A/N: Juhuuu! Endlich ist mir so ein richtig schöner Marauder-Streich eingefallen! Hoffe, ihr genießt ihn genauso wie meine Beta-Leserin Remus Bride und ich es getan haben! Viel Spaß beim Lesen!

Imobilus: Du, ich würde die Hände aus Sirius Haaren lassen. Weiß nur zu gut, dass das unmöglich gut gehen kann und garantiert nicht harmlos endet. Und da Moony ja so oder so schon einen Fön kriegt, wenn es um Padfood geht … Na ja, und was Sirius tut, wenn ihm das mit Remus und Mila zu bunt wird … dauert noch ein bisschen.

ShiaAngel: Sieh´ mich doch einfach als nette Anwechslung zum Abi-Stress. Und viel Erfolg!

Pia: Ja, Du darfst als Erste. Nein, Padfood, schimpf nicht – das hattest Du verdient! Arme Mila! Die ist übrigens ganz begeistert von Deiner Idee mit Dir und Remus. NA, wenn das mal gut geht …

Neely: Okay, erwischt – ich muss zugeben, dass es mir recht schwer fällt, etwas Nettes über Peter zu sagen. Und meine Mama hat immer gesagt, dass wenn ich nichts Nettes über jemanden sagen kann, ich lieber gar nichts sagen soll. (Smile!) Er hat bei der Szene am Wasser gefehlt, da Peter wohl schon damals angefangen hat, mit den Todessern Kontakte zu knüpfen. Zumindest in meiner Phantasie. Aber ich verspreche, dass die kleine Ratte noch ihre Auftritte haben wird. Tja, und das mit Mila – so ist es eben, wenn man mit einem der beliebtesten Junggesellen der Schule am See rumknutscht. Wirst ja gleich lesen, was sie da als Dankeschön erwartet.

EvannaBlack: Na, wenn einem schon der rechte Partner fehlt, dann kann man ja schon nicvht gewinnen. Schön, jemand Neues in unserer erlauchten Runde zu finden. Willkommen! Und ich hoffe, Du bleibst.

Kapitel 26

Mila war wütend! Wütend auf sich selbst, wütend auf die ganze Schule – und besonders wütend auf Sirius! Seit dem Nachmittag am See waren jetzt gut 1 ½ Monate vergangen und noch immer war kein Gras über die Sache gewachsen. Immer noch warfen ihr irgendwelche Mädchen gehässige Blicke zu und das ´Elite-Clübchen´ der Slytherins hatte sogar begonnen, eine Art Plakat-Aktion zu starrten, mit Milas Konterfei und eindeutigen Sätzen darunter, wie zum Beispiel: „Laundry hat ein großes Herz. Da kann jeder landen …"

Jungs, die sie vorher noch nie gesehen hatte, baggerten plötzlich wie Idioten an ihr herum. Nur zusammen mit James oder Remus wagte sie es überhaupt noch, den Gryffindor-Turm zu verlassen.

Aber anstatt, wie seine Freunde, etwas dagegen zu unternehmen, schien dieser dämliche Black das Ganze nur äußerst komisch zu finden. Er verjagte keine Grapscher – kein Wunder, er verbrachte ja kaum noch Zeit mit ihr. Viel lieber sonnte er sich in der allgemeinen Aufmerksamkeit der gesamten Hogwarts-Schülerinnen! Von der Erstklässlerin bis zum 7. Schuljahr geiferte ihm alles hinterher, was auch nur ansatzweise einen Rock trug.

Letzten Endes war Moony auch derjenige, der durch die Schulgänge lief und diese peinlichen Plakate, wo er nur konnte, entfernte. Er schien zu spüren, wie unangenehm ihr die ganze Sache war. Und sie liebte ihn abgöttisch dafür. Genauso leidenschaftlich, wie sie Sirius in seinen eingebildeten Arsch treten wollte! Oh ja, wie sehr sie das wollte …


Schmollend saß sie auf ihrem Bett und starrte Löcher in die Wand. Sie schien ihm keineswegs wichtig zu sein. James hätte jedem den Kopf abgerissen, der so mit Lily umging. Aber warum hätte er das tun sollen – er hatte ja Tausende von anderen Möglichkeiten …

„Hast Du es schon gehört, Mila?" Lily kam in ihren Schlafsaal gestürmt und schwenkte eine neue Pergamentrolle in den Händen. Missmutig sah ihre Freundin ihr entgegen.

