A/N: Na – ob Remus diesen Vollmond wohl überlebt? Lest selbst. Und wenn ihr euch fragt, ob ich vergessen habe, dass Dumbledore von Remus´ Lycantrophie Bescheid weiß – nein, habe ich nicht. Und er auch nicht. Aber er ist in diesem Moment einfach total in die Ecke gedrängt und redet deshalb so einen Unsinn … Männer, eben. Viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

ShiaAngel: Jaja, alle verstehen Moony, aber keine meine arme Mila …

Imobilus: Hättest Du anders reagiert, wenn einer Deiner besten Freunde nicht genug Vertrauen in Dich hätte, um Dir so etwas Wichtiges in seinem Leben mitzuteilen? Also, ich nicht … ich wäre mindestens 2 Sekunden lang böse gewesen. Mehr hätte ich nicht geschafft – bei der Reaktion gleich …

Uli: Hmmm – ich glaube, nicht mal Remus wollte zu dieser Zeit in seiner Haut stecken …

Anka: Na, das verdient doch einen Extra-Knuddler. Krank, voll im Stress, PC kaputt und trotzdem liest Du meine geistigen Ergüsse. Danke schön!

Samara: Bitte schön! Und hast Dus Fenrir mit Deiner Mistforke so richtig gegeben? (Freu wie ein Keks!)

Ac Potterfan: Remus ist „Schuld", weil er nicht genug Mumm in den Knochen hatte, um Mila und Lily etwas von seiner Lycantrophie zu sagen. Und darüber ist sie einfach wütend und total enttäuscht. Aber wir wissen es ja – Remus kann viel zu traurig gucken, als das man ihm ewig böse sein könnte!

Mealla: Oh jemand Neues! Juhu! Herzlich willkommen bei uns! Ich hoffe, Du bleibst ein Weilchen. Und vielen Dank für Dein Lob!

Zeraphine: Na endlich ist mal jemand ein wenig böse auf Remus. Die arme Mila kam sich schon völlig unverstanden vor. Hast Du die E-Mail und die E-Card mittlerweile gekriegt?

Kapitel 15

Beide, sowohl Sirius wie auch ihre Freundin setzten zu Protest an, doch Mila war nicht zu stoppen. Sie ging einfach weiter. Am Portraitloch angekommen, wirbelte sie herum und funkelte beide an. Auch James und Peter warteten unten und beäugten die kleine Gruppe misstrauisch.

„Ich gehe ihn suchen. Und gnade ihm Gott, wenn ich ihn finde!" schimpfte Mila. „Ihr Typen", sie sah von einem Jungen zum Anderen, „habt also die Wahl – entweder gehe ich ohne Bodyguards oder ihr erspart mir die Suche und zeigt mir, wo er steckt."

James klappte verblüfft den Mund auf und wieder zu. Sie hatte ihm wirklich die Sprache verschlagen.

Mit wehenden Locken wirbelte sie herum und verließ den Gemeinschaftsraum. Lily folgte ihr, ohne einen Blick zurückzuwerfen. Und nachdem die drei Jungs einen Blick gewechselt hatten, folgten auch sie ihr hastig.


Vor der peitschenden Weide blieben sie alle 5 stehen und Peter verwandelte sich. Blitzschnell huschte er zwischen den um sich schlagenden Ästen durch und drückte auf den winzigen Wurzelknoten, der sie zum Stillstehen zwang. Auch der Rest huschte zwischen den Ästen hindurch, während James begann auf die Mädchen wie auf lahme Gäule einzureden.

„Aber … das ist doch viel zu gefährlich … er wird euch angreifen … wenn er euch beißt! Wir sollten das wirklich nicht tun!"

Beide ignorierten ihn völlig und er sah hilflos zu seinen Freunden hinüber. Sirius hatte sich mittlerweile verwandelt und folgte Peter durch den dunklen Gang. Er wusste irgendwie, dass Mila sich das Ganze nicht ausreden lassen würde.

Vor der Falltür blieben sie stehen und James schwenkte mit zusammengekniffenen Lippen, in stummen Protest, den Zauberstab. Die Tür sprang auf und Sirius huschte mit Peter hinauf. Die Mädchen wurden von James daran gehindert. „Lasst Padfoot wenigstens nachsehen", bat er mit finsterem Gesicht und Lily verschränkte die Arme vor der Brust.

„Oh, natürlich, PRONGS!" Sie betonte seinen Spitznamen, welcher jetzt vielmehr Sinn ergab, absichtlich, doch er sagte nichts dazu.

