Danke für die Liebe Reviews. :) Ich bin mir sicher das es noch so einige Szenen geben wird in denen einem zum Weinen zumute ist. Ich hoffe das nächste Kapitel gefällt euch und ist nicht allzu sehr aus der Luft gegriffen.


Hermine hatte die ganze Nacht hindurch geweint. Ihre Augen waren rot unterlaufen. Lupin schlief noch als sie aufstand und sich von der Krankenstation stahl. Die erste Stunde war Zaubertränke, sie hatte Angst vor dem was Snape zu ihr sagen würde.

„Hermine!" Ron nahm sie erfreut in den Arm. „Geht es dir auch wirklich besser?"

„Ja, macht euch keine Sorgen!"

„Oh Hermine, wir haben gleich die schrecklichste Stunde auf der Welt!" seufzte Harry als er auf den Stundenplan sah.

„Erinnere mich bloß nicht an gestern!" seufzte Ron.

„Was war denn?" fragte Hermine nach.

„Snape war glaube ich noch nie so schlimm drauf!" erklärte Harry.

„Ja, ich glaube alle Gryffindors haben Strafarbeiten bekommen, selbst einige der Slytherin!" Ron biss sich auf die Lippe. „Was wird wohl heute geschehen?"

Hermine griff nach dem Fläschchen in ihren Umhang und stellte beruhigt fest das es noch da war.

„Vielleicht hat er nur schlecht geschlafen!"

Sie folgte den beiden hinunter in die Kerker. Ron zog eine Grimasse. „Wieso müssen die uns eigentlich so quälen?"

Hermine sah auf als Snape die Tür zu dem Klassenzimmer aufriss. Ihre Blicke trafen sich für einen Moment, doch er wandte sich sofort wieder ab.

Die Schüler drängten in das Klassenzimmer, außer Hermine, die abwartete bis alle drinnen, waren, dann zog sie das Fläschchen aus der Tasche, ging an Snape vorbei und drückte es ihm in die Hand. Als sie einen Blick über die Schulter warf sah sie wie Snape das Fläschchen anstarrte, schließlich sah er auf. Er schnappte nach Luft, doch sagte nichts. Ihm wurde wohl klar das Hermine wirklich alles mitbekommen hatte was er am Abend zur ihr gesagt hatte.

Hermine setzte sich auf ihren Platz ganz hinten und hoffte er würde jetzt nicht mit seinen Attacken anfangen die er ihr versprochen hatte. Sie wollte nicht wissen wie sehr er sie verletzten konnte.

„Ich hoffe sie haben alle ihre Strafarbeiten mitgebracht!"

Ron stöhnte hörbar laut und Hermine stieß ihn an.

„Ich...!" sein Blick fiel auf Hermine und er stockte. Reiß dich zusammen Snape, sagte er leise zu sich selbst. Er räusperte sich. „Ich gehe davon aus das sie wissen was sie zu tun haben!"

Hermine hob die Hand.

„Ja, Miss Granger!"

„Wie sie vielleicht wissen!" fing Hermine an. „konnte ich am gestrigen Unterricht nicht teilnehmen, daher...!"

„Daran sind sie selber schuld!" zischte er und setzte sich hin. Hermine sah ihn verblüfft an. Wollte er sie ab jetzt ignorieren, das konnte er doch nicht machen.

„Siehst du!" flüsterte ihr Ron zu.

Hermin nahm ihren Mut erneut zusammen und ging nach vorne ans Pult. Einige der Schüler sahen ihr gebannt nach. Was würde Snape wohl jetzt machen?

„Professor, ich...!"

„Was wollen so, Miss Granger?" unterbrach sie Snape ungehalten. „Sie müssen nicht mich fragen was im letzten Unterricht dran gekommen ist, es gibt hier genug Schüler die sie fragen können. Wenn ihre Klassenkameraden nicht aufpassen, dann ist das nicht meine Schuld!"

Hermine schluckte, dann lächelte sie ihn an und beugte sich zu ihm hinunter. „Danke!"

„Wie bitte?" Snape sah sich mit gerunzelter Stirn an.

„Für das Kompliment letzte Nacht!..." sie schluckte. „Ich ... ich liebe sie!"

Snape fiel das Reagenzgläschen aus der Hand und zersprang klirrend auf dem Boden. Die Schüler starrten nun Hermine und Snape an. Sie warteten richtig darauf das er sich über sie hermachen würde.