„Eine neue zweideutige Propaganda über mich?"

„Nein. Schau mal." Sie hielt es ihr unter die Nase und ihre Freundin ließ ihren Blick kurz darüber huschen.

„Ein Fest?" fragte sie wenig begeistert. Lily runzelte über ihr geringes Maß an Begeisterung ihre Stirn.

„Kein Fest – einen Ball. An Halloween!" Sie strahlte, als wäre das dass Ereignis des Jahrtausends. „Ein ´Ball verkehrt´, sozusagen." Kichernd zwinkerte sie. „Wir müssen also die Jungs einladen!"

Mit einem Mal drang diese Information in Milas Kopf und ein teuflisches Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus. Sie durfte wählen, mit wem sie ging? Da eröffneten sich doch ganz neue Möglichkeiten. „Ach, wirklich? Ein Ball verkehrt also …" Als ihre Freundin begeistert nickte, erhob sie sich endlich von ihrem Bett. „Na - dann wollen wir doch mal jemanden einladen."

Lily sah überrascht zu, wie Mila aus dem Schlafsaal stolzierte. Im Gemeinschaftsraum traf sie wie vermutet auf die Jungs – Remus saß am Kamin und döste, während James, Sirius und Peter Karten spielten.

„Habt ihr von dem Halloween-Ball gehört?" platzte Mila auch sofort heraus.

Alle am Tisch nickten – Remus schien der ganzen Sache nicht wirklich Bedeutung beizumessen, denn er blinzelte nicht mal und rutschte nur tiefer in seinen Sessel, um eine bequemere Position zu finden.

Padfood grinste sie an, doch Mila erwiderte seinen Blick nur herausfordernd. „Wieso?" fragte er lauernd. „Brauchst Du etwa eine Begleitung, mein Schatz?" Für ihn war völlig klar, wer diese Begleitung sein würde – er selbst natürlich. Wer denn sonst?

Das Schatz kannst Du Dir sonst wo hinstecken, Black! ´ schnappte Mila stumm.

„Schon möglich", antwortete sie vage. „Ja, ich denke schon. Sirius?"

„Ja?" Er grinste wieder sehr selbstzufrieden.

Gott, selbst mit diesem selbstgefälligen Lächeln war er noch umwerfend. Und er hatte sie schon so lange nicht mehr geküsst … Aber diesen Denkzettel musste sie ihm einfach verpassen!

´Na warte, Bürschchen! ´

„Hast Du denn schon eine Begleiterin?"

„Nein." Sein Grinsen vertiefte sich nur noch. Er war zwar schon von der Einen oder Anderen gefragt worden, aber er war sich ja sicher gewesen, das Mila ihn fragen würde.

„Nun", das Mädchen tippte sich mit einem Finger gegen ihre volle Unterlippe, „da Du momentan ja bei der weiblichen Gattung so beliebt bist, dachte ich mir wirklich, dass Du bereits vergeben bist."

Er wollte etwas sagen, doch sie fuhr unbeirrt fort. „Aber na ja - es gibt zumindest einige Mädchen, die sich vermutlich vom Astronomie-Turm stürzen würden, wenn ich Dich ihnen vor der Nase wegschnappe. Das könnte ich nie verantworten. Daher …" Sie wandte sich mit deutlich zufriedenem Gesicht um und lächelte Remus an, der mittlerweile zu ihnen hinüberblinzelte. „Gehst Du mit mir zum Ball, Moony?"

Er wurde fast so blass wie nach Vollmond, als sie diese Frage an ihn richtete. „ICH?" krächzte er wenig geistreich.

Mila nickte lächelnd. „Oder bist Du schon vergeben?"

Er schüttelte verdattert den Kopf.

„Also, Mr. Lupin! Darf ich bitten?"

Sirius starrte sie wie versteinert an. WAS? Sie wollte Remus? Das war doch nicht ihr Ernst!

Zögerlich warf Moony einen Blick in seine Richtung. Als er sich dessen bewusst wurde, presste er die Lippen fest aufeinander und schaute schließlich höchst unbeteiligt in seine Karten.

Remus erwartete seinen Widerspruch – aber es kam nichts. Sorgfältig sortierte sein Freund die Karten in seiner Hand. Also gut – wenn er nichts dazu sagte, warum nicht? Auch wenn er tief in seinem Inneren wusste, dass sie Sirius nur eins auswischen wollte.

