A/N: Na, dann werden wir mal Schicksal spielen – viel Spaß beim Lesen. Ich muss noch schnell meine Säge verstecken … Wer das nicht versteht, Kapitel lesen. Wer nicht hören will, muss fühlen, Sirius. Auch ich alter Muggel hab da meine Möglichkeiten …

ShiaAngel: Hi Nadine! (SMILE!)

Imobilus: Ich glaube mit Deinem Knuddler hast Du Padfood wieder halbwegs versöhnt. Er schafft es zumindest schon mal, sich wieder auf Mila zu konzentrieren. Die ihn momentan gar nicht leiden kann …

Lia: Huch, da bist Du ja wieder! Schön! Ich freu mich! Übrigens – böse Mädchen hat Padfood am liebsten – und auch Moony kann gut mit ihnen auskommen. Spreche aus Erfahrung! (Zwinker!)

KabaKakao: Ohoh, eine Kritik. (Schluck!) Jaaaa, stimmt, es ist wirklich nicht besonders wahrscheinlich, dass alle super Sänger sind – bist Du wieder versöhnt, wenn ich sage, dass Peter ein ganz furchtbarer Sänger ist? (Fies grins!) Das ist eben eine frei erfundene Geschichte. Von daher - sch…. auf die Logik, okay? Und keine Sorge – Padfood ist ja nicht doof. Der kriegt das mit der Howler schon raus.

Zeraphine: Dir kann ich es ja verraten – Padfood hat da eine ganz besondere Stelle, an der er fürchterlich kitzelig ist … Da, kraul mal! Hihihihihi! Ist er nicht zum Anbeißen? Leider ist er im Entschuldigen eine echte ´Flasche leer´ (wie Trapatoni sagen würde) … aber wo Liebe hinfällt, wächst kein Gras mehr. Abwarten, was Mila dazu sagt …

Ankantoiel: Ich mag ihn auch als Hund. Bin sowieso so tierlieb. Und wenn sich der Gute dann bei Bedarf auch noch in einen rattenscharfen Kerl verwandelt … Paradies, ich komme. (SMILE!)

Kapitel 11

Zwei Monate waren vergangen seit diesem Abend. Sirius versuchte Mila, die ihn ignorierte, möglichst aus dem Weg zu gehen. Eine Tatsache, die sich schwierig gestaltete, da sie nun mal im gleichen Haus waren und sich somit ständig im Unterricht oder beim Essen über den Weg liefen. Noch schwieriger wurde es, weil sein Unterbewusstsein ihn immer wieder zu ihr hinzuziehen schien.

Immer wieder wanderte sein Blick zu ihr.

Um sich irgendwie von diesen Gedanken abzulenken, begann Sirius damit, sich Ärger einzuhandeln, wo er nur konnte, und wahllos mit allen Mädchen auszugehen, die auch nur winziges Interesse an ihm zeigten. Jede Woche hatte er eine Andere, die schmachtend an ihm klebte und seine Nachsitz-Stunden konnte man schon fast nicht mehr zählen. In kürzester Zeit war sein Image als Störenfried und Weiberheld perfekt.

Mila war so wütend deswegen. Zum Millionsten Mal fragte sie sich, wie sie nur auf die Idee gekommen war, dass in diesem Macho etwas wie ein Herz steckte. Sie verbarrikadierte sich immer mehr im Krankenflügel bei Madam Pompfrey, um ihm ja nicht über den Weg zu laufen. Poppy freute sich über diese Gesellschaft und Mila lernte von ihr alles über Heilkunst, was sie kriegen konnte.


„Padfoot, meinst Du nicht, dass wir es ein bisschen ruhiger angehen sollten? Wenn wir noch mal erwischt werden, bekommt Mc Gonnagal einen Herzinfarkt."

„Wir werden nicht erwischt, Prongs!"

Seufzend folgte James in dieser Nacht seinem Freund, der zielstrebig auf den verbotenen Wald zuging. Er hegte mittlerweile die Theorie, dass sein bester Freund es geradezu darauf anlegte, erwischt zu werden. Er sagte aber nichts dazu. Wenn sich sein Freund in Schwierigkeiten bringen wollte, konnte er ihm wohl nur folgen, um das Schlimmste abzuwenden.

