A/N: Vor diesem Kapitel möchte ich einer meiner Reviewerinen, die sich leider schon länger nicht mehr hat sehen lassen, bedanken. Zeraphine und ihre Großmutter haben sich extra hingesetzt und ein Rezept für den Wolfsbann-Trank erfunden. Herzlichen Dank dafür! Moony wird es Dir niemals vergessen! Das Kapitel widme ich extra Dir, Süße!
Und
natürlich danke ich euch allen für die wunderbaren und zahlreichen
reviews! Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich mal die 200-Marke
sprengen würde! Ihr seid echt der helle Wahnsinn! DANKE!
Pia: Dieses Kapitel sollte Dich interessieren – Heiratsantrag á lá Potter – mit einer Prise Black! Hihihi! Viel Spaß! Und so gaaaanz bierernst ist es auch nicht. (Zwinker!) Die Berufs"wahl" der Marauder bzw. der Mädchen klärt sich jetzt auch. Wie viele Kapitel ich geplant habe, kann ich Dir allerdings gar nicht sagen – ich plane meine Geschichten nicht. Nur soviel – auf meinem Computer befinden sich mittlerweile 40 Kapitel. Und Harry ist grade erst geboren worden. Ich schätze mal, es werden so 50 Stück werden.
Lia: Hallöchen! Ja, nächste FF ist schon geplant. Hauptdarsteller Remus, der endlich auch mal eine richtig tolle Frau abbekommt, damit mich meine treuen Reviewer endlich aufhören zu lynchen, weil er immer noch alleine ist. Plot wird noch nicht verraten, aber allzu lange kann es nicht mehr dauern. Ich bin mit meinem eigentlichen Schreiben ja schon ein ganzes Stück weiter. Mir juckt es auch schon ganz grässlich in den Fingern sie zu schreiben, aber erst möchte ich diese hier beenden. Hoffe, Du schaust dann auch mal rein. (Zwinker!)
Uli: Immer dran denken, dass meine erste Geschichte ja relativ gut ausgeht. Ist momentan auch mein einziger Gedanke, der mich aufrecht hält …
Imobilus: Keine Sorge, Remus Bein wird wieder heil. Und ich entschädige ihn in meiner nächsten Geschichte für alle Qualen! Versprochen! Außerdem hat er ja noch Dich. Und übrigens – bald wirst Du auch an Vollmond mit ihm zusammen sein können … siehe folgendes Kapitel! (Zwinker!)
Sango(-chan): Schön, dass ich Dich für Harry Potter-FanfFiction begeistern konnte. (Zwinker!) Und natürlich herzlich willkommen in unserer erlauchten Runde!
December: Wie ich das liebe, neue Leute zu begrüßen! Hallo! Ich hoffe, dass Du weiterhin mitliest, meine Geschichte genießt und mir ab und zu eine Review dalässt! Herzlich willkommen bei uns!
Neely: Hmmm … verdammt! Sirius, schlag schon mal einen Anti-Verdunstungs-Zauber nach. Ich werde nämlich noch tragischer. Ist eben das Grausame am Krieg. Aber erst mal beherrsche ich mich, damit ihr euch wieder beruhigen könnt.
Kapitel 32
Wenig später waren alle versammelt und Dumbledore hatte eine Runde Zitronenbrause-Bonbons verteilt. Während er selbst genüsslich eines dieser Süßigkeiten lutschte, blickte er schweigend in die Runde. Alle Anwesenden sahen ihm stumm entgegen und Mila konnte sich nicht gegen die Erinnerung an den Abend wehren, als sie Lily von ihrer Familie weg geholt hatte.
„Nun …" der ältere Zauberer lehnte sich mit gefalteten Händen in seinem Sessel zurück. Niemand hatte sich die Mühe gemacht, Stühle zu holen, daher saßen die Mädchen auf dem Schoss von James und Sirius, Remus zwischen den beiden Pärchen. „Vielleicht sollten wir den jungen Black erst einmal auf den Stand der Dinge bringen."
