A/N: Hey sunny, na, das nenn ich
Timing. :-)
Saras Familie – jepp, da schreib ich doch gern was
zu. In Kürze: Die Eltern haben als Ex-Hippies eine Bed &
Breakfast-Unterkunft betrieben (Tamales Bay, 1 ½ Stunden
außerhalb von San Francisco). Sara war Einzelkind (laut einigen
Internet-Pages) – und irgendwie ganz anders als ihre Eltern. ;-)
Interessant wird's dann in den Folgen Nesting Dolls und Committed,
in denen Sara Grissom aus ihrer traumatischen Kindheit erzählt:
Sie ist inmitten häuslicher Gewalt aufgewachsen, mit z.T.
täglichen Krankenhausbesuchen. Ihre Mutter hat ihren Vater
erstochen – da war Sara wahrscheinlich um die 12 Jahre alt, denn
die Gerichtsverhandlung gegen Laura Sidle war 1984. Zwischen Tat und
Gerichtsverhandlung war Laura Sidle zur Beobachtung in einem „mental
hospital". Sara kam zu mind. einmal wechselnden Pflegeeltern, hatte
dort mind. einen Pflegebruder. Naja, und aus dem ganzen Sumpf ist sie
dann über ihre überdurchschnittlichen Schulleistungen und
ihren wohl recht frühen Beginn in Harvard raus gekommen.
Kapitel 5
Darf ich bitten?
„… und dann waren wir noch einkaufen", erzählte Sara und nippte an ihrem Mai Tai.
Greg beugte sich leicht über den Tisch und zuckte mit seiner rechten Augenbraue.
"Lass mich raten – das Kleid?"
Sara nickte und Larry legte einen Arm um ihre Schultern und strahlte:
„Ja, ist es nicht toll? Mich wundert, dass Sara bei ihren Modelmaßen nicht noch mehr solche Fummel im Schrank hat. Ha, und wenn ihr erst wüsstet, was sie drunter trägt! Das haben wir gleich dazu ausgesucht."
Gregs Augen wurden groß und neben ihnen gab es einen leisen Knall. Hektisch stellte Grissom sein umgeworfenes Glas wieder auf und tupfte mit der Serviette in der Lache vor sich auf dem Tisch herum.
"Larry handelt nämlich mit Dessous", fügte Sara schnell hinzu und half Grissom mit dem Aufwischen.
Der hielt beim Tupfen inne und fixierte Larrys Arm auf Saras Schultern.
"Seit wann das denn? Das letzte Mal, als wir telefoniert haben, waren es noch ergonomische Büromöbel."
Larry ließ Sara los und grinste seinen Cousin an.
"Na, ist doch beides für mehr Wohlgefühl ... Okay, Spaß beiseite, ich dachte, ich widme mich jetzt nur noch den wirklich reizvollen Dingen im Leben, schließlich lebe ich ja nur einmal. Dessous sind doch was Tolles! Das I-Tüpfelchen für die Schönheit einer Frau. Deshalb bin ich ja auch in Vegas."
"Um Sara dein I-Tüpfelchen zu verpassen?", giftete Grissom.
Larry verdrehte die Augen.
"Himmel, nein, ich schau mich nach neuen Vertriebsideen um. Sei doch nicht so …"
In diesem Moment ertönte von der Bühne ein kleiner Tusch und Musik erklang.
Gregs Hand schnellte über den Tisch und landete auf Saras.
"Darf ich bitten?"
"Gerne!", rief Sara und stand auf.
Larry ließ sie vorbei, und er und Grissom schauten Greg und Sara hinterher, wie sie Hand in Hand zur Tanzfläche gingen.
Sara lehnte beim Gehen ihren Kopf an Gregs Schultern und flüsterte:
„Danke fürs Rausholen. Grissom ist schon die ganze Zeit so merkwürdig drauf. Ich meine: NOCH merkwürdiger als sonst."
Sie erreichten die Tanzfläche und Greg zog Sara sanft an sich heran und begann, sich mit ihr im Takt zu wiegen.
"Garantiert ist er eifersüchtig auf Larry. Das bin ich nämlich auch", murmelte er ihr ins Ohr und sah aus den Augenwinkeln, wie Grissom und Larry sie beobachteten. Demonstrativ zog er Sara noch enger an sich und küsste sie zärtlich auf die Wange.
Sara lächelte und schloss die Augen.
Am Tisch drehte sich Larry zu Grissom um.
"Siehst du, was du angerichtet hast? Wenn du nicht aufpasst, läuft der Junge dir noch endgültig den Rang bei ihr ab!"
Grissom blickte ihn verwirrt an. Larry seufzte.
"Sag mal, Gil, du liebst sie doch, oder? Nein, versuch erst gar nicht diesen undurchdringlichen Gesichtsausdruck, der zieht bei mir nicht. Ich meine es ernst: Wann unternimmst du endlich was? Willst du warten, bis sie sich endgültig anders orientiert hat?"
"Ich bin nicht wie du - du hast dich ja erwartungsgemäß SOFORT an sie rangemacht."
Larry lachte auf.
"Gil, ich hab mich nicht an sie rangemacht. Ich wollte sie nur näher kennen lernen."
"Klar, bis hin zur Unterwäsche. Du verschwendest wirklich keine Zeit … so wie bei Cindy."
Larry atmete tief aus und betrachtete Grissom, der ihn mit verschränkten Armen vor der Brust anfunkelte.
"Gil, das mit Cindy tut mir aufrichtig Leid. Ich … ich war damals total daneben. Aber ich bitte dich, das ist über 10 Jahre her! Ich hab mich verändert. Der Larry von heute macht sowas nicht mehr. Und schon gar nicht mit Sara. Ehrlich."
Die beiden starrten sich eine Zeit lang schweigend an. Grissom versuchte, Larrys Miene zu ergründen, suchte im Spiel der Gesichtsmuskeln, in Larrys Augen nach einem Hinweis auf die Lüge, die er vermutete. Das war eindeutig einer der unangenehmen Momente seines Lebens, in denen er Brass und Catherine um ihre Menschenkenntnis beneidete, weil er mit Wissenschaftlichkeit einfach nicht weiter kam.
Larry seufzte erneut und brach das Schweigen.
"Mal abgesehen davon, dass ich nie etwas versuchen würde, ist Sara nicht an mir interessiert."
Grissom schnaubte.
"Ach ja? So wie sie dich anstrahlt, mit dir lacht, sich von dir berühren lässt und sogar Unterwäsche mit dir einkaufen geht, und das, obwohl ihr euch erst einen Tag kennt, sieht das aber ganz anders aus."
„Herrje, wer von uns beiden sagt eigentlich immer, dass man keine voreiligen Schlüsse ziehen soll? Ja, wir verstehen uns super. Aber geredet hat sie immer nur von dir. Jetzt schau nicht so ungläubig, es stimmt, ich weiß jetzt mehr über dich als deine Mutter."
Grissom ließ seinen Blick hinüber zu Sara und Greg schweifen, die immer noch eng miteinander tanzten. Sein Mund verzog sich. Larry sah ebenfalls kurz hin, wandte sich jedoch gleich wieder seinem Cousin zu.
"Siehst du? Genau das ist dein Problem. Sie wird nicht ewig auf dich warten."
TBQ
