Auf dem Weg zum Gemeinschaftsraum musste sie sich an Filch vorbei schleichen, aber letztendlich trat sie in den Gryffindor Turm. Die fette Dame wollte Lily erst nicht ein lassen, da sie, sie nicht sah. Aber nach harter Überzeugungsarbeit gab das Gemälde nach.
Die anderen schliefen schon.
„Conspicuus!", flüsterte sie. Lily wollte nur noch in ihr Bett. Nichts geschah. „Conspicuus!", sagte sie deutlicher. Ein paar Sekunden vergingen. Nicht eine Kontur von ihr wurde sichtbar. „Conspicuus, Conspicuus, Conspicuus!", rief sie. Rein gar nichts geschah.
„Beim Merlin. Warum werde ich nicht wieder sichtbar?", Hysterie machte sich in ihrer Stimme breit. Ich brauche Hilfe! Aber wer, nervös ging sie umher. Alex, Ellen und Lorrain konnte sie nicht aufwecken. Die waren zu nichts im Stande. Ihr blieb keine andere Wahl.
„James!", Lily rüttelte an seinem Arm.
„James!", sie kniff ihn.
„Was ist denn?", stöhnte er.
„James, ich brauche deine Hilfe!", flehte Lily.
Er richtete sich auf. „Lily?", fragte er ungläubig.
„Wo bist du?", James griff nach seiner Brille. Selbst mit konnte er sie nicht sehen.
„Genau vor dir!"
„Wo?"
„Na hier!", ihre Stimme klang verzweifelt.
James spürte wie jemand seine Hand nahm.
„Beim Merlin. Was hast du gemacht?", er starrte in die Richtung, wo er ihren Kopf vermutete.
„Ich habe mich unsichtbar gezaubert und ich kann mich nicht wieder sichtbar machen.", erzählte die unsichtbare Lily.
„Aber warum?", wollte James erstaunt wissen.
„Frag bitte nicht, nur mach mich wieder sichtbar!", ihre Stimme klang weinerlich.
„OK, OK. Bin schon dabei!", und James nahm seinen Zauberstab. „Wo ist dein Kopf?"
Lily führte seine Hand zu ihrem Kopf.
James ließ seine Hand dort um zu wissen, wo er denn hin zaubern musste.
„Conspicuus!", er tippte ihr auf den Kopf. Alles blieb wie es war.
„Siehst du mich schon?", fragte Lily hoffnungsvoll.
„Nein, nicht wirklich.", sagte James nüchtern. „Ich versuche es noch einmal."
Wieder die selbe Prozedur. Er versuchte es nicht nur zweimal oder dreimal. Nach dem siebten Mal gab er auf.
„Lily, wie hast du das nur geschafft!", Erstaunen und Besorgnis lag in seinen Worten.
„Ich weiß es nicht.", schluchzte sie plötzlich.
James nahm sie ihn den Arm. Es war total abgefahren jemanden im Arm zu halten, den man nicht sah.
„Mach dir keine Sorgen, Liebling. Das bekommen wir wieder hin!"
„Aber wie?", brachte Lily halbwegs hervor.
„Flitwick!", sagte James, als wäre es ein Heilmittel gegen alles. „Komm, wir müssen zu ihm."
„Es ist mitten in der Nacht!", bemerkte Lily.
„Na und? Ich will dich wieder sehen können!", rief er, als hätte sie ihn beleidigt. James packte sie am Arm, oder zumindest glaubte er es und zog sie hinter sich her. Im Pyjama mit etwas unsichtbarem im Schlepptau ging er in Richtung Ravenclaw Gemeinschaftsraum. An diesem liefen sie vorbei und nach einem weiteren Korridor standen sie vor einer braunen Tür.
„Professor Flitwick!", rief James laut und pochte an die Türe. „Professor Flitwick!" Wenig später drang Licht unter dem Türschlitz hervor und ein zerknautschter kleiner Mann erschien.
„Mr. Potter. Was ist geschehen. Es ist mitten in der Nacht!"
„Ich bitte vielmals um Verzeihung Professor, aber wir haben ein Problem.", berichtete James schnell.
„Wir?", wunderte sich Flitwick.
„Ähm ja,...", und James erzählte von Lily.
„Wo ist sie jetzt?", fragte der kleine Mann nun hell wach.
„Ich bin hier, Professor!", ertönte Lily's Stimme. „Bitte machen sie mich wieder sichtbar!"
