A/N: So, das nächste Pitel. Es wird ziemlich – nun ja – „heftig" werden. Man bedenke, wie Draco und Harry einmal zueinander standen bzw. stehen. Aber hey, Harry hat ja alles im Griff. Und ich bin zu obszönen und allzu umgangssprachlichen Formulierungen nicht fähig. :o) Von dem her habt ihr nicht so viel zu befürchten. Ich hoffe einfach nur, dass das Pitel euch gefällt. Grüßlis... LeakyC
Disclaimer: s. Bio
Warning: Slash: Lime, später Lemon (Harry/Draco)
Danke:
-meiner Beta Maia
-Ellie172: Meine Liebste... :smile: Was meintest du denn mit Total-Umbau? Ach ja, und gegen die Cliifies ist kein Mittel gewachsen, das ist ganz schlimm bei mir. ;)
-moonshine88: Na, inzwischen bist du ja aus dem Skiurlaub zurück... Hab dich ganz vergessen zu fragen, wie's war. :o)
-gilraen normalanya: Der ungewöhnliche Anfang war gar nicht geplant, aber thanx. :)
-leah-chan1: Die Fanfiction spielte im Prolog im 7.Jahr, aber ich denke, das hättest du dem folgenden Teil entnehmen können. :)
-yvi: Ist doch kein Problem, wo du reviewst, solange du es tust. :D
-Megchen, teufelchennetty und Isabelle de Lioncourt
Bitte: Kommis, Reviews und meinetwegen auch Mails. Ich bin für alles zu haben.
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„Ich gratuliere Ihnen, Mister Potter." Der leitende Zauberer am St. Mungo übergab Harry eine Pergamentrolle, auf deder sich sein Zeugnis über die bestandene Prüfung befand. „Ich freue mich, einen so talentierten und kompetenten neuen Heiler in unseren Kreisen begrüßen zu können."
„Danke." Harry strahlte über das ganze Gesicht, als er sein Abschlusszeugnis in Empfang nahm. Er hatte es tatsächlich geschafft. Er war Heiler. Er hatte seine Prüfungen am Institut für magische Heilberufe bestanden und war nun examinierter Fachmann in Muggelorthopädie und magische Anatomie.
„Ich habe es Ihnen schon einmal angeboten", fuhr der rundliche Mann vor ihm fort, „Sie können jeder Zeit hier eingestellt werden, wenn Sie es nur möchten."
„Ich werde sicher darauf zurückkommen.", erklärte Harry. „Aber jetzt", er machte eine Pause und seine Gedanken flogen zu einem Haus in der Cottonfield Street, „habe ich erst einmal noch eine Aufgabe zu erledigen. Und ich hoffe, dass Sie mir alle", er lächelte seine Kollegen und Vorgesetzen an, „genug Geduld und Wissen mitgegeben haben, damit ich diese erfüllen kann."
„Das wage ich nicht zu bezweifeln.", meinte der Heiler, auf dessen Station Harry zuletzt gearbeitet hatte, zuversichtlich.
Harry lächelte ihm dankbar zu. Was seine Fähigkeiten wert waren, würde er noch früh genug erfahren...
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Es war gegen fünf Uhr nachmittags, als er sich dann endlich von den Abschlussfeiern seines Jahrgangs losreißen konnte. Noch heute wollte er seine neue Aufgabe angehen. Ein Ziel, das er sich selbst gesteckt hatte. Aus welchem Grund auch immer. Aus Neugierde, aus Tatendrang, aus dem Wissen, dass er gar nicht umher kam, als sich endlich selbst was zu beweisen? Nein. Er suchte kein Objekt, an dem er forschen konnte, sich austoben konnte. Er wollte helfen. Darauf hatte er geschworen.
Als er dann in der Cottonfield Street stand und sich das kleine Häuschen mit der Nummer Acht besah, fragte er sich, ob es wirklich richtig war, was er vorhatte. Immerhin hatte er keinerlei Beweis, dass er hier gebraucht wurde. Um genau zu sein, kannte er die Person, die nun schon seit fast fünf Jahren in diesem Haus wohnen sollte, gar nicht mehr.
Seine Erinnerungen flogen zurück zu dem Tag, an dem alles passiert war. Es war ein wunderschöner Frühlingsmorgen gewesen. Strahlend blauer Himmel, gleißende Sonne - ideale Bedingungen für ein Quidditchspiel. Die Partie Slytherin gegen Ravenclaw hatte sich entscheiden sollen. Draco Malfoy war auf den Schnatz zugestürmt. Und dann war es passiert. Aus einem ihm bis zu diesem Tage nicht ersichtlichen Grund war Draco plötzlich getaumelt, hatte das Gleichgewicht verloren, war gesunken, genau in die Flugbahn der Sucherin der Ravenclaws geraten, die nicht mehr hatte abbremsen können, war mit ihr gemeinsam gegen einen Zuschauerturm geprellt und dann in die Tiefe gestürzt. Durch die blitzschnelle Reaktion eines Siebtklässlers war Jasmin Clark heil am Boden gelandet, während Draco schwere Verletzungen davongetragen hatte. Er war auf der Stelle nach St. Mungo eingeliefert worden und seit diesem Tage nicht wieder in die Schule zurückgekehrt. Gerüchte hausierten, auch heute noch, eines so schlimm wie das nächste. Und doch schien niemand etwas Genaueres zu wissen.