Ein schwaches Lächeln erhellte Remus Züge und er nickte. „Sehr gerne sogar, Mila."

„Prima!"

Sie ließ sich neben ihn auf die Lehne des Sessels plumpsen und begann leise mit ihm zu tuscheln. James hatte die ganze Szene mit gerunzelter Stirn beobachtet und lehnte sich nun zu Sirius hinüber. „Du sagst nichts? Für Dich ist das okay?"

„Halt die Klappe, Prongs!" fauchte sein Freund leise und deutlich ungehalten. Wütend schnappte er: „Schlaf nicht ein, Wormtail! Du bist dran, verdammt!" Hastig legte Peter wahllos eine Karte auf den Tisch und James tat es ihm kopfschüttelnd nach.

„Danke schön", raunte Mila Remus derweilen leise zu. „Auch wenn es nicht fair von mir ist, Dich für meinen persönlichen Rachefeldzug zu missbrauchen. Es tut mir Leid, Remus. Wenn Du ein anderes Mädchen hast, dass …" Sie hatte ihm grade offen verraten, was sie vorhatte. Sirius einen richtig heftigen Denkzettel zu verpassen.

Ihr Freund schüttelte nur lächelnd den Kopf und zwinkerte. „Schon gut, das ist okay. Verdient hat er es ja. Dir ist aber schon klar, dass es Ärger geben wird? Das lässt Sirius nie auf sich sitzen, Süße."

„Er wird müssen, Moony. Ich bin mir zu schade für einen Notstopfen. Wenn er sich nicht um mich kümmert, muss er damit rechnen, das ich mich anderen hübschen Kerlen zuwende." Sie zuckte beiläufig mit den Schultern.

Bei ihrem offensichtlichen Kompliment wurde Remus prompt rot und Mila drückte ihm leise lachend einen Kuss auf die Wange. „Du bist echt zum Anbeißen, wenn Du verlegen bist. Hat Dir das schon Jemand gesagt?"

Er schüttelte den Kopf.

„Na – dann habe ich das grade das erste Mal getan."

Remus konnte nicht anders, er musste lachen. Und das sah Sirius aus den Augenwinkeln sehr genau. Verräter! Nimm sofort deine Finger weg von meiner …´ Im letzten Moment wurde ihm klar, was er da grade im Begriff war, zu denken – und es verwirrte ihn gründlich! Erstens – Moony würde sich nie zwischen sie drängen. Dafür war er viel zu ehrenhaft. Und zweitens - wieso war er, was Mila anging, nur so besitzergreifend?

Er schnaubte verächtlich und pfefferte die Karte in seiner Hand unnötig heftig auf den Tisch. Sollte sie doch gehen, mit wem sie wollte. Er hatte genug Angebote! Von schönen Mädchen, ohne wirre Haare und … und … Ihm wollte zur Hölle nichts Beleidigendes einfallen. Mila hatte keine Makel. Sie war perfekt. Und das machte ihn sogar noch wütender.


Er vermied den alleinigen Kontakt zu Remus in den folgenden Wochen möglichst, da er nicht sicher war, sich selbst im Griff zu haben und seinem Freund nicht kalt lächelnd auf einem der Schulflure den Hals umzudrehen, nur weil er ihren Namen in den Mund nahm.

Natürlich hatte er schnell einen Ersatz für Mila gefunden. Cynthia Jackson, eine Hufflepuff-Fünftklässlerin, üppig gebaut – viel üppiger als Mila, jawohl! – und eigentlich dumm wie Brot. Nein, eigentlich war das eine Beleidigung – für das Brot … Brot war viel intelligenter und kicherte auch nicht ständig dümmlich.

Jackson war eben nur eine hübsche, leere Hülle. Jemand von dem sein Vater gesagt hätte, sie wäre die perfekte Ehefrau. Es kam ihm fast hoch, wenn er an diese Möglichkeit dachte!

Sie betete den Boden unter Sirius Füßen an und klebte an ihm wie ein Flubberwurm.

Nun, Cynthia ging ihm – gelinde gesagt - fürchterlich auf den Keks! Aber sie erfüllte ihren Zweck. Befriedigt hatte er festgestellt, dass Mila ihr giftige Blicke zuwarf, wenn sie dachte, er würde es nicht sehen, weil er sie grade nicht beachtete.