Kurz umschrieb er den ominösen Orden des Phönix, bevor er über seine Halbmondbrille blickte und Sirius mit einem eigenartigen Ausdruck in den Augen fast schon an das Polster hinter ihm zu nageln schien. „Deine Freunde haben ihre Hilfe angeboten, Sirius. Was ist mit Dir?"
Der Anflug eines Lächelns huschte über sein Gesicht.
„Hey, Schwierigkeiten? Ich bin dabei."
Da Dumbledore den Blick aber nicht abwandte, räusperte er sich kurz, nur um dann zu erwidern: „Ihr könnt mich ebenfalls dazu zählen, Professor Dumbledore. Wo meine Freunde hingehen, gehe auch ich hin." Er sprach diese Worte mit so feierlichem Ernst, dass der Direktor von Hogwarts am liebsten breit gelächelt hätte. Er nickte aber nur - mit einem sehr kleinen Lächeln.
„Ich muss zugeben, dass ich nichts anderes erwartet habe. Aber ich bitte euch alle, dieses lästige Professor´ wegzulassen. Ihr seid nun keine Schüler mehr."
Als alle nickten, wandte er sich an James, der die Unterhaltung bisher schweigend verfolgt hatte. „Ich möchte euch um etwas bitten. Und ich möchte euch versichern, dass ich es verstehen könnte, wenn ihr damit nicht einverstanden seid. James, Remus und Sirius waren, wie ihr alle wisst, die besten ihres Jahrgangs."
Remus hatte wenigstens soviel Anstand, bei diesen Worten ein kleines bisschen rot zu werden.
„Nur leider scheidest Du aus, Remus, da Deine Lycantrophie über kurz oder lang ans Licht kommen würde und das Ministerium in dieser Angelegenheit sehr – nun, sagen wir ´eigenwillig´ ist."
„Was hat das Ministerium damit zu tun?" fragte James verwirrt, während er Moony eine Hand auf die Schulter legte, als dieser bei der Erwähnung seiner Lycantrophie niedergeschlagen die Schultern sinken ließ.
„Nun, ihr beide", Dumbledore blickte von ihm zu Sirius und wieder zurück, „möchte ich bitten, Auroren zu werden."
Verblüffung machte sich im Zimmer breit.
„Auroren?" fragte Lily leise. „Warum ausgerechnet Auroren?"
„Nun, durch den Tod der Potters", er machte eine kleine Pause und räusperte sich.
„Dein Dad war unser Verbindungsmann, James. Und bei euren Noten in Verteidigung gegen die dunklen Künste wäre es für euch ein Leichtes, die Auroren-Stelle zu bekommen – und seine Rolle auszufüllen. Außerdem wäret ihr dann befähigt, Remus zu unterrichten."
Moony hob endlich verwirrt den Blick. „Mich?"
Dumbledore nickte. „Ja. Dich, Remus. Du sollst den Rest unsere Leute ausbilden."
Verblüfft sah Moony seinen ehemaligen Schuldirektor an. Er sollte unterrichten? Mila bemerkte zufrieden das erfreute Funkeln in seinen Augen. Unterrichten war etwas, in dem Remus wirklich großartige war. Und das er liebte.
Dumbledore erwiderte zwinkernd sein hastiges Nicken und wandte sich dann den Mädchen zu.
„Nun, Mila, Du tust bereits alles Wichtige", sie spürte, wie Sirius leicht ihre Hand drückte. „Und Lily …"
Die Angesprochene hob abwehrend die Hände. „Ich war nie gut in Verteidigung gegen die dunklen Künste!" erklärte sie scherzhaft. „Ich wäre ein ganz mieser Auror!"
James konnte ein kleines Schmunzeln bei den Worten seiner Freundin nicht verbergen.
Auch Dumbledore kicherte leise bei ihrem offensichtlichen Entsetzen. „Das war es auch nicht, worum ich Dich bitten wollte, meine Liebe. Könntest Du Dir vorstellen, gemeinsam mit Mila die altehrwürdige Ausbildung zur Heilerin zu absolvieren? Ich bewunderte schon immer Deine Fähigkeiten im Zaubertränke-Unterricht."
