A/N: Na, habt ihr alle Moony auch richtig schön vermiss? Eure Qual soll jetzt ein Ende haben. Hier kommt unser Kuschelwolf!
Imobilus: Hmmmm – ich kann auch kein Brett erkennen. (SMILE!) Schön, dass Du meine Fehler locker nimmst. Und Liebe auf den ersten Blick ist doch das Schönste, oder? Genauso wie „Liebe auf die erste Berührung" wie bei Padfoot und Mila. (Zwinker!)
ShiaAngel: Keine Sorge – auch eine Lily Evans kann sich dem Charme eines Potters nicht ewig entziehen …
Lia: Das ich Dich immer so sprachlos mache … ;)
Papabear: Oha! Der Kopflose Nick hätte sicher nix gegen Urlaub einzuwenden … Aber dann hätten wir ja noch eine beleidigte Leberwurst im Schloss, die schmollt, weil sie nicht an der Jagd der Kopflosen teilnehmen kann … kann Hogwarts das ertragen? (SMILE!) Und ich glaube auch nicht, das Geister zeugungsfähig sind – dann würde ja nix aus Harry werden … Oh Gott! Nee, nee, ich halt Lily lieber weiter fest.
Zeraphine: Noch jemand, der Moony so schmerzhaft vermisst. Keine Sorge, er steht schon in den Startlöchern!
KabaKakao: Hörst du es schnurren? Jaaaa, feines Review-Knöpfchen! (SMILE!) Und hey, Lily ist doch auch „nur" ein Mädchen – mit 11 versteht man die große Liebe noch nicht so ganz. Und die Vorurteile gegenüber Reinblütern sind reiner Selbstschutz. Übrigens – die Diskussion über Halb- und Schlammblüter hatte ich schon mit Imobilus – hoffe, auch Du verzeihst mir meinen Patzer!
Kapitel 3
„GERONIMO!" Mit diesem Kampfschrei stürzte sich Sirius auf sein Bett und begann wie von Sinnen darauf herumzuhüpfen. „Endlich wieder zu Hause!" Er umarmte sein Kissen wie einen lang vermissten Freund.
James beobachtete ihn grinsend und schüttelte den Kopf. „Du benimmst Dich, als hätte man Dich Jahre ins Exil geschickt."
„Schlimmer! Ich war einen Sommer lang in der Hölle!"
James und Sirius kannten sich mittlerweile zu gut, als das James nicht gewusst hätte, wie ernst es seinem Freund mit dieser düsteren Beschreibung seiner Ferien war. „Gehst Du trotzdem mit runter in den Gemeinschaftsraum? Sehen, ob alles noch da ist wie es soll?"
Sirius seufzte recht theatralisch, erhob sich aber dann doch brav vom Bett. „Na gut. Aber nur, damit Du nicht vergisst irgendeine Dummheit zu machen!"
Zusammen verließen sie das Zimmer und rutschten das Treppengeländer hinunter in den Gemeinschaftsraum. James war der Erste, der unten ankam. Er sprang hinunter und blickte sich um. Nur zwei weitere Schüler waren anwesend. Zwei Mädchen.
„Hey, Evans!"
Lily, grade dabei etwas auf eine Pergamentrolle zu kritzeln, fuhr beim Klang dieser Stimme zusammen.
„Jetzt schon Hausaufgaben?"
Mila, das zweite Mädchen im Raum, schielte alarmiert zu ihrer Freundin hinüber. James mochte es nicht auffallen – aber Mila schon: Lilys Hand, in der sie die Feder hielt, zitterte fast unmerklich vor kaum unterdrückter Wut. Auch Lily hatte einen schlechten Sommer gehabt. Ihre Schwester hatte ihr den ganzen Sommer über das Leben zur Hölle gemacht, in dem sie sie ständig als Freak gebranntmarkt hatte. Der Junge rannte grade mitten in sein Verderben!