‚Wenn Lily rauskriegt, dass wir schon wieder bei Nacht und Nebel hier draußen sind, bin ich geliefert´, dachte er düster. Es war schon ein Kreuz, wenn die eigene Freundin Vertrauensschülerin war. Mit Remus war das einfacher. Er versuchte zwar immer wieder, sie zu ermahnen – aber meistens war er dann mit von der Partie, wie sich James grinsend eingestand.

Sirius war endlich stehen geblieben und schaute einen Baum hinauf. Oben, zwischen den Zweigen, konnte man das Nest des Buro-Weibchens, eines magischen, Feuer speienden Vogels, gut erkennen. Er hatte sich in den Kopf gesetzt ein Ei daraus zu entwenden und den kleinen Buro selbst aufzuziehen. Vermutlich fand er das komisch.

Sirius hatte sich bereits an einigen Zweigen empor gehangelt und hing nun etwa 4 Meter über dem Boden. Der Ast knackte unter seinem Gewicht bedenklich. James runzelte die Stirn und befürchtete das Schlimmste.

„Padfoot, bist Du sicher, dass …?" versuchte er zu warnen.

Doch ein lautes ‚Knacks´ beendete seinen Satz und im nächsten Moment fiel sein Freund wie ein Stein zu Boden.

James dankte dem Schicksal für sein Talent in Quidditch, da sein Reaktionsvermögen durch diesen Sport deutlich schneller geworden. So schaffte er es, den Sturz seines Freundes mit einem Elasto-Zauber wenigstens ein wenig abzubremsen. Trotzdem machte es ein hässliches Geräusch, als Sirius mit dem Arm gegen den Baumstamm knallte.

Einen Moment war es totenstill und James befürchtete schon, dass Sirius sich den Kopf angeschlagen hatte. Hastig beugte er sich über ihn. Doch dann öffnete er Gott sei Dank endlich wieder die Augen.

„Au", verkündete Sirius mit kläglichem Gesichtsausdruck und versuchte sich aufzusetzen. Es gelang ihm nicht. Sein linker Arm stand im eigenartigen Winkel schlaff vom Rest seines Körpers ab. James half ihm schließlich, sich aufzusetzen.

„Kannst Du den Arm bewegen?"

Sein Freund schüttelte mit zusammengebissenen Zähnen den Kopf und James seufzte leise. „Na wunderbar. Dann werden wir wohl bei Madam Pompfrey vorbeischauen müssen."

„Nein!" Sirius sah ihn als, als wäre er völlig durchgedreht. „Wenn es rauskommt, dass ich an das Buro-Nest ran wollte, kann ich meine Koffer packen."

Die Buros, das war den Schülern eingeschärft worden, durften nicht angefasst werden. Sie waren nach der Meinung der Lehrer viel zu gefährlich für halbwüchsige Tunichtgute, wie Sirius nun mal einer war. Und er hatte den Bogen eindeutig schon viel zu weit überspannt, als dass Professor Mc Gonnagal noch ein Auge zugedrückt hätte.

„Aber was sollen wir denn sonst machen? Padfoot, ich kann Deinen Arm nicht versorgen. Keiner kann das. Wir müssen … Moment mal." James runzelte die Stirn, während er über seine Idee nachdachte. Er sprang auf und sah auf Sirius hinunter.

„Mann, hab ich nach heute Abend was gut bei Dir."

„Was hast Du vor?" fragte Sirius mit schmerzverzerrter Miene alarmiert.

„Brauchst Du nicht zu wissen. Ich mache das schon. Rühr Dich nicht vom Fleck, Padfoot!"


James huschte durch die Bäume hindurch, schlich über den Rasen hinüber zum Schloss und wurde fast von Filch erwischt, als er das Portrait der fetten Dame fast erreicht hatte. Gott sei Dank trug er die Karte des Rumtreibers bei sich, die er zu Beginn des Jahres mit seinen 3 Freunden angefertigt hatte.

Vor der Treppe zu den Mädchen-Schlafsälen blieb er stehen und zögerte kurz. Er konnte nicht da rauf. Die Treppe würde sich sofort in eine spiegelglatte Rutschbahn verwandeln. Aber er musste.