„Miss Evans, sie haben ganze Arbeit geleistet.", und er holte seinen kurzen Zauberstab hervor.
„Conspicuus!", und er piekte sie in den Bauch.
James wartete gespannt, aber nichts passierte.
„Miss Evans. Wie viel Mal haben sie den Zauberspruch gesagt?", erkundigte sich Flitwick.
„Dreimal.", antwortete sie wahrheitsgetreu. Und dann fiel es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie hatte den Spruch verstärkt! Die Dreierformel
„Was machen wir jetzt?", fragte James.
„Krankenflügel!", und der Professor eilte davon.
„O James, was ist, wenn ich nie wieder sichtbar werde?", Lily war den Tränen nahe.
„Denk bitte nicht daran! Ich tu es auch nicht!", erklärte er ihr.
„Poppy!", Professor Flitwick klopfte an die mächtige Türe des Krankenflügels. Nach einer Minute erschien eine etwas mürrische Madame Pomfrey.
„Professor, was ist geschehen!", fragte sie überrascht, als sie James sah.
„Wir haben ein Problem mit Miss Evans.", quiekte der kleine Mann.
„Wo ist sie, soll ich zu ihr kommen?", Poppy schien bereit für alles.
„Nein, wir haben sie schon mit gebracht.", hielt James sie auf.
„Wo, Mr. Potter?", sie sah ihn verwirrt an.
„Ich bin hier!", ertönte eine gequälte Stimme.
„Miss Evans ist ein kleines Missgeschick passiert. Zu übereifrig beim Lernen!", berichtete Flitwick. „Sie zauberte sich unsichtbar, und das mehrmals hinter einander."
„Beim Barte des Merlin! Herein in den Krankenflügel mit ihnen!", befahl die Krankenschwester.
James führte Lily hinein und platzierte sie auf einem Bett, das ihr Madame Pomfrey zugewiesen hatte.
„Warum hast du das gemacht?", erkundigte sich James erneut. „Hast du wirklich für Zauberkunst gelernt? Du kannst mir alles sagen, du weißt das Lily."
„James, das ist alles nicht so einfach. Ich wollte...", sie stoppte.
„Du wolltest was!", hakte er nach.
„Ich will das du mich endlich wieder siehst!", etwas prallte gegen James Oberkörper und er spürte eine feste Umarmung.
„Mr. Potter, Professor. Ich bitte sie jetzt zu gehen.", ertönte die Stimme der Krankenschwester.
„Ich schaue morgen nach dir!", und James streichelte über den unsichtbaren Kopf.
Lily sah ihm nach.
„Trinken sie das, Miss Evans! Wo sind sie?"
„Hier!", klang es aus der anderen Richtung. Lily nahm einen Kelch mit einer übel riechenden Flüssigkeit.
„Los, trinken sie das!", befahl Madame Pomfrey. Es schmeckte so unnatürlich gut! Das hätte Lily nicht erwartet.
„Was ist das für ein Zaubertrank?", fragte sie neugierig.
„Ein Zaubertrank der dir deine Farbe wieder gibt, Mädchen!", war die Antwort.
„Legen sie sich nun hin und machen sie sich keine Sorgen. Ziehen sie diesen Pyjama an, da sehe ich wenigstens wo sie sind."
Etwas später schwebte dann ein Schlafanzug durch den Raum.
„Wie lange wird es dauern, bis ich wieder sichtbar bin?", wollte Lily wissen.
„So lange wie nötig.", erklärte Madame Pomfrey in einem endgültigen Ton. Und so stieg Lily in ihr Krankenbett und zog die Decke bis zur Nasenspitze.
Warum passiert so was immer mir, verfluchte sie sich. Das in der Dritten war wohl keine Lehre für mich!
Wie hatte es ausgesehen, als sie versuchte sich nur zum Spaß klein zu zaubern. Eine ganze Woche lang musste sie damals im Krankenflügel bleiben, um auf ihre ursprüngliche Größe zu wachsen.
„Wo ist Lily?", fragte Ellen verwundert in den Schlafsaal hinein.
Alex und Lorrain richteten sich schwerfällig auf.
„Ob sie schon beim Frühstück ist?", spekulierte Lorrain.
„Keine Ahnung.", Alex zuckte mit den Schultern. „Da müssen wir wohl nachsehen."