Mit einem falschen Lächeln hob Lily den Kopf. „Potter. Schönen Sommer gehabt?" James grinste. „Klar. Aber er wird grade sogar noch schöner."
Auch Sirius war unten angekommen und zog sich den Pullunder seiner Schuluniform zu Recht. Er ließ den Blick über die beiden Mädchen schweifen und tippte seinem Freund auf die Schulter. Mila nahm er nicht einmal wirklich wahr.
Doch James ignorierte ihn einfach. Seine Hormone hatten diesen Sommer begonnen Purzelbäume zu schlagen und er hielt sich für unwiderstehlich. Mit einem überlegenen und in seinen Augen unwiderstehlichen Lächeln stütze er beide Hände auf die Tischplatte und lehnte sich so zu Lily hinüber, das höchstens noch wenige Zentimeter zwischen ihnen waren. „Und wie war Dein Sommer?"
„Bisher nicht so toll", antwortete Lily immer noch lächelnd - und Mila wusste plötzlich, was sie vorhatte. „Aber das könnte sich schnell ändern …" Sie klimperte mit den Wimpern und James, seinen Triumph schon auskostend, merkte nicht einmal, dass er in ihre Falle tappte.
Das Nächste, was er wusste war, dass etwas Kaltes, Flüssiges auf seinem Kopf landete und seinen Nacken sowie sein Gesicht hinuntertropfte. Lily hatte allen Ernstes ihr Tintenfass über ihm ausgeschüttet.
Genüsslich auch noch den letzten Tropfen herausschüttelnd blickte Lily ihn an. „Du schuldest mir ein Tintenfass, Potter", erklärte sie ungerührt, stand auf und rauschte mit hoheitsvoll gerecktem Kinn hoch in ihren Schlafsaal. Mila folgte ihr kichernd.
Einen Augenblick lang stand James wie erstarrt da, bevor er mit angewidertem Gesichtsausdruck begann, sich die Tinte aus den Augen zu wischen. Als er das leise Glucksen hinter sich hörte, wirbelte er herum. Sirius stand mit auf dem Rücken verschränkten Armen da und starrte an die Decke. Seine Mundwinkel zuckten jedoch so heftig vor unterdrücktem Lachen, dass er es kaum verbergen konnte.
Wütend stürzte James sich auf seinen Freund, der laut lachend hinter einen Sessel floh. Die beiden wurden schließlich von einem Räuspern unterbrochen.
„Mr. Potter. Dürfte ich erfahren, warum ihre gesamte Schuluniform mit Tinte bekleckert ist? Haben sie sich so auf das neue Schuljahr gefreut, dass sie sich nicht beherrschen konnten?"
Diese spöttische Frage kam von Professor McGonnagal, die nun mitten im Gemeinschaftsraum stand und ihn mit hochgezogener Augenbraue ansah. James Gesicht verfärbte sich rötlich. Ob aus Scham oder Wut wusste er in diesem Moment nicht einmal selbst.
„Nun, meine Herren", die Professorin wandte sich um und erst jetzt entdeckten Sirius und sein lädierter Freund den Jungen, der schüchtern hinter ihr stand. „Das ist Mr. Lupin. Durch unglückselige Geschehnisse war es ihm nicht möglich, am ersten Jahr in Hogwarts teilzunehmen. Aber er wird ab heute Schüler in unserer Schule sein. Ich hoffe, sie werden sich seiner annehmen und ihn unterstützen, damit er sich zurechtfindet."
Mit einem kurzen Nicken in Richtung des Neuen verschwand sie wieder aus dem Gemeinschaftsraum und überließ die drei Jungen sich selbst. Zuerst lastete tiefes Schweigen auf der kleinen Gruppe. Erneut war es dann James, der das Eis brach.
„Hi." Er streckte seine Hand aus und hielt sie dem schüchternen Jungen hin. „Ich bin James. Das ist Sirius. Sieht so aus, als hätte das vierte Bett in unserem Schlafsaal endlich einen Besitzer."
