Oh man, nach langem hin und her habe ich es endlich geschafft, dieses Kapitel hoch zuladen. Man, das war eine Geburt!

Kapitel 19- Alt und Neu

Kurz darauf setzte Musik ein und mehrere Paare entschlossen sich zu tanzen. Sirius und Alex drängelten sich zum Büffet durch.

„Ist ja wieder typisch!", bemerkte Lorrain sarkastisch.

„Wollen wir nicht was trinken gehen?", fragte Peter in die Runde. Da sie nichts besseres zu tun hatten steuerten sie auf eine Bar mit allerlei Getränken zu.

„Deine Eltern haben wieder an nichts gespart.", stellte Remus fest. Er sah sehr blass und schwach aus. Der Vollmond war gerade vorüber und Lily überlegte, wie er wohl diese schwere Zeit verbracht hatte. In einem Käfig womöglich?

Da standen sie nun und schauten den vorbei ziehenden Paaren beim tanzen zu.

„Kannst du eigentlich tanzen?", fragte Lily James.

„Nicht wirklich, es hält sich in Grenzen um niemanden zu blamieren.", lachte er. „Aber Remus ist sehr gut, soweit ich das beurteilen kann und Peter ist auch nicht schlecht."

„Also, wer tanzt mit mir?", wollte Lily wissen.

Keiner regte sich.

„Ihr habt auch meine Erlaubnis.", versicherte James.

„Na dann werde ich mich opfern.", lachte Moony und bot ihr seinen Arm.

„Danke der Herr. Einfach zu gütig.", grinste Lily und so zogen beide von dannen.

„Wie geht es dir, Remus?", fragte Lily nach den ersten Schritten.

„Och, ganz gut."

„Du siehst aber sehr schlecht aus. Bist du dir sicher?", vergewisserte sie sich.

„Ja, keine Sorgen. Ich habe schon schlimmeres überlebt."

„Zum Beispiel den Tritt von einem Zentaurenhuf?"

Remus versteifte sich etwas und blickte sie intensiv an.

„Wie kommst du darauf?"

„Sagen wir es mal so.", Lily räusperte sich. „Ich weiß sehr viel, schon seit langer Zeit und ich bin eine Freundin die sich Sorgen macht."

Sie zogen weiter ihre Kreise über die Tanzfläche.

„Aha. Das hätte ich mir eigentlich schon denken können.", Remus machte einen ärgerlichen Eindruck.

„Ganz ruhig, Remus. Bitte. James hat nichts gesagt. Ich habe es selber herausgefunden. Er konnte wirklich nichts dafür!", verteidigte Lily ihren Freund. Das letzte was sie wollte war ein Streit unter Freunden die sich schon Jahre lang kannten.

„Mmh, und du bist nicht geschockt?"

„Zuerst war ich es schon.", bestätigte sie. „Aber du bist trotzdem ein Mensch. Was soll das ändern?"

Remus sah sie eine Weile an.

„Du bist eine der Wenigen die das so sieht."

Lily lächelte ihn geschmeichelt an.

„Ich werde dir immer helfen, falls du meine Hilfe brauchen solltest.", versprach Lily.

„Danke, das ist sehr nett von dir."

Der Tanz war zu Ende und beide kehrten zu ihren Freunden zurück.

„Hat sich Remus auch gut benommen?", griente Peter.

„Ja, hat er. Er ist ein fantastischer Tänzer.", schwärmte Lily.

„Na jetzt ist es aber gut.", protestierte James, als Lily Remus einen bezaubernden Augenaufschlag schenkte.

„Neidisch?", lachte Moony.

„Nein.", antwortete Prongs schnippisch und zog Lily näher an sich heran.

„Du dummer Kerl, du.", flüsterte Lily James ins Ohr. „Du weißt doch das ich niemanden sonst will!"

„Ich weiß, aber ich wollte es noch einmal von dir hören.", hauchte er ihr in den Nacken.

„Bitte keine Vertraulichkeiten in der Öffentlichkeit. Das Glück kann man sich ja nicht mit ansehen. Da wird man ja blind!", rief Sirius, der Alex im Schlepptau hatte.

Lorrain hatte die ganze Zeit kein Wort über Lily und James verloren. Sie konnte sich schon denken, was ihre Freundin zu erzählen hatte.

