Ich denke, auf dieses Kapitel wurde die ganze Zeit gewartet. hihi Viel Spaß und schreibt gaaaannnzzz viele Reviews. ;-)
Kapitel 17- Im Rausch der Gefühle
Als Lily aus ihrem Zimmer trat duftete es im Flur nach Frühstück. Halb 10 hatte sie sich endlich aus dem Bett gequält, die anderen waren bestimmt schon wach.
In der Küche fand sie jedoch nur Mrs Potter vor. Auf dem Tisch standen frische Croissants, allerlei Marmeladen. Einfach alles was das Herz begehrte.
„Guten Morgen Mrs. Potter.", grüßte Lily fröhlich.
„O, guten Morgen Lily. Ihr habt eure Geschenke schon ausgepackt wie ich gesehen habe.", lachte Ophelia.
Lily grinste etwas beschämt. „Ja, aber es war schon Weihnachtsmorgen.", verteidigte sie sich.
„Na immerhin.", schmunzelte Mrs Potter.
„Ist James schon wach?", fragte Lily.
„Nein, wenn er nach Mitternacht ins Bett geht ist er nie vor 11 wach. Das ist schon immer so gewesen.", Ophelia zuckte mit den Schultern. „Wie lange seid ihr eigentlich jetzt schon zusammen, wenn ich fragen darf.", erkundigte sie sich.
Lily war etwas verblüfft.
„Ich glaube, es sind knapp 3 Monate.", überlegte Lily.
James Mutter musste plötzlich anfangen mit Lachen. „Als James uns schrieb das ihr zusammen seid haben mein Mann und ich wirklich richtig lachen müssen."
„Warum?", wollte Lily erstaunt wissen.
„Wir mussten daran denken, wie aufgebracht James damals war, dass ihn ein Mädchen verhext hatte. Und Thaddäus schrieb ihm das wir dieses Mädchen gerne kennen lernen möchten, sie würde einen Orden für besondere Verdienste von uns bekommen. Jetzt, 2 Jahre später steht dieses Mädchen in meiner Küche.", endete Mrs Potter.
Lily musste wieder grinsen.
Das Gespräch der Beiden wurde unterbrochen als Mr. Potter in die Küche kam.
„Ah, es riecht herrlich, Liebling.", er steuerte auf seine Frau zu und gab ihr einen Kuss auf die Wange. Erst dann erblickte er Lily. „Oh, guten Morgen, Lily. Ich habe dich gar nicht bemerkt.", entschuldigte er sich.
Lily wünschte auch ihm „Guten Morgen."
„Ich denke wir sollten frühstücken, oder? Jamie und Siri werden in den nächsten Minuten nicht wach sein.", legte Ophelia fest.
Während des Frühstücks brachte eine verschneite Eule den Tagespropheten und Mr. Potter verschwand dahinter. Lily wurde auf eine Schlagzeile aufmerksam.
Todesser Courtland auf Lebenszeit in Askaban verurteilt
Geschieht ihm Recht, schnaubte sie in sich. Gleichzeitig musste sie an Ellen denken. Lily fühlte sich schuldig das sie nicht schon eher an sie gedacht hatte.
„Mr. Potter?", machte Lily auf sich aufmerksam.
Er lugte über den Tagespropheten hinweg.
„Wissen sie wie es Ellen Baggins geht?"
„Ellen Baggins? O ja. James hatte mir deswegen geschrieben, richtig. Ihr geht es wieder etwas besser. Ein Seelenheiler hilft ihr bei der Bewältigung ihres Verlustes.", erzählte Thaddäus bereitwillig.
„Meinen sie ich kann sie besuchen?", bohrte Lily weiter.
„Ich denke schon. Doch es wäre ratsam eine Erlaubnis von mir mit zunehmen. Miss Baggins steht unter Aurorenschutz."
„Das wäre wirklich sehr nett von ihnen.", versicherte sie.
