A/N: Tagchen. :) Da sind wir wieder. Mit einem neuen, wie ich finde, süßen und vor allem ziemlich langen Kapitel. Jaah, da sage noch mal einer, die Pitels könnten länger sein. Bei 5000 Wörtern kann ich nicht mithalten, sorry. :o) Ich hoffe, es gefällt euch trotzdem, denn das ist das Wichtigste. °smile°
Nachdem Harry also kurz einen „Besuch" macht, wie angekündigt, macht er später noch eine Entdeckung. Und was die mit sich bringt, gibt's in den nächsten Pitelchen. °grinsel°
Liebe Grüßlis, LeakyC
oOoOo
Disclaimer: s. Bio
Warning: Slash: Lime, später Lemon (Harry/Draco)
Danke:
- Lilith35: Na klar, begrüße ich dich. Hab mir eine Zeit lang echt Sorgen gemacht, warum du dich von heut auf morgen nicht mehr gemeldet hast. Und nachdem ich keine Antwort mehr auf meine Mails bekommen habe... Na ja, nun biste ja wieder da und... schön. :)
- Yanaya: Es war in der Tat früh am Morgen, als du dein Review geschrieben hast. ;) Nein, im Ernst, danke für das Kommi und schen, dass dir die Story gefällt. :) Und ob Draco was an Harrys Beruf auszusetzen hast... Schön lesen. °smile°
- vava: Nix "hä?". Wenn du die selbe bist, wie bei "Sense & Sensibility", dann hast du mir geschrieben, dass du dich lange geweigert hast, eben die Story zu lesen. Und deswegen meinte ich, du hättest sie verschmäht. Okay? Ich mach nie wieder einen Witz. O.o
- harry-draco: Wahrscheinlich wirst du Recht haben... Es wird noch ein wenig Streit geben. Wir kennen ja Draco. Aber lies selbst. :)
- Tinchen27: Tut mir Leid, dass hin und wieder mal spinnt. Das liegt ja zum Glück nicht an mir. Aber wenn du willst, kannst du mich auch bei www dot endless-rain dot de suchen (LeakyC), aber da liege ich immer ein paar Tage im Rückstand. :o)
- Berendis, SnapeSeraphin, teufelchennetty, stelladubh, Angie, comabeat und Babsel
Ganz herzlichen Dank für die Kommis. Find ich toll, dass die Story schlussendlich doch noch größeren Anklang findet. °hüpf° Danköö!
oOoOo
Bitte: as always - Kommis, Reviews und meinetwegen auch Mails. Ich bin für alles zu haben.
oOoOoOo
oOoOoOo
oO5Oo
Am nächsten Morgen war Harry in St. Mungo's. Als sein leitender Professor ihn in seinem Büro begrüßte, war er scheinbar nicht überrascht, den dunkelhaarigen Mann so schnell wiederzusehen.
„Heimweh?"
Harry schmunzelte. „Nein, tut mir Leid, Professor. Ich bin momentan ziemlich eingespannt in meiner neuen Aufgabe. Aber deswegen bin ich auch hier."
Der Professor für magische Chirurgie nickte aufmerksam und deutete Harry, Platz zu nehmen.
„Ich betreue einen Querschnittsgelähmten in meinem Alter. Obwohl ich - ich meine, von Betreuen kann eigentlich keine Rede sein. Selten habe ich jemanden so Selbständiges erlebt. Ich habe nun in Erfahrung gebracht, dass seine Chancen damals, als er hier in Behandlung war, fünfzig Prozent betrugen, dass er wieder laufen könnte. Nach der OP ist aber nichts so gekommen, wie es sollte."
„Einen Moment." Professor Magister hob die Hände. „Sie wissen, ich bin genauso wie Sie an meine Schweigepflicht gebunden. Sie dürfen mir also Namen nennen, wenn Sie möchten. Wie lange ist das Ganze her? Ich bin immerhin schon einige Jahre an diesem Krankenhaus."
„Es muss nun knapp ... sieben Jahre her sein. Draco Malfoy hatte damals einen schweren Quidditchunfall in der Schule."
Der Professor setzte ein nachdenkliches Gesicht auf. „Ich glaube, ich weiß, wovon Sie da sprechen..."
„Er konnte die Krankengymnastik, die trotz erfolgloser OP gemacht wurde, nicht zu Ende führen."
