Vielen Dank an euch alle! Ich weiß es sehrzu schätzen, dass ihr auch noch bei der überarbeiteten Version Reviews schreibt. Obwohl ihr es schon kennt. DANKE!

at Alex Du hast geschrieben blaue Augen! tztztz, Lily hat grüne:-)


Kapitel 14- Briefe

Der November wich einem kalten Dezember. Die Stimmung zwischen Lily und Sirius hatte sich auch wieder etwas gelegt. Für James hatte sich die Lage etwas geändert. Lily ließ ihn deutlich spüren das er zu weit gegangen war. Aber nachdem James einen Hundeblick aufgesetzt hatte und ihr sagte, dass er dergleichen nicht wieder machen würde, bekam er eine lang ersehnte Umarmung. Vielleicht wäre auch ein Kuss raus gesprungen, aber dann musste ja ausgerechnet Remus auftauchen.
Am Morgen des 13 Dezember saßen Lily, Ellen und Alex beim Frühstück. Lorrain hatte eine böse Grippe und war vom Unterricht befreit.
„Lily, hast du eigentlich bemerkt, dass deine Haut leicht Rosa schimmert?", fragte Ellen, der Lily gegenüber saß. Diese sah sie stolz an. „Ja, ist das nicht toll? James meinte das schon gestern Abend." „Hä?", Alex blickte sie misstrauisch an. „Wann soll das gewesen sein? Du bist gestern nicht weg gegangen!" Lily hätte sich ohrfeigen können! „Na das war kurz bevor wir schlafen gegangen sind!", rettete sie sich und beschäftigte sich wieder mit ihrem Frühstück. Ellen blickte Alex vielsagend an. „Lil, ich werde das Gefühl nicht los, dass du uns etwas erzählen möchtest!", sagte Ellen plötzlich. „Nein! Wie kommst du darauf?", log sie frech. „Du bist so komisch in letzter Zeit.", erklärte ihr Alex. „Außerdem machst du ständig mit James Kontrollgänge, obwohl das auch die Vertrauensschüler erledigen könnten." Lily wurde es plötzlich sehr warm.
Auf einmal lag ein lautes Rascheln in der Luft. Die Post kam. Viele Eulen flogen durch die hohen Fenster der Großen Halle und brachten einen eisigen Wind mit sich. Vor James plumpste eine braune Eule. Er befreite sie von dem Tagespropheten, steckte einen Knut in den kleinen Lederbeutel und die Eule spreizte ihre Flügel und flog davon. Sirius schaute Prongs über die Schulter.
Auf der Titelseite prangte ein großes Bild. Ein halb zerstörtes Haus stand in Rauchschwaden. Zauberer liefen wild durch das Bild und gestikulierten aufgebracht. James' Blick fiel auf etwas im Hintergrund. Am Himmel ganz schwach zu erkennen, von Sternen umrandet, war ein Totenkopf und eine Schlange kroch aus seinem Mund. Das Zeichen der Todesser.

Ruhige Zeit vorbei! Sie- Wissen- Schon- Wer schlägt wieder zu.

In der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember ereignete sich ein erneuter Anschlag auf eine Zaubererfamilie in Inverness. Gegen Mitternacht gelangten mehrere Todesser in das Haus der Familie Baggins. Mr. und Mrs Baggins waren zu diesem Zeitpunkt alleine und schliefen bereits.Als die Auroren eintrafen bot sich ihnen ein grauenhaftes Bild.", so der Zaubereiminister Mr. Ebenezer Southland. „Wir konnten nicht mehr viel tun.", bestätigte sichtlich betroffen Mr. Thaddäus Potter, Leiter der Aurorenabteilung. Ein Rätsel bleibt bislang wie die Familie aufgespürt wurde, denn nachdem Mr. Baggins vor einem halben Jahr sich gegen Sie- Wissen- Schon- Wen ausgesprochen hatte, ging die Familie in den Untergrund. Der Geheimniswahrer Mr. Courtland wurde bis jetzt nicht aufgefunden. Ministeriumsangestellte vermuten das Schlimmste. Unser großes Mitgefühl gilt der einzigsten Tochter, die sich zur Zeit in Hogwarts befindet. Weitere Fakten finden Sie auf den Seiten 3,4 und 5.