Nach dem ausgezeichneten Frühstück zog Lily ihren Umhang an und begab sich zum Kamin. Die Erlaubnis von Mr. Potter befand sich gut verstaut in ihrer Innentasche.
Sie trat in die Flammen und rief „St. Mungos Hospital".
Unzählige Kamine zogen an ihr vorbei, mitunter konnte sie Familien in ihren Wohnzimmern sitzen sehen, die gerade Geschenke auspackten.
Etwas durchgeschüttelt trat sie aus dem Kamin. Vor dem letzten Abzweig hatte gerade jemand seinen Kamin gereinigt und Lily musste ausweichen.
Die Leute sollten Schilder aufstellen, wenn sie ihre Kamine reinigen, empörte sie sich.
Lily schaute sich um. Die Empfangshalle war wunderschön dekoriert mit Tannenbäumen, Misteln und kleinen Feen.
Allerdings saßen auch ein paar frappierend aussehende Gestalten auf den Stühlen im Warteraum.
Ja, die Weihnachtstage. Da entstehen die meisten Familienkrisen.
„Wo bitte finde ich Ellen Baggins?", fragte sie die Empfangshexe. Diese beäugte sie skeptisch.
„Dürfen sie auch wirklich zu ihr?", erkundigte sich die Brünette.
„Ja.", Lily streckte ihr das Pergament entgegen. Die Augen flogen geschwind über das Schriftstück.
Mit dem Finger winkte die Empfangshexe Lily näher zu sich.
„Oberster Stock, letzte Türe rechts. Zwei Mal klopfen und Hippokrates sagen.", flüsterte sie.
Lily nickte verständlich und begab sich in den letzten Stock. Dort fand sie auch die genannte Türe. Klopfte zweimal und sagte das Passwort.
Sie befand sich in einem Vorraum. An einem kleinen Tisch saß ein junger Mann der aufblickte als Lily eintrat. Er kommt mir irgendwie so bekannt vor.
„Kann ich ihnen helfen?", fragte er.
„Ich möchte zu Ellen. Ich habe auch eine Erlaubnis von Mr. Potter.", sprudelte sie heraus.
Lily gab ihm die Schriftrolle und er überflog sie, genau wie die Empfangshexe.
„Nun ja, Miss Evans. Ihre Freundin wird sie nicht freudestrahlend empfangen, also machen sie es ihr nicht noch schwerer. Muntern sie, sie etwas auf. Dann kommt sie vielleicht auf andere Gedanken.", belehrte er sie.
Männer, was wissen die schon von der weiblichen Psyche., grollte Lily.
„Gut. Danke Mr. ..?", fragend schaute sie ihn an.
„Oh, Entschuldigung das ich mich nicht vorgestellt habe. Longbottom. Frank Longbottom."
"Danke Mr. Longbottom.", und sie öffnete langsam die Türe zum nächsten Zimmer.
Große Fenster erhellten den Raum. Mehrere Betten standen darin, doch nur eines war mit einem Menschen belegt.
Ellen lag zwischen den Kissen und starrte aus dem Fenster. Eine verschneite Straße lag in ihrem Blickfeld.. Vereinzelt liefen Leute über den Bürgersteig die wohl zu ihren Familien hetzten.
Lily sah, dass ihr eine einzelne Träne über die Wangen lief. Ihr Herz schnürte sich zusammen. Ellen hatte gar nicht reagiert als Lily ins Zimmer getreten war, erst als sie vor ihrem Bett stand drehte sie den Kopf.
Lily rang nach Luft als sie ihre Freundin sah. Das sonst so strahlende Gesicht war grau. Ringe umrandeten ihre Augen, die Lippen waren blass und trocken. Jeder Glanz war aus Ellens Augen gewichen. Sie sah sehr dünn und schwach aus.
„Lily.", sagte Ellen fast hilflos.
„Hallo Ellen." ,krächzte Lily ungewollt. Ellen zu fragen wie es ihr ging schien Lily ziemlich dämlich.
