A/N: Hach, ist das schön, dass ihr alle die fiese Ratte am Spieß braten sehen wollt! So gefallt ihr mir immer noch am Besten! Mal sehen, ob sich dieses Gefühl bei euch nach diesem Kapitel steigert – bei mir hat es das getan … Blöder Nager!

Uli: Na ja … sind 6 Kapitel zu wenig? Die kann ich Dir nämlich garantieren. Wenn ja, dann tut es mir leid. In meiner nächsten Geschichte wird alles wieder eitler Sonnenschein sein, versprochen!

Remus Bride: Jaaaa, eine Katzen-Armee! Miezen, hergehört, alles lauscht auf mein Kommando! Hihihi! Mit Deinen drei Katzen und meinen zwei sind es dann schon fünf – da „könnte" Peter einem ja fast Leid tun – aber nur fast! Auf ihn mit Gebrüll!

Imobilus: Ganz Deiner Meinung – und ich hätte da ein paar Folter-Vorschläge: Zehennägel rausreißen, Heißwachs-Epilierung, 15 Stunden Musikantenstadel … HAHAHAHA Voldy! Unsere Rache wird furchtbar sein!

Pia: In der Unterwelt vergammeln? Oh Gott, der arme Hades. (SMILE!) Ist das schön, wenn meine Reviewer böse werden! Weiter so!

SilverHoney: Oh Gott, ich habe ein Monster geschaffen … (Stolz guck!) Das mit Sirius und Mila wird aber leider nix. Zumindest nicht ausführlich … Wir wollen eurer Phantasie ja auch ein bisschen Spielraum lassen! Und Du weißt ja gar nicht, wie gern ich die Geschichte umändern würde! Glaub´s mir!

Kapitel 36

Eigentlich war es Sonntag-Morgen. Und noch viel zu früh für Streitigkeiten. Doch diese Tatsache schien zwei Menschen in Godric Hollow nicht zu stören.

„Nein, Du wirst nicht zurück ins St. Mungos gehen!"

„Sagt wer?"

„Sage ich!"

„Und wer bist Du, dass Du das entscheiden kannst?"

„Dein EHEMANN?"

Unwohl sah Mila von James zu Lily und wieder zurück. Die Beiden stritten jetzt schon seit geraumer Zeit – um ehrlich zu sein, seit Mila angekommen war, um ihre Freundin zur Arbeit abzuholen. Eigentlich hätten sie dieses Wochenende frei gehabt – ihr Chef hatte es ihnen nach diesem immensen Todesser-Angriff freigestellt. Aber Lily wollte unbedingt wieder zurück an die Arbeit. Und James schien offenbar nicht damit einverstanden zu sein …

„Verdammt James, es war ein Zufall, dass Mila und ich dort waren! Niemand hatte uns im Auge, als sie angriffen!"

„Deswegen hat Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf auch mit seinem Zauberstab auf Dich gezielt, Lil!" schimpfte James wütend, fuhr sich in einer hilflosen Geste durchs Haar und versuchte es dann anders. „Selbst wenn. Ich kann nicht ständig da sein, um Dich zu retten!"

„Wer sagt, dass ich Deine Rettung brauche?" fragte sie mit herausfordernd in die Hüften gestützten Händen.

Mit fest aufeinander gebissenem Kiefer maß er sie. Mila wusste, dass dieser eine Satz James mehr getroffen hatte als alles Andere, was sie ihm an den Kopf hätte werfen können, und daher schloss sie die Augen, in Erwartung eines furchtbaren Wutausbruches.

„DU – WIRST - NICHT – GEHEN! Hast Du mich verstanden!" Mühsam beherrschte Wut schwang in seiner Stimme mit, doch den Schmerz über ihre einfach dahergesagten Worte konnte er nicht so leicht verbergen.

„Oh ja, natürlich! Ich vergaß! Wir sind ja immer noch anno dazumal und Du bist mein Herr und Gebieter. Warte, ich hole meine Schürze, damit ich Dir zum Abschied tränenreich winken kann!" Lily wirkte, als sei sie nahe dran, ihn zu schlagen. James verschränkte die Arme vor der Brust wie ein trotziges Kind und funkelte sie nur stumm an.

„DU KANNST MIR NICHTS VERBIETEN!" schrie Lily jetzt wütend und griff nach dem Ersten, was sie ihm an den störrischen Kopf werfen konnte. Ein Teller. Doch zu ihrem heillosen Ärger fing er das Porzellan auf und knallte es auf den Tisch neben sich. Blödes Quidditch!

„Du wirst das Haus nicht verlassen! Ich spreche mit Deinem Chef." Mit gefährlich ruhiger Stimme verkündete er diese Worte, bevor er sich umwandte, sich seinen Umhang schnappte und mit diesen Worten das Haus verließ. Er ließ Lily bebend vor Wut einfach stehen. Was bildete sich dieser Typ eigentlich ein?