James ließ die Zeitung sinken. Sirius und er blickten die Tafel zu Ellen hinab. Diese saß mit Lily und Alex zusammen und lachte herzhaft. Sie weiß es noch nicht, schoss es ihm durch den Kopf. Instinktiv blickte James zum Lehrertisch. Viele saßen vor ihrem Propheten. Die Stirn in Falten. Manche schauten zu Ellen.

Plötzlich schwebte eine einzelne Eule herein. Sie kreiste über den Tischen und segelte dann zum Gryffindortisch hinunter. James war nicht der einzigste Schüler, der den Tagespropheten erhielt und viele von ihnen hielten die Luft an.
Die graue Eule hopste über den Tisch bis sie vor Ellen stehen blieb.
„Nanu. Wo kommst du denn her?", fragte sie immer noch lächelnd die Eule. Große Augen blinkten sie an und die Graue streckte ihr Bein aus. Ellen betrachtete den Umschlag. „Von wem soll ich denn Post bekommen?", überlegte sie laut. Ein offiziell wirkendes Siegel war darauf gesetzt. Ihr Lächeln verschwand. Ihr Blick wurde ernst und eine Gänsehaut jagte über ihren Rücken. Ellen schluckte schwer, als sie den Umschlag nahm und mit zitternden Händen das Siegel brach.

James kam es vor, als hörte die Erde auf zu drehen. Die Große Halle schien den Atem anzuhalten.
Ellen holte ein Pergament hervor und ihre Augen schwebten über das Schriftstück. Lily saß ihr gegenüber und blickte sie ängstlich an. Alex sah hilflos drein. Ellens Lippen begannen zu beben, Tränen füllten ihre Augen und liefen über ihre Wangen. Je weiter sie nach unten kam, desto blasser wurde sie. Plötzlich erfüllte ein herzzerreisender Schrei die Luft und im nächsten Moment rollten Ellens Augen in ihren Kopf und sie kippte nach hinten weg. Der Brief segelte zu Boden. Die Schüler starrten auf den reglosen Körper. Alles ging so schnell. Lily war über den Tisch gesprungen. Alex kniete bereits neben Ellen. „Ellen!", rief sie. Lily nahm ihre Hand.„Ellen!", schluchzte Alex verzweifelt.
Schüler waren von ihren Plätzen aufgestanden um alles genau sehen zukönnen. Augenblicklich stand Professor McGonagall und Professor Dumbledore neben ihnen.
„Miss Shea, Miss Evans. Treten sie bitte beiseite.", richtete sich der Direktor an sie. Alex und Lily hatten Tränen in den Augen. Sie wussten, dass etwas schlimmes geschehen war. Professor McGonagall flüsterte etwas und Ellens Körper schwebte in die Luft. Die beiden Professoren verschwanden mit ihr aus der Großen Halle. Neugierige Blicke waren auf Lily und Alex gerichtet.
„Schert euch um euren eigenen Kram!", brüllte Lily plötzlich. Die Schüler sahen sie überrascht an. Benahm sich so eine Schulsprecherin? Wohl kaum. Aber eine gute Freundin womöglich.
Alex hob den Brief auf.