Kurze Zeit später tauchte Ophelia auf um Lily ein paar Verwandten vorzustellen..

„Meinst du sie muss das gesamte Programm absolvieren?", erkundigte sich Padfoot bei James.

„Ich denke schon. Mom und Dad mögen sie sehr und die Verwandtschaft wird sich nicht so einfach abspeisen lassen. Die wollen schon genauer wissen wie meine Freundin ist."

Lorrain und Alex sahen James forsch an.

„Schaut mich nicht so an! Ich werde euch keine Einzelheiten sagen. Dafür ist eure Freundin zuständig."

„Oh, wenn das Ellen erfährt.", freute sich Lorrain. „Sie wird bestimmt in Tränen ausbrechen!"

„Warum das?", wollte Remus besorgt wissen.

„Diese beiden jungen Damen hatten eine Wette laufen, mit einer uns bekannten anderen jungen Dame.", eröffnete Sirius die Informationsveranstaltung. „Es ging darum, dass der Herr zu meiner Rechten, Mr. James Thaddäus Potter, eine Affäre noch vor dem Jahresende mit der momentan schwer beschäftigten Miss Lily Evans haben würden. Der Wetteinsatz betrug 20 Galleonen."

Die Umstehenden schauten nicht schlecht. Alex und Lorrain dagegen etwas peinlich berührt.

„Interessant. Und Lily weiß nichts davon?", vergewisserte sich James.

„Keine Einzelheit.", bekräftigte Padfoot.

„Ohne Worte.", Prongs schüttelte den Kopf.

Einige Zeit später tauchte Lily wieder auf und zu jedermanns Überraschung war Ellen bei ihr. Die Mädchen begrüßten sich ausgiebig und herzlich. Ellen sah schon wieder etwas besser aus. Ihr Gesicht war nicht mehr weis wie eine Wand und ihre Augen schimmerten etwas. Sie sah fast normal aus.

„Ellen, du siehst sehr gut aus.", komplimentierte Remus.

„Oh, danke. Das hat Zeus auch schon gesagt.", lächelte sie.

„Zeus? Wer ist Zeus?", flüsterte James in Lilys Ohr.

„Ihr Seelenheiler."

„Aha!"

„Ach, ich würde sagen wir Mädels gehen erst einmal etwas trinken.", schlug Lily vor und sie wandten sich zum gehen.

„Bis dann, Liebling.", James küsste Lily zum Abschied.

Ellen hatte Augen groß wie Kristallkugeln.

„Erklär ich gleich.", sagte Lily und schob die anderen drei davon.

„Du kannst froh sein, wenn deine Freundin später noch ihren Kopf hat.", schaute Remus ihnen nach.

„Warum das?", wollte James wissen.

„Weil Ellen bestimmt ziemlich sauer ist."

Sirius verzog das Gesicht.

„Solange sie keine Szene machen, passt das schon."

Ellen, Alex und Lorrain umklammerten fest ihre Gläser und sahen Lily gespannt an. Im Hintergrund war ein leises Gemurmel zu hören, das nach oben in ihr Zimmer drang.

„Oh man. Die Pause brauch ich wirklich.", schnaufte Lily und ließ sich in einen Sessel fallen.

„Ich verstehe nicht wie man mit allem und jedem verwandt sein kann."

„Lenk ja nicht ab, Lily Evans!", bemerkte Ellen spitz. „Ich höre dich noch, wie du ihm unbedingt eine Strafe einhandeln wolltest und ihn am liebsten in die nächste Woche gehext hättest!"

„Ja, erzähl endlich. Wie romantisch war es?", fragte Alex entzückt.

„Du wieder mit deiner ewigen Romantik.", winkte Lorrain ab. „Wie kam es dazu?"

„Ist ja gut, ich erzähl ja alles.", hob Lily beruhigend die Hände.

„Ihr wisst doch noch, als die Eingangshalle und der Kerker überflutet wurden...", und so erzählte sie die Geschichte, die sich vor knapp 3 Monaten abgespielt hatte.

„Und du hast uns nichts davon erzählt.", sagte Alex entrüstet als Lily fertig war.

