So, es geht weiter! Ich hoffe das neue Chap gefällt euch!
Ganz vielen Dank an
-Krieger des Wahnsinns und
- Schockocherry
Für die liebeb Reviews!
In der plötzlichen Dunkelheit hätte man unter den Leuten, die sich im Fahrenden Ritter befanden, wohl eine Panik vermutet, aber niemand fing an zu schreien, niemand versuchte panisch den Ausgang des Busses zu erreichen und niemand schien hysterisch, oder einer Ohnmacht nahe. Die Menschen im Bus waren, trotz der möglichen Lebensgefahr in der sie schwebten, erstaunlich ruhig.
Jedoch war die Angst und die aufkeimende Verzweiflung geradezu greifbar.
Kaum waren die Lichter im Bus erloschen, der Schrei des Kindes abgebrochen und alles in Dunkelheit getaucht, befand sich kein Mitfahrer mehr auf seinem Bett.
Die Frau in schwarz sank weinend neben ihrem Messingbett nieder und fing an undefinierbare Worte vor sich her zu murmeln, die stark nach einem Gebet klangen, während das schlafende, fremde Mädchen endlich aufgewacht war und ebenfalls, mit einem spitzen Schrei, auf den Boden sank.
Die beiden Männer, die Harry in dieser Nacht schon beschäftigt hatten, hatten sich auf den Boden geworfen und versuchten eins der Fenster im Auge zu behalten, was jedoch sinnlos war, denn auch Harrys Blick war, nach dem Schrei des Kindes, zum Fenster geglitten, aber außer einzelnen Umrissen und hastigen Bewegungen konnte man nichts erkennen.
Den Blick starr nach draußen gerichtete, alle Muskeln angespannt und kampfbereit, starrte Harry in die alles umfassende Dunkelheit und flehte mit aller Macht um das Leben der Kinder und deren Mutter
"Bitte, lass ihnen nichts passiert sein. Bitte, lass sie nicht für mein Dasein büßen!"
Niemand konnte sich sicher sein, was hier passierte, aber jede Faser in Harrys Körper wusste, dass dies ein Angriff war, ein Angriff Voldemorts. Ein Angriff, dessen Schuld er trug und den er nicht wieder gut machen könnte, sollte einem der Menschen hier irgendetwas passieren.
Nur langsam gewöhnten sich Harrys Augen an die Dunkelheit im Bus und das Mondlicht reichte längst nicht aus, um mit Sicherheit sagen zu können, was auf der Straße vorging. Außer vereinzelten Schemen, die ab und zu durch das Blickfeld huschten, konnte man nichts wahrnehmen.
Zu der selben Erkenntnis schien auch der ältere Mann zu kommen, der vorhin seine Zeit mit dem Lesen des Tagespropheten totgeschlagen hatte und jetzt direkt hinter Harry im Bus stand und einen Zauberstab in der Hand hielt. Er wirkte angespannt und zum Angriff bereit, aber was genau er fühlte, konnte Harry nicht sagen, da er sein Gesicht von ihm abgewandt hatte. Trotzdem, obwohl Harry ihn nicht genau erkennen konnte und trotz der Dunkelheit, jetzt wo er so vor ihm stand... Irgendetwas an diesem Mann kam ihm bekannt vor..., aber bevor Harry diesen Gedanken fassen konnte, wurde er von Stan abgelenkt, der ein paar Meter neben ihm versuchte unter eins der Messingbetten zu kriechen.
Der junge Mann, der Tonks in dieser Nacht schon so angestarrt hatte, stand im Mittelgang und versuchte, wie alle anderen, die Situation zu verstehen, während nur Ernie auf seinem ursprünglichen Platz sitzen geblieben war. Er saß immer noch, wie versteinert, vor seinem Lenkrad und starrte, zu verängstigt um auch nur die kleinste Bewegung zu machen, nach draußen.
"Die Bustür ist immer noch offen. Vermutlich kann er sehen, was dort draußen passiert", dachte Harry, der sich wie Tonks und Lupin auf das Kommende gefasst machte.
Wie die beiden anderen Männer, hatten seine beiden Bewacher ihre Zauberstäbe längst gezückt und auch Harry wollte es ihnen gleich tun und lies seine Hand zu seiner Hosentasche gleiten, wo er, trotz Moodys Warnung letztes Jahr, seinen Zauberstab aufbewahrte.
Lupin, der ihn nicht aus den Augen gelassen hatte, packte ihn hart am Handgelenk.
"Du lässt die Finger von deinem Zauberstab und verhältst dich ruhig!"
"Aber ich..."
