Khamul: Ja, sie kriegen sich, und man merkt, dass sich diese lange Geschichte nun dem Ende zuneigt. Als nächstes wird eine Geschichte mit Faramir UND Boromir folgen. Ja, und Boromir wird auf jeden Fall am Leben bleiben. (ist ja auch eine Vor-Ringkriegsgeschichte)
Feael: Das mit dem Ring, den Éowyn Faramir gegeben hat, wollte ich auf jeden Fall noch miteinbringen. Daher Éowyns Gedanke, Faramir könnte tot sein.
Ali: Danke, mir geht's gut. Hast du noch Ferien? Ich wollte Éowyns Kampf mit dem Hexenkönig nicht zu ausführlich beschreiben, weil ich ja Buch/Film nicht zu sehr kopieren wollte. Außerdem schreibe ich die ganze Story ja mehr aus Faramirs Perspektive.
May20: Im nächsten Kapitel kommt... Laß dich überraschen!
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So, nun folgt das letzte Kapitel der längsten Geschichte, die ich je geschrieben habe. Und mir tut es richtig weh, diese Story nun endgültig abschließen zu müssen. Aber ich habe schon wieder neue Abenteuer von Faramir in der Schublade liegen, die veröffentlicht werden wollen.
Ich danke hiermit allen Lesern, die diese Story mit ihren treuen Reviews begleitet haben. 148 Reviews sind eine stolze Zahl, und es werden sicherlich noch einige hinzukommen. Das ist für einen Faramir-Story Rekord. Vielen Dank/alle zu Boden knuddelt/
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Kapitel 33 : Die Krönung
Faramir ging es rasch besser und schon bald konnte er aufstehen von seinem Krankenlager. Mit Bestürzung hatte er vernommen, dass seine Freunde Halbarad und Manyavel gefallen waren, als sie mit zusammen mit der Grauen Schar Pelargir vom Feind befreit hatten.
Er hatte Manyavel ein glückliches Leben gegönnt, doch nun war sie tot. Sie war noch so jung gewesen. Es schmerzte Faramir mehr, als er sich eingestehen wollte. Und Halbarads Tod war auch ein schwerer Schlag für den jungen Mann: lange Zeit hatte Halbarad ihn verachtet, doch zum Schluß waren sie dicke Freunde geworden. Halbarad hätte der Stammes führer der Dunedain nach Aragorns Krönung werden können, doch dies war ihm nicht mehr vergönnt gewesen.
Als Faramir eines Nachmittags langsam durch die Gärten spazierte, Arm in Arm mit Éowyn, die sich auch noch von ihrer Verletzung erholte, gesellte sich Aragorn zu den beiden. Sein Gesicht wirkte sorgenvoll.
„Wir haben gerade in der Zitadelle eine Beratung abgehalten – Éomer, Gandalf, Legolas, Gimli und ich", erzählte der Dunedain bedrückt. „Wir werden bald zum Schwarzen Tor reiten."
„Wir sind viel zu wenige, selbst mit dem Heer Rohans zusammen", erwiderte Faramir erschrocken. „Wie wollt ihr Sauron besiegen?"
„Besiegen?" Aragorn lächelte bitter. „Wir wollen und können ihn nur ablenken. Ablenken von Frodo und Sam. Wir werden noch heute abend losreiten."
„Ich würde gerne mitkommen, mein Freund", seufzte Faramir traurig.
„Das weiß ich", nickte Aragorn und klopfte ihm vorsichtig auf die gesunde Schulter. „Du musst dich schonen. Deine Wunden würden aufbrechen, wenn du mit uns reitest. Wir werden so schnell wie möglich versuchen, das Schwarze Tor zu erreichen. Die Männer wollen, dass ich das gemeinsame Heer von Gondor und Rohan anführe."
„Dann brauchst du auch eine entsprechende Rüstung", erklärte Faramir lächelnd. „Ich werde dir Boromirs blaue Lederrüstung mit dem Weißen Baum auf der Brust bringen lassen. Er würde sich freuen, wenn du sie trägst."