Harry hatte sich Sorgen gemacht. Er hatte es nie für möglich gehalten, aber er hatte seinen Widersacher vermisst. Nicht, weil ihn nun niemand mehr belästigt und beleidigt hatte, sondern weil nichts mehr wie zuvor gewesen war. Bei jedem Quidditchspiel hatte er den Zusammenprall gesehen, den blonden Jungen in die Tiefe stürzen sehen. Jeder Blick auf Dracos Platz in Zaubertränke hatte bleierne Schwere in seinen Gliedern hinterlassen.
Ein Versuch, mit Hermine darüber zu sprechen, was ihm durch den Kopf gegangen war, war daran gescheitert, dass sie geglaubt hatte, er hätte sich Vorwürfe gemacht, für etwas, von dem er gewusst hatte, dass er nicht schuld gewesen war. Und so waren sie erst an dem Tage, an dem sie sich hatte entscheiden sollen, welchen Beruf sie in Zukunft ausüben wollten, wieder darauf zu sprechen gekommen. Harry hatte es sich lange überlegt und mit niemandem darüber geredet. Doch dann, als er zum hundersten Male den gleichen Albtraum gehabt hatte, in dem ein Mensch starb, weil er ihm nicht helfen konnte, hatte für ihn festgestanden, dass er nur eines wollte: Menschen heilen.
Seine Freunde hatten ihn zunächst verwirrt angesehen, dann war ihm Hermine jubelnd um den Hals gefallen. Natürlich hatte sie nie geglaubt, dass er beruflich in diese Richtung hatte gehen wollen, aber sie war begeistert gewesen. Sie selbst hatte Kauffrau für magische Literatur werden wollen und seit Monaten von ihrem ersten kleinen Laden in der Winkelgasse geträumt...
An seinem letzten Abend in Hogwarts hatte Harry noch ein langes Gespräch mit Professor Dumbledore geführt. Das hatten sie sich seit jeher vorgenommen und Harry hatte auch eine Menge Fragen an den alten Zauberer gehabt. Systematisch hatte er das Gespräch irgendwann auf Quidditch und Dracos Unfall gelenkt. Schlussendlich hatte er es dann auch für wenig ratsam gehalten, um den heißen Brei herumzureden, und dem Direktor gerade heraus die Frage nach dem, was er wusste, gestellt.
Dumbledore hatte auch mehr Gerüchte gehört, als dass er die Wahrheit gekannt hatte. Doch das, was er an Harry hatte weitertragen können, hatte den jungen Mann eine Gänsehaut bekommen lassen. Und es hatte seinen Entschluss bestärkt.
Nun war der Tag da, an dem er ihm helfen konnte. Der Tag, an dem er sowohl die nötigen Kenntnisse über seinen Beruf als auch über Draco hatte.
Draco war querschnittsgelähmt. Bei dem Sturz war einer seiner Lendenwirbel gequetscht worden und die Blutung konnte nicht gestillt werden. Harry wusste nun, welch fatale Auswirkungen das hatte. Und er wusste auch, dass die Situation keineswegs hoffnungslos war. Deswegen stand er nun hier. Am Tor von Nummer acht. Nicht wissend, ob Draco ihn erkennen und hereinlassen würde, ob er seine Hilfe annehmen würde. Ein neuer Schritt in die Ungewissheit.
Mit zittrigen Fingern drückte er den Klingelknopf. Natürlich, er hatte sich überlegt, was er sagen wollte. Er hatte Lehrgänge besucht, bei denen man ihnen hatte beibringen wollen, wie man mit Menschen in einer solchen Situation reden sollte. Und trotzdem wusste Harry, dass das hier nicht die normale Arzt-Patient-Situation war.
Sekunden verstrichen. Nichts tat sich. Harry trat einen Schritt zurück und dann wieder vor, betätigte erneut die Klingel. Er hörte das Leuten. Und dann auch ein Knarren. Das Türschloss. Die Tür wurde einen Spalt breit geöffnet.
Hilflos starrte Harry auf die kleine Öffnung. „Draco?"
Die Tür wurde ein Stück weiter geöffnet und ein Rollstuhl kam zum Vorschein. Darin saß ein junger Mann mit blonden Haaren, die ihm nun schon beinahe bis zu den Schultern reichten, und der sich von Harrys früherem Erzfeind auch im Körperbau unterschied. Der Draco Malfoy dort war schmal geworden. Er sah ihn überrascht aus seinen noch immer kalten, grauen Augen an.
