A/N: Okay, Jungs und Mädels! Taschentücher raus! Jetzt wird hemmungslos vor Glück geschluchzt! Viel Spaß!
Remus Bride: Ein Virus, der an uns beiden ja auch nicht spurlos vorbei gegangen ist, was? Hihi!
SilverHoney: Also geplant ist die Geschichte quasi bis zu Sirius Askaban-Inhaftierung. Mal schauen, denn im Moment hänge ich in einem großen, kreativen Loch. Gott sei Dank hab´ ich ja aber ein bisschen vorgearbeitet, damit ihr nicht auf dem Trockenen sitzt. Zu Sirius Heiratsantrag – da muss ich Dich leider enttäuschen. Denn für den musst Du meine erste Geschichte lesen – „Harry Potter und das letzte Gefecht". Hihi! Ätsch!
Uli: Wie Recht Du hast – und wie gut Du Moony kennst … (Zwinker!)
Imobilus: HEY, LANGSAM! Denk´ an sein kaputtes Bein, bevor Du den armen Remus vor Freude umrennst. Zum Thema „hoffnungslos verknallt" … ich hab´ genau gesehen, wie Moony rot geworden ist! Er ist echt einfach nur zum Anknabbern!
Neely: Ob so viele Aggregatzustands-Änderungen gesund sind …? (SMILE!) Das mit dem Nachlesen ist ´ne gute Idee, um sich nochmals ins Gedächtnis zu rufen, dass fast alles dann doch noch irgendwie annähernd gut ausgeht. Muss ich bald wohl auch tun. (Schluchz!) Ich hasse es, kein Happy End haben zu können!
Pia: Das „Nachhelfen" von Sirius bestand letztenendes in einem simplen Accio-Zauber, nach dem er schließlich den Ring in James Hosentasche gehext hat. Oh Gott, habe ich grade wirklich wie McGonnagal geklungen? Hilfe! Na ja, und wenn dann plötzlich was in der Hosentasche ist, was vorher noch nicht da war, merkt man dass eben – auch wenn der Angstschweiß einem bis Oberkante Unterlippe steht. Hihihi! Mit den Weasley-Kindern hast Du mich übrigens erwischt – ich hatte echte Schwierigkeiten, alle unterzubringen. Hab gehofft, dass es so am Rande erwähnt nicht ganz so heftig auffällt.
ClaireBlack: Sorry, aber Remus bleibt bis zur nächsten Geschichte erst einmal solo! Dann wird aber jede Gemeinheit, die ich ihm in dieser Geschichte zu schlucken gegeben habe wieder gut gemacht! Versprochen!
Kapitel 33
Natürlich war Remus einverstanden. Ehrlich gesagt war er Feuer und Flamme, bei der Aussicht keine unkontrollierbare Bestie mehr zu sein. Nur bei Lilys geplanter Besorgungs-Aktion hatte er Bedenken, was sie dazu veranlasste, Mila einen strafenden Blick zuzuwerfen und zu murren: „Siehst Du? Padfood hatte Recht! Wir hätten es ihm gar nicht sagen sollen!"
Also begannen die Beiden, alle Zutaten nach und nach aus den Vorräten des St. Mungos zu stibitzen – Gott sei Dank war der Leiter des Laboratoriums ein steinalter Zauberer, Professor Gutenberg, der trotz Hornbrille kaum etwas sehen konnte und ziemlich vergesslich war. Außerdem hatte er eine Schwäche für die junge, rothaarige Zauberin, die so talentiert in Zaubertränken war … und Lily nutze dies´ schamlos aus!
Nachdem Lily irgendwann mit einer kompletten Brau-Ausstattung in die Umkleide stolziert war und verkündete hatte, dass Professor Gutenberg ihr dies´ geschenkt habe – für heimliche Studien, wie sie grinsend erklärte – musste Mila sich das Lachen schwer verbeißen.
„Wenn Du den armen alten Mann weiter so um den Finger wickelst, werde ich Deinem Verlobten erzählen, dass Du hier schamlos herumflirtest", drohte sie kichernd. Lily kicherte ebenfalls und streckte ihr die Zunge raus. „Wenn Du das machst, erzähle ich Padfood, dass Du heimlich Fotos von seinem Hintern gemacht hast!"