„Ich schwöre … mit diesem Mann werde ich niemals … niemals wieder …!" Sie griff nach einer der benutzten Tassen im Spülbecken und hielt sie mit spitzen Fingern vor sich. „Seins!" verkündete sie mit einem teuflischen Blitzen in den Augen, bevor sie sie genüsslich auf den Boden fallen ließ. Sie zersprang in hunderte kleiner Splitter.

Mila seufzte leise, während ihre beste Freundin mit wahrem Genuss begann, auf den Scherben herumzutrampeln.

„Geht es Dir jetzt besser?" fragte sie nach einer ganzen Weile, als Lily endlich mit ihrem wütenden Tanz aufgehört hatte und mit verschränkten Armen zufrieden das Werk ihrer Zerstörungswut betrachtete.

„Ein bisschen", gab sie zu. „Aber noch besser würde es mir gehen, wenn Du mir seinen Kopf auf einem Tablett bringen würdest. Dann könnte ich auf ihm herumtrampeln!"

Gegen ihren Willen musste Mila leise lachen, während sie ihren Zauberstab hervorzog und mit seiner Hilfe Kehrblech und Besen aus dem Schrank schweben ließ. Eines hatte sich seit Hogwarts definitiv nicht verändert. Lily konnte James immer noch aus tiefster Seele verabscheuen – genauso leidenschaftlich, wie sie ihn lieben konnte.

„Er macht sich doch nur Sorgen, oder? Und wer könnte ihm das nach diesem Todesser-Angriff übel nehmen."

„HA!" Lily schnaubte. „Wieso darf er sich in Gefahren stürzen und ich nicht? Uuuuh, er macht mich so wütend, Mila! Wenn er mich wenigstens nicht wie ein dummes Kind behandeln würde!"

Mila hielt es für besser, ihr nicht zu sagen, dass sie sich grade in diesem Moment genau wie eines aufführte.

„Sirius hat Dir doch auch nicht verboten, zur Arbeit zu gehen."

Als ihre Freundin nichts darauf erwiderte, blickte Lily sie von der Seite an. „Oder etwa doch?"

„Sagen wir es so … er hatte eine andere Wortwahl", seufzte Mila, während sie die Scherben vom Boden auflas. „Er sagte, glaube ich, etwas wie: ´Du verlässt das Haus erst wieder, wenn es schwarz schneit.' Und er war nicht so bereit zu Diskussionen wie Prongs." Vielmehr hatte Sirius sie sofort stehen gelassen und war verschwunden.

„Und Du hast Dich nicht daran gehalten!" Triumphierend stellte Lily dies´ fest. Mila lächelte in sich hinein.

„Er hat schließlich nicht gesagt, welches Haus …"

Beide jungen Frauen kicherten in sich hinein, bevor Lily leise seufzte. „Ob er wirklich mit unserem Chef reden wird"

„Ist der Himmel blau?" stellte ihre Freundin seufzend die Gegenfrage.

Sie verdrehte die Augen. „Okay. Er mag die Schlacht gewonnen haben … aber nicht den Krieg!" Mit diesen Worten schnappte sie sich ihre Tasche und ihren Umhang und zog Mila zum Kamin. Fragend musterte ihre Freundin sie, während Lily Feuer entzündete und Flohpulver hinein warf.

„Ich werde nicht den ganzen Tag hier herumhängen. Lass uns einkaufen gehen! Die Winkelgasse sollte auch heute geöffnet haben!"

Schmunzelnd folgte Mila ihr.


Heute würde es geschehen. Heute würde er die Potters für seinen Meister auslöschen.

Aufgeregt huschte Wormtail durch den Vorgarten der Potters, stellte sich auf seine Ratten-Hinterfüße und lauschte nach Stimmen. Das Haus war endlich wieder still, jetzt konnte er es wagen! Vermutlich frühstückten sie im Esszimmer. Was sollten sie auch sonst an einem Sonntagmorgen tun, wenn sie schon einmal wach waren? James hatte heute schließlich seinen freien Tag und auch Lily war heute von ihrem Dienst im St. Mungos freigestellt.

Er hatte eigentlich schon früher hier sein wollen – aber sein dummes Gewissen hatte ihn abgehalten. Lästige Sache, so ein Gewissen. Er sollte es sich wirklich abgewöhnen … und er war ja grade auf dem besten Weg dazu …

Kurz vor dem Küchenfenster, dass Lily wie immer nur angelehnt hatte, transformierte er sich zurück in Menschengestalt und zückte seinen Zauberstab. Mit einem Schwenk verschlossen sich alle anderen Fenster und Türen mit einem leisen Zischen hermetisch.