"Kein aber! Wir wissen noch nicht was dort draußen los ist. Vielleicht ist es gar kein Angriff, aber wenn doch, ist das letzte was wir brauchen, dass du irgendwelche Aufmerksamkeit auf dich lenkst! "
"Das ist ja wohl Schwachsinn! Ich würde hier wohl eher auffallen, wenn ich mich nicht verteidigen würde!", sagte Harry hitzig, während sein Blick in das obere Stockwerk des Busses huschte. Auch dort war es totenstill und langsam fragte Harry sich, ob sich überhaupt jemand dort oben befand. Während der Fahrt hatte er niemanden gehört und auch jetzt konnte man kein Lebenszeichen von dort oben vernehmen. Das Einzige, was man erkennen konnte, waren Hedwigs Bernseinaugen, die ihn, aus der Dunkelheit heraus, vorwurfsvoll anstarrten.
"Du musst mich nicht so anstarren! Ich mache mir auch so Vorwürfe, Hedwig. Ich weiß wessen Schuld das ist!", dachte Harry verzweifelt, der immer noch betete, dass der Frau und ihren beiden Kindern nichts passiert war.
"Hör zu, wir wissen noch nichts genaues! Vielleicht ist das gar kein Angriff von Todessern und wenn, dann müssen sie nicht hinter dir her sein. Keiner außer uns, Dumbledore und einer Hand voll Ordensmitglieder weiß, dass wir dich heute abholen wollten!", flüsterte Lupin, der Harry damit aus seinen negativen Gedanken riss, immer noch sein Handgelenk umklammerte und sich aufgeregt umschaute.
Harry konnte regelrecht seine Gedanken lesen und wusste, dass Lupin verzweifelt einen Ausweg suchte. Es war klar, dass sie nicht einfach durch die Bustür marschieren konnten, ohne gesehen zu werden und das Einschlagen eines Fensters würde auch nicht unbemerkt bleiben.
Tonks, die bisher nichts zu Harrys und Lupins Streit beigetragen hatte, schaute sich ebenfalls nervös im Bus um und wartete, wie alle anderen, dass endlich etwas passierte,
"Harry", fing Remus wieder an, "das Dümmste, was du jetzt tun kannst ist einen Zauber anzuwenden. Erstens bist du noch minderjährig und du brauchst wirklich nicht schon wieder eine Verwarnung und zweitens..."
"Herrgott Remus, lass dem Jungen in Ruhe und hör endlich auf zu diskutieren! Wir sind vom Feind umzingelt und er wird jede Sekunde erbarmungslos über uns herfallen! Das ist wirklich nicht der richtige Zeitpunkt für ein Plauderstündchen!"
Harry zuckte vor Schreck zusammen, als sich plötzlich eine Hand auf seine Schulter legte und er Moodys vertraute Stimme hinter sich hörte.
"Aber Dumbledore hat doch extra noch gesagt..." Moody lies Remus wieder nicht zum Ende kommen.
"Ich weiß, dass Dumbledore nicht will, dass der Junge schon wieder unerlaubt zaubert, aber hier geht es um Leben und Tod. Sollten wir hier sterben, während wir in verteidigen, dann hat er wenigstens noch eine Chance!"
"Niemand wird hier sterben, Alastor", meldete sich Tonks das erste Mal zu Wort, die genauso wenig überrascht schien Moody im Bus zu sehen, wie Remus.
"Verdammt, was machen sie eigentlich hier?", brach es aus Harry heraus, der seinen Schock überwunden hatte und dem endlich klar war, wieso ihm der "Fremde" mit dem Tagespropheten so bekannt vorgekommen war.
"Na was werde ich hier wohl machen? Setzt deinen Verstand ein Junge. Wir mussten doch mit einem Angriff rechnen und da war es besser, wenn wenigstes ein Mitglied deiner Leibgarde inkognito blieb, um im Fall der Fälle eingreifen zu können"
"Und da hielten sie es für das beste sich hinter einer Zeitung zu verstecken? Und was soll dieses: "wenigstens ein Mitglied?" Hat sich hier vielleicht noch jemand versteckt? Springt Mr. Weasly gleich hinter einem Bett hervor und schreit: "Buh!"?"
"Bedauerlicher Weise: Nein. Außer uns drei konnte der Orden im Moment niemanden entbehren. Eine Schande ist das! Sollten wir lebend hier heraus kommen, werde ich ein ernstes Wort mit Dumbledore sprechen!", schnaufte Moody," Aber wir haben jetzt wirklich keine Zeit zum Reden, Harry! Es ist sowieso merkwürdig, dass sie den Bus noch nicht gestürmt haben."