Unwillkürlich lief Mila rot an und Lily prustete los.
9 Tage vor Vollmond begann Lily also mit dem Brauen des Zaubertrankes. Die aufgebaute, kleine Brauerei-Küche wurde im Wohnzimmer von Godric Hollow positioniert und von ihr gehütet wie ein Augapfel. Unermüdlich rührte sie, wog Ingredienzien ab und schien eigentlich überhaupt nicht mehr zu schlafen.
Eine Woche vorher begann Remus dann auch die widerlich stinkende, braune Brühe zu schlucken. Ohne einen Mucks von sich zu geben. Nicht mal Sirius machte sich über den angeekelten Gesichtsausdruck Moonys lustig, was schon einiges heißen sollte.
Das gesamte Haus stank in Kürze nach Schwefel.
Am Abend des Vollmondes saßen alle zusammen im Wohnzimmer von Godric Hollow. Moony hatte grade die letzte Einheit des Trankes hinuntergewürgt, der Keller des Hauses war präpariert, falls etwas nicht funktioniert haben sollte und alle warteten. Als der Mond langsam seinen Zenit erreicht hatte und Remus spürte, dass es nicht mehr lange dauerte, bis die Transformation einsetzen würde, stand er schweigend auf und ging hinunter in den gesicherten Kellerraum.
„Wie finden wir denn heraus, ob der Trank wirkt?" fragte Peter vorsichtig, während er Remus nachschaute. „Uns als Animagi wird er so oder so nicht angreifen."
„Einer von uns muss in seiner menschlichen Gestalt runter gehen. Jemand, den Remus, sollte er auch nur ein Fünkchen seines Bewusstseins behalten haben, niemals angreifen würde", murmelte James.
„Womit ich ausscheide", bemerkte Sirius wenig hilfreich, sich in gespieltem Schmerz die Seite reibend.
„Danke, Padfood", erklärte James und schnitt ihm eine fiese Grimasse. „Du und ich scheiden generell aus, da wir uns verwandeln und ihn nötigenfalls im Zaum halten müssen, bis derjenige, der mit hinunter geht, verschwunden ist."
Wieder senkte sich Schweigen über das Grüppchen, bis Mila plötzlich aufstand.
„Ich mach´ es!"
Sirius wollte protestieren, doch ein Blick von James brachte ihn zum Schweigen. Das war, wie er zugeben musste, die beste Möglichkeit. Mila war die einzige Person gewesen, bei der der Wolf auch nur gezögert hatte, sie anzugreifen. Und Remus könnte sie niemals verletzen!
Er stimme widerwillig zu. „Aber Du bleibst hinter uns, verstanden?" Sie nickte. Als sie an Lily vorbei ging, drückte ihre Freundin ihre Hand.
Unten in dem dunklen Keller angekommen, brauchte es einen Moment, bis sich Milas Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Remus kauerte in einer Ecke, zitternd. Als er Mila entdeckte, fragte er mit schmerzverzerrter Stimme: „Was machst … Du denn … hier?"
„Nach Dir sehen."
Etwas wie ein flüchtiges Lächeln huschte über sein Gesicht, welches aber sofort von einer neuen Schmerzattacke abgelöst wurde. „Kein … schöner Anblick", keuchte er schmerzerfüllt. „Geh!"
Mila schüttelte den Kopf. Hinter ihr spürte sie James, Peter und Sirius die Treppe hinunter kommen. Mit fest geballten Fäusten blieb sie, wo sie war und sah zu, wie einer ihrer besten Freunde den Kampf gegen die Bestie verlor, wie er unter höllischen Qualen vom Mensch in das Tier transformierte. Nur sehr verschwommen nahm sie durch einen Tränenschleier war, dass plötzlich nicht mehr Sirius und James neben ihr standen, sondern der Hund und der Hirsch. Prongs hielt den Kopf gesenkt, da der Kellerraum für sein Geweih nicht hoch genug war.
Keiner der Freunde ließ Moony aus den Augen.
