elben. Da seht ihr was ihr Gutes verpasst. Dass ihr dem Urteil eines Zwerges nicht immer traut, mag euch verziehen sein, aber ihr wollt doch nicht das einer Dame in Frage stellen!"
Die Elben tauschte unbehagliche Blicke, welche jedoch nur von kurzer Dauer waren. Alassë schob diese auf das typische ‚man-darf-sich-ja-keine-Blöße-geben,-huh-eine-Frau'-Verhalten. Und richtig, wenige Sekunden später ergriff Orophin als erster die ihm angebotene Pfeife. Nachdem er an dieser gezogen hatte, verließ eine winzige, kaum sichtbare Rauchwolke seinen Mund. Abwartend musterte Alassë ihn, doch es folgte keine weitere. Kopfschüttelnd hinderte sie ihn schließlich daran die Pfeife an Rúmil weiterzugeben.
„Du musst stärker ziehen, so kannst du den Geschmack ja nicht einmal erahnen.", belehrte sie ihn und drückte seine Hand mitsamt Pfeife wieder Richtung Mund.
Widerwillig kam er ihrer Aufforderung nach und brach in ein röchelndes Husten aus. Ohne sich wieder beruhigt zu haben, hielt er die Pfeife nun endgültig zu Rúmil. Leicht irritiert betrachtete dieser jedoch vorerst ausgiebig seinen Bruder bevor er sie annahm. Im selben Moment stieß Valandil auf die Gruppe und ließ seinen Blick verwirrt durch die Runde schweifen.
„So stark nun auch wieder nicht Orophin. Das weiß doch jedes Kind, dass man nen Hustenanfall bekommt wenn man direkt auf Lunge raucht. Naja zumindest meistens. Hi Valandil.", grinsend blickte sie in sein leicht entsetztes Gesicht.
Sooo, 3 neue Kapitel. Ich hoffe es gibt Leute die sie gelesen haben und sie darüber freuen. Würde gern genaueres wissen g… Wie fandet ihrs? Wie denkt ihr geht's weiter? Konstruktive Kritik gefällt mir immer sehr :) Liebe Grüße, Melody