Lily wurde leicht rot und musste sich verlegen räuspern. „Ähm … Natürlich Prof…." Sie unterbrach sich selbst und lächelte kurz. „Dumbledore", verbesserte sie sich.
„Sehr gut." Der ältere Zauberer erhob sich von seinem Sessel und lächelte in die Runde. „Ich danke euch herzlich, dass ihr dem Orden beistehen wollt. Ihr werdet alle eine große Bereicherung für unsere Sache sein." Er erhob sich und mit einem letzten Blick auf das kleine Grüppchen wandte er sich um.
„In der verbleibenden Zeit, bis eure Ausbildungen beginnen, solltet ihr eure Zeit gut nutzen." Er zwinkerte und warf über die Schulter James einen durchdringenden Blick zu, der daraufhin knallrot anlief. „Private Dinge sollte man niemals auf die lange Bank schieben … Ich wünsche euch eine geruhsame Zeit."
Nachdem Dumbledore mittels Flohpulver wieder verschwunden war, wandte sich Lily fragend an James, der immer noch verlegen aussah.
„Was hat er denn damit gemeint, Schatz?"
„Ähhh", stotterte Prongs. „Ähhhhh … weiß ich auch nicht. Na ja, Du kennst doch Dumbledore, Liebling."
Sirius warf ihm einen überraschten Blick zu. „Du hast immer noch nicht …?" fragte er mit gerunzelter Stirn.
Hastig schob James Lily aus dem Zimmer, nicht allerdings, um Padfood vorher ein „Halt die Klappe!" zuzuraunen. Sirius wandte sich an Remus.
„Der Idiot hat sie immer noch nicht gefragt, ob sie ihn heiratet?"
Bedauernd schüttelte Moony den Kopf. „Nein. Zu seiner Verteidigung ist allerdings zu sagen, dass er mit anderen Dingen beschäftigt war."
Ungeduldig wedelte Sirius mit der Hand und seufzte laut. „Quatsch! Meine Güte, kaum ist man mal ein paar Wochen nicht hier, passiert hier gar nichts mehr! Den Feigling kaufe ich mir!"
„Gib ihm noch ein paar Tage", bat Mila, während sie eine ihrer Hände in seine schummelte. „Er hat wirklich einiges durchgemacht. Lass ihn erst einmal wieder zur Ruhe kommen."
Seufzend sah Sirius zuerst auf ihre Finger, die sich vertrauensvoll mit den seinen verflochten. So unterschiedlich … ihre Hand war klein im Vergleich zu seiner eigenen … Erst dann sah er sie an und lächelte schwach.
„Kommst Du mit mir?" fragte er leise, während er begann, mit dem Daumen sanfte Kreise auf ihre Handfläche zu malen. Sie nickte lächelnd.
„Wo auch immer Du hingehst."
„Gut", war alles, was er darauf antworten konnte, bevor er sie in seine Arme zog und ihre Lippen mit einem sanften Kuss verschloss.
Es war ein strahlend schöner Sommertag. Seltsam, seitdem er sich nach dem Tod seiner Eltern bei seinem besten Freund endlich Luft gemacht hatte, registrierte James dies´ zum ersten Mal. Er saß mit Lily auf der Bank unter dem riesigen Kirschbaum und redete über Belangloses.
Dies´ waren für ihn die schönsten Momente – sie mussten nicht über wichtige Dinge sprechen. Wenn es nach ihm ging, hätte Lily ihm auch die neuesten Zahlen aus Gringotts vorlesen können - Hauptsache, sie war bei ihm und er konnte ihre Stimme hören.
Allerdings – heute wollte er ja über etwas Wichtiges sprechen. Und es hatte nichts mit Geld zu tun. Zumindest nicht in erster Linie.