Immer noch etwas ungelenk zogen sich die Drei an. In der Großen Halle war sie nicht. Nur Sirius, James und Peter waren dort. Alle sahen müde aus, besonders James.
„Guten Morgen, habt ihr Lily gesehen?", fragte Lorrain.
„Ich werdet sie für längere Zeit wohl nicht sehen können.", beantwortete James die Frage.
„Hä? Was meinst du?", die Mädchen sahen verwirrt aus.
„Das soll heißen, dass sie nicht zu sehen ist."
„Rede nicht so geschwollen daher!", tadelte Ellen James.
„Sie hat sich gestern Nacht unsichtbar gemacht und das dreimal hinter einander.", schloss dieser seinen Vortrag.
„Heilige Agrippa!", keuchten die drei Mädchen.
„Sie ist jetzt im Krankenflügel. Madame Pomfrey kümmert sich schon seit heute Nacht um sie.", fügte James hinzu.
„Woher weißt du das alles?", wunderte sich Alex.
„Ich bin Schulsprecher und sie ist Schulsprecherin. Alles ganz natürlich, oder?", sagte er bestimmend.
Die Mädchen trollten sich davon.
Sirius sah James belustigt an.
„Woher weißt du das?", bohrte er.
„Später!", flüsterte Prongs zurück.
„Ich werde mal nach ihr sehen.", James stand auf und ging.
Madame Pomfry öffnete die Türe.
„Kommen sie herein Mr. Potter. Da drüben ist sie.", dirigierte sie ihn.
James kniff die Augen zusammen. Nicht weit, in einem Bett lag etwas. Ganz schwache Konturen waren sichtbar.
„Lily, du siehst gut aus. Soweit ich das beurteilen kann.", witzelte James.
„Das ist nicht zum Lachen, James!", rügte sie ihn gespielt. Er konnte sich vorstellen das sie dabei lächelte.
„Doch, wirklich. Ich kann deine Konturen sehen!", ermunterte er sie. „Das ist definitiv ein Fortschritt zu heute Nacht."
„Wir lange musst du noch hier bleiben?", erkundigte er sich nach einer Weile.
„Ich habe keine Ahnung, ein paar Tage noch.", Lily nahm seine Hand.
„Das wird schon wieder werden!", ermutigte er sie. „Bekomme ich einen Kuss?", fragte er dann scheinheilig und augenblicklich spürte er etwas warmes und sanftes auf seinen Lippen.
Die nächsten Tage zogen dahin. Lily schwieg sich beharrlich darüber aus warum sie sich unsichtbar gemacht hatte. Keiner dachte daran sie zu fragen, denn jeder wollte sie nur wieder in Farbe sehen. Die Umrisse von Lily wurden in den darauf folgenden Tagen stärker. Dreimal täglich musste sie den übel riechenden Trank nehmen. Madame Pomfrey entlies Lily nach dem 4 Tag, aber wie immer sah sie noch nicht aus. Sie war noch halb durchsichtig und in schwarz- weiß! Schüler machten Bemerkungen über sie, Blicke folgten ihr.
Das mache ich nie wieder, schwor sie sich.
„Das ist echt so abgefahren!", bemerkte Sirius in einer Zaubertrankstunde. Er sah direkt durch Lily hindurch und auf ihre Aufzeichnungen.
„Für dich mag es das sein, aber für mich nicht!", fauchte sie ihn an.
„Lily, das passiert jedem mal!", versicherte er ihr.
„Und was ist dann mal bei dir schief gelaufen?", fragte sie angespannt.
„Mh, also um genau zu sein fällt mir gerade nichts ein.", er verschwieg lieber den Vorfall, dass er beim verwandeln einmal lange Barthaare und etwas Fell zurück behalten hatte.
„Danke, du bist ja so aufbauend!", bemerkte sie sarkastisch.
Nach fast zehn Tagen war sie wieder vollkommen sichtbar. Nur einen Makel gab es noch. Ihr fehlte einfach die Farbe.
James saß ihr im Raum der Schulsprecher gegenüber. Sie arbeitete an einem Entwurf über die Verbesserung der Gemeinschaftsräume.
„Lily?"
„Ja?"
„Wie fühlst du dich?"
„Etwas farblos."
James lachte.
„Warum hattest du dich eigentlich unsichtbar gemacht?", fragte er nun ernster.
Lily erstarrte. Warum ausgerechnet jetzt?