Aragorn blickte seinen jungen Freund bestürzt an.
„Das kann ich nicht annehmen."
Aber Faramir nickte und Aragorn murmelte schließlich einen leisen Dank. Beiden Männern stiegen Tränen in die Augen, weil sie von ihren Gefühlen momentan überwältigt wurden. Éowyn zog sich diskret zurück.
§
„Du bist so schwermütig heute, Liebster", meinte Éowyn besorgt, als sie einigeTag darauf wieder durch die Gärten der Häuser der Heilung spazierten.
„Ich musste nur an die vielen Lieben denken, die uns dieser Krieg genommen hat", seufzte Faramir bedrückt und ließ den Kopf hängen.
„Mein Onkel liegt immer noch unbestattet in der Zitadelle", fuhr Éowyn traurig fort. „Wer weiß, ob das Heer siegreich sein wird. Alles hängt von dem kleinen Ringträger ab. Eigentlich ein Aberwitz! Das mächtige Mordor und der große Sauron haben nur diesen Hobbit als ebenbürtigen Gegner."
„Ich vertraue Frodo", meinte Faramir zuversichtlich. „In diesen zähen, kleinen Halblingen steckt mehr, als man denkt. Hat nicht Merry dir geholfen, den Hexenkönig zu besiegen?"
„Du hast recht, Liebster", lächelte Éowyn und ergriff seine gesunde Hand. „Ich wünschte, ich hätte soviel Hoffnung wie du."
„Ich glaube ganz fest, dass diese Dunkelheit nicht andauern wird", fuhr Faramir aufmunternd fort.
Éowyn sah zweifelnd zum Himmel empor, der immer schwärzer wurde. Seit einigen Tagen schon sah man keine Sonne mehr und alles Leben schien langsam zu ersterben.
„Ich habe Angst", gestand sie und drückte sich ganz fest an Faramir.
In diesem Moment sah Faramir im Osten eine Feuersäule emporsteigen und dann den Adler, der auf die Stadt zugeflogen kam. Der große Greifvogel kam wie ein Bote, der eine glücklichere Zeit ankündigte. Die Sonne schien die dunkle Wolkenwand beiseitezuschieben und es wurde wieder hell.
„Éowyn, sieh nur – es ist vorbei", flüsterte er ergriffen.
Die Schildmaid drehte sich um und traute ihren Augen nicht.
„Du hattest recht – die Dunkelheit verzieht sich", murmelte sie staunend.
Unten in der Stadt begannen die Menschen zu jubeln: Sauron war besiegt, der Krieg war vorbei!
Einige Wochen später:
Faramir führte Aragorn nun schon zum x-ten Mal durch die Zitadelle. Für den Waldläufer waren diese Mauen schier erdrückend.
„Ich kenne mich in jedem Landstrich Mittelerdes besser aus als in diesem Gemäuer", brummelte er vor sich hin. „Und du meinst wirklich, ich soll hier wohnen, Faramir?"
Der jüngere Mann grinste breit.
„Was soll denn das Volk von uns denken, wenn der Truchseß in der Zitadelle wohnt, und der König im Fürstenhaus von Emyn Arnen?"
„Du hast es gut", seufzte Aragorn und kratzte sich an seinem dunklen Bart. „Du kannst im Grünen wohnen und ich hause hier in diesem...diesem Kerker."
„So schlimm ist es nun auch wieder nicht", meinte Faramir tröstend. „Ich habe hier fast 34 Jahre meines Lebens verbracht. Komm, ich zeige dir die Gärten. Dort wird es dir gefallen."
„Wenn du das sagst", murrte Aragorn und folgte ihm.
Draußen unter den Obstbäumen besprachen die beiden Freunde und Waffengefährten, wie die Krönungszeremonie ablaufen sollte. Aragorn war dankbar, dass Faramir so belesen war und genau wusste, wie so eine Feierlichkeit abgehalten werden musste.
„Hast du denn überhaupt schon die Krone gefunden?" fragte der Dunedain-Anführer hoffnungsvoll.
Faramir lächelte und schlug Aragorn auf die Schulter.
