A/N: Hallo, ihr Lieben. Wow, schon Kapitel 6. Wie schnell solche Geschichten entstehen … Ich bin immer wieder verblüfft! Danke noch mal an alle Reviewer, die mich immer wieder mit netten Reviews neu inspirieren. Ihr seid der Wahnsinn!
Lia: Hi und toll, dass Du wieder bei uns bist! War Kroatien denn schön? Bist wahrscheinlich wahnsinnig braun geworden, während hier in good old Germany schon Herbst ist. Der Sommer ist ja anscheinend kommentarlos an uns vorbeigezogen. Zu den ZAGs – ich weiß, ich bin im falschen Schuljahr gelandet – ein Jahr zu früh. Den Fehler habe ich wohl schon in meiner ersten Story gemacht. In meiner Story sind sie erst im 4. Hogwarts-Jahr. Wie gesagt, ich und Einzelheiten. Kommt davon, wenn man sich eher um den Plot der Liebesbeziehung kümmert und bei der Handlung dann nicht ordentlich recherchiert. Meine Beta-Leserin hat auch schon geschimpft. Sorry!
Ac. Potterfan: Welcome to my show! Und danke für das Kompliment. Hey, kommst Du etwa aus Aachen? Wegen dem AC. Dann kämst Du nämlich fast aus meiner Gegend. (SMILE!)
Imobilus: Hmmm. Also so richtig begeistert war Lily nicht, Dir James auszuleihen … dafür war James umso begeisterter. Hat das Grinsen kaum mehr aus dem Gesicht gekriegt. Er wird sich wohl dann und wann mal für Dich aus dem Gemeinschaftsraum schleichen. (Zwinker!) Tarnumhang und Co. deichseln das schon! Und ja, die Szene war die von JKR aus Snapes Denkarium. Fand sie so nett, dass ich sie unbedingt in meine Handlung mit einbeziehen wollte.
ShiaAngel: Jajaja, das ist schon ein Kreuz mit diesen gut aussehenden Kerlen … seufz!
Ankantoiel: Magst auch kein Slash? Dann bist du bei mir richtig. (SMILE!) Bei mir gibt es nur guten alten Sex zwischen Mann und Frau. Und wegen der Erpressung – ich bin einfach nur der Meinung, dass man durchaus 2 Minuten Zeit opfern kann, um einer armen Autorin Feedback zu geben. Schlage mir manchmal ja auch die Nächte um die Ohren.
KabaKakao: Dann wollen wir doch Deine Spannung nicht unerträglich werden lassen. Hier kommt die Antwort auf die Frage: Wird James erwischt?
Zeraphine: Dankeschön, dankeschön - ich werde gleich noch rot. So viel Lob bekommt meiner Schreiber-Seele sooooo gut! (Seufz!)
Kapitel 6
Mit angehaltenem Atem saß James eine ganze Weile da und dachte über die ganze Situation nach. Besonders nett war es nicht, was er hier tat. Wenn Lily ihn erwischte, während er unter ihrem Fenster herumspionierte, konnte er sich gleich einsargen lassen. Aber es war einfach zu verlockend – er schaffte es nicht, sich ehrenhaft zu verhalten und einfach wegzugehen. Vielleicht würde er sie ja auch gar nicht sehen … Vielleicht ….
Als er eine Bewegung wahrnahm, kroch James unwillkürlich tiefer in den Schatten des Baumes. Sein Herz hämmerte, als er sie wirklich erkannte. Lily. Sie trug einen kurzen Pyjama und hatte ihr wunderbares Haar in einem Pferdeschwanz hochgebunden. Sie trug außerdem zwischen ihren Lippen etwas wie diese Muggel-Stifte, die er bei ihr gesehen hatte. Bällchenschreiber´, oder so? Ach, egal!
Unwillkürlich trat ihr Anblick am Bahnsteig wieder vor sein geistiges Auge: ihr flacher, makelloser, nackter Bauch. Seine Handflächen wurden feucht. Allein dieser Gedanke machte ihn halb wahnsinnig.
Er beugte sich ein Stückchen vor, um sie besser sehen zu können. Zuerst hatte er geglaubt, es sei wirklich ein Stift. Kugelschreiber, das hatte sie gesagt! Doch jetzt erkannte er, was es gewesen war. Lily hielt einen Lollypop in der Hand, während sie mit jemandem sprach. Vermutlich mit ihrer Freundin Mila. Als sie den Lolly hob und ihn sich in den Mund schob, musste James heftig schlucken.
