A/N: So, das ist MEIN Kapitel! Ich liebe es, weil ich meinen knackigen Animagus mit dem schwarzen Haar und den dunklen Augen endlich zum Held meiner Träume machen konnte. (Seufz!) Wird also furchtbar kitschig … Seid gewarnt! Hihi! Viel Spaß!
Ac Potterfan: Ist ja gut! Immer diese Sklaventreiber! (Hihihi!)
ShiaAngel: Danke schön! (Verlegen guck!)
Imobilus: Viele Dank für das Kompliment. Ich fand meinen Streich auch grandios! Aber da Eigenlob ja stinkt … (Zwinker!) Und ja, die Explosion zwischen Remus und Sirius wird gewaltig, denke ich. Werde Mila auf jeden Fall Deine Warnung übermitteln. Wenn es Dich aber tröstet – auch meine Beta-Leserin achtet sehr genau darauf, dass ich Remus nicht übermäßig quäle …
Lia: Sorry, aber Mila ist Sirius – genauso wie ich – heillos verfallen. Der gute Animagus hat uns so was von um den Finger gewickelt. Und er kann ja auch ganz süß sein – wie man im nächsten Kapitel sehen wird …
SilverHoney: Tja, Prongs tut eben alles, um in Deinen Augen nicht vom Heldenpodest runtergeschubst zu werden. Obwohl ihm Padfood jetzt ordentlich Konkurrenz macht. (Seufz! Schmacht!)
Neely: Hey, lass James und Lily doch ihr Glück. Sie haben so wenig davon … Aber keine Sorge, James schafft es ja immer mit traumwandlerischer Sicherheit, im Kopfsprung ins Fettnäpfchen zu tauchen. Die streiten sich auch wieder. Versprochen!
Becca: Nein, Mila merkt nichts von Remus Gefühlen für sie. Ich weiß, man möchte sie schütteln und es ihr ins Ohr schreien. Aber hey, warum dürfen immer nur Männer blind sein? Ehrlich gesagt muss Sirius sie am Ende meiner ersten Geschichte förmlich mit der Nase draufstoßen und selbst da glaubt sie es ja erst, als Remus es ihr ins Gesicht sagt. Liebe vernebelt eben die Wahrnehmung – besonders, wenn man in so ein knackiges Exemplar wie Sirius verschossen ist!
Pia: Keine Sorge – Padfoods Ego sollte jetzt ordentlich gestutzt worden sein. Und Mila hält da auch noch einen Trumpf in der Hinterhand …
Kapitel 27
´Prima! Wirklich prima! Peinlichkeit, Dein Name ist Sirius Black! Wenn sich Mila bis jetzt noch nicht eindeutig für Remus entschieden hat, dann jetzt, nachdem Du wie ein Erstklässler gestammelt hast!´
Als Sirius am Hufflepuff-Portraitloch angekommen war, wartete Cythia schon auf ihn – in einem bonbonrosa Kleid! Ihm wurde fast schlecht!
Padfood machte sich gar nicht erst die Mühe, bis zu ihr hinzugehen, sondern blieb in einiger Entfernung stehen und machte ihr mit einer Kopfbewegung deutlich, ihm zu folgen. Sie sagte nichts dazu, sondern eilte vielmehr schmachtend an seine Seite und krallte sich an seinen linken Oberarm. Die Wolke Parfüm, die ihn traf, half nicht wirklich, seinen Magen zu beruhigen.
Sie schien nicht mal wütend zu sein, dass er sie so lange hatte warten lassen. Mila hätte ihm den Kopf abgerissen! Aber Mila steckte ja auch in keiner Schokofrosch-Verpackung und roch betäubend nach … zur Hölle, was war das?
Innerlich schnitt Sirius eine Grimasse und versuchte, weniger Slytherin und etwas mehr Gryffindor zu sein.
„Wie … geht es Dir … Cynthia?" startete er den verzweifelten Versuch einer lockeren Konversation. Sie starrte ihn aus großen Augen fast ein bisschen erschrocken an, da sie offenbar nicht damit gerechnet hatte, er könne sich mit ihr unterhalten wollen. Und anstatt zu antworten begann sie wieder schrill zu kichern. Würde das ein langer Abend werden ...
Und er lag richtig damit. Cynthia schien beschlossen zu haben, ihn in einer Art Oktopus-Umklammerung nicht mehr von ihrer Seite weichen lassen zu wollen. Und zu allem Übel hatte sie begonnen, ihn bei ihren Freunden – keiner auch nur ein Fünkchen intelligenter als sie selbst – als Sisi vorzustellen!
