Kapitel 3: Eine Opernaufführung mit Folgen

Langsam wurde es Abend. Und seit Lilly Dani die Karten für Faust heute Abend gezeigt hatte, schmollte diese erst einmal für gute zwei Stunden und redete kein Wort mehr mit Lilly. Diese hatte damit kein Problem, konnte sie sich so wenigstens wieder ihrem Lieblingsbuch zuwenden. Doch allmählich erwachte Dani wieder aus ihrem „Winterschlaf" und fing an sich damit abzufinden, dass für heute das Tanzlokal des Hotels gestrichen war. Und als sie sich bei ihrer besten Freundin entschuldigt hatte, ging es auch schon los:

Sag mal was soll ich den da anziehen? Muss man da in Abendgarderobe antanzen, oder geht's auch ein wenig bequemer?

Natürlich in Abendgarderobe was den sonst? Du gehst ja schließlich nicht in die Bar um die Ecke. Da sollte es schon etwas eleganteres sein.

Und was z.B.?

Schon mal was von Abendkleid gehört?

Du spinnst schon oder? Ich zieh doch kein Abendkleid an.

Da wirst du aber dann so ziemlich die einzige sein. Die mit Jeans und Pulli auftaucht!

Meinst du echt? Na schön dann eben Abendkleid.

Dani passte der Gedanke daran überhaupt nicht. Sie war einfach nicht der Typ für solche Sachen. Und schon gar nicht für lange Kleider. Hätte sie das Ding nur zu Hause gelassen.

Lilly dagegen machte so was nicht das geringste aus. Sie fühlte sich in solcher Kleidung einfach nur pudelwohl. Also holte sie ihr elegantes Abendkleid aus dem Schrank. In dieses Kleid hatte sie sich beim shoppen gleich verliebt. Es war knöchellang, der Schnitt Figurbetont und ab der Taille nicht mehr ganz so eng anliegend. Der Ausschnitt war V –förmig genäht, und die Träger bestanden nur aus drei dünnen Bändern auf jeder Seite, die sich im Rücken überkreuzten. Doch am besten gefiel ihr der Stoff aus dem es gemacht war. Schwarze Wildseide, die aber je nach Lichteinfall leicht bläulich schimmerte. Dazu elegante Schuhe, mit nicht zu hohem Absatz. Noch schnell die neue Silberkette in Form von Blütenranken und kleinen Blumen aus Perlen und Zirkoniasteinen um den Hals gelegt, ein leichtes Make up aufgetragen und die Haare hochgesteckt, und schon konnte es losgehen.

Wenn Dani endlich fertig währe. Lilly hatte ihr sogar das Badezimmer überlassen und sich im Zimmer vor dem Schrankspiegel geschminkt damit sie fertig wurde. Doch anscheinend hatte sie es gar nicht eilig damit.

Dani? Bist du endlich soweit? Ich bin fertig!

Ja ja gleich! Nur fünf Minuten.

Beeil dich gefälligst ein wenig. Ich möchte gerne den Anfang des Stückes sehen!

Genervt ließ sie sich auf den Sessel neben dem Fenster fallen. Das konnte doch nicht wahr sein. Entweder tat Dani das aus Protest um sie zur Weißglut zu treiben oder einfach nur weil es ihr Spaß machte? Dann endlich nach nicht einmal fünf Minuten – die Lilly wie eine Ewigkeit vorkamen – war auch Dani fertig und sie konnten sich auf den Weg machen. Sie hatte sich doch für ihr Abendkleid entschieden. Es sah dem von Lilly ähnlich, nur das sie breite Träger hatte, und der Stoff auf der linken Seite von der Hüfte abwärts bis zum Saum leicht gerafft war.

Sie hatten sich dazu entschieden mit einem Taxi zur Oper zu fahren. Das ging doch schneller als mit der Metro. Und sie brauchten nicht immer auf die Treppen zu achten, was mit Stöckelschuhen ganz schnell zu einem Umknickmarathon werden konnte.