Schweigend sahen sie sich an. Plötzlich stand Ellen auf und umarmte sie. Lily konnte nicht mehr an sich halten und Tränen kullerten ihre Wangen hinunter.
„Es tut mir so leid, Ellen."
Diese sagte nichts, sondern hielt Lily einfach nur weiter fest. Nach einer Weile löste sich Ellen und setzte sich auf den Bettrand.
„Wie geht es dir?", wollte sie wissen.
„Ganz gut.", hickste Lily und kämpfte mit den letzten Tränen.
„Wie waren deine Ferien bis jetzt?", fragte Ellen weiter.
„Eigentlich sehr schön und auch sehr aufregend. Ich habe was ganz dummes gemacht.."
„Ja, ich weiß.", unterbrach Ellen Lily. „Danke dafür. Du wirst später mal ein guter Auror werden.", versicherte sie ihrer Freundin.
„Woher weißt du das?"
„Tagesprophet.", erklärte ihre Ellen schlicht.
„Wenn James nicht dabei gewesen wäre, könnte ich dich jetzt nicht besuchen.", berichtete Lily.
Ellen registrierte nicht was sie da gerade gesagt hatte, oder zumindest vermutete das Lily. Unbeirrt erzählte sie weiter.
Nach zirka einer halben Stunde klopfte es an der Türe. Ein Heiler erschien.
„Hallo Miss Baggins.", grüßte er. „Es tut mir leid ihren Besuch weg zu schicken, aber es ist Zeit für unsere Übungen."
„Guten Tag Heiler Tiberates.", begrüßte Ellen den noch jungen Mann. „Darf ich ihnen meine beste Freundin vorstellen? Lily Evans, das ist mein Seelenheiler Zeus Tiberates."
„Hallo.", grüßte auch Lily und reichte ihm die Hand. Sie war warm und angenehm weich. Fast wie James Hände., dachte sie.
Schweren Herzens verabschiedete sich Lily von Ellen, versprach ihr jedoch wieder zukommen.
Die Türe fiel hinter ihr ins Schloss. Frank Longbottom saß wieder hinter seinem kleinen Tisch.
Lily wollte gerade in den Flur hinaus gehen als dieser sie ansprach.
„Miss Evans?"
„Ja?"
„Wollten sie ihn kriegen oder war es Zufall?"
„Was meinen sie, Mr. Longbottom?", fragte sie irritiert.
„Courtland.", sagte er einfach.
Lily überlegte eine Weile. „Ich glaube beides.", antwortete sie letztendlich und verabschiedete sich von ihm.
Die Personen in der Eingangshalle wurden von Stunde zu Stunde bizarrer. Lily sah einen Zauberer dessen Arme wie bei einer Marionette hingen und der krampfhaft versuchte mit der Empfangshexe zureden. Was sich allerdings erschwerte, weil seine Beine ständig umher tanzten und er mit den Armen ruderte.
„Mein Cousin hat mich mit einem Voodoo- Zauber belegt.", brüllte er.
Lily bekam die restliche Unterhaltung jedoch nicht mehr mit, denn eine kleine Menschentraube bildete sich hinter ihr und sie musste in den Kamin treten.
Durchgewirbelt fiel sie aus dem Kamin und auf das Parkett im Wohnzimmer. Alles schwirrte um sie herum.
„Hi Lily.", sagte jemand. Bei genauerem hinsehen erkannte sie Sirius, der vom Sofa aufgestanden war und ihr nun eine helfende Hand reichte.
„O, danke.", und Lily nahm sie.
„Wo warst du denn?", wollte er wissen.
„Bei Ellen.", antwortete sie knapp.
„Und wie geht es ihr?"
„Na ja, sie sieht sehr schlecht aus. So habe ich sie noch nie gesehen.". Lily erschauderte. Sie sah das ausdruckslose Gesicht vor sich und die ganze Trauer, die in Ellens Augen gelegen hatte.
