Epilog – Das Vermächtnis
Ein in rotem Leder gebundenes Buch. Unscheinbar. Zerschlissen.
Mein größter Schatz.
Ihre Gedanken auf ewig in diesem kleinen Buch gebannt. Ich kam zu spät, konnte ihr nicht mehr sagen, dass ich sie liebe. Ich hoffe, dass sie es gewusst hat, tief in ihrem Herzen.
Die Welt wirkt so unscheinbar, langweilig, seid ich weis das nie wieder ihr lachen erklingen wird, sie nie wieder diesen Glanz der Vorfreude in ihren Augen haben wird.
Man bemerkt erst was einem wirklich wichtig ist, wenn es verschwindet.
Ihr Grab, geschmückt mit weißem Oleander … ihre Lieblingsblumen.
Ich konnte sie zu ihren Lebzeiten nie verstehen, machte mir auch nicht viel mühe es zu versuchen. Doch jetzt, nach ihrem Tod, verstehe ich sie besser als je zuvor.
Sie hat viel durchgemacht, vielleicht mehr als ich es erahnen kann. Mein Leben war nie wirklich leicht, ich habe zu viele Fehler gemacht. Sie hat nie willentlich einem Menschen geschadet und trotzdem hat man sie verurteilet.
Doch ich weis, dass sie ihr Leben trotz allem geliebt hat. Sie hatte Freunde und ein fast erfülltes Leben.
Sie war um viele Menschen besorgt, hat sogar versucht Tom zu verstehen. Er hat ihr alles genommen, dennoch hat sie ihn nie verurteilt. Diese Eigenschaft von ihr werde ich wohl nie verstehen.
Ginny sagte mir, dass ich versuchen soll Draco zu verstehen und ihm zu verzeihen. Hermione konnte es. Ich bin mir nicht sicher ob ich das auch kann.
Seid ihrem Tod bin ich ein anderer Mensch, die Schüler haben keine Furcht mehr vor mir. Sie hat mich gelehrt, dass Leben zu lieben so wie es ist. Ich kann nicht mehr kalt und Grausam sein und ich will auch nicht länger Einsam sein.
Ich habe in Remus einen guten Freund gefunden, vielleicht den besten den ich je hatte. Wir reden viel in letzter Zeit, er spricht von Sirius und ich von Hermione. Das reden hilft, ich glaube wir beide helfen uns über ihren Tod hinweg zu kommen.
So sehr ich ihm auch vertraue, es gibt Dinge die ich nicht einmal mit ihm Teilen kann.
Hermiones Abschiedsbrief
Ich habe ihn schon oft gelesen, zu oft. Ich glaube ich kann ihn sogar schon auswendig …
Lieber Severus,
ich glaube du wirst dich über diesen Brief wundern, trotzdem hoffe ich das du ihn lesen wirst. Es gibt soviel zu sagen, doch mir bleibt nicht die Zeit dazu. Ich will das du mein Tagebuch liest und es dann veröffentlichst! Die Menschen sollen lernen zu verstehen, sie sollen ihre Vorurteile vergessen und andere so sehen, wie sie wirklich sind. Ich hoffe, dass mein Tagebuch ihnen dabei helfen wird.
Warum ich gerade dich darum Bitte und niemand anderen?
Ich vertraue dir Bedingungslos. Ich weis, dass du das nicht verstehen wirst, doch ich habe meine Gründe! Ich würde dich so gern noch einmal sehen, doch ich weis dass es zu spät dafür ist. Ich hoffe das du dein Leben endlich so leben kannst, wie du es immer wolltest.
Bitte geh zu meinen Eltern und rede mit ihnen. Ich habe ihnen das Tagebuch noch nicht gegeben, ich glaube du solltest sie erst einmal darauf vorbereiten. Ich habe ihnen nie von dem Kampf und ihren Opfern erzählt, sie haben nie gewusst warum ich in die Muggelwelt zurückgegangen bin. Ich war und bin noch nicht bereit dazu, über die damaligen Ereignisse zu sprechen.
Ist es kindisch zu hoffen Harry und Ron jetzt wieder zu sehen? Ich weis nicht, ob es so etwas wie das Leben nach de Tod gibt, aber ich hoffe trotzdem das meine Seele den weg zu ihnen finden wird. Ich sehne mich so nach ihrer Freundschaft und Liebe …
Ich weis nicht ob du es gewusst hast, aber ich war damals sehr einsam. Ich weis nicht ob es daran lag das ich gerne gelernt habe, oder ob es an mir selbst lag, aber ich hatte vor Harry und Ron nie Freunde. Ich glaube dass ich deshalb so sehr an ihnen hänge, sie waren meine ersten und einzigen richtigen Freunde und ich war ihnen dankbar dafür!
Ich hoffe das du meine Entscheidung, die Zaubererwelt zu verlassen, einmal verstehen wirst.
In ewiger Liebe
Hermione Granger
Ja ich habe es verstanden, es war nicht leicht, doch ich habe es geschafft.
Das Leben geht weiter, die Schüler drängen sich durch die Gänge des Schlosses, oder sitzen kichernd auf den Wiesen oder an dem Teich von Hogwarts. Sie können wieder lachen, verschwenden keinen Gedanken an die verlorenen Menschen. Ich freue mich für sie.
Nun sitze ich hier, bei Madame Rosmerta und trinke ein Butterbier. Remus hat mich so lange genervt, bis ich mit ihm gegangen bin. Er scherzt die ganze Zeit und lacht. Ich lache mit ihm.
Dafür danke ich dir, du hast mir mein Leben wiedergegeben.
