Danke Chromoxid. :)
Hermine ließ sich auf den Stuhl neben Hagrid fallen.
„Siehst nicht gut aus Hermine, ist was passiert?" fragte sie Hagrid.
Ron sah missmutig in seine Tasse und Harry schloss sein Mund mit einen von Hagrids Keksen.
„Nicht wirklich, Hagrid! Sag mal, kennst du die Geheimgänge unter dem Schloss?"
Ron sah von seiner Tasse auf und blickte von Hermine zu Hagrid. „Was für Geheimgänge?"
Hagrid fuhr sich unsicher durch seinen dichten Bart. „Naja, man kennt sich halt aus!"
„Aber, ich meine, weißt du was dort unten ist?"
„Manche Dinge sollte man nich wissen, Hermine, das ist wirklich besser für dich!"
„Was für Geheimgänge?" Harry riss seine Zähne auseinander. „Hermine, kennst du etwa welche die wir nicht kennen?"
Hermine sah schuldbewusst zu Harry. „Also, ich ... ich glaube nicht das ihr das wissen solltet!"
„Hermine, du hast nur noch Geheimnisse vor uns!" empörte sich Ron.
„Ron, das stimmt gar nicht!"
Hagrid legte Hermine beruhigend seine große Hand auf die Schulter. „Wieso möchtest du das denn wissen?"
„Weil Dumbledore einen Vampir dort unten hält!" platzte sie heraus.
„Ah, stimm, davon hab ich gehört. Ist aber nicht mehr da, keine Angst. Weiß auch nicht wieso der da unten rumlag."
„Ein Vampir? Ein VAMPIR IN HOGWARTS?" Ron stieß seine Tasse um und der Tor lief über den Tisch.
„Is nich mehr da, der Vampir!" winkte Hagrid ab. „Dumbledor hat kurzen Prozess gemacht! Is auch besser so."
„Wieso weißt du das?" Harry hatte Schwierigkeiten seinen Mund weit genug zu öffnen. „Hat dich Snape etwa darunter geschleppt?"
„Der schleppt die höchstens bis in sein Bett!" Ron biss sich auf die Zunge.
„Wie?" Hagrid zog seine Augenbrauen zusammen. „Stimmt das etwa Hermine?"
„Ach was!" Hermine lief rot an. „Ich weiß nicht mal wie die privaten Gemächer von ihm aussehen!"
„Dann war es eben in seinem Büro!" Harry stieß Ron an, der sich seinen Arm rieb.
„Ihr...!" Hermine sprang auf. „Ihr denkt wohl so wie Maylfoy!" Tränen traten in ihre Augen. „Ihr seid wirklich tolle Freunde!" Sie riss die Tür zur Hütte auf und lief zum Schloss hinauf.
„Das habt ihr beide wirklich gut gemacht!" Hagrid schüttelte den Kopf. „Vielleicht solltet ihr euch bei ihr entschuldigen! Is besser, glaubt mir. Hermine würde so was sicher niemals tun! Und dann auch noch mit Snape, ihr habt eine Fantasie!" und er musste laut lachen.
„Wie ich sie hasse!" Hermine blieb vor dem Schloss stehen. Sie wollte jetzt ihre Ruhe und über alles nachdenken. Ihre Freunde hatten kein Vertrauen mehr zu ihr, sie hatte viele Stunden in der Schule verpasst und Snape... Snape würde niemals die Gefühle für sie erwidern, da war sie sich sicher.
Ihr Weg führte nun von der Schule weg. Hinunter zu dem See, an dem sie sich hinter einem großen Busch niederließ.
Wolken hatten sich inzwischen vor die Sonne geschoben und es wehte ein kühler Wind. Sie blickte auf den kleinen See auf dem sich die Wellen kräuselten.
„Wäre ich doch niemals nach Hogwarts gekommen!" seufzte sie leise und zog den Umhang enger um sich. Ihre Gedanken waren wieder bei Snape. Er hatte sie bei ihrem Vornamen genannt und sie beschützt. Noch immer spürte sie seine Hände auf ihrem Körper, den Atem der sie im Nacken kitzelte. Seine reine Anwesenheit beruhigte sie und weckte Gefühl in ihr die sie bisher nicht kannte.
Sie musste das alles vergessen, er war ihr Lehrer, alle hassten ihn und sie hatte ihn bis vor kurzem auch gehasst. Verwirrt biss sie in ihre Lippe, hatte sie ihn wirklich gehasst? So wie Ron und Harry? Nein, wenn sie darüber nachdachte, gehasst hatte sie ihn nie. Bewunderung hatte sie ihm geschenkt, trotz das er zu den Gryffindors immer unfair war. Sein Wissen bewunderte sie und sie wünschte sie wüsste was er getan hatte damit Dumbledore ihm vertraute. Dumbledore vertraute ihm, er nannte ihm beim Vorname, das hieß doch das er ihn mochte, überlegte sie. Sie konnte sich nicht vorstellen das Dumbledore sich in einem Menschen irren konnte.
Ihre Wangen fingen wieder an zu glühen. Wenn Dumbledore ihm vertraute, dann konnten ihre Gefühle ihm gegenüber doch gar nicht so falsch sein. Vielleicht sollte sie Snape ihre Gefühle gestehen. Sie schlug sich an die Stirn.
„Das habe ich ja bereits!"
„Was haben sie bereits?"
Hermine schrak zusammen.
