A/N: Und schon wieder so ein heißes Eisen. Hier bekommt ihr jetzt mal meine Sicht der Dinge zu hören, warum Petunia und Lily sich nicht so ganz grün waren. Bei der Reaktion des Vaters kein Wunder, nicht wahr? Kinder sind eben doch Produkte ihrer Erziehung. Oh Gott, klang ich jetzt grade wirklich wie ein Pädagoge? Hilfe, dass lassen wir dann doch lieber Menschen machen, die auch was davon verstehen. Viel Spaß beim Lesen!

Neely: Na ja … dafür dass Du Dich freiwillig gestellt hast als Schwarzleserin bekommt Du Strafmilderung. (Einmal böse guck!) Und wenn Du ja jetzt Besserung gelobst … Okay, genug der Strafe. Danke für Dein Lob, das schlägt das Autoren-Herz sofort schneller. Wegen Malfoy wirst Du Dich hinten anstellen müssen, da gab es nämlich noch ein paar andere, die ihm ebenfalls an den blassen Hals wollten. Und ich fand deine Review toll! Hoffe, ich kriege noch mehr von Dir!

Imobilus: Nein, Sirius, sitz! Meine arme Beta-Leserin ist schon fast drauf gegangen bei Deinem stürmischen Geknuddel! Meine Reviewerin lässt Du also bitte unbeschädigt. Auch wenn sie Dein fürchterliches Erbe mit samt Hauself in die Luft gejagt hat!

SilverHoney: Juhu, jemand Neues! Hallöchen, willkommen bei uns „Sirius Eltern"-Hassern und „Mila-ganz-anbetungswürdig"-Findern. So kreiert man neue Wörter … Ich freu´ mich schon auf Deine nächste Review! (Jubel!)

Remus Bride: Aber, aber, Beta-Leserin! Kastrations-Phantasien für Malfoy? Gute Idee! (Hihihi!)

Uli: Ja genau! Uli vor, noch ein Tor! Mach´ den fiesen Kerl so richtig fertig! Hals-Umdrehen ist da ein guter Anfang!

ShiaAngel: Nicht wahr? Unsere Marauder wissen immer ganz genau, was wir brauchen … (SMILE!)

Kapitel 22

„Ich hab euch so vermisst!" Mit diesen Worten stürmte Mila am Bahnhof Kings Cross den drei Jungen entgegen, die ihr entgegenstrahlten. Remus, James und Sirius hatten sich schon den Hals ausgerenkt, auf der Suche nach Lily und ihr. Peter war auch noch nicht angekommen.

Lachend breitete Sirius die Arme aus und fing sie auf, nur um sie auch gleich ein paar Mal durch die Luft zu schwenken. Remus seufzte innerlich. Er hatte die ganze letzte Nacht damit verbracht eine Entscheidung zu fällen – wenn Mila sich für Sirius entschieden hatte, würde er den beiden nicht im Weg stehen. Es war wohl das Beste. Was konnte ein Werwolf schon einem Mädchen wie ihr bieten …?

Nachdem sie auch James fest umarmt hatte, gelangte sie endlich zu ihm. Er versuchte die Umarmung möglichst kurz zu gestalten, doch das ließ Mila nicht zu. Sie drückte ihn genauso lange wie den Rest - und er war zu sehr 16, als das er sie letzten Endes nicht auch fest an sich gezogen und ihre Nähe genossen hätte …

„Bist Du denn auch gut zuhause angekommen?" fragte James mit einem fiesen Grinsen, doch Sirius trat ihm unsanft auf den Fuß. Beleidigt rieb er sich darüber. „Ich hab doch nur gefragt."

„Jaja."

Mila, die immer noch neben Remus stand, lief leicht rosa an und räusperte sich verlegen. Ohne irgendwelche Hintergedanken drückte Moony sie kurz tröstend an sich, doch diese Geste war schon zu viel. Mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen beobachtete Sirius die Szene und zog daraufhin Mila kurzerhand aus seiner Reichweite. Sein Freund runzelte kurz verwirrt die Stirn, sagte aber nichts dazu.