Der ältere Mann stand aus seinem großen Sessel auf und ging zum Aktenschrank. „Malfoy,... Malfoy..." Er zog eine Schublade auf und suchte. Dann zog er eine Patientenakte hervor. „Da haben wir ihn." Er ließ sich zurück in seinen Stuhl sinken und schlug die große Karte auf, studierte sie.
„In der Tat, die Krankengymnastik wurde nicht beendet. Hier steht aus freiem Willen abgebrochen."
Harry schüttelte energisch den Kopf. „Sein Vater hat ihm damals die finanziellen Mittel verwehrt."
Über das Gesicht des Professors flog ein wissender Blick. „Verstehe. Nun ja, schauen Sie selbst." Er reichte Harry die Mappe.
Der Dunkelhaarige studierte sie eingehend. Da stand wirklich, dass die Krankengymnastik freiwillig abgebrochen worden war. Nun ja, es konnten schlecht genauere Umstände erläutert werden... Sanguinis profluvium causa premerium LWS, stand unter Diagnose und ließ Harry direkt zusammenfahren. Auf Lateinisch klang die ganze Sache noch mal komplizierter, als sie ohnehin schon war.
Seufzend schloss er die Mappe. „Was meinen Sie, Professor? Wäre es sinnvoll, wenn man es nun noch einmal probierte?"
„Was meinen Sie? Krankengymnastik?"
Harry nickte.
„Ich will ehrlich sein", Professor Magister sah ihn nachdenklich an. „Wenn die erste OP nicht erfolgreich verlaufen ist, besteht bei der zweiten auch keine viel größere Chance. Obendrein sind Jahre vergangen. Und ich würde Ihnen nie empfehlen, erneut eine Krankengymnastik anzusetzen. Das war damals schon vergeudete Liebesmüh."
„Doch es hat nicht geschadet?"
„Wissen Sie, Harry, mehr Schaden konnte es nicht mehr anrichten."
„Aber - Es bestehen immerhin fünfzig Prozent Heilungschance."
„Bestanden. Und die Blutung ist nicht zurückgegangen. Es tut mir Leid, aber -"
Harry erhob sich. Er musste raus aus diesem Raum. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte er die Wahrheit nicht ertragen. Er wollte nicht glauben, dass es keine Möglichkeit mehr geben sollte für Draco. So gemein spielte das Schicksal nicht.
„Ich danke Ihnen", sagte er freundlich und verließ recht schnell das Büro.
Auf dem Weg nach Hause überlegte er fieberhaft, ob er mit Draco darüber reden sollte. Es war erst ihr vierter gemeinsamer Tag... Und trotzdem. Konnte er ihm die Wahrheit vorenthalten? Oder sollte er einfach nie wieder darauf zu sprechen kommen?
Das konnte er gar nicht. Genauso, wie er ihm auf Dauer nicht verschweigen wollte, was er für einen Beruf gewählt hatte. Es war wichtig für ihn. Und er spürte einfach, dass er die Hoffnung noch nicht aufgeben sollte.
oOo
Am Nachmittag kam Harry pünktlich bei Draco an.
Der blonde Mann lag im Bett und lächelte ihm entgegen.
„Na, was ist denn mit dir los?", wunderte sich der ehemalige Gryffindor.
„Weiß nicht." Draco räkelte sich ein wenig. „Fühl mich nicht so gut heute. Dabei ist so schönes Wetter und der Garten wartet." Seufzend warf er einen Blick durchs Fenster in den blauen Himmel.
Harry trat an sein Bett. „So richtig krank siehst du zum Glück nicht aus. Tut dir was weh?"
Draco verzog das Gesicht. „Alles, irgendwie. Und doch nichts richtig."
Ein Lächeln flog über Harrys Gesicht. „Vielleicht hast du dich gestern ein bisschen verausgabt." Bevor Draco protestieren konnte, fuhr er fort: „Soll ich dir nen Tee machen? Vorhin hat es geregnet und der Rasen ist ein wenig aufgeweicht. Das sind nicht die idealen Bedingungen für dich."
Draco verschränkte die Arme hinter dem Kopf und musterte den schlanken Mann vor sich. Es war schon nett, wenn sich jemand um einen sorgte und ihn trotzdem nicht gleichzeitig bemutterte. Denn das wäre zuviel des Guten.
„Ein Tee wäre was., antwortete er lächelnd.