SISI?
Reichte die gemeinsame Gehirnzelle der Hufflepuffs nicht mal, um seinen Namen richtig zu behalten? Er war schließlich kein Schosshündchen! Nicht mal, wenn er sich verwandelte!
Er schwelgte grade in der wunderbaren Vorstellung, sich hier inmitten der ganzen Flachpfeifen zu verwandeln und in ein paar Hintern zu zwicken – nein, Letzteres ließ er lieber bleiben, da waren nämlich auch durchaus unappetitliche dabei – als er Mila entdeckte, die grade die große Halle verließ. Allein. Er verrenkte sich fast den Hals auf der Suche nach Remus, doch er war nirgends zu entdecken.
´Blöder Idiot! Wenn du mich schon von ihrer Seite verdrängst, dann gib wenigstens Acht auf sie´, fauchte er im Stillen und folgte ihr mit den Augen, bis sie aus der Tür verschwunden war.
Irgendwie schaffte Sirius es schließlich, sich aus Jacksons Umklammerung zu winden und ihr hinaus zu folgen. Ein Wunder, dass sein Hemd ganz geblieben war, so wie sie sich fest gekrallt hatte. Wenn es stimmte, dass die Slytherins Mila momentan zu ihrem bevorzugten Ziel gemacht hatten, sollte sie nicht allein im Schloss herumgeistern. Nicht nach James Racheaktion. Und es war gut, dass er ihr folgte …
´War das heiß da drinnen. ´ Mila strich sich eine verschwitzte Haarsträhne aus ihrem Gesicht und lehnte sich mit geschlossenen Augen leise seufzend an die kühle Wand hinter ihr. Ein kleines Lächeln erschien auf ihrem Gesicht, als sie an Sirius Miene dachte, nachdem er sie gesehen hatte. Die Aktion schien ein voller Erfolg zu sein.
In Gedanken machte sie sich eine schnelle Notiz, sich irgendwie bei Remus zu bedanken, dass er sich trotz allem für sie aus dem Bett gequält hatte. Ein kleines bisschen Wiedergutmachung hatte sie ja schon geübt – sie hatte eine ihrer Hände unauffällig unter seinen Hemdsärmel geschoben und ihm ein bisschen des Schmerzes genommen.
Natürlich hatte er es gespürt und ihre Hand hervorgezogen, ihr einen langen Vortrag darüber gehalten, dass sie so etwas nicht tun müsse und er auch sehr gut alleine damit zurecht kam, doch Mila hatte das kurze, dankbare Aufflackern in seinen Augen sehr wohl gesehen. Und als sie ihm mit blitzenden Augen erklärt hatte, dass sie es ja nur aus reinem Egoismus getan hatte, weil sie unbedingt mit ihm tanzen wolle, hatte er sogar gelacht!
„Na, wen haben wir denn da? Halbblut Laundry! So ganz allein, ohne Deine Wachhunde?"
Mila zuckte unter der eisigen Stimme zusammen und öffnete ihre Augen. Lucius Malfoy stand höchstens einen Schritt von ihr entfernt und starrte sie an wie ein besonders leckeres Törtchen. Madam Pompfrey war es offensichtlich gelungen, den Magnet-Zauber von ihm zu nehmen. Auch die Buchstaben in seinem Gesicht waren verschwunden. Er hatte es trotzdem nicht vergessen. Und er konnte sich gut vorstellen, wem er diese Schmach verdankte – Laundry würde dafür bluten! Oh, als Jungfrau würde sie das sicher! Er würde jetzt endlich seine Drohung aus dem Buchladen wahr machen!
Alarmiert verschränkte Mila die Arme vor der Brust und versuchte ihn möglichst furchtlos anzufunkeln. „Was willst Du, Malfoy?" fragte sie herausfordernd, während sie sich möglichst unauffällig nach einer Fluchtmöglichkeit umsah. Der einzige Ausweg war der Weg, den sie gekommen war – sie musste an ihm vorbei …
„Wie wäre es mit Dir und einem hochgeschobenem Kleid?" fragte er mit geheuchelt gelangweiltem Blick auf seine Fingernägel, doch als er sie wieder ansah, lief es ihr eiskalt den Rücken hinunter. „Deine gespreizten Beine. Bleibt nur die Frage …"
Mila holte tief Luft und versuchte sich flink an ihm vorbeizudrängen, doch er war schneller – und vor allem auch kräftiger. Er packte sie grob an den Oberarmen und schubste sie erneut gegen die Mauer. Ein leiser Schmerzenslaut entfuhr ihr.
