may 20 : Mich hat es auch gestört, dass man von Beregond nichts im Film gesehen hat, oder was mit Faramir eigentlich vor den Toren Osgiliaths geschehen ist. Ich denke, es war Absicht, dass die Orks ihn am Leben gelassen haben. Vielleicht sieht man das irgendwann auf einer Sonder-SEE.
Ali : Das mit dem Prügel-Gandalf fand ich schrecklich doof in den Filmen. Deswegen habe ich es absichtlich hier weggelassen.
Das Wetter ist recht unbeständig momentan. LG aus dem Frankenland.
Feael: Imrahil fehlt in den Filmen leider gänzlich. In diese, doch ziemlich filmnahe Story passt er auch nicht so ganz. Doch, ich könnte mir gut vorstellen, dass sich Imrahil beleidigt zurückziehen könnte, wenn er von Denethor regelrech t aus Minas Tirith rausgeworfen wird.
§§§§§§§§§§§§
Kapitel 32: Die Häuser der Heilung
Faramir lag immer noch in tiefster Ohnmacht auf dem steinernen Tisch. Er bekam nichts davon mit, wie die Diener seines Vaters Holz um ihn anhäuften und Öl über seine Gewänder gossen. Denethor kletterte jetzt ebenfalls auf den Tisch und übergoß sein eigenes Haupt mit Öl. Dann goß er das zähflüssige Zeug über Faramirs Gesicht. Der junge Mann begann aufzustöhnen, als ihm das Öl in die Augen drang. Die Tür wurde plötzlich aufgestoßen und Beregond drang ein.
„Hört auf, das ist Wahnsinn!" rief er entsetzt.
„Tötet ihn!" befahl Denethor kalt.
Während seine Diener mit Beregond beschäftigt waren, stieg er vom Scheiterhaufen herab, um sich eine Fackel zu nehmen. In diesem Moment sprengte Gandalf auf Schattenfell in die Totenhalle herein.Hinter ihm saß Pippin auf dem Pferd. Der Zauberer nahm einem der Soldaten die Lanze aus der Hand und stieß damit Denethor vom Scheiterhaufen weg. Er konnte jedoch nicht verhindern, dass der Truchseß im Fallen die Fackel auf das ölgetränkte Holz schleuderte.
Im Nu schossen die Flammen empor.
„Faramir!" brüllte Pippin und sprang durch die Flammen auf den Tisch. Dass er sich dadurch die Haare ein wenig versengte, kümmerte ihn nicht.
Gandalf stieß mit der Lanze das brennende Holz von Faramir weg. Mit größter Anstrengung gelang es Pippin, Faramir vom Tisch zu rollen. Wütend kam Denethor herbei und packte den Hobbit am Kragen seiner Uniform.
„Du wirst mir meinen Sohn nicht wegnehmen!" krächzte er wütend.
In diesem Moment trafen ihn Schattenfells Hufe am Hinterkopf und der Truchseß stürzte auf den brennenden Scheiterhaufen.
Gleichzeitig erwachte Faramir aus seiner tiefen Ohnmacht und sah entsetzt , wie sein Vater aus den Flammen nach ihm rief.
„Gandalf, das ist mein Traum", keuchte er mit größter Anstrengung.
Der Zauberer nickte schweigend und lächelte Faramir traurig an. Denethor war nicht mehr zu helfen: kreischend verbrannte er in dem Flammenmeer.
„Seht Ihr nun, dass Euer Truchseß verrückt war?" fragte Gandalf die Soldaten, die in ihrem Kampf mit Beregond innegehalten hatten.
Vorsichtig legten die Soldaten nun unter Beregonds Befehl Faramir wieder auf die Trage. Inzwischen war der junge Heermeister wieder bewusstlos geworden.
„Bringt nun Faramir, den neuen Truchseß von Gondor, in die Häuser der Heilung", sagte Gandalf feierlich.
