Narn Gil Galad

von Earonn

Kapitel XXI – Der Krieg des Zorns II – Begegnungen

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Danksagung: wieder einmal den Herrinnen der Beta-Balrogs, Fymhrisfawr und Ute. Versucht euch vorzustellen, wie es war, als wir beim Grillen zusammensaßen und die beiden dieses Kapitel gemeinsam durchgingen, so eine Art Extreme-Beta-Reading! :)

Widmung: für Bladorthin, mit allen lieben Wünschen zum Geburtstag!
umamt dich feste und überreicht einen Geburtstags-Ork-Keks mit der Zuckerguß-Aufschrift „Fëanor ist doof!"

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A/N:

Ich entschuldige mich für die etwas verwirrende Verwendung des Titels ‚Hoher König'. Eigentlich sollte aber jeweils aus dem Zusammenhang klar werden, ob ich nun von Finarfin, dem Hohen König aller Noldor, oder von Gil Galad, dem Hohen König der Noldor Mittelerdes spreche.

OFinduilas: Du siehst mich immer noch tief errötet. Schlußendlich ist es ja genau das, was man als Autorin seinen Lesern vermitteln möchte. Vielen Dank auch für die Werbung. ;)

Bestimmt werden dir die anderen Autorinnen auch viel Freude machen.

Biriniu: das war das erste mal, daß sich jemand dafür entschuldigte, mir so eine liebe Review geschrieben zu haben... :)

Jojo: Oh, Du eifrigste aller Reviewerinnen! Und immer hochgeschätzt. Ich muß doch mal die Scharte auswetzen und mich deinem neuesten Werk widmen...

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XXI – Der Krieg des Zorns II – Begegnungen


Der Herbst war früh gekommen in jenem Jahr, in dem der Krieg des Zorns begann. Das Land war in Nebel gehüllt und Frost lag auf den Wiesen, eine Welt aus weiß und hellgrau.
Die dumpfen Geräusche der Reiter waren zu hören, lange ehe man sie sehen konnte, und nur langsam wurden ihre Umrisse sichtbar. Es war nicht einmal zu erkennen, ob es sich um Elben oder Menschen handelte, denn alle trugen dicke Kleidung gegen die kalte, trockene Luft. Der Atem der Pferde hing weiß um ihre Nüstern.

Doch obwohl das Land ringsum praktisch unsichtbar war, wußte der Anführer des kleinen Trupps genau, in welche Richtung sie sich wenden mußten. Er kannte den Fluß, der neben ihrem Pfad leise sang, die Felsen und die dunklen Wälder seit langer Zeit. Neu für Gil Galad, obwohl nicht überraschend, war der Schmerz, den er in seinem Herzen empfand, während er durch diese Lande ritt.
Denn sie folgten dem Fluß Narog durch den Taur-en-Faroth. Und alles hier barg Erinnerungen, einige freundlich, die meisten kummervoll. Er wäre niemals hierher zurückgekommen, wäre es nicht ein ausgezeichneter Platz für ein Treffen gewesen. In der Weite Beleriands war Nargothrond ein herausstechender Ort – wenn man wußte, wo man zu suchen hatte.

Er fand seine Tante an den zerschmetterten Toren wartend. Sie schenkte ihm und seinen Begleitern keine Aufmerksamkeit, sondern blickte nachdenklich in die dunklen Tiefen seines früheren Zuhauses.
Noch am diesseitigen Ufer des Flusses zügelte Gil Galad sein Pferd. Er konnte es nicht über sich bringen, jene verfluchte Brücke zu überqueren.

Auf halbem Wege zwischen Toren und Fluß beobachtete Celeborn die Ankunft seines Neffen. Auch er fühlte sich unbehaglich. Mehr als fünfzig Jahre waren seit dem Fall von Nargothrond vergangen, doch noch immer kündete der Ort von dem Kampf und dem Untergang der Festung Finrod Felagunds. Schwerter und Speere und Pfeilspitzen lagen ringsum; und während elbische hroar schnell vergingen, nachdem die fëa sie verlassen hatten, so war dies bei den Orks nicht der Fall. Ihre Knochen lagen überall verstreut, einige Brustkörbe zerquetscht, brutal genug um zu verraten, was mit ihnen geschehen war. Und da waren noch die Abdrücke von Drachenklauen im felsigen Boden.
Celegorm war sehr darauf bedacht, diesen unreinen Ort zu verlassen.

