A/N: Okay, wer meine erste Geschichte kennt, der kennt auch den größten Teil dieses Kapitels. Also nicht wundern, wenn es euch bekannt vorkommt. Und ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß daran und genießt es!

Remus Bride: Na, da wird man doch fast eifersüchtig auf das Review-Knöpfchen! Wenn der arme Remus davon erfährt … Ich sehe schon, ich muss wieder eine Extraschicht „Trösten" einlegen. Der arme Mann! (SMILE!)

Imobilus: Hier hast Du ein Taschetuch. Mit meiner treuen Reviewerin teile ich doch immer! Na ja, und wenn Remus einmal schick gemacht ist … Remus J. Lupin, wollen Sie die hier Anwesende anbetungswürdige Frau zu ihrer Frau machen, sie lieben und ehren ….

Pia: Klar kriegen die Potters alles von mir! Unsere gemeinsame Zeit ist ja leider so schrecklich begrenzt! (Schluchz!) Voldemort, Du Monster! Ich werde mich dann aber ab jetzt das „FanFiction-Überraschungsei" nennen – drei Dinge in einem: Lachen, Schluchzen und Romantik! Pah, wo ist mein Pulitzer-Preis? (Zwinker!)

Neely: Hm, meine Beta-Leserin hat vermutlich Recht – ich sollte wirklich Wedding-Planer werden! Hihi! Und Deine Review war vollkommen ausreichend!

SilverHoney: Auch ein Taschentuch für Dich – irgendwann stelle ich den Antrag, dass Tempo mich sponsert, ich steigere nämlich momentan ganz erheblich ihren Umsatz. (Smile!) Du wirst Dich allerdings entscheiden müssen – James ODER Sirius! Die Beiden teilen nämlich nicht gern …

ClaireBlack: Da muss ich Dich leider enttäuschen, Remus ist alles andere als über Mila hinweg. Er hat sich nur so gut es geht mit der Situation arrangiert. Aber dazu komme ich dann später noch ausführlich …

Kapitel 34

„Und Du willst dieses skandalöse Kleid wirklich tragen?" fragte Sirius mit anzüglich gehobener Augenbraue. Nicht, dass er etwas dagegen gehabt hätte.

„Ja, will ich!" erklärte Mila lächelnd, während sie den seitlichen Reißverschluss ihrer Corsage hoch zog. „Hast Du etwas dagegen, mein knackiger Animagus?"

Er schüttelte nur den Kopf und sah ihr dabei zu, wie sie schließlich auch das letzte Stückchen halterlosen Strumpf über ihren Oberschenkel rollte. Wenn sie so weiter machte, würden sie es nicht bis zur Bühne schaffen, sondern er würde sie hier in diesem winzigen, provisorischen Umkleideraum vernaschen!

„Seid ihr fertig?" Remus steckte den Kopf durch die Tür und musste heftig schlucken, als er Mila in diesem tief ausgeschnittenen, roten Kleid sah.

„Roll die Zunge ein, Moony!" Sirius bedachte ihn mit einem strafenden Blick und er hob abwehrend die Hände. „Schon gut, schon gut, ich werde nicht hinsehen. Obwohl ich das für die restlichen Männer da draußen nicht versprechen würde. Nicht, dass James sich sofort wieder scheiden lässt, wenn er Dich so sieht, Mila!"

Mila kicherte leise und zwinkerte ihn an. „Ich denke, da besteht keine Gefahr. Wahrscheinlich schenkt er uns so viel Aufmerksamkeit, wie dem Pater heute."

Beide Männer lachten leise. „Hey, Du musst ihm nur das Richtige sagen, dann hört er auch zu. Die Sache mit dem Kuss hat er sehr wohl vernommen", gab Sirius zu bedenken, während Mila in ihre Schuhe schlüpfte.

„Scheint ein Manko zu sein, wenn man zu den Maraudern gehört – ein recht selektives Gehör!"

„HEY!" protestierten beide.

Mila winkte nur ab.

„Nun, Mr. Lupin – würden Sie uns wohl ankündigen?"


Alle drei verließen den Raum und schlüpften zurück in das riesige, weiße Zelt, in dem die Hochzeitsgesellschaft wartete. Hunderte von Menschen waren nun um sie herum, alle in festlicher Kleidung. Lily, ein paar Schritte von ihnen entfernt, trug immer noch ihr weißes, ausladendes Kleid mit Spitze und strahlte James an, der zurücklächelte.

Schnell huschten die drei Freunde zu der kleinen Bühne in der Mitte des Zeltes. Als plötzlich das Licht erlosch, wandten sich sowohl James wie auch Lily überrascht um. Nur Sekunden später erhellte es die kleine Bühne und alle Beteiligten schwiegen gespannt.

Sirius, jetzt in einen dunklen Smoking gekleidet, betrat die Bühne, gefolgt von Mila – in diesem recht skandalösen Kleid! Das Oberteil war ein schlichtes, leuchtend rotes Korsett, was in einem ebenso roten Can Can-Rock überging. Beides war mit schwarzer Spitze besetzt, welche Milas Taille und ihre Brüste betonten – und ihren Rücken fast gänzlich frei ließ.