Als sie dann am Ziel waren, musste sich Dani erst einmal eingestehen, dass Lilly wieder einmal Recht gehabt hatte, was ihre Kleidung anging. Mit Jeans währe sie aufgefallen wie ein bunter Hund auf einem Schwarzweiß Foto. Nachdem sie die schließlich auch die Kartenkontrolle hinter sich gebracht und ihre Plätze gefunden hatten, hatte Lilly auch schon ein Programmheft entdeckt und war nicht mehr ansprechbar. Sie wollten sich eigentlich noch mal ein wenig in den Foryes umsehen, aber sie waren ein wenig spät in der Oper angekommen, so das sie sich dazu entschieden hatten dies bis zur Pause aufzuschieben.

So! Lilly? Worum geht's jetzt eigentlich zeig mal das Programm?

Faust

Oper in fünf Akten

Akt Eins:

Unbefriedigt von seinen Studien und verzweifelt über seine Unfähigkeit, das Wesen der Natur zu ergründen, will Faust aus dem Leben scheiden. Schon hält der alte Gelehrte den Giftbecher in der Hand, da dringen von draußen die Osterglocken und frohe Gesänge herein. Das Wort »Gott«, das er dabei hört, erbittert Faust, er ruft den Teufel herbei. Dieser erscheint in der Gestalt von Mephisto und beteuert, Faust alle Wünsche zu erfüllen, wenn er ihm dafür nach dem Tod seine Seele verschreibe. Als Faust zögert, zeigt ihm Mephisto das reizende Bild der jungen Margarethe und verspricht ihm neue Jugend. Faust unterschreibt den Vertrag und wird durch einen Zaubertrunk in einen jungen Herrn verwandelt.

Akt Zwei:

Vor dem Stadttor und in der Schenke herrscht lebhaftes Treiben. Soldaten, Studenten und Bürger zechen lustig im Wirtshaus. Valentin, der ins Feld ziehen muss, nimmt Abschied von seinen Freunden Brander und Siebel, dem er seine Schwester Margarethe anvertraut. Mephisto gesellt sich zu ihnen und gibt ein Lied zum besten: Er weissagt Brander und Valentin frühen Tod, Siebel aber, dass jede Blume in seiner Hand verwelken werde. Nach allerlei Zauberkunststücken merken die Studenten, dass der Teufel seine Hand im Spiel hat und gehen fort. Mephisto trifft Faust, der Margarethe zu sehen wünscht. Während die Jugend zu tanzen beginnt, nähert sich die Ersehnte. Faust spricht Margarethe an und bittet, sie begleiten zu dürfen, während Mephisto Siebel, der das Mädchen ebenfalls liebt, wegdrängt. Faust wird zunächst von Margarethe abgewiesen, bleibt aber wie verzaubert zurück.

Akt Drei:

Siebel bringt Margarethe Blumen, die ständig welken, bis er sie mit Weihwasser benetzt. Mephisto führt Faust vor Margarethes Wohnung und stellt ein Kästchen Juwelen vor die Tür. Als das Mädchen von der Kirche zurückkehrt und die Kostbarkeiten sieht, sind Siebels Blumen rasch vergessen. Die Nachbarin Marthe Schwerdtlein rät, die Juwelen, die sicher von dem fremden Junker stammen, zu behalten und beklagt sich, dass ihr Mann nicht so freilebig gewesen ist. Faust und Mephisto kommen wieder und gehen mit den Frauen in den Garten. Während sich dort Mephisto mit Marthe unterhält, der er berichtet, dass ihr Mann tot ist, findet Faust Gelegenheit, endlich Margarethe seine Liebe zu gestehen. Von der Reinheit des Mädchens beeindruckt, will Faust fliehen. Mephisto hält ihn zurück und führt ihn unter ihr Zimmer, wo er sie sehnsüchtig singen hört. Faust kann sich nicht mehr zurückhalten und stürzt in die Arme der Geliebten. Mephisto eilt triumphierend davon.

Akt Vier:

Faust hat Margarethe, die ein Kind erwartet, verlassen. Das Mädchen wird von allen verspottet, nur Siebel steht ihr bei. In der Kirche sucht sie Trost im Gebet. Aber Mephisto, die Stimme ihres Gewissens, lässt ihr auch hier keine Ruhe. Margarethe bricht ohnmächtig zusammen.
Valentin kehrt mit seinen Kameraden zurück. Margarethes Zustand bleibt ihm nicht lange verborgen, auch Siebel kann ihn nicht beruhigen. Als Mephisto, von Faust gedrängt, der Margarethe sehen möchte, ihr eine anzügliche Serenade singt, stürzt Valentin aus dem Haus. Er wird von Faust, dessen Degen Mephisto lenkt, getötet. Während Faust und Mephisto fliehen, verflucht Valentin sterbend seine Schwester, die von Siebel weggeführt wird.