Bei dem Gedanken, Lily endlich zu bitten seine Frau zu werden, begann sein Herz wild zu trommeln und seine Hände waren schweißfeucht. Was würde er tun, wenn sie nein sagte? Wenn sie ihm gar eröffnete, eigentlich in Padfood verliebt zu sein und ihn, James, nur als Vorwand genommen zu haben, um an ihn ran zu kommen? Er schnitt innerlich selbst eine Grimasse über diesen Gedanken. So ein Käse! Natürlich liebte sie ihn! Und Sirius war mit Mila mehr als glücklich, dass sah ein Blinder. Aber die Unsicherheit blieb …
Apropos Sirius – wenn James es heute wieder nicht auf die Reihe bekam, sie zu fragen, hatte dieser ihm angedroht, ihn im Fluss zu ersäufen. ´Immer noch besser, als von Lily eine Abfuhr zu kassieren´, dachte Prongs lakonisch. Bei Merlin, wo war seine Selbstsicherheit denn plötzlich hin?
„James?"
Er blickte auf, in diese smaragdgrünen Augen, die für ihn die Welt bedeuteten. Lily sah ihn besorgt an.
„Alles in Ordnung, mein Schatz? Du wirkst blass."
Verflucht, sie kannte ihn wirklich zu gut …
„Nein, nein … alles okay", wiegelte er hastig ab. „Was sagtest Du grade?"
Lily nahm nach kurzem Zögern den Gesprächsfaden wieder auf – und James trat sich gedanklich fest in den Hintern! Das wäre die Gelegenheit gewesen! Und er hatte sie nicht genutzt! Er würde sie nie fragen können …
Sirius, der sich das Zögern Prongs nur zu bildlich vorstellen konnte, war in diesem Moment grade dabei, sich von hinten an die Beiden heranzuschleichen. Hinter sich her zog er Mila. Ihr Haar glänzte und hing ihr wirr im Gesicht, und sie trug kurze Hosen und ein T-Shirt, während sie versuchte, Sirius von seinem Vorhaben abzuhalten
„Sirius Black! Auch wenn Du hier seit einem Jahr wie zu Hause bist – lass die Beiden doch endlich in Ruhe! James ist alt genug!"
„Pah, alt genug." Er schnitt eine Fratze. „Außerdem mache ich doch gar nichts! Ich greife diesem Feigling nur ein bisschen unter die Arme. Er will sie ja fragen! Den Ring schleppt er schon seit der Abschlussfeier mit sich herum. Wenn er mir noch einmal vorjammert, dass er nicht weiß, wie er sie fragen soll, fangen meine Ohren an zu bluten!"
Mila musste gegen ihren Willen kichern. Triumphierend grinsend zog Padfood seinen Zauberstab aus der Hosentasche und schwenkte ihn kurz in der Luft. Im nächsten Moment stockte James in der Unterhaltung mit Lily und tastete verwirrt seine Hosentasche ab.
Was zur Hölle …?' Etwas Kleines beulte den Stoff von James Hosentasche aus. Als er begriff, was dort erschienen war, flog sein Blick hinüber zu Sirius. Nein, dass hatte er nicht getan …
Die beiden gestikulierten einen Moment stumm miteinander, was darin endete, dass Sirius wütend in der Luft herumfuchtelte. Ergeben seufzend senkte James den Blick. Er würde sich jeden Moment in die Hosen machen, soviel stand fest …
Langsam steckte er seine Hand in die Hosentasche, ballte die Faust um dieses Etwas, zögerte – und zog es dann endlich hervor, um es mit einem kleinen Lächeln verlegen Lily hinzuhalten. Mila lächelte in sich hinein. Plötzlich wirkte er nicht mehr so lässig wie sonst …
Atemlos starrte Lily auf das kleine Kästchen in seiner Hand. Im nächsten Moment kniete er recht unbeholfen vor ihr und öffnete die kleine Schatulle. Ein funkelnder, weißsilbrig glänzender Ring kam zum Vorschein und eine Sekunde befürchtete Sirius, dass seine beste Freundin ohnmächtig werden würde.