James atmete tief durch, ging zwei, drei Schritte zurück – und spurtete los. Mit einem beherzten Sprung schaffte er es bis zur Mitte der Treppe. Sofort spürte er die Verwandlung unter seinen Füßen, doch er schaffte es erneut abzuspringen und landete reichlich unsanft auf dem Treppenabsatz. Wenn das Knie mal nicht grün und blau werden würde …

Mühsam rappelte er sich auf und sah den Gang hinunter. Verdammt, welches war ihr Zimmer? Er hatte keine Lust ins fremde Zimmer zu geraten und eines dieser Hühner aufzuwecken, die das ganze Schloss zusammenbrüllen würden. Lily hatte ihm doch sicher erzählt, wo sie und Mila schliefen. Oder nicht?

Er warf einen verzweifelten Blick auf die Karte in seinen Händen – allerdings reichte das Licht nicht aus, um sie lesen zu können, da die Fackeln in den Wandhalterungen nur aufflammten, wenn Mädchen die Flure betraten. Einen kurzen Augenblick war er fast soweit seinen Zauberstab zu ziehen und ´Lumos´ zu flüstern. Doch dieses Licht wäre viel zu grell und würde vermutlich jeden in diesen gottverdammten Schlafsälen aufwecken … Er seufzte laut. Das Gringott-Verlies seiner Eltern für einen guten Plan …

James schlich den Gang entlang und versuchte anhand der Türen herauszubekommen, wer dahinter schlief. Doch die Namensschilder waren mittlerweile, genauso wie bei den Jungs, entfernt worden. Er verfluchte innerlich die blöde Gewissenhaftigkeit der Hauselfen, blieb an der letzten Tür des Ganges stehen und betete darum, dass ihn sein Glück auch dieses Mal nicht im Stich lassen würde.

Die Tür knarzte leise, als er sie aufschob, aber für ihn war es lauter als Big Ben zur Mittagszeit. Die Luft anhaltend horchte er – doch er hörte nur leises Atmen. Er schlüpfte ins Zimmer und war erleichtert, als er nur zwei Betten vorfand. Gutes Omen. Lily und Mila schliefen allein – zumindest das wusste er.

Er schlich sich zu einem der Betten hinüber und wirklich. Lily lag auf dem Bauch, ihr Kissen umarmend und ihre hübsche Nase tief darin vergraben. Innerlich stöhnte James. Er hatte immer hier sein wollen. Und auch jetzt wollte er sich einfach unter die Decke schmuggeln und sie fest in seine Arme ziehen. Ihren Nacken küssen. Sie …. ‚Nein, nein, nein! ´ Er schüttelte den Kopf. Sirius hockte mit gebrochenem Arm im verbotenen Wald und er wollte Lily vernaschen. Reiß Dich zusammen, Mann! ´, schalt er sich selbst.

Abrupt wandte sich James um und sah zu Milas Bett hinüber. Auch sie war in ihre Decke eingewickelt und schlief.

„JAMES?"

Er fuhr entsetzt zusammen. Es war Lily gewesen. Sie saß aufrecht im Bett und starrte ihn fassungslos an. „Was zur Hölle …?"

„Pssst!" Er gestikulierte wild in ihre Richtung, damit sie bloß leise war. Gott sei Dank senkte sie wirklich die Stimme.

„Was tust Du hier?" Trotz ihres Flüsterns hörte er den scharfen, tadelnden Unterton. Und sie war dabei immer noch so verflucht wunderschön. Hol Deine Gedanken aus den Laken, Potter! ´

„Ich brauche eure Hilfe", antwortete er auf ihre Frage, nur um sich sofort selbst zu verbessern: „Na ja … vielmehr Milas Hilfe."

„Was habt ihr jetzt schon wieder angestellt?"

„Sirius ist …", begann er zu erklären.

Mila rührte sich genau in diesem Moment in ihrem Bett und blinzelte. Als sie die fremde Silhouette sah, zögerte sie nicht, sondern griff unwillkürlich nach ihrem Buch und schleuderte es auf den Fremden. Sie traf James am Kopf.

„Au!"