„Wo steckt denn Lily?" fragte James.

Überrascht sah Mila zu ihm hinüber. „Ihr wisst es nicht?"

Alarmiert sah ihr Freund sie an. Mila wirkte betroffen. „Ich dachte, sie hätte zumindest Dir eine Eule geschickt, Prongs. Aber vielleicht erlaubt ihre Tante ihr nicht, Eulenpost zu verschicken. Ich hab´ meinen über die Muggelpost …"

„MILA!"

Sie fuhr unter seinem scharfen Tonfall zusammen und Sirius warf seinem besten Freund unwillkürlich einen tadelnden Blick zu. James ignorierte ihn allerdings völlig. Kalte Angst hatte ihn erfasst. Bewahrheiteten sich seine Befürchtungen jetzt etwa? „Was ist mit ihr? Wieso Tante?"

Auch der Rest der Jungs sah sie fragend an und Mila seufzte. Sie hasste es, schlechte Nachrichten zu überbringen. "Lilys Mum - ist diesen Sommer gestorben."

Allen Dreien wich die Farbe aus dem Gesicht. Besonders James.

„Was?" fragte er leise. Er wusste nur zu gut, wie sehr Lily an ihrer Mum gehangen hatte.

Mila nickte langsam und kramte den Brief aus ihrer Tasche. Wortlos hielt sie ihn James hin, der ihn mit zittrigen Händen entgegen nahm. „Hi Mila", stand da in krakeligen Buchstaben, die kaum etwas von Lilys sonst so geschwungener Handschrift hatten. „Komme dieses Jahr erst später nach Hogwarts. Mum ist …" das Wort ´tot´ war kaum zu entziffern, da ihre Hände anscheinend so gezittert hatte. „Krebs. Dad braucht mich. Wir sehen uns. Lily"

Wieder und wieder las er diesen kurzen Brief, während er sich fragte, warum sie ihm nicht geschrieben hatte. Seine Gedanken schienen ihm geradezu ins Gesicht gemeißelt zu sein, denn Mila flüsterte leise: „Ihre Tante, bei der sie momentan mit Petunia wohnt, ist eine Verwandte ihres Dads. Sie hält Magie für ein Hirngespinst. Sie hat Lily sicher nicht erlaubt, Dir eine Eule zu schicken, James. Sonst hätte sie Dir geschrieben…"

Wortlos zerknüllte er den Brief in seiner Hand und stopfte ihn in seine Umhangtasche. Dann ließ er einfach alle Sachen stehen – seinen Koffer, seine Tasche – und stapfte an seinen Freunden vorbei.

„Wo willst du hin?" rief Sirius ihm hinterher.

„Ich muss zu ihr", war seine knappe Antwort, bevor er endgültig Kings Cross verließ. Ja, er musste zu ihr. Hogwarts hin oder her. Er musste wissen, ob es ihr gut ging.

Hastig rannte Padfoot ihm nach.

Mila warf Remus einen zögernden Blick zu, der leise seufzte. „Wir werden alle so was von aus Hogwarts rausfliegen", murmelte er leise, doch zu ihrer Verwunderung zog er ebenfalls den Gurt seiner Tasche über den Kopf und ließ sie zu Boden fallen. Dann ergriff er Milas Hand und zog sie wortlos hinter sich her.


Sirius hatte James auf dem Muggelgleis eingeholt und hielt ihn am Arm fest. „Prongs, warte!"

Widerwillig blieb James stehen und sah seinen besten Freund an.

„Du weißt doch gar nicht, wo sie ist."

„Ich finde sie schon", war die knappe Antwort.

„Lass uns Mila wenigstens fragen …"

„Nicht nötig", ertönte Remus Stimme hinter ihnen und Mila fügte hinzu: „Wir begleiten euch."