„ICH HABE IHNEN EINE AUFGABE GEGEBEN! ALSO KÜMMERN SIE SICH GEFÄLLIGST DARUM!" schnaubte er wütend.

Hermine blieb am Pult stehen und wartete was Snape sagen oder tun würde. Doch er ignorierte sie komplett.

„Professor?"

Nichts.

„Professor Snape! Sir!"

Snape nahm sich eine Feder und fing an die Arbeiten aus einer anderen Klasse zu korrigieren. Einige Minuten beobachtete Hermine ihn dabei wie er viele Fehler komplett überlas.

„Severus!" flüsterte sie nun leise.

Ein großer Klecks zierte nun eine Arbeit und Snape griff genervt zu seinem Zauberstab. „Machen sie das was die anderen machen und stören mich gefälligst nicht mehr!"

Hermine seufzte und ging zu Harry und Ron an ihren Platz.

„Mir wäre fast das Herzt stehen geblieben!" flüsterte Ron.

„Ich dachte auch das er dich zur Sau macht!" Harry stocherte in seinem Trank herum, der immer härter zu werden schien. „Aber ich kenne das. Wenn Snape nicht mehr weiter weiß dann ignoriert er einen. Das macht er bei mir auch immer, du solltest dich glücklich schätzen."

„Ja, vielleicht!" Hermine versuchte zu lächeln, doch sie schätze sich nicht glücklich, nein, sie wollte das Snape sie ansah und ihr zeigte das er sie bemerkte. Sie wollte das er noch einmal das sagte was er letzte nacht gesagt hatte.

„Sag mal, Harry, was müsste ein Mädchen zu dir sagen damit du etwas ganz bestimmtes noch mal sagst?"

„Wie?" Harrys Rührstab steckte inzwischen in dem Trank fest und wollte abrupt nicht mehr hinaus. „Ich würde sagen, „Sag das noch mal!", wer soll denn was sagen?"

Hermine seufzte und starrte in ihren Trank, der im Gegensatz zu Harrys ohne Probleme zu rühren ging. „Nichts, ich habe mir nur überlegt ob Jungs anders denken als Mädchen!"

„Das müsstest du doch am besten wissen!" Ron sah zu ihr hinüber.

„Ihr würdet also nicht mehr erwarten von einem Mädchen?" fragte sie noch einmal.

„Was möchtest du denn noch einmal von uns hören?" Harry ließ seinen Rührstab einfach stecken und wandte sich seiner Freundin zu.

„Ich möchte gar nichts von euch wissen!" Hermine zog ihren Zauberstab heraus. „Evanesca!"

Harrys Rührstab fiel klappernd in den leeren Kessel. „Ihr bekommt ohne mich wirklich nichts auf die Reihe!"

„He!" rief Ron. "Mein Trank klumpt nur etwas!"

„Ich würde behaupten er hat die Konsistenz von Sand!" Hermine blickte in seinen Kessel.

Ron legte sich beleidigend darüber. „Wenigstens bin ich fast fertig."

„Meint ihr Snape regt sich auf wenn ich einfach verschwinde?" frage sie plötzlich grinsend.

„Wieso, wo willst du hin?" Harry startete keinen neuen Versuch einen Trank herzustellen.

„Einfach nur raus hier."

„Möchtest du Snape etwa provozieren?" fragte Ron mit hochgezogenen Augenbrauen.

Hermines Augen fingen plötzlich an zu funkeln. „Ich frage mich was er macht wenn ich ohne Erlaubnis in sein Büro gehe."

„Hermine, der wird dir mit dem Rausschmiss drohen, so wie der zur Zeit drauf ist!"

„Er droht einem immer mit dem Rausschmiss!" korrigierte ihn Harry.

Hermine stand auf. „Das werde ich ja sehen!"

Harry und Ron verfolgten sie mit ungläubigen Blicken. Einen Moment blieb Hermine vor seinem Pult stehen, doch Snape änderte seine Entscheidung nicht und ignorierte das junge Mädchen weiterhin. Damit ging Hermine auf sein Büro zu, die Tür öffnete sich knarrend und Snape, der natürlich genau mitbekam was in seinem Klassenzimmer geschah war mit einem Mal auf den Beinen.

Natürlich fiel ihm sofort auf wer fehlte. Ohne groß etwas zu sagen lief er durch die offene Tür zu seinem Büro und ließ sie mit einem großen Knall zu fallen.

„Was soll denn das nun wieder, Miss Granger? Wollen sie mich wahnsinnig machen!"