„Lily?" Prongs schluckte so heftig, dass sein Adamsapfel wild hüpfte. "Du … Du weißt, dass ich Dich über alles liebe. Und … ich will nichts mehr, als den Rest meines Lebens mit Dir zu verbringen. Lilian Evans …" Er holte tief Luft. „Willst … willst Du meine Frau werden?"
Lily zögerte einen kurzen Augenblick und James hätte sein gesamtes Vermögen darauf gewettet, dass sie ´nein´ sagen würde. Doch stattdessen rollten plötzlich Tränen der Freude ihre Wange hinunter und sie flog James um den Hals.
„Ja!" schrie sie leise schluchzend. „Ja, ich will Deine Frau werden, James Potter! Ich dachte schon, Du würdest nie fragen!"
Erleichtert schloss er sie fest in seine Arme.
Und nicht nur Prongs sah man die Erleichterung deutlichst an. Auch Sirius ließ die angehaltene Luft entweichen und grinste. Im nächsten Moment zielte er mit seinem Zauberstab in den Himmel und leise Violinen-Musik ertönte, während weiße Blütenblätter auf die Frischverlobten nieder regneten. James grinste dankbar zu ihm hinüber und reckte einen Daumen in die Höhe.
„Na endlich!" schnaubte Sirius und wandte sich zu Mila um. „Siehst Du! Wenn ich nicht eingegriffen hätte, würden sie in 5 Jahren noch hier sitzen."
„Jajaja, Du bist ein Gottesgeschenk, Sirius Black. Wissen wir." Sie zuckte gleichmütig mit den Schultern, nur um schließlich die Hände in die Hüften zu stemmen und ihn übermütig anzufunkeln.
„Du kannst ja richtig romantisch sein!"
„Manchmal", war Sirius vage Antwort. Und im nächsten Moment waren auch die Beiden in einen zärtlichen Kuss vertieft.
Im St. Mungos zu arbeiten, war viel einfacher, wenn Lily bei ihr war. Mila konnte es nicht wirklich benennen, warum, aber es war so. Egal wie schwer die Arbeit gewesen war, Lily wusste immer etwas, womit sie ihre Freundin zum Lachen bringen konnte. Sie war der Sonnenschein der Station, wie eine der Schwestern lächelnd bemerkte.
James und Sirius hatten, wie besprochen, vor ein paar Monaten ihre Aurorenausbildung begonnen und waren natürlich sofort die Klassenbesten. Wer hätte das erwartet …
Ein etwas älterer Auror, Alastor Moody, unterrichtete die Neulinge in Abwehrzaubern, und wurde bald zum privaten Gesprächsthema zwischen den beiden Jungs – wenn man ihren haarsträubenden Geschichten glauben konnte, zeigte dieser Moody keine Angst, sondern stürzte sich in jede erdenkliche Gefahr, völlig unwichtig, ob er dabei Gliedmaßen verlor oder nicht. Beim Abendessen hatte Sirius hellauf begeistert die Geschichte erzählt, wie Moody sein Bein verloren hatte. In allen Einzelheiten. Irgendwann war es Mila zu dumm geworden und sie hatte ihn kurzerhand mit einem Schweigezauber verflucht.
Die nächste Stunde verbrachte er damit, ihr wild gestikulierend zu folgen, damit sie diesen Fluch wieder von ihm nahm. Und als James endlich aufgehört hatte zu lachen – was durchaus seine Zeit gebraucht hatte – und seinem besten Freund zur Hilfe kommen wollte, hatte Mila ihm gedroht, sie würde ihn in einen Teewärmer verwandeln, wenn er es auch nur wagte, nach seinem Zauberstab zu greifen!
Auch war bald ganz Godric Hollow bevölkert mit Menschen, die James oder Sirius während der Ausbildung oder im Ministerium kennen lernten und die hatten durchblicken lassen, dass sie ebenfalls contra Voldemort eingestellt waren. Z.B. waren da die Longbottoms, ein Pärchen, welches mit ihnen zusammen die Schule beendet hatte und die nun ebenfalls Auroren wurde. Oder Kingsley Shaklebolt, ein großer, glatzköpfiger Schwarzer, der zwar auf den ersten Blick durchaus Furcht einflößend aussah, allerdings ein Herz aus Gold besaß. Er wurde immer furchtbar schüchtern, wenn er Mila irgendwo entdeckte ….