Zögerlich ergriff der Junge seine Hand und erwiderte leise: „Ich bin Remus."
Auch Sirius reichte ihm die Hand. Bisher hatte er den Neuen nur sehr genau in Augenschein genommen. Er glaubte gut, dass der Junge im vergangenen Jahr nicht am Unterricht hatte teilnehmen können. Er wirkte blass und kränklich. Vermutlich war er schwer krank gewesen.
Als er auch Sirius Hand ergriff, zog er ihn mit einer schnellen Bewegung zu sich hinüber, das der arme Remus fast über seine eigenen Füße stolperte und lehnte sich zwinkernd zu ihm hinüber. „Keine Angst", raunte er ihm zu. „Unser James hier ist nicht immer so blau angelaufen wie heute."
James streckte seinem grinsenden Freund die Zunge raus und sah dann an sich hinunter. „Na, da werden sich die Hauselfen aber freuen. Kommt ihr zwei. Wenn ich mich sowieso umziehen muss, können wir Dir auch gleich unseren Schlafsaal zeigen, Remus."
Während Sirius vorausging, folgte Remus James die Treppe hinauf. „Wer war das denn?" fragte Remus, der endlich herausgefunden hatte was da von James Umhang tropfte. „Eines der Mädchen", grummelte James als Antwort. „Ich sage Dir, nimm Dich bloß vor ihnen in Acht!"
Am nächsten Morgen schlurfte Mila gähnend die Treppe zum Gemeinschaftsraum hinunter. Eindeutig zu wenig Schlaf … Lily hatte gestern noch Stunden über James Potter geschimpft und gezetert, so dass Mila keine Chance gehabt hatte einzuschlafen. Erst nachdem sie ihrer Freundin ihr Kissen ins Gesicht geworfen und sie bissig angefunkelt hatte, hatte Lily endlich Ruhe gegeben.
‚Und jetzt auch noch Geschichte der Zauberei bei Professor Binns´, dachte sie schlecht gelaunt und reckte sich, nachdem sie die letzte Stufe erst einmal hinter sich gelassen hatte. Professor Binns war einer der ältesten Professoren in Hogwarts – und sein Unterricht war fast so staubig wie dir Bücher, aus denen sie sich in der Bücherei die wichtigsten Daten herausschreiben mussten, weil die Hälfte der Klasse im Unterricht mal wieder ins Koma gefallen war. Dieser Mann würde sicherlich irgendwann während einer Unterrichtsstunde einfach sterben – und niemand würde es merken …
Ein lautes Poltern unterbrach Mila in ihren Gedanken und sie zuckte zusammen. Im nächsten Augenblick erschien ein fremder Junge auf der Treppe zum Jungenschlafsaal, der sich in die Jacke der Schuluniform quälte. Er hatte braunes, wuscheliges Haar, freundliche graue Augen und wurde von Sirius begleitet. Dieser plapperte grade irgendetwas Belangloses, während er den Jungen vor sich her schob.
„Quatsch, Schlafmangel! In der ersten Unterrichtsstunde kannst Du so viel schlafen, dass es für Dein halbes Leben reicht, Remus."
„Ich kann doch nicht im Unterricht schlafen", protestierte der Angesprochene – und dann entdeckte er Mila. Er blieb stehen und schien darauf zu warten, dass Sirius sie beide einander vorstellte. Doch Sirius war so mit sich selbst beschäftigt, dass er das unscheinbare Mädchen überhaupt nicht bemerkte.
Mila und Remus standen einen Moment schweigend da, sich gegenseitig anblickend. Er wirkte blass, aber auch ziemlich freundlich, wie er so dastand und nur schüchtern lächelte. Auch wenn Mila ansonsten selbst die Schüchternheit in Person war, fasste sie sich ein Herz und trat einen Schritt auf ihn zu.
„Hallo. Ich bin Mila. Bist Du neu hier?" fragte sie.