Sehr geehrt Miss Baggins,
ich hoffe, dass Sie es nicht schon durch den Tagespropheten erfahren haben. Es ist meine traurige Aufgabe Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihre Eltern Beth und Adam Baggins heute Nacht in Inverness von Todessern in ihrem Versteck aufgespürt und tödlich verletzt wurden. Bislang ist nicht bekannt, wie Ihre Eltern gefunden werden konnten. Doch das Ministerium arbeitet fieberhaft an der Aufklärung. Ihre Eltern wehrten sich bis zum letzten Atemzug. Sie starben als Helden. Ich möchte Ihnen mein großes Mitgefühl aussprechen.
Ebenezer Southland Zaubereiminister

Lily schaute Alex über die Schulter. Ihr Brustkorb verengte sich. Das Atmen fiel ihr schwer. Alex nahm Lilys Hand und umklammerte sie fest. Beide sahen sich an. Das durfte nicht wahr sein! „Warum?", fragte Alex halb erstickt. Auf einmal spürte sie eine Hand auf ihrer Schulter. Sirius und James standen hinter ihnen. Ihre Gesichter waren ernst. „Kommt mit.", befahl Padfoot sanft. Lily und Alex ließen sich von ihnen aus der Großen Halle führen. Sirius hörte ein lautes Gemurmel als sie in der Eingangshalle waren.

Wenig später trennte sich die Gruppe und James schlug den Weg zum Raum der Schulsprecher ein. Während Sirius weiter die Treppen hinauf stieg. Lily war wie betäubt. James platzierte sie auf dem Sofa und setzte sich neben sie.
„Kanntest du ihre Eltern?", fragte er vorsichtig nach einer Weile des Schweigens. Sie nickte nur. Lange Zeit saß sie einfach da. „Warum?", sagte Lily plötzlich weinend. „Ich weiß es nicht.", seufzte James und legte einen Arm um sie.
„Vor zwei Jahren waren wir bei Ellen in den Sommerferien.", schluchzte Lily. „Es war so lustig. Wir waren Wichtel jagen und haben ein Wettschwimmen mit dem Monster in ihrem See gemacht.", sie lachte plötzlich etwas und verschluckte sich an einer Träne.
„In ihrem See?", James sah sie überrascht an. „Ja, die Baggins haben ein großes Gut in den Lowlands.", klärte sie ihn auf. „Ihre Eltern waren so lieb und nett. Ich habe mich fast wie daheim gefühlt.", Lily verbarg ihren Kopf an James Schulter.
Tränen sickerten durch seinen Umhang. Lily wurde immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt. Ich hasse Voldemort. Dieses elende Schwein, atmete James tief. „Lily!" „Ja?" „Ich werde dich immer beschützen!", er hob ihren Kopf sanft nach oben. Ihre Augen waren rot umrandet und glänzten vor Tränen.. „Ich werde immer bei dir sein! Egal was passiert!", James streichelte über ihre Wange. Lily umklammerte ihn fest.

Sie hörte jemanden über den Fußboden schlurfen. Das hörte sich so nach Alex an. Lily öffnete langsam ihre Augen. Alles war so vertraut und dann erkannte sie ihren Schlafsaal.

„Lily, bist du wach?", schniefte jemand neben ihr.

„Ja.", antwortete sie zögerlich und rollte sich zu Alex. Diese setzte sich auf ihr Bett. Sie waren alleine, denn Lorrain war im Krankenflügel.

„Sag mir bitte, dass das alles nur ein böser Traum war.", flehte Alex plötzlich und warf sich neben Lily in die Kissen.

Lily hatte es fast vergessen. Ellen! Ihre Eltern!

Sie streichelte Alex über den Rücken.

„Er wird dafür büßen!", brachte Lily nach einer Weile endlich hervor.

„Wer?", weinte Alex weiter.

„Voldemort!", sagte Lily grimmig.

Alex fiel vor Schreck fast vom Bett, als sie den Namen hörte.

„Wie?", stotterte sie.

„Ich werde Auror und dann werde ich ihm zeigen was gehauen und gestochen ist!", schnaubte Lily nun zornig.

„Gehauen und gestochen?", rotgeweinte Augen sahen sie an.

„Alex, das ist ein Muggelspruch.", Lily tätschelte ihr wieder den Rücken.