Hermine saß in dem großen schwarzen Ledersessel vor seinem Pult und lächelte ihn fröhlich an. „Möchten sie das nicht?"

Sie zog sich ihren Pullunder über die lockige Mähne und ließ ihn auf den Boden fallen. „Dann halten sie mich doch davon ab!"

Snape sah sie ungläubig an, er konnte nicht glauben das sich seine Schülerin doch tatsächlich freiwillig vor ihm auszog, wo sie sich damals so zimperlich angestellt hatte.

Als sie einen Knopf nach dem anderen ihrer Bluse öffnete wachte Snape schließlich aus seiner Starre auf.

„Miss Granger, lassen sie das gefälligst!" Er stolperte zu ihr hinüber, fiel vor ihr auf die Knie und knöpfte ihr die Bluse wieder nervös zu.

Hermines Herz schlug heftig, er war ihr so nahe.

„Was soll das, Miss Granger?" Er versuchte sie mit einem wütenden Gesichtsausdruck anzusehen, doch als er in ihre Rehbraunen Augen sah viel die Maske wieder ab.

„Professor, ich möchte es gerne noch einmal hören?"

„Was? Das sie das gefälligst lassen sollen? Wieso zum Teufel haben sie ihren Trank nicht genommen?"

Hermine sah auf ihre Knie. „Ich weiß es nicht, mir kam es etwas komisch vor das ich einen Trank nehmen sollte um besser zu schlafen."

Snape richtete sich wieder auf. „Sie wollen mich wohl in den Ruin treiben."

„Nein, das möchte ich nicht!"

„Sie haben mit dem Schulleiter darüber geredet was in der Nacht draußen geschehen ist!"

Hermine nickte vorsichtig. „Ja, das habe ich!"

„Sie wollen das ich nach Azkaban komme! Das mich der Schulleiter der Schule verweist!" Er blickte sie scharf an.

„Nein, nein!" Hermine schüttelte den Kopf. „Das möchte ich nicht... nicht mehr!" gab sie zu. „Ich habe darüber nachgedacht und deshalb... deshalb war ich in der Nacht bei Ihnen."

„Sie meinen ihre fixe Idee den Todessern beizutreten?"

Hermine legte den Kopf schief. „Nun, eigentlich nicht deswegen!" Sie lächelte und ihre Wangen wurden rot.

„Nein, sagen sie es lieber nicht!" Snape setzte sich erschöpft in seinen Sessel und betrachtete sie beunruhigt.

„Finden sie das denn wirklich?"

„Was?"

„Sie sagten... egal was sie heute sagen...!"

Snape fuhr sich nervös mit den Fingern über die Lippen. „Wieso möchten sie das wissen? Es hat sie scheinbar zum weinen gebracht!"

Hermine schüttelte den Kopf. „Nein, ich wusste das sie mich verlassen wollten, das war so traurig. Ich wollte nicht das sie gehen!"

„Wie sie sehen bin ich hier!"

„Sie wissen genau was ich meine!" Hermine zupfte an ihrem Rock. „Wissen sie das sie es sich verdammt einfach machen? Sie sagten zu mir ich solle vor meinen Gefühlen nicht davon laufen, was machen sie dann?"

Snape war still, dann ließ er die Hände sinken und meinte. „Als Todesser bleibt ihnen nichts anderes übrig als ihre Gefühle zu unterdrücken."

„Sie sagten sie haben an mich gedacht! Aber... das war doch bevor ich!" sie schluckte. „das war bevor ich sie geküsst habe!"

Snape presste die Lippen aufeinander. „Ja, da haben sie recht. Der dunkle Lord ging wohl davon aus das ich sie mögen würde!"

„Er ging davon aus?" hackte Hermine nach.

„Er ging davon aus!" wiederholte Snape.

„Die Todesser sagten das ich sie mögen würde!" Sie fing wieder an, an ihrer Lippe zu knabbern. „Woher wussten sie das?"

„Ich war nicht vorsichtig genug! Miss Granger, ich bitte sie ein letztes Mal, es ist gefährlich, sie sollten sich von mir fernhalten."

„Meinen sie damit das sie gefährlich sind?" Sie stand auf und ging um den Tisch herum. „Meinen sie wenn ich sie gefährlich fände würde ich ihnen so nahe kommen?"

Ein Lächeln umspielte Snapes Lippen. „Nun, das was gestern bzw. heute Morgen geschehen ist, das hätte niemals geschehen sollen. Sie haben mich überrumpelt."