Padfoot bemerkte das sie mit den Tränen kämpfte. Vorsichtig streichelte er ihre Schulter.
„Ich habe zwar kein richtiges Weihnachtsgeschenk, aber würde es dir reichen, wenn ich dir meine Freundschaft anbiete?", sagte Sirius plötzlich. Dieser kam sich auf einmal ziemlich dämlich vor. Dieser Satz hatte sich angehört, wie von einem 10-Jährigen.
Lily musste unter ihren Tränen etwas grinsen.
„Gerne, das ist wirklich ein schönes Geschenk.", versicherte sie ihm, begleitet von einem Schluckauf.
Wortlos umarmte sie ihn. Padfoot war erst etwas erschrocken, entspannte sich dann aber.
Nach diesem ereignisreichen Vormittag nahm Lily ein ausführliches Bad. Hinterher war sie so müde das sie sich schlafen legte. Ein schwaches Klopfen weckte sie.
„Ja.", versuchte sie zu rufen, aber es war mehr ein heißeres sprechen.
James schlüpfte ins Zimmer und setzte sich an ihr Bett.
„Hallo.", er nahm ihre Hand. „Das Abendessen ist bald fertig. Ich dachte mir das ich dich besser wecken sollte."
„Danke.", brachte sie schläfrig heraus.
„Sag mal, weißt du was mit Sirius los ist? Er hat seit heute Mittag so gute Laune, das es schon fast lästig ist."
Lily grinste.
„Ich denke schon.", und sie erzählte die ganze Geschichte. James hatte schweigend zugehört.
„Da ist er wirklich über seinen Schatten gesprungen.", stellte Prongs später fest. „Du kannst dich wirklich glücklich schätzen."
An diesem Abend herrschte Hochstimmung im Hause Potter. Ophelia hatte ein hervorragendes Weihnachtsessen zubereitet. Ein riesiger Truthahn stand auf dem Tisch mit allerlei Beilagen.
Das Essen verlief sehr lustig. Mr. Potter blamierte Sirius und James wieder mit Geschichten. Lily ihrerseits erzählte auch einige Dinge, die sie sich geleistet hatte.
Kugelrund und satt machten es sich alle im Wohnzimmer bequem und ließen den Abend ausklingen.
Lily hörte ein halblautes Klopfen. Es musste weit nach Mitternacht sein. Was ist denn jetzt los?
Vorsichtig wurde die Türe geöffnet.
„Lily? Bist du wach?", ertönte James Stimme.
„Jetzt schon!", antwortete sie etwas ungehalten. „Was ist denn?"
„Ich kann nicht mehr schlafen. Ich hatte einen seltsamen Traum."
„Ich habe dir gleich gesagt du sollst nicht mehr so viele Cookies essen sonst schläfst du schlecht, aber hör nur nicht auf mich!", tadelte sie ihn lächelnd.
Er stand betreten vor ihrem Bett und drehte seine Fußspitze hin und her.
„Kann ich heute Nacht bei dir bleiben?", fragte er kaum hörbar.
„Ja, OK.", sie musste augenblicklich schmunzeln.
James krabbelte neben sie.
„Beim Merlin bist du kalt.", quiekte Lily. „Was hast du denn eigentlich geträumt?"
„Irgend etwas mit ganz viel Rauch und eine Frau und ein Baby schrie. Es war sonderbar. Wer träumt schon von Babys?", wunderte sich James.
„Ich.", sagte Lily knapp.
„Wie du auch?"
„Als wir Courtland gefasst haben und ich Ohnmächtig wurde habe ich von einem Baby geträumt, das geweint hat und ich hatte das Gefühl es retten zu müssen.", erklärte sie.
„Mir ging es ähnlich. Ich wollte die Frau und das Kind retten."
Beide sahen sich an. Das Mondlicht schien durch die Fenster. Sie konnten klar die Umrisse des anderen erkennen.
