Kapitel 22- Zwischenfall im Hogwarts- Express

Was sollten sie noch reden. Lily öffnete lustlos ihre Geschenke. Bedankte sich artig und packte sie in eine Tasche.

James hatte sich derweil mit Edward unterhalten. Beide verstanden sich prächtig. Mr. Evans setzte viel Vertrauen in seine Meinung das Petunia wieder zurückkommen würde und so fragte er James Löcher in den Bauch.

Doch als bald verabschiedeten sich Lily und James.

„Ihr müsst unbedingt bald wieder kommen!", sagte Ed begeistert. „James hat mir noch nicht alle meine Fragen beantwortet."

„Sehr gerne, Mr. Evans.", strahlte James.

„Schreib uns, Liebling.", erinnerte Julie Lily.

„Ja, Mom. Das mache ich."

Ed und Julie standen in der Haustür und winkten James und Lily als sie abfuhren.

„So hatte ich mir das nicht vorgestellt.", Lily winkte bis ihre Eltern aus ihrem Blickfeld verschwunden waren.

„Ich fand es gar nicht so schlimm."

Lily starrte James an.

"Wie bitte? Das war ein Desaster!"

„Du hast noch nie meine Tante Winnifred erlebt."

„Hab ich die etwa nicht kennen gelernt?"

„Nein, seit einer Familienfeier meidet sie alle Verwandten."

„Da geht sie bestimmt nicht mehr auf die Straße.", meinte Lily sarkastisch.

„Ja, das tut sie auch nicht. Sie schämt sich wegen der Mäuseohren, die sie von einem Duell mit Onkel Alfred zurück behalten hat so sehr, dass sie nicht mehr vor die Türe geht.", James lachte.

„Du hast vielleicht eine komische Verwandtschaft.", überlegte Lily. „Aber meine ist eigentlich auch nicht besser."

„Das kann man wohl sagen."

„Aber meine Eltern scheinen dich im Gegensatz zu Vernon leiden zu können."

„Ich bin ja auch der Hörner- James.", grinste er sie an.

„Ja, das bist du.", und sie küsste ihn auf die Wange.

„Nicht beim Auto fahren! Das lenkt mich ab!", mahnte er Lily. Diese grinste nur und lehnte sich zurück.

„Glaubst du wirklich das Petunia nicht zurück kommt?", fragte Lily nach einer Weile.

„Ich glaube es nicht. Mit dem Einfluss von Vernon – Grunz- Dursley besteht eine geringe Chance."

„Woher willst du das wissen?"

„Ich habe es in ihren Augen gesehen."

„Bist du jetzt der große Augenleser von Hogwarts?"

„Vielleicht."

„Gut. Was hast du in meinen Augen gesehen, als wir uns das erste Mal gesehen haben?", stellte sie ihn auf die Probe.

James überlegte eine Weile.

„Dass du sehr entschlossen warst, habe ich gesehen.", antwortete er

„Und?", verlangte Lily weiter.

„...und das du mir bei der erst besten Gelegenheit einen Fluch auf den Hals gehetzt hättest.", schloss James schnell.

„Übertreib nicht, das war der erste Schultag."

„Doch, schon damals wusste ich was in dir steckt."

„James, am ersten Schultag warst du damit beschäftigt jedem Mädchen aus der ersten Klasse einen Streich zu spielen."

„Na eben, da habe ich doch in deine Augen geschaut."

„James, ich war wütend auf dich. Kein Wunder das ich so aussah. Das war keine Kunst das fest zustellen."

„Na gut, anderes Beispiel.", empörte sich James.

„Ich höre.", sagte Lily gespielt gelangweilt.

„Am ersten Abend dieses Schuljahres hast du an den Treppenstufen zu deinem Schlafsaal gestanden und zu mir hinüber gesehen. Die Art wie du mich angesehen hast. Da wusste ich irgendwie, dass du mich doch magst und ganz sicher war ich mir dann im Bad der Schulsprecher. Da warst du rot wie eine Tomate.", er grinste zu ihr hinüber.

Lily schwieg.

James hatte Recht. So war es gewesen.

„Sprachlos?", stichelte James.

„OK, du hast Recht."