Hermine stand neben seinem Sessel und sah auf ihn hinab. „Wenn das die einzigste Möglichkeit ist ihnen einen Kuss zu stehlen!" Sie fing wieder an ihre Bluse aufzuknöpfen.

„Lassen sie das!" Er griff nach ihren Händen und zog sie von der Bluse zurück, nun lag ihm der Blick auf ihren Busen frei. „Nette Unterwäsche!" meinte er nur, dann griff er wieder nach den Knöpfen und schloss sie, doch Hermine hatte während dessen die Schnalle an ihrem Rock geöffnet und dieser fiel sofort zu Boden.

„Miss Granger!" sagte Snape gequält und wollte nach den Rock greifen, doch Hermine hielt seine Hände fest. Snape wehrte sich nicht, er war in einer Situation in der er sich nicht herauszuhelfen wusste. Und er wollte Hermine ungern wegstoßen und sie dabei womöglich verletzen.

Hermine stieg aus dem Rock, kletterte auf seinen Schoss und legte ihre Arme um seinen Hals. Verzweifelt versucht Snape ihre Hände zu lösen.

„Zum Teufel, Miss Granger, lassen sie das! Sie gehen zu weit!" Hermines Haare raubten ihm die Sicht. „Ich hätte niemals angenommen das sie so gar nicht schüchtern sind!"

„Ich bin mir sicher das es noch viele Dinge gibt die sie nicht über mich wissen!" Sie beugte sich über sein Gesicht und schloss die Augen.

„Ich bitte dich...!" versuchte Snape, doch er konnte sich nicht mehr wehren. Hermine hatte ihm ihre weichen Lippen auf die seinen gelegt, ihr Duft betörte ihn. Er gab es auf ihre Hände von seinem Nacken zu lösen und drückte sie nun selbst an sich.

Ein lautes Klopfen riss die Beiden aus ihrem leidenschaftlichen Austausch der Gefühle.

Snape sprang erschrocken auf und ließ Hermine zu Boden purzeln, die sich jedoch nicht beschwerte und nach ihren Rock griff.

Snape sah sie kurz an. „Beeil dich!" dann eilte er hinüber zur Tür und öffnete sie nur einen Spalt. „Ja? Mr. Malfoy, was möchten sie?"

Hermine konnte sich vorstellen wie neugierig Malfoy am liebsten Snape zur Seite gestoßen hätte.

„Die Stunde ist gleich zu ende Sir und wir sind mit dem Trank fertig!"

„Ich komme sofort, ich hatte eine Unterredung mit Miss Granger über ihr Benehmen!" Er schlug die Tür vor der Nase von Malfoy zu und sah dann zu Hermine hinüber, die jetzt wieder in ihren Sachen da stand und schuldbewusst zu ihm hinüber blickte.

„Sehen sie was fast passiert wäre?" Snape schien dem Nervenzusammenbruch nahe.

„Wenn sie mich gestern nicht weggeschickt hätten müsste ich heute nicht erneut ein Annährungsversuch starten?" lächelte ihn Hermine belustigt an. Ihr gefiel es ausgesprochen gut wie sehr sie Snape aus der Fassung bringen konnte.

„Dann hätten sie ja heute Abend kommen können!"

„Ist das eine Einladung?" freute sich Hermine. „Ich nehme sie gerne an!" sagte sie, bevor Snape noch etwas anderes hatte erwidern können.

Er sah sie an. „Gut, aber mir wäre es recht wenn wir uns über etwas einigen könnten!"

„Einigen?" Hermine machte einen Schritt auf ihn zu. „Wie meinen sie das?"

„Ich komme mit ihrem Namen ganz durcheinander. Deswegen biete ich ihnen das Du an!" Er streckte ihr die Hand entgegen und Hermine griff zögernd danach. „Du kannst mich Severus nennen! Natürlich nur wenn wir alleine sind!"

Hermine lächelte überglücklich und fiel ihm in die Arme.

„Nun, das ...!" Snape versuchte sie wieder von sich zu schieben. „Reißen sie sich zusammen." Hinter der Tür fing es laut an zu Dröhnen. „Darüber müssen wir auch noch reden! Aber ich sollte wohl lieber wieder Ordnung schaffen. Komm!" Er schob sie zur Tür hinaus und Hermine war fasziniert wie schnell er seinen undurchdringlichen Blick aufsetzen konnte.