Als James seine beste Freundin so sah, prustete er den Schluck Wein, den er grade getrunken hatte, beinah quer über den Tisch. Lily musste ihm lachend heftig auf den Rücken klopfen, damit er nicht daran erstickte. Remus, der nun ins Scheinwerferlicht vor die beiden trat, bemerkte diesen halben Erstickungsanfall James´ zufrieden grinsend.

Sirius und Mila hatten beschlossen ein Duett aus Lilys Lieblingsfilm für die Hochzeit zu wählen – „Moulin Rouge". Und das, obwohl er mehrfach seine Bedenken geäußert, dass dieses Thema wohl kaum geeignet für eine Hochzeit sei. Doch nachdem er das Kostüm gesehen hatte, war er recht schnell damit einverstanden gewesen.

Remus lächelte in die gespannten Gesichter, bis er sich zum Brautpaar umwandte und sich elegant besonders vor Lily verbeugte. „Meine Herrschaften", grüßte er galant und zwinkerte. „Ich hoffe ihnen wird unser Unterhaltungsprogramm gefallen. Willkommen – im Moulin Rouge!" Er verließ die Bühne und machte so den Blick auf die zwei Sänger frei. Sirius sprach als Erster:

Love is a many splended thing
Love lifts us up where we belong
All you need is love"

Mila, die Hände in die Hüften gestemmt, maß ihn mit einem abschätzigen Blick und verkündete:

"Please dont, stop that again"

Doch Sirius ignorierte ihren Einwand. Etwas zu theatralisch warf er sich in die Brust, schenkte ihr ein umwerfendes Lächeln und verkündete nun singend – und zwar sehr schief:

All you need is love"

Mila war wenig beeindruckt und warf ein:

"A Girl has got to eat!"

Er versuchte es weiter:

All you need is love"

Jetzt nahm ihr Gesicht einen fast genervten Ausdruck an, während sie seinen Arm ergriff und ihn ein wenig zur Seite schob. Verzweifelt versuchte sie ihn zum Schweigen zu bringen, damit ihn niemand hörte:

"Shall I end up on the street?"

fragte sie nun leicht entnervt. Wieder war Sirius dran, der vor ihr auf die Knie sank:

"All you need is loooove"

Sie gab ein abfälliges Geräusch von sich und wandte ihm den aufreizend unbekleideten Rücken zu:

"Love is just a game"

Doch so leicht ließ sich Sirius nicht abweisen. Er sprang auf die Füße und packte Mila am Handgelenk. Jetzt klang seine Stimme deutlich voller und bestimmter:

I was made for loving you baby
You were made for loving me"

Doch Mila lachte nur schnippisch, hob eine Augenbraue und antwortete mit kokettem Blick in James Richtung:

"The only way of loving me, baby, is to pay a lovely feed"

James grinste über das ganze Gesicht und er schien allen ernstes nach Geld in seiner Hosentasche zu kramen – etwas, dass ihm einen unsanften Boxer gegen den Oberarm von seiner Frau einbrachte. Eine Sekunde lang schien Sirius Charaktere von Milas Worten fast ein wenig schockiert zu sein, doch dann fing er sich und verlegte sich nun aufs Bitten. Der aufbrandende Applaus erstickte fast seinen Gesang:

"Just one night, just one night"

Überzeugend gespielte Überraschung lag jetzt in Milas Lachen und ihr Blick schien zu sagen, dass er vollkommen verrückt sein musste. Ihre Worte bestätigten dies:

"Theres no way cause you cant pay"

Jetzt bat Sirius ganz offen, während er sie näher an sich zog. Beide schienen in ihren Rollen völlig gefangen:

"In the name of love
All night in the name of love"

Mila schüttelte vehement den Kopf und versuchte ihm erneut zu entkommen:

"You crazy fool
I wont give in to you"

Doch wieder hielt Sirius sie zurück und sah ihr tief in die Augen:

"Dont!

Seine Stimme war fast nur noch ein Streicheln:

- leave me this way
I cant survive
Without your sweet love
Oh baby, dont leave me this way"

Die folgenden Worte Milas waren an niemand Bestimmtes gerichtet. Sie wandte das Gesicht ab und sang, wie zu sich selbst:

"You think that people would have had enough of silly love songs"

Sirius lächelte und schwenkte sie im Kreis. Er richtete seinen Blick nun genau auf Lily, die eng umschlungen mit ihrem Mann an ihrem Tisch saß und ihnen gebannt zusah. Sie zwinkerte Sirius verschwörerisch zu:

"I look around me and I see it isn´t so
Haha, no!"

Er grinste. Milas Stimme wurde nun leiser, sie sah zu Boden. Bei ihren nächsten Worten klang sie furchtbar verletzt:

"Some people wanna fill a while with silly love songs"

Er umarmte sie nun und schien ihr leise ins Ohr zu flüstern:

"Well, whats wrong with that?
I´d like to know
´Couse here I go agaaain!"

Seine Stimme schwoll bei den letzten Worten an:

"Love lift us up where we belong
Where eagles fly
On a mountain high"

Mila aber entzog sich wütend Sirius Umarmung und wandte sich zu ihm um:

"Love makes us sad like we are fools
Throw our lifes away for one happy day"

Sirius schmetterte immer noch:

"We can be heros
Just for one day"

Die Musik nahm jetzt einen stampfenden Rhythmus an, während Mila wie ein gefangenes Tier begann auf und ab zu laufen. Immer wieder warf sie ihm Blicke zu. Sie schien hin- und hergerissen:

"You! You will be mean"

Sirius schüttelte lächelnd den Kopf, während er ihr nachsah:

"No, I won´t!"