„Und meinst du, du kannst dich aus dem Bett und ins Wohnzimmer quälen?", wollte Harry wissen, als er schon im Türrahmen war. „Musst dich auch nicht extra anziehen."
Draco nickte schmunzelnd. Es tat wirklich gut, dass Harry da war. Andernfalls hätte er den ganzen Tag nutzlos rumgelegen und sich gelangweilt.
Während er nebenan Wasserrauschen und das Klappern des Kessels hörte, setzte er sich auf, zog seinen Rollstuhl heran und verfrachtete sich gekonnt darin. Das war Routine, das tat nicht mehr weh. Weniger gewohnt war er die leichten Schmerzen, die er in den Oberarmen spürte.
Grummelnd machte er sich auf den Weg ins Wohnzimmer.
Als Harry mit einem Tablett hereinkam, meinte Draco: „Es ist nicht möglich, dass ich Muskelkater habe, oder?"
Harry grinste. „Und ob das möglich ist. Du bist auf gar keinen Fall krank." Er schenkte ein und reichte Draco eine Tasse. „Willkommen in der Welt der Bewegung."
Draco zog als Antwort nur eine Grimasse und begann seinen Tee zu schlürfen. Als er spürte, wie Harry ihn mit einem seltsamen Blick ansah, suchte er verunsichert nach dem nächsten Thema. „Aber warum - ich meine, warum tut mir gleich alles weh, wenn ich nur mal eine Stunde draußen war?"
Lächelnd zuckte Harry mit den Schultern. „Du hast gestern sicher mehr Bewegung gehabt, als du es gewöhnt bist. Und schon passiert das. Das ist doch kein Weltuntergang, oder?"
Nein, das war es nicht. Draco schüttelte den Kopf. Es war nur so ungewohnt. So ... schön.
„Wenn du willst - Ich meine, ich könnte vielleicht ein bisschen Abhilfe schaffen."
Draco runzelte verwundert die Stirn.
„Nur eine kleine Massage, nichts weiter", versuchte Harry ihn zu beruhigen.
Dracos Augenbrauen schnellten in die Höhe. „Du kannst das?"
Harry lächelte schief. „Gelernt ist gelernt."
„Wie darf ich das verstehen?"
„Ich hab in St. Mungo's gelernt. Hab mich zum Heiler ausbilden lassen."
„Du?" Draco war wirklich erstaunt.
Harry nickte mit unsicherem Blick.
„Wow, das hätte ich nicht gedacht", platzte Draco heraus. Dann überlegte er einen Moment. Seine Augen verengten sich misstrauisch. „Bist du deswegen hier?"
Der Blick des Anderen veränderte sich kaum, doch Draco glaubte, ein schlechtes Gewissen in ihnen zu lesen.
„Antworte bitte", presste er hervor. Ungeduldig blickte er sein Gegenüber an und stellte seine Tasse ein wenig zu fest ab.
Harry seufzte. „Nein. Und ja."
Draco schluckte. Er wünschte sich, dass das alles so nicht geschah, denn er befürchtete Schlimmes.
„Draco, bitte, sieh mich nicht so an. Das ist nicht so leicht zu erklären. Ich hab mir seit deinem Unfall Gedanken gemacht und hab auch lange überlegt, ob ich dich wirklich besuchen soll. Denn ich - ich will dir wirklich nur helfen."
„Ich brauche keine Hilfe", knurrte Draco. Er war verletzt. Harry hatte ihn belogen.
„Hör mir zu, bitte." Harry rutschte mir flehendem Gesichtsausdruck auf seinem Stuhl nach vorn. „Ich will dir nur insofern helfen, wie du es auch willst. Ich kenne dich gut genug, um zu wissen, dass man dir nichts aufzwingen kann. Ich bewundere dich, Draco, für deine Stärke. Ich will wirklich nichts weiter als - dein Freund sein. Dein Freund, mehr nicht, verstehst du?"
Draco nahm den Blick von ihm. „Freunde belügen einander nicht."
„Ich wollte nicht, dass du es so erfährst", hörte er Harry flüsternd. „Ich wollte es dir erzählen, erinnerst du dich? Ich wollte es nur verschieben und es dir in einer ruhigen Minute erklären. Es betrifft uns immerhin beide."
Am liebsten hätte Draco Harry rausgeschmissen, ihm den Schlüssel weggenommen und sich selbst mit einer Kurzzeitamnesie belegt. Doch er wusste auch, dass ihm das alles nicht weiterhalf. Es war doch von vornherein klar gewesen, dass an der Sache etwas faul war.