James sah nur schweigend von einem zum anderen, bevor er dankbar nickte, sich erneut umwandte und zum Ausgang des Bahnhofes strebte.


„Ihr seid einfach viel zu auffällig", schalt Mila Sirius und Remus. Beide waren das erste Mal innerhalb lauter Muggel und beide gafften die Leute um sie herum genauso an, wie sie selbst in ihren Umhängen angegafft wurden. James war der Einzige, der keinen Blick für seine Umgebung übrig hatte. Mit mühsam beherrschter Ungeduld schritt er neben Mila her, stieg in eigenartige Muggel-Beförderungsmittel, die zwar von außen wie der fahrende Ritter aussahen aber unendlich viel langsamer waren, und lief fremde Straßen entlang. Er wurde fast verrückt vor Sorge! Ging es ihr gut?

Stunden vergingen – so empfand er es zumindest! Verflucht, er würde einfach apparieren!

„Wir sind da, James. Nimm den Zauberstab runter."

Die Stimme von Mila drang nur verschwommen in seinen Geist. Er sah sie an, bevor er den Blick abwandte und das Haus anstarrte, in dem Lily sein sollte. Der Himmel hatte sich zugezogen und heftiger Wind war aufgekommen. Mit diesen Dingen als Hintergrund wirkte das Backsteinhaus feindselig und wenig einladend.

Während der Rest stehen blieb, wandte sich James aus einem Gefühl heraus nach rechst und ging um das Haus herum. Etwas, das er zuerst nicht benennen konnte, trieb ihn dort hin. Aber als er das Haus umrundet hatte, war es ihm klar – Lily hatte ihn zu sich gerufen. Unter einem einsamen Baum, auf einer verwitterten Schaukel saß sie, als würde sie warten. Mit gesenktem Kopf, das Gesicht verborgen hinter einem Vorhang aus rotem Haar.

Heiße Erleichterung durchflutete seinen Körper und unwillkürlich beschleunigte er seine Schritte, bis er vor ihr stand. Sie schien ihn nicht zu bemerken. Langsam ließ er sich vor ihr auf die Knie sinken.

„Lil?"

Als er sie ansprach zuckte ihr Kopf hoch und James sog scharf die Luft ein – auf ihrer linken Wange prangte ein hässlicher, blauer Fleck, ihre Haut war geschwollen. Hastig huschte sein Blick über den Rest von ihr, doch Gott sei Dank konnte er keine anderen Verletzungen erkennen.

„Wer war das?"

Lily starrte ihn an, als könne sie nicht fassen, dass er wirklich vor ihr saß. Ganz vorsichtig berührte er ihre geschundene Wange mit den Fingerspitzen. Als sie feucht wurden, sah er erneut auf.

Heiße Tränen rannen ihr Gesicht hinab und nach nicht mal einem Herzschlag war sie ihm schluchzend um den Hals gefallen und klammerte sich an ihn. „Du bist gekommen", schluchzte sie leise. „Du bist wegen mir gekommen! Ich dachte, ich sehe Dich nie wieder!"

Er schloss sie in die Arme und presste sie fest an sich. Sie war okay. Ihr war nichts Furchtbares passiert. Erst jetzt spürte er seine Anspannung.

Der Rest seiner Freunde war ihm gefolgt und sah auf das Häufchen Elend in seinen Armen hinunter. Als aber die Hintertür des Hauses gegen die Wand krachte, zuckte Mila heftig zusammen.

„DAD! Lily spricht mit einem fremden Jungen!" kreischte eine grässlich schrille Stimme. Ein Mädchen, nur wenig älter als Lily, dürr, mit einem viel zu langen Hals, funkelte das Grüppchen im Garten an.

Petunia.

Hinter ihr erschien ihr Vater, schob seine älteste Tochter zur Seite und brüllte los. „Wer seid ihr? Was habt ihr auf meinem Grund und Boden zu suchen?"