„Na ja, ich wusste nicht wie ihr reagieren würdet und ich wollte es einfach für mich behalten. Ich hoffe ihr seid mir nicht böse.", sie blickte erwartungsvoll in die Runde.

„Die Einzigste, die böse sein wird ist Ellen.", erklärte Lorrain.

„Warum?", Lily schien überfordert. Wenn ihr die anderen verzeihen konnten, warum nicht auch Ellen.

Alex lachte.

„Wir hatten eine Wette laufen und Ellen hat verloren."

„EINE WETTE? SCHON WIEDER?", rief ihre Freundin aufgebracht. Die anderen zuckten zusammen.

„Warum macht ihr ständig Wetten auf mein Leben?", beschwerte sich Lily.

„Weil es Spaß macht.", erwiderte Lorrain halblaut.

„Ach wie nett!"

„Lily, jetzt beruhige dich wieder. Nach 7 Jahren mit uns müsstest du dich langsam daran gewöhnt haben.", beschwichtigte Ellen.

Ihre Freundin schnaubte verächtlich.

„Hat es sich wenigstens gelohnt?"

„Für Alex und mich schon.", bestätigte Lorrain. „Aber Ellen dürfte es ziemlich weh tun."

„Wie viel?", verlangte Lily zu wissen.

„20 Galleonen. Für jeden."

„Seid ihr verrückt geworden? Habt ihr noch alle Gnome beieinander?"

„Reg dich ab, Lils. Das ist alleine unsere Sache und wenn wir soviel Gold verwetten wollen, dann können wir das auch tun.", Ellen schien etwas gereizt.

„Ich sage es ja nur!", verteidigte sich Lily.

„Aber eine Wette für mein erstes Kind habt ihr noch nicht abgeschlossen, oder?", vergewisserte sie sich.

Die drei Freundinnen lachten.

„Nein, das haben wir noch nicht gemacht.", grinste Alex. „Aber das wäre eine gute Idee."

Lily riss die Augen auf.

„War nur ein Spaß!"

„Ach, ich finde das so schön mit euch beiden.", seufzte Alex nach einer Weile. „Dann wären wir ja alle mit einander verwandt, wenn ihr heiraten würdet."

„Hä? Ihr gehört auch mit zur Verwandtschaft.", staunte Lily.

„Klar!", sagte Lorrain. „Zauberer sind immer untereinander Verwandt, wenn auch weitläufig. Ich bin eine Cousine 6ten Grades von Ellen und eine Cousine 3ten Gerades von James. Alex liegt noch etwas weiter weg."

„Das kann man doch nicht mehr verwandt nennen.", bemerkte Lily.

Die Drei sahen sie etwas verächtlich an.

„Klar kann man das. In jedem von uns schlummert das gleiche Potenzial.", belehrte Alex. „OK, dann lasse ich euch euer Potenzial. Aber ich denke wir sollten zu den anderen verstreuten Potenzialen zurückkehren."

Die Stunden schritten voran. James kam es vor wie eine Ewigkeit, bis Lily wieder bei ihm war. Ab und zu musste er mit seinen Eltern Menschen begrüßen die er kaum kannte und nett und freundlich in eine Kamera grinsen.

„Prongs, diese Bilder werden die voran gegangenen weit übertreffen.", grinste Sirius fies.

„Sei ja still, Padfoot. Ich werde dich das nächste Mal als meinen Halbbruder vorstellen und dann musst du das Gleiche erleiden wie ich.", schnaubte James.

„Ach, das würde ich alles mit einem charmanten Lächeln ertragen und mich dann wieder meinen anderen Aufgaben zu wenden.", feixte Padfoot weiter.

„Was für andere Aufgaben?", fragte Remus mit hoch gezogener Augenbraue.

„Ich denke da so an die holde Weiblichkeit.", klimperte Sirius mit den Wimpern.

„Ach so.", stöhnten die restlichen Drei im Chor und drehten sich zur anderen Seite.

„Was soll das denn?", verlangte Padfoot.

„Nichts.", sagte James kurz und drehte sich wieder auf die andere Seite.

Sirius sagte nichts. Manchmal war er einfach komisch und das wusste er auch. Da war es besser auch mal still zu sein.

James erblickte etwas Rothaariges in dem ganzen Menschengewirr.

