Leonel: Leider musste Boromir sterben. Es war nun mal in der Geschichte so, und zu buchfern wollte ich nicht werden. Es tat mir auch leid, Boro sterben zu lassen, und mir sind beim Schreiben auch ein wenig die Tränen gekommen.
Ann: Es ist ziemlich passiert zwischen den Brüdern. Tragischerweise gab es keine richtige Versöhnung mehr zwischen den Beiden. Trotzdem ist Faramir von seiner Trauer überwältigt.
Feael: Wie gesagt, im Buch war es nun mal auch so. Und es gab ja diese Prophezeihung, die sich erfüllen musste,
Ali: Neee, um Himmels willen, mein Fari muß am Leben bleiben. /grins/
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Kapitel 23: Rohan
Schon bald hatten sie den Wald hinter sich gelassen und vor ihnen lagen die Ebenen von Rohan.
Aufgrund Faramirs Verletzung kamen die vier Gefährten nicht so schnell voran, wie sie wollten. Gimli war ganz froh darüber, denn durch seine kurzen Beinen hatte er Mühe den anderen zu folgen. Faramir jedoch ärgerte sich darüber, dass er die Ursache für das langsame Vorankommen war.
„Wieviel Vorsprung haben die Uruks bereits?" fragte er Legolas bedrückt.
„Ich kann sie gerade noch am Horizont sehen", stellte der Elb sachlich fest. „Sie bringen die Hobbits nach Isengard."
Aragorn legte seine Hand auf Faramirs Schulter, der sich erschöpft hingesetzt hatte.
„Mach dir keine Vorwürfe, mein Freund. Wir sind so froh, dass du noch am Leben bist."
Faramir lächelte ihn traurig an, denn wieder musste er an seinen verstorbenen Bruder denken. Er konnte es immer noch nicht fassen, dass sein großer, starker Bruder tot war. Doch das zerbrochene Horn, das er bei sich trug, war der traurige Beweis für diese Tatsache. Seufzend erhob sich Faramir und weiter ging es. Sie schlugen in einem kleinen, felsigen Tal ihr Nachtlager auf. Am nächsten Morgen wurden sich von dem Elb geweckt.
„Ich sehe Reiter, die sich von Süden her nahen", meldete Legolas warnend. „Ich glaube, es sind Rohirrim."
„Wir sollten uns verstecken", knurrte Gimli leise und duckte sich hinter einem Felsen.
„Aragorn, ich glaube auch, dass es besser ist, wenn wir uns nicht zeigen", fügte Faramir hinzu.
Doch der Waldläufer hatte anderes vor.
„Ich grüße die Reiter aus der Riddermark!" rief er in seinem besten Roherric.
Der Hauptmann der Rohirrim gab seinen Männern ein Zeichen anzuhalten. Dann stieg er persönlich vom Pferd und ging mit grimmiger Miene auf Aragorn zu. Auch Faramir, Legolas und Gimli waren jetzt aus ihrem Versteck gekommen.
„Was machen Fremde hier in der Riddermark?" fragte er mißtrauisch.
Der Hauptmann war sehr jung, noch keine dreißig, aber er wirkte sehr herrisch und furchteinflößend mit dem Helm, an dem ein heller Pferdeschweif zum Schmuck befestigt war. Seine langen, blonden Haare fielen weit über seine Schultern und ein kurzer Bart zierte sein gutgeschnittenes Gesicht. Er musterte die Gefährten grimmig,dann blieb sein Blick auf Faramir haften.
„Ihr habt einen Verräter bei euch, Fremder", sagte er finster zu Aragorn.
Jetzt trat Faramir vor. Er bewahrte die Ruhe, während Gimli wütend seine Axt hervorholte.
„Ich bin Faramir von Gondor, Sohn Denethors", sagte der junge Mann würdevoll. „Warum nennt Ihr mich einen Verräter, Marschall der Riddermark?"
Der Hauptmann stutzte kurz.
„Es gibt da allerhand Gerüchte über Faramir von Gondor", sagte er schließlich langsam. „Man sagt, er habe seinem Vaterland für immer den Rücken gekehrt."
„Ihr solltet Gerüchten keinen Glauben schenken", erwiderte Faramir gelassen. „Ich werde bald wieder nach Gondor zurückkehren und dann wird sich dort vieles ändern."
Aragorn versetzte dem jungen Mann ungesehen einen Rippenstoß. Er wollte nicht, dass Faramir zu viel verriet.
„Ihr müsst uns helfen, Éomer Éadig – der seid Ihr doch, oder?" fuhr der Waldläufer jetzt fort. „Unsere Freunde, zwei Halblinge, die nicht sehr groß sind, wurden von den Uruk-Hai verschleppt. Ihr müsstet ihnen fast begegnet sein."
Éomer starrte Aragorn düster, ja fast bedrückt an.
„Ja, wir haben die Uruk-Hai gesehen. Jetzt sind alle tot. Wir haben ihre Leichen verbrannt. Niemand blieb am Leben."
Er zeigte nach Süden.
„Reitet dorthin, Fremder, dann findet Ihr den Scheiterhaufen, auf den wir alle verbrannt haben."
Die vier Gefährten starrten sich entsetzt an. Sie wollten nicht glauben, dass Merry und Pippin tot waren.
Éomer ließ jetzt drei Pferde bringen: Brégo, Hasufel und Arod.
Der braune Hengst Brégo gebärdete sich dabei besonders wild. Er war kaum zu halten.
„Leider haben wir keine anderen Pferde für Euch, als diese hier. Ihre Vorbesitzer , darunter auch Prinz Theodred, sind gefallen."
