A/N: Hallöchen, ihr Süßen. So – heute haben ich wieder mal einen dieser Tage, an denen ich Sirius Familie überhaupt nicht leiden kann. Wisst ihr, wieso? Nein? Und euch geht es (noch) nicht so? Na, dann lest mal ganz schnell das Kapitel. Und was ist denn mit meinen Reviewern los? Nur 3 Stück? War das letzte Kapitel so schlecht? Oder alle so enttäuscht, weil es dann doch nicht so vogelwild zuging? Hey, ich hab´ euch gesagt, dass ich mich langsam steigere. Viel Spaß beim Lesen!

Uli: Wie gesagt, Remus wird noch auf die Frau seines Lebens warten müssen. Möchte den Kuschelwolf eigentlich nicht so nebenbei abhandeln. Remus bekommt seine eigene Geschichte! Jawohl! Aber Du liest doch auch die Geschichten meiner Beta-Leserin Remus Bride, oder! Da gibt es doch immer ausreichend „Remus-Gekuschel"! (Zwinker!)

Imobilus: Huhu! Danke übrigens, der Kuchen war sehr lecker! Zumindest das Stück, was ich abbekommen habe, den Rest hat Sirius in sich reingestopft. Gefräßiges Etwas, Du! Und der Feuerlöscher steht neu gefüllt auch neben mir. Nur melden, wenn die Flammen wieder züngeln! (Hihi!)

ShiaAngel: Jaja, die liebe Schule … Gott sei Dank ist das für mich vorbei!

Und hey: schaut mal bei meiner Beta-Leserin Remus Bride vorbei. Sie fängt grade eine neue Geschichte an, „das Schwert der Druiden". Also, mich hat der Prolog schon umgehauen! Und immer schön Reviews schreiben, ja!

Kapitel 18

„James?" Seine Mutter lugte durch die Tür seines Zimmers, doch ihr Sohn war nirgends zu entdecken. Wusste der Himmel, wo er wieder steckte. Leise seufzend ging sie die Treppe wieder hinunter, um ihn vielleicht unten zu finden. Doch weder in der Küche noch im Wohnzimmer war eine Spur von ihm.

Sie fand ihn per Zufall im Garten. Vielmehr entdeckte sie seine Füße, die durch das dichte Blätterdach des großen Apfelbaumes blitzten. Lächelnd blickte sie zu ihrem Sohn hoch, der gedankenverloren ein Pergament in seinen Händen ansah.

„Ein Brief von Lily?"

James schrak heftig zusammen. „MUM! Willst Du mich umbringen?" fragte er im vorwurfsvollen Ton und blickte zu ihr hinunter. Samantha Potter lächelte nur.

Er seufzte und wandte den Blick wieder zu der Rolle Pergament in seiner Hand. „Nein", antwortete er endlich auf die Frage, die seine Mum ihm gestellt hatte. „Er ist von Sirius."

„Es scheint kein erfreulicher Brief zu sein", mutmaßte sie, seinen Blick deutend.

„Richtig." James sprang in einer einzigen geschmeidigen Bewegung von dem Ast, auf dem er gesessen hatte und hielt seiner Mutter den Brief hin. Sie nahm ihn entgegen und überflog ihn kurz.

„Es klingt, als ginge es ihm gut", erklärte sie.

„Das ist es ja." James seufzte. „Das klingt nicht nach Sirius, Mum. Das klingt, als habe ihn jemand gezwungen, den Müll zu schreiben."

Der besorgte Gesichtsausdruck ihres Sohnes blieb ihr nicht verborgen. Außerdem hatte James schon mehrfach von der unterkühlten Beziehung zwischen seinem besten Freund und seinen Eltern erzählt. Dabei war Sirius ein so netter Junge. Vielleicht ein bisschen übermütig. Aber trotzdem hatte sie ihn auf Anhieb gemocht!