Dabei beachtete er sie doch immer.

Seine jetzt neu aufgeflammte Aufmerksamkeit grenzte schon fast an Besessenheit. Und jetzt, wo sie ihn mit diesem dummen Ball wieder zurück auf den Erdboden geholt hatte, entdeckte er auch noch plötzlich eigenartige Plakate mit ihrem hübschen Gesicht und widerlichen, schlichtweg gelogene Sätzen. Wenn er Denjenigen erwischte, der so etwas verbreitete …! Wer kam nur auf solche Ideen, bei seiner süßen und unschuldigen Mila?

Als er James schlecht gelaunt auf eines dieser Poster aufmerksam machte und es schnell entfernte, schlug sein Freund ihm mit voller Wucht gegen den Oberarm.

„AU!"

Vorwurfsvoll schauend rieb er sich über die malträtierte Stelle. Sein gesamter Arm begann zu pochen. James hatte nämlich durchaus einen festen Schlag.

„Was sollte das denn?"

Prongs funkelte ihn wütend an. „Du bist echt das Letzte, Padfood! Ist es Dir Hirni endlich auch aufgefallen, ja!"

Verwirrt runzelte Sirius die Stirn. „Wieso?"

„Dieses widerliche Geschmiere verschandelt jetzt schon seit fast einem Monat die gesamte Schule. Und während Du lieber mit irgendwelchen dummen Hühnern geflirtet hast, haben Moony und ich Deinen verfluchten Job getan und versucht, die arme Mila vor diesen Hohlköpfen zu beschützen. Mittlerweile hat wahrscheinlich schon jeder Kerl hier in Hogwarts versucht, ihr unter den Rock zu glotzen! Kein Wunder, dass sie lieber mit Remus zum Ball geht, als mit Dir! Der macht sich wenigstens wirklich etwas aus ihr!"

Völlig vor den Kopf gestoßen erwiderte Sirius den blitzenden Blick seines Freundes. „Aber … aber … Warum habt ihr denn nichts gesagt? Wer ist das gewesen?"

„Rate mal, Schwachkopf."

Jeder Andere, der ihn so tituliert hatte, hätte mindestens eine gebrochene Nase davon getragen. Aber stattdessen folgte Sirius lieber der Kopfbewegung seines Freundes mit den Augen. Malfoy, umringt von seinem Hofstaat, saß nur wenige Meter von ihnen entfernt auf einem Mauervorsprung und lachte hämisch.

ER? ER war das gewesen? Dafür würde der Mistkerl sterben!

Sirius hatte bereits mit geballten Fäusten einen Schritt nach vorn gemacht, als James ihn zurück hielt und den Kopf schüttelte. „Wir machen das auf Marauderer-Art, mein Freund", erklärte er gelassen, doch wer ihn kannte, bemerkte das Unheil verkündende Blitzen in seinen braunen Augen.

Sirius grinste. „Und ich denke, Du hast einen Plan, mein Freund."

„Wie kommst du denn darauf?" fragte James unschuldig und begann in seiner Schultasche herumzuwühlen. Schließlich zog er ein silbernes Fläschchen, auf dem eine grüne Schlange prangte, heraus und grinste fies.

„Wo hast Du das denn her?" fragte Sirius überrascht.

„Tja ... als ich eines Abend spazieren ging, bin ich - ganz zufällig natürlich - im Slytherin-Gemeinschaftsraum gelandet. Irgendwie hat mich keiner entdeckt – lag vermutlich an dem Mantel meines Dads …"

Sirius grinste, als ihm klar wurde, worauf James anspielte – den Tarnumhang.

„Und da ist mir doch glatt diese Flasche von Malfoy in die Tasche gefallen. Und wir wollen sie ihm ja wieder zurückgeben, nicht wahr? Sogar mit einer kleinen Entschädigung."

Er zog seinen Zauberstab und Sekunden später schwebte das Fläschchen hinüber zu der Slytherin-Gruppe und verschwand in Malfoys Schultasche.

„Was ist da drin?" wollte Sirius neugierig wissen.

„Warts ab", war die vage Antwort.


Den restlichen Schultag quälte Sirius James mit dieser Frage, doch sein Freund blieb hart. Nur seine Augen blitzten vergnügt, als Malfoy das Fläschchen entdeckte und – nach nur kurzem Zögern - einen tiefen Schluck daraus nahm.

