A/N: Hallo, ihr Lieben. Moony bedankt sich grade ganz dolle für eure Streicheleinheiten. Da war der Vollmond nur noch halb so schlimm. Obwohl – hm, vorbei ist er ja noch nicht … Viel Spaß beim Lesen!
Imobilus: Hör´ auf zu Schluchzen, Moony! So langsam machst Du die arme Frau hier nass! Du solltest es doch langsam eingesehen haben, dass Du ein riesiger Goldschatz bist und es sich daher durchaus lohnt, für Dich Animagi zu werden. Hat mal jemand ein Taschentuch? (Seufz!) Dieses Kapitel beantwortet dann übrigens endlich Deine Frage: Wie wird Mila reagieren …?
ShiaAngel: Kann mir ja denken, warum Du so „spät" erst reviewst – Padfood hat Dich aus der Umarmung nicht mehr rausgelassen, hm? Jaja, ich kenne das …
Ac. Potterfan: Na, Dir muss ich dieses Mal ein ganz besonders dickes Dankeschön schreiben! Habe mal unter Deinen Favorite Stories gestöbert und bin da auf eine gaaaanz bezaubernde gestoßen. Über Lily und James. Hieß – glaube ich – ´Just Say Yes´ oder so. Ich habe gelacht wie sonst was und bin letztendlich fast dahingeschmolzen! Danke schön!
Zeraphine: Mein Schnuckiputz ist wieder da! Juhu! War es schön in England? Hoffe ich doch – wenn da schon Sirius-Double rumlaufen … (SMILE!) James bedankt sich übrigens ganz dolle, weil ihn ENDLICH jemand umarmt hat. Ach, jetzt tu nicht so, Potter. Hast ja immerhin noch Lily!
Samara: Nicht weinen! Hier hast Du ein Taschentuch. – Gehts wieder? Und was Fenrir angeht – Du hast ja sooooo Recht! Hinunter mit ihm in die tiefsten Abgründe der Hölle, wo seine stinkende Seele auf Ewigkeiten im Fegefeuer brutzeln möge!
Kapitel 14
Seufzend saß Mila in ihrem Zimmer auf dem Fensterbrett und starrte nach draußen auf die im Mondlicht schimmernden Ländereien. Sie trug schon ihr Nachthemd, während ihre Freundin immer noch in Schuluniform über einem Aufsatz brühtete. Remus war wieder einmal auf dem Weg zu seiner kranken Mutter. Fast etwas wie Wut auf diese Frau stieg in ihr auf. Dabei ging es ihm doch selbst nicht gut. Er war selbst viel zu geschwächt. Auch wenn er nicht darüber sprach und sorgfältig darauf achtete, Mila nicht zu berühren, kannte sie ihn mittlerweile viel zu gut, als dass sie sich hätte täuschen lassen. Wenn sie nur gewusst hätte, wie sie ihm helfen konnte. Und warum kümmerte sich kein Anderer aus seiner Familie um seine Mum? Warum musste er es tun?
Ein schauriges Heulen durchbrach die Stille der Nacht und Mila zuckte zusammen. Ein Schaudern durchlief sie. Gab es hier in Hogwarts etwa Werwölfe? Wie zur Antwort entdeckte sie einen Schatten am Rande des verbotenen Waldes und ein erneutes Heulen durchbrach die Stille. Dieses Mal nicht von dem vermeintlichen Werwolf.
Mila presste die Handflächen an die kalte Fensterscheibe, verzweifelt darum bemüht, etwas zu erkennen. Das war nicht … das konnte nicht …! Und doch, er war es. Der schwarze Hund wurde grade in diesem Moment aus dem Dickicht geschleudert und krachte auf den Boden. Lautes Winseln erklang. Nur mühsam kam er wieder auf die Beine und stellte sich seinem Widersacher entgegen. Wirklich ein Werwolf. Er schlich sich geduckt an den Hund heran.
„Schnuffel!" entfuhr es Mila unwillkürlich und Lily sah auf.
„Wer?"