In einer tröstenden Geste strich sie James über die Wange. „Möchtest Du ihn vielleicht einladen?" schlug sie vor und erntete ein begeistertes Lächeln ihres Sohnes. „Darf ich?" Mrs. Potter lachte bei der mühsam beherrschten Euphorie, die James erfasst hatte. „Natürlich. Rein mit Dir. Sebus ist drinnen." Sebus war die Familien-Eule der Potters.

James stürmte ins Haus zurück, riss Pergament, Tinte und Feder aus der Schublade im Wohnzimmer und kritzelte hastig einen kurzen Brief an Sirius. „Hey Padfoot! Mum und Dad erlauben, dass Du zu uns kommst. Also schwing Deinen Hintern nach Godric Hollow!" Er rollte den Brief zusammen und band ihn hastig an Sebus Kralle, der die Hast des jungen Mannes mit nur mildem Interesse beäugte. Als James dem Uhu allerdings den Unterarm hinhielt, hüpfte er brav darauf. Er trug den Vogel nach draußen. „Gib den Brief nur Sirius", wies er ihn an und der Vogel startete fast im gleichen Moment.


Nur schlecht brachte Sirius das Zittern seiner Hände unter Kontrolle, während er den Brief von James wieder und wieder las. Mum und Dad erlauben, dass Du zu uns kommst. ´ Das Zittern verstärkte sich noch.

Es war noch nie so schlimm gewesen. Seine Eltern hatten ihn immer beschimpft und gedemütigt, jedoch nie so. Noch nie mit dem Cruciatus-Fluch. Das Beben seiner Finger führte dazu, dass er das kostbare Pergament zerknitterte. Er konnte nicht hier bleiben. Er musste hier raus.

Kurz entschlossen stand er auf und hastete zu seinem Schrank hinüber. Er riss wahllos Kleider aus dem Schrank heraus und stopfte sie achtlos in seinen Schrankkoffer. Seine Schuluniformen und seine Bücher folgten. Manche würden Eselsohren davontragen.

Sirius griff seinen Zauberstab und schob ihn in seinen Reiseumhang. Als er fertig war, wuchtete er den schweren Koffer die Treppe hinab zur Haustür. Unten angekommen entdeckte er Kreacher, den Hauselfen seiner Familie. Der Mistkerl machte nicht einmal Anstalten, ihm zu helfen.

„Sie verlassen das Haus, Master Sirius?"

Der junge Mann antwortete nicht, sondern zog den Koffer hinter sich her zur Haustür. Mühsam öffnete er sie und trat ins Freie. Als sie scheppernd hinter ihm ins Schloss krachte, blieb Sirius keuchend stehen und schloss die Augen. Er war nicht wirklich leise gewesen. Seine Eltern mussten ihn gehört haben. Außerdem würde dieser arschkriecherische Hauself sofort Bescheid geben. Aber er war sich absolut sicher, dass sich niemand die Mühe geben würde, ihm zu folgen.

Er durfte nicht zaubern.

Nicht außerhalb von Hogwarts. Er war noch nicht volljährig und er wollte auf keinen Fall riskieren, von Hogwarts rausgeschmissen zu werden. Wo sollte er denn sonst hin?

Heiße Tränen brannten in seinen Augen, doch er wischte sie hastig mit dem Ärmel fort. James´, hämmerte es in seinem Kopf. Ich muss zu James. ´ Wenn es sein musste, dann auch auf Muggel-Art.


5 Tage waren vergangen – und immer noch keine Nachricht von Sirius! Unruhig rutschte James in seinem Bett hin und her. Er war zum Umfallen müde, doch die Sorge um seinen Freund raubte ihm den Schlaf. Mittlerweile hatte er sowohl Mila, wie auch Lily, Remus und Peter Eulen geschickt und sie gefragt, ob sie etwas von ihm gehört hatten. Sebus war mittlerweile völlig eingeschnappt, weil sein Herr ihn in diesem Sauwetter rausjagte. Draußen schüttete es wie aus Eimern.

