Chapter Three:
„Ohhhhhhh... Miroku du erdrückst mich!", piepste Shippo verzweifelt.
Miroku hielt den kleinen Fuchsdämon fest umklammert und murmelte schlaftrunken. „Oh Sango, Kagome..." sabber
"Wuuhhaaaaaa Hilfe, Sango!" Shippo zappelte wie wild.
Sango wachte auf und verpasste Miroku eine Ohrfeige. „Miroku! Lässt du jetzt endlich den armen Shippo los!"
„Hä, was...?" Miroku schreckte hoch und sah, dass er Shippo wie wild knuddelte. Abrupt ließ er von ihm ab. „Entschuldige...", murmelte er.
„Wie kommst du dazu Shippo halb zu erwürgen?" Sango hatte sich vor Miroku aufgebaut und hatte die Hände in die Seiten gestemmt.
„Ich ähhh... ich hatte von di- ähm.. ich hatte geträumt."
WHUMM – Sango verpasste Miroku eine schallende Ohrfeige.
„Wofür war denn das jetzt!", fragte Miroku und rieb sich die schmerzende Wange.
„Du weißt ganz genau warum." Sango warf den Kopf zurück und stolzierte mit Kiara auf der Schulter aus dem Hochstand.
Miroku starrte ihr hinterher und begann fluchend den Abstieg.
„Hey, wartet auf mich!", schrie Shippo und kletterte ebenfalls hinab.
Als Miroku unten ankam, hörte er Sango sagen: „Miroku..."
Schützend nahm er die Hände vors Gesicht.
Sango sah ihn merkwürdig an. „Was hast du jetzt schon wieder? Ich wollte dich doch nur fragen, wo Inuyasha ist."
Miroku seufzte auf und ließ die Hände sinken. „Keine Ahnung..."
Shippo sprang am Boden herum und suchte nach Anzeichen, wo Inuyasha sein könnte. „Hey, kommt hier rüber!", schrie er.
Miroku und Sango kamen angerannt. „Da steht etwas."
Miroku bückte sich und las laut vor: „Kehrt um!"
„Kehrt um? Was soll denn das schon wieder?", fragte Sango genervt.
„Ich denke, dass gestern etwas passiert sein muss, das Inuyasha dazu bewogen hat zu verschwinden. Vermutlich ist er nun alleine auf der Suche nach Kagome und wollte nicht, dass wir mitkommen", meinte Miroku nachdenklich.
„Sollen wir jetzt wirklich umkehren?", fragte Sango. Die beiden blickten sich an. „Neeiiin..."
„Es muss ziemlich gefährlich sein. Wir sollten uns schleunigst auf den Weg machen, damit wir ihm helfen können." Miroku nickte zustimmend.
„Hey! Lass mich runter! Verdammt, lass mich endlich runter!" Kagome schrie sich schon seit einer Viertelstunde die Kehle heißer. Sie trommelte auf Sesshoumaru ein, der sich davon nicht beirren ließ und in rasend schnellem Tempo vorwärtsbewegte.
Er ist viel schneller als Inuyasha, kam Kagome plötzlich der Gedanke.
Sie waren in einen Nebel eingehüllt, der es für andere unmöglich machte sie zu entdecken. Die gesamte Umgebung verschwamm, angesichts der Geschwindigkeit mit der sie sich bewegten, zu Farbflächen, die je schneller sie wurden zu einem einheitlichen Grau-Schwarzton verschwammen. Es würde Kagome nicht wundern, wenn sie sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegten. Ihr wurde von den schnell vorbeirasenden Farbflächen schlecht und so zog sie es vor den einzigen Gegenstand anzusehen, der nicht verschwamm... Sesshoumaru.
Da er überhaupt nicht auf ihre Rufe und Schläge reagierte fragte sie sich, ob er sich bei diesem rauschenden Wind überhaupt verstehen konnte. Ihre Gliedmaßen waren vom Flugwind bereits kalt und taub. Nur an den Stellen, wo Sesshoumaru sie hielt, war ihr nicht so kalt.