„Potter?"
Harry nickte. Er sah, wie verwundert der andere war und zuckte schief lächelnd mit den Schultern. „Ich dachte - nach all den Jahren -"
Dracos Augen verengten sich. „Was willst du?"
„Mit dir reden?"
„Reden?"
„Ja, reden. Über dich. Ich würde dir gerne -"
„Ich brauche keine Hilfe, danke. Ich komme sehr gut allein klar.", entgegnete Draco sofort energisch.
„Bitte, hör mir doch erst einmal zu."
Draco rollte ein Stück zurück. „Hau ab!"
Gerade wollte er die Tür zuknallen, als Harry dazwischentrat.
„So geht das nicht, sei doch bitte vernünftig."
„Hah!" Dracos Lachen war steif und kalt. „Vernunft! Red noch mal einer von Vernunft, wenn er in meiner Lage ist."
Harry sah ihn bittend an. „Darf ich reinkommen? Ich möchte nur mit dir reden. Wenn du nicht willst, lasse ich dich in Ruhe. Aber bitte -"
Draco drehte seinen, wie Harry nun erst bemerkte, Zauberstab zwischen den Fingern. „Gut, aber ich warne dich!" Damit machte er kehrt und rollte zurück in einen Raum am Ende des Flures. „Schließ die Tür ab."
Harry tat, wie ihm befohlen, und folgte dem blonden Mann ins angrenzende Wohnzimmer. „Du wohnst allein?"
„Scheint so.", antwortete Draco gleichgültig.
„Und du kommst zurecht?"
„Sehe ich aus, als würde ich verhungern oder so?", fragte Draco gereizt.
Harry hob beschwichtigend die Hände. „Ich erkundige mich nur nach deinem Befinden. Entschuldige."
Draco holte hörbar Luft. „Okay."
„Also?"
„Was?"
„Wie kommst du klar?"
„So gut das eben geht, wenn man von Ersparnissen lebt und die Familie einen verstoßen hat."
Harrys Augen wurden groß. Und dann verstand er schon einiges mehr. „Wegen des Unfalls?"
„Ich bin mehr als einmal von Besen gefallen, Potter. Du kannst es ruhig aussprechen. Weil ich im Rollstuhl sitze, sehr recht."
„Draco, ich wollte nicht -"
„Nein, das wollen sie nie!", rief der Blonde aufgebracht. „Und dann tun sie es doch alle."
Harry ließ sich auf einen Stuhl sinken und blickte ihn an. „Sei nicht so böse, Draco. Ich kenne dich nicht mehr. Ich habe dich seit Jahren nicht gesehen."
„Du hast mich nie gekannt."
„Das ist nicht wahr.", flüsterte Harry. Und dann sagte er lauter: „Und ich weiß nicht, wie du dich fühlst. Solange ich das nicht weiß, kann ich mich dir gegenüber aber auch nicht richtig verhalten. Verstehst du? Ich mache diese Fehler nicht mit Absicht."
Malfoy blickte ihn fragend an. „Was wird das?"
Harry runzelte die Stirn. Offenbar waren die Gespräche in seinen Lehrgängen doch nicht so ganz das Wahre. Oder zumindest an diesem Ort und in dieser Situation fehl am Platz.
„Das Einzige, was ich eigentlich erst einmal wissen wollte, war, ob du Hilfe brauchst. Irgendeinen Gefallen, den ich dir tun kann."
„Und warum solltest du das tun wollen?"
„Weil -" Ja, warum? „Weil ich -"
Dracos linke Augenbraue schnellte in die Höhe.
„Ich will dir nichts Böses, okay?", versuchte Harry, ihn zu überzeugen.
„Ah ja, und du hast nun, nachdem du schon vier Jahre Hogwarts verlassen haben müsstest und wahrscheinlich schon irgendwo erfolgreich bist, Langeweile und denkst, du kannst hier auftauchen, um mal wieder einen Menschen zu retten, so wie du es schön früher gern getan hast, du Held!"
Harry schloss die Augen. Er war gemein. Gemein und verbittert. Und trotzdem... Harry konnte ihn verstehen. Er hatte auch Mitleid; nach all dem, was er bisher wusste, musste Dracos Leben die Hölle gewesen sein.
Er erhob sich. „Ich gehe für heute. Morgen komme ich um drei Uhr wieder. Vielleicht hast du dir bis dahin etwas überlegt und machst uns einen Kaffee. Wiedersehen." Langsam ging er zur Haustür.
Plötzlich hörte er, wie Draco ihm folgte.
Als Harry nach der Türklinke griff, drehte er sich noch einmal um. „Es hat sich einiges verändert, Draco. Nicht nur in deinem Leben." Dann verließ er das Haus.
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…to be continued…
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