Sie hat auch schon sehr viel ERFAHRUNG

Als Rory in New York ankam war es 16 Uhr, die Fahrten nach Stars Hollow waren zwar lang und bei Berufsverkehr sehr nerven aufregend, aber sie unternahm sie trotzdem gerne. Sie sah ihre Mutter nun mal nicht besonders oft. As sie also um sieben nach vier in ihrem Apartment stand, schnappte sie sich Stift und Papier und begann eine Liste zu schreiben. Unter anderem war, Kühlschrank aufräumen, Wäsche waschen, Arbeitsmaterial zusammensuchen, Staubsaugen, Staubwischen, Müll raus tragen und Fenster putzen, auf besagter Liste zu finden.

Bis auf ein paar Sachen rührte Rory nie auch nur den Finger um eines dieser Dinge zu machen.

Als sie allerdings um 19 Uhr mit allem sich auf der Liste befinden Arbeiten fertig war, wusste sie das sie wohl keine andere ausrede mehr finden konnte und griff widerwillig zum Telefon.

Der Zettel mit der Nummer lag neben dem Telefon bereit. Sie tippte die Nummer und wartete auf das Besetztzeichen, oder den Anrufbeantworter.

„Bitte lass ihn nicht zu Hause sein. Bitte, bitte!"

Dieses Mantra wiederholte sie nun seit mehr als drei Stunden doch alle Hoffnungen, alle Träume zerplatzen, als sich am anderen Ende die etwas verschlafen Stimme von Tristan Dugrey meldete.

„Dugrey."

In Rorys Kopf arbeiteten die Rädchen, warum sollte ein junger Mann Mitte 20 um 19 Uhr schlafen?

„Hallo? Sind sie noch dran?", eindeutig die Stimme war total schlaftrunken.

„Äh, hey Tristan, hier ist ähm Rory… Gilmore."

Nun war ihre Gesprächspartner hellwach, das war so ziemlich die letzte Person an die er dachte, die anrufen würde.

„Hey Rory."

„Ah, du wunderst dich bestimmt, warum ich anrufe."

„Nun ja, ein bisschen." Tristan musste lächeln, er hätte nicht gedacht, dass sie sich bei ihm melden würde. Er dachte eher das er sei anrufen müsste, das er nicht betteln müsste wusste er, er hatte ihre Reaktion gestern bemerkt. Sie war enttäuscht.

„Also ich will dich nicht wirklich stören, du scheinst geschlafen zu haben, ich kann dich morgen anrufen."

„Nein, nein, ich bin bei einem Film eingeschlafen, du hast mich nicht gestört, du störst nie, du kannst jederzeit anrufen oder vorbeikommen."

„Ääääh, ja. Na ja also wieso ich anrufe."

„Ich bin ganz Ohr."

„Also ich war heute in Stars Hollow, da wo ich aufgewachsen bin und ja, also ich hab mit meiner Mutter geredet, sie wollte alles wissen, du hast ja mit ihr telefoniert. Na ja sie meinte, das ich ihr nicht genug erzählt hätte und tja sie besteht darauf das du sie besuchen kommst. Am 4. Juli. Also eigentlich müsstest du schon ein paar Tage früher kommen, wir feiern dieses Jahr sehr ausführlich. Natürlich musst du nicht kommen, wenn du was anderes geplant hast oder keine Lust hast zu kommen. Dann musst du es natürlich nicht. Aber falls du dich entscheiden würdest, würdest du ein Zimmer im Dragonfly-Inn bekommen, gratis, du wärest natürlich Gast. Du hättest ein schönes Zimmer und wenn ich bei der Zimmereinteilung mithelfe, würdest du eines mit Kamin und wunderschöner Aussicht bekommen. Alle würden im Inn wohnen, also alle Gäste meiner Mutter unter anderem Paris, du könntest sie mal wieder sehen, ähm ja… bis du eigentlich noch da?"

Tristan saß auf seiner Couch und tat sich schwer das Lachen zu unterdrücken. Er wusste dass sie schnell redete, vor allem wenn sie nervös war. Aber jetzt hatte sie sich selbst übertroffen in der Leistung. Ein Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde wäre ihr sicher.

„Tristan?"

„Bekomme ich auch eine Stadtführung?"

„Sightseeing Tour durch Stars Hollow ich werde dir Plätze zeigen, von denen andere noch nie gehört haben."

„Dann darfst du mich als Gast bezeichnen."