„Und was hast du nun vor?", wollte er wissen. „Den armen, behinderten, ehemaligen Mitschüler bemuttern und sich später einen Preis abholen?" Dass seine Stimme bissig klang, konnte er gar nicht ändern. Irgendwo mussten seine Emotionen hin.
„Ich wollte nichts ändern, wenn du es nicht auch gewollt hättest. Hab ich dir das nicht gezeigt, in den letzten drei Tagen?" Harry stand auf und kam auf ihn zu.
Dracos Blick folgte ihm. Er hatte keine Angst, dem dunkelhaarigen Mann vor sich in die Augen zu sehen, war froh, dass ihn das schlechte Gewissen plagte.
„Warum verbocken wir unsere zweite Chance, Harry?"
Harry schüttelte energisch den Kopf, als er sich zu ihm hockte. „Das tun wir nicht. Und wenn doch, dann bekommen wir auch eine dritte."
„Am Anfang gescheitert."
„Nichts ist gescheitert, wenn du es nicht willst."
„Du hast mich belogen."
„Das habe ich nicht", widersprach Harry sanft. „Oder zumindest nicht bewusst."
Draco blickte auf seine Hände. Irgendetwas sagte ihm, dass Harry ihn wirklich nicht belogen hatte, es auch jetzt nicht tat.
„Du hast mir gesagt, dass ich dir vertrauen soll", murmelte er.
Der Dunkelhaarige hob sein Kinn an. „Das sollst du auch." Er blickte ihm fest in die Augen. „Du bist mir wichtig geworden, Draco Malfoy."
Nie zuvor hatte ihm das jemand gesagt. Und Draco war nach Heulen zumute. Einfach nur, weil er überfordert war. Fünf lange Jahre war er allein gewesen und auf einmal...
„Du machst mich so fertig", flüsterte er und nahm Harrys Hand in seine.
„Ich werde mir in Zukunft mehr Mühe geben.", versprach Harry.
Draco nickte. Was blieb ihm anderes übrig? Nein sagen konnte er jetzt einfach nicht. Er wusste, wie dumm es wäre, wenn er einfach alles von sich stieße. Langsam ließ er Harrys Hand sinken. „Was ist nun mit der -"
„Massage?"
Erneut nickte er.
„Gerne", meinte Harry und richtete sich auf. „Ich muss nur irgendwie", er sah sich um, „eine Bank basteln."
„Der Tisch", schlug Draco vor und Harry eilte sofort herüber, um die Tassen, Zeitungen und allen Kram, den Draco darauf verstreut hatte, zu entfernen. Ein Wink mit dem Zauberstab und sie hatten, was sie brauchten.
Draco rollte neben die Massagebank. „Und nun?"
Harry blickte von der anderen Seite aus hinüber. „Am besten - ja, leg mal das Hemd ab. Und dann -"
Draco zog sich sein Flanellhemd über den Kopf und wartete darauf, dass Harry ihm zur Hilfe kam.
„Auf denn Bauch", erklärte er und nachdem er Draco auf die Trage geholfen hatte, gab er Acht, dass der Blonde nicht herunterfiel, während er sich drehte und auf den Bauch sinken ließ. Dann besorgte er ein Kissen, auf das Draco seinen Kopf legen konnte.
„So, sehr gut. Und nun leg die Arme neben den Körper und entspann dich."
Draco schloss die Augen und tat wie ihm geheißen. Fast sehnsüchtig wartete er auf den Beginn der Massage.
Als Harrys Finger seinen Rücken berührten, zuckte er unbewusst zusammen.
„Tschuldige, meine Hände sind noch ein bisschen kalt."
Draco entspannte sich erneut, ließ die Muskeln möglichst locker.
Zuerst wanderten Harrys Fingerspitzen forschend über seinen Rücken. Dann wiederholte er die Strecke mit festerem Druck.
Mit jeder Minute genoss Draco mehr von dem, was Harry ihm bot. Beinahe wäre er eingeschlafen, hätte Harry nicht die Seite gewechselt und ihn dadurch aufblicken lassen.
„Na, alles okay?", fragte er sanft.