„Tz, tz, tz." Er lächelte grausam und stütze beide Hände seitlich ihres Körpers gegen die Mauer. „Böser Fehler, Laundry. Du solltest doch wissen, dass ein Malfoy immer das bekommt, was er haben will. Jetzt fürchte ich, Dir wehtun zu müssen."
Er riss abrupt ihr Kleid hoch und sie spürte eine seiner kalten Hände an ihrem Oberschenkel. Mila erschauderte angewidert und versuchte ihn wegzudrücken. Doch er bewegte sich keinen Zentimeter. Als ihr die Aussichtslosigkeit ihrer Gegenwehr klar wurde, packte sie kaltes Grauen. Sie schrie und wehrte sich nach Kräften, doch das schien ihn eher noch mehr anzuturnen. Er leckte sich gierig über die Lippen, zog die Hand hervor und hob sie, um ihr ins Gesicht zu schlagen.
Mila schloss die Augen, in Erwartung einer Ohrfeige – doch alles was sie spürte war, wie Malfoy von ihr fortgerissen wurde.
Erschrocken öffnete sie die Augen.
Sirius!
Er hatte Malfoy am Kragen gepackt, gegen die Wand geschleudert und hielt ihm jetzt seinen Zauberstab an die Kehle. Seine Augen loderten wie schwarzes Feuer. Hass durchpulste ihn. Er hatte sie berührt. Ihr weh getan! Das würde Malfoy büßen! Wenn er mit ihm fertig war, würde er nur noch ein winselndes Häufchen Dreck sein!
Lucius Augen waren aufgerissen, während er Sirius zitternd anstarrte wie das Kaninchen die Schlange. „Willst Du sterben, Malfoy?" knurrte Padfoot zwischen zusammengebissenen Zähnen. Heftig schluckend schüttelte der weißblonde Junge den Kopf.
Einen Moment lang war der Hass in Sirius so übermächtig, dass er trotzdem nichts anderes tun wollte. Doch als er plötzlich Milas zitternde Hand auf seinem Rücken spürte, ließ er zischend die Luft aus seiner Brust entweichen. „Dann rühre meine Mila nie wieder an!" grollte er und senkte langsam den erhobenen Zauberstab. „Oder ich werde Dir einzeln jedes verfluchte Gedärm aus Deinem Körper reißen und an den Riesenkraken im See verfüttern! Hast Du verstanden?"
Heftig nickend bejahte Malfoy diese Frage, kleine Schweißperlen glänzten auf seiner Stirn. Als Sirius ihn endlich los ließ, nahm er die Beine in die Hand und war in sekundenschnelle verschwunden.
Sirius wandte sich langsam zu Mila um. Fast fürchtete er sich davor sie anzusehen. Wenn er auch nur die winzigste Schramme an ihr entdeckte, wäre Malfoy geliefert!
Sein Herz rutschte schmerzhaft eine Etage tiefer, als er ihr in Gesicht blickte. Ihre Augen schwammen in Tränen.
Er machte einen hastigen Schritt auf sie zu und legte eine Hand sanft gegen ihre Wange. „Geht es Dir gut? Hat Dir dieser Mistkerl wehgetan?"
Mila schüttelte zwar den Kopf, trotzdem löste sich eine Träne und lief ihre Wange hinab, bis zu seinen Fingern. Der harte Ausdruck in seinen Augen war urplötzlich verschwunden und hatte einem besorgten Platz gemacht. Ein leises Schluchzen erklang, bevor er sie fest in die Arme nahm und an sich drückte. Sie schien in seiner Umarmung fast zu schrumpfen, so sehr klammerte sie sich an ihn.
Seufzend strich er ihr übers Haar.
„Schhhhhh. Alles wird gut. Er ist weg. Dir kann nichts mehr passieren."
Er spürte, wie sich ihre Finger in sein Hemd verkrallten – aber im Gegensatz zu Cynthia war es ihm nicht unangenehm. Es fühlte sich vielmehr richtig an. Fast als gehöre sie nirgendwo anders hin als in seine Umarmung.
Der Gedanke gefiel ihm.
Er begann damit leise, zusammenhanglose und beruhigende Worte zu flüstern, bis er spürte, wie ihr Schluchzen langsam nachließ. Zittrig holte sie eine halbe Ewigkeit später tief Luft, bevor sie aufsah.