Eine Minute später kehrte Sirius zurück – in seiner menschlichen Gestalt. „Seid nett. Er sieht aus, als habe er sich grade erst …"

Mila ließ ihn nicht ausreden und drängte sich an ihm vorbei. Sie folgte den Pfoten- und Fußspuren die staubige Treppe hinauf in eines der Zimmer.

Peter hockte auf dem Bett, offenbar als Remus´ persönliche Leibgarde vorgesehen, und blickte Mila kläglich entgegen. Neben ihm lag Moony, blass und erschöpft, einen Arm über den Augen. Er hatte es nicht mal geschafft sich anzuziehen und war nur in eine Decke gewickelt. Sein Atem ging stoßweise, als wäre er Kilometer gerannt. Auch seine Arme und seine Brust waren mit Blutergüssen übersäht.

Mila blieb stehen und sah das Häufchen Elend einen Moment schweigend an, bevor sie laut und deutlich „Hallo, Remus" sagte.

Er fuhr erschrocken beim Klang ihrer Stimme zusammen und setzte sich mühsam auf.

„MILA?"

Entsetzen war ihm so deutlich ins Gesicht geschrieben, dass sie fast Mitleid bekam. Aber nur fast …

Er wurde noch blasser, wenn das überhaupt möglich war, und krampfte seine Finger in die Decke. Seine grauen Augen wirkten riesig in seinem Gesicht. Sirius erschien hinter ihr, gefolgt von Lily und James. Beide Jungs sahen betreten zu ihm hinüber.

Das Gefühl von Verrat war deutlich in Remus Augen zu lesen, während er seine Freunde ansah. „Sie wissen es", murmelte James betreten und er sah kurz zu den beiden Mädchen hinüber. „Sie haben uns gesehen … heute … es tut uns Leid." Sirius und Peter nickten nur.

Remus schluckte und sein Adamsapfel hüpfte verräterisch. Einen kurzen Moment schloss er die Augen, und Mila hätte schwören können, dass sie Tränen darin hatte schimmern sehen. Schließlich stand er so würdevoll wie es ihm möglich war auf und sah die beiden Mädchen in seine Decke gehüllt an.

„Erlaubt ihr mir, mich vorher anzuziehen – oder wollt ihr mich so zu Dumbledore schleppen und mich von der Schule werfen lassen?" fragte er mit tonloser Stimme. „Ihr könntet mir natürlich auch die Decke nehmen – dann ist es noch einen Hauch erniedrigender."

Milas Augen blitzten ihn Unheil verkündend an.

„Wenn Du nicht sofort den Mund hältst …."

Ihre Stimme zitterte vor Wut, doch Lily hob eine Hand und brachte sie so zum Schweigen. Sie hatte begriffen, wovor Remus sich so sehr fürchtete. Langsam ging sie hinüber zu ihm, bückte sich und hob seine Schuluniform auf. Sie reichte sie ihm, doch er griff nicht danach. Wortlos sah er sie an.

„Denkst Du wirklich, wir würden Dich verraten?" fragte sie leise. Ihr Blick wirkte traurig, aber es lag kein Vorwurf darin. Er wusste einfach nicht, was er antworten sollte. Sein Misstrauen war zu groß, seine Angst, verspottet und enttäuscht zu werden. Also nahm sie ihn seufzend einfach in die Arme.

Er schien zu allererst vor lauter Überraschung zu Stein zu erstarren, als sie dies tat. Doch nur für ein paar Sekunden. Danach ließ er erschöpft seine Schultern sinken und lehnte seine Stirn an ihr Haar. Die Beine versagten ihm und er plumpste zurück aufs Bett.

Lily ließ ihn nach einem letzten festen Drücken los und lächelte ihn an. Er erwiderte das Lächeln zaghaft.

„Du bist ein Trottel, Remus Lupin", stellte Lily zwinkernd fest. „Aber da kannst du nichts für – liegt in den Genen, glaube ich." Sie wandte sich zu Mila um, die immer noch mit verschränkten Armen dastand.

„Hör auf, so zickig zu sein, Milena Elisabeth Laundry und komm her."

Trotzig sah sie Remus an, der betreten zurückschaute. „Erst wenn er sich entschuldigt", forderte sie gereizt.

Er schluckte hart. So hatte sie ihn noch nie angesehen … wütend … Er konnte diesen Blick einfach nicht ertragen. Nicht in ihren herrlichen, funkelnden Augen. „Entschuldige", flüsterte er hastig und schenkte ihr ein zaghaftes, möglichst beschwichtigendes Lächeln, in der Hoffnung, sie so zu versöhnen. Er MUSSTE sie versöhnen!