„Richtig. Ich bin Remus. Schön …" Weiter kam er nicht, denn wie auf ein Stichwort hin kamen sowohl James wie auch Lily die Treppe hinuntergepoltert und blieben beim Anblick des jeweils Anderen wie angewurzelt stehen. Ihre beiden Gesichter verfinsterten sich so deutlich, dass Remus seine weiteren Worte lieber herunterschluckte.
„Evans", knirschte James mit zusammengebissenen Zähnen. Lily hingegen würdigte ihn nicht mal eines Wortes, sondern zog Mila hinter sich her und verschwand durch das Portraitloch. James machte ein Gesicht, als habe er grade in eine Zitrone gebissen und starrte auf die Stelle, an der Lily grade an ihm vorbeigerauscht war. Sirius, der am Portraitloch stehen geblieben war und dort auf seine zwei Freunde wartete, schüttelte nur den Kopf.
„Gehe ich Recht in der Annahme, dass sie …?" fragte Remus James, dessen Gesicht bei der Erinnerung an gestern Abend nur noch finsterer wurde. „Ja", antwortete er knapp und rauschte dann ebenfalls hinaus. Sirius zuckte die Schultern, als Remus ihn fragend musterte.
„Keine Sorge, der kriegt sich ein. Auch wenn er jetzt wütend ist. Evans hat immer eine solche Wirkung auf ihn."
„Er ist ein solcher Idiot!"
Seufzend lief Mila neben Lily her, die offenbar wieder total in Rage war. „Was stört Dich denn so an ihm? Ich meine er hat doch gar nichts getan! Höchstens geatmet!"
„Das reicht!"
Mila verstand ihre Freundin in dieser Sache überhaupt nicht. Die sonst so nette, hilfsbereite und geduldige Lily Evans verwandelte sich in James Potters Gegenwart zu einem zähnefletschenden Biest.
„Wer war überhaupt der Typ neben ihm?" Offenbar war Lily selbst aufgefallen, wie sehr sie überreagierte und daher versuchte sie, das Thema zu wechseln.
„Remus", war Milas einsilbige Antwort.
„Remus wer?"
„Nur Remus. Zu mehr hatten wir keine Gelegenheit, weil Du Dich wieder in Frankensteins Braut verwandeln musstest."
Zerknirscht zog Lily eine Grimasse. „Echt? Entschuldige." Eine Weile schwieg ihre Freundin, doch dann stahl sich ein teuflisches Lächeln auf ihr Gesicht.
„Mila?" Ihre Stimme klang zu honigsüß, als das sich die Nackenhaare ihrer Freundin nicht alarmiert aufgestellt hätten.
„Was?"
„Du findest ihn süß, oder?"
Entsetzt blickte Mila in das offenbar ziemlich erheiterte Gesicht von Lily. „Spinnst Du!"
„Ich frage ja nur …"
Mila gab ein entnervtes Geräusch von sich und legte einfach einen Zahn zu. So war Lily wenigstens erstmal damit beschäftigt, mit ihr Schritt zu halten. Wie sollte sie diesen Remus denn süß finden? Sie kannte ihn ja nicht mal. Auch wenn er nett zu sein schien. Nein, süß war er nicht … Süß war … Unfreiwillig drängte sich ein anderes Bild in den Vordergrund und sie konnte es nicht verhindern, dass sie rosa anlief.
‚Süß´ war jemand mit dunklem Haar und ganz dunklen Augen, die so oft in die Ferne schweiften und … Unwillig schüttelte Mila den Kopf. Nein, nein, nein! So was würde sie nicht mal denken! Sirius Black schenkte ihr ja nicht mal einen Blick …
Es war ein anstrengender Schultag gewesen. Stöhnend ließ sich Mila in einen der Sessel im Gemeinschaftsraum fallen und streckte ihre Beine aus. Blödes Flugtraining! Sie hasste es auf diesen Besen zu sitzen und ständig Angst haben zu müssen von der nächsten kräftigen Windböe heruntergeholt zu werden. James und Sirius hatten dieses Problem natürlich nicht. Die beiden waren begeisterte Flieger.