Wie hypnotisiert sah er zu, wie sie die Zuckerkugel an die Lippen setzte und sie langsam über ihre volle Unterlippe schob. Er verschwand in ihrem Mund und Lily hob beide Hände, um ihren Pferdeschwanz straffer zu ziehen. Bei dieser Bewegung rutschte ihr Oberteil über den Rand des Pyjamas und ließ ein winziges Stück Haut aufblitzen.
Vorsichtshalber grub James eine Hand in eine Wurzel des Baumes hinter ihm, damit ihn etwas davon abhielt noch näher an ihr Fenster heranzuschleichen.
Nun zog sie den Lolly wieder aus ihrem Mund und ihre jetzt leicht feuchte Unterlippe zog seinen Blick magisch an. Er wollte sie berühren. Oh Mann, und wie er das wollte. In der nächsten Sekunde schnellte ihre Zungenspitze hervor, um die klebrige Süße, die der Lolly hinterlassen hatte, fortzuwischen. Ein gequältes Stöhnen entfuhr ihm – leider etwas zu laut.
Als habe sie etwas gehört, wandte Lily plötzlich den Kopf und blickte nach draußen.
Mit heftig hämmerndem Herzen zuckte James zurück und presste sich mit dem Rücken an den Baumstamm. Bemüht, nicht das winzigste Geräusch zu machen, hielt er den Atem an und wusste nicht, was er sich eher wünschte – dass sie ihn entdecken und dem ganzen ein Ende setzen – oder dass sie ihn nicht sah und die süße Qual weitergehen würde. Sie runzelte die Stirn, zuckte dann die Schulter und wandte sich wieder ihrer Freundin zu. Dann verschwand sie völlig aus seinem Blickfeld.
Einen Moment lang verharrte James noch in dieser unbequemen Position, erst dann wagte er es sich zu bewegen. Er konnte den Klang ihrer Stimme und ihres Lachens hören. Die ganze Nacht lang wollte er diesen Klang hören. Doch als er sicher war, dass sich niemand an einem der Fenster befand und ihn sehen konnte, huschte er so schnell es ging hinüber zum Eingangsportal.
Etwa 5 Minuten später erreichte er den Gryffindor-Gemeinschaftsraum. Sehnsüchtig warf er einen Blick zu der Treppe hinüber, die zu dem Mädchenschlafsäle führte. So wenig, was ihn von ihr trennte …
Er riss sich zusammen, wappnete sich im Stillen für die Sticheleien seiner Freunde, die jetzt sicher folgen würden und schlich seine eigene Treppe hoch. Aber er hatte Glück. Als er sein Zimmer betrat, schliefen seine 3 Freunde längst.
Hastig schlüpfte er im Dunkeln in seinen Pyjama und unter seine Decke. Fast sofort schlief er ein.
Und er träumte. Von Lily. Wie sie lächelnd mit diesem verdammten Lolly auf ihn zukam. Ihn langsam in ihren verführerischen Mund schob. Sein Atem ging schwer, als wäre er grade Tausende von Meilen gelaufen. Und dann stand sie so dicht vor ihm, dass er ihre Wärme spüren konnte. Mit einem einladenden Lächeln ließ sie den Lollypop wieder langsam zwischen ihren Lippen hinausgleiten, legte eine Hand an seine Wange und dann spürte er ihre Lippen auf seinen.
Er hatte schon Mädchen geküsst, aber keine hatte je so geschmeckt wie Lily in seinem Traum. Süß, unschuldig und dann auch wieder nicht. Er hob die Hände, ließ sie über ihren nackten Bauch wandern - natürlich war ihr Bauch nackt – nur um noch höher zu gleiten. Unter den Stoff ihrer Bluse. Als er die sanfte Wölbung, die ihn erwartete, fast wirklich fühlen konnte, wurde er wach. Es dauerte einen Moment bis er begriff, dass es nur ein Traum gewesen war. Denn er schmeckte sie immer noch. Frustriert zog er sein Kissen über den Kopf und stöhnte. Na, das würde ja eine tolle Nacht werden …
Das Frühstück am nächsten Morgen war das schlimmste in seinem ganzen Leben! Vornüber gebeugt saß James da, die Stirn auf die Tischplatte gelegt. Remus hatte ihn heute Morgen endlich dazu bewegt, bei Madam Pompfrey vorbeizuschauen, um den Schnitt versorgen zu lassen. Während er ihre Schimpfteraden über sich ergehen ließ, hatte er Mila zwischen den Krankenbetten entdeckt. Sie hatte ihn mit schief gelegtem Kopf aus unergründlichen Augen angesehen.
„Willst Du nicht doch was essen?" Remus stupste ihn an und James seufzte genervt.