Mila hatte in ihrer Wanderung nicht inne gehalten:

"And I – I drink over times"

Sirius strahlte sie an, als er sang:

"We should be lovers"

Doch Mila schien immer noch nicht überzeugt. Müde rieb sie sich die Stirn:

"We can´t do that"

Daher wiederholte er es, jetzt bestimmter. Außerdem hielt er sie an den Schultern fest und sah ihr wieder tief in die Augen:

"We should be lovers and that´s a fact!"

Immer noch versuchte Mila ihm zu widersprechen, dieses Mal aber weniger energisch, eher flehend, als ob sie darum bat, dass er sie verstand:

"No, nothing will keep us together"

Doch Sirius ließ sich nicht einschüchtern. Lächelnd verkündete er:

"We can still try, just for one day"

Und nun schien auch langsam Mila nachzugeben. Ein kleines Lächeln lag auf ihren Lippen, während sie ihm in die Augen sah und beide im Duett sangen:

"We could be heros, forever and ever
We could be heros, forever and ever
We could be heros"

Nun kam Sirius großes Finale. Er zog Mila in seine Umarmung, sodass ihre Lippen nur noch Zentimeter voneinander entfernt waren:

"Just because I will always love you"

Mila sang es ihm nach, beendete die Zeile aber nicht ganz:

"I will always love"

Aber Sirius beendete sie. Ganz dicht vor ihr sang er leise das noch fehlende Wort:

"You"

Seine Stimme jagte so manch einem Hochzeitsgast eine Gänsehaut über den Rücken. Mila lächelte zärtlich, beide waren völlig versunken in den Augen des Anderen. Und als schon alle dachten, dass Mila wohl ihren Text vergessen hatte – bei Sirius glühendem Blick wäre es durchaus verständlich gewesen – beendeten sie das Lied doch noch. Mit einer seidenweichen Stimme:

"How wonderful life is
Now youre in the one!"

Als die letzten Töne verklangen, überwand Sirius die letzten Zentimeter zwischen ihnen. Mila fest in seine Arme ziehend, küsste er sie hungrig. Erst als viele der Gäste aufsprangen und wie verrückt begeistert zu klatschen anfingen – und Lily sogar in ihrem Hochzeitskleid auf ihren Stuhl kletterte, um einen anerkennenden Pfiff auszustoßen - fanden beide zurück in die Realität.

Mila sah leicht verlegen zu Sirius auf, der ebenfalls wirkte als wäre er grade erst aus einer Trance aufgewacht. Doch der Applaus nahm nicht ab – und als Sirius Mila angrinste, sie nach hinten über seinen Arm warf und ihr noch einen richtig theatralischen Theaterkuss verpasste, brachen wahre Jubelstürme aus.


Während Mila und Sirius zurück in den Ankleideraum huschten – sie, um dieses freizügige Kleid loszuwerden und er, um ihr dabei zu „helfen", wurden Lily und James sofort wieder von den anderen Gästen belagert – beide wirkten mittlerweile ziemlich erschöpft.

Verdammt, dass ist mein Hochzeitstag und ich hatte noch keine Sekunde Zeit, meine Frau ausgiebigst zu küssen!' schoss es James missmutig durch den Kopf. ´Schluss damit!'

Er stand auf, lächelte die Belagerer freundlich an, entschuldigte sich, griff nach der Hand seiner Frau und zog sie kurzerhand aus dem großen, weißen Zelt, in dem die Hochzeit stattfand, hinaus in die kühle Oktober-Luft.

Er schaffte es grade noch, sie um eine Ecke zu bugsieren, bevor er nicht mehr anders konnte – er küsste sie so gründlich, dass Lily sich nach einer halben Ewigkeit nur leise keuchend von ihm lösen konnte. Zärtlich strich er ihr über die Wange.

„Ich danke Dir", flüsterte er leise und lächelte auf sie hinab.

„Wofür?" fragte Lily. Auch sie strahlte.

"Für diesen Tag. Diese Hochzeit. Dafür, dass Du wirklich meine Frau geworden bist."

"Hast Du daran etwa gezweifelt?" Vorsichtig zupfte sie seinen Kragen zu Recht, eine überflüssige Handlung. Aber sie musste ihn einfach berühren – ihren Mann.

James verdrehte die Augen. "Na ja … Mein Trauzeuge hatte seine Zweifel!"

Lilys glockenklares Lachen erklang. "Das wäre auch ein Wunder gewesen, wenn Sirius nicht versucht hätte, Dir eins auszuwischen."

James zuckte nur gleichmütig mit den Schultern und legte den Kopf schief. „Das verzeihe ich ihm – schließlich hat er mir danach geschworen, dass er Dich wenn nötig gewaltsam vor den Altar zerren würde, solltest Du versuchen zu türmen."

„Wie Mila. Sie hat mir gedroht, dass sie Dich heiratet, wenn ich irgendeinen Unsinn planen würde." Wieder lachte sie leise. „Warum denken nur alle, dass ich diejenige wäre, die gekniffen hätte?"