„Haha!", er riss die Hände in die Luft. Lily sah ihn erschrocken an. Jetzt, jeden Moment würden sie von der Fahrbahn abkommen und in ein entgegenkommendes Auto rasen. Aber nichts dergleichen geschah. Der Mini suchte sich seinen Weg von alleine.

„James, dieses Auto fährt von selbst?", Lily war total perplex.

„Ähm, ja."

„Du Schwindler! Ich dachte du fährst selber."

„Mach ich doch auch. Nur wenn ich die Hände weg nehme lenkt es von selbst."

„Ohne Worte."

Etwas später waren sie zurück in Bergenfield. Es war bereits dunkel.

„Wie war es?", fragte Ophelia freudestrahlend als sie zur Haustür herein kamen.

Lilys Stirn lag in Falten.

„Erinnerst du dich noch an die Feier mit Tante Winnifred und Onkel Alfred?", fragte James.

Augenblicklich machte Mrs Potter ein gequältes Gesicht.

„Es war nicht ganz so schlimm, Mom. Aber nahe dran."

„Oh, das tut mir Leid für euch."

„Macht nichts Mrs Potter.", wehrte Lily ab. „Die Hauptsache ist das meine Eltern James sehr mögen. Speziell mein Vater."

Ophelia strahlte.

„Wirklich? Ich glaube bei der nächsten Gelegenheit sollten deine Eltern mal zum Essen vorbei kommen."

„Ähm, danke. Das ist sehr nett.", bedankte sich Lily.

„Gerne Lily, gerne.", lächelte James' Mutter.

Etwas später legte Sirius brüderlich einen Arm um Lilys Schulter.

„Wie ich höre verhext du wieder andere Menschen.", feixte er.

„Ihr seid doch schlimmer als Waschweiber.", schnaufte sie.

„Ich muss doch informiert sein! War er ein schönes Schwein?", fragte er begierig.

Lily musste unweigerlich grinsen.

„Ja, sehr gelungen. Professor McGonagall wäre stolz auf mich gewesen."

„Wunderbar! Ich bin auch stolz auf dich!", und er verschwand in Richtung Küche. Verrückter Kerl!

In den nächsten Tagen verbrachte James seine Zeit damit die anderen Hausbewohner, speziell Lily und Ophelia, zu nerven ob sie ihm nicht bei den Hausaufgaben helfen könnten. Mrs Potter hatte Lily zuvor gewarnt und sie beschworen nicht weich zu werden.

James setzte alles ein, was er aufbringen konnte. Bestechungsversuche mit Küssen, einen zu Tränen erweichenden Hundeblick und zahllose Versprechungen.

Aber es half nichts. Lily blieb bei ihrem Standpunkt, dass sie ihm nicht helfen würde. Und siehe da, etwas später wurde James in der heimischen Bibliothek zwischen Stapeln von Büchern gesichtet.

„Er versucht immer den leichtesten Weg zu gehen.", erklärte Thaddäus Lily. „Ich kann ihm das eigentlich nicht verübeln. Aber er muss seinen Kopf auch mal ordentlich anstrengen."

Die Ferien waren wie im Flug vergangen und dann kam der Tag an dem die Rückreise nach Hogwarts stattfand.

Gemeinsam standen sie auf dem Gleis 9 ¾. Der Hogwarts Express stieß eine kleine Rauchwolke nach der anderen aus.

„Habt viel Spaß, ihr Drei!", wünschte Ophelia.

„Ja, aber benehmt euch und macht keine Dummheiten.", ermahnte Mr. Potter.

„Ja.", ertönte es von James, Sirius und Lily.

Mittlerweile hatten sich auch Remus und Peter eingefunden. Lily hielt Ausschau nach Alex und Lorrain. Ob Ellen wieder zur Schule kommen würde?

Ihre Frage beantwortete sich im nächsten Augenblick, als Zeus Tiberates mit Ellen am Arm durch die Barriere fiel.

Lily ging auf sie zu.

„Ellen!", rief sie.

„Lily, hallo!"

„Miss Evans.", grüßte Zeus.

Lily kam sich komisch vor. Zeus war vielleicht 3 Jahre älter als sie und er sagte Miss zu ihr.

Gemeinsam gingen sie zu der kleinen Gruppe zurück.

Sirius suchte nun den Bahnsteig ab. Nirgendwo war das Mädchen mit den blonden langen Haaren und den himmelblauen Augen zu sehen. Er seufzte.