„Ich habe geübt. Das ist alles.", erklärte sie mit Leichtigkeit.
„Wirklich?", es schien ihm irgendwie unglaubwürdig. Warum sollte sie sich zum Spaß unsichtbar machen? „Lily, ich habe das Gefühl du verschweigst mir etwas."
Sie konnte ihm nicht wirklich etwas vor machen.
„James, ich kann nicht.", sagte sie gequält.
„Warum? Ich bin dein Freund, du kannst mir alles sagen."
„Du sagst mir auch nicht alles!", konterte sie nun.
Da hatte sie Recht. James biss sich auf die Zunge.
Wenn er ihr Vertrauen forderte, warum konnte sie nicht auch seines fordern.
„Lily, wenn du mir sagst warum du dich unsichtbar gemacht hast, schwöre ich dir das ich alles erzähle nach was du gefragt hast!", erklärte er feierlich.
„Wirklich?", sie zog die Augenbraue hoch.
Konnte es wirklich so einfach sein?
„Du schwörst es?", verlangte Lily.
„Ich schwöre!"
Sie holte tief Luft und sah ihn einschätzend an.
Es bringt nichts zu lügen, sagte Lily sich.
„In der Nacht...", fing sie stockend an. „Als ich mich unsichtbar gemacht habe."
„Ja?"
„Erinnerst du dich noch vor ein paar Wochen, als ich dich gefragt habe warum du zur Peitschenden Weide gelaufen bist?", fragte sie plötzlich.
„Äh, ja.", in James hallte ein Satz wieder und er ahnte etwas.
„Ich wollte einfach wissen was los war.", berichtete Lily fast unschuldig.
James schloss die Augen und holte tief Luft.
„Du sagst mir also gerade, dass du mir nach spioniert hast.", sagte er ruhig.
„So würde ich es nicht nennen.", wehrte sie ab.
„Wie nennst du es dann?"
„Erkundigungen einholen?", fragte Lily unsicher.
„Mach jetzt keine Witze!", mahnte James.
„Ich mache keine Witze! Du hättest mir früher sagen können das Remus ein Werwolf ist!", platzte sie heraus.
„Wie hätte ich dir das sagen sollen?", fauchte er zurück. „Hallo Liebling, aber einer meiner besten Freunde ist ein Werwolf und ich bin ein Animagus?"
Lily sah ihn mit großen Augen an. „Du bist ein Animagus?"
James schlug sich die Hand an die Stirn. O, ich bin ein Troll!
Ihre Augen waren groß wie Untertassen. „Welches Tier bist du? Der Hund oder der Hirsch?"
So hatte James sich das nicht vorgestellt.
Aber Schwur war Schwur.
„Der Hirsch.", antwortete er nun gequält.
Lily sah ihn eine Weile schweigend an.
„Also ist Sirius der Hund?", schlussfolgerte sie.
„Ja."
„Und Peter? Ist der auch dabei?", erkundigte Lily sich nun.
„Ja!", knirschte James.
„Was ist er?"
„Eine Ratte."
„Na das passt ja!", endete sie.
„Warum?", fragte er überrascht.
„Ich weiß nicht. Aber jetzt wo du es sagst erinnerte er mich an eine Ratte."
„Mach bitte keinen meiner Freunde schlecht!"
„Ich mache ihn nicht schlecht! Ich sage nur wie es ist!", verteidigte Lily sich.
James atmete wieder tief durch.
„Lily, es tut mir leid, wenn ich aufbrausend bin. Aber das ist das wichtigste Geheimnis das ich je verwahrt habe!", entschuldigte er sich.
„Es ist wichtig, dass es niemand erfährt! Verstehst du mich?", beschwor James sie.
„Ja, ich verstehe das!", beschwichtigte Lily ihn.
Er nahm ihre Hand.
„Lily, du musst mir schwören das du es niemandem erzählst! Hörst du? Niemandem!".
Sie sah ihm tief in die Augen „Ich schwöre es dir!"
James drückte ihre Hand.
„Weißt du eigentlich wie gefährlich das war!", fragte James sie auf einmal. „Dir hätte etwas passieren können!"
„Es ist mir aber nichts passiert!", beruhigte Lily ihn.
„Mach das bitte nie wieder!", er nahm sie in den Arm. „Hörst du mich? Ich möchte dich nicht verlieren!"