„Jetzt kannst Du mir wenigstens sagen, wie furchtbar ich verheult aussehe", erklärte sie, in dem Versuch die Situation durch einen Scherz aufzulockern.
Sirius schüttelte nur den Kopf und wischte ihr eine letzte Träne von der Wange. „Ich habe Dir schon mal gesagt, dass Du nicht furchtbar aussiehst, wenn Du weinst", widersprach er sofort und nach einem leisen „Accio Taschentuch" reichte er ihr genau dieses mit einem schiefen Lächeln. Sie schnäuzte sich so geräuschvoll, das beide lachen mussten.
Als sie unter gesenkten Liedern zu ihm auflächelte, drückte er ihr kurzerhand einen Kuss auf die Stirn. „Es tut mir leid", flüsterte er, selbst am meisten überrascht darüber, dass ihm diese Worte so leicht über die Lippen kamen. „Ich hätte besser auf Dich aufpassen sollen. Und außerdem war ich nicht sonderlich nett in letzter Zeit …"
„Stimmt", nickte Mila, doch er konnte an ihrem Lächeln deutlich erkenne, dass sie nicht mehr wirklich böse auf ihn war. Erleichtert ließ er seine Schultern sinken.
„Soll ich … Dich in den Turm bringen?"
Sie schüttelte vehement den Kopf. „Und dann 2 Stunden harte Arbeit umsonst sein lassen. Du kannst Dir ja gar nicht vorstellen, wie Lily geackert hat, um mein Haar so hinzubekommen!" Gespielt vorwurfsvoll deutete sie auf die gebändigte Lockenpracht.
„Und es sieht wunderschön aus", beschwichtigte er sie lächelnd. Gelogen war es nicht. Aber dass ihm ihre Locken besser gefielen, würde er ihr später einmal sagen …
„Also möchtest Du zurück zum Ball?"
Sie straffte ihre Schultern. „Ja. Wenn Du beschwörst, dass ich nicht aussehe, wie eine Sumpfkuh."
„Zumindest nur wie eine sehr hübsche Sumpfkuh", stichelte er und erntete sofort einen Boxer gegen den Oberarm. Er grinste sie an, während er sich den Arm rieb. „Gott, habe ich das vermisst", seufzte er und erntete ihr glockenklares Lachen.
Während beide wieder zurück zum Fest gingen, kicherten sie über Sirius Ansicht über in Zellophan eingewickelte ´Kicherbrote´. Doch kaum wieder über die Schwelle getreten, stürzte sich Cynthia wie ein Habicht auf Sirius und versenkte ihre Fingernägel erneut in seinem Arm. „SIRI!" flötete sie und klimperte mit ihren zugegebenermaßen beneidenswerten Wimpern. Er sah aus, als wäre er wieder nahe daran, seinen Zauberstab zu ziehen. Rein aus Verteidigungszwecken natürlich.
Mila sah ihn mit erstaunt erhobener Augenbraue an und formte stumm mit den Lippen: ´SIRI?' Er schnitt eine Grimasse. ´Rette mich!' flehte er stumm, doch Mila schüttelte lächelnd den Kopf. Und schon wurde er von Cynthia in die Halle hineingezogen. Zuerst würde sie mit Remus tanzen – und dann, vielleicht, wenn er ganz brav war …
Natürlich rettete sie ihn. Nachdem er sich so heldenhaft für sie gegen Malfoy gestellt hatte, konnte sie ihn doch nicht in den Fängen der Zellophan-Fledermaus lassen. Sie tanzte nur einen Tanz mit Remus, der sie natürlich sofort erschrocken fragte, warum sie denn um Himmels willen geweint habe – dieser Junge war einfach viel zu aufmerksam! Nachdem sie den halben Tanz damit verbracht hatte, ihm zu versichern, dass es ihr WIRKLICH gut ging, fragte sie ihn kleinlaut, ob er damit einverstanden sei, wenn sie nun mit Sirius tanzen würde. Er lächelte nur.
„Er hat also angebissen, ja!"
Sie nickte. „Ja, Plan geglückt. Und ohne dass Du einen auf die Mütze gekriegt hast, Moony."
Er grinste. „Den hätte ich auch noch für Dich eingesteckt, Süße", erwiderte er charmant und erntete natürlich prompt einen dicken Kuss dafür.