Keiner der Freunde wusste etwas von Sirius.

Mila war völlig ausgerastet, als er ihr über den Kamin von dem Brief Sirius´ erzählt hatte.

Wo steckte er nur?

Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es mittlerweile halb Drei war. Er musste wenigstens versuchen zu schlafen.

Grade, als er sich wieder in seine Decke gewickelt und die Augen geschlossen hatte, hörte er ein merkwürdiges Geräusch. Klang wie Klopfen. Vielmehr Hämmern. Er fuhr aus dem Bett und war im nächsten Moment auf den Füßen. Ohne darüber nachzudenken, rannte er die Treppe hinab. Sein Herz hämmerte schmerzhaft in seiner Brust, während er im Kopf immer wieder Lass es Padfoot sein! ´ wiederholte.

Als er unten angekommen war, hörte er seinen Dad, der ebenfalls durch das Hämmern erwacht war, „James, warte …" sagen. Doch der Junge achtete nicht auf die Warnung seines Vaters, sondern riss die Türe auf. Ein Blitz durchzuckte den Nachthimmel und tauchte die Gestalt im Türrahmen in ein unheimliches Licht. Heiße Erleichterung durchfuhr James. Sirius blickte ihm aus erschöpften Augen entgegen – bevor er seinem Freund einfach in die Arme kippte.

James hörte den erschrockenen Aufschrei seiner Mutter und im nächsten Moment waren seine Eltern an seiner Seite. „Ist das …?" fragte seine Mutter entsetzt. Sein Dad zögerte nicht so lange. Er hob Sirius kurzerhand einfach hoch und schleppte ihn hinüber zum Sofa. James eilte hinter ihm her. Sirius sah völlig fertig aus, als habe er seit Tagen nicht mehr geschlafen, geschweige denn etwas gegessen.

„Junge?" Harold Potter schüttelte Sirius leicht. „Junge! Mach die Augen auf!" Ein Husten war alles, was Sirius an Rektion zeigte. Mit ernstem Gesicht legte James Vater eine Hand auf seine Stirn, bevor er zu seiner Frau aufsah, die Sirius besorgt musterte. „Er hat Fieber, Sam. Er muss aus den Klamotten raus und in ein Bett. Sag bitte Daisy Bescheid." Sie nickte und wandte sich zur Tür. Daisy war die Hauselfe der Potters. Bevor sie den Raum verließ, hörte James, wie seine Mutter fassungslos murmelte: „Wie können sie den armen Kerl nur bei diesem Wetter vor die Tür lassen?"

Mit zusammengekniffenen Lippen sah James wortlos dabei zu, wie seine Eltern Sirius völlig auszogen und ihn in einen von seinen Pyjamas steckten. Daisy eilte mit Wärmflaschen und Teetassen hin und her, räumte sie wieder weg, brachte Decken und Kissen. Irgendwann begann Sirius so heftig zu zittern, das seine Zähne laut aufeinander schlugen. James wich ihm nicht von der Seite.


Seufzend beobachtete Samantha Potter in den frühen Morgenstunden ihren Sohn. Er hatte die ganze Nacht neben seinem Freund in einem Sessel ausgeharrt und war nicht bereit gewesen, selbst schlafen zu gehen. Er wusste nicht, dass sie per Kamin mit Sirius Eltern gesprochen hatte. Sie war so naiv gewesen zu glauben, sie würden sich vielleicht Sorgen machen. Aber ihre Reaktion war deutlich gewesen …

´Sie können diesen Bastard gern behalten, wenn Sie es wünschen. ´

Wie konnte eine Mutter nur so von ihrem Sohn sprechen? Mrs. Potter war von der Art und Weise dieser Frau so wütend geworden, dass sie nicht hatte an sich halten können. Diese Person hatte daraufhin einfach den Kontakt abgebrochen.