Stille breitete sich zwischen ihnen aus. Sie schlang die Arme um ihn. Keiner von ihnen brach das Schweigen.
Der November gestaltete sich kalt und unfreundlich. Die einzigste Farbe, die in jedermanns Leben kam war die von Lilys Augen. Diese leuchteten einem aus grau und schwarz entgegen. Lily war immer noch deprimiert deswegen, aber James tat sein Bestes um sie davon abzulenken.
Artig hütete sie ihr Geheimnis. Lily wollte James nicht enttäuschen.
Ihren Eltern hatte sie von ihrem neuen Freund geschrieben. Ihr Vater hatte gleich gefragt ob das der Hörner – James wäre und Eulenwendend bejahte sie es. Lily konnte sich das Gesicht ihrer Eltern vorstellen und den Spruch ihrer Mutter ‚Was sich neckt, dass liebt sich!'"
Allerdings hatten ihre Eltern ihr auch geschrieben, dass Petunia einen neuen Freund hatte. Nicht neu für Lily, aber für ihre Eltern.
„James!", flüsterte Sirius eindringlich.
„Was?"
„Ich hatte gerade eine Eingebung!", verkündete Padfoot in Hochstimmung.
„In bezug auf was?", fragte Prongs gespannt. Sirius hatte immer Einfälle. Vorausgesetzt er war nicht gerade am essen.
"Wir vergiften das Essen der Slytherins."
„WAS? Hast du Kobolde im Kopf!", brauste James auf.
„Nein, nicht so vergiften! Wir mischen ihnen nur etwas unters Essen. Ich dachte da so an Elefantenohrpulver.", Sirius grinste fies.
James schüttelte lachend den Kopf. „Wie willst du das anstellen? Du müsstest es unten in der Küche zwischen die Speisen mischen."
„Oh, das klappt schon. Du kennst doch die Hauselfen. ‚Jawohl Sir, ja Sir'.", versicherte Padfoot.
„Wann willst du es machen?", wollte Prongs jetzt wissen.
„Das Elefantenohrpulver kommt in zwei Tagen. Ich denke beim Frühstück wäre es am besten.", grübelte Sirius.
James konnte sich schon alles genau vorstellen. Er fieberte regelrecht den nächsten Tagen entgegen.
Zu Lilys grünen Augen folgte nun ein roter Mund. Erst war er zart rosa gewesen, doch nun strahlte er in einem satten Rot. James war ganz verzückt darüber.
Am dritten Tag standen Sirius und James noch vor Tagesanbruch auf. Ein kleines Säckchen mit grauem Staub lag in Padfoot's Nachtschrank. Leise zogen sie sich an, dann nahmen sie den kleinen Beutel und schlichen aus dem Schlafsaal. Den Tarnumhang unter Prongs Arm geklemmt eilten sie die Stufen hinunter. Sirius versteckte sich unter dem Umhang, als sie vor dem Portrait mit der Obstschale standen. James kitzelte die Birne und der Türgriff erschien.
Er trat ein, dicht gefolgt von Sirius.
In der Küche herrschte schon geschäftiges Treiben. Die kleinen Elfen flitzen über die Steinfußböden. Ein Elf schaute zur Türe und kam sofort auf James zugeeilt.
„Sir, guten morgen Sir.", eine tiefe Verbeugung folgte und James fragte nach einem Kräutertee. Worauf hin der Elf sofort die kleinen Füße schwang. Sirius hatte nur begrenzt Zeit.
Vier Tafeln standen in dem großen Raum. In einem knisternden Feuer hing ein Kessel und es duftete nach Porridge. Einige Schüsseln standen bereits auf den Tischen. Aber welcher war der Slytherin Tisch?
Zum Troll noch mal. Welches ist der richtige Tisch, fluchte Sirius leise. Die Slytherins sitzen außen. Aber welches außen?
Wenn er nicht aufpasste, würde er die Ravenclaws verhexen und die hatten ihm nun wirklich nichts getan. Mh, wenn ich die Ravenclaws verhexe muss ich, der Fairness halber, auch die Hufflepuffs verwünschen., überlegte er nun. Aber, wenn nur die Gryffindors normal bleiben wissen sie gleich das es einer von uns war.
Kurz entschlossen streute Padfoot etwas auf die Speisen auf jedem Haustisch. Ich darf nur nicht vergessen die anderen zu warnen., sagte er sich.