§
Éowyn hielt den Atem an, als sie die Masse der Feinde sah, die sich auf dem Pelennor befand. Die unteren Festungsringe der Weißen Stadt standen in Flammen. Sie fragte sich, wo Faramir gerade war. War er bereits tot, oder verteidigte er tapfer seine Stadt gegen die Feinde? Theoden gab nun den Befehl zum Angriff. Die Reiter Rohans preschten los. Éowyn biß die Zähne zusammen und packte ihr Schwert. Dann befand sie sich auch schon inmitten der Feinde. Merry hatte auch sein kleines Schwert in der Hand und stach dann und wann vom Sattel aus auf einen Feind ein. Schließlich wurden beide aus dem Sattel geschleudert und nun galt es, zu Fuß weiterzukämpfen. Éowyn sah, wie der Hexenkönig auf seinem Untier ihren sterbenden Onkel bedrängte. Sie schrie gellend auf vor Wut und Trauer. Dann kämpfte sie mit dem Hexenkönig. Sie wusste, dass es wahnwitzig war, aber sie tat es für ihren Onkel und für Faramir, der vielleicht auch nicht mehr lebte. Es gelang ihr den Hexenkönig zusammen mit Merry zu vernichten. Als sie selbst verwundet niederstürzte, erkannte sie ihren Ring, der sich am Finger eines gefallenen Ork befand. Tränen stürzten aus ihren Augen, denn jetzt war für sie bewiesen, dass Faramir tot war. Sie zog dem Ork mit letzter Kraft den Ring vom Finger, dann wurde sie ohnmächtig.
§
In den Häusern der Heilung verschlechterte sich Faramirs Zustand rapide. Von Stunde zu Stunde wurde er matter . Als Ioreth verzweifelt Gandalf holen ließ, atmete der junge Mann kaum noch.
„Ich verstehe das nicht", meinte sie den Tränen nahe. „Wir haben die Pfeilspitzen entfernt und die Wunden gesäubert und verbunden. Auf dem ersten Blick sahen die Verletzungen schlimm aus, aber dank der Rüstung und des Kettenhemdes sind die Pfeile nicht tief eingedrungen."
„Es ist nicht nur sein Körper, der verwundet ist", erwiderte Gandalf traurig. „Auch seine Seele ist es. Ist das allzu erstaunlich?"
Ioreth senkte bedrückt das graue Haupt.
„Ich werde nach Aragorn schicken lassen, der gerade mit Éomer den Sieg vor den Toren der Stadt feiert", sagte der Zauberer aufmunternd und verließ die Häuser der Heilung.
Es war gar nicht nötig, Aragorn zu holen, denn dieser kam gerade selbst herbei. Hinter ihm schritt Éomer, der wehklagend seine schwerverwundete Schwester auf den Armen trug.
„Aragorn, du musst Faramir helfen!" rief Gandalf sofort. „Er liegt im Sterben!"
Der Waldläufer hielt entsetzt inne.
„Auch Éowyn geht es sehr schlecht, aber mir scheint, dass Faramir ein dringlicher Fall ist", murmelte Aragorn sorgenvoll.
Er folgte dem Zauberer in dem Raum, in welchem Faramir lag. Aragorn ergriff die fieberheiße Hand seines Freundes und legte seine andere auf Faramirs Stirn.
„Ich brauche Athelas!" sagte er zu Ioreth, die an seiner Seite auftauchte.
„Das Königskraut?" fragte sie fast ungehalten. „Wie soll das Herrn Faramir helfen? Das benutzen manchmal die alten Leute in der Stadt gegen Kopfschmerzen. Auch meine Base aus Imloth Melui benutzt das Athelas für ihre Gelenkbeschwerden. Sie ist nicht mehr die Jüngste, wisst Ihr..."
Aragorn gelang es nur mühsam , den Redefluß der alten Heilerin zu unterbrechen.
„Ich hoffe, dass Euere Beine so schnell wie Euere Zunge sind, Frau Ioreth", sagte er ungehalten. „Nun geht, und schafft mir Athelas herbei, wenn Euch das Leben von Herrn Faramir lieb ist."
Seufzend blickte er die Alten nach, wie sie eilig davonhumpelte.
„Ich würde ihr am liebsten einen Troll hinterherschicken, damit sie etwas schneller läuft", bemerkte er zu Gandalf, der fast ein wenig grinsen musste, trotz Faramirs ernsten Zustandes.
Er wandte sich wieder dem jungen Heermeister zu untersuchte seine Verletzungen.
„Die Wunden sind gut versorgt worden und den Valar sei Dank nicht tief", meinte er zu Gandalf, der neben ihm stand.