„Meine Mutter wird sich freuen."

„Und du?"

„Was und ich?"

„Wirst du dich freuen?"

„Hey sich schlage hier schon Räder vor Freude."

„Ernsthaft Gilmore. „ Es war für ein paar Sekunden still.

„Ja, ich gebe zu, ich freue mich, aber nicht so sehr wie sich Ms. Patty freuen wird.

„Ms Patty? Willst du mich verkuppeln, Gilmore? Ich bin enttäuscht, nein am Boden zerstört."

Rory fühlte sich um einiges wohler, irgendwann ist ihr ein reisen Stein vom Herzen gefallen.

„Sie sieht für ihr Alter wirklich nicht schlecht aus..."

„Für ihr ALTER?"

„Sie würde dir sicher gefallen..."

„ALTER?"

„Sie hat auch schon sehr viel ERFAHRUNG."

„Gilmore... du machst mir Angst."

„Ich?... ich bin ein Engel..."

„Oh nein bist du nicht!"

„Wah?... Hör mal! Ich bin sehr wohl ein Engel."

„Ich bin mir sicher das du keiner bist.."

„Da spricht der richtige... Luzifer."

„Luzifer?... Mein Kosename?"

„Jup."

„Bist du sicher das der nicht zu schwer zum aussprechen wird?"

„Für wie dumm hältst du mich? Tristan ich kann schon reden", Rory tat nun schon als würde sie mit einem Neugeborenen reden. Auf diese „Hallo-ich-bin-deine-T A N T E-Nummer".

„Jaja ich weiß das du reden kannst... aber ich hab da so Erfahrungen mit z-ts in Namen. Die meisten sind dann zu Gott übergestiegen."

„TRISTAN."

„Ja das kam auch einige Male vor."

„Ok ich werde jetzt A-U-F-L-E-G-E-N."

„Ach nein bleib noch... wenn du mich schon mitten in meiner Fernsehzeit unterbrichst und mir den Film verdirbst, dann kannst du wenigstens so lange telefonieren bis es MIR zu dumm wird."

„Tristan... du hast geschlafen."

„In meiner Fernsehzeit."

„Du hast vom Film nichts mitbekommen."

„Spielt keine Rolle."

„Ahja."

„Also Ms. Patty?"

„Du wirst sie mögen."

„Irgendwas sagt mir das ich das nicht tun werde."

„Naja sie wird dich LIEBEN."

„Ahja?"

„Da bin ich mir ziemlich sicher."

„Kann ich die Einladung noch abweisen?"

„Du willst nicht mitkommen?"

„Du hältst mir diese Ms. Patty vom Hals und ich bin Wachs in deinen Händen."

„Äh... das wird dann etwas schwer werden."

„Achja?"

„Wir sagen ihr einfach du hättest eine Beziehung."

„Und das hilft?"

„Wahrscheinlich nicht."

„RORY!"

„Du kannst die Einladung nicht mehr zurücknehmen."

„Kann ich nicht?"

„Nein... meine Mutter wäre todtraurig."

„Deine MUTTER?"

„Ja."

„Wie sieht die denn aus?"

„Vergiss es Tristan. Sie ist doppelt so alt wie du... und vergeben."

„Vergeben?"

„Naja noch nicht offiziell... aber irgendwann wird was zwischen ihr und Luke laufen."

„Wann ist irgendwann?"

„Irgendwann in der Zukunft."

„Und ich dachte in der Vergangenheit."

„Tja da haben wir den beweis."

„Welchen Beweis?"

„Das du dumm bist und ich intelligent."

„Ich bin nicht dumm!"

„Ach nicht?"

„Nein denn ich hab ne Idee wie ich mir diese Paffy vom Leib halte."

„PATTY... P-a-t-t-y."

„Wie auch immer..."

„Klar Triscuit."

„Hey!..."

„Ja?"

„Verwende niemals mehr diesen Namen."

„Uhhh... ich bekomme Angst."

„Das zahl ich dir alles heim."

„Achja?"

„Ja ich schlage zwei Fliegen mit einem Klatscher."

„Welche 2 Fliegen... ich bin nicht so dick das ich als Mehrzahl gelten könnte."

„Nein aber ich hab das Problem Putty gelöst."

„Patty."

„Du spielst einfach meine Freundin. Mh mh mh? Was hältst du davon?"

„Gar nichts."

„Ich kann mir ne Lederjacke anlegen, würdest du dann mitspieln?"