„Glaubst du an Wahrsagen?", Lily sah James in die Augen.
„Nö, eigentlich nicht. Darum habe ich Wahrsagen auch abgewählt."
„Komisch ist es trotzdem.", beharrte sie.
„Mach dir nicht so viele Gedanken, Lily. Ich hätte halt nicht so viel vorm schlafen gehen essen sollen.", und er kuschelte sich näher an sie.
Lily machte sich trotzdem ihre Gedanken. Vielleicht würde sie nach den Ferien den Wahrsagelehrer aufsuchen.
Als Lily am Morgen aufwachte war James nicht mehr da. Aber zu ihrer Verwunderung lag eine weise Lilie neben ihr. Es war der 26. Dezember. Wo sollte er um diese Zeit so eine Blume her bekommen. Aber dann fiel ihr wieder ein, dass James ein Zauberer war. Sie vergaß das manchmal.
Langsam schleppte sie sich aus dem Bett. Ihr tat der Nacken weh, weil sie auf James Arm geschlafen hatte. Eine warme Dusche war jetzt genau das richtige.
Nichts ahnend ging sie zum Bad neben ihrem Zimmer. Alles war still und so öffnete Lily die Türe.
Wärme schlug ihr ins Gesicht und vor ihr stand ein nackter Sirius.
„AAAAHHHHHHHHHH!", riefen beide zur gleichen Zeit.
Lily hielt sich die Hände vor die Augen.
„Verdammt noch mal! Kannst du nicht abschließen!", rief sie und drehte sich zum gehen.
„Ich dachte du schläfst noch!", brüllte er ihr nach.
Der Morgen fängt ja gut an., grummelte sie in sich hinein und ging wieder in ihr Zimmer.
Nach ein paar Minuten steckte Sirius den Kopf herein. „Bin fertig.", und weg war er. Nach einer ausgiebigen Dusche verbrachte Lily den Tag damit einen Aufsatz für die Schule zu schreiben, alles konnte sie ja nicht schleifen lassen.
Sirius und James dagegen zogen es vor eine Schneeballschlacht im Garten zu veranstalten. Sie verhexten Schneebälle und gelegentlich flog eine Ladung an ihr Zimmerfenster. Nach einer Weile reichte es Lily.
Sie ging zum Fenster und blickte nach unten, schwenkte ihren Zauberstab und augenblicklich übergoss eine halbe Lawine die zwei dick eingepackten Gestalten. Lily kugelte sich vor lachen. Wie kleine Ameisen krochen James und Sirius aus dem Haufen Schnee hervor. Sie öffnete das Fenster.
„Wollt ihr nicht langsam rein kommen? Ihr seid schon über zwei Stunden da draußen.", und sie musste sich ducken, weil erneut ein Schneeball geflogen kam.
Immer noch lachend schloss sie das Fenster. Spielkinder.
Als sie sich in der Küche gerade einen Tee machte kamen Sirius und James herein. Lily erschauderte als der kalte Wind um ihre Beine wehte.
„Ihr seid ja total durch gefroren.", stellte sie anhand der blauen Lippen fest. „Seid ihr wahnsinnig?"
„Nein, nur verspielt.", lachte James und gab ihr einen kalten Kuss. Lily bekam eine Gänsehaut.
„Ihr solltet eure Sachen wechseln und einen heißen Tee trinken.", legte sie fest. Sirius trollte sich davon. James sah ihr noch eine Weile über die Schulter.
„Gehst du heute mit mir schwimmen?"
„Wo?", Lily war verwirrt.
„Zeige ich dir alles. Heute Nacht.", und er küsste sie erneut, aber länger und fordernder.
Wo zum Gnom will er schwimmen gehen. Draußen ist es kalt und alles ist gefroren., überleget sie, als James gegangen war.
James ersehnte den Abend, alles ging so schleppend voran. Er wollte alleine mit Lily sein, aber ständig war jemand bei ihnen.