Sirius sah sich um, James hatte seinen Tee in der Hand und bewegte sich wieder auf die Türe zu. Bevor er die Küche verlies klaute er sich noch eine Orange, winkte den beschäftigten Hauselfen und schlüpfte vorsichtig wieder durch die Türe.
Puh, das wäre geschafft, seufzte Sirius.
„Alles gut gelaufen?", erkundigte sich Prongs.
„Ja, lass uns jetzt wieder schlafen gehen."
Ein paar Stunden später machten sie sich fertig um zum Frühstück zu gehen.
„Ich muss euch noch was wichtiges sagen, wegen dem Frühstück heute. Da ist was schief gelaufen.", gab Sirius langsam zu.
„Was hast du getan?", erkundigte sich James.
„Es ist nur ein kleines Problem.", er schaute unschuldig in den Raum. Die anderen sahen ihn misstrauisch an.
„Und wie klein wäre das?", wollte Remus wissen.
„Nun ja, ich wusste nicht recht welcher der Slytherin Tisch war und da habe ich was auf jeden Tisch gestreut.", Padfoot schaute die anderen verständnissuchend an.
„Ohne Worte!", war James einzigster Kommentar.
„Aber den Porridge könnt ihr essen. Den habe ich nicht verhext.", berichtete Sirius nun stolz.
„Zu gütig.", Moony hasste Porridge.
„Lily!", flüsterte James hinter ihr.
„Ja?"
„Iss heute nichts außer Porridge zum Frühstück!"
„Warum?"
„Wenn du es nicht tust, wirst du ein großes Paar Ohren zu deiner Farblosigkeit hinzu bekommen.", das schien sie zu überreden. Lily bedeutete ihm noch einen Kuss, bevor sie zu Alex stürmte die sich gerade an den Haustisch gesetzt hatte und einen Berg Müsli in ihre Schüssel schaufelte. Lily flüsterte ihr kurz etwas ins Ohr und plötzlich stieß Alex die Schale wehmütig von sich.
Sirius saß gespannt auf seinem Platz und beobachtete die umliegenden Tische. Die Schüler griffen ausgiebig zu.
James las gerade einen Artikel im Tagespropheten über das derzeitig ruhige Verhalten von Du- Weißt- Schon- Wem, als ein Trompeten durch die Halle schallte. Alle Schüler blickten sich blitzschnell um. Einem Mädchen aus Hufflepuff waren mittelgroße Elefantenohren gewachsen. Und sogar ein Rüssel!
Die Lehrer waren aufgesprungen. Sirius sah James verwirrt an. „Rüssel?", formte sein Mund tonlos. Was hatte ihm seine Cousine da nur geschickt?
Immer mehr Schüler verwandelten sich. Lautes trompeten schallte durch die Große Halle. Um Hilfe rufende Schüler liefen verwirrt umher. Vereinzelt lugten kleine Schwänzchen zwischen Umhängen hervor.
„Was habt ihr nur gemacht!", fauchte Lily plötzlich hinter ihnen.
Peter und Remus zeigten verstohlen auf Sirius und James.
Lily baute sich vor ihnen auf.
„Ihr habt gerade Zweidrittel der Schülerschaft in Elefantenmenschen verwandelt!"
Um sie herum war das Chaos in vollem Gange. Sirius wurde immer kleiner auf seinem Sitz.
Er schaute sie an wie ein kleines Kind, das beim naschen erwischt wurde.
„Aber lustig ist es schon, oder?", fragte Padfoot unsicher.
Lily bedachte ihn mit einem bitterbösen Blick.
„Sirius, James! Dieses Mal seid ihr zu weit gegangen!"
„Du wirst uns doch nicht melden!", James sah sie fragend an.
„Nein, das werde ich nicht. Ich will euch einfach nur warnen. Den Slytherins eines auswischen ist in Ordnung. Aber unschuldigen Hufflepuffs, Ravenclaws und Gryffindors so etwas anzutun!", Lily schnaubte wild.
Sirius senkte den Kopf.
James fühlte sich schuldig.
An diesem Tag fiel der Unterricht aus. Zu wenige Schüler waren Ohr- und Rüssel-los geblieben. Die Lehrer waren schon vertieft in die Ermittlung, wer denn der Übeltäter gewesen sein könnte. Aber da aus jedem Haus Schüler betroffen waren, erschwerte sich die Suche erheblich.
