Crying Eyes

Kapitel 3: Blind

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Harry POV

Etwas zerstreut wachte ich aus einem unruhigen Schlaf auf. Mühsam versuchte ich die Augen zu öffnen. Bald merkte ich, dass das ein sinnloses Unterfangen war. Sie wurden durch einen Zauberspruch zugehalten.

„Hallo?", rief ich hilflos.

„Harry, du bist wach.", hörte ich Madam Pomfreys Stimme.

Schnell kam sie angewuselt.

„Harry, du bist wach", sagte sie noch mal, „ Wie geht es dir? Schrecklicher Unfall das."

„Was ist passiert?"

Zwar konnte ich mich erinnern, doch nur Lückenhaft. Auf jeden Fall war es in Snape´s Unterricht.

„Willst du das wirklich hören? Warum kannst du dich nicht mehr daran erinnern?"

„Ich.. Ich weiß es nicht."

„Am besten sagt dir das jemand anderes. Albus wird bald hier sein, er wird dir alles erzählen."

Stöhnend fuhr ich mir übers Gesicht. Ihh, nur noch Fleisch. Das hätte ich besser nicht getan.

Plötzlich fing meine ganze Gesichtshaut an zu brennen und juckte. Und Ich meinte, mich übergeben zu müssen. Vor Schmerz schrie ich auf.

Poppy POV

Entsetzt fuhr ich herum als Harry schrie.

„Was ist los?", fragte ich.

„Mein… Gesicht tut so weh.", wimmerte er.

Oh nein, er hat darüber gestrichen. Die Wunden wieder aufgerieben. Rasch lief ich in mein Büro und holte eine Spezialsalbe.

„Warte Harry, ich komme."

Bei ihm angekommen strich ich mir etwas auf die Finger und verteilte es auf seinem Gesicht. Vor Schmerz winselte er.

„Ist ja gut. Gleich geht's dir wieder besser.", versuchte ich ihn mühsam zu beruhigen.

Als ich fertig war, ließ sein Gestöhne nach und er beruhigte sich.

„Danke", sagte er.

„Schon gut. Trink das."

Ich hielt ihm einen Schlaftrunk an den Mund und er öffnete ihn leicht, sodass ich die Flüssigkeit hinein laufen lassen konnte. Kurz darauf war er eingeschlafen.

Währenddessen im Gryffindor Gemeinschaftsraum

Ron POV

Schluchzend lehnte sich Hermine an mich.

Ich selber hatte auch Tränen in den Augen.

„Schhh…", beruhigte ich sie, „ Es wird alles gut."

Sie sah hoch und nagelte mich mit ihren rot angeschwollenen, blutunterlaufenen Augen fest. Einige Sekunden sah sie mich einfach nur an, bis sie zum reden anfing.

„Nichts wird gut. Was hast du nur für Vorstellungen. Ron, das war Säure verdammt. Seine Augen sind verätzt."

Sie brach kurz ab und sah sich im Gemeinschaftsraum um.

Keine Menschenseele war hier.

Ihre Stimme war kaum mehr als ein flüstern.

„Er muss sicher höllisch gelitten haben. Zwar habe ich keine Ahnung wie es sich anfühlt aber bestimmt nicht gut. Hätte ich nur nicht geschrieen. Dann wäre das nicht passiert. Warum musste mir diese beschissene Parkinson genau in diesem Moment eine Ratte vors Gesicht halten."

Hermine befreite sich aus meinem Griff und stand auf.

„Ron, Harry wird nie wieder etwas sehen können. Er wird für immer blind sein. Und…alles ist meine Schuld."

Damit wandte sie sich um und ging in ihren Schlafsaal.

Mich ließ Hermine alleine zurück.

Ach, es war alles so schrecklich.

Wieder zurück auf der Krankenstation. Dumbledore ist eingetroffen.

Poppy POV

„Hallo, Albus", begrüßte ich ihn.

Er nickte mir nur leicht zu und ging dann zu Harry hinüber.

„Oh, er sieht schrecklich aus."

„Ich weiß. Doch das ist nur Nebensache. Zumindest nichts im Vergleich zu seinen Augen."

Schweigend sahen wir Harry an.

Sein Gesicht bestand nur noch aus Fleisch. Durch die lange Zeit, die die Säure auf seinem Gesicht war, ist die Haut gänzlich verschwunden. Hier und da sah man Wunden und getrocknetes Blut.

Aber das schlimmste waren seine Augen.

„Poppy, ist er…"

„Ja, Albus er ist blind. Sein Augenlicht wird er nicht wieder zurückbekommen. Es gab zumindest bis jetzt noch kein Anzeichen für die Chance einer Heilung. Das wirst du ihm sagen müssen. Ich kann das nicht. Und auch, was passiert ist. Er kann sich nicht mehr erinnern."

„Das ist schrecklich. Der arme Junge. Aber einen Gedächtnisverlust hat er doch hoffentlich nicht oder?"

Schweigend sahen wir wieder auf Harry herab. Mein Blick wanderte von seiner zerfurchten, roten Stirn, wo seine Narbe kaum noch zu erkennen war, hinunter zu der Nase und dem Mund. Nichts war schrecklicher Anzusehen als das. Alles nur noch aus Fleisch und vereinzelten minimalen Hautfetzen. Harry sah einfach nur noch schlimm aus und nur wenig ließ darauf zurückführen, dass es Harry Potter selbst war. Kannte man diesen Jungen nicht, würde man ihn jetzt nicht erkennen.

Meine Augen ruhten eine Zeitlang auf seinem Gesicht im Allgemeinen, bevor ich meinen Blick auf Harrys Augen richtete. Nur kurz hatte ich das Ausmaß an Schrecklichkeit darin gesehen. Und nach dem säubern diese sofort mit

Einem Zauber verschlossen. Gerade wollte ich mich abwenden, als ich verdutzt unterhalb seiner Augen entdeckte.

Eine Träne. Sie war noch frisch.

Mein Herz machte einen kleinen Freudenhüpfer. Harry hatte eine Träne vergossen.

„Albus; sieh! Eine Träne. Es gibt noch ein kleines Fünkchen Hoffnung."

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Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.