„Da bist du ja endlich!"

„So lange waren wir doch nicht weg!", protestierte Lorrain.

„Für mich war es eine Ewigkeit!", schleimte James weiter. Alex schmolz fast dahin.

„Du übertreibst maßlos!", lachte Lily.

„Nein, ich habe dich wirklich vermisst.", er machte Hundeaugen.

„Nun seid ihr also alle im Bilde, ja?", vergewisserte sich Remus.

„Ja, wir sind gut informiert.", grinste Lorrain.

James fühlte sich etwas unangenehm. Alles konnten sie ja nun wirklich nicht wissen. Oder?

Auf einmal räusperte sich jemand hinter ihm.

„Könnte ich sie vielleicht für einen Tanz entführen?", fragte Leon Hawkins Lily. Diese war sehr geschmeichelt.

„Ja." „Nein.", ertönte es von verschiedenen Seiten.

Leon war verwirrt. Was hatte Lily gesagt und was James.

Sirius und die anderen starrten schnell in andere Richtungen.

Beim Merlin, was habe ich da gesagt, schoss es Prongs durch den Kopf. Dad sagt immer, lass eine Frau nie merken, dass du eifersüchtig bist.

Nun räusperte auch er sich.

„Chm, ich meine natürlich. Klar.", antwortete er schnell. „Hab es erst nur falsch verstanden."

Leon schien erleichtert und bot Lily seinen Arm. Diese warf James noch einen abschätzenden Blick zu und dann verschwanden sie in der Menge.

„Das war haarscharf, mein Freund.", stellte Sirius fest.

„Mmh.", schnaufte James.

„Also, Leon darfst du nicht als Konkurrenz ansehen.", sagte Lorrain ernsthaft. „Der ist verlobt, seine Zukünftige musste heute nur arbeiten. Heiler müssen auch an Silvester ran.", sie zuckte mit den Schultern.

„Mmh.", schnaufte James erneut.

„Ja, so würde ich das auch sehen.", pflichtete Sirius bei.

„Er hat doch gar nichts gesagt.", Alex schien verwirrt.

„Freunde verstehen sich auch so. Ich kann dir das ja alles bei einem Snack erklären.", schlug Padfoot vor.

„Eine gute Idee!", die beiden bewegten sich erneut in Richtung Büffet.

„Die beiden haben sich gesucht und gefunden!", seufzte Lorrain. „Zwei Personen, die so viel Essen gehören einfach zusammen!"

Die anderen lachten.

„Aber nicht das ihr wieder wetten wollt.", grinste James.

„Nein, nein.", stritt Ellen ab. „Bei den beiden lohnt es sich nicht. Da liegt es doch auf der Hand."

„Aha, gut zu wissen."

Zwischendurch gesellte sich ein junger Mann zu ihnen, den Ellen überschwänglich begrüßte. Zeus Tiberates machte einen recht soliden Eindruck und man merkte wie zugetan sie einander waren.

Seelenverwandtschaft soll es ja geben., James musste grinsen. Ich habe auch meine Seelenverwandte gefunden.

Kaum hatte er das gedacht erschien Lily wieder an Leons Arm.

„Danke.", verabschiedete sich Lily und ihr Tanzpartner entschwand.

„James, wir müssen reden.", befahl sie, nahm seine Hand und zog ihn davon.

Da standen sie nun in der Küche. Keine Zaubererseele weit und breit.

„James, was sollte das vorhin?"

Der Befragte sagte nichts.

„James, ich rede mit dir und jetzt sag mir was das vorhin war."

Er schnaufte.

„Ich wollte nicht, dass du mit ihm tanzt."

„James. Benehme dich bitte nicht wie ein kleines Kind.", tadelte Lily.

„Ich weiß."

„Du kannst ja mal mit mir tanzen, dann brauchst du auch nicht eifersüchtig sein."

„Ich war nicht eifersüchtig.", stritt James ab.

Lily zog die linke Augenbraue hoch.

„Klar und ich bin die Königin von Sabaa!"

„Hä? Was redest du jetzt für einen Gnomkram?"

„Das war ein Muggelspruch!"

„Hätte ich mir ja denken können."

„Hast du aber nicht!"

„Lily, bring mich jetzt nicht in Fahrt."