Während er sich Orodreths Sohn näherte, wurde dem Elbenherrn plötzlich die Befangenheit bewußt, die er in der Gegenwart des anderen empfand. Zu vieles hatte sich geändert. Bei ihrer letzten Begegnung war der jüngere Elb lediglich der Sohn des Königs von Nargothrond gewesen, und er selbst einer der engsten Berater Thingol Graumantels. Jetzt war er praktisch ein Niemand. Die Elben Eriadors mochten ihn ihren Herrn nennen, doch in Wahrheit folgten sie ihm und Galadriel, weil sie beide einen gewissen Ruf als ehemalige Bewohner Doriaths besaßen. Einen Ruf, den sie benutzt hatten, um die verstreuten Stämme und Familien der Nandor, Sindar und wenigen übriggebliebenen Noldor östlich der Ered Lindon zu vereinen. Jedoch besaßen sie kein eigenes Reich. Sie waren Flüchtlinge und Exilanten, weiter nichts.
Gil Galad hingegen wurde nun der Hohe König der Noldor Mittelerdes genannt. Und er trug diese Würde wie alle Könige der Noldor zuvor – mit zurückhaltendem Stolz und einem ausgeprägten Verantwortungsgefühl. Wahre Anführer waren sie, die Abkömmlinge Finwes, den Celeborn vor langer Zeit als Kind selbst gesehen hatte.

Als er dicht genug herangekommen war, grüßte er den Hohen König respektvoll, wie es ihm zustand. Gil Galad nahm die Ehrbezeugung des älteren Elben mit einem leichten Nicken zur Kenntnis.
‚Er ist gereift', dachte Celeborn. ‚Der Schmerz, den er erleiden mußte, und die Pflichten als Hoher König haben ihn an Verstand und Fea gestärkt. Seltsam, niemals habe ich in ihm einen Herrscher gesehen, nicht nach der Nachricht vom Tode seines Vaters und nicht einmal, als wir vom Fall Gondolins hörten. Doch es paßt zu ihm. Vielleicht ist er der König, den die Noldor in diesen Zeiten brauchen.'

Gil Galad lenkte sein Pferd neben jenes von Celeborn und verwandtschaftliche Freundlichkeit ersetzte die formelle Höflichkeit des Königs.
„Es tut gut, dich zu sehen, Onkel."
Er stellte Celeborn seine Begleiter vor. Der Elb aus Doriath kannte natürlich Círdan, und an Gildor Inglorion erinnerte er sich von seinen Besuchen in Nargothrond. Der ernsthafte, dunkle Erestor, offensichtlich aus der Sippe der Nandor, und der Hauptmann von Gil Galads Wache, Argon, ein junger, wachsamer Sinda, waren ihm hingegen unbekannt. Während er den Rest der Gruppe musterte, entging ihm durchaus nicht, daß sein Neffe darauf verzichtet hatte, Celebrimbor mitzubringen. Vermutlich war es auch gut so.

Galadriel beobachtete die Begrüßung zwischen ihrem Gatten und ihrem Neffen mit nachsichtiger Erheiterung. Seit seinem ersten Besuch in Doriath waren Gil Galad und Celeborn stets gut miteinander ausgekommen. Kaum verwunderlich, da die beiden sich in ihrem ruhigen Charakter so sehr ähnelten.
Ihr Blick wanderte zu dem Banner, das einer der Reiter trug. Zwölf silberne Sterne auf blauem Grund, seit Gondolins Fall das Zeichen des Hohen Königs.
War es nicht seltsam? All die Jahre in Valinor hatte sie sich danach gesehnt, ein eigenes Reich zu regieren. Es war für sie einer der wichtigsten Gründe gewesen, die Geheiligten Lande zu verlassen. Heute erlitt sie in doppelter Hinsicht ein Exil, und dieser Elb, der niemals das Licht der Zwei Bäume gesehen hatte, beinahe noch ein Kind in ihren Augen, war Hoher König der Noldor in Beleriand. Genau wie ihrem Vater Finarfin, der als einziger von Finwes Söhnen niemals nach der Hohen Königswürde gestrebt hatte, war auch Gil Galad der Titel beinahe gegen seinen Willen verliehen worden.
Sie kam über die Brücke und gesellte sich den anderen Elben hinzu.
„Ich grüße Euch, mein Hoher König Gil Galad."Sie mochte bei weitem die Ältere von ihnen sein, doch er war ihr König, ebenso wie auch das Oberhaupt ihres Hauses hier in Mittelerde –selbst wenn es nur aus ihnen beiden bestand.
„Und ich dich, Galadriel, Herrin von Eriador. Tante", fügte er weniger förmlich hinzu, ehe er eine ihrer Hände faßte.
Neugierig, wie Königswürde und Schicksal den Sohn ihres Neffen Orodreth verändert haben mochten, blickte sie tief in seine Augen, machte Gebrauch von dem Wissen, das Melian ihr vor so langer Zeit vermittelt hatte – und schrak beinahe vor dem Haß zurück, den sie in seinem Fea wahrnahm. So viel, so tief, so leidenschaftlich! Im Zaum gehalten, ja, aber beängstigend machtvoll.
Galadriel unterdrückte den aufsteigenden Schauder mit einem halbherzigen Lachen.
„Der Titel ist ziemlich übertrieben, Gil Galad. Einige der Elben jenseits der Berge haben beschlossen, unseren Ratschlägen zu folgen. Das dürfte mich kaum zu ihrer Herrin machen."