Peter kicherte nervös. Er würde sich Merlin sei Dank nicht mal zu erkennen geben müssen. Wenn er mit James kämpfen müsste, würde er mit Sicherheit den Kürzeren ziehen! Prongs war im Zweikampf soviel besser als er.

Tief durchatmend, um seine aufsteigende Nervosität einzudämmen, versuchte er sich an den Antioxidant-Zauber zu erinnern. Gar nicht so leicht bei dieser fiesen kleinen Stimme in seinem Hinterkopf, die wieder damit begonnen hatte, ihm unablässig vorzuhalten, dass er grade zwei seiner besten Freunde verriet und sie töten wollte. Das es Unrecht war.

'Aber grade deswegen tue ich es doch´, verteidigte er sein Tun vor sich selbst. ´Das ist ein Freundschaftsdienst an James und Lily. Andere Todesser – oder sogar der dunkle Lord - würden einen weitaus grausameren Tod wählen.' Er schnaubte möglichst verächtlich. ´Außerdem schulde ich ihnen gar nichts. Sie waren nur aus Mitleid mit mir befreundet. Nicht, weil sie mich wirklich mochten.'

Sie würden einfach einschlafen und nie wieder aufwachen. Was für einen schöneren Tod konnte es geben! Na gut, um Mila war es vielleicht ein wenig schade. Aber es war Krieg. Und Kriege forderten Opfer.

Entschlossen die Gewissensbisse in den Hintergrund drängend, flüsterte er die magischen Worte. Er konnte förmlich spüren, wie jegliche Luft aus dem Haus gesogen wurde. Schnell verschloss er auch das Küchenfenster und verschwand in seiner Animagus-Gestalt im Gebüsch.


Seufzend, mit tief in den Hosentaschen vergrabenen Händen, stapfte Remus die Straße entlang. Eisiger Wind ließ ihn den Kopf tiefer in den Schal schmiegen, den Mila ihm letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt hatte. Seine Augen tränten fürchterlich.

Verflucht, wieso hatte er sich von James und Sirius schon wieder breit schlagen lassen? Er sollte sich viel eher nach einem anständigen Job umsehen, anstatt Babysitter für zwei schmollende Frauen zu spielen – auch wenn es sich hierbei um die zwei ihm liebsten Frauen auf diesem Erdboden handelte.

Er machte sich nichts vor, er konnte sich nämlich gut vorstellen, dass Prongs darauf baute, er, Remus, würde schon einen Weg finden, um Lily ihm gegenüber ein wenig milder zu stimmen. Seine beiden Freunde sahen in ihm sowieso eher den Pantoffelhelden, der mit bunt gemusterter Schürze in der Küche stand und Plätzchen backte. Gut für Diplomatie, kaum geeignet für etwas Männliches wie einen Kampf. Vielleicht sollte er ihnen noch einmal demonstrieren, wie hart er zuschlagen konnte …

Blöde Idioten! Sie sollten ihren Mist gefälligst selbst ausbaden und nicht ihm die Drecksarbeit überlassen. Wenn er das tat, dann wollte er auch die Annehmlichkeiten haben!

Für einen winzigen Augenblick erlaubte er sich, seine Gedanken abschweifen zu lassen. Verdammt ja, er wollte die Annehmlichkeiten habe. Vorzugsweise mit Mila. Er würde sie nicht ständig ärgern! Aber sie war ja mit diesem Schwachkopf Padfood zusammen!

'Dafür, dass ich keine Beziehung führe, muss ich verflucht oft den Karren aus dem Dreck ziehen und mich entschuldigen´, dachte er grimmig lächelnd. Aber heute nicht. Er würde kein gutes Wort mehr einlegen. Weder bei Lily – und schon gar nicht bei Mila! Vielleicht kam sie dann endlich zur Vernunft und erkannte, dass Sirius sie gar nicht richtig zu schätzen wusste.

Er bog in die Straße zu James Elternhaus ein und entdeckte aus den Augenwinkeln eine kleine, grau-braune Ratte, die flink über den Bürgersteig huschte. Er musste sich mal wieder bei Peter melden. Seit er diesen neuen Job hatte, sahen sie ihn kaum noch. Die Ratte stutzte kurz und rannte dann umso schneller ins nächste Gebüsch.

Vermutlich hatte sie sein verändertes Blut wahrgenommen und nahm jetzt die Pfoten in die … Pfoten.

´Okay, Memo an Dich selbst, Moony! Du brauchst dringend bessere Witze!'