Und eines Abends schleppte James dann den ein paar Jahre älteren Arthur Weasley an – einen rothaarigen, sommersprossigen Jungen, ganz eindeutig also ein Weasley! – der im Ministerium in der Abteilung gegen Missbrauch von Muggelartefakten arbeitete und völlig begeistert von allem nichtmagischen war. Seine Frau, Molly, war bereits hochschwanger mit ihrem zweiten Kind. Der kleine Bill, ein quirliger 5-jähriger, war der Liebling aller Frauen und wurde wahlweise entweder voll gestopft mit Süßigkeiten oder von allen Seiten geherzt und geküsst.
Der Orden wuchs schnell. Und Remus, der in den Abendstunden von James und Sirius in ihren Trainingsstunden durch die Mangel gedreht wurde, hatte alle Hände zu tun, um allen Neuankömmlingen gerecht zu werden. Er bildete verbissen jeden aus, der zu ihm kam und trainierte so hart, dass Mila irgendwann den Verdacht äußerte, er würde den nächsten Vollmond vermutlich gar nicht mehr erleben, wenn er sich weiter so verausgabte.
So hart Sirius und James ihn zwar ran nahmen – beide achteten sehr wohl darauf, dass sich ihr Freund nicht verausgabte. Außerdem begleiteten sie ihn in ihrer Animagus-Gestalt erneut bei jedem Vollmond, zusammen mit Peter, der ebenfalls zu einem festen Mitglied des Ordens wurde, allerdings nur sporadisch an den Treffen teil nahm, weil sein neuer Job, über den er nicht gerne sprach, ihn völlig beanspruchte.
Und die Mädchen lernten alles über die Kunst des Heilens. Sie erneuerten Verbände, sprachen schwierige Anti-Dolor-Zauber und lernten alles über die verschiedensten Fluch-Wunden. Doch so richtig ging Lily im Labor des Krankenhauses auf, in dem sowohl altbekannte wie auch neue Zaubertränke gebraut wurden. Sie sog jegliches Wissen in sich auf, dass sie bekommen konnte. Und während Mila sich gelangweilt zu ihren Patienten zurücksehnte, war Lily es, die irgendwann völlig enthusiastisch auf sie zugestürmt kam, eine Rolle Pergament in den Händen haltend.
„Mila, sieh Dir das an!"
Mit einer einzigen Handbewegung fegte sie Milas sortierte Zaubertrank-Fläschchen zur Seite, achtete nicht auf das empörte Schnauben ihrer Freundin und entrollte das Pergament. „Wolfsbanntrank" stand dort in großen Buchstaben geschrieben. Verwirrt runzelte Mila ihre Stirn. Von diesem Trank hatte sie noch nie etwas gehört.
„LIES!" forderte Lily, aufgeregt von einem Fuß auf den anderen tretend. Seufzend nahm Mila das Schriftstück in die Hand.
„Der Wolfsbanntrank ist eine neue medizinische Errungenschaft", stand dort in geschwungenen Buchstaben geschrieben, „die wir Doktor Sephagius Murtigar, einem bekannten Werwolfforscher zu verdanken haben. Seit nun mehr 15 Jahren forscht der Doktor der magischen Fluchbekämpfung unermüdlich an einem Heilmittel der furchtbaren Lycantrophie, die die Betroffenen zu einem grausamen Schattendasein verurteilt."
´Remus´, schoss es Mila unwillkürlich durch den Kopf, bevor sie weiterlas:
„Der neue entdeckte Zaubertrank kann zwar nicht die körperliche Verwandlung stoppen, jedoch ermöglicht er den Betroffenen, bei menschlichem Verstand zu bleiben und so keine nennenswerte Gefahr für Freunde und Familie darzustellen. Allerdings ist die Zubereitung dieses Trankes sehr aufwendig - und wirkliche Ergebnisse liegen in Ermangelung von Freiwilligen noch nicht vor."