„Nein danke, MUM!"
Sein Freund ging ihm mit seiner ewigen Sorge heute Morgen gehörig auf den Keks! Er wollte einfach nur hier sitzen und sterben. Die Nacht war die Hölle gewesen! Er hatte keine Sekunde geschlafen. Und wenn doch, dann hatte er immer wieder diesen Traum gehabt. Wieder und wieder. Verdammt, so etwas konnte man doch keinem 14-jährigen antun. Nicht mal die kalte Dusche heute Morgen hatte wirklich Erleichterung gebracht. Er hatte sich sogar selbst erleichtert – und trotzdem fühlte James sich immer noch, als würde er jeden Moment bersten! Seine Handflächen kribbelten sogar noch bei der bloßen Erinnerung daran, wie sie sich im Traum angefühlt und geschmeckt hatte.
Als jetzt auch noch Sirius ihn anstupste, reichte es ihm endgültig. Schon mit ein paar nicht sehr freundliche Worte auf den Lippen setzte er sich ruckartig auf, doch bevor er losfauchen konnte, wies Sirius mit dem Kopf nach rechts. James entdeckte Lily und ihre Blicke trafen sich. Sie musterte überrascht das große Pflaster auf seiner Wange, bevor Mila ihr etwas zuflüsterte.
Augenblicklich lief er knallrot an. Na wunderbar. Er erwartete schon ein triumphierendes Grinsen ihrerseits, doch als sie ihn erneut ansah lag ein Hauch von Rosa auf ihren Wangen und sie deutete eher etwas wie ein mitleidiges Lächeln an, bevor sie sich in einiger Entfernung an den Tisch setzte.
„Jetzt bist Du ihr Held", raunte Sirius ihm zu und klimperte übertrieben mit den Wimpern.
„Halt die Klappe", schnappte James. Aber nach diesem Lächeln war ihm wieder ein wenig wohler. Und ein Brötchen, so entschied er sich dann doch, konnte auch nicht schaden.
Lilys Blick wanderte wegen des Pflasters immer wieder zu James hinüber und sie seufzte mitleidig. „Er hat den Fluch wirklich eingesteckt, ohne sich zu wehren?"
Mila nickte kauend. Innerlich grinste sie. Auch ohne ihre Howler-Fähigkeit musste man schon völlig abgestumpft sein, um nicht zu bemerken wie Lily für James dahinschmolz.
„Vielleicht bist Du nächstes Mal, wenn er mit Dir redet einfach ein bisschen netter", schlug sie vor.
„Aber nur, wenn er sich nicht wieder so aufplustert!"
„Jajaja." Auch Milas Blick huschte kurz zu den vier Jungs hinüber. Unvorbereitet sah sie direkt in Sirius Augen. Ein eigenartiges, wissendes Lächeln lag auf seinem Gesicht und er hob fast schon provozierend eine Augenbraue. Knallrot anlaufend senkte Mila ihren Blick auf ihren Teller zurück und versuchte, ihr wild klopfendes Herz unter Kontrolle zu bringen. Wieso sah er sie so an? Er hatte sie vorher keines Blickes gewürdigt. Und jetzt das?
Ein wenig später, als Mila vom Tisch aufstand und mit ihrer Schultasche im Arm an ihm vorbei ging, griff Sirius plötzlich unvermittelt nach ihrer Hand. Er wusste ja nicht, was er damit anrichtete. Sie blieb wie angewurzelt stehen und versuchte sich gegen den Ansturm von Gefühlen zu wehren. Doch je länger er ihre Hand fest hielt und sie stumm anlächelte, als warte er darauf, dass sie etwas sagte, umso schwächer wurde ihre Selbstkontrolle.
Sie spürte diese Unruhe in ihm, die sie auch schon als 11-jährige empfunden hatte. Aber jetzt waren da auch Neugier – und tief in ihm eine Sehnsucht, die ihr die Knie weich werden ließ.
Plötzlich, als würde er es selbst spüren, was mit ihnen geschah, runzelte er irritiert die Stirn. Ungewollt hatte Mila ihm auch ihre Gefühle preisgegeben: Sehnsucht nach einem Menschen, der sie verstand, bedingungslos liebte … Als sich sein Griff aus Überraschung lockerte, floh Mila mit hochrotem Kopf aus der großen Halle.
Jaja, die Liebe. Mit 14 ist das Ganze echt nicht leicht. Wenn ihr wollt, das Mila noch mehr von Sirius erfährt und die beiden sich endlich näher kommen – na ja, ihr wisst schon … Bis (hoffentlich) bald!