Draco murmelte nur zustimmend und beobachtete von seiner Seitenlage aus so gut es ging, wie Harry gekonnt immer mehr Muskeln zum Spielen brachte. Seine Gedanken flogen immer weiter fort und während er auf Harrys dunklen Pullover starrte, fragte er sich, wie wohl Harrys eigne Muskeln reagierten. Genau in diesem Moment ertappte er sich und schloss schnell die Augen. Was er nur wieder dachte!
Trotzdem dämmerte er in den nächsten Minuten immer wieder zwischen Schlaf und Wachzustand und kam nicht umher, immer wieder an Harry denken zu müssen. Sein Geruch umgab ihn, seine Hände strichen über seinen Rücken. Er konnte gar nicht anders.
„Hey."
Draco öffnete die Augen.
„Könntest du dich mal auf den Rücken legen?"
Harry half ihm dabei, sich umzudrehen. „So komme ich besser an die Schultern und Oberarme. Und noch andere, verborgene Stellen."
Draco gefiel es nicht, wie er ihm diese Worte ins Ohr hauchte, denn sie jagten ihm einen Schauer über den Rücken.
Ganz vorsichtig wanderten nun die Hände des ehemaligen Gryffindors über seine Schultern, massierten sie mit sanftem Druck, suchten die Schlüsselbeine, fuhren von dort aus über die Oberarme und zurück.
„Eins muss man dir lassen, du kannst es", meinte Draco gähnend.
„Ja, in der Tat, das wirkt sehr überzeugend." Draco konnte Harry schmunzeln hören.
„Tschuldige."
Er fuhr fort, die gleiche Strecke wie zuvor und dann von den Schultern aus höher. Dracos innere Stimme alarmierte ihn. Harrys Hände wanderten bis zu seinen Ohren und hielten dort inne.
„Was wird das?", fragte er unsicher.
„Psst", gab Harry zuerst nur als Antwort. Mit Daumen und Zeigefinger wanderte er über Dracos Ohr.
Im ersten Moment war es Draco wirklich unangenehm, was er dort tat, doch als er sich wieder entspannte, gefiel es ihm auf einmal.
„Gleich schläfst du wie ein Baby", flüsterte Harry in sein Ohr und begann, seine Ohrläppchen zu massieren.
Und tatsächlich musste Draco feststellen, dass er langsam in den Schlaf abdriftete. Doch bevor er endgültig die reale Welt verließ, spürte er, wie Harrys Finger sich weiter nach oben tasteten und den oberen Rand der Ohrmuschel rieben.
Dracos Sinne waren alle auf seinen Kopf ausgerichtet und er fühlte, wie ihm immer wärmer wurde. Doch plötzlich durchzuckte ihn etwas. Wie ein Stromstoß, der vom Ohr bis in den kleinen Zeh jagte.
Er krallte sich unbewusst in die Bank und verzog das Gesicht.
„Ist gut", hörte er da Harry wispern.
Draco öffnete die Augen, blinzelte. „Was ist gut?"
Harry stand nun wieder links von ihm. „Wo hat's wehgetan?"
Der blonde Mann blickte ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen an. „Was hast du gemacht?"
„Nichts Gefährliches. Ich wollte nur etwas testen. Also, kannst du mir sagen, wo es wehgetan hat?"
Draco versuchte sich daran zu erinnern, wo der Schmerz entlang gelaufen war. „Vom Ohr... irgendwie bis", er fuhr seinen Körper mit einem Finger hinab, „bis dort unten irgendwo."
„Durchs Bein?", fragte Harry und Draco glaubte, Aufregung in seinem Gesicht lesen zu können.
Er selbst war noch zu überrascht, um irgendetwas zu vermuten. Langsam nickte er. „Und - im Fuß."
Harry ging neben ihm in die Hocke und war nun auf Augenhöhe mit ihm. „Weißt du, was das bedeuten könnte?"
Draco sah ihn nur an. Er wagte nicht, irgendetwas zu hoffen.
„Das könnte bedeuten, dass nicht alles zu spät ist. Verstehst du?"
Draco schloss die Augen und seufzte. „Bitte, fang gar nicht erst an. Ich habe mich damit abgefunden."
„Das sollst du nicht, wenn wir -"
„Harry bitte. Heute nicht mehr", sagte Draco fest. Das wäre wirklich zuviel für ihn. Ein gereizter Nerv, was sagte das schon aus? „Und nun", er richtete sich leicht auf, „hilf mir bitte herunter."
oOo
…to be continued…
oOo