Akt Fünf:

Mephisto führt Faust zum Hexensabbat und der Walpurgisnacht auf den Brocken. Während ein berauschendes Bacchanal vorüberzieht, erscheint Faust eine Vision Gretchens, die im Kerker ihre Hinrichtung erwartet, weil sie im Wahn ihr Kind getötet hat. Faust drängt Mephisto, seine Geliebte zu retten; beide eilen davon.
Margarethe liegt phantasierend und von Gesichtern gequält auf ihrem Strohlager. Die Stimme Fausts weckt das Mädchen, das ihn freudig begrüßt. Beide erinnern sich der vergangenen schönen Tage und ihrer Liebe, doch Margarethe kann Faust nicht mehr folgen und fleht Gott um Erbarmen an. Vergebens sind Fausts Bitten. Margarethe wendet sich schaudernd von ihm und Mephisto ab. Sie sinkt tot zu Boden. Mephistos »Gerichtet« beantwortet der Himmel mit »Gerettet«.

Hört sich ja gar nicht mal so schlecht an! Und die Plätze sind auch gut. Ich denke der Abend wird doch nicht ganz so schlecht wie ich gedacht habe.

Siehst du, hab ich dir doch gleich gesagt! Oh warte es geht los!

Kaum hatte Lilly den Satz fertig, gingen auch schon die Lichter aus und das allgegenwärtige Gemurmel der restlichen Zuschauer verstummte ganz als die Musik anfing zu spielen. Doch wie es halt immer bei solchen Sachen war, ging die Zeit viel zu schnell vorbei. Als nach dem ersten Akt der Vorhang für die erste Pause fiel, waren Lilly und Dani auch schon wieder in ein Gespräch über das Stück vertieft. Da diese Pause nur ein paar Minuten dauerte, hatten sie sowieso beschlossen auf ihren Plätzen zu bleiben. In der Pause nach dem vierten Akt wollten sie sich doch ein wenig die Beine vertreten. Als sie sich durch das Gedränge zu einem etwas ruhigeren Platz durchgekämpft hatten, fing Lilly auch sofort wieder damit an das programm zu studieren. Sie hatte einen Spielplan für die ganze Saison gefunden.

Ui guck mal meine Lieblingsoper „Der fliegende Holländer" von Wagner! Och man hätten sie den nicht heute spielen können?

Der fliegende Holländer? Ist das nicht die Story mit dem verfluchten Schiff?

Jepp genau die! Du weist schon – Steuermann laß die Wacht, Steuermann her zu uns hey ho ho hey Steuermann he Steuermann he...

Ja ist ja gut! Geht's noch ein wenig lauter? Die Leute gucken schon rüber!

Ist mir doch egal lass die doch gucken!

Der Gong verkündete das es Zeit wurde wieder auf seine Plätze zu gehen. Und als sie sich gesetzt hatten, Hob sich auch schon der Vorhang für den Letzten Akt.

Doch auch der war zu schnell vorüber. Aber wenigstens hat es Dani doch noch gefallen! Dachte Lilly sich im geheimen. Dann konnte sie wenigstens nicht behaupten, sie hätte ihr den Abend versaut. Doch Lilly dachte noch an etwas ganz anderes. Schon seit der Führung am Nachmittag musste sie an etwas Denken, dass ihr keine Ruhe gelassen hatte.

An einer Ecke in der Nähe des Zuschauerraumes, war ihr heute Nachmittag etwas aufgefallen, dass sie nun noch einmal genauer unter die Lupe nehmen wollte. Und während sie mit den restlichen Besuchern Richtung Ausgang gingen, wandte sie sich schnell zu Dani um.

Du Dani? Ich muss noch mal zurück, ich hab was vergessen. Wartest du bitte draußen auf mich?

Ja ist gut aber beeil dich bitte ein wenig.

Mach ich!