Ihr Mann erschien hinter ihr und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Kommst Du zurecht, Liebling?"

Gedankenverloren nickte sie. „Harold?"

„Ja?"

Mrs. Potter seufzte leise und sah ihren Mann endlich an. Er lächelte mit diesem wissenden Lächeln, dass ihm eigen war. Ein kurzes Schulterzucken ging seinen nächsten Worten voraus:

„Wir wollten schon immer zwei Söhne haben, oder!"

Sie strahlte ihn an und schmiegte sich in seine Arme. „Du liest in mir, wie in einem offenen Buch, Harold."

Er lachte leise. „Aber er bleibt nur, wenn er wirklich möchte, verstanden? Sollte er sich anders entschließen, wirst Du ihn aus Deiner mütterlichen Umarmung lassen."

Brav nickte sie.

„Gutes Mädchen. Jetzt muss ich aber los. Das Ministerium wartet. Und schick James endlich ins Bett. Er fällt uns noch um!"

Natürlich ging James nicht zu Bett. Es hätte sie auch gewundert …


Leise vor sich hin summend schwang seine Mutter ihren Zauberstab und ließ so in Schüsseln rühren oder Teller in der Luft tanzen. Wie Muggel diese ganze Hausarbeit nur ohne Zauberstab meistern konnten …

Ein Räuspern aus Richtung des Kamins ließ sie von ihrem Kochbuch aufsehen. Sie lächelte Mila entgegen, die höflich „Guten Morgen, Mrs. Potter:" sagte.

„Mila. Einen guten Morgen auch Dir."

„Ist James da?"

Sie nickte.

„Könnte ich ihn bitte sprechen? Ich mache mir so schreckliche Sorgen um …"

„Oh, Sirius ist hier."

„WAS?" Verdattert sah das Mädchen sie an uns Mrs. Potter musste sich schwer ein Lächeln verkneifen. Ihre Sorge um den Jungen war ihr deutlich ins Gesicht geschrieben. „Geht es ihm gut? Wieso hat James nicht …?"

„Der arme Junge ist erst letzte Nacht angekommen, meine Liebe. Und nein, es geht ihm nicht gut." Ihr Gesicht verdunkelte sich. Sie würde Familie Black zu gern einen extralauten Heuler schicken!

Die Besorgnis auf Milas Gesicht wurde sogar noch größer. „Was hat er denn? Ist es schlimm?"

James Mutter zwinkerte lächelnd. „Nun … wenn Deine Eltern es erlauben … wie wäre es, wenn Du selbst nachschaust? Jamie bräuchte dringend eine Pause!"

Seufzend verlagerte James sein Gewicht von der rechten Pobacke auf die linke. Sein Hinterteil war schon vor Stunden eingeschlafen und er musste aufs Klo … Aber er wollte Sirius nicht allein lassen. Was, wenn er ausgerechnet dann wach wurde?

Als sich eine Hand auf seine Schulter legte, schreckte er auf und starrte überrascht Mila an. Was machte sie denn hier! Sie lächelte zaghaft und umarmte ihn spontan. Verblüfft erwiderte er ihre Umarmung.

„Wie geht es ihm?" fragte sie leise, nachdem sie ihren Freund endlich losgelassen hatte. Diese Umarmung musste sein. Sie hatte ihre Erleichterung einfach loswerden müssen!

„Es geht", antwortete er. „Er hat Fieber und schläft seit er hier angekommen ist. Was machst Du denn hier?"

Mila grinste schief und zuckte die Schultern. „Sagen wir, dass ich zu Hause die Wände hoch gegangen bin. Ich hab mir solche Sorgen gemacht! Und Deine Mutter hat eben gepetzt, als ich Dich über das Flohnetzwerk erreichen wollte."

James nickte. War ja klar … Frauen!