„Hmmm … Weil Du eigentlich viel zu gut für mich bist und ich Trottel Dir erstens völlig verfallen bin und Dich zweitens nicht verdient habe?" überlegte er lächelnd. „Tja, das wäre natürlich ein Argument. Die Vertrauensschülerin und der größte Unruhestifter Hogwarts …"

James lächelte und beugte sich erneut zu ihr hinab um sie zu küssen, aber sie legte ihm einen Finger auf die Lippen. Unwillkürlich erinnerte sie sich daran, was Mila ihr heute Morgen klar gemacht hatte. Ein Baby. Ein wunderschönes Baby – von ihm …

„James?"

„Hm?"

Sie zögerte einen Moment, ihre Hand strich fast gedankenverloren über ihren Bauch.

„Ich glaube ..."

Tief Luft holend platzte sie schließlich einfach mit der Neuigkeit heraus. „Ich bin schwanger, James."

Seine Augen zuckten erst über ihr Gesicht, dann zu der Hand, die Lily schützend über ihren Bauch gelegt hielt.

„Schwanger?" Seine Stimme klang eigenartig, fassungslos. Wieso eigentlich? Es war schon eine Ewigkeit her, dass sie einen Anti-Pater-Zauber benutzt hatten. Er würde Vater werden … Vater!

Im nächsten Moment hatte er sie gepackt, hochgehoben und wirbelte sie im Kreis herum. Er schrie seine Freude so laut heraus, dass einige der Gäste neugierig nach draußen strömten um zu sehen, was ihn so erfreut hatte.

James verpasste Lily einen heftigen Kuss und drückte sie so fest es ging an sich. Etwas, was Lily nur zu gern über sich ergehen zu lassen schien.

Blicklos starrte James einen Augenblick in die Nacht hinaus. Er konnte seinen kleinen Jungen fast sehen. Er wusste selbst nicht, warum, aber aus irgendeinem Grund war er sich sicher, dass es ein Sohn werden würde. "Mein Kind", flüsterte er ehrfürchtig, bevor er den Blick erneut auf die Frau in seinen Armen senkte. Er war definitiv der glücklichste Mensch aller Zeiten!

In diesem Augenblick stürmte Remus aus dem Zelt auf das Brautpaar zu. „Hey, ihr zwei! Noch dürft ihr nicht durchbrennen! Erst wollen wir den ersten gemeinsamen Tanz sehen."

Seufzend ließ sich James von seiner Frau zurück ins Zelt ziehen. Lily ging zielstrebig auf die kleine Bühne zu, auf der Sirius und Mila, nun wieder in ihrem dunkelblauen Brautjungfern-Kleid, auf sie warteten. Leise Musik erklang und er zwinkerte James und Lily zu.

„Wenn er Dir zu sehr auf die Füße tritt, gib mir ein Zeichen, Lily! Dann singen wir schneller", erklärte er. Viele lachten über seinen Scherz, während James ihm vielsagend die Zunge herausstreckte. Als er seine Frau endlich in seine Arme zog, begannen beide leise zu der nun erklingenden Musik zu singen:

Never knew I could feel like this
Like I've never seen the sky before
Want to vanish inside your kiss
Every day I love you more and more
Listen to my heart, can you hear it sing
Telling me to give you everything
Seasons may change from winter to spring
But I love you until the end of time

Come what may
Come what may
I will love you until my dying day

Lily schmiegte sich eng an ihn, ließ sich von seiner Nähe gefangen nehmen und wünschte sich in diesem Moment nur eins – dass es immer so bleiben möge. Keiner konnte ahnen, dass ihre Zeit bereits begann zwischen ihren Fingern zu verrinnen.


Der Direktor von Hogwarts seufzte, während er den Eberkopf, eine finstere Taverne mitten in Hogsmeade, betrat. Er war grade erst von der Hochzeit der Potters zurückgekehrt und eigentlich sträubte sich alles in ihm gegen das Bewerbungsgespräch, das ihn erwartete.

Wahrsagen.

Nun, er hatte sicherlich viel Verständnis und schätzte die Kunst der Wahrsagerei natürlich – was für ein Zauberer wäre er gewesen, wenn er dies´ nicht täte – aber es gab nicht viele, die darin wirklich begabt waren. Sollte diese eigentlich höchst viel versprechende Bewerberin ihn aber erneut enttäuschen, dann würde er dieses Fach schlichtweg aus dem Lehrplan streichen.

Als er eintrat, richtete sich sein Blick fast automatisch auf die junge Frau an einem der Nebentische.

Sybill Trelawney.

Ihre Augen waren hinter einer Brille verborgen, die sie furchtbar vergrößerten, während ihre dürre Gestalt von mehreren Lagen schillernder Schals umwickelt war. Sie wirkte wie ein riesiges Insekt, wie sie so dasaß und ihr Glas Butterbier umklammerte. Unablässig bewegten sich ihre Lippen.

Seufzend ging Dumbledore auf sie zu und begann das Gespräch. Bereits nach 5 Minuten war ihm klar, dass diese Frau nicht mal eine Spur von Begabung für die Wahrsagerei aufwies – und das sagte er ihr auch. Natürlich nicht direkt, sondern höchst diplomatisch, wie er es immer tat. Sie begann daraufhin höchst theatralisch zu schluchzen und Dumbledore beschloss seufzend, ihr zu helfen, im Dorf eine geeignetere Anstellung zu finden.

Ungefähr 10 Minuten später begleitete er die nun regelmäßig hicksende Sibyll Trelawney aus der Taverne, ihre wenigen Habseligkeiten – eine Kristallkugel und eine recht kleine Tasche – vor sich her schwebend.