Und schon war sie verschwunden. Sie ging schnurstracks Richtung Zuschauerraum zurück. Da noch viele Besucher geblieben waren um noch in aller Ruhe ein Glas Champagner oder ähnlichem zu trinken, oder sich einfach noch ein wenig umzusehen, viel sie nicht weiter auf. Als sie angekommen war, sah sie sich erst ein wenig um. Sie wusste nicht mehr genau wo sie suchen musste. Doch als sie um die nächste Ecke ging, fand sie ihr Ziel.

Wegen der Renovierung war ein Teil der Gänge die zu den Gardaroben der Künstler führten nicht verschlossen. Nur durch ein Absperrband gesichert. Und was machte Lilly natürlich? Kurz noch mal umgesehen, und schon war sie in einem der Gänge verschwunden. Dieser Teil der Oper war anscheinend noch nicht ganz so modern ausgestattet wie die bereits benutzten Umkleiden. An den Decken und Teilweise auch an den Wänden war zwar eine Moderne Beleuchtung angebracht worden, aber im großen und ganzen war alles im Urzustand belassen worden. Auch glaubte sie sich daran zu erinnern, gelesen zu haben das dieser Teil der Garderoben zur Zeit nicht benutzt wurde. Man wolle erst die Renovierung abwarten.

Sie wollte sich eigentlich nur kurz umsehen, um nicht noch mehr Gefahr zu laufen entdeckt zu werden. Also schlich sie sich auf Zehenspitzen weiter. Sie ging durch endlos wirkende Türreihen hindurch. Die Stille die sich wie ein Mantel um sie legte wirkte fast schon unnatürlich im Gegensatz zum geschäftigen treiben der restlichen Oper.

Als sie sich zum gehen umwandte, knarrte neben ihr eine Türe. Erschrocken drehte sie sich um, schon nach Ausreden suchend was sie hier machte. Doch da war niemand. Die Türe war wie es schien von alleine aufgegangen.

Lilly konnte ihre Neugierde nun nicht mehr unterdrücken. Vorsichtig streckte sie ihre Hand nach der Türklinke aus. Als sie diese ganz geöffnet hatte, fand sie sich tatsächlich in einer der Garderoben wieder. Da standen mehrere Spiegel an den Wänden, gesäumt von Kleiderständern und kleinen Beistelltischchen auf denen Perückenköpfe und andere Sachen standen. Wohl eine Garderobe für die Nebendarsteller. Sie bemerkte eine Türe im hinteren Bereich des Raumes. Schnell eilte sie darauf zu, neugierig was es wohl dahinter zusehen gab. Die Türe war verschlossen. Aber der Schlüssel hing oben in einer Ecke des Rahmens. Schnell schloss sie auf, und öffnete nun auch diese Türe. Dahinter – sie traute ihren Augen nicht.

Hinter der Türe war eine Treppe. So wie es aussah, führte diese ein ganzes Stück in die Tiefe. Ob es hier wohl einen Lichtschalter gab? Lilly tastete die umliegenden Wände suchend ab, bis sie gefunden hatte was sie suchte. Ein helles KLACK und schummriges Licht erhellte die Treppe notdürftig. Vorsichtig Schritt für Schritt folgte sie dem Weg nach unten.

Sie staunte über die Gewölbe die sich auftaten. Fühlte sich richtig in ihre Lieblingsgeschichte versetzt. Suchend sah sie sich weiter um. Es sah wirklich so aus, als könne jeden Augenblick das Phantom der Oper persönlich um die Ecke kommen.

Sie ging tiefer und tiefer in den Keller hinunter. Betastete diese und jene Wand. Sie hatte bemerkt, dass irgendjemand entlang der wand ein Seil als Handlauf gespannt hatte. So konnte sie sich wenigstens nicht verirren. Den sie hatte schon viel über das Kellerlabyrinth gelesen. Und sie musste den Autoren recht geben. Gäbe es das Seil an der Wand nicht, hätte sie sich schon längst nicht mehr ausgekannt.

So sehr glich eine Kreuzung der anderen, eine Wand der anderen. Und nach der nächsten Biegung entdeckte sie etwas.

In der einen Wand befand sich eine klaffende Spalte. Sie trat näher an den Spalt heran. Von irgendwo, nicht weit entfernt, kam plötzlich ein tiefes summendes Geräusch. Es hörte sich in etwa so an wie ein Bienenschwarm, der irgendwo in einer Wandritze einen Stock gebaut hatte. Doch diesen Gedanken verwarf sie ebenso schnell wieder wie er ihr gekommen war. Bienen? Hier? Unmöglich.