Ihre rasende Geschwindigkeit ebbte langsam ab, wie Kagome verwundert bemerkte. Sie waren sogar schon so langsam, dass sie bereits einige Details erkennen konnte.
Vor ihnen konnte sie ein riesiges Gelände erkennen. In der Mitte des Grundstücks befand sich ein großes Schloss.
Vermutlich Sesshoumarus Anwesen. Kagomes Gedanken bestätigten sich, als Sesshoumaru noch langsamer wurde und einen Landeanflug startete. Vor Verwunderung über das riesige Anwesen hatte Kagome aufgehört ihn wie verrückt zu schlagen und anzuschreien. Staunend blickte sie hinunter. Von hier oben sah sie ein enormes Labyrinth, das man durchqueren musste wenn man zum Schloss kommen wollte. Da der Mond die einzige Lichtquelle war, sah sie nicht mehr als Schatten und dunklere Schatten, dennoch konnte sie beinahe alle Einzelheiten des Labyrinths erkennen. Als sie jedoch begann sich einen Weg durch das Labyrinth zu suchen, versperrten ihr Sesshoumarus silbernen Haare die Sicht. Und als sie wieder gute Sicht hatte, waren sie auch schon am Dach des imposanten Gebäudes gelandet.
Bevor Kagome fragen konnte warum sie auf dem Dach landeten, wurde ihre unausgesprochene Frage bereits von einer Glaskuppel beantwortet, die sich mit einem surrenden Geräusch langsam öffnete. Als sie vollends offen war schwebte Sesshoumaru elegant zu Boden und die Kuppel begann sich wieder zu schließen. Hier drinnen war es schön warm. Als ihre Glieder wieder etwas auftauten fiel ihr wieder ein, dass sie gerade gekidnappt wurde.
„Ahhhh, loslassen!", brüllte sie und schlug wieder wild auf Sesshoumaru ein.
Er ließ sich weiterhin nicht davon beeindrucken und ging ruhig auf den Kamin zu, in dem ein hübsches Feuer prasselte. Als Kagome ansetzte zu schreien, warf er sie auf ein Bärenfell vor dem Kamin (A.N.: nichts Falsches denken, Sesshoumaru ist ja kein Perverser...) und nahm selbst auf einer äußerst bequem aussehenden Couch Platz. Völlig verdutzt, dass er sie wirklich losgelassen hatte, sprach Kagome kein Wort.
„Werde, werde ich nicht in den Kerker geworfen?", fragte sie nach einer Weile.
„Wozu denn das? Oder willst du etwa in den Kerker?" Kagome schüttelte schleunigst den Kopf und meinte: „Nein..."
„Gut, dann sehe ich nicht warum du das solltest. Entkommen kannst du sowieso nicht", meinte Sesshoumaru schlicht.
„Ach ja... Was macht dich da so sicher! Inuyasha wird kommen und mich befreien!", meinte Kagome trotzig.
Zu ihrer Verblüffung regten Sesshoumaru diese Worte gar nicht auf. Im Gegenteil. „Oh, das hoffe ich doch."
Nun war es um Kagomes Fassung völlig geschehen. „Was, du willst, dass er mich rettet? Warum hast du mich dann überhaupt entführt!" Doch bevor er antwortete konnte sie sich die Frage bereits selbst beantworten. „Du... du willst ihn töten...", flüsterte Kagome, „...und ich bin der Lockvogel..."
„Zum größten Teil, ja.", antwortete er knapp.
„Das lasse ich nicht zu!", schrie Kagome und sprang auf. Sie tastete auf ihrem Rücken nach einem Pfeil, bis ihr einfiel, dass sie den Köcher sowie den Bogen verloren hatte, als Sesshoumaru mit ihr durch die Decke gebrochen war.
Niedergeschlagen ließ sie die Hand wieder sinken. Sesshoumaru betrachtete sie mit dem größten Vergnügen. „Mein Bruder muss ja einen ziemlich starken Eindruck bei dir hinterlassen haben, wenn du ihn so verteidigen willst."