Nachdem die Transformation vollzogen war, brach der Wolf erschöpft zusammen. Peter huschte zwischen Milas Füßen hervor, blieb neben ihm stehen, stellte sich auf die Hinterpfoten und piepste leise. Nur sehr langsam hob der Wolf den Kopf und blickte auf die Ratte dicht neben seinen Vorderpfoten. Erst dann wanderte sein Blick zu Mila.
Er kam langsam auf die Füße und knurrte grollend. Sofort war Padfood vor ihr und kläffte ihn ungehalten an. Der Wolf schien zu stutzen – bevor er den Blick erneut auf Mila richtete. Sie erwiderte ihn, bevor sie leise fragte: „Remus?"
Der Wolf bewegte sich keinen Zentimeter.
„Kannst Du mich hören?"
Als er immer noch nicht auf ihre Worte reagierte, schob sich Mila an Padfood vorbei, ignorierte Prongs Versuch, sie an mit dem Maul an ihrem T-Shirt zu packen und zurückzuziehen und ging auf Moony zu. Er ließ sie nicht aus den Augen. Als sie nur noch einen Schritt von ihm entfernt war, streckte sie eine Hand aus und hielt sie ihm hin. Er zögerte einen Augenblick, bevor er vorsichtig an ihren Fingern schnupperte.
In der nächsten Sekunde hatte sich der riesige Werwolf aufgerichtet und sich auf sie gestürzt. (A/N: Wenn ich fies wäre, würde ich ja jetzt einen Cliff machen … Aber ich bin ja gar nicht so)
Mila entfuhr ein erschrockener Schrei und beide, sowohl Hund wie auch Hirsch machten einen Satz nach vorn, in dem Bestreben ihn von ihr runterzuholen, bevor er zubiss, doch lautes Kichern ließ sie inne halten.
Moony, jetzt eine ganze Etage größer als die junge Frau unter ihm, hatte sie unter sich begraben und schleckte grade ihr gesamtes Gesicht ab. Völlig enthusiastisch wackelte sein Schwanz so heftig, dass der restliche Körper ebenfalls zitterte.
„Remus, lass mich Luft holen!" lachte Mila, in dem sinnlosen Versuch, der feuchten, rauen Zunge zu entgehen. Mehrfache leise ´Plops´ ertönten und Hände griffen nach dem Fell des völlig außer sich geratenen Werwolfs.
„Mann, Moony!" fluchte Sirius laut, während er ihn mit James zusammen von ihr herunterzog. „Irgendwann, das schwöre ich Dir, beiße ich Dir höchst persönlich den Kopf ab!"
Nur sehr widerwillig ließ Remus sich von Mila runterziehen und nahm brav neben James Platz. Sein Freund grinste auf ihn hinunter. „Meine Güte, mit menschlichen Augen betrachtet bist Du sogar noch hässlicher, Moony."
Diese Beleidigung tunlichst ignorierend – dafür war er viel zu froh, dies´ überhaupt als solche erkennen zu können – sah er dabei zu, wie Sirius Mila aushalf und unauffällig nach Verletzungen suchte. Innerlich schnaubte er.
Ich lebe nun schon seit meinem 6. Lebensjahr mit dem Wolf, Padfood! Ich weiß, wie ich Menschen nicht verletze … Na gut, das hier ist eine neue Sichtweise. Aber ich wüsste doch, wenn ich ihr Schaden zugefügt hätte! ´
Nachdem er offensichtlich nichts gefunden hatte – hatte er doch gleich gesagt! – blickte Sirius Mila ins Gesicht. „Iiiiiih, Werwolf-Sabber! Dich küsse ich heute nicht mehr, meine Schatz!"
Sehr zu Moonys diebischer Freude zuckte die junge Frau nur mit den Schultern. „Dann eben nicht, Padfood. Komm, Moony. Wir zeigen Lily ihren Erfolg!"
Mit diesen Worten huschte er hinter ihr die Treppe hoch, zurück ins Wohnzimmer. Als beide dort ankamen, brauchte Lily einen Moment Zeit, um den ungewohnten Anblick eines völlig ausgeglichenen Werwolfs, der mitten in ihrem Wohnzimmer saß, zu verdauen, bevor auch sie aufsprang und Moony jubelnd umarmte. Er hätte die Umarmung gern erwidert, allerdings erwies sich das schwierig – so ohne echte Arme. Daher hechelte er nur zustimmend, in der Hoffnung, sie möge ihn verstehen.