Grade als die Tür hinter ihnen ins Schloss fiel, stolperte die Arme prompt und Dumbledore blieb nichts übrig, als sie zu stützen. In dem Augenblick, in dem er ihr eine Hand reichte, wurde sie plötzlich steif und starrte ihn durch ihre Brille hindurch mit aufgerissenen Augen an.

Der Eine, mit der Macht den dunklen Lord zu besiegen, wird kommen.

Jenen geboren, die ihm 3x die Stirn geboten haben, geboren, wenn der 7. Monat stirbt.

Und der dunkle Lord wird ihn als sich ebenbürtig kennzeichnen, aber Er wird eine Macht besitzen, die der dunkle Lord nicht kennt.

Und der Eine muss von der Hand des Anderen sterben, denn keiner kann leben während der Andere überlebt.

Der Eine mit der Macht, den dunklen Lord zu besiegen, wird geboren werden, wenn der 7. Monat stirbt …"

Überrascht über den plötzlichen Wandel ihrer Stimme lauschte Dumbledore ihren Worten und sah zu, wie sie für einen kurzen Augenblick ohnmächtig wurde, nur um wieder zu sich zu kommen, und ihn aus ihren riesigen Augen anzustarren.

„Verzeihen Sie, Dumbledore", hauchte sie wieder mit ihrer normalen, leicht ätherisch angehauchten Stimme. „Es muss ein Schwächeanfall gewesen sein. Die Nerven."

Sie schien sich an keines der Worte ihrer eben ausgestoßenen Prophezeiung zu erinnern. Aber in Dumbledores Kopf schlugen sie Wurzeln. Er hatte vor Jahren gelernt, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen – und genau dieses sagte ihm jetzt, dass es besser wäre, Miss Trelawney doch als Lehrerin in Hogwarts einzustellen …


„Und Du bist sicher, dass Du arbeiten kannst?" Besorgt musterte James seine Frau, während sie sich die langen schimmernd-roten Haare zu einem lockeren Pferdeschwanz band und ihn im Spiegel einen genervten Blick zuwarf.

„Natürlich werde ich arbeiten gehen."

„Aber Du hast Dich schließlich zwei Mal übergeben!"

„So ist das eben, bei dieser Morgenübelkeit, mein Schatz."

Geknickt sah ihr Mann ihr dabei zu, wie sie nach Tasche und Jacke griff. Seit er von ihrer Schwangerschaft wusste, behandelte er sie wie ein rohes Ei. Und es nervte sie furchtbar.

„Geh´ Du Deine Bösewichte verhauen – und ich werde Dich und Deine Jungs dann wieder zusammenflicken, okay?"

Etwas wie ein angedeutetes Lächeln huschte über sein Gesicht, bevor er wieder leise seufzte. „Ich mache mir einfach Sorgen um Dich, Lil."

Die Angriffe dieser Todesser wurden schließlich immer dreister. Erst gestern hatten sie eine Muggel-Grundschule angegriffen und viele der Kinder schwer verletzt. In der Muggel-Presse hatte es geheißen, die Gasheizung sei explodiert.

Aber er war da gewesen. Er hatte einen kleinen 6-jährigen Jungen aus dem Schutt gezogen und nur daran denken können, dass es vielleicht irgendwann sein Sohn sein könnte.

Lily wusste nichts davon. Er wollte sie nicht aufregen …

„Und das von dem Mann, der sich ständig mit Todessern rumprügelt", murmelte sie nur leise.

Betont optimistisch stülpte sie sich eine Mütze auf den Kopf und lächelte ihn an. „Gibst Du Ruhe, wenn ich Dir verspreche, Dich sofort zu informieren, wenn irgendetwas passieren sollte?"

Er nickte und reichte ihr etwas in Stoff eingeschlagenem. Verwirrt wickelte sie das kleine Päckchen auseinander und fand den Zwei-Wege-Spiegel darin.

„Nimm ihn einfach mit, okay?"

Sie verpackte ihn sorgfältig und steckte ihn in ihre Tasche. „Zufrieden, Mr. Potter?"

„Jawohl, Mrs. Potter."

„Ich mag es, wenn Du mich so nennst", murmelte sie lächelnd und verschloss seine Lippen zu einem Abschiedskuss. „Bis heute Abend. Und denk bitte an das gemeinsame Essen. Sirius wird nie wieder mit uns oder Mila reden, wenn er nicht langsam von unserem Baby erfährt."

Er nickte und stich zärtlich über ihren immer noch flachen Bauch. „Ich werde euch vermissen, ihr Beiden."

„Wir Dich auch, Daddy!"

Mit diesen Worten verließ sie das Haus. Und James Blick folgte ihr, bis er sie endgültig aus den Augen verlor.


„Sirius, wir müssen jetzt wirklich aufstehen", erklärte Mila zur selben Zeit halbherzig. Der magische Wecker hatte vor gut 45 Minuten geklingelt, doch noch niemand von ihnen hatte auch nur einen Fuß aus dem Bett gesetzt.

„Hmmmm." Mehr brachte er anscheinend nicht über die Lippen. Kein Wunder, war er doch grade damit beschäftigt, ihren Nacken mit winzigen, prickelnden Küssen zu bedecken. Mila brauchte ihre ganze Willenskraft, um in seinen Armen nicht vollständig zu schmelzen. Sie konnte jetzt nicht den dritten Morgen in Folge zu spät kommen!