Ein Achselzucken. „Es ist nicht das Blut, sondern das Handeln, das den Herrn ausmacht. Die Sindar Eriadors haben dich sicher nicht aufgrund unserer entfernten Verwandtschaft zu König Thingol angenommen."
Er blickte über ihr Schulter zu Nargothronds zerstörten Toren. Von hier aus waren sie nur schwache, grausame Schatten im Nebel. Dann lenkte er sein Pferd etwas zu energisch zurück auf den Weg.
„Laßt uns aufbrechen. Es ist noch immer eine weite Reise und...es tut weh, es zu sehen."

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Sie folgten dem Narog flußaufwärts und überquerten dann die Talath Dirnen nach Osten. Entlang des Malduin und weiter nordöstlich, führte ihr Ritt schließlich durch das weite Tal zwischen den Ered Wethrin und den westlichen Crissaegrim, den großen Sirion zu ihrer Linken. Keiner von ihnen konnte seine Tränen unterdrücken, als sie an Tol Sirion vorbeiritten – so schnell, wie ihre Pferde nur galoppieren konnten.

Der Staub der Anfauglith bedeckte Reiter und Tiere gleichermaßen, als Galadriel ihre Stute auf dem Kamm eines niedrigen Hügels zügelte. Obwohl sie wußte, was sie erwartete, raubte der Anblick ihr dennoch den Atem.
Gil Galad schnappte an ihrer Seite nach Luft, als er das gigantische Feldlager sah, das sich unter ihnen ausdehnte. Es erschien unmöglich, daß Morgoth dem Heer aus Aman widerstehen können solle.
„Wenn wir eine solche Streitmacht bei der Dagor Bragollach oder der Nirnaeth gehabt hätten...", flüsterte er.

Sie machten keinen Versuch, ihre Anwesenheit zu verbergen, und bald schon kamen einige Reiter auf sie zu, ihre Speere senkend, als sie ihre eigene Sippe erkannten. Ihre schönen Gesichter mit leuchtenden blauen Augen waren eingerahmt von goldenem Haar, und sie waren wohlbewaffnet. Zum ersten mal in seinem Leben sah Gil Galad Angehörige des Volkes der Vanyar. (1)
„Wer seid ihr?", fragte der Anführer des Trupps auf Quenya und wiederholte die Frage gleich darauf in beinahe fehlerlosem Sindarin. Sein Tonfall war weniger höflich als vielmehr erfüllt von Neugierde. Auch er war noch niemals ihren entfernten Verwandten aus den Äußeren Landen begegnet.
Gil Galad ritt zur Spitze ihrer Gruppe. Er richtete sich auf, und plötzlich war er kein wegmüder Reisender mehr, sondern der stolze Führer seines Volkes.
„Ich bin Artanáro Finellach Gil Galad, der Sohn von Artaher aus dem Hause des Hohen Königs Arafinwë. Dies ist seine Tochter Artanis. Wir sind gekommen, um mit unserem Ahnherren zu sprechen."
Der Vanya konnte sein Erstaunen nicht verbergen. Nachdem er Gil Galad und Galadriel lange betrachtet hatte, verneigte er sich höflich.
„Seid willkommen, Herr. Bitte folgt mir."

Er führte sie in das Lager. Mit dem Wissen eines Lebens voller Kampf und Krieg beurteilte Gil Galad die Anzahl und Verteilung der Wachen. Sie hätten günstiger aufgestellt werden können, entschied er. Diese Elben besaßen offenbar Kenntnisse in der Kriegsführung, jedoch ermangelte es ihnen an Erfahrung.
Viele neugierige Blicke folgten ihnen, zu sehr unterschieden sie sich von allen anderen hier.

Da Gil Galad wünschte, seinen Großvater allein zu treffen, ließen er und Galadriel die anderen bei einigen fürsorglichen Noldor zurück.
„Und sei es nur, um ihm die Peinlichkeit und mir die Verlegenheit einer weiteren Verwechslung zu ersparen", sagte er augenzwinkernd zu Círdan, während er seinen dicken Mantel ablegte. (2)

Vor einem schlichten Zelt hielten sie inne. Nur das stolze, blauen und silbernen Banner des Hohen Königs der Noldor und die Blüte des Hauses von Finarfin kündeten von seinem edlen Bewohner. (3) Ihre Ankunft war offensichtlich bereits angekündigt worden, denn drei Elben erwarteten sie vor dem Eingang des Zeltes. Jeder von ihnen strahlte große Würde und Autorität aus, und die Macht ihrer Fear war deutlich zu spüren.
Gil Galad hatte nur Augen für den in der Mitte Stehenden. Ja, genau wie auf den Zeichnungen. So oft hatte Orodreth seinen Kindern die Bilder ihres Vorfahren gezeigt und darüber gescherzt, wieviel mehr er diesem glich, als seinem eigenen Vater Angrod. Die Ähnlichkeit war groß genug, um stechenden Schmerz zu bereiten.
‚Wie sehr ich wünschte, ich könnte dich wiedersehen, Ada, wieder deine Stimme hören...'