"Kannst du sehen, wie viele es sind?", fragt Lupin, währen Moddys magisches Auge sich wild drehte.
"10 Todesser. Sie haben den ganzen Bus eingekreist. Auf was warten sie nur? Sie müssen irgendetwas vor haben."
Harry wurde klar, dass Moody Recht hatte. Seit dem Schrei des kleinen Mädchens waren höchstens eine oder zwei Minuten vergangen, aber diese Zeit hätte ausgereicht, um in den Fahrenden Ritter einzudringen und alles zu töten, was sich bewegt.
Da sie die Einzigen gewesen waren, die etwas gesagt hatten und auch sonst keiner einer Geräusch verursachte, die alte Frau hatte aufgehört zu beten, nahm die Stille im Bus mit dem Verstummen ihres Gesprächs noch weiter zu. Harry kam es vor, als erdrückte ihn diese Todesstille. Es fiel ihm schon schwer etwas zu sehen und nun konnte man auch nichts mehr hören, als das Atmen der Anderen und selbst dieses war kaum zu vernehmen.
Die schwarz gekleidete Frau hatte längst aufgehört zu beten und saß starr, ohne die winzigste Regung, auf dem Boden des Busses. Stan hatte es endlich geschafft unter das Messingbett zu kriechen und starrte jetzt die beiden Männer an, die genau vor ihm auf dem Boden lagen. Hatte Harry sie vorhin noch mit Misstrauen angesehen, so war ihm jetzt klar, egal um was ihr Gespräch sich auch immer gedreht hatte, dass von den Beiden keinerlei Gefahr ausging. Sie hatten nicht einmal nach ihrem Zauberstab gegriffen und lagen jetzt zitternd auf dem Boden, ohne auch nur das kleinste bisschen Mut zu zeigen. Auch Ernie hatte seine Position nicht geändert und starrte immer noch zur Tür hinaus, als hätte er direkten Blick in das Höllenfeuer.
Der Einzige, der sich neben ihnen auch auf einen Kampf eingestellt hatte, war der junge Mann, der ebenfalls im Mittelgang stand und seinen Zauberstab gezückt hatte.
"Sie wollen, dass wir den Bus verlassen", flüsterte Lupin in die Stille hinein. "Draußen ist es leichter für sie uns zu erwischen."
"Dann wäre es wohl die mit Abstand dümmste Idee hinaus zu gehen.", erwiderte Tonks leise.
"Aber ewig auf ein Wunder warten können wir auch nicht. Wir müssen Harry hier irgendwie heraus schaffen. Bevor sie sich entschließen lange genug gewartet zu haben und den Bus zu stürmen.", antwortet Moody, dessen Auge weiterhin zu allen Seiten rollte, während Harrys Schuldgefühle ins unermessliche wuchsen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie einen Unzerbrechlichkeits-Zauber auf die Fenster gelegt haben, deshalb bleibt uns nur die Tür.
Ich gehe zuerst und lenke sie ab. Und ihr beide nehmt Harry und verschwindet so schnell ihr könnt!",
"Du kannst da jetzt nicht einfach raus gehen. Du hast es doch selbst gesagt! 10 Todesser! Du hättest keine Chance gegen sie. Es muss auch noch einen anderen Weg geben!" Harry wurde bei seiner Rede unbewusst lauter und bemerkte vor lauter Sorge um Moody nicht einmal, dass sich alle Passagiere des Busses, außer Ernie, zu ihm umgewandt hatten und neugierig das Gespräch der vier beobachteten. Tonks legte Harry mitfühlend einen Arm um die Schulter und meinte ruhig: "Es wird schon gut gehen. Uns bleibt nun einmal keine andere Möglichkeit und so bekommen wir dich heil hier heraus. Alastor hat Recht."
"Drehst du jetzt auch durch? Moody läuft doch direkt in seinen Tod"
"Nicht so laut, Junge. Du machst die anderen im Bus nur noch panischer, als sie schon sind. Wir bleiben bei diesem Plan, auch wenn er dir nicht gefällt. Ich habe schon viel schlimmeres überstanden, glaub mir.", mischte sich jetzt auch Moody wieder ein, der sich bereits Richtung Tür gedreht hatte und diese nun mit beiden Augen beobachtete.
"Aber..."
"Kein "Aber" mehr". Aber wenn ich das heil überstehe, dann erwarte ich, dass du in Zukunft auf Briefe, die man dir schreibt, antwortest!", sagte Moody und versuchte dabei ein Grinsen zu Stande zu bringen, was aber, auf Grund seiner vielen Narben, eher wie eine Grimasse wirkte.