Als sie sich zum Abendessen in der großen Halle niedergelassen hatten, richtete sich James komplette Aufmerksamkeit auf Malfoy, der, wie sonst auch, als Erster die Schüsseln auf dem Tisch gereicht bekam, um sich die besten Happen herauspicken zu können. Der Slytherin-Prinz. Am liebsten hätte er ihm ins Gesicht gespuckt …

Langsam wurde Prongs ungeduldig. Warum passierte denn nichts? Gut, er war nicht so fabelhaft wie seine Süße in Zaubertränke, aber der Trank war recht einfach gewesen. Wo hatte er einen Fehler gemacht, dass sein Streich offenbar nicht klappte? Verdammt, er hätte doch Remus um Hilfe bitten und ihn nicht nur nach den Zutaten fragen sollen!

Grade als er schon schlecht gelaunt den Blick abwenden wollte, ertönte plötzlich lautes Geklirr am Slytherin-Tisch und Malfoy sprang kreischend auf. Einer der silbernen Löffel vor ihm hatte sich vom Tisch wie durch Zauberei erhoben, war ihm ins Gesicht geflogen und klebte ihm jetzt mitten auf der Stirn. Malfoy zog und zerrte, aber der Löffel hing fest. Zu allem Überfluss erschienen plötzlich rote Buchstaben auf seinem Gesicht und während der Rest der Schüler mucksmäuschen still blieb, schrie und zeterte der weißblonde Junge wie verrückt.

Als schließlich ein Satz vollständig zu lesen war, kicherten die Ersten los. Ich bin ein widerlicher Lügner. Glaubt mir kein Wort! ´ prangte ihm da mitten im Gesicht.

Einer seiner Kumpane hatte sich mittlerweile erbarmt und versuchte nun ebenfalls, den massiven Löffel von Malfoy zu trennen. Doch zu allem Übel erklang erneut lautes Geklirr – sämtliches Besteck und auch die Trinkkelche vibrierten und schossen plötzlich auf ihn zu, wie magnetisch angezogen.

Kreischend stoben die Slytherins auseinander, um nicht zufällig getroffen zu werden, während Malfoy schreiend aus der großen Halle flüchtete – nur um letztendlich von mehreren Rüstungen in den Krankenflügel verfolgt zu werden.

Die gesamte Halle tobte und johlte. Sirius wandte sich begeistert zu James um, der betont gelangweilt in seinem heißen Kakao herumrührte und sich nicht für die allgemeine Erheiterung zu interessieren schien.

„Deshalb wolltest Du alle über den Magnetismus-Trank wissen", lachte Remus, der ihm gegenüber saß, und Sirius klopfte seinem besten Freund begeistert auf die Schulter. „Du hast jetzt etwas so was von gut bei mir, Junge."

James kämpfte ein breites Grinsen nieder und zog überrascht beide Augenbrauen hoch. „Ich weiß gar nicht, was Du meinst, Padfood."

„Und wie hast Du das mit dem Satz hingekriegt?"

„Ich hab den Trank eben ein bisschen abgeändert …"

„Potter, du bist ein verdammtes Genie!"

Jetzt grinste James ganz offen. Entspannt lehnte er sich zurück und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. „Ich weiß …"

Da Lily und Mila erst später zum Abendessen erschienen waren – sie arbeiteten beide auf Hochtouren an den Kleidern, die sie zum Ball tragen wollten – wurden sie von Peter atemlos vor Ehrfurcht über James kleinen Streich aufgeklärt. Beide hörten ihm mit offenem Mund sprachlos zu. Als der pummlige Junge geendet hatte, begannen Milas Augen zu schimmern und mit einem leisen Schluchzen umarmte sie James stürmisch und drückte ihn fest an sich.

„Du bist der Beste, Prongs!" flüsterte sie ergriffen und drückte auch ihm einen dicken Kuss auf die Wange. Missmutig stellte Sirius fest, dass er momentan der Einzige zu sein schien, der nicht von ihr geküsst wurde. Und es gefiel ihm gar nicht. Er reichte Lily leise seufzend das Brot hinüber. Sie fing seinen Blick auf und lächelte aufmunternd. Er schnitt eine vielsagende Grimasse.