„Ihre Verabredung ist wohl nicht so gelaufen wie sie wollten!" In Snapes Stimme schwang wieder Sarkasmus mit. War er ihr etwa gefolgt?
„Ich gehe davon aus das sie wohl keine Zeit haben! Sie sind sicher viel zu beschäftigt mit sich selbst zu reden!"
„Das...ich rede nicht mit mir selbst!" sie sprang auf. „Darf man denn nicht einmal über einige Dinge nachdenken?"
„So, das ist bei ihnen nichts neues, denken sie denn nicht die ganze Zeit nach?"
„Ich dachte immer ihnen sind denkende Menschen lieber, als irgendwelche hirnlosen Dummköpfe!"
Snape hob amüsiert eine Augenbraue. „Nicht schlecht, Miss Granger! Nun, ich möchte mich ja nicht in ihr Liebesleben einmischen, aber es wird bald wieder anfangen zu stürmen, vielleicht sollten sie sich lieber ins Schloss begeben! Ich möchte sie ungern aus dem See fischen wenn das Wasser über das Ufer schlägt!"
Hermine sah hinauf zum Himmel, tatsächlich hatte der Wind dunkle Gewitterwolken zu ihnen geschoben.
„Ich kann sehr gut auf mich selber aufpassen!"
„Das haben sie ja heute bewiesen!"
Musste Snape wirklich zu jedem Satz etwas sarkastisches sagen?
„Sie sind doch Schuld! Wer schleppt denn eine Schülerin hinunter zu solchen Monstern! Das kann ja wirklich nur jemand wie sie machen!"
„Miss Granger!"
„Wahrscheinlich stehen sie gar nicht auf unserer Seite!" eigentlich glaubte sie das nicht, aber sie war traurig, als sie ihn sah hatte ihr Herz wieder angefangen zu schlagen und sie hatte sich gewünscht er nehme sie wieder in seine Arme. „Wen wollen sie als nächstes umbringen? Oh ja, bringen sie Harry um, das ist es doch was Voldemort will! Und nur so aus Spaß bin ich dran! Ich fühle mich geehrt!"
„Silencio!"
Hermine starrte ihn mit offenem Mund an.
„Der Alkohol scheint ja immer noch seine Wirkung zu zeigen! Soviel haben sie nun auch nicht getrunken!"
Hermine blinzelte, woher wusste er wie viel sie getrunken hatte? Vor ihren Augen spielte sich der Abend noch einmal ab. Dieser fremde Junge, mit der blassen Haut und den schwarzen Haaren. Er hatte sie immer wieder Miss Granger genannt und ... Sie sah Snape entsetzt an. Und sie hatte ihn geküsst und vor ihm auch noch zugegeben das sie sich in Snape verliebt hatte. Hatte nicht auch Ginny gesagt das Snape erst auf der Party aufgetaucht war, nachdem sie schon lange weg war?
Sie wollte etwas sagen, doch nur ihre Lippen bewegten sich und kein Ton kam aus ihren Mund. Nicht einmal verteidigen konnte sie sich. Sie hielt sich die Hände an die glühenden Wangen und drehte sich von Snape weg. Snape, sie hatte ihn geküsst, sie hatte wirklich ihren Lehrer geküsst!
„Miss Granger, was für ein Problem haben sie diesmal?"
Fassen sie mich nicht an, flehte Hermine im Stillen.
„Nun, ich nehme an das sie es herausgefunden haben!"
Hermine lauschte seinen Worten und ihr Kopf wurde hochrot.
„Machen sie sich bloß kein falschen Hoffnungen, Miss Granger!"
Hermine Schultern fingen an zu zucken und die Tränen liefen ihr über die Wangen. Es war genauso wie sie gedacht hatte, er würde sie niemals lieben.
„Ich habe keine Verwendung für kleine Mädchen, schon gar nicht für eine Gryffindor!"
Es zeriss Hermine das Herz. Wieso sagte er solche Dinge? Sie schüttelte schweigend den Kopf. Das konnte nicht war sein, sie musste träumen. Vorhin hatte er sich ganz anders angehört, es kam ihr beinahe so vor, als wolle er mit ihr zusammen sein. Wieso sagte er dann so etwas?
„Sie sollten wirklich ins Schloss gehen!"
Hermine stand starr da. Ins Schloss? Sollte sie sich etwa Ron und Harry stellen? Wie sollte sie ihre Tränen erklären? Ihre Traurigkeit? Und wie sollte sie Snape je wieder ins Gesicht blicken können.
„Ich werde ihr Gedächtnis löschen! Das wird wohl besser sein!"
Für einen Moment hörte sie auf zu schluchzen. Nein, sie löschen mein Gedächtnis nicht, dachte sie.
Sie drehte sich um. ‚Wieso? Wieso?' fragte sie ihn stumm und war sich bewusst das er ihre Tränen sah. Er zog sein Zauberstab hervor und in dem Moment drehte sich Hermine um und lief davon.
Niemand durfte sich an ihrem Gedächtnis vergreifen. Auch wenn er sie vor dem Schmerz bewahren würde, das wollte sie nicht.
„Miss Granger! Bleiben sie stehen!"
Doch Hermine hörte ihm nicht zu, sie lief geradewegs in den Verbotenen Wald.
Ich bin mir ziemlich sicher im nächsten Kapitel erlebt ihr eine Überraschung, denn es kommt gaaaaaaaaaanz anders :p aber ich verrate euch nicht was :hihi