Galadriel hingegen lachte, und ohne sich darum zu kümmern, was einer Herrin der Noldor angemessen sein mochte, eilte sie zu ihrem Vater um ihn zu umarmen. Nach all der Zeit, während derer sie hatte annehmen müssen, ihn niemals wieder nahe zu sein, war jede Begegnung ein Grund für überwältigende Freude.
Finarfins Arm fassend, wandte sie sich zu ihrem Neffen um.
„Vater, dies ist Artanáro Finellach Gil Galad, der Hohe König der Noldor von Beleriand, Artahers Sohn."
Finarfin betrachtete den schlichten, dunkelhaarigen Elben vor ihm eindringlich, und zum ersten male sah er in die Augen eines Noldor, der niemals das Licht von Valinor erblickt hatte.

Gil Galad erwiderte die Musterung. Er hatte so vieles über seinen Urgroßvater gehört, der einst den Mut aufgebracht hatte, seinem Herzen zu folgen, einen Fehler einzugestehen und sich dem Urteil der Valar zu stellen.
Finarfin war größer als sein Enkel, sein Haar von schimmerndem Gold, in einer Schattierung, die Gil Galad bisher nur bei seinem Vater Orodreth gesehen hatte. Der Ausdruck auf seinem schönen Gesicht war sanft, friedvoll, mehr der eines Dichters denn eines Königs, und seine schlanken Hände schienen für die Feder geschaffen zu sein und nicht für das große Schwert, das an seiner Seite hing.
Lange standen sie so, einander betrachtend, und keiner sprach ein einziges Wort. Finarfin suchte in Gil Galads Antlitz nach Spuren seines Sohnes und seines Enkels und der jüngere Elb verhielt in Schweigen aus Respekt vor seinem König und Ahnherrn.

Schließlich trat Finarfin zu Gil Galad, und er nahm das Gesicht seines Urenkels in beide Hände, um leicht dessen Stirn zu küssen.
„Sei willkommen, Artanáro. Es ist eine große Überraschung, dich hier zu finden", und bei diesen Worten huschte sein Blick über Gil Galads Schulter zu Galadriel, und es war sowohl Dankbarkeit wie auch Vorwurf darin, „doch freue ich mich sehr darüber. Bitte komm herein, dort ist noch jemand, der glücklich sein wird, dich kennenzulernen."
Im Inneren des Zeltes erwartete sie eine wunderschöne Elbenherrin. Mit einem strahlenden Lächeln umarmte sie Gil Galad innig. Plötzlich war alle Sorge verflogen, die er um die Begrüßung gehabt haben mochte, die seine unbekannten Verwandten ihm zukommen lassen würden, hinweggeschmolzen unter der Wärme dieser Umarmung.
Auch sie war ihm bekannt.
„Großmutter Earwen", flüsterte er in das seidige Haar, das sein Gesicht streichelte.
Die Hohe Königin machte einen Schritt zurück und strich zärtlich über sein Gesicht und das dunkle Haar, ihn berührend als ob sie sich selbst seiner Anwesenheit versichern müsse.
„Du siehst deinem Vater nicht ähnlich."
Er lachte und hob nur ganz leicht die Schultern, um nicht den liebevollen Kontakt zu verlieren.
„Ich bin eher nach Mutter geraten. Finduilas war die Schönheit der Familie."
„Ich hätte auch sie beide gerne kennengelernt."
Er blickte zu Boden. „Höchstwahrscheinlich wirst du sie eines Tages kennenlernen, Großmutter. Im Gegensatz zu mir."
Die Berührung glitt zu seinen Lippen, um ihn zum Schweigen zu bringen.
„Still, mein Sohn. Du kannst nicht wissen, was die Zukunft bereithält."
Schließlich senkte Earwen ihren Arm und ließ ihn los, während sie sich setzten.