Doch Mila hatte keine Zeit für Erklärungen. Sie rannte aus ihrem Schlafsaal hinaus und aus dem Gemeinschaftsraum. Die Treppen hinunter zum Ausgangsportal. Mit aller Kraft stemmte sie sich gegen das schwere Holz der Tür. Es war Gott sei Dank nicht verschlossen, denn obwohl Mila ihren Zauberstab in der Hand hielt … sie hätte nicht die nötige Konzentration aufgebracht um den ‚Alohomora´-Zauber zu sprechen.
Keuchend schob sie sich durch den Spalt und rannte hinüber zu der Wiese, auf der sie die beiden ungleichen Kontrahenten erspäht hatte. Sie standen sich immer noch gegenüber. Grade packte der Werwolf den Hund und schleuderte ihn gegen einen einzelnen Baum.
Ohne darüber nachzudenken stolperte Mila zu ihm hinüber. Sie spürte keine Angst vor dem Werwolf. Sie wollte nur diesen netten Hund retten. Als sie neben ihm auf die Knie fiel, hob der Hund hastig den Kopf. Fast fassungslos starrte er sie an, bevor er verzweifelt versuchte auf die Beine zu kommen. Es gelang ihm nicht.
Ein bedrohliches Knurren ertönte hinter ihr und Milas Nackenhaare stellten sich auf. Nur langsam wandte sie sich um. Der Werwolf war näher gekommen und hatte seine Aufmerksamkeit ausschließlich auf Mila gerichtet.
Beute!
Mila konnte in seinen Augen lesen, was er dachte. Sie schluckte und stand auf, ihren Zauberstab fest umklammernd. Sie durfte ihm nicht zeigen, welche Angst sie hatte. Das konnte er riechen. Und dann würde er erst Recht angreifen.
Der Werwolf hielt mitten in der Bewegung inne und schien sie verblüfft anzusehen. Er hatte damit gerechnet, dass sie fliehen würde. Erregung hatte ihn bei dem Gedanken gepackt. Er würde sie fangen. Und dann … dann hätte er sie …
Ein lautes Bellen erklang und zog Milas Aufmerksamkeit wieder auf den Hund. Schnuffel hatte es doch mühsam geschafft, aufzustehen und baute sich nun knurrend vor ihr auf. Der Hund war offensichtlich verletzt – und trotzdem verteidigte er sie. Sein Nackenfell sträubte sich und er legte drohend die Ohren an, während er den Werwolf feindselig anknurrte.
Grade als dieser erneut zum Sprung ansetzte, brach plötzlich ein riesiger Hirsch durch das Unterholz und ging auf den Werwolf los. Er wandte sich um und schlug in dessen Richtung aus, der zurückstolperte. Mit gesenktem Geweih ging er auf den Werwolf zu, ihn nicht aus den Augen lassend. Schnuffel brach vor Milas Füßen erschöpft zusammen.
Als der Hirsch kampfbereit auf ihn zu gallopierte, ergriff der Werwolf widerwillig die Flucht. Als er im Wald verschwand, blieb der Hirsch stehen und wandte sich um. Einen Moment sah er nur zu ihnen hinüber. Dann kam er langsam auf Mila und den Hund zu, der laut hechelnd auf der Seite lag. Das Mädchen sah ihm verwirrt entgegen.
Sie hatte noch nie gehört, dass ein Hirsch einen Werwolf angriff.
Er blieb vor ihnen stehen und stupste zu ihrer Verwunderung den Hund mit den Nüstern an. Als Antwort winselte der leise. Dann wandte der Hirsch seine Aufmerksamkeit auf Mila, die ihn mit großen Augen ansah. Lange geschah nichts, das Tier blickte sie nur an. Und dann ertönte ein leises ‚Plop´ – und im nächsten Moment beschloss Mila in Ohnmacht zu fallen.
„Mila? Mila, wach auf."
Jemand schüttelte sie leicht und nur langsam drang in ihr Bewusstsein, dass sie die Stimme kannte.
„James?" Mühsam schlug sie die Augen auf. Ihr Freund hockte vor ihr und sah sie ernst an. Kein Geweih, kein Fell – sie musste geträumt haben. Er half ihr dabei, sich aufzusetzen. Der schwarze Hund lag immer noch neben ihr.