„Ich werde sofort Doktor Murtigar eine Eule schicken, um ihn über unseren Erfolg zu informieren, jubelte sie, während sie schon aus dem Zimmer stürmte, um die Schubladen im Esszimmer nach Pergament und Tinte zu durchsuchen. Mila sah ihr grinsend nach. „Andere junge Frauen würden ihr Hochzeitskleid planen. Unsere Lily schreibt Eulenpost an irgendeinen Werwolfsforscher." Sie beobachtete lächeln, wie Moony zwei-dreimal im Kreis lief und sich dann vor dem Kamin niederließ, dort steckte er sich und gähnte. Kein Wunder, dass viele einen Heidenrespekt vor Werwölfen hatten. Bei den Zähnen …
Mittlerweile waren auch die anderen drei Jungs wieder erschienen und ließen sich auf die Couch fallen. Und nachdem sich Mila schnell das Gesicht gewaschen hatte, ließ sie sich neben Moony auf dem Teppich nieder und kramte in ihrer Tasche nach ihrem Buch. Wie auf Kommando huschten alle durcheinander. James zog die Schuhe aus und fläzte sich auf die Couch, Peter nahm in dem alten Ohrensessel Platz und Sirius machte es sich ebenfalls auf dem Teppich bequem, den Kopf in Milas Schoss. Und während die sich an den warmen Werwolfkörper hinter sich lehnte, begann sie mit ruhiger Stimme zu lesen.
Als Lily eine halbe Stunde später zurückkam – Sebus war bereits auf den Weg zu Doktor Murtigar – bot sich ihr ein sehr friedliches Bild. All ihre Freunde hatten sich um Mila geschart und dösten vor sich hin, während sie ihnen einfach nur etwas vorlas. Einen Augenblick lang blieb sie im Türrahmen stehen und genoss es schlicht, nur stiller Beobachter dieser Szenerie zu sein. Dann schlüpfte auch sie aus ihren Schuhen, stieg über Padfoods ausgestreckte Beine und kletterte schließlich neben James auf die Couch. Er zog sie ohne die Augen zu öffnen in seine Arme.
„Lily, steh´ still!" Leicht genervt huschte Mila jetzt schon seit geschlagenen 10 Minuten hinter ihrer besten Freundin her und versuchte, ihr Haar mit kleinen Spangen in dem eleganten Knoten zu fixieren, den Mila am Hochzeitstag ihrer Freundin gezaubert hatte. Doch Lily tat offenbar ihr Bestes, um es ihr so schwer wie möglich zu machen. Besonders, da sie einfach nicht still sitzen wollte, sondern wie ein gefangenes Tier auf und ab lief.
So langsam war ihre Geduld am Ende! Genauso wie Sirius´, der sie gestern über den Zwei-Wege-Spiegel darüber informiert hatte, dass es heute vermutlich keine Hochzeit geben würde, weil sich James vorher aus lauter Panik aus dem Fenster stürzen würde …
Wütend stampfte sie mit einem Fuß auf. „Lilian Evans, zukünftige Potter! Wenn Du Dich nicht augenblicklich auf den Stuhl hier fallen lässt, schwöre ich, dass ICH James heirate!"
Diese Drohung schien zu wirken, da Lily sie erschrocken musterte und endlich brav Platz nahm.
„Das würdest Du nicht wirklich tun, oder?"
Mila verdrehte die Augen gen Decke, während sie sich wieder dem vollen, dunkelroten Haar vor sich widmete. „Nur, wenn Du beschließt, in letzter Sekunde kalte Füße zu kriegen."
„Und wenn ER kalte Füße kriegt?" fragte sie mit nervös zwischen die Zähne gezogener Unterlippe und ängstlich aufgerissenen Augen. Mila kicherte über diese unwahrscheinliche Möglichkeit. Aber so wie Lily aussah, würde sie nicht auf logische Argumente reagieren …
„Dann heiratest Du Remus", antwortete Mila daher achselzuckend.