„Ist das nicht großartig, Mila?" jubelte Lily, nachdem ihre Freundin die Pergamentrolle zurück auf den Tisch vor sich gelegt hatte. „Remus würde seinen Verstand behalten! Er könnte auch an Vollmond ganz normal im Haus bleiben und wir müssten ihn nicht zusammen mit den anderen Jungs wegsperren."
Mila wies sie mit gerunzelter Stirn an, doch bitte ein wenig leiser zu sprechen, bevor sie mit ihren Augen die immense Liste der Zutaten überflog.
WOLFSBANNTRANK
Eine Alraune
Eine Messerspitze vom gemahlenen
Werwolfzahn
Lorbeer
Murtlap-Essenz
Basilikum
Eine Unze Zimt
Drei Fledermausflügel
7 Zweige des Rosmarins
Eine Drachenschuppe
Pulver vom abgestoßenen Horn
eines Einhorns
Man muss neun Tage vor Vollmond mit den brauen des Trankes beginnen, jeden Tag kommt eine weitere Zutat in den Kessel. Während des gesamten Brau-Vorgangs muss der Trank konstant bei 75°C vor sich hinköcheln. Wenn die Drachenschuppe hinzugefügt wird, muss die Temperatur explosionsartig steigen. Siehe dazu den „Vulkano"-Zauber. Am neunten Tag ist er fertig, der Patient muss allerdings bereits eine Woche vor dem Vollmond mit der Einnahme des gekühlten Trankes beginnen.
„Die Beschaffung der Zutaten ist nicht leicht", gab Mila zu bedenken. Sie teilte den Enthusiasmus ihrer Freundin nicht ganz. Natürlich wünschte sie sich für Remus nicht sehnlicher als die Möglichkeit, in dieser schweren Zeit nicht auch noch eingesperrt zu sein – sie wagte es jedoch nicht, ihn mit diesem möglichen Trank zu enttäuschen. Was, wenn er nicht wirkte? Dieser Doktor Murtigar gab ja selbst zu bedenken, dass es noch nicht oft getestet worden war.
„Und dieser „Vulkano"-Zauber ist auch nicht leicht, Lil."
Ihre Freundin schnaubte nur und nahm ihr die Rolle Pergament ab. „Willst Du ihm das wirklich weiter antun?" fragte sie hitzig.
Mila funkelte sie an. „Natürlich nicht! Aber was ist, wenn es nicht funktioniert?"
„Es WIRD funktionieren!" widersprach Lily mit arrogant hochgezogener Augenbraue. Sie war wirklich schon zu lange mit James zusammen … „Denn ICH werde ihn brauen! Mit Deiner Hilfe!"
Mila schien immer noch nicht völlig überzeugt.
„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", stellte Lily lakonisch fest. „Lass mich nur machen. Und die Zutaten kriegen wir auch!" Sie kramte in ihrer Kitteltasche herum und zauberte einen Schlüssel hervor, der verdächtig nach dem des Vorratsschrankes des Hospitals aussah.
„Du hast nicht wirklich den Schlüssel geklaut, oder?" fragte Mila entsetzt und sah sich hastig um, ob sie jemand beobachtete.
„Nö!" Lily schenkte ihr ein strahlendes Lächeln. „Ich habe mir nur eine Kopie gemacht. Manchmal ist es wirklich gut, einen Marauder als Freund zu haben. Du glaubst ja gar nicht, was James und Sirius alles können."
Ich glaube, dass will ich auch gar nicht …´, dachte ihre Freundin, straffte dann aber die Schultern und nickte. „Okay. Aber nur, wenn Remus einverstanden ist!"
Interessiert uns das? Nee, oder! Moony, es gibt Wolfsbann-Trank, ob Du willst oder nicht! Oder seht ihr das Anders? Reviews, bitte!