„Da … da war ein … und dann kam ein Hirsch …", stammelte sie zusammenhanglos und schloss erneut die Augen.
„Ich weiß."
„Er hat … ich habe gedacht, Du …" Ein leicht hysterisches Lachen entfuhr ihr, während James sie nur ansah. „Irgendwas muss mich am Kopf getroffen haben." Ja, das war eine logische Erklärung. Fast war sie erleichtert. Sie musste sich einfach geirrt haben!
„Mila?" Sie sah ihn an, mit hoffnungsvollem Blick, wünschte dass er ihr sagte sie habe sich geirrt und es wäre nur eine Halluzination gewesen, hervorgerufen durch ihre Angst. Doch er schüttelte langsam den Kopf. „Du hast Dich nicht geirrt. Süße, ich war wirklich …."
Erneut wurde Mila blass und James griff fluchend nach ihren Schultern. „Komm schon, nicht wieder ohnmächtig werden. Verdammt Sirius, verwandle Dich und hilf mir!"
Mit weit aufgerissenen Augen starrte Mila Schnuffel an, den ihr Freund angefaucht hatte. Nicht sie, James musste etwas gegen den Kopf bekommen haben. Er dachte wirklich, dass Schnuffel …
Erneut erklang ein leises ‚Plop´ und statt dem Hund war nun Sirius neben ihr. Sie wurde verrückt! Das musste ein Traum sein! Vielleicht hatte der Werwolf sie ja gebissen und das waren die ersten Anzeichen der Lycantrophie. Oder … nein, sie hatte vermutlich alles geträumt! Das war nur ein böser Traum.
Mühsam setzte Sirius sich auf und mied einen Moment lang Milas Blick. Er blutete am Arm und hier und da begannen die ersten Blutergüsse sichtbar zu werden. Nur widerwillig begegnete er ihren Augen, trotzig, als wolle er sie zu einer Reaktion herausfordern.
„Wir sind Animagi, Mila." Das war wieder James, der erleichtert feststellte, wie ihr bleiches Gesicht langsam wieder einen Hauch von Farbe bekam. „Weißt Du, was ein Animagus ist?"
Ohne den Blick von Sirius abzuwenden, nickte sie abwesend. Langsam kam ihr eine Erinnerung. Der Abend nach dem Gesangstraining. Der Hund. Sein mitleidiger Blick. Das war … das war er gewesen!
Blitzartig schlug ihre Blässe in wütende Röte um. „DU WARST DAS?" schrie sie ihn an und Sirius zuckte zusammen. Er hatte so gehofft, dass sie sich nicht erinnern würde.
Mit funkelnden Augen starrte sie ihn an und schien auf eine Antwort zu warten. Im ersten Impuls wollte er einfach lügen. Er musste nur den Kopf schütteln und behaupten, er wisse nicht, wovon sie sprach. Aber etwas tief in ihm weigerte sich. Endlich war es raus. Weder er noch James oder Peter hatten sich wohl dabei gefühlt, den beiden Mädchen ihre mühsam erlernte Fähigkeit zu verschweigen.
Also nickte er kurz.
Wütend sprang Mila auf und taumelte kurz, als ihr das Blut im ersten Moment in die Beine floss und ihr Kreislauf schwankte. Aus den Augenwinkeln nahm sie eine Bewegung war. Eine Ratte huschte auf sie zu, blickte zwischen ihnen hin und her und im nächsten Moment war da Peter, der sie betreten anschaute. Einen derben Fluch ausstoßend, wirbelte Mila herum und stapfte zurück ins Schloss.
James wollte aufspringen und ihr folgen, doch Sirius hielt ihn zurück. „Wir können sie nicht einfach gehen lassen, Padfoot! Remus läuft immer noch …"
Zaghaft meldete sich Peter zu Wort. „Nein. Moony ist wieder in der heulenden Hütte. Er hat sich selbst zurückgezogen. Ich bin ihm gefolgt und habe die Falltüre wieder verriegelt."