Lily hatte sich nach dem Abendessen für eine Weile verabschiedet, um in der Bibliothek zu büffeln. Was bedeutete, dass sie eine relativ große Chance hatte, ein wenig Ruhe zu bekommen. Sie wollte nur hier sitzen und nichts tun.
Widerwillig öffnete sie ein Auge, als sie ein leises Rascheln rechts von ihr vernahm. Dort saß Remus, drei Bücher um sich herum verteilt und offenbar ziemlich ratlos. Beide Hände hatte er in seinen Haaren vergraben und sein Blick huschte mit gerunzelter Stirn von seiner Pergamentrolle zu einem der Bücher und wieder zurück. Er erinnerte Mila heftig an sich selbst, am Anfang des ersten Jahres. Es war bestimmt nicht leicht, nach Hogwarts zu kommen, das erste Jahr verpasst zu haben und außerdem keinen hier zu kennen.
Mila erhob sich von ihrem Sessel und ging zu ihm hinüber. Als ihr Schatten auf eines seiner Bücher fiel, sah er auf. „Oh. Hallo. Hab ich Dich gestört?"
„Nein. Was machst Du da?"
„Wenn ich das wüsste …", seufzte er und ungewollt musste sie schmunzeln. Wie gut kannte sie dieses Gefühl …
„Kann ich Dir helfen?"
Mit hoffnungsvollem Blick sah er zu ihr auf. „Wenn Du das tust, stehe ich ewig in Deiner Schuld!"
Mila zog sich den Stuhl neben ihm zu sich heran und setzte sich. „Wir sollten uns aber beeilen. Ich weiß nicht, wie lange Lily in der Bibliothek bleibt und das ist das einzige Zeitfenster, das wir haben."
„Lily? Deine Freundin?"
Mila nickte. „Die mit den Hörnern. Du hast sie heute Morgen in Aktion gesehen."
Remus grinste. „Oh ja, ich erinnere mich. Das Mädchen, das James mit Tinte übergossen hat. Die zwei mögen sich wirklich nicht, oder!"
„Sie lieben sich wie Hund und Katze …", seufzte sie und verdrehte die Augen. Sie lehnte sich über seine Pergamentrolle und überflog die Zeilen, die er eben hingekritzelt hatte. Remus schien sich grade an dem Aufsatz über den Gigantus-Zauber versucht zu haben, den sie heute im Unterricht besprochen hatten. Er konnte Dinge zu ihrer doppelten Größe wachsen lassen.
Nach einer Weile fand sie seinen Fehler. „Du hast die Buchstaben vertauscht. Siehst Du?" Sie deutete mit der einen Hand auf seinen Text, mit der anderen auf das Buch direkt vor ihm. Er beugte sich vor und sah in das Buch. Im nächsten Moment ließ er seufzend seinen Kopf auf die Tischplatte fallen.
„Ich Trottel … vermutlich bin ich überhaupt nicht geschaffen für so etwas Kompliziertes wie Magie …"
Mila musste über Remus Reaktion fast kichern und verbiss es sich mühsam im letzten Augenblick. „Nicht verzweifeln, es wird leichter. Tröstet es Dich, wenn ich Dir erzähle, das ich beim Schwebezauber zu Beginn des ersten Jahres aus ‚wutschen und wedeln´ ‚wischen und fuchteln' gemacht habe?"
Er blinzelte sie an – und im nächsten Moment mussten sie beide lachen.
Ungefähr eine Stunde später beherrschte Remus den Zauber. Er zielte grade auf eine Topfpflanze auf dem Tisch und sprach die Zauberformel, als sich das Portraitloch öffnete und Sirius hineingeklettert kam. „Hi Remus." Ihm folgte wieder dieser kleine, pummlige, völlig unscheinbare Junge.