Widerstrebend entwand sie sich seinen Armen und verschwand im Bad zum Zähneputzen. Nachdem sie fertig war – Merlin sei Dank hatte sie gestern noch geduscht – flitzte sie zurück ins Schlafzimmer seiner neuen Wohnung und kramte im Schrank herum. Sie hatte längst einen kleinen Vorrat an Kleidung bei ihm untergebracht, da sie nur noch sehr wenig Zeit in ihrer eigenen, winzigen Wohnung verbrachte.

In dem Bemühen, seine lodernden Blicke zu ignorieren, schlüpfte sie in Windeseile in frische Unterwäsche und eine neue Heiler-Uniform und band sich die großen, schimmernden Locken notdürftig zusammen. Während sie sich im Spiegel betrachtete, staunte sie darüber, was Sirius mit ihr anstellte. In Kürze war aus dem normalen Mädchen, welches sie immer gewesen war, eine junge Frau mit leicht geschwollenen Lippen – kein Wunder bei seinen Küssen – und erwartungsvoll funkelnden Augen geworden.

„Ich finds heiß, wenn Du dieses Outfit trägst", verkündete Sirius mit lüsternem Blick und einem breiten Grinsen. „Heilerinnen sind einfach sexy! Außerdem glaube ich, dass ich mich grade ganz entsetzlich fiebrig fühle."

Mila lachte leise und streckte ihm die Zunge raus. „Und dabei dachte ich immer, Dir würden knapp bekleidete Krankenschwestern besser gefallen. Und Dein angebliches Fieber kommt garantiert durch die ganzen heißen, schmutzigen Gedanken, die Du ständig mit Dir herum trägst."

Sie beugte sich lächelnd zu ihm hinunter, um ihm einen Abschiedskuss zu geben. Grober Fehler, da sie nicht einmal 30 Sekunden später wieder auf dem Rücken lag und alle Mühe hatte, seine flinken Finger am Öffnen ihrer Robe zu hindern …


Wenigstens kam sie nicht deutlich zu spät. Dafür aber umso entspannter. Lily wartete am Eingang des St. Mungos Hospitals auf sie und lachte glucksend, als ihre beste Freundin die Treppe förmlich emporgeschwebt kam.

„So wie Du aussiehst, wage ich zu behaupten, dass ich bald nicht mehr die einzige Schwangere sein werde", mutmaßte sie mit einem breiten Lächeln.

Mila klimperte nur mit den Wimpern. „Neidisch, Mrs. Potter?"

„Ein wenig", gab sie wehmütig zu. „Ich wünsche mir auch noch mal so richtig leidenschaftlichen Sex. Aber seitdem James von dem Baby weiß, packt er mich nur noch in Watte."

Sie schnitt eine Grimasse.

„Stell´ Dir vor, gestern wollte ich doch glatt die Fenster nach guter alter Hausfrauenart putzen. Mit meinen eigenen Händen. Und mein heiß geliebter Zauberer ist ins Zimmer geplatzt, als ich auf der Fensterbank stand …" Sie schnaubte. „Ich habe mir eine Viertelstunde seine Tiraden über Stürze und Schwangere anhören müssen. NACHDEM er mich hinuntergeholt, auf die Couch verfrachtet und mir mindestens drei Kissen unter die Füße geschoben hatte."

Mila lachte Tränen, während ihre Freundin sich über James ausließ. Auch Lily musste letzten Endes schmunzeln.

„Was wird das nur, wenn der Bauch wächst? Heute hat er mir sogar Sirius´ und seinen Zwei-Wege Spiegel mitgegeben, damit ich ihn immer erreichen kann. Nur, um zu kontrollieren, ob ich auch ja nichts Schweres hebe, vermutlich."

„Wenn das Baby wächst, bindet er Dich im Bett fest und huscht den ganzen Tag mit Blümchenschürze um Dich herum", kicherte Mila ausgelassen.

Lily schien ernsthaft über dieses Bild nachzudenken. Dann stahl sich ein breites Lächeln auf ihr Gesicht. „Na ja …" Sie wackelte zweideutig mit den Augenbrauen. „Meinetwegen. Aber nur, wenn er sonst nichts an hat."

Beide prusteten los und ernteten einen indignierten Blick der Empfangsdame vor ihnen. Missbilligend sah sie den jungen Frauen hinterher und schüttelte den Kopf. Ihrer Meinung nach hatten beide nicht den nötigen Ernst, der Heilerinnen gebührte. Als ein dunkel gekleideter Herr auf sie zukam, setzte sie ihr patentiertes, freundliches Lächeln auf und fragte: „Kann ich Ihnen helfen, Sir?"

Das waren ihre letzten Worte.


Endlich oben auf ihrer Station angekommen, verstauten sie ihre Taschen hinter dem offenen Schwesternpult und machten sich auf den Weg zu ihren Patientinnen. Mila war grade dabei, einer jungen Frau den Verband an ihrer Hand zu wechseln, als wie aus heiterem Himmel ohrenbetäubender Lärm losbrach.