James blieb stehen und Sirius ließ die Hand sinken. Sein gesamter Körper brannte wie Feuer. Remus hatte ihn ziemlich in die Mangel genommen. Er wusste nicht Recht, was er falsch gemacht hatte, aber etwas schien den Werwolf in ihm außer Rand und Band geraten gelassen zu haben. Das normale Gerangel zwischen ihnen war ausgeufert. Normalerweise war es kein Problem für ihn, seinen Freund vom Schloss fern zu halten. Aber Remus war nicht mehr zu bremsen gewesen.
Das bedeutete für ihn, dass er in der nächsten Woche nur mit langärmligen Sachen herumlaufen würde. Wenn Moony sah, was er angerichtet hatte, würde er sich wieder völlig vergraben. Er litt darunter, es nicht steuern zu können und seine Freunde manchmal zu verletzen. Aber es war noch nie so schlimm gewesen wie heute.
Stumm starrte er Mila nach, die grade im Schloss verschwand. Er seufzte und erhob sich mühsam. Wie sollte er diesen Vertrauensbruch nur wieder gut machen?
Mila schaffte es ohne Tränen die Treppen hinauf, an der fetten Dame vorbei, hinauf in ihren Gemeinschaftsraum. Vorbei an Lily, die dort auf sie wartete und sie fragend musterte, die Treppe zu den Schlafsälen hoch. Dort schloss sie die Türe leise hinter sich und verschloss sie mit einem Zauber. Und schließlich heulte sie los, warf sich auf ihr Bett und trommelte so lange auf ihr Kissen ein, bis sie nur noch kraftlos schluchzte.
Lily folgte ihr nicht. Viel lieber blieb sie, wo sie war und wartete auf den Grund der Reaktion ihrer Freundin. Sie wusste genau, wer das war.
Es verging ca. eine Viertelstunde, bis das Portraitloch unter lautem Protest der fetten Dame erneut aufschwang und drei junge Männer hindurchkletterten. Einen Moment lang blieb ihr die Luft weg, als sie Sirius ansah – lange Ärmel und Hosen würden die Blutergüsse nicht vollkommen verheimlichen können. Er hatte ein blaues Auge und eine große Schramme auf der Wange. Sofort zuckte ihr Blick zu James hinüber und sie stellte erleichtert fest, dass er keine solchen Blessuren davongetragen hatte. Ihre Erleichterung wich allerdings schnell ihrem Ärger und sie funkelte alle drei wütend an.
Gut, dass James nicht verletzt war – dass würde sie jetzt übernehmen …
„Sollen wir in euren Schlafsaal gehen?" fragte sie mit honigsüßer Stimme, die alle drei zusammenzucken ließ. „Oder soll ich euch gleich hier zu Kleinholz verarbeiten?"
Wortlos deutete James auf die Treppe zum Jungenschlafsaal und ging voraus. Lily folgte den Dreien hinauf. Sie hatte noch nicht ganz die Tür hinter sich geschlossen, als sie platze.
„WAS HABT IHR DIESES MAL WIEDER ANGERICHTET?"
James öffnete den Mund, als wolle er etwas sagen, doch sie schnitt ihm mit einer ungeduldigen Geste das Wort ab. „Wage es ja nicht Süßholz zu raspeln, James Potter!" fauchte sie wütend. „Wisst ihr, so langsam habe ich es satt, meine beste Freundin ständig in Scherben vom Boden aufzulesen, nur weil ihr Schwachköpfe ihr irgendetwas antut. Ich schwöre, wenn ich sehe, dass Mila gleich auch nur eine einzige Träne wegen EINEM von euch vergossen hat, dann wart ihr die längste Zeit auf Hogwarts! Dann werde ich nämlich endlich wirklich zur Vertrauensschülerin. Ich habe es satt, ständig euren Blödsinn zu decken, nur weil euer Testosteron euren gesunden Menschenverstand vernebelt!"
Betreten sahen alle drei auf ihre Füße, während Lily tief Luft holte, um sich ein wenig zu beruhigen.