„James, gib doch zu das du eifersüchtig warst."

„Bitte! Dann gebe ich es halt zu!"

„Na also!"

„Bitte."

„Gut."

Beide schwiegen.

Lily schmollte vor sich hin. Sie wusste, dass sie im Recht war. James wusste das leider auch.

„Verzeihst du mir noch einmal?", fragte er nach einer Weile.

„Mmh, ich weiß nicht so recht.", überlegte sie.

Langsam schritt er auf Lily zu.

„Du weißt, dass ich dich sehr liebe und dich für mich haben möchte?"

„Vielleicht.", schmollte sie weiter.

„Ich würde auch mit dir tanzen, wenn ich dafür eine Umarmung bekomme.", bot James an.

„Mal sehen.", antwortete Lily kurz.

„Ich würde dir auch die Hausaufgaben machen!", lachte er. Lily musste nun auch grinsen.

„Kannst du, wenn du willst."

„Gut, da bin ich ja beruhigt.", atmete James tief durch.

Nun stand er vor ihr.

„Etwas fehlt mir schon den ganzen Abend."

„Und was?"

„Ein Kuss, der nur für mich ist."

„Ich denke, das lässt sich einrichten.", versicherte Lily.

„Wirklich?", fragte James scheinheilig.

„Ja, es kommt nur auf die Initiative an."

„Na gut, dann ergreife ich mal die Selbige."

Ganz langsam näherte sich James Lily. Die Spannung schien fast, als wäre es der erste Kuss. Ihre süßen Lippen lagen auf den seinen. Er zog sie näher an sich. Die Geborgenheit kehrte zurück, die ihm schon den ganzen Abend gefehlt hatte. Die Zeit stand still. Wie James diese Augenblicke liebte. Er wusste, dass er dieses Mädchen für immer haben wollte. Aber um das laut auszusprechen war es einfach noch zu früh.

Kurze Zeit später sahen sie sich in die Augen.

„Verzeihst du mir nun endlich?", fragte James erneut.

„Vielleicht später.", lachte Lily.

„Und wenn ich dich mit weiteren Küssen besteche? Wie ist es dann?"

„Das könnte vielleicht nützlich sein.", gab sie zu.

„Gut, dann besteht noch Hoffnung."

Bis James Buße abgearbeitet war verging noch einige Zeit.

„Chm, wenn ihr fertig seid könnt ihr ja wieder in den Saal kommen. Vorausgesetzt ihr wollt mit uns ins neue Jahr feiern.", unterbrach Thaddäus.

Lily und James schauten erschrocken in seine Richtung und dann auf ihre Uhren. Es war 7 Minuten vor Mitternacht.

„Klar Dad, wer will schon das Feuerwerk verpassen.", sagte James und richtete seine Fliege.

Lily war etwas rot im Gesicht als sie an James Arm in den Ballsaal schritt.

„Mensch, wo wart ihr denn?"

„Das hat ja ewig gedauert!", beschwerten sich ihre Freunde.

„Wenn ich mir so eure Lippen ansehe, kann ich es mir schon vorstellen.", feixte Lorrain.

Jeder hatte ein Glas in der Hand und der gesamte Saal blickte auf eine gewaltige Uhr, die vor einer halben Stunde noch nicht da gewesen war.

„Ach, es ist so toll, dass meine ganzen Freundinnen heute mit mir feiern.", freute sich Alex.

„Ja, das erste und hoffentlich nicht das letzte Mal.", stimmte Ellen hinzu.

Da standen sie nun alle und blickten auf das Ziffernblatt. Die Zeiger bewegten sich stetig weiter. James nahm Lilys freie Hand und drückte sie. Ein vielsagendes Lächeln huschte über ihr Gesicht und plötzlich rasten die letzten Monate an ihrem inneren Auge vorbei. Was würde noch kommen? Wie würde alles weiter gehen? Warum wurde man sich solcher Dinge immer an Silvester bewusst. Langsam kamen die Emotionen hoch, je näher sich die Zeiger auf der 12 vereinten.

Noch eine halbe Minute!

Von fern hörte man schon Feuerwerk. Da war wohl jemand sehr übereifrig.

Noch 15 Sekunden.

Die Gesichter im ganzen Saal waren angespannt.