„Meinst du wir können zu Ellen gehen?", fragte sie nun sanfter.

Alex zuckte die Schultern. „Vielleicht. Das müssen wir einfach sehen."

Lily sah auf ihre Uhr. Es war nachmittags.

„Wie bin ich eigentlich hier her gekommen?", wunderte sie sich.

„Als ich her kam warst du schon da.", Alex schniefte in ein Taschentuch.

Beide betrachteten sich im Spiegel. Rote, geschwollene Augen schauten ihnen entgegen.

Ellen wird noch viel schlimmer aussehen., dachte Lily betrübt.

Gemeinsam bestritten sie ihren Weg zum Krankenflügel. Unterwegs wurden sie von Schülern verstohlen angesehen. Das war anscheinend ein erinnerungswürdiger Auftritt gewesen.

Langsam erhob sich das große Portal des Krankenflügels vor ihnen. Alex und Lily nahmen sich an der Hand. Was würden sie finden, wenn sie eintraten? Was sollten sie zu Ellen sagen? Wie konnten sie, sie trösten. Ging das überhaupt?

Beide atmeten tief durch und pochten an die gewaltige Tür.

Sie hörten Schritte und dann schwang die Türe auf.

Madame Pomfrey stand auf der Schwelle.

„Ja?"

„Wir wollten zu unserer Freundin.", berichtete Alex.

„Zu welcher?", fragte die Krankenschwester.

„Zu beiden?", Lily ergriff das Wort.

„Das ist nicht möglich. Nur noch Miss Hawkins ist in meiner Obhut. Miss Baggins wurde gegen Mittag nach London ins St. Mungos verlegt."

Lily und Alex sahen sie wie versteinert an.

„Warum?", riefen beide überrascht.

„Sie hatte einen schweren Zusammenbruch.", Madame Pomfreys Stirn lag in großen Sorgenfalten. „Das arme Mädchen!"

„Wollen sie nun zu Miss Hawkins?", wollte sie nun wissen.

„Ähm, ja. Natürlich.", und die beiden Mädchen traten ein.

„Weiß Lorrain es schon?", Alex sah Madame Pomfrey fragend an.

„Ja.", seufzte diese und führte sie in den Krankenflügel.

Lorrain lag in ihrem Bett. Auch sie hatte rote Augen.

Die Mädchen umarmten sie wortlos und setzten sich zu ihr

Taschentücher lagen um sie herum.

„Es ist so furchtbar!", brachte Lorrain nach einer Weile hervor und verteilte Taschentücher an die beiden.

„Ja.", pflichtete Alex ihr bei.

„Sie wird so schnell nicht wieder kommen.", sagte Lorrain betrübt.

„Wie kommst du darauf?", wollte Lily wissen.

„Nun ja.", setzte ihre Freundin an. „Sie haben Ellen einfach nicht wach bekommen. Sie hat einen großen Schock bekommen. Und so wurde beschlossen sie ins St. Mungos zu bringen."

„Aber wer wird sich um sie kümmern?", fragte Lily besorgt.

„Ihre Tante wird nach London fahren.", erklärte Lorrain fast wie selbstverständlich.

„Woher weißt du das?", Alex war wie überrollt.

„Sich schlafend zu stellen und die Lehrer zu belauschen hat Vorteile.", antwortete Lorrain. „McGonagall hat sie begleitet."

„Arme Ellen!", seufzten die Drei.

Weiter drang keine Nachricht zu ihnen durch. Aus McGonagall konnten sie nur heraus quetschen das sie im Hospital gut aufgehoben war.

„Ich will wissen wie es ihr geht!", Lily kam sich hilflos vor.

James sah sie bekümmert an. Lily war ziemlich nervös und fand keine Ruhe.

Er wollte seine alte Lily wieder haben. Die, die lachte und fröhlich war.

„Lily, ich kann dir vielleicht helfen.", sprach er zögerlich.