„Also …?" Ihre Stimme klang fast neutral, doch weder James noch der Rest ließen sich von dieser vermeintlichen Ruhe täuschen. Er saß da wie ein Lämmchen, dass zur Schlachtbank geführt wurde.
„Wir haben … na ja, Mila hat uns erwischt bei …" stotterte der sonst so redegewandte Quidditch-Kaptain leise, bevor er laut aufseufzte. „Ich fange anders an. Auch wenn Remus dann vermutlich nie wieder mit mir redet. Hast Du Dich nie gefragt, wohin Remus einmal im Monat verschwindet und völlig erschöpft wieder zurückkehrt, Lil?"
„Er kümmert sich um seine kranke Mutter", antwortete Lily fast automatisch, doch bei einem Blick in die Augen ihres Freundes fügte sie sofort hinzu: „Okay, wo ist er wirklich?"
„Hier."
„Wo, hier? Kann er sich etwa neuerdings unsichtbar machen?" Lily begann ungeduldig mit dem Fuß zu wippen und James wusste, dass er sich beeilen musste – ihre Geduld war fast aufgebraucht.
Wie gerufen wurde die Stille der Nacht durch ein Heulen durchbrochen. Wortlos deutete er mit dem Daumen über seine Schulter.
Sie runzelte die Stirn, doch plötzlich erstarrte sie. Verstehen leuchtete in ihrem Gesicht.
„Er ist ein Werwolf?"
Alle drei nickten.
Das saß.
Lily tastete nach einem Stuhl und ließ sich darauf plumpsen. Einen Moment herrschte völlige Stille, in denen die verschiedensten Gefühlsregungen über ihr Gesicht huschten. Nach einer halben Ewigkeit sah sie endlich wieder auf. „Und was habt ihr damit zu tun? Verdammt, was habt ihr draußen getrieben? Ihr hättet gebissen werden können!"
„Nein, hätten wir nicht. Das ist es ja, wobei Mila uns erwischt hat. Wir drei – sind Animagi. Und der Wolf in Remus greift nur Menschen an."
Bei James Worten begann Lily zu kichern und zeigte ihm mit einer ziemlich deutlichen Geste, was sie von seinen Worten hielt. „Natürlich, James. Und ich bin die Kaiserin von China."
„Es ist war", verteidigte er sich und sah zu Peter hinüber, der unwohl auf seinem Bett hin- und herrutschte. „Los, zeig es ihr, Peter."
Der kleine, pummlige Junge wurde blass, schluckte dann aber und verwandelte sich in die Ratte. Lily stieß einen kleinen Schrei aus und wich ein paar Schritte zurück. Entsetzt starrte sie ihn an.
„Sirius?" Auffordernd blickte James zu ihm hinüber. Er hob den Blick und verwandelte sich kurz, dass Lily den schwarzen Hund sehen konnte. Danach verwandelte er sich aber auch sofort wieder zurück. Er verzog schmerzerfüllt das Gesicht, als er sich wieder an die Wand lehnte.
Lily schluckte. Als ihr Blick fast schon abwartend bei James hängen blieb, schüttelte dieser den Kopf. „Ich verwandle mich besser nicht. Ich bezweifle, dass das Zimmer groß genug für mich wäre."
„Was wirst Du denn?" fragte sie entsetzt. „Ein Elefant?"
Er konnte das leichte Zucken seiner Mundwinkel nicht ganz verbergen. „Nein. Ein Hirsch."
„Und Mila hat uns gesehen und … sie ist ohnmächtig geworden, glaube ich", setzte Peter, mittlerweile zurückverwandelt, hastig hinzu.
„Ihr habt sie also erschreckt!"
„Ja", begann James, doch Sirius schüttelte müde den Kopf.
„Nein. Ich bin schuld …."
Fragend blickten ihm die anderen drei entgegen. Seufzend erzählte er von Milas erster Begegnung mit ihm als Hund.
„Ich hab schon immer gesagt, dass Dein Name vermutlich ein Hinweis auf das schwarze Vakuum in Deinem Kopf ist", seufzte Lily kopfschüttelnd. „Wie hast Du denn gedacht, würde es ausgehen, Sirius? Hast Du vielleicht geglaubt, sie würde Dir jubelnd um den Hals fallen, wenn sie erfährt, dass Du …?"
