„Novlene!" fragte Magkenzie verschlafen, als plötzlich ein Licht neben ihr auftauchte und ihre Freundin mitten in der Nacht neben ihr stand.
„Weißt du wie spät es ist?" fragte Magkenzie mürrisch und legte sich zurück in ihre Kissen, doch Novlene blieb.
„Es ist halb vier und ich bin nur noch sechs Stunden unverheiratet!"
Magkenzie stöhnte kurz auf, zog sich die Decke über den Kopf, doch nach einer kurzen Weile schlug sie diese zurück und sofort schlüpfte Novlene darunter.
„Ich bin hundemüde und du solltest auch schlafen", sagte Magkenzie, doch Novlene erwiderte nur: „Ich bin so aufgeregt. Ich kann nicht schlafen!"
„Wieso bist du aufgeregt? Du liebst Phil und er liebt dich. Ihr habt keine finanziellen Probleme, er hat einen guten Beruf, er behandelt dich nicht wie ein Hausmütterchen und du bleibst in der Nähe von deiner Familie. Was macht dir also Sorgen? Wahrscheinlich wird sich nicht sehr viel ändern."
„Nein, Magkenzie. Es ist etwas anderes. Ich freue mich darauf endlich seine Frau zu werden. Ich habe solange darauf gewartet. Seit meinem 15ten Lebensjahr liebe ich ihn schon. Erst sollten wir warten, bis ich 16 bin, Mum und Dad wollten es so. Dann ist er nach St. Louis zum studieren gegangen und endlich ist er wieder da und ich bin so aufgeregt, naja, wegen dieser Sache... am Abend!" druckste Novlene herum, doch Magkenzie war zu verschlafen, um zu merken, auf was sie herauswollte.
„Was soll am Abend schon sein? Wahrscheinlich werden wir alle so viel getrunken haben, daß wir im Stehen einschlafen, so wie ich jetzt!"
Magkenzie schloß die Augen und kuschelte sich mehr in ihre Kissen, doch Novlene rüttelte sie wieder wach.
„Nein, hör mir zu. Es ist doch nur so, daß du... naja, du kanntest Alexandre schon in Boston und ich dachte mir, daß ihr..."
Plötzlich ging Magkenzie ein Licht auf.
„Meinst du etwa, daß ich was mit Alexandre gehabt habe...jedenfalls, du denkst daß wir, ich meine, ich und er?" Magkenzie sah ihre Freundin an mußte laut loslachen.
„Ich dachte, du wüßtest, woher die Babys kommen!"
„Natürlich weiß ich das. Aber es ist nur so, daß ich die Details nicht so kenne. Kannst du mir da nicht helfen?"
„Helfen? Ich denke, du wirst es alleine herausfinden müssen!" erwiderte Magkenzie nur kurz.
„Bitte!" flehte Novlene und nahm Magkenzies Hand. „Ich bin aufgeregt, ich habe Angst und als beste Freundin ist es deine Aufgabe sie mir zu nehmen."
Magkenzie überlegte kurz, machte ein wichtiges Gesicht und setzte sich auf.
„Also, alles was ich darüber weiß..." sie machte eine Pause, nur um Novlene auf die Folter zu spannen. Diese hing ihr an den Lippen und verfolgte jede Geste ihrer Freundin.
„Also, alles was ich darüber weiß ist die Theorie. Ich weiß gar nicht, wieso du auf so dumme Gedanken kommst, ich hätte mit Alexandre...ich mag gar nicht darüber nachdenken. Ich habe noch nie einen nackten Mann gesehen. Und soll ich ehrlich sein? Ich bin froh, wenn mir diese Erkenntnis lange erspart bleibt. Und jetzt geh in dein Bett und schlaf weiter!" sagte Magkenzie, legte sich wieder hin, nachdem sie die Öllampe ausgeblasen hatte.
Novlene saß immer noch neben ihr. Sie blieb dort, obwohl Magkenzie sie schlafend stellte.
„Was ist denn Novlene?" fragte Magkenzie.
„Ich weiß nicht, ob ich das wirklich will. Ich meine, das, was morgen abend passiert. Rose O'Donnal meinte, es würde weh tun und ich könnte danach drei Tage nicht gehen! Sie sagte auch, daß es eine Pflicht einer Ehefrau sei, es aber furchtbar wäre, in der ersten Zeit der Ehe!" Novlenes Stimme überschlug sich panisch.
„Die blöde Rose hat dir das gesagt? Soll ich dir mal was sagen? Du liebst einen der besten Menschen der Welt und du hast das Privileg ihn morgen heiraten zu dürfen. Rose O'Donnal hatte, und das kann ich nach einigen Klatschtantentreffen bestätigen, den brutalsten Schläger als Mann. Phil liebt dich und er würde nie etwas tun, was dir schaden könnte. Dafür liebt er dich mehr, als sein eigenes Leben. Glaub mir."
Magkenzie gähnte unverfroren und legte sich wieder hin.
„Kann ich bei dir bleiben?" fragte Novlene vorsichtig.
Magkenzie schien sie nicht richtig gehört zu haben, murmelte nur noch etwas und drehte sich auf die andere Seite.
Novlene schlang den Arm um Magkenzie und gemeinsam schliefen sie weiter, bis Laure sie am Morgen weckte.