„Sie wird schon noch kommen.", sprach Lily ihm Mut zu.

Ellen sah Sirius fragend an.

„Erzähl ich später.", flüsterte Lily.

Thaddäus und Zeus unterhielten sich in der Zwischenzeit. Wie es schien kannten sie sich gut.

„Miss Baggins scheint nun unter ihrem Schutz zu stehen.", stellte Ophelia fest.

Zeus und Ellen bekamen etwas Farbe im Gesicht. Beide lächelten berührt.

„Nun ja.", räusperte sich Zeus. „Alles kommt so wie es kommen muss."

Die Pfeife erklang zum ersten Mal.

„So, nun wird es aber Zeit.", Mrs Potter schob die kleine Gruppe zu einem Waggon.

„Machs gut, Mom!", James drückte seine Mutter. „Du auch, Dad. Passt auf euch auf."

„Danke, dass ich die Ferien bei ihnen verbringen durfte.", bedankte sich Lily erneut.

„Es war schön, das du bei uns warst.", erklärte Mr. Potter herzlich.

„Du bist uns jeder Zeit willkommen!", Ophelia drückte sie an sich.

Zum Schluss kam Sirius an die Reihe.

„Mach dir nicht so viele Gedanken, Junge. Alexandra wird schon noch mit dir sprechen.", Thaddäus klopfte ihm väterlich auf die Schulter. Padfoot grinste.

„Komm her du!", forderte Mrs Potter ihn auf und nahm ihn in die Arme. „Mach nicht so viele Dummheiten!", er bekam einen Kuss auf die Wange.

Ellen verabschiedete sich von Zeus.

„Ich schreibe dir.", sagte er ernsthaft. „Und sag mir, wenn es dir schlecht geht."

„Ja, das mache ich.", hauchte Ellen und umarmte ihn. Bevor sie einstieg küsste sie ihn. Er machte ein erstauntes Gesicht.

Die Pfeife erklang zum zweiten Mal. Der Hogwarts Express stieß mehr und mehr Dampfwölkchen aus.

Nun war auch der letzte an Board.

„Halt, fahrt noch nicht los!", riefen zwei Stimmen.

Lorrain und Alex hasteten den Bahnsteig entlang. Sirius Herz schlug schneller. Da war sie.

„Wartet auf uns!"

Remus öffnete erneut die Türe des Zuges.

„Beeilt euch!"

Lorrain wuchtete ihren und Alex' Koffer die Stufen hinauf.

Die dritte Pfeife erklang.

„Nein, noch nicht!", rief Alex.

„Komm schon.", Sirius lehnte sich aus der Türe und griff nach ihrer ausgestreckten Hand. In letzter Sekunde zog er sie an Bord. Die Abteiltür flog zu.

„Puh, geschafft.", schnaufte Alex. Sie sah in Sirius Augen und errötete etwas.

Hier scheint jeder verliebt zu sein., schoss es Lily durch den Kopf.

„Also!", James übernahm das Kommando. „Ihr sucht euch ein Abteil und Lily und ich bringen unsere Sachen zum Schulsprecherabteil. Dann kommen wir zu euch."

„In Ordnung!", salutierte Sirius und gewährte Alex den Vortritt.

James und Lily zerrten ihre schweren Koffer in den vorderen Teil des Zuges.

„Woher kennt dein Vater Zeus Tiberates. Ist der auch mit euch verwandt?", fragte Lily neugierig. Schließlich wollte sie wissen wer Ellen da so den Kopf verdrehte.

„Zeus ist kein Verwandter, aber er arbeitet im Ministerium."

„Hä? Ich dachte er ist Heiler im St. Mungos.", Lily war verwirrt.

„Mh, ja da ist er auch."

„Ja was ist er denn nun."

„Zeus hat eine spezielle Ausbildung gemacht. Er ist ein Heiler des Ministeriums, aber arbeitet im Hospital. Er bekommt nur die ganz schweren Fälle von Seelenschmerz."

„Verstehe ich trotzdem nicht richtig."

James atmete tief durch.

„Zeus heilt seelische Wunden, die durch Todesser verursacht wurden. Er dringt in die Köpfe, seiner Patienten, ein und lindert dadurch ihre Seelenqualen."