Rote und grüne Blitze zuckten nur Millimeter an ihr vorbei und im Reflex warf sie sich, die junge Frau mit sich reißend, zur Seite. Sie hörte Schreie, grauen- und schmerzerfüllt, und robbte hastig um das Krankenbett herum, um zu sehen, was dort vor sich ging.

Mehrere in schwarze Umhänge verhüllte Männer stürmten auf die Station, einem Bergtroll folgend, der brüllend mit einer riesigen Keule um sich schlug. Ihr gefror buchstäblich das Blut in den Adern, als er mehrere Betten wie Streichholzschachtel durch die Luft wirbelte. Menschen flogen wie leblose Stoffpuppen durch die Luft.

Völlig von dem Trubel um ihn herum unberührt schritt ein Mann zwischen den Betten hindurch. Weiße, pergamentartige Haut spannte sich über ein schlangenähnliches Gesicht, ein grausames Lächeln verzerrte seine Züge zu einer furchtbaren Maske. Seine Augen loderten blutrot.

Voldemort! Was zur Hölle tat er hier?

Hektisch sah Mila sich nach Lily um. Bodenlose Erleichterung durchzuckte sie, als sie ihre Freundin auf der anderen Seite entdeckte, ein kleines, 5-jähriges Mädchen an sich drückend, nach dem sie grade gesehen hatte. Die Kleine schrie wie am Spieß.

Milas Gedanken überschlugen sich förmlich. Sie musste etwas tun! Die meisten Patienten waren entweder zu jung oder zu krank, um sich wirkungsvoll verteidigen zu können.

Ohne darüber nachzudenken kam sie auf die Füße und riss ihren Zauberstab hervor.

„Stupor!" brüllte sie so laut sie konnte.

Ein roter Blitz schoss aus der Spitze ihres Zauberstabes. Aber er prallte an diesem Wahnsinnigen ab und traf stattdessen den Troll mitten im Gesicht. Dieser heulte auf und Mila sah sich Auge in Auge mit dem gefürchtetsten Zauberer ihrer Zeit. Er schenkte ihr nicht mal einen längeren Blick, sondern schleuderte sie mit einer Handbewegung wie ein lästiges Insekt zur Seite. Sie krachte gegen die Wand, direkt neben Lilys Tasche.

Die gesamte Luft schien aus ihrer Lunge gepresst worden zu sein. Voldemorts grausames Lachen erklang, während er offenbar die Person entdeckt hatte, auf die er es abgesehen hatte. Einen älteren Auror, der bei dem Anschlag auf die Muggel-Grundschule verwundet worden war.

Sie konnte seinen Schrei hören, als Voldemort ihn mit dem Cruciatus-Fluch belegte und sich an seinen Qualen förmlich zu ergötzen schien. Heiße Tränen brannten in Milas Augen und sie wollte sich wie ein Kind zusammenrollen und weinen. Aber wer wusste, wen dieser Irre sich als nächstes Opfer aussuchen würde! Lily war nicht weit entfernt von dem armen Mann gewesen, der sich nun in unvorstellbaren Qualen wand. Sie könnte James nie wieder in die Augen sehen, wenn …

Aber was sollte sie nur tun?

Erst nachdem Mila wieder halbwegs atmen konnte, fiel ihr Blick zufällig auf das kleine Päckchen darin. Der Zwei-Wege-Spiegel! Sie riss ihn heraus und fast in der nächsten Sekunde erschien James besorgtes Gesicht darin.

„Mila?"

„Oh Gott, James! Hilfe! Todesser …" Mehr konnte sie nicht sagen, da sie von einem anderen Todesser an der Kehle gepackt und hochgehoben wurde.


Mitten im Abwehrzauber-Unterricht sprang James auf. Alle Gesichter wandten sich verwundert zu ihm um. Auch Sirius neben ihm runzelte irritiert die Stirn.

„TODESSER! SIE GREIFEN ST. MUNGOS AN!" brüllte Prongs.

Ohne länger zu zögern konzentrierte er sich auf die Eingangshalle des Krankenhauses und apparierte dort hin. Fast in der nächsten Sekunde materialisierte sich sein bester Freund neben ihm.

Ohne eine Frage zu stellen oder genau zu wissen, was geschehen war, rannte Padfood seinem besten Freund hinterher, geistesgegenwärtig eines der magischen Signalfeuer aus seiner Hosentasche reißend, um es sofort loszulassen. Es würde Remus und die anderen Mitglieder des Ordens alarmieren. Hinter ihnen hallten die Schritte der restlichen Auroren-Schüler. Bei einem Blick über die Schulter entdeckte Sirius unter anderem Alastor Moody, die Longbottoms und Shaklebolt. Auch sie schienen keine Fragen stellen zu wollen.

Als sie durch die völlig zerschmetterte Tür der Station rannten, bot sich ihnen ein Bild des Grauens. Überall blutende Verwundete, der Saal war mit Schreien und Stöhnen erfüllt.

Das Erste was Sirius entdeckte war Mila, mit den Füßen in der Luft baumelnd und verzweifelt röchelnd gegen den viel größeren Mann kämpfend, der ihre Kehle gepackt hielt. Mit einem wütenden Aufschrei stürzte er vor und krachte mit der Schulter gegen den Todesser, der viel zu überrascht von dem plötzlichen Angriff war. Er stürzte zusammen mit Padfood zu Boden und ließ Mila dabei los. Auch sie fiel zu Boden und krümmte sich hustend zusammen.