Halloween. Überall leuchtete im Schloss die Dekoration. Geschnitzte Kürbisse säumten die Schulflure und warfen flackernde Schatten an die Wände. Zur großen Freude der gesamten Schülerschaft war das Fest auf ein Wochenende gefallen. So hatten alle genügend Zeit gehabt, sich darauf vorzubereiten. In etwa einer halben Stunde würde es losgehen.

Aufgeregt huschten Mädchen über die Flure, manche nur halb angezogen, wie Sirius am Rande wahrnahm – etwas was ihn normalerweise in Begeisterungsstürme hätte ausbrechen lassen …

Jetzt entlockte es ihm nicht mal ein müdes Lächeln. Gleich würde Mila mit Remus zusammen zu diesem verfluchten Ball gehen.

Erst vor zwei Tagen war Vollmond gewesen. Und ganz ehrlich, Sirius hatte gehofft, dass Remus jetzt viel zu geschwächt sein würde, um das Ganze wirklich durchzuziehen. Dann wäre Sirius als grandioser Retter in der Not eingesprungen und hätte Mila begleitet. Doch der blöde Kerl hatte sich – heldenhaft wie er war - aus dem Bett gequält und saß jetzt in seinem Festumhang leichenblass neben ihm.

Sirius trug keinen. Er fand die Dinger ätzend. Nur mit Hemd und dunkler Hose bekleidet, ein rotes Tuch als eine Art Gürtel locker um die Hüfte gebunden, harrte er der Dinge, die da kommen mussten.

Ungeduldig mit dem Fuß wackelnd hypnotisierte Sirius die Treppe zu den Mädchenschlafsälen, während James ebenso kribbelig auf und ab lief.

„Solltest Du nicht Cythia abholen, Padfood?" piepste Peter ihm gegenüber. Sogar er hatte eine Verabredung abbekommen – es verblüffte Sirius immer noch.

Nur flüchtig musterte er die große Turmuhr durch das Fenster. Er war schon 10 Minuten zu spät. Aber Cynthia würde warten – und er würde hier nicht eher weg gehen, bevor er nicht …

Warmes, perlendes Gelächter erklang auf der Treppe, ein Geräusch, dass er nur zu gut kannte. Unwillkürlich setzte er sich auf, fast zeitgleich mit Remus, der das Geräusch offenbar auch gehört hatte. Tja, auch als Hunde-Animagus übernahm man eben einen Teil der gesteigerten Sinne … genauso wie Werwölfe. Remus neben ihm ließ ein leises, gequältes Geräusch hören, als er sich mühte, grade sitzen zu bleiben.

In der nächsten Sekunde erschien Lily auf dem Treppenabsatz und lächelte zu James hinunter, der offenbar kurz davor stand, zu sabbern. Sie trug ein lindgrünes Kleid, ein atemberaubender Kontrast zu ihren Augen und ihrem Haar, welches mit zwei Spangen aus ihrem Gesicht gehalten wurde. Sie kicherte bei James Gesichtsausdruck und ließ sich bereitwillig von ihm zu einem Kuss in die Arme ziehen.

Eine winzige Sekunde honorierte Sirius ihre Aufmachung anerkennend, doch dann zuckte sein Blick wieder zurück zu der Gestalt hinter ihr.

Mila.

Sie lächelte ihm entgegen – oder lächelte sie Remus an?

Ihr Kleid war cremefarben und schulterfrei – hatte Lilys Kleid Ärmel? Er hatte ehrlich gesagt nicht darauf geachtet.

Eine kleine, silbrige Kette schimmerte an ihrem Hals, nur wenige Zentimeter über ihren Brüsten und zog seinen Blick magisch an. Dort hatte er sie schon geküsst …

Sein Herz hämmerte schmerzhaft gegen seine Rippen. Das war so lange her … Er wollte es so gern wieder tun.

Ihr Haar war locker aufgesteckt und umrahmte ihr herzförmiges Gesicht mit kleinen Strähnchen, die sich vorwitzig aus der Frisur gelöst hatten.

Verflucht, war sie schön!