10 Sekunden.

Viele lachten, manche kämpften mit den Tränen.

Noch 5 Sekunden.

Das kommende Jahr würde viel verändern. James wusste das.

3 Sekunden.

2 Sekunden.

1 Sekunde.

Die Uhr schlug Mitternacht!

Gläser klirrten im ganzen Saal. Glückwünsche wurden bekundet. Ein Küsschen hier, eine lange Umarmung dort.

Alex stand den Tränen nahe.

James und Lily hielten sich lange fest. „Ich liebe dich!", flüsterten sie sich gegenseitig zu, bevor sie sich zu ihren Freunden wanden. Alex war nun völlig in Tränen ausgebrochen und umarmte reih um jeden. Selbst der doch so ruhige Peter war fröhlich aufgelegt.

Langsam strömten die Leute nach draußen. Das Feuerwerk begann. Mehrere hundert Menschen standen im freien Garten der Potters und beobachteten das Spektakel am Himmel.

Lily wunderte sich einfach über nichts mehr. Sie stellte keine Fragen warum denn plötzlich der ganze Schnee weg war, warum es so warm war und warum die atemberaubensten Figuren den Nachthimmel erleuchteten.

„Habt ihr keine Angst, dass die Muggel die ganzen Figuren am Himmel sehen?", wollte sie dann doch wissen.

„Nein, die können es nicht sehen. Es liegt ein mächtiger Schutzzauber auf dem Haus und der Umgebung. Deswegen kann unser Haus auch nicht angegriffen werden.", erklärte James zwischen einem gewaltigen Zentauren und einer Sonne am Himmelszelt.

Immer wieder ertönte ein „AAAHHH!" und ein „OOHHHH!".

Dad würde aus dem Häuschen sein, wenn er das sehen könnte., dachte Lily plötzlich etwas schwermütig.

James stupste sie an und bedeutete ihr in Richtung Sirius zu schauen. Alex stand ganz dicht neben ihm und zwischen dem Stoff ihres Rockes sah man zwei Hände ineinander verschlungen.

Lily grinste James an.

Nach einer halben Stunde war das Spektakel vorbei. Die Gesellschaft begab sich wieder in den Ballsaal. Die große Uhr war verschwunden.

James steuerte auf seine Eltern zu und umarmte sie herzlich. Lily wurde von Ophelia herzlich gedrückt und selbst Thaddäus ließ sich zu einer Umarmung hinreißen. Sirius hatte sich von Alex gelöst und seinen „Adoptiveltern" ein frohes neues Jahr gewünscht.

Wieder setzte Musik ein.

„Würdest du mit mir tanzen?", fragte James Lily.

„Natürlich.", und sie nahm seinen Arm.

Selbst Sirius forderte Alex auf. Zusammen machten sie die Tanzfläche unsicher.

„So schlecht tanzt du gar nicht.", bemerkte Lily nach den ersten Schritten.

„Ich gebe mir ja auch alle Mühe!", bezeugte James.

Thaddäus und Ophelia schwebten an ihnen vorbei und winkten kurz.

„Deine Eltern sind wunderbar!", gab Lily zu.

„Ich weiß.", sagte James stolz.

„Ich möchte, dass du meine Eltern kennen lernst.", bestimmte sie. „In ein paar Tagen muss ich bei ihnen vorbei schauen. Sie werden dich mögen. Aber wunder dich nicht über meine Schwester.", warnte Lily.

„Warum?"

"Na ja, ist nicht das was man freundlich nennt." Der restliche Abend gestaltete sich recht neutral. Lily wurde weiteren Verwandten vorgestellt, diesmal wurde sie jedoch von James unterstützt. Alex und Sirius plünderten erneut das Büffet. Lorrain führte lange Gespräche mit Remus. Ellen verschwand etwas später mit Zeus und Peter stand bei seinen Eltern.

Gegen 4 Uhr morgens ging der letzte Gast. Lily fiel einfach nur auf ihr Bett und James neben sie. „Einige kannte ich gar nicht mehr."

„In meinem Kopf schwirren Hunderte von Namen.", stöhnte Lily und schälte sich aus ihrem Kleid. James schaffte es gerade noch aus seinem Smoking zu klettern und dann war er eingeschlafen.