Sirius verschwendete nicht mal einen Gedanken an den Zauberstab in seiner Hand. Er schlug mit bloßer Faust dem Todesser krachend ins Gesicht. Dessen Kopf kippte leblos zur Seite und Blut sickerte unter seiner schwarzen Maske hervor. Wie besessen prügelte er auf diesen Mistkerl ein. Hätte ihn nicht schließlich einer seiner Kameraden von diesem Kerl runter gezogen, Sirius hätte ihn zu Brei verarbeitet.

Nachdem er zwei Atemzüge gebraucht hatte, um sich halbwegs zu beruhigen, schüttelte er den Kollegen ab und war sofort neben Mila, ebenso wie James, der ihr geholfen hatte sich aufzusetzen und sich panisch umsah.

„Mila, wo ist Lily?"

Mit zitterndem Finger deutete sie auf die Stelle, an der sie Lily das letzte Mal gesehen hatte, während Sirius sie fest in seine Arme zog. James hastete hoch und stürzte in die angegebene Richtung, vorbei an dem Bergtroll, der sich wütend gegen die Schockzauber der anderen Schüler und Moodys zur Wehr setzte.

Erst jetzt bemerkte er den eigenartigen Mann, der völlig unbehelligt wirkte. Der gequälte Auror war grade von ihm mit Avada Kedavra beseitigt worden. Und die sich auf ihn stürzenden 4 Auroren hatten keine Chance.

Voldemort´, wurde es ihm mit grauenhafter Gewissheit klar, während seine Kameraden von diesem Irren abprallten und reglos liegen blieben. Und Prongs entdeckte auch Lily, in eine Ecke gekauert, ein kleines Mädchen an sich gepresst. Mit einem grausamen Lächeln wandte der dunkle Lord sich um und taxierte sie.

Dieses Bild verlieh James ungeahnte Kraft. Er schrie Lilys Namen, im gleichen Augenblick, als er zum Sprung ansetzte. Voldemort hob mit einem fast schon genüsslichen Ausdruck in den Augen den Zauberstab. James warf sich vor sie, bereit für sie, das kleine Mädchen und sein ungeborenes Kind zu sterben.

Grade als Voldemort den Mund öffnete, um den unverzeihlichen Fluch zu sprechen, stürmte die nächste Salve Auroren in den Raum. Dieses Mal keine Schüler, sondern gut ausgebildete und kampferprobte Männer und Frauen – gefolgt von Remus und den restlichen Mitgliedern des Ordens. Voldemorts Kopf ruckte zur Seite. Er wog seine Chancen im Bruchteil einer Sekunde ab. Mehrere Flüche wurden in seine Richtung geschleudert, doch in der nächsten Sekunde war er verschwunden. Die Zauber prallten wirkungslos gegen die Wände.

Das leise Schluchzen seiner Frau und des kleinen Mädchens holte Prongs schließlich in die Wirklichkeit zurück. Lily klammerte sich weinend an ihn, das kleine Mädchen zwischen ihren Körpern. Er konnte in diesem Moment nichts anderes tun, als sie so fest es ging an sich zu ziehen. Oh Gott, sie lebte! Sie lebte!

Remus ging neben Sirius auf die Knie, während Arthur Weasley und einige andere Ordensmitglieder weiter zu James und Lily rannten.

„Geht es ihr gut?" fragte er hastig, den Blick auf die unkontrolliert zitternde Mila in Padfoods Armen gerichtet. Sirius nickte nur fahrig, während er versuchte, sie mit sanftem Hin- und Herschaukeln zu beruhigen. Er war froh, dass niemand von ihm verlangte aufzustehen. Seine Knie waren immer noch aus reinem Pudding und er hätte schwören können, dass sie nicht die Einzige war, die zitterte. Er war noch niemals so nahe dran gewesen, sie zu verlieren. Allein dieser Gedanke brachte ihn fast um!

„Wo sind Prongs und …?" fragte Padfood mit deutlich bebender Stimme. Remus hob den Kopf und sah, wie einige der Ordensmitglieder versuchten Lily aus James Armen zu lösen. Aber er weigerte sich verbissen sie loszulassen, stand selbst auf und hob sie hoch. Sein Gesicht war weiß wie die Wand.

„Ich sehe nach ihnen", murmelte er und eilte zum Rest seiner Freunde hinüber.

Sirius strich Mila die Haare aus dem Gesicht, die sich bei dem Kampf mit dem Todesser gelöst hatten und presste seine Lippen gegen ihre Stirn. Gott sei Dank hatte James Lily den Zwei-Wege-Spiegel mitgegeben! Er würde sich nie wieder über die Sorge seines Freundes lustig machen!


Okay, das war Nummer eins zum Thema "Voldemort die Stirn bieten". Ihr könnt wieder raus kommen. Alle bösen Todesser weg, ich verspreche es – vorerst, zumindest!

Damit ihr mir jetzt aber nicht schon in Erwartung der furchtbaren Dinge, die da noch kommen werden, in Schwermut versinkt, hier eine Aufgabe für euch: ich brauche DRINGEND einen passenden Namen für Remus´ Traumfrau! Also, strengt eure grauen Zellen an, ich will einen Namen, der mich umhaut und mir sofort Lust macht, so schnell wie möglich mit meiner nächsten Geschichte anzufangen. Vorschläge bitte per REVIEW-Knöpfchen.