Lily begann unter der lauten Stimme noch heftiger zu zittern und mit einem mal wusste James mit bitterer Gewissheit, dass er es gewesen war, der sie geschlagen hatte. Als er tief Luft holte, sah Lily auf.

Er blickte auf sie hinunter und presste kurz seine Lippen gegen ihre Stirn. „Es wird alles gut werden", versprach er leise und löste sanft ihre Hände von seinem Hals. Er warf seinen Freunden einen stummen Blick zu – und ohne das winzigste Zögern nahm Remus seinen Platz ein und zog Lily schützend in seine Arme, während Mila sanft ihre Wange berührte und ihre Schmerzen linderte. Sirius hingegen blieb stehen und nickte seinem Freund zu. Beide wandten sich an Mr. Evans.

Der Mann trug ein schmuddeliges T-Shirt und starrte die beiden Halbwüchsigen aus irren Augen an. „Ihr kommt von dieser Schule, nicht wahr?" kläffte er sie an. „Petunia, mein Gewehr! Dieses Gesindel werde ich …"

Doch bevor Petunia auch nur einen Schritt ins Hausinnere tun konnte, krachte die Tür wie von Geisterhand ins Schloss. Mit loderndem Blick maß James den Mann vor sich. „Habe Sie Lily geschlagen?" fragte er eisig.

„Und wenn? Was geht es Dich an, Bengel? Was ich mit meiner Tochter in meinem Haus tue, geht Dich gar nichts an!"

Die einzige wahrnehmbare Bewegung an James waren seine Hände, die sich zu Fäusten ballten. „Sie werden sie nie wieder anrühren." Seine Stimme klang unnatürlich ruhig, dafür war der Blick seiner Augen umso beängstigender. „Denn sie kommt mit mir!"

„Das werden wir noch sehen!" Lilys Vater stürmte unvermittelt von der Veranda auf James zu, eine Faust erhoben, als wolle er ihn schlagen, doch weit kam er nicht. Sirius hatte seinen Zauberstab hochgerissen und den bulligen Mann mit einer Ganzkörperklammer belegt. Er fiel wie ein Stein zu Boden und blieb reglos liegen.

Doch zu seiner grenzenlosen Überraschung schob James die Zauberstabhand seines besten Freundes beiseite und schüttelte den Kopf. „Ich mach das schon, Padfoot. Danke."

Widerwillig löste Sirius den Zauber und sah zu, wie Lilys Vater sich zurück auf die Füße kämpfte. „MEINE TOCHTER HAT NICHTS ZU TUN MIT FREAKS!" schrie er, das Gesicht puterrot. „LILY! GEH´ INS HAUS, SONST …" Lily weinte stumm in Remus Armen, obwohl er wie auch ihre beste Freundin sie völlig von ihrem Vater abschirmten. Genauso wie Sirius und James. Sie bewegte sich keinen Millimeter.

Ihr Freund trat ihrem Vater in den Weg und der Mann zuckte zurück, als habe er Angst vor ihm. Trotzdem funkelte er ihn hämisch grinsend an. „Was willst Du denn? Wenn Du kämpfen willst, dann kämpfe gefälligst wie ein Mann, Bürschchen! Weg mit diesem Stock!"

Er schien seinen Zauberstab zu meinen. Mit ausdruckslosem Gesicht zog James diesen aus seinem Umhang und reichte ihn Sirius, der ihn verblüfft ansah.

„Prongs …"

Mit einer Handbewegung schnitt er ihm das Wort ab und sah herausfordernd zu Mr. Evans, der gut 3 Meter von ihm entfernt stand, hinüber. „Ich warte."

„LILY! SOFORT, SONST …!"