„Wie?"

„Mein Vater."

„Hä? Wie meinst du das?"

„Mein Vater ist der Leiter der Aurorenabteilung im Zaubereiministerium.", klärte er sie auf.

Lily blieb angewurzelt stehen. Augen groß wie eine Eule.

„Thaddäus Potter ist dein Vater?"

James sah sie peinlich berührt an. „Ja!"

Thaddäus Potter war ein hoch geachteter Zauberer und vielen Menschen bekannt.

„Was willst du tun?", fragte Lily angespannt.

„Ich schreibe ihm einen Brief.", antwortete James selbstverständlich.

„Tust du es bitte jetzt sofort? Ich sterbe sonst vor Neugierde!", drängte sie ihn.

James nahm Pergament und Feder zur Hand. Er überlegte kurz und kritzelte etwas nieder.

Lily sah ihm über die Schulter.

Hallo Dad und Mom.

Wie geht euch? Ich hoffe gut. Mir geht es blendend. Sirius hat schon wieder einige Dinge angestellt, aber bis jetzt ist er noch nicht auf geflogen. Ihr kennt ihn ja.

Aber nun dazu warum ich euch eigentlich schreibe.

Dad, meine Freundin möchte gerne wissen wie es Ellen Baggins geht. Beide sind sehr gut befreundet, aber McGonagall und Dumbledore sagen ihr nichts. Bitte erkundige dich nach ihr. Lily ist bald einem Zusammenbruch nahe, wenn sie nichts erfährt.

Bitte antworte schnell!

In Liebe,

Euer Sohn James.

„Ich bin keinem Zusammenbruch nahe!", Lily kniepte ihn in die Schulter.

„Klar bist du!", verteidigte er sich. „Du sitzt nicht still, du läufst umher. Du schläfst nicht mehr richtig."

„Woher weißt du..?", sie sah ihn verblüfft an.

„Ich habe Augen im Kopf! Und die sind auf dich fixiert!", schnaubte James sie an.

Lily ließ sich neben ihn fallen.

„Ich mache mir große Sorgen! Verstehst du das nicht?", sie verbarg ihr Gesicht in ihren Händen.

„Doch ich verstehe das. Aber du musst die Sorgen nicht alleine bewältigen.", James streichelte ihren Rücken. „Ich bin bei dir."

„Oh, James!", Lily warf sich an ihn. Darauf war er nicht gefasst gewesen und sie purzelten vom Sofa.

Lily öffnete die Augen und blickte in haselnussbraune.

„Ich habe gerade ein Déjà Vu.", grinste James.

„Ich auch. Das war im Zug und es war das erste Mal das ich bemerkt habe das du wunderschöne braune Augen hast.", berichtete sie ihm.

„Wirklich?", er wurde leicht rot.

„Ja!", versicherte Lily ihm. „Aber das gehörte damals nicht dazu.", und sie küsste ihn leidenschaftlich.

„Ja, das war damals nicht im Programm.", seufzte James etwas später gespielt.

„Du hast deinen Eltern gesagt das du eine Freundin hast?", fragte Lily plötzlich neugierig.

„Ja und als sie erfuhren das du das Mädchen bist, das mir Hörner gezaubert hatte waren sie sehr erfreut.", James runzelte die Stirn. „Warum, habe ich auch nicht verstanden."

Lily lachte laut auf.

„Meine Eltern fragten sofort ob du der Hörner- James bist."

„Deine Eltern wissen von mir?", er war etwas verwirrt.

„Ja, meine Eltern haben damals eine Eule von McGonagall bekommen und ich Ärger.", sie lachte weiter. „Für Muggel ist es nicht normal jemand anderen zu verhexen."

„Aber du wirst mich nicht wieder verhexen, oder?", James blinzelte sie an.

„Nur wenn du es verdienst, also führe dich gut!"

„Tztztz, Schulsprecher dürfen so was aber nicht!", sagte er ihr altklug.