„Und das hilft?", fragte Lily misstrauisch. „Kann man Menschen dadurch nicht manipulieren?"

James überlegte eine Weile.

„Helfen tut es, aber ich glaube nicht, dass man Hexen und Zauberer dadurch manipulieren kann."

„Ich dachte immer die Zeit heilt alle Wunden.", überlegte Lily laut.

„Aber warum so, wenn es auch leichter geht?", wollte James wissen.

„Mh, ich finde es trotzdem komisch.", beharrte sie. „Ich würde das nicht mit mir machen lassen."

„Du brauchst so was ja auch nicht.", endlich waren sie beim Schulsprecherabteil.

„Immer herein in die gute Stube."

Sie verstauten ihre Koffer und sahen sich dann an.

„Komm erst einmal zu mir.", James zog Lily an sich. „Ich konnte dich schon den ganzen Tag nicht knuddeln."

Lily lachte. „Oh, du armer Hase."

Remus schritt durch den Gang und hielt nach einem freien Abteil Ausschau.

Fast alle waren besetzt. Letztendlich bezogen sie ein Abteil in der Mitte des Zuges.

„Wer weiß wie lange Lily und James noch brauchen.", spekulierte Remus.

„Das wird bestimmt dauern.", versicherte Ellen.

„Die beiden sind einfach füreinander bestimmt.", seufzte Alex.

„Du immer mit deiner ewigen Romantik.", Lorrain rollte mit den Augen.

„Ich muss Alex aber Recht geben.", unterbrach Moony. „Ich erinnere mich an eine Wahrsagestunde im vierten Schuljahr. Da stand in James' Horoskop das er einer roten Frau begegnen wird die ihn gefangen nimmt."

„Lily nimmt ihn doch nicht gefangen.", stritt Lorrain ab.

„Es kommt immer darauf an wie man es auslegt.", warf Peter ein.

„Ja, Peter hat Recht.", bezeugte Sirius. „James vergöttert Lily. Sie hat ihn in seinem Geist gefangen genommen."

„Und das stand in seinem Horoskop?", vergewisserte sich Lorrain skeptisch.

„Ja, ich schwöre!", Remus erhob seine rechte Hand.

„Also stehen beide unter einem guten Stern. Wie süß.", schmachtete Alex.

„Aber stand nicht auch in seinem Horoskop das er glücklich sein wird und dann große Qualen erlebt?", erinnerte sich Peter.

„Weiß ich nicht mehr.", winkte Remus ab. „Ich auch nicht.", sagte Sirius etwas gelangweilt.

Eine halbe Stunde verging bis Lily und James, bei ihren Freunden, auftauchten.

„Ihr habt bestimmt das Abteil nicht gefunden.", bemerkte Remus spitz.

„Ja, genau.", lachte James. „Hier gibt es so viele davon."

Aber kaum hatten sie sich hin gesetzt wurde die Abteiltür aufgerissen.

„Hinten im Zug duellieren sich welche.", platzte die Vertrauensschülerin heraus.

„Wer?"

„Jemand aus Hufflepuff und einer aus Slytherin."

Lily und James eilten aus dem Abteil.

„Ich wette es ist einer meiner speziellen Freunde."

„James, welchen von den vielen meinst du?"

„Snape vielleicht?"

Abgehetzt gelangten sie in den hinteren Teil des Zuges.

Da stand Regulus Black mit erhobenem Zauberstab über Marcus Beech, dem Hufflepuff Sucher.

Marcus lag am Boden und krümmte sich zusammen.

„Hör sofort auf damit!", schrie Lily schon von weitem.

Eine Schülerschar hatte sich mittlerweile versammelt.

„Was soll das hier?", donnerte James. „Geht wieder zurück in eure Abteile.

„Du nicht Regulus Black, du bleibst hier."

Constance Nimoy, die Kapitänin von Hufflepuff, hockte sich neben Marcus.

Lily beugte sich zu ihnen hinunter. „Was ist passiert?"

„Er hat Marcus angegriffen, weil seine Eltern Muggel sind.", flüsterte Constance, so das Regulus es nicht hören konnte.

„Welchen Fluch hat er angewandt?", verlangte Lily zu wissen. Aber eigentlich lag die Antwort in Marcus Beech's Gesicht. Er war sehr blass, hatte Schweiß auf der Stirn und aufgesprungene, trockene Lippen. Noch immer umklammerte er seinen Bauch, als ob er eine Wunde halten würde.