"Hör zu Lupin, sobald ich draußen bin, feuere ich ein paar Flüche ab und ihr müsst den richtigen Moment abwarten und dann die Beine in die Hand nehmen, ist das klar?"
"Natürlich.", antwortete Lupin, der, trotz seiner Zustimmung, ebenso wenig von diesem Plan überzeugt schien, wie Harry.
"Und die Leute hier im Bus? ", fragte Harry, der verzweifelt einen Grund suchte Moody von seinem waghalsigen Idee abzubringen. "Wir können sie doch nicht einfach hier lassen und ihrem Schicksal überlassen."
"Denen passiert schon nichts." Tonks hatte das Wort an sich gerissen. "Wenn die Todesser etwas von ihnen wöllten, dann hätten wir das schon mitbekommen. Ich bin mir sicher, dass sie es nur auf uns abgesehen haben."
"Und woher weißt du das so genau? Wie wissen doch nur, dass ungefähr ein Dutzend Todesser vor der Bustüre stehen! Und wenn sie es auf jemanden abgesehen haben, dann wohl eher auf mich. Sie haben es immer nur auf mich abgesehen. Aber dummerweise trifft es dann doch die Menschen, die in meiner Nähe sind."
Tonks antwortete nicht auf Harrys selbstquälerische Worte, die er sowieso mehr zu sich selbst gesprochen hatte, und auch Moody und Lupin schwiegen und vermieden es ihm in die Auge zu sehen, da auch ihnen die tröstenden Worte langsam ausgegangen waren.
Schließlich, nach einer Ewigkeit, so erschien es Harry, ergriff Tonks die Initiative, in dem sie Harry am Arm packte und ihn hinter sich her zog. Tonks schob Harry Richtung Tür und zwang damit die beiden Männer sich ebenfalls in Bewegung zu setzen.
Kurz vor der Tür hielten sie an, so dass sie nicht gesehen werden konnten und Moody beobachtete mit seinem Auge die Geschehnisse draußen, um einen passenden Augenblick zu erwischen, um den Bus zu verlassen.
Harry kam diese Situation einfach nur noch unwirklich vor. Sein Gehirn weigerte sich zu glauben, dass Moody gleich in den sicheren Tod laufen würde, nur damit er sicher an einem Ort ankam, an den er nicht einmal hinwollte. Harry konnte und wollte nicht begreifen, was hier passierte und versuchte sich abzulenken, in dem er einen Blick über seine Schulter warf und die anderen Fahrgäste ansah.
Die anderen Mitfahrer sahen in ihre Richtung und Harry fragte sich, wie viel sie wohl von ihrem Gespräch mitbekommen hatten. Gut, sie hatten leise gesprochen, aber diese unendliche Stille wird einige Gesprächsfetzen bestimmt bis zu ihnen getragen haben. Stan und Ernie waren sich sicher im klaren, dass sie nur wegen ihm in so einer Gefahr schwebten. Sie wussten ja, dass er Harry Potter war, der Junge-der-überlebte, aber die anderen? Hatten sie ihn erkannt? Wussten sie weshalb sie heute hier vielleicht sterben würden? Harry wusste es nicht.
Sein Blick fiel über die Frau in schwarz, das junge Mädchen, den Mann im Mittelgang, Stan, Ernie und auch über die beiden Männer, die immer noch auf dem Boden kauerten. Hedwig blickte ihn noch immer an und ihre bernsteinfarbenen Augen hypnotisierten Harry regelrecht. Sie lenkten ihn von dem ab, was hier gleich passieren würde. Merkwürdigerweise hatte Harry keine Angst um sein Leben.
Was ihn anging, so sah er den Geschehnissen gleichgültig entgegen. Sorgen machte ihm, was aus Moody werden würde. Und aus Tonks. Ob Lupin alles gut überstehen würde und ob sich wohl irgendjemand um Hedwig kümmern würde, wenn ihm etwas zustöße.
Seine Gedanken flogen zurück zu dem kleinen Mädchen, dass er hatte schreien hören. Wie war noch einmal ihr Name gewesen?
"Nadine. Ihre Mutter hat sie vorhin Nadine gerufen. Hoffentlich geht es ihr gut.", flüsterte Harry leise und fragte sich, ob er Moody fragen sollte, ob er gesehen hat, was aus ihr geworden war. Aber er hatte Angst davor. Zu viel Schuld lag schon auf ihm. Trotzdem, während die vier, im toten Winkel, neben der Tür, standen, ging Harry der Gedanken an Nadine nicht mehr aus dem Kopf und gerade, als er zu der Frage nach ihr angesetzt hatte und sich wieder umdrehen wollte, schrie Moody plötzlich: "Accio Parkbank" und sprang aus dem Bus.