Als seine schluchzende Tochter sich wieder nicht erhob, stürzte er mit erhobener Faust auf sie zu. Er wollte sie erneut schlagen, so viel war sicher. James konnte hören, wie Lily wimmerte und er wollte sich zu ihr umdrehen und ihr beruhigend zulächeln. Doch er musste sich auf den Kerl vor ihm konzentrieren.

Nur noch zwei Schritte von ihr entfernt stoppte der Mann plötzlich abrupt und schien gegen etwas Unsichtbares zu prallen, bevor er einige Meter zurückgeschleudert wurde. Er landete unsanft mit dem Rücken auf dem harten Boden und es dauerte einen Moment, bevor er sich erneut aufrappeln konnte.

Mit einem Mal sprossen hässliche Geschwüre auf seinen nackten Armen und in seinem Gesicht. Als er sich dessen gewahr wurde, schrie er auf und versuchte, sie wegzuwischen. Doch es gelang ihm nicht. Petunia fiel in das Geschrei ihres Vaters ein. James stand nur da und sah auf ihn hinab.

„Sie werden sie nie wieder anfassen", erklärte er ruhig, bevor er sich zu seinen Freunden umwandte, die ihn sprachlos anstarrten.

„Kommt. Lasst uns von hier verschwinden."

Wortlos hob Remus Lily hoch und auch Mila erhob sich. Alle folgten James zurück zur Straße und eine ganze Weile sprach niemand ein Wort. Petunia und ihren schreienden Vater schenkte keiner von ihnen einen Blick. Schließlich hielt Sirius es nicht mehr aus. Er beschleunigte seine Schritte, bis er James an der Spitze der kleinen Gruppe eingeholt hatte und sah ihn von der Seite an. Als er ihm den Zauberstab reichte, sah James das erste Mal zu ihm hinüber.

„Okay. Was hast Du da grade getan, Prongs?"

„Gar nichts. Wieso?"

„Ach komm schon. Du hast den Muggel richtig fertig gemacht. Wie, will ich wissen! Du hattest schließlich keinen Zauberstab."

Ein kleines Lächeln erschien endlich wieder auf seinem Gesicht, das bisher immer noch von mühsam beherrschter Wut gekennzeichnet gewesen war. Jetzt wirkte James endlich wieder wie der Junge, den sie alle kannten. „Du solltest wirklich dann und wann ein Buch lesen, Padfoot", riet er seinem Freund schmunzelnd.

Sirius verzog angewidert das Gesicht. „Das würde mein gesamtes Image kaputt machen als Störenfried und Tunichtgut. Komm schon, sag es mir."

„Frag Moony", war die schlichte Antwort, bevor James stehen blieb und sich umwandte. Er blickte Lily an, die mittlerweile wieder auf eigenen Füßen stand und seinen Blick erwiderte. Bei dem Bluterguss auf ihrer Wange kochte neue Wut in ihm hoch und er bekämpfte den Drang, sich umzudrehen und dem Kerl eine weitere Lektion in Sachen uralter Magie zu verpassen.

Ein zaghaftes Lächeln erhellte ihr Gesicht und er streckte die Hand nach ihr aus. Ohne zu zögern ergriff sie sie und ließ sich von ihm in die Arme ziehen.

„Glaubst Du, Du schaffst es mit uns nach Hogwarts zu reisen?"

Sie nickte, vergrub aber zuerst die Finger im Revers seines Umhangs, zog ihn zu sich hinunter und verschloss seine Lippen mit den ihren. Sie musste sich einfach so endgültig versichern, dass er wirklich vor ihr stand.

„Hey Moony. Was meint er?" wandte sich derweilen Sirius wirklich an Remus, der eine Grimasse schnitt. „Ganz sicher bin ich mir auch nicht", gab er zu. „Ich denke, dass James auf den Schutz des Blutes anspielte."

„Aber Lily und er sind doch gar nicht … außer …" Padfoot schien ein Licht aufzugehen und Remus nickte.

„Yep."