„Wir haben das Zeichen gesehen", begann Gil Galad. „Gil-Estel, den Stern der Hohen Hoffnung nennen wir ihn. So hat Earendil Valinor erreicht?"
„Das hat er", antwortete Finarfin. „Er sprach zu den Valar und rührte ihre Herzen."
„Ich bin froh, zu hören, daß es ihm gut geht. Einst waren wir Freunde, als er noch in Arvernien lebte. Leider habe ich schlechte Neuigkeiten für ihn zu überbringen. Sein Heim wurde vernichtet", er zögerte kurz, nicht sicher ob er enthüllen solle, wer die Angreifer gewesen waren, „und seine Frau Elwing...wir haben allen Grund anzunehmen, daß sie tot ist."Bei dem Gedanken wurde ihm die Kehle eng.
„Sie wissen es, Gil Galad", warf Galadriel ein. „Es besteht kein Grund, die Sippenmörder zu schützen."
Earwen lächelte beruhigend. „Sie ist nicht tot, mein Sohn. Durch die Gnade der Valar wurde Elwing gerettet und erreichte gemeinsam mit ihrem Gatten Valinor. Sie erzählte uns von dir und den anderen, und sie lehrte uns auch eure Sprache...ist alles in Ordnung?", fügte die Königin hinzu, von der Reaktion ihres Enkels verunsichert.
‚Elwing lebt!', hallte es immer wieder in Gil Galads Bewußtsein. ‚Sie lebt, es geht ihr gut und sie ist in Valinor, sicher, nichts und niemand kann ihr jetzt noch schaden. Von allen die ich liebe ist sie die einzige, die außerhalb der Reichweite von Morgoths Bosheit ist und doch lebt...'
„Elwing bedeutete ihm viel", erklärte Galadriel.
„Oh...ich verstehe", erwiderte Finarfin und hob vielsagend eine Braue.
„Es ist nicht diese Art...", brachte Gil Galad nicht ohne Schwierigkeiten mit stockender Stimme hervor. „Sie war mir eine Schwester, eine zweite kleine Schwester nachdem...nachdem Finduilas gestorben war. Sagt mir, werdet Ihr sie nach Eurer Rückkehr sehen?"
„Sehr wahrscheinlich. Möchtest du ihr etwas ausrichten lassen?"
„Ja. Bitte laßt sie wissen, daß es ihren Söhnen gut geht. Sie leben nicht weit von hier, in Thargelion. Maglor hat sich ihrer angenommen, er betrachtet sie als jüngere Brüder."
‚Nun, das ist es, was ich eine Überraschung nennen würde', dachte Galadriel und Earwen keuchte hörbar auf. Bis jetzt hatten sie geglaubt, die Jungen seien tot, ermordet wie ihre Onkel zuvor beim Fall von Doriath.
Finarfin konnte sein Erstaunen ebenfalls nicht verbergen. „Bei Maglor? Aber Elwing berichtete uns, gerade er und Maedhros hätten Arvernien zerstört."
„Das taten sie auch. Und sie nahmen die Zwillinge als Geiseln, sie wußten zu genüge, was andernfalls geschehen wäre."
Bestürzt nahm der Hohe König einen plötzlich aufwallenden Zorn in der Stimme seines Enkels wahr, den er angesichts dessen äußerer Ruhe nicht erwartet hätte. Der Eindruck war so schnell verflogen wie er entstanden war, und Gil Galad fuhr ruhig fort. „Inzwischen haben Elrond und Elros Maglor ebenfalls als älteren Bruder angenommen und scheinen glücklich mit ihm zu sein."
„Du hast sie also gesehen?"
„Ja, vor einigen Jahren."
Finarfin nahm gedankenverloren Earwens rechte Hand und streichelte sie zärtlich. „Wie seltsam das Geschick in unserer Familie waltet, da die Kinder die Mörder ihres Volkes zu lieben beginnen."
Gil Galad empfand das Bedürfnis, seine Neffen zu verteidigen. „Sie waren zu jung um zu verstehen, was geschehen war. Vielleicht können sie noch immer nicht das ganze Ausmaß von Maglors Tat ermessen. Verurteilt sie nicht dafür, die Liebe erwidert zu haben, die ihnen geschenkt wurde."
„Oh, das tue ich nicht. Ich wundere mich nur."
Der jüngere Elb verlagerte sein Gewicht, wie um mit seiner Haltung auch das Thema zu wechseln.
„Großvater, Ihr habt mir von Elwing erzählt. Gibt es auch irgendwelche Nachrichten von meiner Cousine Idril Celebrindal und ihrem Gatten Tuor? Sie verließen uns, um in den Gesegneten Landen zu leben."
Diesmal antwortete Earwen. „Wir hörten von ihrer Ankunft, ungefähr ein Jahr, nachdem Earendil Aman erreichte (4) Sie leben weit abgeschieden von allen anderen in einer kleinen Bucht im Süden. Ich kann nicht sagen, ob sie selbst die Einsamkeit wünschten oder ihnen diese auferlegt wurde, doch unglücklich erscheinen sie nicht."Nachdenklich legte sie den Kopf schräg. „Vater hat mir berichtet, Tuor werde aufgrund seiner Liebe zu unserem Volk als einer der Noldor angesehen, so wie die Tochter Thingols wünschte, das Los der Zweitgeborenen zu ertragen. Es ist seltsam, wie das Schicksal sich wiederholt."(5)
Mit deutlicher Erleichterung rief Gil Galad aus, „Großmutter Earwen, Großvater Arafinwe, allein für diese guten Nachrichten seid dreimal willkommen in den Hinnenlanden! Obwohl das Heer, das Ihr mit Euch bringt", er nickte zum Eingang des Zeltes hin, „auch kein schlechter Grund ist. Wie viele Krieger zählt diese Armee?"
„Fünfundsiebzigtausend", antwortete der Hohe König zurückhaltend.
Gil Galad lachte auf. „Ich fürchte, so viele werde ich nicht aufbieten können."
„Du wirst nicht einen einzigen aufbieten"erwiderte Finarfin mit plötzlichem Ernst.
Schlagartig verschwand alle Erheiterung aus Gil Galads Augen. „Wie meint Ihr das?"
„Ich meine damit, daß die Elben Beleriands nicht an diesem Feldzug teilnehmen werden. Dies ist nicht euer Krieg."
„Nicht unser Krieg? Was soll das heißen? Seit dem Erwachen an Cuiviénen hat Morgoth uns verfolgt, und ganz besonders jene, die in Mittelerde zurückblieben. Wessen Krieg soll es sein, wenn nicht der ihre? Und die Noldor haben ihre eigenen Gründe, gegen ihn zu kämpfen!"
Finarfin richtete sich auf. „Es ist zuerst und vor allem der Krieg der Valar."
„Ich bestreite nicht, daß es ihr Krieg ist. Ich bestreite, daß es nicht der unsere sei. Ist Euch klar, wie lange wir auf die Gelegenheit warten, Rache zu nehmen für all die Toten, all das Leid, das wir erleiden mußten? Für die Dagor Bragollach, die Nirnaeth Arnoediad, für Gondolin, Doriath und Nargothrond? Mehr als drei Viertel aller diesseits der Ered Luin lebenden Eldar sind seinen Orks und Drachen zum Opfer gefallen! Es ist unser Krieg, versucht nicht, das zu bestreiten!"
Er machte keine Anstalten, seinen Zorn zu verbergen. So einfach beiseite geschoben zu werden, nach all den Jahren der Gefahr, des Leids und der Schmerzen, als wären sie nur Kinder, die jetzt den Erwachsenen Platz machen sollten...
„Dennoch werdet ihr hier nicht gebraucht."
„Nein? So sagt mir, mein Hoher König Arafinwe, wieviel Erfahrung könnt Ihr im Gefecht gegen Morgoths Geschöpfe vorweisen? Wie vielen Orks habt Ihr bisher gegenübergestanden? Was wißt Ihr von ihnen, ihren Sitten, ihren Ängsten, den besten Taktiken? Ich mag jung sein in Euren Augen, doch ich habe mein ganzes Leben mit dem Kampf gegen sie zugebracht. Und das ist etwas, was keiner Eurer Krieger von sich behaupten kann! Euer Heer mag zahlreich sein, doch ohne Erfahrung werdet Ihr mehr von ihnen verlieren als notwendig. Ist das Euer Wunsch?"
„Mein Wunsch, Sohn meines Enkels, ist es, dich und die deinen in eure Heimat zurückkehren zu sehen. Ich stimme dem zu was du sagst. Dennoch wirst du sicherlich Eonwe eine weit größere Erfahrung zusprechen, als irgendeiner der Quendi für sich gelten machen könnte? Bitte, Artanáro, geh zurück nach Balar. Warte dort, bis dieser Feldzug vorbei ist."
Konnte er es denn nicht verstehen? Warum begriff dieser so junge und doch bereits so geschundene Elb denn nicht, daß er nur um seine Sicherheit und sein Wohlergehen besorgt war?