„Mein Held", lächelte Mila zwinkernd und brachte ihn zurück zum Tisch, an dem Lily und James, völlig versunken in den Augen des Anderen, saßen.
„Überlebst Du diese geballte Portion Geturtel?" fragte Mila lachend – die Beiden hatten nicht mal gemerkt, dass sie wieder da waren. Remus zuckte gleichmütig mit den Schultern. „Ich werde einfach mit offenen Augen ein bisschen schlafen. Das klappt schon."
„Wenn es zu schlimm wird – Du kennst den Signalfeuer-Zauber? Sirius und ich kommen Dich retten!"
„Dann käme ich aber vom Regen in die Traufe", gab er gähnend zu bedenken. „Statt einem knutschenden Pärchen gleich zwei!"
„Ich verspreche, in Deiner Gegenwart nicht mit Sirius zu knutschen." Mila hob zur Bekräftigung feierlich eine Hand. „Schließlich bist Du heute mein Date, Remus J. Lupin."
„Jajaja. Los, errette ihn von Cynthia!"
Das ließ sich Mila nicht zwei Mal sagen! Denn sie hatte die Beiden grade in der Nähe der Tanzfläche erspäht und machte sich nun auf dem Weg, um ihren Prinzen aus den Fängen der bösen Hexe zu befreien.
Bei ihnen angekommen tippte sie Sirius auf die Schulter. Als er sich zu ihr umwandte, musste sie fast über seinen erleichterten Gesichtsausdruck lachen. Cynthia war nicht so begeistert von ihrem Auftauchen – war sie doch eine Derjenigen gewesen, die Mila mit Blicken erdolcht hatte, nach diesem Kuss am See.
„Darf ich abklatschen?" fragte Mila mit einem Lächeln wie ein Messer.
Das andere Mädchen schien ernsthaft nach einem Grund für eine Verneinung zu suchen, fand aber offenbar keinen. Miesepetrig nickte sie kurz. Lächelnd ergriff Mila daraufhin Sirius´ Hand und als sich seine Finger um ihre schlossen, begann ihr Herz unwillkürlich zu stolpern. Mit geschürzten Lippen verfolgte Cynthia sie mit den Augen.
„Leider wirst Du jetzt wirklich mit mir tanzen müssen", raunte Mila ihm zu und zwinkerte. „Sie beobachtet uns nämlich genau."
Er schnitt gespielt gequält eine Grimasse.
„Na, ob ich das überlebe …", seufzte Sirius mit einem Blitzen in den dunklen Augen. Dass er ein exzellenter Tänzer war – so etwas gehörte zur Erziehung eines Reinblüters der Liga der Blacks – musste sie ja nicht direkt wissen.
Er führte sie auf die Tanzfläche und deutete eine galante Verbeugung an. Sie knickste und zog dabei kurz lächelnd die Nase kraus. Er hätte sie küssen mögen!
Sanft zog er sie in seine Umarmung – und zu allem Überfluss begann natürlich ein langsames Liebeslied.
„Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich behaupten, dass uns da jemand versucht zu verkuppeln", raunte er ihr ins Ohr und Mila kicherte.
„Ich habe da nichts gegen", gab sie leise zu und war froh darüber, ihr Gesicht kurzzeitig an seiner Schulter verbergen zu können. „Du etwa?"
Er schwieg einen kurzen Moment, in dem er ernsthaft über diese Frage nachdachte. Die Antwort war ungewöhnlich schnell gefunden. „Nein", raunte er ihr zu und zog sie noch ein Stückchen enger an sich. „Nein – ich habe nichts dagegen."
Eine ganze Weile wiegte sich beide im Takt der Musik und genossen die Nähe des Anderen. Dann fiel Mila endlich der Text zu der erklingenden Musik ein:
„Did you
ever love somebody so much that the earth moved?
Did you
ever loved somebody even though it hurt to?
Did you
ever love somebody
Nothing
elese your heart could do?
Did you
ever love somebody who never knew?"
Sirius lächelte bei ihrem leisen Gesang in sich hinein und schloss die Augen. Er mochte es, sie singen zu hören.
„Have
you ever pray the day would come
When
you hear him say he feels it too?
Did you
ever love someone
Who never
knew?"
Er konnte fast fühlen, wie sie jedes ihrer Worte und jeden Ton spürte. Unwillkürlich hielt er die Luft an. Er kannte das Lied – und er kannte den Text. Er wusste, wie es endete. Und er konnte es kaum erwarten, es aus ihrem Mund zu hören!