Nachdem ihre Freundin einen Moment gebraucht hatte, um zu begreifen, was sie da vorgeschlagen hatte, holte Lily empört Luft.
„Du würdest mir dann nicht mal Sirius überlassen?" fragte sie lauernd.
„Nur in Deinen Träumen!"
Beide sahen sich im Spiegel vor ihnen in die Augen und kicherten los.
„Er wird keine kalten Füße kriegen, Lil", beschwichtigte Milena ihre Freundin mit zwischen die Lippen geklemmten Haarspangen. „Der Mann ist Dir seit dem 3. Schuljahr in Hogwarts mit Körper und Seele verfallen. Er würde eher ohne Zauberstab von der Tower Bridge hüpfen, als Dich heute vor dem Altar stehen zu lassen."
„Hoffentlich hast Du Recht. Moony wäre nämlich nicht wirklich glücklich, wenn er mich heiraten müsste."
Wieder kicherten beide los. „Obwohl er unzweifelhaft richtig dafür angezogen wäre …", seufzte Mila lächelnd. „Hast Du seinen Anzug gesehen? Trägt dieser Mann überhaupt noch was anderes?"
Lily lächelte ihrer Freundin zu. „Danke, dass Du versuchst, mich auf andere Gedanken zu bringen …"
„Gern geschehen."
Endlich war die Frisur perfekt und Mila strich ihr eine letzte Haarsträhne hinter das Ohr. Bei dieser unbeabsichtigten Berührung hielt Mila plötzlich inne. Ein warmes, heftiges Gefühl stahl sich durch ihre Fingerspitzen und ließ ein Bild in ihrem Kopf entstehen. Von großen, grünen Augen, strubbeligen schwarzen Haaren und einem Lächeln, dem niemand widerstehen konnte. Leises Lachen hallte durch ihren Körper und ein verträumtes Lächeln erschien auf ihrem Gesicht.
„Ein Baby?" flüsterte sie leise und traf plötzlich auf den ratlosen Blick Lilys.
„Ein was?" fragte ihre Freundin überrascht.
Mila errötete heftig, biss sich auf die volle Unterlippe und wandte sich um. Die Kommode auf der anderen Seite des Zimmers war plötzlich furchtbar interessant. Doch so leicht ließ ihre beste Freundin sie nicht entwischen.
„MILA! Was hast Du gespürt?" Lily sprang auf und ergriff die Hände ihrer Freundin. „Bin ich …?"
Ihre Freundin biss sich zögernd auf die Unterlippe, während sie sie nicht aus den Augen ließ – aber Mila las einfach zu viel Hoffnung in diesem smaragdgrünen Blick. Was, wenn sie sich irrte? Wenn sie nicht James und Lilys Baby gesehen hatte? Wenn sie sich das Ganze nur eingebildet hatte, weil sie es sich so sehr für die Beiden wünschte … die Vollendung einer wunderbaren, kleinen Familie.
Aber ihr Gefühl hatte sie noch nie betrogen … und es war ein so wunderschönes Baby gewesen!
Seufzend nickte sie schließlich. „Ich glaube schon … Aber bevor Du jetzt völlig ausrastest, Lily, denke bitte daran, dass ich noch nie zuvor …" Ihre Freundin ließ sie nicht mal aussprechen, sondern viel ihr kreischend um den Hals.
„Oh Mila! Ein Baby! Von James! Heute ist der schönste Tag in meinem Leben!" schrie sie begeistert und küsste Mila auf die Wange. „Ich heirate nicht nur den perfekten Mann – ich bekomme auch noch ein Baby von ihm!" Sie hätte vor Freude schreien mögen – obwohl, das tat sie ja grade, oder? Das musste sie James erzählen!
Während Lily wie eine Verrückte durch den Raum hüpfte, öffnete sich leise quietschend die Tür und Peter steckte den Kopf herein. Ratlos blickte er auf das Schauspiel, das ich ihm bot, bevor Mila ihn entdeckte.
„Fertig?" fragte sie ihn lachend.