„Hi Sirius."
Mila konnte fast fühlen, wie sie unsichtbar wurde. Zumindest für diesen großen, gut aussehenden Jungen vor ihr.
„Hey, kennst Du Mila schon?" Remus wandte sich zu ihr um und zwinkerte. Sie hingegen senkte verlegen den Blick. „Sie hat grade ihre kostbare Zeit geopfert, um mir armen Trottel den Gigantus-Zauber beizubringen."
Sirius warf ihr einen kurzen Blick zu – aber der reichte schon, um ihr Herz einen Schlag aussetzten zu lassen.
„Hallo."
„Hallo."
„Wenn Du so gut in Nachhilfe bist, könntest Du Dich vielleicht auch Peter hier annehmen." Er deutete auf den Jungen hinter sich, der hoffnungsvoll in ihre Richtung schaute. Er hatte etwas Eigenartiges an sich, aber Mila konnte nicht benennen was es war.
„Ich fürchte, dass Du dann aber warten musst, Peter." Remus grinste. „Das ist nämlich nicht der einzige Zauberspruch, in dem ich schlecht sein werde."
Erleichterung machte sich in Mila breit. „Na ja. Vielleicht können wir so was wie eine Lerngruppe machen", schlug sie als Kompromiss vor – solange sie nicht mit diesem Kerlchen allein sein musste.
Dieser Peter nickte so schnell mit dem Kopf, das Mila Angst bekam er könne ihm abfallen. „Das wäre toll."
Mila warf Remus einen kurzen Blick zu, der ihn mit einem Zwinkern erwiderte. „Also dann, abgemacht?" Sie nickte und Remus wurde von Sirius hinauf zu ihrem Schlafsaal gezogen. Peter flitzte hinterher.
„Und, wie ist er so?" Mila schrak heftig zusammen, als Lily plötzlich mit einem Arm voller Bücher hinter ihr auftauchte. Einen Moment war sie sich nicht sicher, wen ihre Freundin meinte. Meinte sie vielleicht Sirius? Aber nein, das konnte Lily nicht wissen.
„Und Du findest diesen Remus doch süß!" zischte sie ihr triumphierend zu. Fast ein wenig erleichtert ließ Mila die Luft aus ihren Lungen entweichen. „Wenn Du meinst", erklärte sie lapidar und griff nach ihrer Schultasche, die immer noch neben dem Sessel lag.
Der Rest des Schuljahres verlief erstaunlicherweise sehr ruhig. James und Lily schienen beide insgeheim einen Waffenstillstand ausgehandelt zu haben. Sie ignorierten sich und waren zufrieden damit. Das einzige Verbindungsglied zwischen den beiden Grüppchen waren und blieben Mila und Remus.
Es wurde bald zur festen Gewohnheit, dass sie miteinander lernten, wenn Remus nicht grade von James oder Sirius in Schwierigkeiten hineingezogen wurde. Es entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden, über die sie niemals groß sprachen. Beide waren vollkommen zufrieden mit dieser Situation. Diese Freundschaft drohte nur ein einziges Mal zu kippen.
Während sie wieder einmal miteinander Zaubersprüche paukten, berührte Mila zufällig seine Hand. Der Schmerz, der sie durchzuckte, ließ sie taumeln. Im letzten Moment entdeckte sie den riesigen Verband an seinem Unterarm. Doch bevor sie fragen konnte, hatte er hastig seinen Ärmel darüber gezogen und sich von ihr abgewandt.
Auch wenn es Mila wehtat, dass er so reagiert – sie fragte nicht. Ihre eigene Angst vor der Entdeckung ihrer Howler-Fähigkeiten war zu groß. Die einzige, die auf Hogwarts davon wusste war Lily. Und das war auch gut so
Sooo. Reviews! Mindestens 5! Ihr kennt das ja mittlerweile. Bin doch so süchtig! - Immer dieses Händezittern und das fiese Augenzwinkern ... SCHNELL!