Er zuckte hilflos mit den Schultern. „Sie tat mir damals einfach leid …" Man konnte ihm ansehen, dass es ihm nicht leicht fiel etwas Derartiges zuzugeben. Sirius tat sich mit Gefühlen generell schwer, aber besonders, wenn er sie in Worte fassen musste.
„Auf jeden Fall müssen wir das wieder hinbiegen", beschloss Lily mit entschlossenem Gesichtsausdruck. „Denn wenn Mila beginnt zu denken, dass ihr sie nur verarschen wolltet, gibt es keine Chance mehr. Dafür haben sich schon zu viele über sie lustig gemacht."
Düster verzog Sirius bei diesen Worten das Gesicht.
Als Lily plötzlich vor ihm stand und ihn mühsam vom Bett zog, sah er allerdings überrascht auf. „Was …?"
„Na, Du hast es verbockt, Dummkopf. Also wirst Du es auch wieder hinbiegen." Entsetzt sah er zu James hinüber, der allerdings nach der Geschichte der gleichen Ansicht zu sein schien. Er nickte.
„Aber …. Aber …." Ohne ihn zu beachten, zog sie ihn hinter sich her.
Mit zusammengepressten Lippen folgte er ihr widerwillig und als sie bei der Mädchen-Treppe ankamen, vergrub er in seiner typischen Geste die Hände in den Hosentaschen. „Und jetzt? Ich springe da nicht hoch wie Dein Hasi-Putzi", erklärte er trotzig.
Lily lächelte und zog ihren Zauberstab. „Es gibt Dinge, guter Sirius, die nicht mal mein Hasi-Putzi kennt." Sanft tippte sie gegen die Wand zu ihrer Rechten.
„Articalus."
Die Wand öffnete sich ein Stückchen und Lily fasste hinein. Es gab ein leises Klicken und sie zog ihre Hand wieder hervor. „Bitte sehr, Mr. Black."
Misstrauisch betrat er die erste Stufe – nichts geschah. Auch nicht als er die zweite und dritte Stufe hochkletterte. Probehalber sprang er sogar einmal in die Luft.
„Wie hast Du das gemacht?" fragte er erstaunt.
„Du hast keine Ahnung, was ich alles weiß, Sirius."
„Ist das so ein Vertrauensschüler-Ding?"
„Sozusagen."
„Dann weiß Remus das auch? Verdammt, den knöpfe ich mir …"
Sie hielt ihm den Mund zu und bedeutete ihm, leise zu sein. „Halt wenigstens einmal die Klappe", bat sie leise und er nickte. Sie ließ ihn los und ging voraus. Die reine Neugier trieb ihn ihr nach.
Vor ihrem Schlafsaal blieb Lily stehen und klopfte.
„Mila?"
„Ja?" klang es gedämpft aus dem Zimmer.
„Hier ist jemand, der sich entschuldigen möchte."
„Sag ihm, es ist schon in Ordnung. Es ist mir egal." Ihre Stimme klang furchtbar erschöpft.
„Komm schon, mach auf."
„Nein."
Ihren Zauberstab auf das Schloss richtend, versuchte Lily den Zauber zu brechen. Aber es gelang ihr nicht. Frustriert seufzte sie.
„Darf ich es versuchen?"
Überrascht sah Lily auf und Sirius an. Langsam nickte sie und trat beiseite. Verblüfft sah sie zu, wie er seinen Zauberstab zog und die Tür im nächsten Moment aufsprang.
„Wie …?"
„Meine Familie beschäftigt sich seit Jahrhunderten mit schwarzer Magie. Und ein bisschen habe ich aufgeschnappt", antwortete er langsam.
Seufzend schüttelte Lily den Kopf und schob in ins Zimmer, nur um selbst im nächsten Moment wieder hinauszuhuschen. Das war eine Sache zwischen den Beiden...