In diesem Augenblick war der Hohe König Finarfin weder an der Rolle seines Abkommen im Laufe Ardas, noch dem zukünftigen Schicksal interessiert. Alles was ihm etwas bedeutete war sein Urenkel, den er nicht ebenso verlieren wollte wie er all seine Söhne verloren hatte.
„Stelle dich nicht gegen den Willen der Aratar. Die Noldor taten dies schon einmal, und es brachte ihnen nur Unglück."
„Und es brachte mich in diese Welt, was ich noch immer sehr zu schätzen weiß."
„Ich verstehe deinen Ärger, Artanáro, dennoch-"
„Verstehen? Was glaubt Ihr zu verstehen, Herr? Ihr habt sie nicht sterben sehen, Euer Volk, Eure Freunde, Eure Familie. Ihr könnt nicht ermessen, was es heißt, ein erfrorenes Kind im Arm zu halten. Und sicherlich kann es auch keiner der Vanyar dort draußen."
Finarfin atmete tief ein. Seine Antwort war lediglich ein schwaches Wispern. „Ich kann es verstehen, Sohn. Ich habe Alqualonde erlebt."
Galadriel legte eine Hand auf Gil Galads Unterarm. „Finellach, laß es gut sein, wenigstens für den Augenblick."
Gleichermaßen berührte Earwen beruhigend die Schulter ihres Gatten. Stolz war in ihren Augen. Wahrlich, ihre Tochter Artanis hatte sich sehr gewandelt von dem kleinen Mädchen, das auf ihrem Schoß gesessen und um Geschichten gebettelt hatte. Und wer hätte gedacht, daß der so ruhige und zurückhaltende Artaher einen so energischen Sohn hervorbringen würde? Sie schätzte seine Entschlossenheit sehr. Manchmal war selbst Arafinwë der Weise zu blind zu sehen.
„Du hast Recht, Tochter", sagte sie. „Warum bleibt ihr nicht erst einmal hier, eßt etwas und ruht? Wir können später weiter darüber sprechen."
Doch Gil Galad erhob sich mit einem verächtlichen Lächeln.
„Ich danke Euch für Eure Freundlichkeit, Großmutter. Doch ich habe Freunde und ein Volk dort draußen, die ich nicht allein lassen will."
Er wandte sich zum Gehen.
„Artanáro?", rief Finarfin.
Auf halben Wege zum Eingang hielt der jüngere Elb inne.
„Ja, mein Hoher König?"
Oh, wie schmerzlich höflich seine Stimme klang! Es brach Finarfin das Herz. Und dennoch mußte er versuchen, seinen Großenkel zu schützen. Um der von Eonwe verkündeten Zukunft willen, doch mehr noch aus Liebe zu ihm.
„Handle nicht unbedacht."
Anstatt einer Antwort schenkte Gil Galad seinem Verwandten nur ein weiteres, abfälliges Lächeln. Dann wandte er sich ab und ging.