„Deine Hoffnung ist umsonst: die Krone ist längst aus den Gewölben der Zitadelle geholt und auch schon geputzt worden."
„Schade", murmelte der Waldläufer scherzend. „Mich graust es schon vor dem schweren Ding."
„Das kann ich dir leider nicht ersparen", witzelte Faramir weiter und schließlich fingen beide Männer schallend an zu lachen.
Am nächsten Tag fand die Krönungszeremonie im Hof der Zitadelle statt. Bis zuletzt hatte Aragorn noch gehofft, dass Arwen rechtzeitig kommen würde, aber es sah nicht so aus. Resignierend trat er aus der Zitadelle und blickte auf die Menschenmenge, die ihm zujubelte. Faramir kam jetzt im Festgewand auf ihn zu und trug auf einem Samtkissen die Flügelkrone vor sich her. Aragorn schluckte, als er die Krone sah.
Faramir kniete jetzt vor ihm nieder:
„Ich bin nun nicht länger Truchseß von Gondor und bitte Euch, König Elessar, mein Amt aufzuheben."
Aragorn lächelte leicht.
„Faramir, wir hatten einmal vor längerer Zeit etwas besprochen", sagte er ganz unvorschriftsmäßig. „Ich sagte mal, wenn ich König werde, dann sollst du mein Truchseß sein. Ich bestätige dich und deine Nachkommen also in diesem Amt. Du sollst auch gleichzeitig der Fürst von Ithilien und Herr von Emyn Arnen sein."
Faramir erhob sich jetzt und verneigte sich tief.
„Ich danke Euch, mein König."
Dann wollte er Aragorn die Krone überreichen. Doch dieser wollte, dass ihm Frodo und Gandalf die Krone aufsetzten. Und so geschah es dann auch. Der Hobbit bekam das Samtkissen mit der Krone von Faramir. Er nahm die Krone feierlich herunter und übergab sie dann dem Zauberer. Dieser setzte sie schließlich Aragorn auf.
„Und nun kommen die Tage des Königs", rief Gandalf laut dem Volk Gondors und Rohans zu. „Mögen sie glückselig sein."
Aragorn hob die Hand, um das jubelnde Volk zu beruhigen.
„Dieser Tag gehört nicht einem einzigen Mann, sondern uns allen. Laßt uns diese Welt wieder zusammen aufbauen und darin in Frieden leben."
Dann schritt er langsam zum Weißen Baum hin, der seit einigen Tagen in voller Blüte stand. Leise begann Aragorn zu singen:
„Et Earello Endorenna utulien Sinome maruvan ar Hildinyar tenn' Ambar-metta."
Dann begann es weiße Blüten vom Baum zu schneien und ein Raunen der Begeisterung ging durch das Volk.
Faramir und Éowyn blickten sich glücklich lächelnd an: Ihre Hochzeit würde in wenigen Tagen hier in der Zitadelle stattfinden.
Links neben dem jungen Truchseß stand Maruvan, der neue Stammesführer der Dunedain. Die Trauer um seinen Bruder sah man ihm noch deutlich an.
„Ist es jetzt vorbei?" flüsterte Éowyn Faramir ungeduldig zu.
„Da vorne steht eine Elbendelegation", raunte ihr künftiger Gemahl zurück. „Ich glaube, Arwen ist tatsächlich noch rechtzeitig gekommen."
Ungläubig ging der König auf die Elben zu. Er ahnte, wer sich da hinter dem Bann verbarg. Arwen nahm das Banner schließlich zur Seite und strahlte ihren geliebten Estel an. Die beiden fielen sich glücklich um den Hals.
Somit war das Glück perfekt. Wenige Tage später fand dann eine Doppelhochzeit in der Zitadelle statt.
Noch viele Jahre sprach man in Minas Tirith von diesen Ereignissen.
Faramir und Éowyn bezogen wenige Monate nach ihrer Hochzeit das wieder instandgesetzte Fürstenhaus in den Emyn Arnen. Dort verbrachte das Paar viele glückliche Jahre.
ENDE