„Cruciatus.", krächzte Marcus kaum hörbar.

Lily sah ihn erschrocken an.

Griffen jetzt schon Schüler andere Schüler mit einem der verbotenen Flüche an. War es schon so weit gekommen?

„Wer hat es gesehen?"

„Niemand, außer den Slytherins.", Constance war ziemlich sauer. „Er wollte nur mal zur Toilette!"

Dieser miese Arsch, fluchte Lily.

„Hilf mir ihn in euer Abteil zu bringen.", forderte sie und gemeinsam schafften Lily und Constance Marcus den Gang entlang.

James befragte Regulus.

„Was hast du gemacht?"

„Nichts."

„Das sehe ich, nichts.", fauchte James. „Was glaubst du wer du bist? Du greifst einen anderen Schüler an, der nichts getan hat."

„Er ist ein Schlammblut, reicht das nicht?", sagte Regulus gelangweilt.

Die noch verbliebenen hielten den Atem an. Selbst die in ihren Abteilen starrten ungläubig.

„Was war das?", fragte James gefährlich ruhig.

Regulus sagte nichts.

„Welchen Fluch hast du benutz? Ich kann mir nicht vorstellen, dass der erlaubt war. Und wenn er erlaubt war, ist verhexen von anderen Schülern immer noch verboten!", rief James nun aufgebracht.

„Du kannst mir nichts nachweisen.", gab Regulus Black cool zurück.

„Jetzt nicht, aber ich melde dich dem Schulleiter! Geh zurück in dein Abteil und lass dich nicht wieder auf dem Gang sehen, bis wir in Hogsmeade angekommen sind."

Der zu Recht gewiesene verschwand in einem Abteil, in dem die Lestranges und Severus Snape saßen.

War ja klar., stöhnte James und ging weiter zu Lily und den Hufflepuffs.

Marcus lag über drei Sitze verteilt. Noch immer war er sehr blass, aber der Schweiß war verschwunden und er schien keine Schmerzen mehr zu haben.

„Geht es dir etwas besser?", fragte James, als er herein kam.

„Er fühlt sich noch sehr schwach.", berichtete ihm Lily. „Der Fluch war verboten!", schloss sie an.

„Ich weiß Lily, aber wir können es ihm nicht nachweisen. Niemand hat es gesehen."

„Aber man kann den Zauberstab doch verhexen, dass er den letzten Fluch wieder gibt.", warf Lucy Lennon ein, die mit im Abteil war.

„Ja, diesen Spruch gibt es. Aber die Slytherins werden schon selber daran gedacht haben und nun kräftig zaubern.", gab Lily zu bedenken.

Niemand wusste was er weiter sagen sollte. Alle schauten zu Boden.

„Wir werden Regulus aber dem Schulleiter melden.", sagte James letztendlich. „Vielleicht bekommt der mehr heraus."

Die anderen zuckten mit den Schultern.

Kurze Zeit später kehrte James zurück zu Sirius und Co. Lily schickte gerade eine Eule nach Hogwarts um den Vorfall zu melden.

„Und, wer war es?", Lorrain brannte darauf alles zu erfahren.

„Einer aus Slytherin.", druckste James.

„Ja, das wissen wir. Und wer nun?", bohrte Ellen.

Prongs schnaufte.

„Regulus Black."

Sirius sah zu James hinüber.

„Das ist jetzt nicht wahr?"

„Ähm, doch. Das ist wahr."

„Der Idiot. Zu was hat er sich denn überreden lassen?", fragte Sirius irgendwie uninteressiert.

„Der Idiot hat einen andern Schüler mit dem Cruciatus Fluch belegt, weil seine Eltern Muggel sind.", erklärte Lily, die nun in der Türe stand.

„Er hat was?", rief Padfoot außer sich. „Dieser Idiot!"

„Hat ihn wenigstens jemand dabei gesehen, außer Schüler aus Slytherin natürlich?", erkundigte sich Remus während Sirius vor sich hin fluchte.

„Nein, das ist es ja eben.", grummelte Lily.

„Wie weit sind wir jetzt schon, wenn Schüler andere Schüler angreifen.", überlegte Lorrain.