Mit raschen Schritten zu seinen Leuten zurückzugehen half ihm ein wenig, seinen Zorn und seine Enttäuschung zu überwinden. Er hatte nicht die geringste Absicht, auf seine Rache an Morgoth zu verzichten. Die Teleri und Noldor Beleriands würden nicht abseits bleiben. Sie würden kämpfen, mit oder ohne die Erlaubnis von Arafinwë Finarfin.

Erestor kam ihm entgegen. Angesichts des Ausdrucks auf dem Gesicht seines Königs war er klug genug, keine Fragen zu stellen.
„Wir kehren nach Balar zurück. Sofort."
Der Schock ließ Erestor sogleich sämtliche Klugheit vergessen. „Zurückkehren? Und....und dieser Krieg?"
Gil Galad lachte bitter auf. „Mein edler Urgroßvater hat mir mehr als deutlich klargemacht, daß unsere Anwesenheit in diesem Krieg weder notwendig noch erwünscht ist. Seiner Ansicht nach sind die Elben Amans sehr gut in der Lage, ohne unsere Hilfe mit Morgoths Orks fertig zu werden. Elbereth, er weiß noch nicht einmal, wovon er spricht! Und er begreift nicht, daß wir ein Recht haben, hier zu sein!"
„Und was werden wir nun tun?", fragte einer der anderen.
Gil Galad senkte die Stimme. „Wir werden nach Balar zurückkehren, wie man es uns aufgetragen hat."Er hielt kurz inne. „Und sobald wir genügend Krieger einberufen haben, werden wir zurückkommen und mitkämpfen, mag es dem Hohen König nun gefallen oder nicht."
Tief im Innern tat es ihm allerdings bereits leid, so unfreundlich zu seinem Urgroßvater gesprochen zu haben.

Und so geschah es. Gil Galad reiste zurück nach Balar und sandte Boten an alle Siedlungen, die ihm Gehorsam zollten. Viele von ihnen antworteten, von dem Binnenland an der Bucht von Balar bis hin zu den Sindar, die verstreut im ehemaligen Reich von Nargothrond lebten. Die Edain, die um Balar herum lebten, folgten ihm ebenfalls und er bat sie, ihre Verwandten im Norden zu unterrichten. Als sie zurückkehrten, erfuhr er zu seinem großen Ärger, daß sie bereits von Eonwe selbst zum Kampf aufgerufen worden waren und ihre Truppen versammelten. Ihre Bitte, sein Heer mit dem ihren zu vereinigen, trug wenig dazu bei, den Zorn des jungen Königs zu besänftigen. Wieso war es den Zweitgeborenen erlaubt, ihre Heimat und jene, die sie liebten, zu verteidigen, während seinem Volk aufgetragen wurde, bloß abzuwarten?

Ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr aus dem Norden zog der Hohe König der Noldor-im-Exil schließlich in den Krieg, mit so vielen Kämpfern, wie er nur aufbringen konnte, ohne Balar vollkommen schutzlos zurückzulassen. Und doch war das, was ihm schließlich über die Ebene von Anfauglith folgte, weniger eine Armee als vielmehr nur eine kleine Streitmacht.