Sie zögerte kurz, nicht sicher ob sie ihn so einfach davonkommen lassen wollte – er schien kein wirkliches Vertrauen in sie gehabt zu haben. Und das schmerzte.

Allerdings … würde sie in seiner Situation anders denken?

Schließlich ging sie langsam auf ihn zu. Mila kniete sich vor ihn, seufzte - und umarmte ihn schließlich fest. Remus wurde fast schwindlig vor lauter Erleichterung.

Wenn Mila sich von ihm abgewandt hätte, hätte es ihn weit mehr getroffen, gestand er sich ein.

´Bitte, bitte, lass mich nicht mehr los! ´

Doch ihre Umarmung war schließlich so fest, dass er einen leisen Schmerzenslaut nicht verhindern konnte.

Zerknirscht lächelte sie ihn an, ließ ihn los und betrachtete seine nackten Arme ein wenig näher. Schmerzlich wurde Remus sich bewusst, dass er bis auf die Decke völlig nackt vor den beiden Mädchen saß. Er wäre am liebsten vor Scham im Boden versunken.

Mila seufzte leise und sah zu Lily auf. „Besorgst Du mir Murtlap-Essenz, Lily? Dann versorge ich zwei von unseren Holzköpfen hier." Ihre Freundin nickte und ging auf die Tür zu.

James trat betreten zur Seite und wollte sie durchlassen, doch sie sah ihn nur von der Seite an, lächelte und hauchte ihm einen kurzen Kuss auf die Lippen. Verdutzt blieb er stehen, während sie Peter vor sich her schob, damit er ihr später wieder den Eingang öffnen konnte.


Etwa eine halbe Stunde später kehrten Lily und Peter zurück, jeder eine Flasche der kostbaren, Wunden heilenden Flüssigkeit in der Hand. Remus trug mittlerweile Hosen, wie Mila es ihm großzügist zugestanden hatte. Obwohl sie ihm auch erklärt hatte, dass es jetzt nur fair gewesen wäre, wenn sie ihn nach dieser Schmach nackt sehen durfte. Remus war knallrot angelaufen und Sirius hatte innerlich mit den Zähnen geknirscht.

Jetzt saßen beide Jungs nebeneinander auf dem staubigen Bett, während Remus von Lily und Sirius von Mila mit der Flüssigkeit betupft wurde.

Eine Weile herrschte Schweigen zwischen Mila und ihm, doch irgendwann ergriff er das Wort.

„Was muss ich tun, damit Du nicht mehr sauer auf mich bist?" fragte er leise, so dass nur sie ihn hören konnte. Er spürte ihre unterschwellige Wut immer noch. Sie zuckte nur mit den Schultern.

„Aber … das ist nicht fair. Warum verzeihst Du Remus und mir nicht?" Er runzelte missmutig die Stirn und legte den Kopf schief.

„Weil …", begann sie unsicher und stockte, doch er ließ sie nicht entkommen.

„Weil!"

Mila seufzte leise und betupfte einen blauen Fleck besonders sorgfältig. Eigentlich hatte er ja Recht. Es war nicht fair. Aber …

Er hielt den Blick starr auf ihr Gesicht gerichtet und Mila seufzte. „Du willst es wirklich wissen?"

Er nickte mit ernstem Gesicht.

„Na gut .. Aber behaupte nachher nicht, ich hätte Dich nicht gewarnt." Verlegen pustete sie sich eine Strähne aus den Augen, holte tief Luft und gestand dann leise: „Weil … weil ich Dich …. ein winziges bisschen mehr mag, als Remus." Sie war zu verlegen, als dass sie hätte aufsehen können. Der Bluterguss auf seinem Arm benötigte außerdem ihre ganze Aufmerksamkeit, wie sie sich mit klopfendem Herzen versicherte.

Sirius schaute verblüfft in ihr Gesicht, was nun einen leisen Hauch von Rosa zeigte. Sein Herz hämmerte. Und unwillkürlich wollte er, dass sie ihn ansah. Sanft hob er ihr Kinn. Ein verlegenes Lächeln auf den Lippen erwiderte sie seinen Blick. Er erwiderte es eine Spur herzlicher, bemüht, sie nicht sofort und hier auf der Stelle vor allen Anderen zu küssen. Denn ihm war, verdammt noch mal, danach!


Jajaja, ich höre schon eure Fragen? Warum tut er es nicht? Was hält ihn, zum Teufel noch mal davon ab? Tja, fragt ihn doch einfach mal. Das lila Knöpfchern da unten ...