„Und so was höre ich von dir! Das muss ich mir irgendwo aufschreiben.", wichtigtuerisch schaute sie nach einem Pergament.

„Fährst du eigentlich in den Ferien heim?", fragte James sie aus dem Nichts heraus. Lily hob ihren Kopf von seinem Brustkorb um ihn an zusehen.

„Nein. Du etwa?"

„Wenn du bleibst, bleibe ich auch.", sagte er sanft und streichelte ihr Haar.

„Nur wegen mir brauchst du nicht bleiben.", wehrte sie ab. „Ich kann mir vorstellen das es bei euch ziemlich lustig zu geht."

„Warum kommst du dann nicht einfach mit mir!", schlug James übermütig vor.

Lily schien wie erschlagen.

„Geht das?"

„Ich denke schon.", er zuckte leicht mit den Schultern. „Du musst aber auch mit Sirius vorlieb nehmen.", ergänzte James.

„Aber wie wollen wir erklären, dass ich bei dir in den Ferien bin?", fragte Lily gespannt.

„Sirius weis es.", er sah sie erwartend an.

„Warum dachte ich auch ihr zwei könntet Geheimnisse voreinander haben."

James sah sie entschuldigend an. „Du bist mir nicht böse?"

„Nein. Zumindest kann ich Geheimnisse bewahren.", sie setzte sich auf und sah streng auf ihn herab.

Er blinzelte wieder gespielt.

„Also kommst du mit zu mir?", vergewisserte James sich.

„Ja. Ich werde meinen Eltern sagen das ich hier bleibe. Das geht schon."

Und so war es ab gemacht. James erfand eine Ausrede warum Lily mit ihm kommen sollte und noch am selben Tag sendete er 2 Eulen zu seinen Eltern.

Eulenwendend kam eine Antwort.

Lieber James,

natürlich kann Lily zu uns kommen, wenn ihre Eltern über Weihnachten verreist sind. Deine Mutter freut sich sehr auf sie und ich auch. Endlich lernen wir jemanden kennen der dir Paroli bietet.

Wegen der Sache in deinem ersten Brief erkundige ich mich noch. Aber das könnte etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Also, bis zum 23. Dezember.

Dad

„Alles geht klar.", flüsterte er Lily am nächsten Tag zu.

Sie strahlte ihn an. „Von meinen Eltern aus auch. Sie waren zwar etwas traurig, aber ich meinte das meine beste Freundin auch hier bleiben würde und ich sie nicht alleine lassen möchte.", Lily zwinkerte ihm zu.

„Kluges Mädchen!", und er gab ihr einen Klaps den Po.

Sie zuckte etwas zusammen.

„Wage dir das ja nicht noch mal in der Öffentlichkeit.", zischte Lily.

James grinste verschmitzt. Sie knuffte ihn unterhalb seiner Gürtelschnalle.

Er riss die Augen auf. Lily schenkte ihm einen herausfordernden Blick und entfernte sie sich von ihm.

James stand da, wie mit einem Eimer Wasser begossen.

„Ihr seid ja sehr vertraut miteinander geworden.", sprach plötzlich Remus hinter ihm. James wirbelte herum. Sein Mund stand offen.

„Mach den Mund zu, oder Gnome klettern rein.", setzte Moony cool fort.

„Ähm, äh..."

„Sag nichts, Prongs! Ich habe Augen im Kopf.", und er ließ ihn stehen.

So konnte James das nicht belassen und er griff sich Remus später zu einem Gespräch.

„Ich wusste es die ganze Zeit!", erklärte Moony.

„Woher?", James schien überrannt.

„Wie ich schon sagte, ich habe Augen im Kopf."

Nach diesem Satz erzählte James alles war vorgefallen war. Nun ja, fast alles.