„Wenn sie älter sind steht es Zauberer gegen Zauberer, oder Hexe gegen Hexe. Da müssten sie eigentlich wissen was sie tun, aber darauf kann man auch nicht mehr setzen.", sprach Ellen vor sich hin.

Meint sie damit ihren Vater, überlegte Lily.

„Aber ihr werdet doch alles Dumbledore erzählen.", vergewisserte sich Alex.

„Natürlich werden wir das, aber wir können Regulus nichts beweisen.", resignierte James.

„Das ist so gemein.", Lorrain schlug auf die Armlehne ihres Sitzes.

Die anderen schreckten hoch.

„Na ist doch so!", unterstrich Lorrain ihre Aussage.

Im Abstand von einer halben Stunde kontrollierten James und Lily die Waggons.

Alles war ruhig. Bei einem kurzen Besuch von Marcus stellte sich heraus, dass er einen riesigen blauen Fleck auf dem Bauch hatte.

„Du solltest sofort Madame Pomfrey aufsuchen, wenn wir in Hogwarts sind.", riet Lily.

„Ich habe noch nie gesehen, dass man solche Hämatome bekommen kann. Und ich spiele Quidditch.", erklärte James Lily.

„Wer weiß was Black noch gemacht hat. Ist er nicht Sirius Bruder?", fragte Lily.

„Ja, aber sprich Padfoot nicht unbedingt darauf an. Er will nichts mit seiner Familie zutun haben."

„Ist das nicht schlimm?"

„Was ist schlimm?"

„Na das er nicht mit seiner Familie zurecht kommt."

„Sirius ist ein Kämpfer und ich glaube, ohne seine Familie ist er besser dran. Du musst wissen, Lily, das seine Eltern sehr komisch sind. Die legen Wert auf die ganz alten Rieten der Zauberer.", erzählte James.

„Und die sind?"

„Na ja, Reinblüter heiraten nur Reinblüter, sie haben Hauselfen die sie schlecht behandeln. Es ist alles eine große Vetternwirtschaft und die Blacks sind die Könige der Reinblüter."

„Aber deine Eltern kommen doch auch aus Zaubererfamilien und Hauselfen habt ihr auch."

„Meine Eltern haben aus Liebe geheiratet. Ihre Ehe wurde nicht arrangiert und unseren Hauselfen geht es gut. Die werden nicht geschlagen oder bestraft.", schloss James.

„Deine Eltern behandeln Sirius wie einen Sohn."

„Ja, das tun sie. Ich glaube das hilft ihm auch sehr. Aber nach Hogwarts wird er ausziehen wollen."

„Warum?"

„Einer seiner Onkel hat ihm ein kleines Vermögen hinterlassen und das bekommt er erst, wenn er ein richtiger Zauberer ist."

„Sirius alleine in einer großen Wohnung. Ich will nicht wissen wie es darin dann aussieht.", sinnierte Lily.

„Ich auch nicht.", lachte James.

Die Stunden vergingen. Die Dampflok quälte sich durch die verschneite Landschaft. Leichter Schnee fiel vom Himmel und zuckerte erneut Bäume und Sträucher. Kleine Eisblumen verzierten den Rand der Fenster. Der Abend brach herein und der Zug verlangsamte seine Fahrt. Bald würden sie in Hogsmeade ankommen.

Der Zug stoppte und augenblicklich stieg der Lärmpegel an. Ein Geschnatter drang aus jedem Abteil. Wie immer standen die Pferdelosen Kutschen vor dem Bahnhof. Lily, James, Sirius und Alex steigen in die Erste. Remus, Peter, Ellen und Lorrain in die Nächste.

„Man sollte mal ein Rennen mit diesen Kutschen veranstalten.", überlegte Lorrain.

„Meinst du die fahren schneller, wenn man sie bittet?", wollte Ellen wissen.

„Müsste man mal ausprobieren.", sagte Remus und beugte sich nach draußen.

Es gab einen Ruck und augenblicklich fuhr die Kutsche schneller. Sie überholten die nächsten Kutschen im Eiltempo.

„Wie hast du das gemacht?", fragte Lorrain bewundernd.

„Geheimnis.", grinste Remus und lehnte sich zurück.

Sirius sah gerade aus dem Fenster, als sie überholt wurden. Seit wann fahren die Kutschen so schnell, wunderte er sich