A/N: Huhu sunny, danke fürs Reviewn, ich bin gerade aus dem Urlaub zurück und schreib jetzt mal fix weiter:-)
Kapitel 4
Männer
Grissom betrat das Balu und schaute sich um. Auf den roten Polstersitzen der Stühle und Couchecken tummelten sich bereits viele Gäste, die meisten zwischen Mitte 20 und Ende 30. Auf einer kleinen Bühne standen ein Schlagzeug, Keyboard und Gitarre, offenbar zum späteren Einsatz bestimmt, und über der Theke blinkte ein Schild mit der Aufschrift „Happy Hour zwischen 21 und 24 Uhr – lockern Sie sich auf für den Strip!"
Grissom entdeckte in einer der Sitzecken Gregs in die Höhe gestylten Haarfransen und zwängte sich am angeheiterten Gelächter einer Junggesellinnenabschiedsrunde vorbei darauf zu. Greg saß alleine in der Sitzecke und starrte ihm ungläubig entgegen.
"Hi Grissom, du hier?"
"Hallo Greg, ähm, hat Sara nichts davon gesagt? Wo sind sie und Larry überhaupt?"
Gregs Gesicht verfinsterte sich.
„Ach, DAS ist die Überraschung, von der sie am Telefon erzählt hat. Sind die beiden heute schon den ganzen Tag zusammen gewesen?"
"Anscheinend …"
Grissom ließ sich neben dem missmutig mit dem Strohhalm in seinem bereits zur Hälfte geleerten Cocktail herumstochernden Greg auf die Couch gleiten und dachte an Larrys Notiz zurück, die er nach dem Aufwachen neben dem Telefon gefunden hatte.
Bin schon
unterwegs, Sara zeigt mir ein wenig von Vegas, bis nachher.
Larry
Es war wie ein Déjà-vu gewesen, nur dass die Nachricht damals von Cindy geschrieben worden war und sie und Larry nicht Vegas erkundet hatten, sondern erst die Dorfumgebung und dann Tante Lindas Geräteschuppen.
"Was darf's sein?", riss eine junge, Kaugummi kauende Kellnerin mit hoch toupierten, anscheinend passend zum Stil der Bar gefärbten roten Haaren Grissom aus seinen Erinnerungen.
"Oh, ich … ich warte noch."
"Okay, aber jünger werden Sie beim Warten nicht … Ähm … Verzeihung, Sir … so war das nicht gemeint …"
Greg hustete und Grissom blickte die stotternde Kellnerin, deren Gesichtsfarbe sich schlagartig der ihrer Haar angepasst hatte, mit hochgezogenen Augenbrauen an.
In diesem Moment betraten Sara und Larry das Balu. Hand in Hand. Sofort erstarb Gregs Husten und die Kellnerin drehte sich um, um zu sehen, wen er und Grissom so entgeistert anstarrten.
"Wow, was für ein Kleid", murmelte sie und wandte sich wieder kurz zu den beiden, „ich komm dann gleich wieder."
Larry winkte zu Greg und Grissom hinüber und führte Sara durch den Raum. Der Knoten, den Grissom seit Larrys Ankunft in seinem Magen spürte, schien sich noch zu vergrößern, als er sah, wie Sara nicht nur viel zu dicht neben Larry ging, sondern sie auch noch zahlreiche Blicke anderer, vor allem männlicher Gäste auf sich zog. Sara sagte etwas zu Larry, strahlte dabei über das ganze Gesicht und schien die Aufmerksamkeit, die sie im Raum auslöste, gar nicht zu bemerken.
Grissoms Blick glitt von dem rosigen Schein ihrer Wangen kurz über ihre hoch gesteckten, lockigen Haare, hinab zum Ausschnitt des schwarzen, leicht schwingenden, und doch aufregend körperbetonten Kleides, folgte den Kurven des Stoffes, der über ihren Oberschenkeln oberhalb der Knie endete, und verweilte auf Saras langen Beinen. Oder genauer gesagt: auf ihrem sternenförmigen Tattoo über ihrem linken Knöchel.
"Sie hat noch ein zweites", sagte Greg und grinste ihn von der Seite an.
"Ich hab noch ein zweites was?"
Sara und Larry waren bei der Sitzecke angekommen und standen nun direkt vor ihnen. Greg errötete leicht und musterte vermeintlich interessiert die Obstdeko seines Cocktails, als er kaum hörbar sagte:
"Tattoo."
Sara lachte auf und beugte sich, offenbar nicht der Weite ihres Ausschnitts bewusst, ein wenig vor und wuschelte Greg durch die Haare.
"Aber wir haben unter der Desinfektionsdusche ja NICHT hingesehen, nicht wahr?"
Greg grinste sie ein wenig gequält an und hob die Schultern.
"Männer", schüttelte Sara den Kopf.
Grissom spürte einen leichten Fußtritt von Larry an seinem Knöchel und zwang sich ertappt, seinen Blick von Saras Busenansatz zu lösen, der, umrahmt von schwarzer Spitze, nur wenige Zentimeter vor seinen Augen mehr als nur Blicke einladend vor ihm schwebte.
"Schön, dass ihr da seid, wollt ihr euch nicht setzen?", fragte er und bemühte sich dabei, locker zu klingen.
"Gerne", lächelte Sara.
Grissom und Greg rutschten ein wenig um den Tisch herum und Sara deutete Larry an, sich neben Grissom zu setzen, doch Larry schüttelte den Kopf.
"Oh nein, du kommst in unsere Mitte."
Als Sara sich setze, zwinkerte Larry Grissom zu, doch Grissom war viel zu sehr mit dem Knoten in seinem Magen beschäftigt, den das „Du" zwischen Larry und Sara noch fester gezurrt hatte.
TBQ