Aragorn ging ohne zu Zögern auf Brégo zu und sprach beruhigend auf ihn ein. Die elbischen Worte wirkten. Der Hengst wurde plötzlich ganz zahm. Verblüfft starrten sich die Rohirrim an. Faramir und Legolas grinsten breit. Sie hatten von Aragorn nichts anderes erwaret. Der rothaarige Gondorianer nahm sich den braunen Wallach Hasufel und Legolas setzte sich mit Gimli auf den Schimmel Arod. Dann verabschiedeten sie sich von Éomer und seinen Kriegern.
Es sah nicht gut für Rohan aus, denn der Königsneffe war verbannt worden. Eine dunkle Macht hielt den König in geistiger Umnachtung fest.
„Vielleicht ist es besser, wir halten uns von Edoras fern", befand Faramir besorgt.
Legolas sichtete als erster den noch rauchenden Scheiterhaufen. Sie trieben die Pferde voran, um so schnell wie möglich zu der qualmenden Stelle zu kommen. Aragorn rannte den Hügel so schnell er konnte hinauf und stocherte mit seinem Bogen in den kokelnden Überresten herum. Es roch einfach widerlich nach verbrannten Fleisch. Faramir wurde ganz übel und er wandte sich vom Scheiterhaufen ab. Plötzlich sah er die Spuren von großen, nackten Füßen, die in den nahen Fangorn-Wald führten.
„Ich glaube, sie sind am Leben!" rief er laut und winkte die anderen herbei.
Aragorn wischte sich rasch die Tränen ab, denn er hatte zwischen den verbrannten Leichen einen Hobbitgürtel gefunden. Er rannte zu Faramir hin und untersuchte die Stufen.
„Sie sind im Wald!" stieß er hoffnungsvoll hervor.
Sie ließen die Pferde zurück und betraten den Fangorn-Wald. Gimli zeigte seinen Unmut, denn er mochte keine Wälder, und schon gar nicht solche wie diesen dunklen, unheimlichen Fangorn . Er knurrte wütend und fuchtelte mit seiner Axt herum. Doch Legolas mahnte ihn, ruhig zu bleiben.
Faramir entdeckte als erster die merkwürdige Lichtgestalt, die sich ihnen näherte. Er nickte Aragorn zu und beide zogen ihre Schwerter. Legolas versuchte, einen Pfeil auf die Gestalt zu schießen, die dem bösen Zauberer Saruman ähnelte. Doch ein Blitz schmetterte die Waffen der Gefährten zu Boden. Legolas erkannte Gandalf und verneigte sich vor ihm. Dann starrten Faramir und Aragorn den vermeintlich toten Zauberer verblüfft an.
„Du bist gefallen", stieß Faramir ungläubig hervor.
Gandalf trat nun noch näher an die Gefährten heran und das seltsame Strahlen wich von ihm. Er war in weiße Gewänder gekleidet und auch seine Haare und sein Bart waren schlohweiß. Die Wiedersehensfreude war groß. Gandalf erzählte den Gefährten von seinem Kampf mit dem Balrog und wie er zurück nach Mittelerde geschickt wurde, um seine Aufgabe zu erfüllen. Zum Schluß erwähnte er zu aller Beruhigung, dass Merry und Pippin in Sicherheit bei den Baumhirten waren.
Sie verließen den Wald zusammen mit Gandalf und waren zum ersten Mal seit langem wieder guten Mutes.
„Ich schlage vor, dass wir nach Edoras reiten", sagte Gandalf ernst. „Saruman wird versuchen mit seinem Heer Rohan zu erobern. Das dürfen wir nicht zulassen. Durch einen bösen Zauber wurde König Theoden zu einem altersschwachen Greis mit verblendetem Geist. Ich werde den Bann brechen und dann werden wir Rohan helfen."
„In Edoras betrachtet man mich als Landesverräter", wandte Faramir besorgt ein. „Man wird mich dort töten."
„Niemand wird dir dort etwas zuleide tun, mein junger Freund", versprach Gandalf mit einem leisen Lächeln.
Der Zauberer ließ einen Pfiff ertönen und ein edler weißer Hengst kam herangetrabt.
„Das ist einer der Mearas!" rief Legolas erstaunt aus.
„Schattenfell!" begrüßte Gandalf den Hengst freudig, der seinen Kopf an Gandalfs Schulter rieb. „Er ist der Fürst aller Rösser."
„Dann sollten wir nicht länger hier verweilen. Auf nach Edoras!" ertönte Aragorns Ruf und sie begannen, ihre Pferde herbeizuholen.
§
Der Ritt nach Edoras dauerte noch einmal drei Tage. Im letzten Nachtlager vor Edoras untersuchte Aragorn noch einmal Faramirs Kopfwunde, die inzwischen gut heilte.
„Du kannst den Verband weglassen, mein Freund", meinte er lächelnd. „Dann machst du auch eine bessere Figur vor Rohans Jungfrauen."
Faramir grinste verlegen und schüttelte den Kopf. Gandalf kam zu den beiden Männern und lächelte auch. Er winkte Aragorn zu sich und unterhielt sich mit ihm ein wenig abseits. Faramir beobachtete die beiden stirnerunzelnd und fragte sich, was sie wohl zu besprechen hatten.
Am nächsten Vormittag erreichten sie die hölzerne Stadt, die auf einem Hügel erbaut war. Oben auf dem Hügel lag Meduselde, die Goldene Halle. Ihr vergoldetes Dach blitzte im Sonnenlicht.
Faramir entdeckte oben vor der Halle eine Gestalt, die ganz in Weiß gekleidet war. Langes, blondes Haar wehte im Wind. Fragend sah er Aragorn an, der auch wie gebannt nach oben blickte.