In der Nacht hatte er noch lange wach gelegen und Lily angesehen. Sie sah so verletzlich aus, wenn sie schlief. Als er über ihre Wange streichelte, hatte sie wieder gelächelt. Er musste den ganzen Tag daran denken.
Es war fast 11 Uhr nachts und James war sich sicher das alle schliefen. Er ging ein Stockwerk hinunter und klopfte an Lilys Tür. Sie öffnete ihm in einem Bademantel. James nahm ihre Hand und führte sie hinunter, durch das Esszimmer und in die Küche. Dort wandte er sich nach links und es erschien eine Tür. Lily war diese Türe vorher noch nie aufgefallen.
Fackeln erhellten die engen Steinstufen. Es wurde immer wärmer, je mehr sie nach unten stiegen und dann erschlug es Lily mit der Antwort, nach der sie den ganzen Tag gesucht hatte. Die heiße Quelle!
James öffnete eine weitere Türe und vor ihnen lag eine Grotte. Ein schwacher Schwefelgeruch lag in der Luft. Das Wasser glitzerte im Schein weiterer Fackeln, die an den Wänden befestigt waren.
„Komm schon!", forderte James sie auf und entledigte sich seines Bademantels. Lily tat es ihm gleich. Sie trug einen schwarzen Bikini. Der dunkle Stoff schmiegte sich eng an ihre Haut.
Sie stiegen die Stufen hinunter, die in den Fels gehauen waren. Vorsichtig tauchte Lily ihren großen Zeh in das Wasser, um zu prüfen ,ob es nicht zu heiß war. Die Temperatur war angenehm warm und sie tauchte in das Nass.
„Das ist herrlich!", seufzte Lily und lies sich auf dem Wasser treiben.
„Ich wusste das es dir gefällt.", sagte James etwas stolz.
„Wieso warst du heute früh eigentlich nicht mehr da?", fragte Lily und schwamm ein paar Meter.
Er antwortete nicht.
„Wieso antwortest du nicht?", sie schwamm zu ihm hinüber.
„Ich konnte nicht mehr neben dir liegen."
„Warum?", Lily schien empört.
„Nein, das ist nicht böse gemeint.", wehrte er ab. „Ich konnte nicht mehr neben dir liegen, weil ich es einfach nicht ertragen konnte bei dir zu sein und dich nicht berühren zu können."
Lily sah ihn gepuzzelt an.
„Du hättest das jeder Zeit machen können."
„Nicht so, wie ich das gewollt hätte.", sagte Prongs letztendlich. Wortlos kam sie näher und küsste ihn. James drängte sie ein Stück nach hinten und Lily bemerkte plötzlich den kühlen Fels in ihrem Rücken. Ihre Zehenspitzen berührten gerade so den Grund und James hob sie hoch. Lily schlang ihre Beine um ihn, mit der Hand fuhr sie durch sein Haar. Die Hitze in der Grotte schien anzusteigen. Ein Kuss jagte den Nächsten. James streichelte über ihre Hüfte, ihren Po und ihren Oberschenkel.
„Lass uns nach oben gehen.", schlug Lily außer Atem vor. Nur schwerlich lösten sich beide von einander. Hastig verließen sie das Wasser, nahmen ihre Bademäntel und eilten so leise wie möglich nach oben.
Sie ließen die Türe ins Schloss fallen. Augenblicklich spürte Lily James' Lippen auf den ihrigen. Sie wanderten heiß über ihren Hals. Er öffnete ihren Bademantel. Lily erschauderte und vergrub ihre Hände in seinen Haare. Sie wusste genau, dass er das mochte.