Kagome wurde mit einem Schlag rot. Sie drehte sich weg. „Nein.. das stimmt ja gar nicht... ich meine..." 'Oh Gott warum werde ich bloß so rot! Bin ich etwa in Inuyasha verknallt!' Sie schüttelte heftig den Kopf. 'Nein, nein. Sicher nicht.'
Belustigt beobachtet Sesshoumaru das Mädchen. „Willst du dich nicht wieder setzen und dich aufwärmen? Vom Flug muss dir doch eiskalt sein."
Überrascht blickte Kagome ihren Entführer an. „Was kümmert dich es, wie es mir geht?" Sesshoumaru zuckte mit den Schultern. „Tja, ich dachte mir nur, dass es einem gewöhnlichen Menschen kalt sein müsste."
Als Sesshoumaru es erwähnt hatte, fing Kagome prompt an zu frieren. Sie beäugte Sesshoumaru misstrauisch und setzte sich auf das andere Ende der Couch. Sesshoumaru klatschte zweimal in die Hände worauf sofort sein kleiner Diener angewuselt kam (A.N.: Ihr wisst schon, der kleine grüne mit dem komischen Stab... Wie war doch gleich sein Name?).
„Bring dem Mädchen ein paar Decken und heißen Tee." Sein Diener verbeugte sich bis zum Boden und wuselte eifrig wieder aus dem Zimmer.
'Warum ist er bloß so fürsorglich? Will er etwa etwas von mir!' Kagome schüttelte heftiger den Kopf und rückte noch ein Stück weit weg von Sesshoumaru.
Mehr zu sich selbst, als zu Kagome meinte er: „Ich bin wirklich gespannt, wie lange mein Bruder braucht um meinen Bedingungen nachzukommen."
Erstaunt blickte Kagome ihn an. „Welche Bedingungen?"
„Nun... sagen wir so. Ich musste ein paar Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, damit mein kleines Brüderchen wirklich nur mit Tessaiga hierher kommt, ohne seine lächerlichen Begleiter." Kagome hatte keine Zeit ihn zurechtzuweisen, da sein Diener just in diesem Moment mit einem Stapel Decken hereintrippelte und sie seinem Herrn gab. Sobald er dies getan hatte verschwand er blitzschnell wieder um den gewünschten Tee zu holen. Sesshoumaru streckte sich zur bibbernden Kagome hinüber und breitete die Decken über ihr aus. Als er dabei ihre Wange berührte, errötete sie wieder. Schnell zog sie die Decken bis zu ihrer Nasenspitze und hoffte, dass Sesshoumaru nichts bemerkt hatte.
Diesem war es jedoch nicht entgangen (A.N.: Natürlich nicht, ist ja schließlich Sesshoumaru!) und er lächelte in sich hinein. Wie leicht es doch war dieses Mädchen unter Kontrolle zu halten.
Kurz darauf kam der kleine Diener wieder in den Raum und stellte mit einer Verbeugung ein silbernes Tablett mit einer Teekanne und Tassen auf den niederen Couchtisch. „Grüner Tee mit einem Spritzer Zitrone und zwei Esslöffeln Zucker, wie der Meister es am liebsten hat." Sesshoumaru wies ihn mit einer Handbewegung zu verschwinden und der Kleine tat das mit einer weiteren Verbeugung sofort.
„Nun denn. Prost."
Sesshoumaru streckte sich und reichte Kagome eine Tasse dampfenden Tees. Er selbst nahm sich auch eine und roch daran. Völlig perplex starrte Kagome ihn an. Als er es bemerkte, meinte er: „Was ist?"
Schnell wandte sie ihren Kopf wieder ab und sie murmelte: „Nun, ich hätte nicht gedacht... nun ja..." Sie errötete erneut.
„Du hättest nie gedacht, dass ein Dämon Tee trinkt?", beendete Sesshoumaru ihren Satz.
Sie nickte und erröte noch mehr. Kagome zog ihre Knie näher zu sich und nippte etwas von ihrem Tee.
„Du hattest wohl gedacht, dass Dämonen nichts weiter im Sinn haben, als Menschen abzuschlachten und jeden wie den größten Dreck zu behandeln."