Er vergrub die Nase wieder in seinem Schal – wenn er dies´ nicht getan hätte, hätte er vielleicht den vertrauten Geruch Wormtails wahrgenommen. Er stampfte ein paar Mal kräftig mit den Füßen, in der Hoffnung ein bisschen Wärme in seine Knochen zu bekommen und zog beide Hände hervor, um klopfen zu können. Niemand antwortete.

Verdutzt klopfte er noch einmal, dieses Mal lauter, doch wieder kam keine Antwort. Remus griff nach dem Türknauf und drehte ihn. Doch die Tür bewegte sich keinen Zentimeter. Er rüttelte und rüttelte, doch nichts tat sich. Mit einem Mal stellten sich seine gesamten Werwolf-Instinkte auf Gefahr und er warf sich mit der Schulter gegen die Tür. „LILY? MILA?"

Verdammt!

Ohne darüber nachzudenken sprang er zwei Schritte zurück, riss den Zauberstab hervor und zielte mit ihm auf die Tür.

„ALO HOMORA!" brüllte er und mit einem lauten Krachen flog die Tür auf. Ein unheimlicher Sog entstand und nahm ihm für einen Augenblick die Luft zum Atmen, während sich das Haus wieder mit Sauerstoff füllte. Panisch rannte Moony ins Innere, die Namen der beiden Frauen rufend. Niemand antwortete. Er suchte jedes Zimmer ab, fand aber niemanden. Seine anfängliche Erleichterung wich schnell heftiger Sorge. Wo steckten die Beiden denn nur?


„Mila schau´ mal! Ist das nicht süß?" Die Winkelgasse hatte Lilys Bedarf an Möglichkeiten der Geldausgabe für ihr Baby schnell nicht mehr decken können, weshalb sie mittlerweile in einem Muggel-Kaufhaus standen, deren Baby-Abteilung deutlich größer war.

Verzückt tauchte der rote Schopf Lilys´ zwischen zwei Kleiderständern auf und präsentierte den mittlerweile vermutlich 180. Strampler. Dunkellila mit einer großen, gelben Muggel-Quietscheente darauf. Mila lachte leise, während Lily wieder zwischen der Babybekleidung verschwand. Das arme Kind würde vermutlich viel zu schnell wachsen, als das es jeden dieser Strampler auch nur einmal hätte tragen können.

„Lily, hör´ jetzt endlich auf und komm her. Dein Sohn braucht schließlich auch ein Bett, oder?" Sie hatte sich recht schnell darauf eingelassen, von einem Sohn zu sprechen – Lily war sich schließlich mehr als sicher darüber!

Blitzschnell ließ die Freundin alle Strampler fallen und war sofort neben Mila, die bereits eines der Kinderbettchen genauer unter die Lupe nahm.

„Bei Merlin, ist das schööön!" seufzte sie begeistert. Sie öffnete Schubladen, Schranktüren und fand sogar etwas Verzückendes an einem schlichten, weißen Windeleimer. Mila beobachtete sie dabei einfach lächelnd – und ganz eindeutig neidisch. Sie wollte auch ein Baby. Vorzugsweise mit den dunklen Augen und dem schwarzen Haar des Mannes, der ihr vermutlich heute Abend den Kopf abreißen würde.

„Das will ich", verkündete Lily und deutete auf eine Kinderzimmer-Kombination aus hellem Holz.

„Dann merke Dir, wo es war, und komm mit James später wieder", schlug Mila vor, erntete aber nur einen bösen Blick ihrer Freundin.

„Nein! Ich werde es jetzt kaufen!"

„Und der werdende Vater hat nichts dazu zu sagen?" fragte Mila überrascht.

„Pah! Der kann froh sein, wenn ich ihn überhaupt an das Baby ranlasse", schnaubte Lily angriffslustig und verschränkte beide Arme vor der Brust. „WIR", sie machte eine bedeutungsschwangere Pause, „können ihn nämlich grade gar nicht leiden."

„Okay, okay, schon gut. Aber lass es uns trotzdem später kaufen, okay?" Es war überdeutlich, dass sie mit ´wir´ sich und das Baby meinte.

´Armes Ding. Du wirst als Erstes lernen, zwischen Deinen hitzköpfigen Eltern zu schlichten.'

Das Thema James Potter tunlichst für den Rest des Tages meidend, folgte Mila ihrer Freundin durch alle erdenklichen Geschäfte, kaufte Umstandkleider, noch mehr Babystrampler, einen Badewanne, Rasseln, Kuscheltiere, Schnuller und alles, was der werdenden Mutter noch so ins Auge fiel. Prongs würde nach diesem Tag vermutlich nicht mehr ganz so reich sein wie zuvor …


Da sieht man´s wieder – Shopping-Exzesse können Leben retten … (SMLE!) Aber ich glaube trotzdem, dass James und Sirius nicht einfach darüber hinweggehen werden … Oder was glaubt ihr?