Was machte sie hier und was tat sie? Ihr war es egal. Sie wusste nur, dass es wunderschön war. Küssend taumelten sie zu Lilys Bett. Ein Kleidungsstück nach dem anderen fiel zu Boden. Haut auf Haut lagen sie auf den kühlen Laken. Behutsam strich sie mit ihren Fingernägeln über James' Hüften und betrachtete ihn eingehend. Sein Körper war sehr muskulös und sie spürte jeden Muskelstrang. James' Hände zeichneten sanft ihre Konturen nach. Jede Berührung verlangte nach mehr. Er zog sie näher an sich.
„Ich liebe dich!", flüsterte er in ihre Haare.
„Ich liebe dich auch!", antwortete sie.
Ein langer Kuss besiegelte ihre Geständnisse. James hörte wie Lily kurz die Luft einsog und spürte wie sie sich wieder entspannte. Beide schenkten sich was sie geben konnten und beide wussten, dass sie diese Nacht nie vergessen würden.
James schlug die Augen auf und sah direkt in Lilys.
„Morgen."
„Wie geht's?", fragte er schelmisch.
Sie schenkte ihm einen verführerischen Blick.
Es war gegen 9 Uhr als es plötzlich an der Tür klopfte.
„Lils, bist du schon wach?", fragte Sirius.
Warum stellen Männer immer solche Fragen., dachte sich Lily.
„Ja.", rief sie.
„Hast du James gesehen? Er war nicht in seinem Zimmer."
„Vielleicht ist er in der Küche.", antwortete Lily.
„Da war ich schon."
„Im Bad?"
„Da habe ich auch schon nach gesehen."
„Draußen?"
„Nein, auch nichts."
„Ich werde das Gefühl nicht los, dass er weiß das du hier bist.", flüsterte Lily James zu.
„Padfoot ist nicht dumm.", bestätigte er und bevor Lily noch weiter etwas sagen konnte rief James.
„Ich bin ja hier, du alter Quältroll!"
„Ha, wusste ich es doch!", und Sirius trollte sich lachend davon.
„Ich muss das jetzt nicht verstehen, oder?", fragte Lily sichtlich verwirrt.
„Nein, Liebling. Das war Marauder- Logik.", und er nahm sie in den Arm.
Sirius grinste den ganzen Tag dämlich.
„Du führst dich auf wie ein kleines Kind.", hatte Lily ihm letztendlich erklärt. Seine Antwort war nur ein breiteres Grinsen, das Lily fast in den Wahnsinn trieb.
Allmählich liefen auch die Vorbereitungen für den Silvesterball an. Ständig klingelte es an der Haustüre, weil frische Lebensmittel angeliefert wurden. Zig Eulen kamen jeden Tag um Zusagen für den Ball zu bringen. Lily konnte schwören das sie ein paar Hauselfen gesehen hatte die auf dem Weg in den großen Saal waren.
Ihr war es vorher nie aufgefallen, aber hinter dem Salon erstreckte sich ein großer Ballsaal.
James hatte ihr nur zugezwinkert als sie verblüfft gefragt hatte, wo denn plötzlich dieser riesige Anbau her kam. Aber schließlich befand sie sich bei einer Zaubererfamilie und da spielten läppische 500 m² keine Rolle.
Ophelia hatte ihr beim backen erzählt, dass jedes Jahr zirka 150 bis 200 Gäste kamen. Also, fast jede Zaubererfamilie.
Dann müssten Alex und Lorrain eigentlich auch her kommen., freute sie sich schon. Aber wie sollte sie erklären das sie hier war? Langsam hatte Lily die Heimlichtuerein satt. James Freunde wussten es bereits. Warum also nicht auch ihre?
„Alex und Lorrain werden auch hier sein. Oder?", fragte Lily James einen Tag vor dem großen Ereignis.
„Ja, warum?"
„Sie werden fragen warum ich hier bin."
„Na dann sag ihnen doch warum du hier bist.", grinste er.
„Wollte ich auch!"
„Gut, mein Schatz. Denn meine Eltern werden dich sicherlich all unseren Verwandten vorstellen.", lächelte er.
„Wie viele sind das?", fragte Lily misstrauisch.
„O, nur ein paar."