„Mila! Nicht, das ist nur …"

Doch Mila war schon aus dem Bett gesprungen und hatte sich auf den Eindringling gestürzt. Wild trommelte sie auf ihn ein und James konnte nur schützend die Hände vor dem Gesicht verschränken.

„MILA!" Lily war aus ihrem eigenen Bett gesprungen und zerrte an dem Nachthemd ihrer Freundin. Irgendwie schaffte sie es, sie von James runter zuziehen. „Lass ihn leben. Ich finde ihn nämlich zu süß, um ihn zu beerdigen."

Erst jetzt erkannte Mila, auf wen sie eingeschlagen hatte. James blinzelte zwischen seinen Armen hindurch und schenkte Mila ein Grinsen. „Jetzt weiß ich, warum Dich der Hut nach Gryffindor gesteckt hat", erklärte er gut gelaunt, rückte seine Brille zurecht und rappelte sich auf. „Um Dich muss ich mir wirklich keine Sorgen machen, Lil. Zumindest nicht, wenn Mila in Deiner Nähe ist."

„Was machst Du hier?" fragte Mila erschöpft und ließ sich auf ihre 4 Buchstaben plumpsen.

„Ich brauche Deine Hilfe, Mila. Sirius ist …"

Bei der Erwähnung dieses Namens verschloss sich ihr Gesicht deutlich. „Was denn? Hat ihn eine seiner Freundinnen zu hart ran genommen?" fragte sie spitz.

Unweigerlich konnte er sich ein kurzes Lächeln nicht verkneifen. „Nein. Er ist von einem Baum gefallen. Und er hat sich verletzt. Du kennst Dich doch in der Heilkunst aus, Mila. Bitte."

„Nein." Mila war aufgestanden und schickte sich an, zurück in ihr Bett zu krabbeln.

„Wenn sie ihn erwischen, ist er draußen."

„Geschieht ihm Recht", murrte sie. „Gute Nacht, James."

„Mila!" James klang verzweifelt. „Ich weiß, er ist ein Dummkopf. Gelegentlich sogar ein Arschloch! Aber Du weißt ja nicht, was ihn erwartet, wenn er gehen muss."

„Seine Familie, nehme ich an."

„Ja. Die schlimmste Sorte von Reinblütern, die Du Dir vorstellen kannst. Er würde eher sterben, als wieder …! Mila, bitte. Ich flehe Dich an. Bitte!" Er klang so verzweifelt bei diesen Worten, dass Milas Nackenhaare sich unwillkürlich aufstellten. Sie wollte erneut ‚nein´ sagen – aber James Sorge schien so echt. Was, wenn Sirius Familie wirklich so furchtbar war?

Einen Augenblick schwieg sie, kämpfte mit sich und der kleinen Stimme in ihrem Kopf, die sie an sein dummes Benehmen erinnerte. Doch ihr Mitleid siegte. Sie seufzte entnervt. „Okay."

James strahlte sie an und wirkte, als wolle er sie am liebsten umarmen.

„Was ist passiert? Wo ist er verletzt?" Er berichtete alles, so gut er konnte.

„Blutet er?"

„Nein."

Mila nickte und zog sich ihren Morgenmantel über. „Ich muss zuerst in den Krankenflügel. Geht schon mal vor. Und zieht ihm die Jacke aus. Vorsichtig! Ich hoffe, er trägt eine." James nickte und Lily schlüpfte in ihre Schuhe.


Gemeinsam waren sie wenig später wieder bei Sirius. Er lehnte an dem Baumstamm, der ihm die ganze Geschichte eingebrockt hatte. Als er Lily hinter James erkannte, verdrehte er die Augen. „Ja, James. Mir wird es sicher gleich besser gehen, wenn ich euch beim Knutschen zugucke. Und wenn Lily Gryffindor dann ungefähr 100 Punkte abgezogen hat, ist mein Arm so gut wie neu", erklärte er sarkastisch.

„Halt den Mund, Black!" Lily schien ihn mit Blicken zu erdolchen.

„Hilfe kommt", versuchte James beide Hitzköpfe hastig abzulenken.