Er zwinkerte sie an. „Padfoot freut sich bestimmt, Dich zu sehen." Sein Po begann unangenehm zu kribbeln und James schnitt eine Grimasse. „Und ich erst - bei Merlin, ich wusste gar nicht, dass mein Hinterteil einschlafen kann."

Bei seinem kläglichen Gesichtsausdruck musste Mila lachen. „Liegt vermutlich daran, dass Du sonst nie lange genug still sitzt, um ihm die Chance dazu zu geben, JAMIE!" Fies grinsend sah sie auf ihn hinunter. Sie benutzte absichtlich seinen Kinder-Spitznamen.

Er machte ein Gesicht, als habe er in eine Zitrone gebissen. „Nein! Hat meine Mum … oh Mann, dieser Spitzname ist so peinlich! Sag ihm bloß nichts davon." Er wies mit einem Kopfnicken in Sirius Richtung und Mila versprach es ihm lachend.

Mit einem lauten Seufzen strubbelte sich James durch sein schwarzes Haar. „Bleibst Du bei ihm? Dann könnte ich kurz für kleine Zauberer …"

Mila gluckste und nickte dann. „Na los, verschwinde, bevor ich hier die Pfützen aufwischen muss! Und iss was!"

„Ja Mum!" Er grinste und erhob sich schwerfällig aus dem Sessel. Sein breitbeiniger Gang ließ Mila wieder kichern.

Während James aus dem Zimmer verschwand, sah Mila auf Sirius hinunter. Seine Wangen waren vom Fieber gerötet und einige Haarsträhnen klebten ihm auf der feuchten Stirn. Ohne darüber nachzudenken ließ sie sich neben ihm auf die Knie nieder und griff mit einer Hand in die Schüssel mit kühlem Wasser, die neben ihm auf dem Boden stand. Das Tuch, das darin geschwommen hatte auswringend, betrachtete sie ihn. Sirius so hilflos zu sehen rührte etwas tief in ihr.

Sanft wuchs sie sein glühendes Gesicht mit dem kühlen Wasser, bevor sie das Tuch zur Seite und ihre Hände auf seine Wangen legte. Tief Luft holend schloss sie die Augen und konzentrierte sich. Sie spürte, wie das Fieber durch ihre Fingerspitzen in ihr aufstieg. Schüttelfrost erfasste sie unwillkürlich, doch sie biss die Zähne zusammen. Noch nicht. Nur noch ein bisschen … Sie musste …

Zwei Hände griffen plötzlich um ihre Taille und zogen sie sanft zurück. Sie verlor den Hautkontakt zu ihm und blickte überrascht zu James auf, der zurückgekehrt war. Er schüttelte nur kurz den Kopf und lächelte leicht. „Er schafft das schon, Süße. Keine Sorge."

Mila seufzte und ließ sich von ihrem Freund auf die Füße ziehen. Wenigstens wirkte er jetzt nicht mehr so fiebrig wie eben. Sein Gesicht war entspannter. „Los, komm." Prongs zog sie aus dem Zimmer. „Mum sagt, ich bekomme nur etwas zu essen, wenn Du mitisst!"

„Na, dann kann ich ja gar nicht nein sagen."


Nachdem sie die Pancakes hungrig verschlungen hatten und Sirius immer noch fest schlief, gingen die beiden Teenager hinaus in den Garten. Staunend sah Mila sich um. Godric Hollow, James Elternhaus, war umgeben von riesigen, Schatten spendenden Bäumen. James führte sie zu einer kleinen Bank hinüber und ließ sich darauf plumpsen. Sein Hinterteil schien sich wieder erholt zu haben.

Immer noch gefangen durch die malerische Landschaft setzte auch Mila sich neben ihn.

„War Lily schon einmal hier?" fragte sie atemlos, während sie fast ehrfürchtig ihre Fingerspitzen über den tief hängenden Ast des Kirschbaumes neben ihr wandern ließ. Pralle, süße Früchte hingen tonnenweise daran.