Sie legte die Hand auf die Wand, um sich ein Stück weit vorzubeugen um den Spalt etwas näher in Augenschein zu nehmen.

Die Steine fingen an zu schreien.

Sie wich zurück, bewegte sich so schnell, dass sie stolperte und auf den feuchten Boden fiel. Schwitzend starrte sie in die Richtung des Spaltes. Noch nie hatte sie solch einen Laut gehört. Weder von einem Lebewesen, noch von irgendetwas anderem. Es ließ sich nicht beschreiben.

Lilly dachte sich nur das dies genau die Art von Lauten war, die von einem Stein erwarten würde. Es war entsetzlich.

Plötzlich war ihr, als würden die restlichen Steine der wand auch zu schreien beginnen. Eine Welle von Geräuschen schlug über ihr zusammen. Es kam ihr vor, als hörte sie viele Menschen aufgeregt durcheinander redeten. Hier und da das wiehern eines Pferdes. Doch wo sollten diese Geräusche herkommen. Wahrscheinlich spielten ihr ihre Gedanken einen Streich.

Ich werde wohl allmählich verrückt!

Dachte sie bei sich. Sie schüttelte heftig den Kopf um die Geräusche zu vertreiben und wieder klar denken zu können. Doch der Lärm hielt an. Sie stand schwankend auf und wollte so schnell es ging wieder verschwinden. Der Ort würde ihr allmählich ein wenig zu unheimlich. Doch statt Richtung Ausgang zu gehen, taumelte sie weiter auf die Wand mit dem Spalt zu. Sie konnte sich nicht mehr von diesem Spalt losreißen. Rings um sie waren Geräusche, die immer lauter wurden und Schwindelgefühle hervorriefen. Alles verschwamm langsam vor ihren Augen.

Sie wusste nicht mehr ob sie zielbewusst auf den Spalt zuging, oder ob sie blind durch den Nebel des Lärms tappte.

Einmal, als ich Nachts unterwegs war, schlief ich auf dem Beifahrersitz eines Autos ein, von den Geräuschen und der Bewegung in die Illusion heiterer Schwerelosigkeit gewiegt. Der Fahrer nahm eine Brücke zu schnell, und verlor die Herrschaft über den Wagen. Ich würde aus meinem schwebenden Traum herausgeschleudert in die Wirklichkeit gleißender Autoscheinwerfer 8nd verspürte das übelkeitserregende Gefühl, dass ein Fall bei hohem Tempo hervorruft. Dieser abrupte Umschwung reichte wohl am ehesten an das heran, dass ich jetzt empfinde. Doch bleibt diese Beschreibung immer noch weit hinter der Realität zurück. Doch war das alles den real? Oder träume ich das nur?

Ihr Blickfeld verengte sich auf einen einzigen dunklen Punkt, der allmählich ganz verschwand, aber keine Finsternis hinterließ, sondern eine helle Leere.

Ich konnte sagen, es war, als trudelte ich oder würde mir das innerste nach außen gekehrt. All das stimmt, und doch vermittelt es nicht das Gefühl vollkommener Zerrissenheit, dass ich empfand; das Gefühl, gegen etwas geschmettert zu werden, dass nicht da war. Tatsächlich bewegte sich nichts, veränderte sich nichts, schien nichts zu geschehen, und dennoch ergriff mich eine so elementare Panik, dass ich jeden Sinn dafür verlor, wer, was oder wo ich war. Ich befand mich im Herzen des Chaos, und keine geistige oder körperliche Macht konnte mir helfen.

Ich kann nicht behaupten das ich direkt ohnmächtig wurde, aber ich war mir gewiss einige Zeit meiner selbst nicht bewusst.

Sie erwachte aus diesem Chaos, wenn es das richtige Wort war, als sie über einen Stein stolperte, und wieder auf dem feuchten Steinboden landete. Doch da schwanden ihr die Sinne ganz und sie fiel. Diesmal aber schlug die Schwärze wie eine Welle über ihr zusammen.

So das neue Kap ist endlich fertig geworden. Ich hoffe ich habe Faust einigermaßen hingebracht, da ich das Stück noch nie gesehen habe. Für den Fall das ein Fehler drin ist Tausendmal sorry! Bis zum nächsten kap! Leandra