Eine Minute später hörten sie erneut Schritte. Es war Mila, mit einem giftgrünen Fläschchen in der Hand. Sirius warf seinem Freund einen vernichtenden Blick zu, der zu sagen schien: ‚Super Idee, Schwachkopf! ´.

Ohne ihm ins Gesicht zu sehen, kniete Mila sich vor ihn. Die anderen Beiden hatten es wirklich geschafft, ihm die Jacke auszuziehen und seinen Hemdsärmel hochzukrempeln – begleitet von ziemlich unschönen Flüchen des Verletzten.

„Hast Du Schmerzen, Sirius?"

Er senkte verblüfft den Blick, als sie ihn plötzlich direkt ansprach. Fast als hätte er es nicht erwartet.

„Ja."

Mila nickte und hob endlich den Blick. „Ich werde Dir nicht wehtun Bitte glaube mir das", flüsterte sie kaum hörbar und in ihrem Blick schwamm Unsicherheit. Er fragte sich grade, was sie vorhatte, als sie beide Hände auf seinen nackten Arm legte.

Erstaunt bemerkte er erst ihr Leuchten. Weiß, wie Sterne, begannen ihre Hände zu schimmern. Erst dann, nachdem die erste Verblüffung verschwunden war, begriff er, dass der Schmerz nachließ. Ihre Hände zitterten und ihr Gesicht verzog sich gequält. Alarmiert sah Lily sie an. Sie begriff, was ihre Freundin da tat.

„Mila …"

Die Angesprochene ließ Sirius Arm los und taumelte einen Schritt rückwärts. Mit schmerzverzogenem Gesicht hielt sie sich den linken Arm. Bemüht sich zusammenzureißen nickte sie zu James hinüber, dessen Miene fast genauso fassungslos war wie die von Sirius.

„Verbinde seinen Arm. Und bringe ihn vorher in die richtige Position", presste sie zwischen zusammengebissenen Zähne hervor und er beeilte sich zu tun, was sie sagte. Sein Freund zuckte nicht einmal. Als er damit fertig war, lehnte Mila erschöpft an einem anderen Baum.

Mit einem Kopfnicken wies sie auf das Fläschchen neben Sirius. „Gebt ihm einen Löffel davon." „Was ist das?" „Skelewachs", antwortete sie matt. „Es wird den Knochen heilen lassen."

Brav schluckte Sirius den Löffel voll Zaubertrank, den Lily ihm hinhielt. Er konnte beinah spüren, wie seine Knochen zusammenwuchsen. Nach kürzester Zeit konnte er seinen Arm wieder völlig schmerzfrei bewegen und wickelte den stützenden Verband ab. Mila hatte sich in dieser Zeit nicht mehr bewegt, geschweige denn noch ein Wort gesagt.

Langsam kam Sirius auf die Beine und sah fragend zu Lily hinüber. Die zuckte nur hilflos mit den Schultern.

„Mila?" Seine Stimme verriet einen Hauch von Unsicherheit.

„Geht schon vor. Ich komme gleich", murmelte sie matt, jedoch ohne die Augen zu öffnen. Es hatte sie furchtbar mitgenommen, was sie getan hatte. Im Grunde wusste sie selbst nicht genau, was es war. Ihre Mum hatte ihr davon erzählt – Gefühle anderer Menschen zu nehmen. Mila war sich überhaupt nicht sicher gewesen, ob es funktionierte. Es war so furchtbar anstrengend gewesen. Sie fühlte sich völlig zerschlagen und ihr Arm pochte immer noch.

Überrascht spürte sie plötzlich, wie sich zwei Arme unter sie schoben und jemand sie hochhob. Ein leiser Laut entfuhr ihr und sie öffnete die Augen. Es war Sirius gewesen. Wortlos und ohne sie anzusehen verließ er den Wald, nicht darauf achtend, ob James oder Lily überhaupt folgten, und ging zurück zum Schloss.

„Warum …?" begann Mila schwach.

„Darum", antwortete er mit einer Stimme, die keine Gefühlsregung verriet. Er schwieg kurz, dann sah er auf sie hinunter.