„Ist das jetzt so ein Reinblüter-Insider?" fragte Mila mit gerunzelter Stirn und Remus grinste zerknirscht.

„Entschuldige. Ähm … na ja, Reinblütige könne Mitglieder ihrer Familie vor Unheil beschützen. Das ist uralte Magie. Im Blute miteinander verbundene, heißt es, glaube ich. Wie es funktioniert, weiß niemand so recht. Und bevor Du die gleiche Frage wie Sirius stellst – dazu zählen auch diejenigen, für die der betroffene Reinblüter bereitwillig seinen Leben geben würde. Z.B. die Frau, die er von ganzem Herzen liebt."

Mila warf einen Blick zu den beiden Turteltauben hinüber und ihr wurde bei dem Gedanken die Brust regelrecht eng. James, seine Stirn gegen Lilys gelehnt, sprach leise mit ihr und hatte erneut damit begonnen mit den Fingerspitzen sanft über ihre lädierte Wange zu streicheln, als könne er ihre Wunde damit heilen. Vermutlich lag er damit nicht einmal ganz falsch.

Mila seufzte leise. Unerwartet spürte sie eine federleichte Berührung an ihrer Handfläche. Als sie zu Sirius hinüberschaute, blickte dieser ebenfalls zu dem Pärchen hinüber. Sie glaubte fast, dass er sie nicht einmal bewusst willentlich berührt hatte.

Sie lächelte ihn zärtlich an und als habe er es gespürt, wandte er ihr den Blick zu und erwiderte ihr Lächeln nach einem kurzen überraschten Zögern.

Remus kam sich in diesem Moment dezent wie das 5. Rad am Wagen vor. Sich leise räuspernd machte er auf sich aufmerksam. „Ich hasse es, es zu sagen – aber ich denke, wir sollten zurück nach Hogwarts – unsere Papiere holen …"

Erst jetzt schien Lily klar zu werden, dass das neue Schuljahr begonnen hatte. Erschrocken schlug sie die Hand vor den Mund.

„Oh nein."

„Schon gut." Beruhigend lächelte James auf sie hinunter. „Meine Eltern werden es verstehen. Sirius und ich können zurück."

„Und meine Eltern werden sich auch wieder einkriegen", beschwichtigte Remus ebenfalls.

Lily schüttelte vehement den Kopf. „Ihr hättet mich einfach dort lassen…"

James legte ihr einen Finger auf die Lippen und schüttelte warnend den Kopf. „Sprich es nicht aus. Denke es nicht mal, Lily! Sonst legen wir Dich hier auf offener Straße allesamt übers Knie!"

Alle nickten bekräftigend und Mila legte ihrer Freundin einen Arm um die Schulter. „Mein Dad wird sogar fast erleichtert sein."

Unglücklich blickte Lily von einem zum Anderen. „Aber ich will ohne euch doch gar nicht in Hogwarts sein."

„Die Potters hätten da noch ein Gästezimmer", grinste Sirius sie an. „Wenn sie einen räudigen Köter wie mich aufnehmen, bist Du bestimmt herzlich willkommen. Obwohl – wenn ich es mir Recht überlege – ich weiß keinen Zauber der euch des Nachts wirkungsvoll voneinander fern halten könnte. Und nachher werde ich noch für den Nachwuchs verantwortlich gemacht …"

Mila kicherte, besonders weil es James war, der knallrot anlief.


Ist er nicht süß? Harry hat seine schüchternen Anwandlungen also durchaus von seinem Dad. Ein Potter eben. (Hihi!) Okay, jetzt brauche ich aber eure Hilfe! Ich hab´ da so eine „Schmeißt-die-Marauder-und-Mila-nicht-von-der-Schule"-Aktion laufen. Wir können Lily ja schließlich nicht allein in Hogwarts versauern lassen. Schnell meine Petition unterschreiben, ja? (siehe lila Knöpfchen unten links) Und beeilte euch, McGonnagal ist schon hierher unterwegs!