Mila saß auf ihrem Bett und sah ihm düster entgegen. Ratlos blieb er in der Mitte des Zimmers stehen und sah sich um. Es wirkte völlig anders als sein Schlafsaal. Weicher. Gemütlicher.
„Sag Dein Sprüchlein, Sirius. Dann haben wir es schnell hinter uns", hörte er ihre Stimme leise neben sich.
„Ich habe kein Sprüchlein." Und grade jetzt wünschte er, er hätte eins. Ihm fehlten einfach die Worte. Ratlos ließ er seinen Blick über den Tisch und Lilys Bett wandern, verzweifelt nach einer Inspiration suchend. Irgendwann entdeckte er Lucy – sie lag auf einem Stuhl, fast versteckt unter der Tischplatte. Mit großen Augen sah sie Sirius misstrauisch entgegen.
„Du hast eine Katze?" fragte er überrascht und hockte sich hin, während er begann sie mit leiser Stimme zu locken. Lucy bewegte sich keinen Millimeter, wie Mila triumphierend bemerkte. Sie fauchte sogar leise. Wenigstens ein weibliches Wesen, dass diesem ….. ihr fiel kein passender Schimpfnamen ein … widerstand.
Als das Schweigen zwischen ihnen zu belastend wurde, beschloss Mila anzugreifen. Sie legte das Kissen, welches sie wie ein Schild vor dich gehalten hatte, beiseite und fixierte einen imaginären Punkt direkt über seinem Kopf, damit es wirkte, als sehe sie ihn an.
„Und?" fragte sie so neutral wie möglich. „Hast Du sehr gelacht?"
Sie sah sein kaum merkliches Zucken. „Ich habe gar nicht gelacht", widersprach er leise, doch Mila setzte ein gekünsteltes Lächeln auf.
„Ach komm schon. Du brauchst mir jetzt nichts mehr vorzuspielen. War es sehr lustig, als ich total verheult am See gehockt habe? Ich muss ausgesehen haben wie eine Vogelscheuche. Wie eine …"
„Hör auf!" Er war aufgesprungen und sah sie wütend an.
„Gib es wenigstens zu", erwiderte sie und konnte das leise Zittern ihrer Stimme nicht ganz überspielen. „Es ist in Ordnung. So bringe ich euch wenigstens zum Lachen. Zu mehr tauge ich wohl nicht …"
Sirius brauchte nur einen Schritt, um die Distanz zwischen ihnen zu überwinden. Er packte sie grob an den Oberarmen und zog sie hoch. Als er ihr in die Augen sah, lag ihm ein unschöner Fluch auf der Zunge. Sie hatte geweint. Und da waren noch viel mehr Tränen in ihren Augen.
„Du tust mir weh", flüsterte sie mit tonloser Stimme und er ließ sie hastig los.
„Mila, ich …." Er fuhr sich in einer hilflosen Geste durchs Haar. Er konnte so was nicht. Er war nicht redegewandt genug – und schon gar nicht, wenn es um Gefühle ging. Sie stand vor ihm, mit gesenktem Kopf und leblos neben ihrem Körper hängenden Armen. Betroffen erkannte er, dass sie erneut begonnen hatte zu weinen. Lautlos. Nur ihre Schultern zuckten. Er wollte nicht, dass sie weinte. Schon gar nicht, wenn er der Grund dafür war.
Ohne zu überlegen zog er sie in seine Umarmung und hielt sie fest. Er spürte ihre Gegenwehr, wie ihr Körper sich versteifte und sie versuchte, sich ihm zu entziehen. Doch er ließ sie nicht los. Er konnte einfach nicht. Wenn er sie losließ, würde sie aus seinem Leben verschwinden. Und das würde er nicht überleben.
„Es tut mir leid", flüsterte er in ihr Haar, was ihr Schluchzen nur noch lauter werden ließ.
„Ich will Dein Mitleid nicht", flüsterte sie.
„Ich bin ein Dummkopf", fügte er, ihre Worte ignorierend, leise hinzu. „Süße, ich habe nicht gelacht. Wirklich. Ich habe noch nie über Dich gelacht. Und ich werde es auch nie tun! An diesem Abend, am See, habe ich mich selbst gehasst dafür, dass ich so reagiert habe. Und ich … ich hätte Dich so gern in den Arm genommen." Das letzte Geständnis klang hölzern, das wusste er. Aber so war es.