„Danke", murmelte er schließlich leise, doch Mila hörte es. Sie lächelte. „Danke auch Dir." Er verlagerte ihr Gewicht in seinen Armen und unwillkürlich berührte ihre Wange seine Brust. Und in diesem Moment war es Mila egal, dass sie auch dort blieb. Sie schloss einfach die Augen und dachte gar nicht mehr.


Gemeinsam mit Lily hatte Mila letztendlich sogar den letzten Weg zu ihrem Schlafsaal gemeistert und war wie ein Stein ins Bett gefallen. Am nächsten Morgen fühlte sie sich trotzdem wie zerschlagen.

Mühsam zog sie sich an und gähnte herzhaft. „Vielleicht könntest Du zu Madam Pompfrey gehen …", versuchte Lily sie zu überreden, doch ihre Freundin schüttelte den Kopf. „Es wird schon gehen. Na los. Verschwinde hier. Wegen mir musst Du nicht das Frühstück verpassen, Lil …"

Es kam Mila vor, als bewege sie sich im Schneckentempo, als sie etwas später die Treppe endlich hinunter stieg. Vermutlich war das auch so. Und wenn sie sich nicht bald ein bisschen beeilte, würde sie zu spät zum Unterricht kommen. Das Frühstück hatte sie immerhin schon vollkommen verpasst. Vielleicht hatte sie Glück und Lily hatte Sandwiches mitgenommen.

Als sie den Gemeinschaftsraum erreichte, fand sie zu ihrer Überraschung Sirius vor. Er stand in der Nähe des Portraitloches und schien zu warten.

„Schaffst Du es?"

Er klang fast so etwas wie besorgt.

Mila lächelte schief. „Wieso? Trägst Du mich wieder, wenn ich jetzt nein sage?" versuchte sie ihn zu necken.

„Wenn es nötig ist …", erwiderte er ohne Zögern. Ihr Herz begann bei diesem Angebot ein wenig schneller zu klopfen. Um ihre Verlegenheit zu überspielen, fragte sie: „Was würde denn Deine Freundin dazu sagen? Wie hieß sie noch? Donna? Tricia?"

„Keine Ahnung."

Mila runzelte ziemlich empört die Stirn. „Du weißt nicht mal, wie das Mädchen heißt, dass Dir ständig am Umhang klebt und den Boden unter Deinen Füßen anbetet?" fragte sie empört, doch er zuckte nur mit den Schultern.

„Das habe ich nicht gesagt."

„Sondern?"

„Ich habe nur gesagt, dass ich keine Ahnung habe wie sie heißt – weil es keine Freundin gibt."

Überrascht sah sie ihn an und er grinste. „Du und keine Freundin?" „Warum denn nicht?" Er klang ein wenig herausfordernd, so als wolle er sie unbedingt aus der Reserve locken. Mila seufzte leise.

„Kriegt man bei Unterhaltungen mit Dir immer Kopfschmerzen?" Sein Grinsen vertiefte sich und er ergriff einfach ihren Arm, der Gott sei Dank unter ihrem Umhang verborgen war. „Es gibt Menschen, die so etwas behaupten", antwortete er und zwinkerte. „Komm schon. Ich begleite Dich."


Auf dem Weg zu Kräuterkunde – natürlich mussten sie in der ersten Stunde das Fach haben, das am weitesten entfernt war vom Schloss – schwieg Sirius eine ganze Weile, während Mila sich darauf konzentrierte, nicht im Gehen einzuschlafen.

„Du bist eine Howler, oder?" fragte er plötzlich völlig unvermittelt. Mila erschrak. Er wusste von den Howlern? Natürlich wusste er davon, er war schließlich in einer magischen Familie aufgewachsen. Sie hob den Blick und suchte in seinem Gesicht nach einem Hinweis darauf, ob er ein ‚Ja´ als gute oder schlechte Nachricht aufnehmen würde. Langsam nickte sie schließlich.

„Ich bin ein Idiot." Sirius seufzte und strich sich durchs Haar. Mila konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. „Denk bitte daran, dass Du das jetzt gesagt hast und nicht ich."

„Jaja. Schon gut. Aber das erklärt natürlich alles. Kein Wunder, dass ich mich immer so komisch gefühlt habe, wenn …" Er vollendete den Satz nicht und Mila erwartete fast, dass er sie jetzt einfach stehen lassen würde. Doch als er sie anlächelte, brachte es sie völlig aus der Fassung.