Sie nickte und errötete aufs ärgste. 'Oh Mann, warum werde ich bloß so rot!'
„Nun, zum größten Teil stimmt das wohl auch."
Ein peinliches Schweigen entstand das erst durch das Zuknallen einer Tür unterbrochen wurde. Sesshoumarus Gesicht verlor alles von seiner Entspanntheit und er rief ärgerlich: „Was hat das zu bedeuten!"
Sein Diener erschien in Begleitung eines pummeligen Dämons, der vor Angst schlotterte. Wimmernd warf der Pummelige sich vor Sesshoumarus Füße und wagte es nicht den Kopf zu heben.
„Sprich!", herrschte Sesshoumaru ihn an.
Der kleine Dämon zitterte heftiger und piepste demütig: „Ich bringe Nachricht von Eurer schlechteren Hälfte, Meister."
Sesshoumaru entspannte sich wieder und ließ sich wieder zurück auf die Couch sinken.
Sein Diener blinzelte Kagome feindselig an. „Soll ich das Mädchen hinausschaffen?"
„Nein. Ich sehe keinen Grund, warum sie das nicht hören dürfte."
Sofort veränderte sich der Tonfall des Dieners und er meinte heuchlerisch: „Ja, sehr wohl Meister. Ihr habt natürlich vollkommen recht."
Sesshoumaru griff sich auf die Stirn, als ob er Kopfschmerzen hätte und wies dem Diener zu verschwinden. Als dieser den Raum verlassen hatte wandte er sich wieder dem Dämon zu der zitternd auf der Erde lag. „Fahr fort."
„Ja gut. Also ihr Bruder lässt schön grüßen. Er hat... er hat... meinen Gefährten mit den Krallen aufgeschlitzt. Einfach aufgeschlitzt, als dieser das Tuch dieses verfluchten Mädchens herzeigte!", rief er und zeigte mit seiner zitternden Hand auf Kagome. Sie wollte aufbrausen, doch Sesshoumaru brachte sie und den Dämon mit einer weiteren Handbewegung zum Schweigen. „Nun ja... dann hat er gesagt er wäre einverstanden und würde ihnen sein Schwert bringen."
Zufrieden lächelte Sesshoumaru und gab dem Dämon zu verstehen, dass er sich entfernen sollte.
„Ich wusste es doch..."
„Also, also willst du Tessaiga um ihn anschließend umzubringen!", rief Kagome aufgebracht. Ein paar Decken fielen zu Boden als sie sich mit einem Ruck aufrecht hinsetzte.
„Ja."
Kagome handelte, ohne weiter nachzudenken. Sie schnellte nach vorne und versetzte Sesshoumaru eine Ohrfeige. Als sie ein weiteres Mal ausholte, stoppte er ihren Angriff, indem er ihre Hand kurz vor seinem Gesicht festhielt. In Sesshoumarus Augen blitzte es gefährlich. Statt dass er sie schlug, oder sie wegstieß tat er das schlimmste: er zog sie näher zu sich heran. Völlig verblüfft wehrte Kagome sich nicht.
„Ich frage mich weshalb mein Bruder bereit ist Tessaiga gegen eine Sterbliche einzutauschen. Mich würde interessieren, was an dir so besonderes ist..."
Wie gebannt sah sie in seine Augen. Sie spürte seinen heißen Atem auf der Wange. Das holte sie wieder zurück in die Realität. Sie stieß ihn von sich und drückte sich geschockt gegen die Lehne.
Anstatt auf seine Frage zu antworten, hob sie die Decken auf und kuschelte sich hinein. Sesshoumaru grinste. Es war so leicht mit den Gefühlen Sterblicher zu spielen.
Baghira: Danke für das Review baghirakekszusteck! (Immer weiter so… lol)
Und ein weiteres Kapitel. Sagt mir eure Meinung dazu, wie es euch gefallen hat, was ich verbessern könnte, wie ihr denkt, dass es weitergeht,… was euch halt so einfällt.
Schickt mir ein paar Reviews und ihr bekommt ein neues Kapitel (kein schlechter Deal, oder?) smile!
Bis dann
Eure
laragirl