Peter nickte. „Ich fürchte, wenn wir noch länger warten, bekommt Prongs einen Herzinfarkt", piepste er. Mila packte Lily an der Hand und zog sie kichernd hinter sich her.
Vor dem Portal trafen sie auf Sirius und Remus, die mit Peter zusammen James Trauzeugen sein würden, Dumbledore – der Lily in Ermangelung ihres eigenen bzw. James Vaters an ihn übergeben würde - und zwei jungen Mädchen, die Mila nicht kannte. Irgendwelche entfernte Cousinen.
Sirius strahlte Mila an und bot ihr galant den Arm. Erster Trauzeuge und erste Brautjungfer würden den Tross zum Altar anführen. Er drückte ihr einen kurzen Kuss auf die nackte Schulter, der bereits ausreichte, um ihre Knie weich werden zu lassen – seitdem Sirius einen eigene Wohnung hatte, verbrachte sie fast jede Sekunde mit ihm – und zwinkerte ihr zu.
„Du? Wenn wir schon mal hier sind …."
Mila lachte leise und knuffte ihm in die Seite. „Nichts da, Süßer! Um den hochoffiziellen Antrag kommst Du nicht drum rum!"
Er schnitt eine Grimasse und warf der ziemlich blassen Lily über die Schulter einen beruhigenden Blick zu. „Keine Sorge – James wird an seinem Platz stehen. Ich hab ihn nämlich höchstpersönlich da abgestellt und seine Knie tragen ihn keine zwei Schritte!"
Lily konnte nicht anders, sie musste leise lachen – etwas, dass ihr deutlich ein wenig Farbe in die Wangen trieb. Zufrieden wandte sich Padfood wieder um.
Als leise Musik erklang und die großen Schwingtüren sich öffneten, packte Mila ebenfalls ein wenig Nervosität. Sie spürte Sirius Finger auf ihrem Arm, warm und beruhigend, schluckte und setzte sich dann in Bewegung. Es war letzten Endes einfacher, als sie gedacht hatte.
Während sie mit diesem Bild von einem Mann den Mittelgang entlang schritt – ´Gott, hat dieser Kerl einen Knackarsch in dieser Hose … okay, reiß Dich zusammen, Milena Elisabeth! Du bist hier auf einer Hochzeit! Und nicht in einem billigen Stripclub.´ - heftete sie ihren Blick auf James, der nervös vor dem Altar wartete und verzweifelt immer wieder an der Prozession vorbei schielte, um einen beruhigenden Blick auf seine Braut werfen zu können. Er konnte einem wirklich Leid tun.
Sie lächelte ihn strahlend an, und während sie und Sirius sich trennten – er nahm seinen Platz rechts hinter James ein, während sie nach links musste – raunte sie ihm leise zu: „Hey! Sie liebt Dich!"
Ein kleines, dankbares Lächeln war ihr Lohn, bevor auch die letzten Brautjungfern und Trauzeugen ihre Plätze eingenommen hatten. Gespannt wandten sich alle Augen zurück zu der großen Schwingtür, die noch einen winzigen Moment leer blieb – okay, James würde entweder wirklich einen Herzinfarkt bekommen oder sich hier und jetzt vor Nervosität übergeben – bevor Dumbledore mit Lily darin erschien.
James angespanntes Gesicht wurde weich, als er sie entdeckte und Mila wurde bei dem glühenden Blick, den die beiden tauschten, fast ein wenig neidisch. Sie waren so ein schönes Paar. Ihr Blick stahl sich fort von dem Brautpaar, hinüber zu Sirius, der sie zärtlich anlächelte. Vielleicht war sein Vorschlag ja doch nicht so schlecht … der Pfarrer war immerhin schon da und ob er nun ein oder zwei Paare verheiratete, war doch völlig egal.
Lily schien den Mittelgang hinunter zu schweben und James spürte, wie sein ganzer Körper sich anspannte, ihn aufforderte ihr entgegenzugehen, sie in seine Arme zu nehmen und einfach nie wieder gehen zu lassen.