„Und Du kannst jedes Gefühl erspüren?"

Wieder nickte sie.

„Auch - die Schmutzigen?"

Empört schnappte Mila nach Luft, musste aber lachen, als er mit den Augenbrauen wackelte. „Du bist furchtbar, Sirius!"

„Ich weiß." Er schien damit ganz zufrieden sein.

„Aber wenn das so ist …" Er zwinkerte. „Dann sollte ich Dich sehr schnell zu meinem Freund machen, Milena Laundry. Bevor Dich die Lehrer noch als Spionin gegen mich einsetzten und ich keinen Streich mehr spielen kann, ohne das jeder es schon vorher weiß."

„Die Lehrer wissen nichts davon."

„Echt nicht?"

Mila schüttelte den Kopf.

„Cool!"

Sie erwiderte sein Lächeln – und ziemlich verwundert stellte sie fest, wie viel sich in so kurzer Zeit ändern konnte.


In Kräuterkunde drängte Sirius sie ungefragt neben James und blieb selbst an ihrer anderen Seite stehen, um sie vermutlich vor den Schlammblut-Anfeindungen der Slytherins zu schützen, die in diesem Fach mit ihnen gemeinsam Unterricht hatten. Sie konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die beiden fast wie Bodyguards wirkten. Lily und Remus, die auf James anderer Seite stand, zwinkerten ihr beide zu. Und Professor Rens begann mit dem Unterricht.

Es vergingen keine 5 Minuten, bis James sich bückte und in seiner Tasche kramte. Unter dem Tisch stupste er Mila mit dem Ellbogen an und reichte ihr etwas, was aussah wie ein Fellball. Sie nahm es mit fragendem Blick entgegen und erkannte einen der Dibrus, welcher sie aus kohlrabenschwarzen Augen anblinzelte und mit der kleinen Nase wackelte. Das Tier war ganz weich.

„Lily hat mir erzählt, das Du Tiere gern hast", raunte er ihr zu. „Und der Kleine hier braucht dringend ein paar Streicheleinheiten."

Mila strahlte ihn an und strich mit einem Finger zärtlich über den Kopf des Dibrus. „Du bist ja niedlich", flüsterte sie lächelnd und Sirius erinnerte sich bei der sanften Berührung des Tieres an ihr Zusammentreffen am See. Er konnte sich ein sehnsüchtiges Lächeln nicht ganz verkneifen

„Fast so niedlich wie der große Hund, den ich vor kurzem hier getroffen habe", fügte sie zu seiner Überraschung hinzu. Der Dibru fiepte wohlig – Sirius hingegen räusperte sich und versuchte nicht allzu rot anzulaufen.

Mila beschäftigte sich fast den gesamten Unterricht mit dem Tier. Der Dibru, ein sonst doch recht scheues Tier, schmiegte sich in ihre Hand, ließ sich den Bauch kraulen und krabbelte sogar in ihren Ärmel, sodass James den Kleinen aus Milas Nacken fischen musste während sie leise kicherte. Am Ende hatte sie kein Wort vom Unterricht mitbekommen. Aber das war ihr egal.

Während sie gemeinsam zum Schloss zurückkehrten, steckte James den kleinen Nager zurück in seine Tasche. „Was hast Du eigentlich mit ihnen vor?" fragte Mila neugierig.

„Ich denke, ich lasse sie bald frei", erklärte er seufzend und schulterte seine Tasche wieder. „Sie sind nun mal wilde Tiere. Und manche davon kann man einfach nicht zähmen." Er warf einen bedeutungsschwangeren Blick zu Sirius hinüber. Mila verstand den Wink mit dem Zaumpfahl und zwinkerte. James erwiderte es lächelnd.

„Obwohl … wenn sie auf den richtigen Menschen treffen …"


Okay, okay, steinigt mich ruhig. Ich höre es schon: ´Wie konntest Du padfood den Arm brechen?´ Aber irgendwie musste ich die Geschichte doch mal ans Laufen bekommen. Wenn ihr fertig mit Schimpfen seid – könntet ihr trotzdem reviewen? Bitte, bitte.