Er spürte mehr, als das er es sah, dass sein Freund neben ihm sich erhob und zu ihr hinüberging. Er nahm sie in den Arm – wer bei Merlin hatte ihm das erlaubt? – und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. Okay, mit der Umarmung konnte Sirius leben – aber warum zur Hölle küsste er sie jetzt auch noch? Und warum ließ sie es zu? Er würde heute ein Wörtchen mit ihr reden müssen. Nicht alle Kerle waren so zurückhaltend wie Moony. Wer wusste das besser, als er selbst! Und er würde schließlich nicht immer da sein, um sie vor Grapschern zu …

'Pah, in letzter Zeit warst Du ja auch nicht zur Stelle´, flüsterte eine kleine Stimme in seinem Kopf, die verdächtig nach James klang. Na wunderbar, jetzt wurde der Idiot auch noch zu seinem Gewissen! ´Kein Wunder, dass sie sich da jemand anderen sucht, der für sie da ist …´

Diese Erkenntnis nagte an ihm und er holte tief Luft. Ab heute würde er besser auf sie Acht geben, das schwor er sich still. James hatte Recht – in dieser Beziehung hatte er in den letzten Wochen kläglich versagt.

Offenbar hatte sie Remus jetzt genügend begrüßt und sich auch schon Komplimente eingeholt, wenn er die sanfte Röte ihrer Wangen richtig deutete. James zwinkerte ihr zu, während Peter sie nur dümmlich anglotzte, als sei sie diese Muggelheilige, die so verehrt wurde – Mary oder so? Auf alle Fälle nahm sich Sirius schon jetzt beim Wort und verpasste Peter einen unsanften Tritt gegen sein Schienbein. Der kleine Junge zuckte zusammen und senkte hastig den Blick, als er sich in Sirius voller Aufmerksamkeit wieder fand – und einen dieser fürchterlichen Blicke erntete.

Sirius riss sich von seinem Freund los und richtete seinen Blick wieder auf sie. Sie stand einfach nur da, Remus an ihrer Seite und lächelte ihn an.

„Du siehst gut aus, Padfood", zwinkerte sie, war sich selbst aber gegenüber ehrlich genug um zuzugeben, dass das glatt gelogen war! Er sah umwerfend aus! Erstens hob er sich – wie immer – von der allgemeinen Masse ab, da er auf einen Festumhang verzichtet hatte, das Tuch, welches locker um seine Hüfte geschlungen hatte, betonte diese und die langsam breiter werdende Brust darüber. Und er hatte seine Hemdsärmel erneut hochgekrempelt. Als er seine Hände unwillkürlich zu Fäusten schloss und sie anschließend wieder öffnete, spielten seine Unterarmmuskeln verführerisch.

„Du auch", erwiderte er mit einem seltsamen Unterton in seiner Stimme, bevor er sich erhob und seinen Augen noch einen winzigen Moment über ihre Gestalt huschen ließ. Sie errötete noch ein wenig mehr unter seinem Blick.

„Tja … ähm …", er räusperte er sich und rieb sich unwillkürlich verlegen den Nacken. Mila konnte neben sich James leises Lachen hören.

„Ich gehe dann … ähm … äh …"

„…Cynthia abholen?" half ihm Remus freundlich auf die Sprünge.

Eine winzige Sekunde stieg Sirius selbst wirkliche Röte ins Gesicht – er hatte allen Ernstes ihren Namen vergessen - bevor er sich betont lässig aufrichtete. „Ja. Danke", knurrte er in Moonys Richtung, wandte sich auf dem Absatz um und stolzierte aus dem Gemeinschaftsraum. „Ich sehe euch dann später."

„Ganz genau, Sirius."

Er war noch nicht ganz durch das Portraitloch verschwunden, als James und Remus in schallendes Gelächter ausbrachen.

„Das schaffst wirklich nur Du, Mila! Endlich war dieser Schwachkopf auch mal verlegen!" gluckste Prongs und wischte sich mit dem Ärmel über die Augen.

„Das ist gemein. Wir sollten nicht über ihn lachen", versuchte Moony die allgemeine Erheiterung zu dämpfen – ein erfolgloser Versuch, da seine Stimme immer noch vor unterdrücktem Lachen schwankte. Auch Lilys Mundwinkel zuckten verdächtig, doch sie rief schließlich alle zur Ordnung.

„Lasst uns gehen. Mila und ich haben uns schließlich nicht nur umsonst so schick gemacht."


Tjaja, Rache ist süß! Wie fandet ihr denn meinen Streich? Lasst mir doch bitte eine kurze Review da, okay? Danke schön!