Wie lange waren sie getrennt gewesen? Zwei Tage? Zwei verdammte Tage, in denen er die Hölle durchgemacht hatte. Aber jetzt würde alles gut werden. Jetzt würde sie sein werden, für jetzt und in alle Ewigkeit.
Fast schon besitzergreifend umschloss er ihre Hand mit der seinen und hörte nur mit halbem Ohr zu, was der Pater vor ihm über Treue und Liebe faselte. Es war nicht wichtig. Sie war hier bei ihm. Was sonst konnte noch zählen?
„Wer spricht für den Bräutigam?" fragte der Pater, dem alten Ritual der Eheschließung folgend. In diesem Teil der Zeremonie würden ein Bruder des Bräutigams und eine Schwester der Braut sich für das Paar verbürgen.
„Ich", erwiderte Sirius, als James erwählter Bruder, mit ruhiger Stimme.
„Schwörst Du, Sirius Black, dass der hier anwesende James Potter würdig ist, diese Ehe zu schließen und alles in seiner Macht stehende tun wird, um seine Frau zu schützen? Würde er sein Leben für sie geben?"
„Ja!"
„Und wer spricht für die Braut?"
„Ich", verkündete nun Mila, die erwählte Schwester Lilys.
„Schwörst Du, Milena Elisabeth Laundry, dass die hier anwesende Lilian Evans ihrem Mann zur Seite stehen wird und alles in ihrer Macht stehende tun wird, um sich würdig zu erweisen, seinen Namen zu tragen?"
„Ja!"
„Eure Familien sind also mit dieser Eheschließung einverstanden?"
Beide nickten und Mila kämpfte mit einem dicken Kloß in ihrem Hals. James und Lily hatten sie beide für dieses Ritual gewählt, und so die Familienbande zwischen ihnen noch mehr gefestigt als sie ohnehin schon waren. Petunia war zwar zur Hochzeit eingeladen worden, aber wie erwartet nicht erschienen.
„Nun gut. James Potter. Ist diese Frau hier würdig, von Dir erwählt zu werden und bist Du bereit, sie mit dem uralten Schutz des Blutes zu schützen? Willst Du sie lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, in Krankheit und Gesundheit, bis das der Tod euch scheidet?"
Ein Rippenstoß von Sirius brachte James abrupt in die Realität zurück. Er war völlig in ihren Augen versunken gewesen. Blinzelnd starrte er den Geistlichen an, der mit erhobener Augenbraue auf etwas zu warten schien.
Oh! Oooh!
„Ich will", stammelte er hastig und konnte sehr gut das glucksende Lachen von Sirius und Remus hinter ihm hören.
´Na wartet, meine Freunde, wollen doch mal sehen, ob es euch besser ergehen wird …´
Er spürte Lilys Fingerspitzen auf seiner Handfläche und lächelte sie an. Der Pater nickte zufrieden.
„Und willst Du, Lilian Evans, das Geschenk, dass dieser Mann Dir gewährt, annehmen, ihn lieben und ehren, in guten wie in schlechten Zeiten, in Gesundheit und Krankheit, so lange bis der Tod euch scheidet?"
„Ich will."
Ihre Stimme klang so viel sicherer als seine eigene. Und er liebte sie so abgöttisch dafür!
„Nun denn …" Der Pater lächelte von einem zum Anderen und verkündete dann mit lauter Stimme zu den restlichen Gästen gewandt. „Was Magie zusammenschmiedet, wird vereint bleiben bis ans Ende aller Zeiten." Er hob den Zauberstab und für eine Sekunde schien sich einen unsichtbare Wand um die beiden zu schließen.
„Sie dürfen Ihre Braut jetzt küssen. Herzlichen Glückwunsch, Mr. und Mrs. Potter!"
Ohrenbetäubender Jubel brach aus, während James Lily endlich in seine Arme zog und sie küsste.
Klar, dass er das gehört hatte …´, schoss es Sirius grinsend durch den Kopf.
James ergriff Lilys Hand und zog sie lachend aus der Kirche hinaus. Der Rest folgte ihnen etwas gemessener.
Hach! Schluchz! Ich werde mir schnell noch eine neue Packung Taschentücher holen ... Und ihr streichelt in der Zwischenzeit das Knöpfchen?