„Das erinnert mich alles daran, als er damals Alatariel verlor", sagte der Zauberer besorgt. „Er erlitt einen schlimmen Schock, der ihn an den Rande des Todes brachte. Doch ich konnte ihn gerade noch zurückholen. Wahrscheinlich ist jetzt das Gleiche geschehen: er muß mitbekommen haben, dass sein Vater ihn verbrennen wollte. Das muß ihn hart getroffen haben."
„Kannst du mir nicht helfen, Gandalf?" fragte Aragorn unschlüssig. „Könntest du Faramir wieder zurückholen aus dem Schatten."
Der Zauberer legte sanft seine Hand auf die Schultern des Waldläufers.
„Das ist jetzt deine Aufgabe, Isildurs Erbe."
Aragorn lächelte schief.
Jetzt endlich kam Ioreth schnaufend mit dem Athelas zurück.
„Es ist nicht viel!" stieß sie japsend hervor. „Aber mehr als die paar Blätter konnte ich in der kurzen Zeit nicht auftreiben."
Aragorn bedankte sich und forderte kochendheißes Wasser an.
Beregonds Sohn, der in den Häusern der Heilung half, brachte das Gewünschte. Nun warf der Waldläufer die Blätter hinein und sofort verströmte ein würziger Duft im Raum. Aragorn ergriff Faramirs Hand und rief ihn immer wieder beim Namen. Die Atemzüge des jungen Mannes kamen nun regelmäßiger und schließlich schlug er die Augen auf.
„Mein König", sagte er lächelnd. „Du bist gekommen. Was befiehlst du mir?"
„Ich bin es, Aragorn, dein Freund", rief der Waldläufer ganz verdattert.
Faramir sah Aragorn gelassen an.
„Ich habe gerade die Flügelkrone über deinem Kopf schweben sehen."
Gandalf nickte lächelnd und hielt sich an seinem Stab fest. Ioreth aber lief behände davon, von Raum zu Raum und verkündete laut, dass der König zurückgekehrt war.
Und schon versammelte sich bald eine Menschentraube vor den Häusern der Heilung, die den König sehen wollte.
Aragorn ging aber weiter zu Éowyn, die im angrenzenden Raum lag. Sie war vom schwarzen Schatten gestreift worden und ihr Schildarm war angebrochen. Ihr rechte Hand war zu einer Faust verkrümmt. Éomer saß stumm und trauernd an ihrem Lager. Als er Aragorn sah, atmete er auf.
„Konntest du Faramir helfen?"
Aragorn nickte.
„Er befindet sich auf dem Wege der Besserung."
Der kleine Bergil brachte den Topf mit dem dampfenden Athelas-Wasser und es dauerte nicht lange, bis Éowyn auf Aragorns Rufe hin erwachte. Endlich öffnete sie auch ihre Faust und Éomer erkannte den Ring, den sie immer getragen hatte.
„Warum hältst du deinen Ring in der Hand und trägst ihn nicht?" fragte er erstaunt.
„Ich habe ihn auf dem Pelennor gefunden, nachdem ich den Hexenkönig besiegt hatte", erzählte sie mit schwacher Stimme. „Den Ring hatte ich Faramir gegeben, bevor er nach Minas Tirith aufbrach. Nun weiß ich, dass er tot ist. Ach, hättest du mich doch auch sterben lassen, Aragorn."
Aragorn lächelte.
„Warum willst du sterben, wenn Faramir doch unter den Lebenden weilt?"
Éowyn riß die Augen erstaunt auf und fuhr hoch.
„Langsam, langsam!" mahnte Éomer erschrocken.
„Ich muß zu Faramir, sofort!" krächzte sie und hatte sich bereits aus dem Bett erhoben.
Ihren verbundenen Arm an sich gepresst, ließ sie sich von Aragorn in Faramirs Gemach bringen.
Dieser unterhielt sich gerade leise mit Gandalf. Als er Éowyn sah, verstummte er.
„Éowyn!" stieß er schließlich verwundert hervor.
Die Schildmaid fiel ihm glücklich um den Hals.
„Warum bist du mitgeritten?" fragte Faramir erstaunt.
„Du hattest mir einmal gesagt, dass meine Stunde noch kommen würde", erklärte Éowyn freudig.
„Sie hat den Hexenkönig besiegt", bemerkte Aragorn stolz.
„Du bist wahnsinnig!" rief Faramir entsetzt und stolz zugleich aus. Er drückte sie an sich.
Aragorn ließ jetzt lächelnd das junge Paar alleine, sie hatten sich sicher viel zu erzählen.