„Eine Lederjacke?"

„Das mit den langen Haaren bekomm ich in so kurzer Zeit nicht hin... aber ich kann so komisch gehen wie Ladenjunge."

„Dean?"

„Ja."

„Was hat das damit zu tun?"

„Naja würdest du dann meine Freundin spieln?"

„Tristan!"

„Rory!"

„Das hat nichts mit der Lederjacke zu tun!"

„Dann sinds doch die Haare. Also dagegen kann ich höchstens was in 3 Monaten unternehmen."

„Das hat auch nichts mit deinen Haaren zu tun!"

„... Mit meiner größe?"

„Soll ich zu dir kommen und dich schlagen damit du aufhörst?"

„Huhu kinky... gerne wann kannst du da sein?"

Rory war perplex, niemand außer ihre Mutter verwirrte sie so sehr... und vor allem bei jedem anderen hätte sie schon längst aufgelegt."

„Huhu? Rory.. lebst du noch... Du hättest auflegen müssen bevor du zur Tür rausrennst... obwohl ich es dir nich übel nehme wenn du auf den schnellsten weg zu mir kommst."

„Tristan!"

„Rory!"

„Hör auf so... obszön zu sein!"

„Ach komm schon Rory. Du redest hier mit mir, du kannst ruhig pervers sagen... keiner wird dich verurteilen."

„Das Telefon könnte abgehört werden."

„Klar von der Küchenscharbe in der Wohnung unter mir."

„Du hast KÜCHENSCHARBEN in deinem Haus?"

„Nein nur Ratten."

„Wäh."

„Das war ein Scherz!"
"Ich werde NIEMALS einen Fuß in dein Haus setzen!"

„Wollen wir wetten?"

„Ich wette nicht."

„Bitte?"

„Ich wette nie."

„Wieso nicht?"

„Ich verliere immer..."

„Oooook also wo waren wir?... Achja kommst du nun oder nicht... ich sollte das wissen... dann räum ich meine Wäsche aus dem Schlafzimmer."

„Ich hab besseres zu tun."

„BESSERES?"

„Ja besseres."

„So wie ich dich kenne, hast du wahrscheinlich schon alles gemacht was an Arbeit anfällt."

„Ich muss meine Mutter anrufen."

„Ein Telefongespräch mit deiner Mutter ist wichtiger?"

„Ich muss ihr sagen das du kommst."

„Das kannst du auch morgen machen!"

„Ich arbeite morgen!"

„Blau machen?"

„Ich hab noch nie blau gemacht!"

„Grund um es einmal zu tun."

„Das wird niemals geschehen."

„Werden wir noch sehen."

„Kommen wir zum wichtigen..."

„Wann bist du da?"

„Bitte?"

„Wie schnell kannst du hier sein... das ist wichtig?"

„Warum sollte ich zu dir kommen?"

„Hey wer steht hier auf Prügeleneinheiten?"

„Ich ignorier das jetzt einfach..."

„Ich würde am 1ten Juli nach Stars Hollow fahren."

„Am ersten?"

„Zu früh?"

„Nein das passt ist mein erster freier Tag... fahren wir mit einem Auto?"

„Ist umweltfreundlicher."

„Gott bitte sag mir das du kein Greenpeace-Futzi bist."

„Hat hier jemand was gegen Greenpeace?"

„Nope... also mit deinem oder meinem Auto?"

„Mit meinem... das erregt nicht so viel aufsehen."

„War das ein Kommentar gegen mein Auto?"

„Nein aber meine Stadt ist sehr sehr SEHR klein... da fällt sogar ein BMW auf."

„Also ist mein Auto cool."

„Ja Tristan, dein Auto ist wirklich beeindruckend."

„Schön das du es magst. Ich werde es nicht hergeben."

„Was für einen Grund hat es das du mir das sagst?"

„Naja wenn wir heiraten und du deine 2,4 Kinder hast... und dir einbildest du brauchst eine Familienkarosse... mein Auto will ich behalten!"

„Wir werden nicht heiraten Tristan."

„Es sind DOCH meine Haare!"

„Am ersten Juli bei mir, die Adresse weißt du, Punkt 11 Uhr vormittags, oder ich fahre ohne dich."

„Bye Rory!"

„Bye"

Damit verabschiedete sich Rory mit einem strahlen auf dem Gesicht und einem merkwürdigen Gefühl in der Magengegend.