„Nein. Bisher leider nicht. Ihre Familie war wohl nicht so begeistert von mir." Er schnitt eine Grimasse. „Dabei kennen sie mich doch gar nicht."

„Du gehst auch auf diese eigenartige Schule. Das reicht", erklärte sie lächelnd. „Lilys Familie ist … na ja … schwierig, wenn es um Zauberei geht. Ihre Mom hat den Brief aus Hogwarts noch relativ gut aufgenommen. Aber ihr Dad spricht gar nicht darüber und erzählt jedem, dass seine Jüngste auf ein sündhaft teures Muggel-Internat in Frankreich geht. Letzten Sommer hat eine Nachbarin versucht, mit Lily französisch zu reden. Und dabei versteht sie kein Wort." Mila kicherte. „Aber ihre Schwester ist die Schlimmste von allen!"

„Das Pferdegesicht?"

„JAMES!" tadelte Mila, konnte sich aber das Zucken ihrer Mundwinkel nicht ganz verkneifen. „So spricht man nicht über Petunia."

Er rümpfte die Nase bei der Erwähnung des Namens. „Aber es stimmt doch. Wenn man die beiden nebeneinander sieht, denkt man entweder, dass Lil adoptiert wurde – oder alle guten Gene abbekommen hat – Schönheit, Intelligenz – und Petunia den Rest."

„Du kennst sie doch gar nicht!"

„Ihr Anblick hat mir gereicht … Ich wollte zur Begrüßung wiehern."

Fest die Lippen aufeinander pressend, bemühte sich Mila nicht zu lachen. Doch es war zwecklos. Sie prustete so heftig los, dass ein paar Vögel hektisch aus den Baumkronen flatterten, lachte so laut, dass ihr die Tränen das Gesicht runter liefen. James lehnte sich grinsend zurück. Es dauerte einen Moment, bis Mila sich soweit gefangen hatte, dass sie wieder ein zusammenhängendes Wort hervorbrachte.

„Ich mag es, wie Du lachst", lächelte James sie an.

„Hey! Keine Flirt-Versuche, Potter!" Sie wische sich mit beiden Händen die Tränen aus dem Gesicht. „Sonst werde ich von meiner besten Freundin gesteinigt."

„Ist ja schon gut, ich bin brav. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass Padfoot es auch mag, wenn Du lachst."

Sie erwiderte sein Lächeln herzlich. „Versuchst Du uns grade zu verkuppeln?" neckte sie ihn.

„Das ist nicht mehr nötig. Er ist, denke ich, vernarrt genug in Dich, meine Zucker-Howler. Und ich glaube außerdem, dass Du auch nicht ganz abgeneigt bist. Sonst hättest Du Dich nicht so um ihn gesorgt."

„Jeder von uns hatte Angst um ihn", protestierte sie halbherzig.

„Aber hier ist kein Remus, keine Lily und kein Peter – nur Mila."

Unweigerlich lief sie rosa an. „Bin ich so leicht zu durchschauen?"

„Sagen wir es so – Weihnachten war deutlich." James grinste in sich hinein, als er sich an Sirius Gesicht erinnerte, nachdem er ihn auf seine Erektion aufmerksam gemacht hatte. Fast schon diebisch ergötzte er sich an dieser für seinen Freund peinlichen Erinnerung. Was hatte Sirius ihn wegen Lily aufgezogen! Oh, Rache war ja so süß …

Er wollte noch mehr sagen, doch seine Mum erschien in der Tür und rief zu ihnen hinüber: „Hey, ihr zwei. Sirius ist wach!" Sofort waren beide auf den Füßen und stürmten zurück ins Haus.


So ... wenn ihr den Grimmauldplatz jetzt immer noch nicht in die Luft jagen wollt, dann weiß ich es auch nicht ... Mal schauen, wie ich den armen Sirius jetzt trösten kann ...