Er fühlte sich irgendwie erleichtert das es jetzt auch Remus wusste. Aber da war immer noch Peter. James konnte ihn nicht außen vor lassen und so machte er es für die Marauderer offiziell. Den letzten Abend vor den Weihnachtsferien eröffnete er ihnen bei einem Feuerwhisky, dass er mit Lily zusammen war und sie über die Ferien zu ihm kommen würde.

Sirius riss die Augen auf.

„Wie? Mit uns kommen?"

„Wie ich schon sagte. Lily wird die Ferien bei uns verbringen.", James strahlte in die Runde.

„Das ist so cool, James.", quiekte Peter.

„Meinst du?", gab Padfoot sarkastisch von sich.

„Sirius? Was soll das?", Prongs war wie vor den Kopf geschlagen.

„Nichts."

Er kann doch nicht eifersüchtig sein, dachte James. Nie und nimmer würde Sirius das denken! Oder etwa doch?

Am nächsten Tag standen die Pferdelosen Kutschen vor dem großen Portal. James stieg schweren Herzens ein, denn er hatte gesehen, wie Professor Flitwick die Große Halle mit bunten Kugeln, glitzernden Sternen, Eiskristallen und Misteln schmückte. Kurze Zeit später waren sie am Bahnhof in Hogsmeade angekommen. Kleine Atemwölkchen schwebten über dem Bahnsteig, erzeugt von aufgeregt plappernden Schülern. Der Himmel war Wolken verhangen und der Boden gefroren. Es würde bald anfangen zu schneien.

Lily stand etwas abseits mit Alex und Lorrain. Ellen war immer noch in St. Mungos. Vielleicht konnte James es arrangieren das Lily sie besuchen durfte.

Langsam begab sich die Schülerschar in den Hogwarts Express.

Lily schob die Türe zum Schulsprecherabteil auf. James eilte ihr entgegen und nahm ihr den schweren Koffer ab.

„Oh, danke!", Lily war etwas überrascht.

„Für dich immer, mein Liebling.", antwortete James und erntete einen langen Kuss.

Lily trennte sich nur ungern von James, aber sie musste noch zu Lorrain und Alex.

Die Zugfahrt verging wie im Flug.

James sah auf seine Uhr. Es war fast 6 Uhr abends. Sie mussten bald ankommen.

Und wie auf Bestellung verlangsamte sich der Zug.

Lichter erschienen und der Bahnsteig wurde sichtbar.

Lily kam in das Abteil gestürmt.

„Endlich sind wir da. Ich kann es kaum erwarten deine Eltern kennen zu lernen! Meinst du sie mögen mich? Sehe ich auch ordentlich aus?"

„Beruhige dich!", beschwichtigte James sie. „Klar werden sie dich mögen!"

„Ich möchte einen guten Eindruck auf sie machen.", gab Lily zurück.

„Sei wie du bist und sie werden dich lieben!", grinste er überschwänglich.

„Na, wenn du es sagst!"

Der Zug fuhr in den Bahnhof ein und hielt letztendlich. Beide schnappten ihre Koffer und stiegen aus. Lily verabschiedete sich von Alex und Lorrain und ging zurück zu James.

Sirius stieß zu ihnen.

„Wir sehen uns.", verabschiedete sich Remus und eilte zu einer blonden Frau die ihn in die Arme schloss. Peter wünschte ihnen frohe Weihnachten und wuchtete seinen Koffer zu einem kleinen, dicken Mann der ihn begrüßte und sie verschwanden durch die Barriere.

„So, da sind wir.", Lily lächelte James und Sirius an. Letzterer sah nicht sehr glücklich aus.

James streckte seinen Hals und schaute über die Menschenmenge.

„Ah, da ist sie!", sagte er plötzlich und zerrte seinen Koffer in Richtung einer mittelgroßen Frau mit hellbraunen, lockigen Haaren. Sie war schlank und sah recht jung aus.

„Mom! Du siehst fantastisch aus wie immer!", und James drückte seiner Mutter einen Kuss auf die Wange.