„I doYou do
Well you
know, I´ve understand
I could
I would
More than
anybody care!
Did you
ever loved somebody so much that the earth moved?
Did you
ever loved somebody even though it hurt to?
Did you
ever loved somebody?
Nothing
else your heart could do?
Did you
ever love somebody "
Sie spürte die Veränderung in ihm. Wie er sich anspannte und fast darum zu betteln schien, dass sie die Zeile beendete. Fragend blickte sie zu ihm auf. Und als sie bei einem Blick in seine Augen den übrigen Text komplett zu vergessen schien, beendete er es:
"Like I love you"
Mila schluckte heftig, als seine warme, tiefe Stimme erklang. Einen kurzen Augenblick war sie sich sicher, dass er die Zeile nur beendet hatte, um ihr zu zeigen, dass auch ihm dieses Lied geläufig war. Doch da war so viel mehr in seinen Augen. Wollte er ihr damit etwa sagen …? Sie schluckte den Kloß in ihrem Hals hinunter, bevor sie diese Zeile noch einmal mit brüchiger Stimme wiederholte:
"Like I love you"
Er lächelte zärtlich. Und im nächsten Moment spürte sie seine Lippen auf ihren. Warm. Weich. Als gehörten sie schon ewig dorthin. Und vermutlich taten sie das auch.
Etwas tief in ihrem Inneren erwachte zum Leben, reckte sich ihm sehnsüchtig entgegen, bot sich ihm an. Etwas, viel mächtiger als alles, was sie zuvor empfunden hatte. Einen Moment lang fürchtete sie sich vor der Intensität dieses Gefühls. Es schien fast so, als schreie ihre Seele seinen Namen.
Nur sehr langsam erinnerte sie sich an den vergangenen Sommer, als sie von James und Sirius zurückgekehrt und ihrer Mutter begegnet war, die sie nur wissend lächelnd gemustert hatte.
„Du hast ihn also gefunden?" hatte ihre Mum gefragt.
Mila hatte nur verwirrt die Stirn gerunzelt und genickt. Aus einer Winzigkeit im Gebaren ihrer Mutter schloss sie jedoch, dass sie nicht auf die Tatsache anspielte, das Sirius endlich wieder relativ wohlbehalten aufgetaucht war.
„Was meinst Du, Mum?"
Ihr Lächeln hatte sich nur vertieft, als sie ihrer Tochter einen Arm um die Schulter gelegt hatte. „Denke immer daran, Mila. Manchmal suchen wir verzweifelt nach dem Schlüssel zum Glück – bevor wir bemerken, dass er steckt."
Ihre Mum mochte solche weisen Sprüche – doch jetzt, hier auf der Tanzfläche, in Sirius Armen machten sie das erste Mal für sie Sinn. Du hast ihn also gefunden …´
Sirius beendete den Kuss und lächelte auf sie hinab. Und mit schmerzlicher Gewissheit wurde Mila in diesem Moment klar: ja, sie hatte ihn gefunden. Den Einen. Ihren Gefährten.
Er selbst hätte am liebsten laut geschrieen vor Freude. Padfood wusste nicht, was geschehen war – er wusste nur, dass er jetzt verflucht noch mal endlich richtig war! Ein winziger Teil von ihm war zwar schockiert darüber, dass ihm diese drei Worte so leicht über die Lippen gekommen waren, der Rest von ihm wiegelte allerdings gekonnt ab. Er hatte es ja nicht wirklich gesagt – er hatte es gesungen. Und beim Barte Merlins, er hatte es auch so gemeint! Jetzt war Mila sein. Und nur sein! Er würde keinen anderen an ihrer Seite dulden. Niemand würde sie ihm mehr wegnehmen!
Sirius spürte, wie sie sich enger an ihn schmiegte und ihre süße Nase an seinem Hals vergrub. Ein leiser, zufriedener Seufzer entfuhr ihr. „Du riechst wahnsinnig gut", murmelte sie leise. Er erwiderte nichts darauf, da sein Blick grade auf James gefallen war, der mit Lily zusammen immer noch am Tisch saß. Er lächelte, zwinkerte und reckte schließlich den Daumen in die Höhe. Und er sah überdeutlich das zufriedene Blitzen in den braunen Augen seines besten Freundes.
Gott, ist das romantisch … Oder zu kitschig? Kommt schon, ich weiß, dass ihr das Kapitel gelesen habt! Also lasst mir eine kurze Review da, okay? Danke schön!