Grimmige Vorfreude erfüllte die Elben Beleriands, denn nun konnten sie endlich Vergeltung üben für all den Kummer, den Morgoth über sie gebracht hatte, und sie sangen, als sie in die Schlacht zogen.

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Zur selben Zeit bereiteten auch Maedhros und Maglor sich auf den Krieg vor. Niemand hatte sie von dem Bann auf den Elben von Beleriand unterrichtet, und hätten sie davon gewußt, hätten sie es nicht beachtet. Niemand besaß mehr Grund, am Schwarzen Feind Rache zu nehmen als die Söhne Feanors!

Dennoch mußte Maedhros zugeben, daß seine Streitkräfte wenig beeindruckend waren. Er ließ gerade genügend Krieger zurück um seine zweite, kleinere Festung zu verteidigen – genaugenommen ein bloßes Versteck für jene, die an den Kämpfen nicht teilnehmen konnten - dennoch war sein ‚Heer' ein bloßer Trupp. Bitter reuten ihn nun die schweren Verluste Arverniens.
Und unter jenen, die zu den Waffen gerufen wurden, befanden sich auch Ael und ihre Gefolgsleute.

Als das weit größte Hindernis erwiesen sich Elrond und Elros. Maedhros konnte die Gefühle der Jungen verstehen. Sie hatten ihre Eltern verloren, ihr erstes Zuhause, ihre Familie – oder jene, die sie dafür hielten – und jetzt zog Maglor in den Krieg. Ein Krieg gegen niemand geringeren als Morgoth selbst. Wer konnte ihnen Vorwürfe dafür machen, sich an seinen jüngeren Bruder zu klammern und ihn anzuflehen, bei ihnen zu bleiben?
‚Verflucht sei Morgoth, verflucht sei all das Kämpfen, verflucht sei der Schwur!'
Schockiert angesichts dieses Gedankens, der ihm vollkommen unerwartet gekommen war, hielt Maedhros inne. War dies es, was der ganze Schmerz ihm angetan hatte? Hatte dieser ihn dazu gebracht, die Wünsche seines Vaters und die eine Pflicht, die er seinen Söhnen auferlegt hatte, zu verraten?
Er schüttelte den Kopf, um die unerwünschten Gefühle zu verscheuchen.

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Fußnoten:

(1) Vanyar-Wachen mit Speeren bewaffnet: So wie die Noldor am liebsten Schwerter benutzten und die Sindar Äxte, war der Speer die bevorzugte Waffe der Vanyar.

(2) eine weitere Verwechslung: in Kapitel X „Die lange Reise"hat Círdan (verständlicherweise) Gildor Inglorion für Gil Galad gehalten, da er erwartete, Orodreths Sohn gliche dem Rest seiner Verwandtschaft.

(3) das blaue und silberne Banner des Hohen Königs: Ich konnte nicht herausfinden, ob Blau und Silber nur von Fingolfins Haus verwendet wurde. Doch da Gil Galad sie für sein Banner benutzte, nehme ich an, daß sie allgemein als die Farben des Hohen Königs angesehen wurden.

(4) die Ankunft von Idril und Tuor in Aman nach Earendil: bei seiner Ankunft erkundigte Earendil sich nach seinen Eltern, doch konnte ihm niemand von ihnen berichten. Sie müssen also nach ihm in den Geheiligten Landen angekommen sein.

(5) das Schicksal von Idril und Tuor: Tolkien hat uns nur eine sehr vage Vorstellung dessen hinterlassen, was nach der Abreise beider aus Arvernien geschah. [„In späteren Zeiten wurde gesungen, Tuor allein unter den sterblichen Menschen sei zum älteren Geschlecht gezählt und mit

den Noldor vereinigt worden, die er liebte; und sein Schicksal ist vom Schicksal der Menschen geschieden."]

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2. A/ N

Ja, Gil Galad kann auch mal wütend werden, selbst gegenüber dem Hohen König aller Noldor. Ich fand es selbst sehr interessant, die Interaktionen der Charaktere bei ihrer Entwicklung zu beobachten. Es gibt Momente, in denen ich wahlweise Finarfin oder Gil Galad etwas Vernunft einbleuen möchte. Beide sind viel zu sehr in ihrer eigenen Sichtweise verfangen.

Ich habe es bereits in einem der früheren Kapitel erläutert: ja, Gil Galad ist Finarfins Urenkel und Galadriels Großneffe etc. Trotzdem werdet ihr feststellen, daß er manchmal nur „Enkel"oder sogar „Sohn"genannt wird. Natürlich geschah dies nicht aus Gedankenlosigkeit. Ich gehe davon aus, daß die Elben sich die Mühe sparen würden, jedesmal die genaue Verwandtschaftsbezeichnung aufzusagen. Man stelle sich mal vor, was ein Ur-ur-ur-urgroßvater sagen müßte!