„Wenn ich mich zurückverwandelt hätte, hättest Du mich aber doch nie wieder angesehen …"
„Richtig", stimmte sie ihm leise zu. Ihre Stimme klang durch seine Brust gedämpfte. Nur zögernd lockerte er seinen Griff und stellte erleichtert fest, dass sie aufgehört hatte zu schluchzen – und, viel wichtiger, nicht sofort zurückwich. Sie schniefte leise, bevor sie ihn ansah.
„Ich weiß, ich bin ein räudiger Flohbeutel, weil ich ein Mitglied meines Rudels furchtbar verletzt habe."
Unwillkürlich hatte er diesen Ausdruck gebraucht.
„Rudel?" fragte Mila gegen ihren Willen. Sirius zuckte leicht die Schultern. „Remus sagt das immer. Wir alle sind sein Rudel. Und er hat Recht. Jeder einzelne von euch ist mir mehr Familie als die Menschen, deren Namen ich trage."
„Aber wieso spricht Remus von Rudel und nicht von Familie?"
Sirius wand sich, doch schließlich seufzte er. Moony würde nach diesem Vollmond wohl nicht nur mit James nie wieder sprechen …
„Weil das draußen eben – Remus war."
Verständnislos sah sie ihn an. Nur sehr langsam begriff sie. „Deswegen …", flüsterte sie nach einer Weile endlich. Ganz langsam begann das Ganze Sinn zu ergeben. „Er ist ein Werwolf!"
„Ja."
Plötzliche, unsinnige Wut brandete in ihr auf. Und sie ließ sich nicht unterdrücken. Ihre Augen begannen zu funkeln. „Und warum hat er nichts gesagt?" Ihre Stimme wurde unwillkürlich lauter. „Warum habt IHR nichts gesagt!"
„Weil ….", versuchte Sirius zu erklären, doch sie schnaubte nur und schnitt ihm das Wort ab, indem sie ungeduldig mit der Hand wedelte. „Oh, ihr Männer! Was habt ihr gedacht, was wir sagen würden? ‚Iiiih, ein Werwolf'?" Sie raufte sich wütend die Haare und Sirius musste bei ihrem plötzlichen Stimmungswandel fast lachen. Sie funkelte ihn an und stach ihm mit einem Finger in die Brust. „Wage es nicht, zu lachen, Sirius Black! Mit Dir bin ich auch noch nicht fertig!"
Sofort machte er wieder ein ernstes Gesicht.
„Also – los, spuck´s aus! Wann verwandelt er sich zurück?"
Sirius sah sie verblüfft an. „Remus? Äh, bald. Morgengrauen. Manchmal auch früher … wieso?"
Sie hatte wütend eine Schublade aufgezerrt und ein T-Shirt hervorgekramt. Jetzt war sie grade dabei, sich ihr Nachthemd über den Kopf zu zerren und Sirius starrte sie entsetzt an. Sie würde sich doch nicht vor ihm umziehen, oder? Doch schon war ihr Nachthemd vor seinen Füßen gelandet. Darunter war sie fast nackt.
Hastig wandte er sich um und starrte an die Wand. Völlig hatte er ihren Anblick aber nicht ignorieren können. Die sanfte Rundung einer ihrer Brüste hatte er sehr wohl gesehen … Verdammt! Tief einatmend versuchte er seine Erregung – und die für ihn untypische Röte - zu bekämpfen, doch Mila ließ ihm keine Zeit dazu. Sie packte seine Hand, nun völlig angezogen, und zerrte ihn hinter sich her. Als sie die Türe aufstieß, schenkte sie Lily nur einen kurzen Blick.
„Kommst Du mit, Lil! Ich gehe einen Wolf verdreschen!"
Ohoh … Das gibt Ärger. Obwohl es Remus ja irgendwie verdient hat, oder was sagt ihr? Reviews, ihr Lieben! Gaaanz viel!
